Osteopressur & Schmerztherapie:
Wissen für Experten

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Wie ist es möglich, dass wir Patienten mit akuten Schmerzen und zum Teil jahrelang bestehenden Schmerzzuständen oft schon bei der ersten Behandlung wirksam helfen können? Kann eine derart bahnbrechende Methode tatsächlich so einfach sein? Und woher kommt die Begeisterung Ihrer Kollegen, die unsere Ausbildung bereits absolviert haben?

Auf dieser Seite verraten wir es Ihnen. Sie richtet sich speziell an Ärzte, Physiotherapeuten, Heilpraktiker und andere Heilberufler, die es gerne genau wissen wollen. Wie erklären wir Schmerzen und wie behandeln wir sie? Roland Liebscher-Bracht erläutert es Ihnen in diesem Video ganz ausführlich. Natürlich können Sie alle Fach-Informationen weiter unten auch in Ruhe nachlesen.

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1. Wie erklären wir Schmerzen?

Erfahrung, Systematisierung, Weiterentwicklung: Mit diesen drei Schlagworten lässt sich die Ausdifferenzierung der Schmerztheorie und Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht und gleichzeitig Rolands Werdegang seit Mitte der 1980er Jahre kennzeichnen. Unserem Schmerz-Erklärungsmodell ging und geht es darum, schmerzverstärkende und schmerzlindernde Faktoren logisch nachvollziehbar herauszuarbeiten.

Richtig ist, dass sich für Schmerzpatienten infrastrukturell in den letzten Jahrzehnten viel getan hat. In jeder größeren Stadt gibt es mittlerweile ein Schmerzzentrum und/oder eigene Schmerzambulanzen in Kliniken. Betroffene werden dort im Bedarfsfall über mehrere Wochen stationär aufgenommen und nach einem multimodalen schmerztherapeutischen Ansatz behandelt. Regelmäßig stattfindende Schmerzkonferenzen bringen Teams aus Schmerzexperten, Psychologen und Vertretern anderer Fachdisziplinen zusammen, um den Austausch über sinnvolle Behandlungskonzepte interdisziplinär zu gewährleisten.

Obwohl Schmerzen damit dank Schmerzzentren und Schmerzmedizin längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sind, bleiben gravierende Ungereimtheiten in der herkömmlichen Schmerztherapie bestehen, mitunter sogar offene Widersprüche – multimodaler Ansatz hin oder her:

  • Wie kann es Schmerzen geben, ohne dass damit in Verbindung stehende Strukturen im Körper geschädigt sind: Chronische Knieschmerzen ohne Schädigung des Gelenkknorpels am Knie? Jahrelange Rückenschmerzen ohne Schäden an Wirbelkörpern oder Bandscheiben?
  • Wie ist es umgekehrt möglich, dass Patienten trotz diagnostizierter Schäden an Gelenken über keinerlei Schmerzen klagen: Eine ausgeprägte Gonarthrose ohne Knieschmerzen? Ein Prolaps ohne Kreuzschmerzen?
  • Und warum leiden so viele Menschen nach einer Arthroskopie oder trotz künstlicher Gelenke unter denselben Schmerzen an Knie oder Hüfte wie vor der Operation?

Die Antwort auf all diese Fragen berührt den Charakter und die Funktion der Schmerzen selbst. Und sie kann mit dem schmerztherapeutischen Ansatz von Liebscher & Bracht gefunden werden. Unsere Erfahrung zeigt nämlich ganz klar:

Nicht die Schädigung der Struktur löst in den allermeisten Fällen die Schmerzen aus, sondern muskulär-fasziale Überspannungen, auf die der Körper mit einem Schmerzsignal reagiert. Diese Schmerzen, die im Gehirn entstehen, bezeichnen wir als Alarmschmerzen. Bei über 90 Prozent der heute auftretenden Schmerzzustände und Schmerzkrankheiten handelt es sich um solche Alarmschmerzen. Durch Auslösen des Schmerzes werden Bewegungen verhindert, die (weitere) Schäden hervorrufen könnten.

Dieses Schmerzverständnis betrifft übrigens die vielfältigsten Krankheitsbilder und „chronischen Schmerzkrankheiten“: Kopfschmerzen und Migräne genauso wie Impingement-Syndrome der Schulter, Wirbelgleiten, Schmerzen bei Spinalkanalstenose und Beinlängenunterschiede, Bandscheibenvorfälle und ISG-Schmerzen, Arthrose, Knieschmerzen, Achillessehnenreizungen, Fersensporne, Fibromyalgie und sämtliche Schmerzen, die mit „Nervenreizungen, Entzündungen, dem Schmerzgedächtnis, Chronifizierung oder der Psyche angeblich „austherapierter“ Patienten in Zusammenhang gebracht werden.“ 1)

Frau rollt sich mit Schmerzen aufgrund einer Fibromyalgie im Bett ein.

Muskulär-fasziale Überspannungen

Gehen wir bei der Erklärung von Alarmschmerzen jetzt noch einen Schritt zurück. Wie Sie bestimmt wissen, setzen Muskeln und Faszien die Knochen unserer Gelenke über Zugspannungen aktiv oder passiv in Bewegung. Dazu muss der antagonistische Muskel jeweils nachgeben. Um den Verschleiß bei der entstehenden Bewegung möglichst gering zu halten, erzeugt das Bewegungszentrum des Gehirns in den Basalganglien (ein Teil des limbischen Systems) eine sogenannte Steuerspannung. Diese Steuerspannung verändert sich in jeder Sekunde unseres Lebens und wird maßgeblich von unserem individuellen Bewegungsprofil beeinflusst.

