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Wie wirkt sich Übergewicht auf Schmerzen aus?

Dr. med. Petra Bracht

Ärztin & Schmerzspezialistin

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„Wie viel wiegst du eigentlich?“ – „Sowas fragt man doch nicht!“ In unserer Gesellschaft ist die Frage nach dem Körpergewicht unbeliebt. Der Besuch beim Arzt bildet eine Ausnahme.

Bei ihren Untersuchungen erkundigen sich Mediziner nach dem Gewicht, weil es angeblich für viele Krankheiten und Schmerzen eine wichtige Rolle spielt. Willst du wissen, ob das wirklich so ist? Dann lies einfach weiter oder klicke auf die folgenden Fragen, um eine schnelle Antwort zu erhalten.

Das Wichtigste vorab: Übergewicht steht im Verdacht, für Entzündungen zu sorgen und durch mechanische Belastung oft Schmerzen zu verursachen.1) Das ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit, denn häufig entstehen Schmerzen und Krankheiten bei Übergewicht durch unausgewogene Bewegungen und ungünstige Ernährung. Mit diesem Wissen kannst du ab jetzt selbst gegen deine Beschwerden vorgehen.

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Eine Frau mit Übergewicht kniet auf einer Wiese und macht Übungen für mehr Beweglichkeit.

© Komarova Julia | shutterstock.com

1. Wann ist man übergewichtig?


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Übergewicht mit dem Körpermasseindex.2) Vielleicht hast du davon schon gehört? Viele Menschen verwenden dafür den englischen Namen „Body-Mass-Index“ (BMI).

Liegt dein BMI bei 25, hast du bereits leichtes Übergewicht.

Du kannst deinen BMI selbst ermitteln. In der Grafik findest du eine einfache Anleitung. 

Diese Grafik beschreibt die einzelnen Schritte zur Berechnung des Body-Mass-Index (BMI). Stelle dich zuerst auf eine Waage. Messe anschließend, wie groß du bist. Nun kannst du deinen BMI mit dieser Formel berechnen: Gewicht in kg ÷ (Größe in m × Größe in m). Das Normalgewicht liegt im Bereich zwischen 18,5 und 25. Die Werte darunter signalisieren Untergewicht und die Werte darüber Übergewicht.

Hier noch ein paar Tipps für ein genaues Ergebnis:

  • Ziehe deine Kleidung aus, damit ihr zusätzliches Gewicht das Ergebnis nicht verfälscht.
  • Verzichte beim Messen auf deine Schuhe, denn die Sohle fügt oft ein paar Zentimeter hinzu.

Wie du siehst, berücksichtigt der Body-Mass-Index nicht nur dein Gewicht, sondern setzt es ins Verhältnis zur Größe. Allein der Blick auf die Waage reicht also nicht, um festzustellen, ob du übergewichtig bist. Die Körpergröße spielt eine wichtige Rolle bei der Verteilung der Körpermasse. Mit diesem einfachen Beispiel kannst du dir merken, wie man den BMI berechnet:

Wenn eine Person 100 kg wiegt und 2 m groß ist, hat sie einen BMI von 25 kg/m².

Ab einem Body-Mass-Index von 30 kg/m² sprechen Ärzte von Adipositas oder Fettleibigkeit. Je höher das Ergebnis ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Schmerzen und andere gesundheitliche Probleme.

Der BMI-Wert gilt nur für Erwachsene. Für Kinder und Jugendliche gibt es keinen einheitlichen Grenzwert, weil sich bei ihnen das Verhältnis von Größe zu Gewicht ständig ändert.3)

2. Ursachen für Schmerz und Krankheit bei Übergewicht


Viele Studien zeigen einen statistischen Bezug zwischen Schmerzen und Übergewicht. Daraus lässt sich erkennen, dass Menschen mit Übergewicht häufiger unter Schmerzen leiden als Normalgewichtige.4)5) Trotzdem konnten zahlreiche Untersuchungen bislang keine eindeutige Erklärung dafür finden.

