Immunsystem stärken

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Immunsystem stärken – Das solltest du wissen, damit es dir gelingt

Autor: Roland Liebscher-Bracht >

Der trendige Ingwer-Shot, Knoblauch pur, die skandinavische Schwitzpartie in der Sauna, Sport in aller Herrgottsfrühe oder ein paar Vitamin-Präparate zum Kaffee – Tipps für ein starkes Immunsystem kursieren viele in den Medien.

Aber was braucht es wirklich und was nicht, um Grippe- oder Erkältungsviren den Garaus zu machen?

Direkt zu den Dos & Don´ts zur Stärkung deiner körpereigenen Abwehrkräfte gehts hiermit:

Immunsystem stärken – Tipps

Warum wir vom Immunsystem als biologisches Wunderwerk sprechen, liest du hier:

Immunsystem kennenlernen

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Ein Kind sitzt vor einem großen Teller Orangenscheiben und hat gerade beherzt in eine hineingebissen. Die Augen sind groß.

© Buchynska Julya | shutterstock.com

1. Das Immunsystem kennenlernen, um es zu stärken


Jede Sekunde dringen zahlreiche mikroskopisch kleine Organismen in deinen Körper ein – beim Atmen, Trinken, Essen und Küssen –, vor denen du gefeit sein solltest. Das ist der Job deines Immunsystems. Es

  • schützt dich vor Keimen wie Bakterien, Viren, Parasiten, Giftstoffen oder Pilzen und macht sie unschädlich,
  • erkennt die Erreger sowie Umwelt-Schadstoffe und wehrt sie ab und
  • zerstört körpereigene, jedoch fehlerhaft gewordene Zellen.

Die Reaktion des Immunsystems auf schadhafte Organismen und Stoffe nennt sich Immunantwort!

Dahinter steckt ein hochkomplexer Abwehrmechanismus aus bestimmten Zellen, Organen und Mikroben – einzelne Abwehrkräfte, die die Gesamtheit deines Immunsystems ausmachen. Denn von DEM EINEN Immunsystem zu sprechen, ist nicht ganz korrekt. Viel mehr unterteilt man es in zwei sich ergänzende Systeme mit diversen Immunantworten:

  1. das angeborene Immunsystem – das unspezifische genannt – und
  2. das adaptive, also erworbene Immunsystem – das sogenannte spezifische.

1.1 Das angeborene (unspezifische) Immunsystem – Kollateralschäden nicht ausgeschlossen

Bevor dein erworbenes Immunsystem aktiv wird, schaltet sich dein angeborenes Abwehrsystem ein – das unspezifische. Es heißt so, weil es Erreger allgemein abwehrt und alles angreift, was dem Körper fremd ist. Dieser Angriff kann dann schon mal „ausufern“ und zu Entzündungen, Eiterbildung oder Brandblasen führen.

Lerne jetzt die ersten mechanischen Barrieren kennen, die verhindern, dass fremde Substanzen überhaupt in die Tiefen deines Körpers eindringen können:

Die Haut, der äußere Verteidigungsmantel

Auf der Haut befindliche, sozusagen körpereigenen Antibiotika – antimikrobielle Peptide – töten krankmachende Angreifer ab. Schädliche Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien haben es somit schwerer, sich anzusiedeln und zu vermehren.1)

Die Schleimhäute – Fallen im Innern

Deine Schleimhäute im Atemtrakt, vor allem in Bronchien und Luftröhre, dienen dazu, Fremdstoffe abzufangen, unschädlich zu machen und auszuscheiden. Der Schleim wirkt nämlich antibakteriell. An ihm klebengebliebene „Eindringlinge“ vermischen sich im Mund mit Speichel, bevor du ihn herunterschluckst. Die ätzende Magensäure erledigt den Rest.2)

Ist die Schleimhaut gereizt (wie durch Rauchen, scharfes Essen, trockene Heizungsluft), helfen Reaktionen wie Husten, Niesen oder Schnupfen, die Fremdstoffe aus dem Körper hinauszukatapultieren. Das ist zum Beispiel typisch für eine Erkältung oder allergische Reaktion.

