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Wie wirkt Ernährung gegen Entzündungen?

Dr. med. Petra Bracht

Ärztin & Schmerzspezialistin

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Die Entzündung ist eine Immunreaktion des Körpers auf schädliche Reize. Es ist jedoch keine Krankheit, denn sie „entzündet“ einen Heilungsprozess.1) Mithilfe einer Entzündung beseitigt dein Körper Krankheitserreger und repariert entstandene Schäden. Du musst also keine Angst vor Entzündungen haben. Dennoch sollten sie nicht ausufern oder dauerhaft (chronisch) deinen Körper belasten.

Du kannst mit gesunder Ernährung Entzündungen eindämmen! Um mehr zu erfahren, klicke auf den entsprechenden Punkt in der Liste.

  1. Entzündungsfördernde Lebensmittel vermeiden
  2. Entzündungshemmende Lebensmittel essen

„Antientzündliche Ernährung heißt zunächst, alles vom Speiseplan zu entfernen, was Entzündungen begünstigt.“ 2)

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Eine Frau kauft frische Lebensmittel ein. Sie steht im Geschäft vor einigen Karotten, Salat, Zwiebeln und Knoblauch. Dabei hält sie in ihren Händen ein Netz zum Transport von frischem Obst und Gemüse.

© Igisheva Maria | shutterstock.com

1. Warnzeichen: Entzündungen früher erkennen


Um eine Entzündung (Inflammation) festzustellen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die äußeren Warnzeichen kannst du als Symptome gut erkennen. Die Untersuchung beim Arzt liefert oft genauere Hinweise auf stille oder chronische Entzündungen in deinem Körper.

1.1 Symptome einer Entzündung

Eine akute Entzündung kann an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten. In der Regel sind die Entzündungssymptome an der betroffenen Stelle deutlich zu erkennen durch:

  • Rötung,
  • Schwellung,
  • Wärme,
  • Schmerzen.
Ein Mann hält sich mit beiden Händen sein Knie fest, das durch eine Entzündung leicht geschwollen ist.

© AstroStar | shutterstock.com

Weil im Bereich der Entzündung das Gewebe stärker durchblutet wird, fühlt man dort das Blut häufig pulsieren. Deshalb erwähnen viele Betroffene bei ihren Beschwerden auch pulsierende Schmerzen. Je nach Ursache der Entzündung kann sich außerdem Eiter bilden. Das passiert vor allem, wenn Keime in eine Wunde gelangen.

„Stille Entzündungen“ im Inneren des Körpers machen sich nur schwer bemerkbar. Zu ihren unspezifischen Symptomen zählen die folgenden Krankheitszeichen:

Eine Frau hält ihren Kopf mit beiden Händen. Sie hat einen erschöpften Gesichtsausdruck, ihre Knie sind angezogen und sie hat sich ein Kissen vor den Körper geklemmt.
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Probleme mit der Verdauung
  • Anfälligkeit für Infekte

1.2 Diagnose einer Entzündung

Wenn du mit einem Arzt über deine Beschwerden und Symptome sprichst, kann er sich ein genaues Bild von deiner Krankengeschichte machen. Sie liefert wichtige Hinweise für die Diagnose und hilft ihm einzuschätzen, ob du an einer akuten oder chronischen Entzündung leidest. Anschließend kann der Arzt die betroffene Stelle abtasten, um zu prüfen, ob er die typischen Symptome einer Entzündung feststellt.

Die Untersuchung deiner Blutwerte liefert schließlich genaue Informationen. Zur Bestimmung der Entzündungswerte achten Ärzte auf bestimmte Faktoren.

  • CRP-Wert: Während einer Entzündung sorgt C-reaktives-Protein (CRP) dafür, dass Krankheitserreger und tote Zellen beseitigt werden. In akuten Phasen kann der CRP-Wert im Blut mehr als 1.000 Mal höher sein als bei gesunden Menschen. Deshalb lässt sich eine Entzündung daran sehr deutlich erkennen.3)
  • Blutsenkungsgeschwindigkeit: Bei einer Entzündung können rote Blutkörperchen (Erythrozyten) aneinander haften. Daher sinken sie in einer Blutprobe schneller nach unten als andere Blutbestandteile. Je früher sie herabfallen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung.
Zu sehen ist ein Instrument zur Messung der Blutsenkungsgeschwindigkeit. Mit dem Zeigefinger deutet jemand auf einen auffälligen Blutwert.