Deshalb gehen viele Mediziner davon aus, dass der Zusammenhang zwischen Schmerzen und Übergewicht von unterschiedlichen Faktoren abhängt. Dazu zählen vor allem:

  • veränderte und eingeschränkte Bewegungsmuster,
  • körperliche Anpassungen,
  • ernährungsbedingte Stoffwechselprozesse.6)
Eine Frau mit Übergewicht sitzt in Unterwäsche auf ihrem Bett und meditiert.

© Olena Yakobchuk | shutterstock.com

Welcher dieser Aspekte den Schmerz- und Krankheitszustand besonders beeinflusst, kann bei jedem Menschen unterschiedlich ausfallen. Jedoch konnten wir in über 30 Jahren intensiver Forschung feststellen, dass die häufigste Ursache für Schmerzen eine zu hohe Spannung der Muskeln und Faszien ist. Nun haben Menschen mit Übergewicht im Alltag oft ähnliche Bewegungsmuster, welche diese hohen Spannungen erzeugen können. Deshalb sehen wir darin die tatsächliche Begründung für die häufigen Beschwerden in der Statistik.

2.1 Biomechanik: Führt hohes Gewicht zu Schmerzen?

Um die Schmerzen bei Übergewicht zu erklären, nutzen viele Mediziner eine einfache Argumentation. Ihre Vermutung (Hypothese) ist, dass hohes Gewicht die Muskeln und Gelenke übermäßig belastet. Dadurch sollen Rücken, Hüfte oder Knie beschädigt werden.7)

Der menschliche Körper und seine Gelenke sind allerdings bestens konstruiert, um Kraft zu übertragen. Daher können sie auch ein höheres Gewicht tragen. Das Übergewicht hat nur indirekt Einfluss auf die Entstehung von Schmerzen.

Wenn du ein paar Kilos zu viel hast, aber ausgleichende Bewegungsübungen machst und einige grundlegende Ernährungstipps beachtest, kannst du deine Beschwerden selbst besiegen.

Anhand der folgenden zwei Beispiele zu Arthrose und Rückenschmerzen kannst du den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Schmerzen einfach nachvollziehen. 

Arthrose: schmerzende Knie bei Übergewicht

Laut Statistik haben Menschen, die an Übergewicht oder Fettleibigkeit leiden, häufiger Arthrose. Daher herrscht in der Medizin die weitverbreitete Theorie, dass starkes Übergewicht zu einer schnelleren Abnutzung der Gelenke führt.8) 

Untersuchungen zeigen beispielsweise eine Verbindung zwischen einem hohen Body-Mass-Index (BMI) und einer stärkeren Schädigung des Gelenkknorpels im Knie.9) Der statistische Zusammenhang ist als Erklärung der Ursache jedoch ungenügend und sehr vereinfacht. 

Im Video erfährst du von Roland, wie sich Übergewicht auf Arthrose auswirkt. Er erklärt dir, welche Faktoren neben deinem Körpergewicht noch entscheidend sind.

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Oft wird in Studien auf die überdurchschnittlichen Fälle von Arthrose bei Übergewicht und Fettleibigkeit hingewiesen. Aus dieser Statistik einen Zusammenhang herzustellen, stellt eine zu einfache Sichtweise auf das Problem dar. Denn Wissenschaftler lassen dabei die vielen Menschen außer acht, die zwar Übergewicht, aber keine Arthrose haben.