Darm gesund, Mensch gesund! – Die besondere Rolle des Darms

Der Darm bekommt in der Medizin und von Forschern immer mehr Aufmerksamkeit – richtig so! Denn sein Zustand hat weitreichende Auswirkungen auf dein Leben, deine körperliche und mentale Gesundheit, deine Gedanken, Emotionen, dein Verhalten und darauf, was für Entscheidungen du triffst.

Der Grund

Dünn- und Dickdarm haben eine Gesamtlänge von etwa sechs bis sieben Metern und eine Gesamtfläche von über 400 Quadratmetern – viel Platz für folgende Fakten:

Eine bauchfreie Frau hält einen Zettel mit einem lächelnden Smiley vor ihren Bauch.

© SizeSquares | shutterstock.com

✅ Dein Darm hat ein eigenes Nervensystem und über den Vagusnerv kommuniziert er direkt mit dem Gehirn. So kann dieser Nerv beruhigend und verdauungsanregend wirken.

✅ Über 90 Prozent des Glückshormons Serotonin wird im Darm produziert und an die Großhirnrinde übermittelt. Sie reguliert deine Emotionen und hemmt impulsives sowie aggressives Verhalten.

✅ Dünn- und Dickdarm sind der Schauplatz der Nahrungsaufnahme. Über sie gelangen die lebenswichtigen Nährstoffe in deinen Blutkreislauf und so in den ganzen Körper. Das beschert dir unter anderem Energie und fördert Heilungsprozesse.

✅ Eine Vielzahl an Enzymen, die deinen Stoffwechsel antreiben, und lebenswichtigen Vitaminen bilden sich hier.

✅ Und mit das Wichtigste: 80 Prozent deines Immunsystems sitzen genau dort – an den Innenseiten der Darmwände.

Sowohl körperliche als auch mentale Leiden können auf eine schlechte Darmgesundheit schließen lassen: Gerade Patienten mit depressiven Störungen leiden auffällig oft unter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt.3) 4)

Auf der körperlichen Ebene hängen Befindlichkeitsstörungen (Blähungen, Sodbrennen oder Völlegefühl), leichte Krankheiten (Erkältung, Infektionen, Entzündungen) sowie Angriffe auf eigene Körperzellen (Autoimmunerkrankungen, Krebs) insbesondere von der Zusammensetzung deines Mikrobioms im Darm ab.

Fazit: Happy gut, happy life – oder auf Deutsch: Geht es deinem Darm gut, geht es dir gut!

Das Mikrobiom – unerwünschte Darmbewohner?

Ganz im Gegenteil – Kognition, Verhalten, Stimmung und Gesundheit werden vor allem von einem beeinflusst: deinen Mikroben im Darm. Auch sie gibt es nämlich: die guten, gesundheitserhaltenden Bakterien. Ihre Gesamtheit bildet das Mikrobiom.

Mikroben machen tatsächlich 90 Prozent unserer Gesamt-Körperzellen aus, nur zehn Prozent sind wirklich unsere eigenen Körperzellen. Im Darm bilden sie die Darmflora. Mit ihrer Hilfe kann dein Körper nach der Verdauung erkennen und unterscheiden,

a) welche Nahrungsbestandteile harmlos sowie wichtige Nährstoffe sind und in den Blutkreislauf gelangen dürfen – und umgekehrt,

b) welche Bestandteile und Organismen als schadhaft und krankmachend gelten, daher also nicht ins gelangen dürfen. Diese Grenzkontrolle ist die Aufgabe des Mikrobioms.

Im unteren Dünndarm resorbiert dein Körper bereits Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe; im Dickdarm sind es gerade die Ballaststoffe, die deiner Flora als Nahrung dienen und damit für eine intakte Immunabwehr sorgen.5)

Deine Darmbakterien sind es auch, die mit dem Gehirn kommunizieren und deinem Immunsystem „Anweisungen“ geben, gesundheitsbedrohliche Substanzen zu vernichten. Umgekehrt dämpfen sie überschüssige Immunreaktionen.