Je einseitiger nun die Bewegungsmuster eines Menschen werden und je weniger diese Einseitigkeit ausgeglichen wird, umso größer fällt die Spannung aus, mit der die Struktur vom Gehirn angesteuert wird. Bewegt man seine Gelenke also nicht mehr in ihrem vollen, genetisch festgelegten Bewegungsausmaß, bauen sich im Zeitverlauf unphysiologisch große Spannungen auf. Bei Liebscher & Bracht sprechen wir in diesem Zusammenhang von muskulär-faszialen Überspannungen. Erhöhter Gelenkverschleiß und Schmerzen im Bewegungsapparat sind die spür -und zum Teil sichtbaren Folgen solcher Fehlspannungen.

Engwinkelige Bewegungen und einwinkelige Positionen

Die angesprochenen Einseitigkeiten im 24-stündigen Bewegungsprofil eines Menschen können sich in zwei Varianten manifestieren: in engwinkeligen Bewegungen und in einwinkeligen Positionen.

Frau umgreift mit einer Hand das Handgelenk der anderen Hand. Mit dieser bedient sie eine Maus.

© interstid | shutterstock.com

Engwinkelige Bewegungen: Gemeint ist hier eine Bewegungsführung, die nur einen kleinen Bereich des naturgegebenen Bewegungspozenzials von Gelenken nutzt – zu Beginn ausgelöst durch Hobby, Sport oder Beruf. Als typisches Beispiel gelten Bürotätigkeiten wie das Tippen auf der Tastatur, bei dem die Finger- und Handgelenkbeuger dauerhaft einseitig bewegt werden. Das Problem daran: Der Körper ist faul. Ihm geht es vor allem darum, ökonomisch zu arbeiten.

„Bei Bewegungen, die häufig ausgeführt werden, wird eine erhöhte Vorspannung in die jeweiligen Muskelfasern geschaltet. Nach jeder Kontraktion verbleibt eine sog. Restkontraktion, die in den Basalganglien abgebildet wird.“ 2) Summieren sich die Restkontraktionen durch wiederholte Bewegungen auf, steigt auch die Vorspannung in der Muskulatur immer weiter an.

Es folgt eine Anpassung der Faszienstruktur. Aus der Faszienforschung wissen wir inzwischen, das die Fibroblasten die Faszie in solchen Fallen kürzer weben, wodurch sie zunehmend verfilzt. Agonistische und antagonistische Spannungen „schaukeln“ sich schließlich wechselseitig hoch – so weit, bis die Biomechanik der Gelenke mit Muskeln, Sehnen und Bändern durch die immensen Zugspannungen und Druckbelastungen leidet.

Eine Frau sitzt am Schreibtisch und hält sich mit schmerzverzerrter Körperhaltung den Rücken.

© Andrey Popov | fotolia.com

Einwinkelige Positionen: Diese Ursache muskulär-faszialer Fehlspannungen betrifft eher ganze Körperbereiche. Werden Gelenke über lange Zeit ohne den nötigen Ausgleich in fixierten Winkeln positioniert, kommt es auch hier zum bereits erwähnten Umbau des Faszien-Netzwerks. Als lebendiges System, werden Faszien bei Nichtbelastung so umstrukturiert, dass sie tendenziell immer kürzer werden.

„Die Fibroblasten weben die Faszie […] in eine immer unflexiblere Geometrie der Verfilzung.“ 3)

Insbesondere durch häufiges Sitzen nehmen Zugspannungen zur Beugung des Rumpfes auf diese Weise zu. Der Körper wird „wie von Geisterhand“ nach vorne gezogen und verlangt von den beteiligten Streckmuskeln beim Aufrichten eine immer größere Kraft zur Gegenspannung. In unserem Beispiel verkrampfen schließlich die Rücken- und Hüftstrecker in ihrer Überlastung. An der Wirbelsäule wird nun von zwei Seiten gezogen, wodurch die Druckkraft auf die Bandscheiben unnatürlich hoch ansteigt.

Die Rolle der Alarmschmerzen

Wie kommt es nun aufgrund der entstandenen muskulär-faszialen Überspannungen zu Schmerzen? Das Schmerzverständnis nach Liebscher & Bracht geht davon aus, dass bestimmte Rezeptoren an der Knochenhaut die Spannungsverhältnisse rund um die Gelenke jederzeit genau messen. Die Messergebnisse senden diese sog. „interstitiellen“ Rezeptoren an das Gehirn. Dort ist im periaquäduktalen Grau (PAG), das sich permanent mit den Basalganglien austauscht, ein „Alarmschmerzprogramm“ installiert. Es wird aktiviert, sobald die von den Rezeptoren gemessene Spannung seitens der beteiligten Hirnareale als zu hoch ermittelt wurde – der Verschleiß der Gelenke ist größer ist als die Reparaturfähigkeit des Körpers.

Aktiviert bedeutet: Das Alarmschmerzprogramm projiziert nun einen Schmerz in den Körper – und zwar exakt in die Körperregion, in der das Ausführen einer bestimmten Bewegung zur Schädigung der dort sitzenden Struktur führen könnte. Sind beispielsweise die Bandscheiben massiv bedroht, werden die Rückenstrecker beim Versuch des Aufrichtens in der Kontraktion gestoppt (Hexenschuss).

Der Schmerz als Symptom erfüllt die Funktion eines körpereigenen Warnsignals, das den Patienten vor (weiterer) Gefahr schützen soll.

Damit wird klar: Verschleiß ist unserer Erfahrung nach abhängig von den muskulär-faszialen Überspannungen rund um das betroffene Gelenk – nicht vom Alter oder einer überhöhten Beanspruchung. Zugleich existieren Alarmschmerzen unabhängig von möglicherweise geschädigten Strukturen und können deshalb auch trotz Schädigung abgestellt werden.

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2. Wie behandeln wir Schmerzen?

Alarmschmerzen sind das Resultat muskulär-faszialer Überspannungen, die sich aufgrund einseitiger Bewegungsmuster entwickeln. Eine ursächliche Schmerztherapie muss in ihrem Behandlungskonzept daher auf zwei Ebenen ansetzen:

  1. Sie muss beim Patienten die muskulär-faszialen Bedingungen wiederherstellen, unter denen das Alarmschmerzprogramm im Gehirn auf natürliche Weise „abgeschaltet“ werden kann.
  2. Sie muss Sorge tragen, dass die Bewegungen oder Nicht-Bewegungen im Alltag des Patienten keine neuen Überspannungen und damit keine abermalige Aktivierung des Alarmschmerzes auslösen.