© Alexander Gospodinov | shutterstock.com

  • Interleukin-6: Dieser Stoff gehört zur Gruppe der Zytokine. Sie regulieren die Entzündung, indem sie als Signalstoffe dienen und andere Abwehrzellen aktivieren. Weil Interleukin-6 von den Entzündungszellen direkt gebildet wird, kann dieser Wert helfen, Entzündungen genauer zu beurteilen.

Mithilfe dieser sogenannten Entzündungsparameter lassen sich auch nicht sichtbare Entzündungen im Inneren des Körpers feststellen. Zur weiteren Diagnose können Ärzte außerdem ein Differenzialblutbild machen oder die Leukozytenzahl im Blut bestimmen.

2. Ursache und Ablauf: Das passiert bei einer Entzündung


Jede Entzündungsreaktion wird durch einen Schaden am Körper verursacht. Solche Beschädigungen können von Fremdeinwirkungen, der Ernährung oder schädlichen Vorgängen im Organismus stammen. Die Entzündung ist eine Abwehrreaktion darauf und zugleich der Versuch deines Körpers, beschädigte Zellen oder verletzte Strukturen zu reparieren.

2.1 Ursache: So kann eine Entzündung entstehen

Entzündungen können viele Ursachen haben und deinen Körper belasten. Die folgenden Reize sind deshalb nur einige der möglichen Auslöser.

Ein Kind dreht seinen linken Arm und berührt den Ellenbogen, um eine kleine entzündete Verletzung zu untersuchen.

© Tverdokhlib | shutterstock.com

  • Fremdkörper
    (Dornen oder Splitter)
  • Insektenstiche
  • Prellungen und Verletzungen des Gewebes
  • Verbrennungen
  • Krankheitserreger
    (Keime, Bakterien oder Viren)
  • schädliche Strahlungen
  • Autoimmunerkrankungen

Egal, was die Abwehrreaktion ausgelöst hat. Der Ablauf einer Entzündung (siehe unten) ist meist sehr ähnlich. Denn mit der Entzündung beginnt immer ein Heilungsprozess.

Entzündungen durch Ernährung

Deine Ernährung kann Entzündungen positiv oder negativ beeinflussen. Alles, was du zu dir nimmst, beeinflusst die Zellen in deinem Körper. So können durch künstliche Zusätze in der Nahrung und die tägliche Belastung mit Fremdstoffen in deiner Umgebung „stille Entzündungen“ entstehen.

Das Video von Dr. med. Petra Bracht verrät dir, welche Ursachen für eine stille (chronische) Entzündung verantwortlich sein können und worauf du achten solltest.

Nicht selten nehmen Menschen aufgrund ihrer Ernährungsweise auch Stoffe zu sich, die in gewisser Weise eine Gefahr für den Körper darstellen können.

Wenn diese Stoffe deine Zellen beschädigen und schließlich körperliche Strukturen in Mitleidenschaft ziehen, dann entstehen „Baustellen“. Dein Körper repariert sie oft mithilfe von „stillen“ Entzündungen. Achte deshalb besonders auf diese möglichen Auslöser, wenn du ständig müde und abgeschlagen bist.

  • Künstliche Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln
  • Gifte wie Pflanzenschutzmittel und Pestizide
  • Schädliche Stoffwechselprodukte nach dem Verzehr tierischer Lebensmittel
  • Fremdstoffe aus chemischen Mitteln und Medikamenten

Willst du wissen, wie diese Stoffe auf deinen Körper wirken und wie du mit gesunden Lebensmitteln dagegen vorgehen kannst? Dann lies weiter in Kapitel 3. Ernährung gegen Entzündungen.