So helfen deine Darmbewohner deinem Immunsystem und zusätzlich dabei, die „heikle Balance zwischen Entzündungen und Toleranz gegenüber Mikroben, Nahrungsbestandteilen und körpereigenem Gewebe zu meistern“.6)

Hilf deiner Darmgesundheit auf die Sprünge und lies im nächsten Kapitel nach, wie Gemüse, Obst, Früchte und Kräuter deinem Mikrobiom guttun!

Abwehrzellen: Willkommen in der Sicherheitsabteilung

Haben die mechanischen Barrieren Haut, Schleimhäute, Darm und Mikroben versagt, setzt dein Körper biochemische Waffen gegen gefährliche Erreger ein: Immunzellen! Mit ihnen ausgestattet wirst du bereits im Mutterleib, um schon vom ersten Moment deiner Geburt an fremde Organismen abwehren zu können. Das sind die weißen Blutkörperchen. Hervorzuhebende Immunzellen des angeborenen Immunsystems sind die Fresszellen und natürlichen Killerzellen. Wobei letztere eine besondere Rolle beim Abtöten körpereigener, veränderter Zellen – den Krebs – einnehmen.7)

1.2 Das erworbene (spezifische) Immunsystem – Profis der Immunreaktion

Das angeborene Immunsystem (das unspezifische) erkennt durch mechanische, biochemische Immunantworten Krankheitserreger aus der Umwelt ganz allgemein und wehrt sie ab. Dagegen sind deine erworbenen Abwehrkräfte (das spezifische Immunsystem) auf bestimmte Erreger spezialisiert. Sie sind das Sondereinsatzkommando, das sich seit deiner Geburt darin geübt hat, spezifische Viren und Bakterien zu bekämpfen. Geläufigste Beispiele: grippale Infekte und Erkältungen. Einmal einen Kampf gefochten, speichert sich das spezifische Immunsystem die Informationen. Es kann sie jederzeit abrufen, um neue Infos bereichern und sich anpassen. Gegen manche Krankheiten können wir sogar ein Leben lang immun werden – Masern und Windpocken beispielsweise.

Die Sondereinheiten nennen sich:8) 9)

  • Antikörper (B-Lymphozyten), die schädigende Substanzen und Eindringlinge neutralisieren, wobei diese zu Erregern passen müssen wie ein Schlüssel in ein Schlüsselloch.
  • T-Zellen aktivieren weitere Immunzellen, zerstören erkannte viren-infizierte Zellen oder Tumorzellen und können sich zu Gedächtniszellen entwickeln, um auf erneute Infektionen schneller reagieren zu können.
  • B-Zellen vermehren und wandeln sich um, um die Antikörper herzustellen. Auch sie können zu Gedächtniszellen werden.

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2. Dein Immunsystem stärken – Mit diesen Tipps machst du es richtig: die Dos & Don´ts


Muss ich wirklich in den scharfen Ingwer beißen oder mich saunatauglich nackig machen? Zeit zu erfahren, was dran ist an so vielen Ratschlägen von Medien, Freunden & Co. – jetzt: die Dos & Don´ts für dein Immunsystem!

2.1 Alles Gute für dein Immunsystem: die Dos

Fünf Tipps zum Liebgewinnen – was du auf natürliche Weise tun kannst, um deine körpereigene Abwehr auf Zack zu bringen!

Tipp #1: Hygiene – das A und O?!

Putzen, sprühen, desinfizieren und reinigen zählen spätestens seit Covid-19 zu jedermanns Alltags-Ritus. Klar: Er ist wichtig für einen verantwortungsvollen Umgang mit dir selbst, deinen Mitmenschen und deiner Umwelt. Dennoch solltest du es nicht übertreiben. Denn von einer total sterilen Umgebung kann sich die Abwehr nicht bilden: Wo keine Keime, da kein Lernstoff. Insbesondere für dein erworbenes Immunsystem. Woher sollen die Immunzellen dann wissen, ob Eindringlinge schädlich sind oder in friedlicher Absicht kommen?