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht erfüllt beide Kriterien mit jeweils unterschiedlichen Methoden.

Osteopressur als Akut-Maßnahme

Jede Behandlung nach Liebscher & Bracht beginnt mit einer genauen Diagnostik und Anamnese (Erfassung des Schmerzortes und der schmerzauslösenden Position) sowie der Aufklärung des Patienten über die Entstehung muskulär-faszialer Schmerzzustände. Mithilfe der von uns entwickelten Technik der Osteopressur (früher: Schmerzpunktpressur) kann der Schmerzspezialist anschließend zunächst differenzialdiagnostisch arbeiten.

Grundsätzlich kann jeder Schmerz – vollständig oder teilweise – ein Alarmschmerz sein. Aus diesem Grund wird auch jeder Schmerz, über den der Patient berichtet, zunächst mit Osteopressur behandelt, um die Höhe des „Alarmschmerzanteils“ zu ermitteln. Unsere Erfahrung zeigt nämlich, dass auch sogenannte Überlastungs-, Schädigungs-, Verletzungs- und Krankheitsschmerzen eine muskulär-fasziale Komponente aufweisen.

Es ist eine Frau zu sehen, die von einem Mann am Oberschenkel behandelt wird, während sie auf einer roten Liege liegt.

In über 90 Prozent der Fälle können durch die Osteopressur die Schmerzen bereits während der ersten Behandlung deutlich gelindert oder sogar vollständig beseitigt werden, wodurch die herausragende Rolle der Alarmschmerzen unterstrichen wird. Sind die Ergebnisse weniger deutlich, geraten indirekte Faktoren der Schmerzentstehung (Ernährung, Psyche, Umwelt) in den Blick. Bleiben Veränderungen in diesen Bereichen ebenfalls ohne positiven Einfluss, „muss mit allen heute zur Verfügung stehenden Verfahren“ 4) der Schul- und Alternativmedizin untersucht und therapiert werden.

Wie funktioniert die Osteopressur?

Bei der Osteopressur (Schmerzpunktpressur) handelt es sich um ein manualtherapeutisches und nebenwirkungsfreies Verfahren, bei dem interstitielle Rezeptoren in der Knochenhaut durch gezielten physischen Druckaufbau beeinflusst werden.

Passend zum jeweiligen Schmerzzustand, spricht der Schmerzspezialist per händischem Druck genau diejenigen Schmerzpunkte an (1,5–2 Minuten pro Punkt), die als biologische Informationsschalter zum Gehirn fungieren und den wahrgenommenen Schmerz auslösen.

Ziel dieser Technik ist es, muskulär-fasziale Engpässe durch das Drücken der Osteopressur-Punkte zu deaktivieren. Dadurch kommt es gewissermaßen zu einem „Reset“ der Bewegungs- und Bewertungsprogramme in den Basalganglien und im PAG. Sind die fehlerhaften Programme in diesem Sinne „gelöscht“, verändert sich die Ansteuerung der Muskelfaser durch die Basalganglien: Die überhöhte Anspannung wird abgebaut und die Positionierungen der Muskelfaszien zueinander gestalten sich um.

Das Spiel beginnt von vorne: Rezeptoren messen die eingetretenen Veränderungen und leiten die neuen Messergebnisse an die Basalganglien zurück, wo die Spannungszustände angepasst werden.

Ist die Struktur weniger gefährdet, wird der Alarmschmerz des Patienten reduziert. Identifizieren die Hirnprogramme schließlich gar keine Bedrohung mehr, bleibt die körpereigene Alarmanlage komplett still.

Gleichzeitig kann die Osteopressur durch den Abbau der Überspannungen zu einer Druckentlastung im Gewebe führen. Eingeengte Strukturen wie Nerven und Gefäße werden dadurch befreit. Dies wirkt sich positiv auf die Leitfähigkeit der Nerven sowie den Flüssigkeitstransport in den Gefäßen aus.

Im Zuge der Entwicklung unserer Schmerztherapie haben wir insgesamt 72 Osteopressur-Punkte (Schmerzpunkte, -linien und -flächen) in der Knochenhaut identifiziert, die mit unterschiedlichen Schmerzzuständen und Beschwerdebildern korrelieren. Diese Zusammenhänge haben wir in den letzten 30 Jahren immer weiter systematisiert. In unserer Ausbildung lernen Sie, jeden der 72 Schmerzpunkte zu finden und mit der richtigen Technik körperschonend zu drücken.

Sie möchten sich schon jetzt einen Eindruck davon verschaffen, was die Osteopressur in der Praxis bewirken kann? Dieses Behandlungs-Video sagt mehr als 1.000 Worte:

Therapeutische Engpassdehnungen als Hilfe zur Selbsthilfe

Mithilfe der Osteopressur können Sie bei Ihren Patienten die Ansteuerung der Struktur normalisieren. Auf diese Weise lässt sich eine grundlegende Ursache der Schmerzen bereits schnell und einfach behandeln. Das Symptom „Schmerz“ wird eingestellt, wenn das strukturelle Umfeld „reif“ dafür ist. In diesem Sinne funktioniert die Osteopressur als Akut-Maßnahme, die insbesondere zur Erstbehandlung starker Schmerzzustände prädestiniert ist.