Muskeln & Faszien: Entzündungen im Bewegungsapparat

Viele Menschen haben aufgrund mangelnder Bewegung zu hohe muskulär-fasziale Spannungen. Wenn sie das nicht mit gezielten Übungen ausgleichen, können unnatürlich hohe Zugkräfte im Körper eine Entzündung verursachen.

Beispiel: Viele Sportler leiden an einer Schambeinentzündung. Der Auslöser ist meist eine zu hohe Spannung des geraden Bauchmuskels. Dieser setzt am Schambein an. Wenn der Muskel „verkürzt“, entsteht ein hoher Zug am Knochen des Schambeins. Das kann Mikroverletzungen in der Knochenhaut verursachen. Diese Verletzungen repariert dein Körper dann mithilfe einer Entzündung.4)

2.2 Ablauf: Das passiert bei einer Entzündung

Mit jeder Entzündung beginnt ein Heilungsprozess in deinem Körper. Unabhängig von der jeweiligen Ursache sind die Abläufe stets sehr ähnlich.

Akute Entzündungen

Bei einer akuten Entzündungsreaktion erkennt dein Körper einen eingedrungenen Fremdstoff. Deshalb versucht er, ihn zu entfernen und entstandene Schäden zu reparieren.

Die unterschiedlichen weißen Blutkörperchen (Leukozyten) erfüllen dabei bestimmte Aufgaben. So wird ein Eindringling beispielsweise von Mastzellen und Phagozyten erkannt. Die Abwehrzellen des Körpers setzen Entzündungsmediatoren und Botenstoffe wie etwa Histamin frei. Es sorgt dafür, dass sich die Wände der Gefäße weiten. Dadurch kann dein Blut besser zur betroffenen Stelle strömen und Abwehrzellen dorthin bringen. Außerdem werden T-Zellen aktiviert. Sie können fremde Stoffe vernichten und die Immunantwort in deinem Organismus kontrollieren.5)

Zu sehen sind grafische Abbildungen von Immunzellen, die bei einer Entzündung aktiv werden.

© Yurchanka Siarhei | shutterstock.com (bearbeitet)

Gleichzeitig sorgen weitere Entzündungsstoffe dafür, dass wieder neue Zellen entstehen. In dieser Erholungsphase beheben außerdem kleine Bindegewebszellen (Fibroblasten) die Defekte in deinem Gewebe.6)

Eine Entzündung ist daher eine Maßnahme des Körpers, um dessen Integrität zu sichern oder wiederherzustellen.

Das Ausmaß einer Entzündung hängt davon ab, wie viele entzündungsfördernde Substanzen ausgeschüttet werden. Diese Entwicklung wird natürlich durch den Reiz bestimmt, der die Entzündung verursacht. Je größer der Reiz, desto stärker die Entzündung.

Chronische Entzündungen

Nach einer erfolgreichen Reparatur klingt die Entzündung automatisch ab, weil keine weiteren Botenstoffe produziert werden.7) Solange jedoch Krankheitserreger, schädigende Substanzen oder zu hohe Spannungen der Muskeln und Faszien deinen Organismus belasten, kann er die Reparatur nicht abschließen.

Dauerhafte Belastungen können Entzündungen aufrechterhalten.

Ungünstige Ernährungsgewohnheiten oder muskulär-fasziale Spannungen strapazieren deinen Körper. Dadurch bleiben entzündungsfördernde Botenstoffe vorhanden und dein Organismus produziert weiterhin die notwendigen Substanzen für eine Reparatur. Auf Dauer kann es deshalb zu chronischen Entzündungen kommen.

  • Es werden vermehrt Entzündungsmediatoren wie Zytokine, Sauerstoffradikale und andere Substanzen produziert, die systemisch auf den gesamten Körper wirken.
  • Sie können die Entzündung verstärken und zu oxidativem Stress beitragen, der die betroffenen Zellen beschädigt.
  • Eine überschießende Immunreaktion kann schließlich auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft ziehen.