Außerdem geht es bei dieser Argumentation meist um Gonarthrose im Knie oder eine Coxarthrose in der Hüfte. Genau genommen lastet das meiste Gewicht bei uns Menschen jedoch auf den Füßen. Falls das höhere Körpergewicht einen größeren Gelenkdruck verursachen sollte, müssten vor allem die Sprunggelenke unter Arthrose leiden. Sie sind jedoch nur selten betroffen.10)

Rückenschmerzen: ein anderer Schwerpunkt

Hohes Gewicht wird oft als Ursache für Rückenschmerzen verantwortlich gemacht. Die Begründung lautet: 

  • Wer übergewichtig oder fettleibig ist, hat meist einen großen Bauch. 
  • Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt des Körpers nach vorne und führt zu Rückenschmerzen. 

Diese Erklärung ist jedoch stark vereinfacht. Meist liegt der wahre Grund für Rückenschmerzen in zu hohen Spannungen der Muskeln und Faszien. Wie es dazu kommt und welchen Einfluss deine Körperhaltung hat, erklärt Roland im Video.

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Wenn du gerade stehst, sollte bei einer optimalen Gewichtsverteilung dein Schwerpunkt genau in der Wirbelsäule liegen. In einer anderen Körperhaltung oder bei Bewegung kann er sich natürlich verschieben. Bei Übergewicht liegt der Schwerpunkt jedoch davor, sodass dich die Erdanziehungskraft nach vorne zieht. Um aufrecht zu stehen und diese Wirkung auszugleichen, ziehen deine Rückenstrecker-Muskeln kräftig nach hinten.

Technisch gesprochen, lässt sich der Abstand von der Wirbelsäule zum Schwerpunkt des Körpers als Hebelarm bezeichnen. Wenn du die Erdanziehungskraft mit dem Hebel multipliziert, ergibt sich daraus ein Drehmoment.

„Dieses Drehmoment zieht den Körper nach vorne beziehungsweise will ihn beugen. Die Rückenstrecker bauen ein Drehmoment nach hinten auf und gleichen so den Zug nach vorne aus.“11)

Nun kann die dauerhafte Belastung der Rückenstrecker für akute Rückenschmerzen sorgen. Die Muskeln sind überlastet und brennen. 

Wenn du dich hinsetzt oder ausruhst, verschiebt sich dein Schwerpunkt.

  • Die Muskeln entspannen sich wieder.
  • Nach wenigen Minuten ist der Schmerz meistens weg. 

Daher gewöhnen es sich viele Übergewichtige an, weniger zu stehen. Häufiges Sitzen und mangelnde Bewegung können jedoch dazu führen, dass die Muskeln und Faszien unnachgiebig werden. Das ebnet den Weg zu weiteren Beschwerden und dauerhaften Rückenschmerzen.

Eine schlanke und eine leicht übergewichtige Frau machen gemeinsame Bewegungsübungen.

© Komarova Julia | shutterstock.com

Flexible Bewegungen fallen vielen Übergewichtigen zunehmend schwer.

Um sich zu schonen, gewöhnen sich Betroffene oft andere Körperhaltungen an12) und entwickeln einen eigenen Bewegungsrhythmus.13) Häufiges Sitzen und mangelnde Bewegung ebnen jedoch den Weg zu dauerhaften Beschwerden.

Wenn du die möglichen Bewegungswinkel deines Körpers und der Gelenke zu wenig nutzt, werden deine Muskeln nicht ausreichend gedehnt. Ohne ausgleichende Bewegungen können sie „verkürzen“. Gleichzeitig leidet das elastische Bindegewebe (Faszie), das deine Muskeln umgibt. Wegen der mangelnden Bewegung fließt weniger Zwischenzellflüssigkeit und die Struktur der Faszien verändert sich, so als würde sie „verkleben“.

Wer viel sitzt, hat oft die Beine angewinkelt.

  • Die Wadenmuskeln, der Hüftbeuger und die Bauchmuskulatur sind kürzer als im Stehen.
  • Das Gewebe passt sich auf Dauer an diese Haltung an.
  • Muskeln und Faszien werden unnachgiebig.
  • Um aufzustehen, müssen die verkürzten Muskeln und Faszien auf Länge gebracht werden.
  • Dazu muss die entgegengesetzte Muskulatur immer mehr Kraft aufbringen.