Meist bleiben jedoch das Bewegungsverhalten und die alltäglichen Aktivitäten Ihres Patienten, die für die muskulär-faszialen Fehlspannungen verantwortlich waren, nach der Osteopressur bestehen. Der konsequente Ausgleich einseitiger Bewegungsmuster ist für den dauerhaften Erfolg der Therapie daher essenziell. Langfristig geht es für Ihre Patienten nämlich darum, ihre Bewegungsprogramme in den Basalganglien nach dem Löschen durch die Pressur neu zu programmieren – und zwar so, dass der Alarmschmerz nicht wieder ausgelöst werden muss.

ausbildung impression05 neu 1024x683 - Osteopressur und Schmerztherapie

Genau zu diesem Zweck haben wir im Rahmen einer Bewegungstherapie 27 Engpassdehnungen entwickelt, mit denen Sie Ihre Patienten in die dauerhafte Schmerzfreiheit begleiten können.

„Mithilfe der Engpassdehnungen kann die durch Osteopressur erreichte Schmerzreduktion oder -beseitigung dauerhaft im PAG programmiert werden.“ 5)

Unsere 27 Engpassdehnungen, die Sie während Ihrer Teilnahme an der Ausbildung intensiv üben, können unabhängig von Alter und körperlicher Leistungsfähigkeit ausgeführt und dem individuellen Trainingsniveau des Patienten angepasst werden. Dabei wirken die Dehnungen funktionell: „Gedehnt wird exakt die Struktur (der Engpass, Anm. d. Verfassers), die in definierten Bewegungswinkeln die Bewegung verhindert.“ 6)

Als Übungs- und Bewegungsformen bestehen die Engpassdehnungen aus aktiven und passiven Dehnungen, die insgesamt 2–2,5 Minuten durchgeführt werden. Elemente isometrischer Kräftigung und das Setzen gezielter Ansteuerungsimpulse kommen hinzu. Die besondere Länge der Dehnungen und das bewusste Dehnen in den Schmerz hinein konstituieren dabei Alleinstellungsmerkmale unserer Therapie.

Eine ausgebildeter Schmerzspezialist nach Liebscher & Bracht leitet seine Patienten exakt in den Engpass-Dehnübungen an. Besonders praktisch für Sie: Im Rahmen der Ausbildung bekommen Sie von uns eine CD mit umfangreichem Begleitmaterial, das Sie ausdrucken und Ihren Patienten mit nach Hause geben können. Diese ausführlichen Anleitungen gewährleisten, dass die Übungen zuhause leicht durchzuführen sind und als einfache Form der Bewegungstherapie in den Alltag Ihrer Patienten integriert werden können.

Faszien-Rollmassagen zur Erreichung von Synergien

Eine weitere Leistung zur Selbsthilfe, in der Sie Ihre Patienten direkt nach unserer Ausbildung anleiten können, ist die Faszien-Rollmassage. Da sich viele Schmerzpatienten oft über Jahre hinweg einseitig bewegen, sammeln sich in den Zwischenzellräumen rund um den Engpass zunehmend Rückstände von Stoffwechsel-Prozessen an. Diese tragen maßgeblich zum Aufbau der erwähnten Fehlspannungen bei. Durch das regelmäßige Trainieren der Dehnungen lassen sich diese Fehlentwicklungen nach und nach beseitigen. Noch schneller funktioniert das Ganze, wenn Ihre Patienten die Effekte der Übungen mithilfe der Faszien-Rollmassage verstärken.

Dabei geht es vor allem darum, die Ablagerungen im Interzellularraum in Bewegung zu bringen. Bildlich können Sie sich das Fasziengewebe wie einen verdreckten Schwamm vorstellen.

„Durch das Rollen wollen wir ihn ausdrücken, damit im Zuge dessen frisches Wasser aus den Kapillaren […] nachfließen kann. Wir versuchen dadurch, in den Gewebeschichten hängen gebliebene Ablagerungen zu lösen, damit sie wieder in Stoffwechselvorgänge eingebunden und den Körper über die Ausscheidungsorgane verlassen können.“ 7)

ausbildung impression06 neu 1024x683 - Osteopressur und Schmerztherapie

Gleichzeitig kann übersäuerte Zwischenzellflüssigkeit durch die Übungen mit den Faszienrollen basischer werden, wodurch sich die Wasserbindungsfähigkeit der Faszie erhöht. Ihre Schichten können wieder besser gleiten und Verklebungen lassen sich auflösen. Rollt der Patient bewusst langsam und intensiv, bauen die Fibrolasten als Konstrukteure der Faszie zudem Kollagen ab – eine größere Flexibilität im Bindegewebe ist das Ergebnis. Dieser biologische Effekt einer indirekten Faszien-Manipulation wurde durch ein narratives Review anlässlich des 5. Internationalen Faszien Forschungs Kongresses bestätigt.

Positive Effekte ergeben sich auch für den Spannungszustand der Muskeln und Faszien: Strömt frisches Wasser durch das Gewebe, können Ansammlungen von Stresshormonen nämlich so verteilt werden, dass die Faszien wieder auf Entspannung schalten. Parallel „werden die Rezeptoren in den Muskeln, den Faszien und am Knochen so beeinflusst, dass die Muskelspannung nachlässt.“ 8) Ähnlich wie bei der Osteopressur, lassen sich auf diese Weise Anspannungsprogramme im Gehirn löschen, die für die Schmerzen Ihrer Patienten verantwortlich sind.

Sie sehen: Alle Therapie-Bausteine unseres Konzepts generieren ihre ganz eigenen Wirkmechanismen und können einzeln angewendet werden. Zugleich sind sie aufs Engste miteinander verknüpft und bieten Ihnen in Ihrer beruflichen Praxis vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Osteopressur, Engpassdehnungen und Faszien-Rollmassagen folgen allesamt der Logik unseres Modells der Schmerzentstehung und setzen als ursächliche Behandlungsformen unmittelbar an der Entstehungskette der allermeisten Schmerzen an. Kurz- und langfristige Schmerzfreiheit Ihrer Patienten gehen Hand in Hand.

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FAQ: Häufig gestellte fragen zu unserer Therapie

Welche Alleinstellungsmerkmale hat die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht gegenüber anderen Modellen der Manualtherapie und Osteopathie?