Großer Irrtum: Medikamente gegen Entzündungen

Oft greifen Menschen, die an einer langwierigen (chronischen) Entzündung leiden, zu entzündungshemmenden Medikamenten. Die Arzneistoffe darin sollen die Entzündung beenden. Leider wird zu selten gefragt, welchen Zweck die Entzündung verfolgt. Schließlich ist sie ein Heilungsprozess zur Reparatur des Körpers.

Beendest du eine Entzündung mithilfe von Medikamenten, ist es fast so, als würde man eine Baustelle vorzeitig auflösen. Die entstandenen Schäden würden dann nicht beseitigt und könnten sich sogar vergrößern.

Beispiel: Medikamente und Baustellen

Stell dir eine Straßenbaustelle vor: Obwohl noch Löcher im Asphalt sind, räumen Arbeiter die Absperrung beiseite und liefern keine neuen Baustoffe. Die baufällige Fahrbahn wird für Autos freigegeben. Je stärker die Strecke jedoch befahren wird, umso größer werden die bestehenden Schlaglöcher. Bald ist die Straße gar nicht mehr befahrbar. Dann müssen die Bauarbeiter wieder anrücken, um ihre Reparatur zu beenden. Ansonsten müsste die Straße womöglich abgerissen werden.

Etwas Ähnliches passiert bei Entzündungen durch Medikamente. Sie verhindern, dass wichtige Stoffe zur Reparatur der geschädigten Struktur bereitgestellt werden. Dadurch geht die Schwellung zurück und das Gewebe fühlt sich wieder normal an. Die Straße aus unserem Beispiel wäre jetzt freigegeben. Wenn du das betroffene Gewebe aber belastet, wird der Schaden wieder größer.

Schlimmer wäre es nur noch, wenn die Bauarbeiter dazu beitragen, die Straße zu zerstören. Leider kann so etwas jedoch bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt passieren, wenn Patienten Medikamente über einen längeren Zeitraum einnehmen.8) 9)

Stattdessen kannst du deinen Körper mit gesunden Nahrungsmitteln bei der Reparatur unterstützen. Pflanzliche Lebensmittel enthalten viele Nährstoffe, die bei Entzündungen helfen. Daher kann eine vegane Ernährung die Heilung fördern, indem sie hochwertige „Baustoffe“ bereitstellt.

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3. Ernährung gegen Entzündungen: Hilfe bei der Heilung


Dank gesunder Ernährung lassen sich Entzündungen natürlich beeinflussen.

Dadurch können die Entzündungsprozesse ihre natürliche Aufgabe einfacher erfüllen. Kaputte Strukturen werden repariert und Stoffwechselentgleisungen beseitigt, sodass die Entzündung nach getaner Arbeit abklingt.

Du möchtest wissen, wie eine entzündungshemmende Ernährung aussehen kann, was du beispielsweise zum Frühstück essen kannst oder wie deine Hauptmahlzeiten aussehen können? Dann schau dich in unseren Artikeln dazu um und hole dir direkt die kostenfreien Rezepte aus unseren Ratgebern.

3.1 Ungünstige Ernährung (entzündungsfördernd)

Leider führen ungünstige Ernährungsgewohnheiten zu Abwehrreaktionen oder können diese verstärken. Daher solltest du bei der Wahl deiner Lebensmittel die folgenden Punkte berücksichtigen.

Auf einem Tisch stehen mehrere Schalen mit Cornflakes. Im Vordergrund sieht man eine unnatürlich bunte Variante.

© wavebreakmedia | shutterstock.com

Fremdstoffe in modernen Nahrungsmitteln

Heutzutage gibt es zahlreiche Nahrungsmittel, die uns in der Küche helfen oder ein schnelles Essen im Alltag ermöglichen sollen. Die meisten Tiefkühlgerichte und besonders Fast Food enthalten jedoch künstliche Inhaltsstoffe wie Geschmacksverstärker, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe.

Zudem sind viele industrielle Lebensmittel stark belastet. So finden sich auf unserem Teller häufig Pestizide, Medikamente aus der Massentierhaltung oder Schadstoffe aus der Umwelt wie Schwermetalle oder Quecksilber.

All diese Stoffe sind dem Körper fremd und stellen daher eine Herausforderung für das Immunsystem dar.