Wie also umgehen mit Viren, Keimen und sonstigen Erregern? Die Antwort:

  1. Fasse dir nicht ins Gesicht! Achte mal im Alltag darauf und irgendwann lässt du es automatisch sein.
  2. Wasche dir regelmäßig die Hände mit Seife: nass machen, Seife tanken, gründlich von den Handflächen zu den Handrücken über die einzelnen Finger rubbeln und dabei die Zwischenräume, Fingernägel sowie das Handgelenk nicht aussparen. Mindestens 20 Sekunden lang. Das zerstört auch die Viren. Unter fließendem Wasser alles gut abwaschen und ordentlich abtrocknen.
  3. Verwende hautverträgliche Desinfektionsmittel.
  4. Und nicht vergessen: Hände ab und zu eincremen! Sonst wird die Haut trocken, rissig und kann aufplatzen. Das tut nicht nur weh, sondern schafft Krankheitserregern freien Zugang in den Blutkreislauf. Aufpassen! Zu viel Cremerei kann wiederum neue Keime und dergleichen herbeirufen, denn Fett ist ihr Metier.
  5. Hmmm, ein schönes heißes Bad vertreibt nicht nur Kummer und Sorgen, sondern auch Erkältungsviren und anderes mikrobisches Ungetüm. Sie mögen es nämlich gar nicht heiß. Wer keine Badewanne hat: Die Dusche tuts genauso gut wie eine Wärmflasche oder die gute alte Tasse Hagebutten-Tee von innen heraus!
  6. Achte aufs Raumklima und öffne die Fenster ab und zu mal: Beim regelmäßigen Lüften machen Bakterien und Keime einen Abflug und Sauerstoff erhält Einzug. Frische Luft weckt zudem die Sinne und nicht zuletzt beugst du trockenen Schleimhäuten vor.

Tipp #2: Erst schwitzen, dann Eisbaden – nur die Harten kommen in den Garten

Tatsächlich ist der Sprung ins Eisloch gleich nach der Schwitzpartie gar nicht so schlecht für deine Gesundheit. Der Grund:

  1. Vieles ist Gewöhnungssache, so auch Wärme und Kälte für den Körper.
  2. Von der heißen Sauna ins eiskalte Wasser – das ist zunächst Stress, allerdings guter, den der Körper kompensieren muss.
  3. Also fängt er an zu regulieren: Die Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung wird gefördert. Die Goodies: Nährstoffe und Immunzellen zirkulieren besser im Körper!
  4. Außerdem erhöht sich durch den Wechselreiz die Anzahl der Antikörper (Lymphozyten) im Blut – deine Ritter in weiß im Kampf gegen Krankheitserreger!10)

Das bewirken ebenso Wechselduschen am Morgen oder kalte Güsse à la Sebastian Kneipp. Praktisch, wenn keine Sauna, geschweige denn ein zugefrorener See hinterm Haus liegen.

Ganz wichtig: Zu unterschätzen sind das Schwitz- und Eisbad nicht; es ist schließlich ein Extremsport und kann deinen Kreislauf strapazieren! Für Anfänger gilt daher, sich schlaumachen und vom Arzt durchchecken lassen, bevors losgeht: Wichtige Punkte für ein gesundes Eisbaden.

Tipp #3: Sport bringt die Immunzellen auf Zack

Tägliche Bewegung besonders an der frischen Luft fördert deinen Stoffwechsel. Die Verdauung, Entgiftungsprozesse unter anderem in Nieren und Lunge sowie die Schweißdrüsen kommen auf Touren, sodass giftige Substanzen aus dem Körper leichter ausgeschieden werden können. Bewegung in der Sonne regt dazu noch die Vitamin-D-Synthese (Tipp fünf) an und ist eine wunderbare Methode, um Stresshormone (Cortisol) abzubauen. Zudem steht er in einer wechselseitigen Beziehung mit dem Immunsystem:11)

  • Das durch körperliche Aktivitäten ausgeschüttete Adrenalin erhöht die Ausbreitung der krebsvernichtenden natürlichen Killerzellen und kontrolliert das Tumorwachstum.12)
  • Killerzellen sind durch Sport veränderbar.13)
  • Sport setzt mehr entzündungshemmende Stoffe frei.14)
  • Es hemmt die Alterung des Immunsystems,
  • fördert die Regeneration von Muskeln, Organen und anderem Gewebe,
  • beeinflusst und unterdrückt degenerative Veränderungen des Nervensystems.
Eine Frau in Sportkleidung laesst sich ueber einen blauen Fitness-Ball lustlos haengen.