Der Hauptunterschied zu gängigen Verfahren der Physiotherapie, Manualtherapie und Osteopathie liegt darin, dass durch die Osteopressur nicht die Muskeln, sondern gezielt die interstitiellen Rezeptoren im Periost (der Knochenhaut) angesprochen werden. Erstes Behandlungsziel ist es, über diese Alarmschmerzrezeptoren die antrainierten schädigenden Programme in den Basalganglien zu löschen und damit das PAG zum Herunterschalten des Alarmschmerzes zu veranlassen. Daraus ergibt sich ein Alleinstellungsmerkmal der Osteopressur: Bereits in der ersten Behandlung kann verifiziert werden, ob der vom Patienten beschriebene Schmerzzustand durch muskulär-fasziale Überspannungen verursacht wird. Ist der Schmerz muskulär bedingt, lässt er sich oft schon während der ersten Osteopressur-Einheit direkt um 70 bis 100 Prozent reduzieren.

Massage, Manuelle Therapie, Triggerpunkt-Massage und Faszientherapie: Im Umfeld der Manualtherapien gibt es zahlreiche Vorgehensweisen, die sich hinsichtlich ihrer Wirkprinzipien ähneln. Grundlage der Behandlungsansätze ist die Idee, die Strukturen des Körpers durch manuelle Beeinflussungen zu verändern. Darin liegt aus unserer Sicht die Krux. Der Zustand unserer Muskeln und Faszien ist nämlich das Ergebnis unserer Bewegungen und unserer Ernährung. In jeder Sekunde unseres Lebens baut sich der Körper so um, wie wir es ihm durch die von uns gesetzten Bewegungsreize vorgeben.

Den Körper Ihres Patienten können Sie deshalb von außen niemals dauerhaft verändern. Wenn sie massieren, kneten und Gewebe streichen, kann das zwar für eine gewisse Zeit wirksam sein. „Aber da es sich um Eingriffe von außen handelt, lässt die Wirkung natürlich wieder nach.“ 9) Dies gilt insbesondere für die zahlreichen manualtherapeutischen Verfahren, die mit sanftem Druck arbeiten und daher unter der Wirkungsschwelle bleiben.

Ursprüngliche Schmerz-Erklärungsmodelle der Osteopathie weisen einige Parallelen zu unserem Ansatz auf. Die osteopathische Therapie verfolgt genau wie unsere Behandlung das Ziel, die eingeschränkte Beweglichkeit des Körpers wiederherzustellen und Möglichkeiten einer normalen gesunden Bewegung zu schaffen. Die meisten Osteopathen führen Schmerzen jedoch auf Einschränkungen der Organfunktionen im Körperinneren zurück. Folgerichtig behandeln sie eher „von innen nach außen“ — umgekehrt zu unserer Vorgehensweise, die den Schmerz an klar eindeutig definierten Knochenarealen erreicht.

Letztlich bekommen Phsyiotherapeuten heute durch Zusatzausbildungen viele gute „Werkzeuge“ an die Hand, doch sind diese für die Behandlung von Schmerzzuständen wenig hilfreich. Es fehlt eine wirklich systematische Vorgehensweise in der Schmerztherapie. Genau diese Lücke können Sie mit unserer Ausbildung schließen.

Wie ist die Evidenz der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht? Gibt es wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit?

In einigen kritischen Auseinandersetzungen mit unser Schmerztherapie ist zu lesen, dass wir bislang weder eine Studie noch wissenschaftliche Belege vorweisen könnten, aber trotzdem behaupten, dass unsere Osteopressur und Übungen so vielen Menschen helfen. Was steckt dahinter?

Die Behauptung, wir hätten grundsätzlich keine Studien oder wissenschaftlichen Belege, entspricht nicht der Wahrheit: Im Jahr 2010 haben wir am Zentrum für Gesundheit an der Sporthochschule Köln eine Wirksamkeitsstudie in Auftrag gegeben, die von Prof. Dr. Ingo Froböse unter dem Namen „Die Wirksamkeit der Liebscher und Bracht-Schmerztherapie im wissenschaftlichen Focus“ durchgeführte wurde. Sie kommt zu dem vielversprechenden Schluss:

„Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Einfluss auf das subjektive Schmerzempfinden der Schmerzprobanden durch die Behandlungsmethode nach Liebscher und Bracht auf. Die Schmerzpatienten verspürten direkt nach der ca. einstündigen, individuellen Behandlung signifikant weniger Schmerzen. Dies könnte bedeuten, dass ein Umdenken in der herkömmlichen Schmerztherapie an der Zeit ist.“

2011 folgte ein Biometrischer Bericht durch Dr. Gammel über unsere Ausbildungen, der untersuchte, ob und wie stark die Schmerzen der Teilnehmer durch unsere Behandlung abnahmen. Das Resultat: Die Anzahl der Schmerzpatienten, die auf unsere Therapie ansprachen, lag bei durchschnittlich 96 Prozent. Die Anzahl der Patienten, deren Schmerzen nach der Ausbildung auf höchstens 30 Prozent Restschmerz zurückgegangen waren, betrug 94,5 Prozent.

Der ärztliche Direktor der Sportorthopädischen Praxisklinik Köln, Prof. Dr. med. Oliver Tobolski, führte 2013 eine kontrollierte, nicht randomisierte Anwendungsbeobachtung an Leistungssportlern durch. Nach einer Behandlung der Athleten mit der Liebscher & Bracht-Schmerztherapie zeigten sich „signifikante Verbesserungen der Becken und WS- [Wirbelsäule, Anm. d. Verfassers] Positionierung, deutliche Schmerzreduktion […], Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit […] und durchschnittliche Vergrößerungen des Gelenkspalts um 2 Millimeter.

Sie möchten sich intensiver mit den genannten Studien und weiteren Kritikpunkten an unserem schmerztherapeutischen Ansatz auseinandersetzen? Auf dieser Seite haben wir Ihnen alle Hintergründe zusammengestellt.