Entzündungen können auftreten, wenn solche Fremdstoffe die natürliche Schutzschicht im Darm zerstören. Durch Alkohol kann dies ebenfalls passieren. Um die zerstörte Schutzbarriere zu reparieren, entstehen Entzündungen. Sie können die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut zusätzlich erhöhen, wodurch das Immunsystem weiter belastet wird.10) Im ungünstigsten Fall können sich die Schadstoffe somit im Körper verbreiten und weitere Schäden verursachen, die es ebenfalls zu reparieren gilt.

Auf einer weißen Körperwaage stehen zwei nackte Füße von einer Person, die ihr Gewicht ermitteln möchte.

Übergewicht und Körperfett

Oft kommt es durch ungünstige Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Bewegung zu Übergewicht. Das ist allgemein bekannt. Nur wenige wissen jedoch, dass unser Fettgewebe nicht bloß ein Speicher für Fettzellen ist. Es kann auch entzündungsfördernde Stoffe wie Zytokine und Adipokine produzieren und freisetzen.11)

Daher belegen Untersuchungen, dass Fettleibigkeit möglicherweise mit leichten, dauerhaften (chronischen) Entzündungen einhergeht. Dafür sprechen erhöhte Werte wichtiger Entzündungsmarker wie Interleukin-6 oder C-reaktives-Protein im Blut der Betroffenen.12)

Auf einem Holzbrettchen liegen drei Sorten Fleisch. Ringsum sieht man etwas Fisch, Käse, Eier sowie ein Glas Milch.

© nadianb | shutterstock.com

Fettsäuren aus tierischen Produkten

Wie stark Entzündungen werden, hängt auch davon ab, wie viele entzündungsfördernde Substanzen dafür zur Verfügung stehen. Um die Entzündung auf das nötige Maß zu begrenzen, solltest du daher Arachidonsäure meiden. Das ist eine ungesättigte Fettsäure, die zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren gehört. Aus der Arachidonsäure können nämlich mehr als 80 entzündungsfördernde Substanzen gebildet werden.13)

Arachidonsäure findet sich besonders in tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst, Milch oder Eiern.

  • In Pflanzen und Ölen kommt Arachidonsäure nur in sehr geringen Mengen vor. Deshalb kannst du diese schädliche Fettsäure ganz einfach mit einer veganen Ernährung von deinem Speiseplan verbannen.
  • Zudem können gesunde, pflanzliche Fette den Einfluss dieser und weiterer Omega-6-Fettsäuren beeinflussen. Denn Pflanzenöl wie zum Beispiel Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl enthält verhältnismäßig viele Omega-3-Fettsäuren. Beide Fettsäuren sind natürliche Gegenspieler14) und daher in einem gewissen Maß für die gesunde Funktion des Körpers erforderlich. In vielen anderen Ölen sowie einigen Getreidearten sind genügend Omega-6-Fettsäuren enthalten, sodass du eine ausreichende Versorgung ohne tierische Lebensmittel erreichen kannst.

Allgemein führt die westliche Ernährung zwar nicht direkt zu Entzündungen, aber der konstante Mangel an entzündungshemmenden Stoffen in der täglichen Nahrung kann nachweislich zu einer Entzündungsreaktion beitragen. Denn in verarbeitetem Fleisch, raffiniertem Getreide und zuckerhaltigen Lebensmitteln finden sich viele entzündungsfördernde Substanzen wie Interleukin-6 oder freie Sauerstoffradikale. Gleichzeitig fehlen entzündungshemmende Antioxidantien und pflanzliche Mikronährstoffe, weil die Menschen oft zu wenig Obst und Gemüse essen.15)

Achtung: Schmerzen

Ein weiterer Grund auf entzündungshemmende Lebensmittel zu achten, sind Schmerzen. Häufig sorgen andauernde Entzündungen für chronische Beschwerden.16) Zahlreiche Studien belegen, dass die Schmerzen nachlassen, wenn Patienten vermehrt Lebensmittel mit vielen Antioxidantien essen. Besonders hervorzuheben sind außerdem Polyphenole. Diese entzündungshemmenden Stoffe können sogar bei rheumatischen Erkrankungen und Krankheiten des peripheren Nervensystems (Polyneuropathie) helfen.17)