Sei kein Muffel,

sondern lass dich von unserer Gitte motivieren.

Beweg dich mehr

Tipp #4: Schlafen hält gesund – Dornröschen muss es wissen …

… denn sie lebt bis heute! Was allgemein bekannt ist, unterstützen jetzt auch wissenschaftliche Studien: Schlafen stärkt das Immunsystem.

Eine Frau ist ohne Schmerzen aufgewacht, sitzt auf ihrem Bett und streckt sich morgens dem Fenster zugewandt.

Schmerzfrei aufwachen

Reparaturen schlafend in Gang bringen.

Lies diese 6 Tipps

Daher unser Tipp: Gönne dir mindestens sechs, besser acht Stunden Schlaf.

In den Ruhephasen und bei Entspannung stockt dein Körper wieder seine Reserven auf, kann sich im Krankheitsfall ganz auf die Abwehr konzentrieren und auch sonstige Heilungsprozesse abschließen. Gerade im Tiefschlaf wird eine Form der Abfallbeseitigung aktiv, die das Gehirn von solchen toxischen Stoffen befreit, die für Alzheimer und andere neurologische Erkrankungen verantwortlich sind.15)

Also wer jetzt nicht in die Schlafkoje will oder kann: Kalte Güsse (siehe Eisbad-Tipp) helfen auch bei Schlaf-Problemen!

Tipp #5: Ernährung – glücklicher Darm, glückliches Leben: Iss so!

Hach, da sind wir im ersten Kapitel so detailliert auf den Darm eingegangen, aber haben die Ernährung noch gar nicht ins Visier genommen. Du fragst dich bestimmt schon: „Wo bleibt diese vor Vitaminen nur so triefende Orange? Das ist es doch, was mir immer alle gegen Erkältung raten: Vitamin C bis zum Abwinken!“ Wir verraten dir jetzt, warum dieses „hohe C“ nur den Bruchteil eines gut funktionierenden Immunsystems ausmacht und was du besser noch alles Nährstoffreiches essen solltest.

Weil Ernährung so ein riesiges Feld ist, die wichtigsten Infos von uns vorab: Ernähre dich

  1. überwiegend pflanzlich und meide tierische Produkte,
  2. nicht ständig, sondern mit mehrstündigen Pausen und
  3. vor allem mit Produkten aus biologischem Anbau.

Kein Fisch, keine Milchprodukte und erst recht kein Fleisch – Warum vegan?

Tierische Lebensmittel schwächen deine Immunabwehr, denn sie

  • liefern dem Organismus kaum Nährstoffe,
  • verweilen bis zu sechs Tage im Verdauungstrakt, hindern ihn an seiner Arbeit und rauben dem Körper auf diese Weise Energie.
  • Außerdem triggern Fleisch, Fisch, Käse & Co. Entzündungen.16)

Vorteile und Effekte pflanzlicher Kost

Dagegen liefert dir die bunte Palette an frischen Früchten, Gemüse, Sprossen, Nüssen, Kräutern und Hülsenfrüchten wertvolle Nährstoffe zur Immunstärkung: Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Eine solche ausgewogene Ernährung bringt ihre Effekte mit sich:

Der Darm braucht maximal 24 Stunden, um alle Nährstoffe aus Pflanzenkost zu absorbieren, was ihn wiederum weniger belastet und dir viel Energie bringt.

Eine junge Frau hält viel Gemüse in ihren Händen und schaut zufrieden aus

Vegan ganz einfach

Pflanzenkost fördert die Gesundheit.