Je mehr du dich schonst, desto größer werden die Spannungskräfte.

Sobald diese Spannungen so hoch sind, dass sie andere Strukturen des Körpers beschädigen könnten, spürst du einen alarmierenden Schmerz. Das Gehirn sendet einen sogenannten „Alarmschmerz“ an die betroffene Stelle, um dich vor weiteren Belastungen zu warnen. Der Schmerz hat damit eine positive Funktion: Du bewegst dich langsamer und dein überspanntes Gewebe gibt allmählich nach. So kannst du Verletzungen vermeiden.

Da du nun die Zusammenhänge und die Bedeutung der Schmerzen kennst, wirst du sie als Warnsignal erkennen. Es zeigt dir, dass du deine Muskeln und Faszien pflegen solltest. Mit den Übungen im letzten Kapitel lernst du, wie das geht. So kannst du trotz Übergewicht schmerzfrei werden, auch ohne zunächst deine Ernährung umzustellen.

Vergiss aber bitte nicht, dass ungünstige Ernährungsgewohnheiten deine Schmerzen dennoch beeinflussen können. Außerdem führen sie oft zu anderen Krankheiten. Im folgenden Abschnitt erfährst du daher, wie Entzündungen, Übersäuerung und Diabetes bei Übergewicht entstehen und deine Beschwerden verschlimmern können.

2.2 Ernährungsbedingte Einflüsse: Steigendes Übergewicht und weitere Erkrankungen

Große Fettpolster vorne am Bauch führen nicht nur zu einem ungünstigen Schwerpunkt und Rückenschmerzen. Wenn sich dein Bauch deutlich vorwölbt, ist meist zu viel Eingeweidefett (Viszeralfett) vorhanden. Es liegt unter der Bauchmuskulatur und lagert sich um die inneren Organe an.

Die Grafik zeigt eine Frau. In einer kleinen Detailskizze ist ihr Bauch vergrößert dargestellt. Darin sieht man, wie dieser Bereich des Körpers unterteilt ist. In der Bauchhöhle befindet sich das Viszeralfett, das durch die Bauchmuskulatur vom Unterhautfettgewebe getrennt wird.

Anders als das Unterhautfettgewebe ist das innere Bauchfett sehr stoffwechselaktiv. Deshalb kann es besonders gesundheitsschädigend sein und auch dein Hungergefühl beeinflussen.

  • Viszeralfett kann Fette (Triglyceride) ans Blut abgeben.
  • Es erzeugt den Botenstoff Interleukin-6, der in hohen Mengen Entzündungsvorgänge im Körper fördert.
  • Außerdem wird im inneren Bauchfett das Sättigungshormon Leptin produziert.

Sind nach einer Mahlzeit die Fettspeicher des Körpers gut gefüllt, wird Leptin ausgeschüttet. Über das Blut gelangt es schnell ins Gehirn und teilt mit, dass die Energiespeicher voll sind. Dann spürst du normalerweise ein wohliges Sättigungsgefühl.

Leider führen heutzutage stark verarbeitete Fertiggerichte, Fast Food und Softdrinks dazu, dass mehr Insulin ausgeschüttet wird. Diese Nahrungsmittel haben viele Kalorien, die dein Körper verbrennen muss und erhöhen so den Insulinspiegel. Dadurch kann dein Gehirn das Sättigungshormon Leptin nicht mehr erkennen. Das Hungergefühl nimmt kein Ende, obwohl du eigentlich satt sein müsstest.