Weitere Informationen findest du in unserem Artikel – „Was hat Ernährung mit Schmerzen zu tun?“

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3.2 Gesunde Ernährung (entzündungshemmend)

Mithilfe einer gesunden Ernährung kannst du deinen Körper bei der Heilung unterstützen. Zuvor entstandene Schäden können schneller und besser repariert werden. Dazu solltest du deinem Organismus ausreichend Antioxidantien, gesunde Fettsäuren und pflanzliche Mikronährstoffe zur Verfügung stellen.

Vegane Lebensmittel sind für eine entzündungshemmende Ernährung hervorragend geeignet.

Unter biologischem Anbau enthalten sie deutlich weniger Schadstoffe und andere schädliche Substanzen als die herkömmlichen Nahrungsmittel der westlichen Welt. Zudem fördern Obst, Gemüse, Nüsse und Getreide die folgenden Aspekte.

Antioxidantien schützen die Zellen

Die Aufnahme von Antioxidantien über die Nahrung, kann Entzündungen entgegenwirken, denn sie dienen als „Radikalfänger“. Während Sauerstoffradikale eine Entzündung anregen können, wirken die Antioxidantien diesem Prozess entgegen. Es gibt eine ganze Reihe antioxidativ wirkender Stoffe, die vor allem in Pflanzen zu finden sind.

Verschiedene Obst- und Gemüsesorten liegen auf einem Tisch. Zu sehen sind gesunde Karotten, Beeren, Äpfel, Spinat und Tomaten.

© Natasha Breen | shutterstock.com

  • Beeren enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe wie etwa Anthocyane, die antioxidativ und zellschützend wirken.
  • Carotinoide aus Paprika, Karotten und grünem Gemüse sind ebenfalls antioxidativ und stärken somit das Immunsystem.18)
  • Äpfel, Birnen und andere Obst oder Gemüsesorten enthalten Flavonoide. Sie können ebenfalls eine Wechselwirkung mit den Sauerstoffradikalen eingehen und somit deine Zellen vor Veränderungen schützen.19)

Weitere Antioxidantien sind Vitamin C, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole oder Allicin aus Knoblauch oder Lauch. Letzteres gilt als besonders stark und kann sogar eine krebshemmende Wirkung haben.20)

Gesunde Fettsäuren aus Pflanzen und Nüssen

Im Gegensatz zu entzündungsfördernden Fettsäuren wie der Arachidonsäure in Fleisch wirken Omega-3-Fettsäuren antientzündlich. Du findest sie vor allem in pflanzlichen Ölen sowie Nüssen und Kernen.21)

Auf einem Holztisch stehen verschiedene Fläschchen mit pflanzlichem Speiseöl. Ringsum liegen natürliche Kräuter.

© Valentina_G | shutterstock.com

  • Omega-3-Fettsäuren bilden entzündungshemmende Botenstoffe, die im Entzündungsprozess zur Signalübertragung der Zellen dienen und so dazu beitragen, Reparaturen schnell fertigzustellen.22)
  • Hierzu gehört auch die Alpha-Linolensäure, der „gesundheitliche, entzündungshemmende und gefäßerweiternde Effekte“ zugeschrieben werden.23)
  • Generell arbeiten Omega-3-Fettsäuren als Gegenspieler der zum Teil schädlichen Omega-6-Fettsäuren, indem sie auch die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe unterbinden. Dennoch sind beide Fettsäuren in einem ausgeglichenen Verhältnis für die gesunde Funktion des Körpers notwendig. Dieses Gleichgewicht kannst du mit einer veganen Ernährung einfacher erreichen, weil tierische Lebensmittel oft einen hohen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren haben.

Pflanzen- und Ballaststoffe für die Darmgesundheit

Um schädliche Fremdstoffe aus dem Körper fernzuhalten, ist auch die Darmgesundheit entscheidend. Eine gesunde Darmschleimhaut dient als Schutzbarriere vor unterschiedlichsten Schadstoffen. Diese Schutzbarriere und die daran beteiligten „guten“ Bakterien solltest du pflegen, um Entzündungen einzudämmen und Darmerkrankungen vorzubeugen.