Sind Faszien nicht nur ein Mode-Thema? Was steckt wirklich hinter dem Hype?

Lange haben Wissenschaftler, die sich mit dem Aufbau des menschlichen Körpers beschäftigen, die Faszien vergessen: ein verborgenes, intelligentes System, das unsere Muskeln und Sehnen umhüllt und als Bindeglied zu unseren Knochen fungiert.

Seit einigen Jahren jedoch, so scheint es, hat sich das Schattendasein der Faszien in sein Gegenteil verkehrt. Neurologie, Körperwahrnehmung, Kraftübertragung, Wundheilung – es gibt kaum einen Bereich, in dem die geheimnisvolle Architektur unter unserer Haut keine gewichtige Rolle zu spielen scheint. Faszien sind plötzlich in aller Munde und inspirieren unzählige klinische Forschungsprojekte.

Mehr noch: Faszien versprechen sogar, mit dem Schmerz die Volkskrankheit Nummer eins erklären und heilen zu können.

Alles nur eine große Seifenblase oder tatsächlich der Schlüssel für die Schmerztherapie der Zukunft? Informieren Sie sich in diesem Video über den  Forschungsstand und gehen Sie der „Faszination Faszie “ auf den Grund:

Welche Rolle spielen Schmerzmittel in unserer Therapie?

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Analgetika und andere Schmerzmedikamente sind schnell zur Hand, wenn im Bewegungsapparat etwas weh tut. Für viele Patienten – und auch für einige Ärzte – stellen Medikamente das Mittel der Wahl dar, um eine akute Schmerzsymptomatik möglichst zeitnah in den Griff zu bekommen.

Schmerztabletten, -tropfen oder Spritzen sind aus unserer Sicht als kurzfristige Lösung durchaus legitim, um die Zeit bis zu einer ursächlichen Behandlung schmerzfrei zu überbrücken. Und natürlich gibt es schwerwiegende Erkrankungen, bei denen die Schmerzmedizin aus gutem Grund den Einsatz von zum Teil stark wirkenden Opioiden (beispielsweise basierend auf Morphin) vorsieht. In den meisten Fällen gilt jedoch, dass sich der medikamentöse Ansatz aufgrund der langen Liste an Nebenwirkungen nicht zur Dauerbehandlung eignet. „Sie belasten bis vergiften den Körper, machen krank und abhängig, je nachdem, worum es sich handelt.“ 10) Hinzu kommt: Schmerzmedikamente behandeln lediglich das Symptom, nicht jedoch die Ursache der Schmerzen.

Wie oben erläutert, sind die allermeisten Schmerzzustände heute Alarmschmerzen. Werden solche Alarmschmerzen mit einem Medikament so weit betäubt, dass sie für den Patienten kaum oder gar nicht mehr fühlbar sind, verlieren sie ihre Funktion: Das, wovor sie warnen, tritt möglicherweise erst recht ein. Bewegungen und Positionen, die durch den Alarmschmerz verhindert werden sollen, werden ausgeführt, obwohl sie der Körper eigentlich unterbindet – eine Schädigung der Struktur kann durch Schmerzmedikamente also wahrscheinlicher werden.

Schmerzfreiheit und Schmerzheilung im eigentlichen Sinne kann es deshalb erst geben, wenn nicht mehr nur symptomatisch, sondern tatsächlich ursächlich behandelt wird. Dies bedeutet für uns immer, die muskulär-faszialen Überspannungen im betroffenen Körperbereich dauerhaft auf ein physiologisches Maß herunterzufahren.

Können Operationen durch die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht vermieden werden?

Die eindeutige Antwort lautet: Ja, können sie. Zumindest gilt das aus unserer Erfahrung für Operationen, die gegen Schmerzen durchgeführt werden.

Warum das so ist, wird klar, wenn wir erneut auf die zu hohe Spannung von Muskeln und Faszien als Hauptursache der Schmerzen blicken. Operiert wird schließlich meistens die Struktur, die aus unserer Sicht jedoch fast nie für die Beschwerden von Schmerzpatienten verantwortlich ist. Dadurch aber zielen viele chirurgische Eingriffe – hierin liegt eine Parallele zu den Schmerzmitteln – an der Beseitigung der Schmerz-Ursache vorbei.

Wir möchten nicht bestreiten, dass es Fälle und Diagnosen gibt, in denen eine OP sinnvoll und notwendig ist. Meistens ist sie es allerdings nicht. Ganz unabhängig davon, ob Schmerzen nach einer Operation erst einmal verschwunden sind oder weiter bestehen: Der Teufelskreis aus einseitig genutzten Bewegungswinkeln, Überspannungen und Alarmschmerzen wird sich irgendwann erneut in Gang setzen, solange die Ursachen der Schmerzproblematik therapeutisch außen vor bleiben.

Was ist aber nun mit den Patienten, denen es in den ersten Monaten nach einer schmerzbedingten OP tatsächlich besser geht — und das, obwohl sie an der Struktur operiert wurden, die überhaupt nicht für ihre Schmerzen verantwortlich war? Wir haben darauf eine ganz einfache Antwort. Aus unserer Sicht liegt der Grund für die kurzfristige Schmerzreduzierung in den Narkosemitteln. „Bei einer Vollnarkose erschlaffen alle Muskeln, bei einer örtlich wirkenden Narkose erschlaffen die Muskeln in dieser Umgebung.“ 11) Zwangsläufig lässt die Spannung nun nach und der Alarmschmerz nimmt ab beziehungsweise verschwindet – wenngleich nicht dauerhaft.

Worin liegt der Unterschied unserer Therapie zu Krafttraining, Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik?