Mehr Insulin durch Zucker, Fett und Eiweiß

Viele Menschen wissen bereits, dass ihr Insulinspiegel durch Zucker ansteigt. Das Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet, wenn wir zuckerhaltige Lebensmittel konsumieren. Fette aus der Nahrung blockieren die Verwendung von Insulin in den Zellen, sodass der Insulinspiegel weiter steigen kann. Außerdem sorgt Eiweiß (Protein) in hoher Konzentration wie in Fleisch oder Quark für einen unverhältnismäßig hohen Insulinanstieg.14)

Wegen ihrer Zusammensetzung sind viele der heutigen Nahrungsmittel stark mit Übergewicht und Schmerzen verbunden. Nicht nur, dass einige Menschen zu viel essen. Das andauernde Hungergefühl hält viele davon ab, sich ausreichend zu bewegen und fördert damit die Entstehung von Schmerzen.

Im Video erfährst du von Petra, welchen Einfluss zunehmende Fettzellen und Übergewicht auf deine Gesundheit haben.

Darüber hinaus entstehen Schmerzen oft durch ungünstige Ernährung, denn viele der modernen Nahrungsmittel können unterschiedliche Beschwerden und Krankheiten begünstigen.

Entzündungen

Neben dem Botenstoff Interleukin 6, der im Eingeweidefett produziert wird, fördern tierische Nahrungsmittel den Entzündungsprozess. Außerdem regt Arachidonsäure den Körper dazu an, entzündungsfördernde Botenstoffe zu bilden. Sie ist nur in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Fisch oder Milchprodukten vorhanden. Daher hilft es bei entzündlichen Autoimmunerkrankungen oder Rheuma, tierische Produkte in deinem Speiseplan zu reduzieren und am besten ganz wegzulassen.

Fleisch enthält insgesamt mehr entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren als pflanzliche Lebensmittel. Diese können Thrombosen und Entzündungen begünstigen.15) Um ihren negativen Effekt zu minimieren, solltest du im Gegenzug Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Quellen wie Raps-, Walnuss- oder Leinöl konsumieren.

Ein Mann hält ein großes Stück Fleisch und schneidet mit einem Messer dicke Scheiben davon ab.

© bitt24 | shutterstock.com

Übersäuerung

Wenn du über die Nahrung schwefelhaltige Aminosäuren und phosphorhaltige Verbindungen aufnimmst, muss dein Körper diese verstoffwechseln und ausscheiden. Andernfalls gerät der Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht und es kommt nicht selten zu einer latenten Azidose (Übersäuerung).

Heutzutage befinden sich diese Stoffe in einer Vielzahl verarbeiteter Lebensmittel. Phosphorsäure kommt zum Beispiel oft als Zusatz in Schmelzkäse oder Cola-Getränken vor. Schwefelhaltige Aminosäuren sind in großen Mengen in tierischen Eiweißen enthalten.

Während deine Nieren dauerhaft Säuren ausscheiden, können bei hoher Beanspruchung auch die Knochen und Faszien zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts beitragen. Zunächst benötigt der Körper dazu Kalzium. Indem es deinen Knochen entzogen wird, kann eine chronische Übersäuerung auch zu Osteoporose führen.

  • Bei andauernder Belastung des Säure-Basen-Haushalts sinkt anschließend die Wasserbindungsfähigkeit im Bindegewebe.
  • Das kann die Faszien als Teil des elastischen Bindegewebes belasten.
  • Dann werden die Zellen im Bindegewebe nur schlecht mit Nährstoffen versorgt.
  • Die Entsorgung von Abfallstoffen leidet ebenfalls darunter.

Wenn sich infolgedessen die Zellen zusammenziehen, können die Faszien unnachgiebig werden. Das kann die Entstehung von Schmerzen fördern.

Diabetes

Zucker steht im Verruf, für Diabetes Typ 2 verantwortlich zu sein. Die Krankheit ist auch als „Alterszucker“ bekannt, denn sie hat eine lange Vorlaufzeit. Diese Form des Diabetes entsteht meist, wenn durch mangelnde Bewegung sowie eine Ernährung mit viel Zucker, Fett und Eiweiß der Blutzuckerspiegel langfristig erhöht ist. 