Auf einem Tisch steht eine Schale voll zarter Haferflocken. Das Porridge ist garniert mit einigen Walnüssen, Mandeln sowie getrockneten Rosinen.

Ballaststoffe sorgen für einen gesunden Darm. Sie wirken antientzündlich und bringen viele Vorteile mit sich.

  • Ballaststoffe regulieren den Appetit, wodurch du automatisch weniger isst und Übergewicht vermeidest. Somit können unnötige Fettzellen verschwinden, die andernfalls entzündungsfördernde Stoffe produzieren würden.24)
  • Sie binden Schadstoffe, die anschließend beim Stuhlgang ausgeschieden werden.25) So verhinderst du, dass schädliche Fremdstoffe in deinen Körper gelangen und eine Entzündung auslösen.
Auf einem weißen Tisch stehen mehrere Gläser mit fermentierten Lebensmitteln. In den Einmachgläsern sieht man unter anderem Rotkraut, Sauerkraut, Spargel oder Karotten.

Fermentierte Nahrungsmittel wie Sauerkraut, eingelegtes Gemüse oder saure Gurken werden durch einen Gärungsprozess hergestellt. Dadurch bleiben die Lebensmittel länger haltbar und es bilden sich mehr sekundäre Pflanzenstoffe.

  • Fermentierte Nahrungsmittel sind probiotisch und fördern eine gesunde Darmflora. Das unterstützt dein Immunsystem und hält Schadstoffe aus deinem Körper fern.
  • Außerdem wirken solche Lebensmittel antioxidativ und somit entzündungshemmend.

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Weniger ist mehr

Dr. med. Petra Bracht hat bei vielen ihrer Patienten beobachtet, dass wichtige Entzündungsmarker wie C-reaktives-Protein durch das Intervallfasten schnell zurück in den Normalbereich fallen. Dazu gibt es Studien, die belegen, dass während des Intervallfastens die Vielfalt der Darmbakterien zunimmt. Die Darmflora funktioniert besser und kann selbst bei bestehenden Krankheiten die Heilung unterstützen.26)

Darüber hinaus kann dir das Intervallfasten helfen, spielend leicht auf eine schlanke Linie zu achten und ein gesundes Gewicht zu erreichen. Damit siehst du nicht nur gut aus, denn Fettzellen fördern ebenfalls Entzündungen. Durch das Intervallfasten kannst du sie reduzieren und gesund bleiben. Unsere Tipps zum Intervallfasten helfen dir dabei.

Fazit: Unsere Empfehlungen

Um die Reparaturprozesse der Entzündung zu unterstützen, solltest du vor allem vegane Nahrungsmittel zu dir nehmen.

  1. Greife am besten zu unverarbeiteten Lebensmitteln, die keine Zusatzstoffe enthalten.
  2. Achte auf einen biologischen Anbau, um andere schädliche Fremdstoffe zu vermeiden.
  3. Reduziere den Anteil von Fett in deiner Nahrung und verwende hauptsächlich pflanzliche Quellen mit vielen Omega-3-Fettsäuren.
  4. Unterstütze deine Darmgesundheit mithilfe von Ballaststoffen.
  5. Und nasche, so oft du möchtest, gesunde Beeren mit vielen Antioxidantien.

Was du außerdem alles essen kannst und wie du gesunde Lebensmittel am besten zubereitest, um Entzündung zu reduzieren oder ihnen vorzubeugen erfährst du in unserem Spezial-Artikel:

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Über diesen Artikel

Autorin:
Dr. med. Petra Bracht
Ärztin & Schmerzspezialistin

Mehr über die Autorin

Veröffentlicht am:
13.01.2022

Letzte Aktualisierung:
21.06.2022

Nächste geplante Aktualisierung:
28.02.2023

Quellen & Studien

Mehr über Entzündungen und gesunde Lebensmittel findest du hier:

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