Übungen zur Muskelkräftigung und Krafttraining — egal ob im Rahmen einer Physiotherapie oder im Fitness-Studio an Geräten — sind aus unserer Sicht oft nicht geeignet, um das Schmerzproblem zu lösen. Einseitig betrieben, wirken sich diese Verfahren nämlich allesamt spannungserhöhend aus. Da zu große Spannungen aber nach unserer Erklärung die Ursache für so viele Schmerzzustände sind, „ist die Kräftigung der Muskeln genau das Gegenteil von dem, was der Körper häufig nötig hat.“ 12)

Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Patienten besonders bei Rückenschmerzen, aber auch bei allen anderen Schmerzen, nicht allein auf herkömmliches Muskelaufbau-Training zu vertrauen. Zumindest so lange, bis der Alarmschmerz vollständig verschwunden ist. Zu groß ist sonst die Gefahr, dass am Schmerz beteiligte Muskeln immer stärker in die Anspannung und Verkürzung gehen. Größer werdende Zugspannungen sind schließlich exakt  das, was wir mithilfe unsere Therapie reduzieren und auf ein natürliches Maß zurückführen wollen. Herkömmliches Krafttraining ohne begleitende Engpassdehnungen würde also die entspannenden Effekte unserer Behandlung konterkarieren.

Die gute Nachricht für die Krafttraining-Fans unter Ihren Patienten: Unsere Engpassdehnungen sind mit speziellen Kräftigungselementen konzipiert, an denen sie sich bei Bedarf voll austoben können. Ein Krafttraining der anderen Art, das einen Riesenvorteil aufweist: Muskeln und Faszien werden gleichzeitig flexibler und kräftiger, Rückentraining und Dehnen gehen Hand in Hand.

Versprechen Rückenschulen und Wirbelsäulengymnastik schmerztherapeutisch bessere Ergebnisse? Jein, lautet die etwas unbefriedigende Antwort. Selbstverständlich gibt es im Dschungel der Angebote auch Vorgehensweisen, die den unseren ähneln und hilfreich sein können. Mindestens genauso häufig basieren die Kurse jedoch auf nicht funktionierenden herkömmlichen Auffassungen der Sportwissenschaft und Trainingslehre. Verkürzendes Bauchmuskeltraining oder die Vermittlung kontraproduktiver Schonhaltungen (beispielsweise Stufenlagerung) sind typische Beispiele.

Was unterscheidet unser Konzept von der Chiropraktik?

Vertreter der Chiropraktik gehen davon aus, dass Schmerzen im Bewegungsapparat und Einschränkungen normaler Körperfunktionen durch Fehlstellungen von Knochen oder Wirbelkörpern entstehen. Bringt man diese Knochen und die umliegenden Strukturen, so die Annahme, durch eine Kraft von außen wieder in ihre ursprüngliche Position, lassen sich die Einschränkungen beheben. Adjustierung, Traktion und Mobilisation beruhen auf dieser Prämisse.

Hierin liegt der entscheidende Unterschied zum Funktionsmodell nach Liebscher & Bracht. Nach allem, was wir wissen, ist es nicht sinnvoll, Körperstrukturen von außen zu beeinflussen. Warum? „Die Knochen sind genau da positioniert, wo sie durch die umliegenden Muskeln, Faszien und Bänder hingezogen werden. Diese Positionierung resultiert also aus den Kräften und Zugspannungen, die wir durch unsere Lebensweise täglich ‚trainieren‘.“ 13) Erst wenn unser tägliches „Training“ verändert oder regelmäßig ausgeglichen wird, können die dadurch entstehenden Probleme auch dauerhaft beseitigt werden.

Die chiropraktische Therapieform der Weichteilbehandlung geht aus unserer Sicht in die richtige Richtung, greift aber in der Praxis aufgrund der zu kurzen Dauer des Dehnens und der zu geringen Intensität zu kurz.

Helfen Tapes, Bandagen oder Orthesen gegen die Schmerzen?

Der beliebten Empfehlung, sich bei Schmerzen am besten zu schonen und das betroffene Gelenk „ruhigzustellen“, stehen wir äußerst kritisch gegenüber. Die muskulär-faszialen Fehlspannungen als Ursache der meisten Schmerzzustände können sich dadurch nämlich auf lange Sicht sogar verschlimmern. Nun sind Tapes (z. B. Kinesio), Bandagen und Orthesen natürlich keine Mittel, um die Beweglichkeit von Gelenken komplett auszuschalten. Das Prinzip dahinter ist jedoch dasselbe wie bei der Schonung — nur in abgeschwächter Form und unterschiedlich stark.

Bandagen sind meist flexibel gestaltet und bieten dem Patienten einen vergleichsweise hohen Aktionsradius. Sie passen sich der Körperform an und lassen Bewegung der Muskeln bis zu einem bestimmten Grad zu. Orthesen sind in der Regel komplexer gebaut als Bandagen und werden aus festeren Materialien gefertigt. Gurte, Schienen oder Stäbe sorgen für enorme Stabilität. Im Gegensatz zu Bandagen schränken Orthesen die Bewegungsfreiheit dadurch stark ein — bis hin zur Ruhigstellung.

Keine Frage, Bandagen, (Kinesio-)Tapes und Co. können die Schmerzen Ihrer Patienten kurzfristig lindern. Sie stützen die scheinbar schmerzenden Gelenke und entlasten die beteiligte Muskulatur. Dauerhaft erscheint uns eine Schmerzheilung mithilfe von Tapes, Bandagen oder Spangen jedoch nicht darstellbar.

Denn sobald Ihr Patient irgendwann wieder auf die Hilfsmittel verzichtet, kehren die Schmerzen mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück. Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Körper wird durch Tapes, Bandagen oder Orthesen auf unnatürliche Weise gestützt. Das ist für ihn zwar bequem, verhindert aber, dass er selbst genug in Richtung Ausheilung unternimmt. Fällt die stützende Wirkung von außen weg, bauen sich erneut Überspannungen der Muskeln und Faszien und damit bedrohliche Zugkräfte rund um die Gelenke auf — neue Alarmschmerzen sind die Folge.

Hat Akupunktur in unserer Schmerztherapie einen Platz?