So gehts

Auch bei einer Umstellung von tierischer auf pflanzliche Nahrung stellt sich innerhalb eines Tages bereits das Darmmikrobiom um. Essen im Intervall beschleunigt sogar den Neuaufbau der Darmflora. Die Anzahl der guten, entzündungsheilenden und reparierenden Bakterien nimmt zu, genauso wie die Artenvielfalt.17) 18)

Zu diesen Ergebnissen kommen zahlreiche Studien: Eine mindestens vegetarische Kost mit wenig Fett verbessert die Darmflora, senkt das Körpergewicht und kann sogar das Leben verlängern!19) 20)

Merke: Gerade Ballaststoffe sind ideales Futter für deine Darmbakterien! Im Besonderen gewonnen aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten (wie Linsen) stärken sie die Darmflora. Dann arbeitet deine Körperabwehr umso besser.

Neben Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten stehen an Vitaminen die der Gruppen D, E und natürlich C im Fokus der Immunstärkung:

  • Das durch Sonnenlicht in Eigensynthese gebildete Vitamin D3 schützt dich vor Knochenkrankheiten und senkt das Risiko für Dickdarmkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu geht man davon aus, dass es bei Diabetes, Demenz sowie MS eine Rolle spielt. Pflanzliches Vitamin D erhältst du unter anderem mit dem Verzehr von Pilzen. Früherkennung ist Vorsorge: Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel solltest du im Blick haben.
  • An einem Strang ziehen die E- und C-Vitamine. Diese bedeutendsten Antioxidantien kämpfen gegen freie Radikale im Körper. Das sind Stoffwechsel-Produkte („Abfallstoffe“), die großen Schaden an deinen Körperzellen anrichten, somit Krankheiten fördern und den Alterungsprozess beschleunigen können. Nicht umsonst nahm daher James Cook Sauerkraut in Massen mit auf seine Schiffsreisen. Das darin – sowie in Zitrusfrüchten – enthaltene Vitamin C schützte ihn und seine Mannschaft vor der Vitaminmangelkrankheit Skorbut. Denn Vitamin C ist grundlegend für die Zahngesundheit, Neubildung von Knochen und Knorpel, Narbenbildung sowie Wundheilung.
  • Nüsseknacken ist nicht nur gut für die Muckis, sondern auch gegen Schwermetalle, Medikamente und Luftschadstoffe. In Nüssen, Samen und Ölen befinden sich E-Vitamine, die zudem die für die Stimulanz, also Aktivierung und Stärkung des Immunsystems wichtigen Carotinoide schützen. Der bekannteste Vertreter dieses sekundären Pflanzenstoffs ist das Beta-Carotin. Du kennst es mit Sicherheit aus der Karotte und anderen quietsche gelb-orangen Lebensmitteln wie Paprika oder Aprikosen.

Hand in Hand mit den Vitaminen gehen viele Spurenelemente.

  • So schützen Vitamin E und das Spurenelement Selen gemeinsam die Zellen vor oxidativen Schäden. Das entlastet auch dein Immunsystem. Der Selengehalt in pflanzlichen Lebensmitteln hängt vom Nährstoffgehalt des Bodens ab. Potenziell reich an Selen kann Zwiebel- sowie Kohlgemüse sein. Spitzenreiter im Selen-Gehalt sind allerdings Nüsse (insbesondere die Paranuss), Samen und Pilze (vor allem Steinpilze).
  • Ein erhöhtes Risiko für Infekte, eine gestörte Wundheilung und schwache Immunität können auch auf einen Zink-Mangel zurückzuführen sein. Deutlich hoch liegt der Gehalt an Zink in Vollkornprodukten, da es in den Randschichten des Getreidekorns sitzt, sowie in Ölsaaten wie Kürbiskernen und Leinsamen.
  • Und auch Eisen sowie Kupfer sind wichtige Spurenelemente für deine Immunabwehr. Tierisches Eisen ist in seiner Form dem Körper leichter verfügbar als das Eisen aus pflanzlicher Nahrung. Aber Vitamin C ist ein Förderer der Eisenaufnahme. Daher sollten pflanzliche, eisenhaltige Lebensmittel mit Obst und Gemüse kombiniert werden, das Vitamin C enthält. Eisen bekommst du zum Beispiel über Sesamsamen und Haferflocken. Lust auf ein fruchtiges Porridge? Das bietet sich ja jetzt an.
  • Eine der vielen Funktionen von Kupfer ist die als Antioxidans. Es wirkt zellschützend und ist weiterhin für die Bildung von Melanin verantwortlich. Das sorgt für die Pigmentierung der Haut. Und die Haut ist schließlich eine Barriere zum Schutz vor Bakterien und Pilzen. Melanin als ein klebriges Element kann diese Mikroben abfangen. Kupfer bekommst du wunderbar über Vollgetreide oder rohen Kakao.