Als energetisches Verfahren kann die Akupunktur aus unserer Perspektive überhöhte Spannungszustände von Muskelfasern in einem ersten Schritt regulieren — eventuell auch die des Fasziensystems. Eine temporäre Schmerzlinderung durch Akupunktur ist für uns deshalb denkbar.

Aber: Bei vielen unserer Patienten, die diese Therapie ausprobiert haben, kamen die Schmerzen irgendwann zurück. Im Kontext unseres Schmerz-Erklärungsmodells ist das logisch: „Wenn die Muskelspannung oder auch die fasziale Spannung […] herunterreguliert werden kann, lassen die Schmerzen nach. Da der Patient aber keine Übungen macht, die das Problem dauerhaft beseitigen, fährt die Muskelspannung wieder hoch und der Körper meldet sich wieder mit Alarmschmerzen“. 14). Schwören unsere Patienten auf die Akupunktur, gibt es für uns deshalb kein Entweder-oder. Akupunktur und Engpassdehnungen lautet dann die Empfehlung.

Was ist mit dem Schmerzgedächtnis und chronischen Schmerzen?

Das Wichtigste vorneweg: Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht hat sich sowohl bei akuten als auch bei lang anhaltenden Schmerzen bewährt. Allerdings ist eine solche Unterscheidung zwischen „akut“ und „chronisch“ für uns ohnehin nicht zielführend.

Es wird Sie überraschen, aber wir halten sogenannte chronische Schmerzen für nicht existent. Aus unserer Erfahrung handelt es sich dabei ganz einfach um Alarmschmerzen, die schlichtweg nicht richtig therapiert wurden. Der Körper warnt den Patienten so lange, bis die Schmerzursache beseitigt ist — wenn es sein muss über viele Wochen, Monate oder Jahre.

Einen für Sie vielleicht unkonventionell anmutenden Standpunkt vertreten wir auch in Puncto Schmerzgedächtnis. Dieses Konzept spielt in multimodalen schmerztherapeutischen Überlegungen in Schmerzzentren, Schmerzambulanzen und Schmerzkonferenzen noch immer eine gewichtige Rolle. Es entstand zu einer Zeit, als immer klarer wurde, dass die bis dahin stets herangezogene Schädigung der Struktur viele Schmerzen nicht hinreichend erklären konnte. Häufig wurde die Schädigung nämlich behoben —  doch die Schmerzen blieben. Deshalb ging man davon aus, „dass ein Schmerz, der irgendwann eine strukturelle Ursache hatte, sich später verselbstständigt. 15) Der Schmerz als eigenständiges Krankheitsbild war geboren und eine Erklärung für scheinbar grundlose Schmerzen ohne Diagnose gefunden.

Starke, häufig auftretende oder lang anhaltende Schmerzen verändern die neuronalen Netze im Gehirn und setzen psychosomatische Prozesse in Gang. Dies wurde in zahlreichen Untersuchungen bestätigt und so weit sind wir uns mit der gängigen Sichtweise einig. „Die herkömmliche Medizin geht nun davon aus, dass dieses so entstandene Schmerzgedächtnis dazu führt, dass die Empfindlichkeit für Schmerzreize erhöht ist und das Gehirn Schmerzen schaltet, die keine Funktion haben.“ 16) — also das Gegenteil eines funktionalen Alarmschmerzes.

Wir interpretieren die Veränderungen in Gehirn und Nervensystem  deshalb anders. Für uns ist es logisch, dass auch der umgekehrte Weg möglich ist: Sind Schmerzen beseitigt, kann sich das Gehirn eines geheilten Schmerzpatienten wieder mehr und mehr der Hirnstruktur eines Menschen angleichen, der keine Schmerzen hat.

Welche Rolle spielen Ernährung, Stress und Umweltbelastungen in unserer Schmerztherapie?

Die allermeisten Schmerzen, unter denen Menschen heute leiden, entstehen durch zu hohe Zugspannungen der Muskeln und Faszien. Es ist daher legitim, sich bei der Erklärung von (chronischen) Schmerzen und Schädigungen (zum Beispiel Arthrose oder Bandscheibenvorfälle) zunächst auf die biomechanischen Grundlagen der Schmerzentstehung zu konzentrieren.

Dennoch: Daneben gibt es unzählige weitere Einflüsse, die als indirekte Faktoren an der Genese von Schmerzen und vermeintlichen Schmerzkrankheiten beteiligt sind. Direkt wirkt unsere Bewegung, indirekt wirken Ernährung, psychischer Stress und Umwelteinflüsse. Inwiefern diese Faktoren das Anspannungsniveau im Körper von Schmerzpatienten zusätzlich anheben — inwiefern sie aber auch modulierend wirken können — vermitteln wir Ihnen in einem Extra-Block im Rahmen der Ausbildung.

Kann ich die Therapie sofort nach der viertägigen Ausbildung anwenden? Bestehen Risiken für mich oder meine Patienten?

Unsere viertägige schmerztherapeutische Ausbildung ist darauf ausgelegt, dass Sie unmittelbar danach Ihre Patienten nach Liebscher & Bracht behandeln können. Dies gilt für unsere spezielle Anamnese genauso wie für Beratungsgespräche mit Ihren Patienten, für die Osteopressur genauso wie für die Engpassdehnungen und Faszien-Rollmassagen.

Da der Behandlungsablauf klar systematisiert ist und Sie bei der Osteopressur an Knochenarealen direkt unterhalb der Haut arbeiten, bestehen praktisch keine Risiken für Sie oder Ihre Patienten. Lediglich eine Art Muskelkater oder eine Erstverschlimmerung können vereinzelt auftreten.

Noch skeptisch? Dann laden wir Sie ein, einen Blick auf unsere Seite zum genauen Ablauf der Ausbildung zu werfen. Dort verrät Ihnen Roland Liebscher-Bracht persönlich, wie wir Ihnen die schnelle Anwendbarkeit der Therapie nach nur vier Ausbildungstagen ermöglichen können.

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