Kürbiskerne, Karotten, Weißkohl, Hafer & Co. findest du auch in unserer kostenfreien Liste an Superfoods und noch viel mehr heim(l)ische Immun-Booster. Warum heimlich? Von einigen heimischen Lebensmitteln wie der Hagebutte hättest du bestimmt nicht gedacht, dass sie bei Weitem mehr Nährstoffe enthalten als ihr exotisches Pendant!

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Biologisch angebaute Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel – Darum solltest du sie zu dir nehmen!

Vitamin-Präparate, um Nährstoffe zu supplementieren, ist in der Fachwelt heiß diskutiert. Doch dem liegt meist zugrunde, dass viele handelsübliche Nahrungsergänzungsmittel eine schlechte Zusammensetzung an minderwertigen und nicht aktivierten Rohstoffen aufweisen. Ebenso sind die Dosierungs-Angaben aus medizinischer Sicht meist inkorrekt.

Auf einem grünen Hintergrund liegt ein Gläschen mit Vitamin D Präparaten. Einige fallen durch die Öffnung und liegen verbreitet da.

Wir liefern dir darum sechs Gründe für die Einnahme von hochwertigen Bio-Präparaten:

  1. Konventioneller Anbau mit Pestiziden und Düngemittel,
  2. Schadstoffe in der Umwelt (Ozon),
  3. die industrielle Weiterverarbeitung,
  4. der Transport und die Lagerung sowie
  5. die oftmals zu heiße, fettige und zuckerreiche Zubereitung

belasten die Nahrung und rauben ihr die wertvollen Nährstoffe. Das kostet dich zunehmend Mineralien, Vitamine und Spurenelemente!

Speziell zum Vitamin D muss sogar gesagt werden – und damit sind wir beim sechsten Grund –, dass es von der Sonne zwar am besten gebildet wird. Allerdings halten sich viele Menschen aufgrund von Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie geografischer Lage zu bestimmten Jahreszeiten viel zu wenig im Sonnenlicht auf. Vitamin D kann sich nicht ausreichend bilden, weshalb eine Supplementierung von Vitamin D3 zusammen mit K2 ratsam ist. Denn Vitamin K2 macht Vitamin D3 für den Körper erst nutzbar.

In einer aktivierten Form und der richtigen Dosierung bei einer regelmäßigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kannst du deinem Organismus durchaus etwas Gutes tun und deine Abwehrkräfte stärken.

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2.2 Alles, was schlecht ist für dein Immunsystem:
die Don´ts

  • Warum für Raucher scheinbar harmlose Infektionskrankheiten öfter als für Nicht-Raucher tödlich verlaufen,
  • Medikamente dein mikrobisches Immunsystem im Darm nur belasten,
  • Stress die Infektanfälligkeit erhöht und
  • Alkohol die Immunzellen unterdrückt,

erfährst du hier!

Tipp #6: Finger weg vom Alkohol

In kleinen Mengen ja und auch nur zu besonderen Anlässen, ansonsten nein – so sollte es sein. Alkohol ist und bleibt ein Genuss-Mittel allen „ein-Glas-Rotwein-am-Tag-Befürwortern“ zum Trotz.

Überhöhter Alkoholkonsum hat Folgen für die eigene Gesundheit und das Sozialverhalten. Es richtet vor allem in der Leber und im Herzmuskel große Schäden an. Wenn die Leber nämlich damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen, ist – Studien zufolge – dein Körper daran gehindert, Abwehrzellen zu produzieren.

Trink mehr Flüssigkeiten wie Wasser und Tee über den Tag verteilt! Das hält auch deine Schleimhäute schön feucht und Tees mit Heilpflanzen wie Salbei, Efeu oder Hagebutte verleihen deinem Körper extra Stärkung gegen Erkältungsviren und sonstige Erreger.

Tipp #7: Besser nicht – Rauchen

Es gibt auch die giftigen sekundären Pflanzenstoffe wie das Nikotin. Das Rauchen von Tabak fördert nämlich Krebs – Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Beispiel! Das ist längst erwiesen, aber viel leichter können Raucher im Gegensatz zu Nicht-Rauchern an Infekten, Entzündungen oder Atemwegsproblemen (zum Beispiel Pneunomie oder chronische Bronchitis) erkranken.21) Der Grund: Der blaue Dunst schwächt das Immunsystem, weil er die Funktion der Schleimhäute stört.

Dieses Abwehrsystem kommt bei Rauchern zum Erliegen – und das für sieben bis acht Stunden pro Zigarette! Das beutetet: Krankheitserreger haben quasi freie Bahn in das Körper-Innere und die Immunantwort ist:

*Hust, räusper, ächz* – starker Raucher-Husten! Der grüßt ja so manch einen (Bett-)Nachbarn, wenn der Morgen graut. Denn nachts konnte das Reinigungs-System der Atemwege wieder hochfahren und die Bronchien vermehrt Schleim bilden, um die Fremdstoffe abzufangen. Der teils heftige bronchiale Husten unterstützt dabei, den schadstoffbelasteten Schleim abzutransportieren – übrigens auch bei grippalen Infekten.

Husten ist ein gutes Zeichen dafür, dass der Körper die Schadstoffe entsorgen will. Ein Warnsignal ist er dennoch – spätestens wenn Atemnot herrscht!

Tipp #8: Kein Muss – dieser Stress

Chronischer Stress beeinträchtig den Stoffwechsel. Er führt dazu, dass Stresshormone wie Noradrenalin und Cortisol Zellverbindungen lösen, damit der Körper während einer „Bedrohung“ mehr Energie aufnehmen kann. Gleichzeitig läuft die Zellteilung für Heilungsprozesse aber langsamer ab und Infekte verbreiten sich schneller. Doppelt schlecht ist das, wenn ein ungesundes Ernährungsverhalten (viel Zucker, Fett, Alkohol) auch noch die Fäulnisbakterien statt der guten im Darm fördert.

Daher versuchs doch mal mit ein bisschen mehr Entspannung (Tipp vier), Bewegung (Tipp drei) und Pranayama: Das ist eine Entspannungstechnik aus dem Yoga, bei dem sich Atem und Geist durch eine kontrollierte Atmung verbinden. Das ruft die Stresshormone zurück, bringt dir Ruhe und ermöglicht dir, die Dinge neutraler zu betrachten, was dich im Übrigen wiederum effizienter arbeiten lässt!

Tipp #9: Schnelle Hilfe mit Medikamenten?!

Bloß nicht. Die erste Wahl sollten Medikamente nie sein, weil sie nämlich die Darmbakterien angreifen und die Produktion der Fäulnisbakterien ankurbeln. Und du erinnerst dich: 80 Prozent des Immunsystems sitzen im Darm!

So nahmen Forscher über eintausend Medikamente unter die Lupe – darunter Medizin gegen Sodbrennen, Magenschleimhautentzündungen sowie Antipsychotika –, von denen fast ein Viertel das Wachstum der Bakterienstämme hemmt.22) Deutlich stärker von Nachteil ist die Einnahme von Antibiotika. Diese Mittel können sogar einige Bakterienarten für immer auslöschen und Resistenzen hervorrufen, sodass gegen manche Krankheitserreger nur schwer was auszurichten ist.23)

Dagegen ist roher Knoblauch wie in Tzatziki oder Hummus ein natürliches Antibiotikum und bietet dir jede Menge Antioxidantien, die ganz tolle Effekte gegen Erkältungsviren mit sich bringen – ein tolles Hausmittel!

Über diesen Artikel

Autorin:
Dr. med. Petra Bracht
Ärztin & Schmerzspezialistin

Mehr über die Autorin

Veröffentlicht am:
12.04.2021

Letzte Aktualisierung:
03.11.2021

Nächste geplante Aktualisierung:
06.10.2021

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