Auf einem kleinen, grünen Teller liegen vier Kekse und mehrere Stückchen Zucker.

© Pexels

Allerdings leiden aufgrund der heutigen Ernährungsgewohnheiten mit vielen Fertiggerichten, hochgradig verarbeiteten Lebensmitteln und süßen Softdrinks zunehmend auch Kinder und Jugendliche an Diabetes Typ 2.

Der zu hohe Zuckerkonsum trägt oft dazu bei, dass die Struktur der Faszien beeinträchtigt wird. Sie „verkleben“, werden spröde und unnachgiebig – diese Tatsache kann im Alltag zu Bewegungsschmerzen beitragen.

Als metabolisches Syndrom werden vier Risikofaktoren bezeichnet, die häufig zusammen auftreten. Daher gelten Insulinresistenz, Übergewicht, Bluthochdruck und eine Fettstoffwechselstörung auch als „tödliches Quartett“.

Oft beginnt das metabolische Syndrom unbemerkt mit einer Insulinresistenz. Infolgedessen kommt es häufig zu Übergewicht und einer Fettstoffwechselstörung. So können Fette ins Blut gelangen. Außerdem erhöht sich der Cholesterinspiegel und damit das Risiko für Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose). Hinzu kommt der Bluthochdruck. Wenn alle Faktoren ungehindert voranschreiten, sind oft gefährliche Herzkrankheiten oder ein Schlaganfall die Folge.

Obwohl Diabetes, Bluthochdruck oder ein gestörter Fettstoffwechsel keine direkten Schmerzen verursachen, stellen diese krankhaften Prozesse eine Gefahr dar. Zusammen mit einer andauernden Übersäuerung und Entzündungen steht der Körper von Übergewichtigen oft unter starkem Stress.

Viele merken dies nicht direkt, denn erste Anzeichen treten nur langsam auf.

  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schwindel
Eine Frau mit einem von Schmerz gezeichneten Gesichtsausdruck. Die Augen hält sie geschlossen.

© Pexels

Diese Symptome setzen nach und nach ein, sodass sich viele Betroffene daran gewöhnen. Der stressige Alltag muss dann oft als Sündenbock herhalten. Leider greifen viele Menschen genau deshalb erneut zu Fast Food, Süßigkeiten und anderen ungesunden Nahrungsmitteln. Damit entsteht ein negativer Kreislauf, der deinen Körper zunehmend unter Stress setzt. In einer Abwehrreaktion, die dem Kampf-oder-Flucht-Mechanismus sehr ähnlich ist, spannen sich deine Muskeln leicht an.

Diese unbewusste Reaktion erhöht die schädlichen Spannungen in deinem Gewebe und kann zur Entstehung von Schmerzen beitragen. 

Wenn du erste Signale deines Körpers ignorierst – vielleicht, weil du sie bisher nicht richtig deuten konntest – dann verstärken sich deine Beschwerden immer weiter. Achte deshalb auch auf deine Ernährung, wenn du oft Schmerzen hast und greife häufiger zu gesunden, pflanzlichen Lebensmitteln.

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3. Helfen Übungen und Diäten?


Vielleicht hast du schon Dutzende Male diese alte Leier gehört: Nimm doch öfter die Treppe, geh in der Mittagspause spazieren oder Ähnliches. Klar, solche Maßnahmen können dich beim Abnehmen unterstützen und gegen Begleiterscheinungen wie hohen Blutdruck helfen – Schmerzen wirken sie aber kaum entgegen.

Selbst mit Übergewicht brauchst du jedoch keine Wunderdiäten oder intensive Fitness-Programme.

Mit jeder Bewegung und mit jedem Bissen hast du deine Gesundheit selbst in der Hand. Unsere kurzen Übungen und ein Blick für gesunde Lebensmittel helfen dir, Beschwerden und Schmerzen selbstständig loszuwerden.

Dafür musst du deinen Alltag nicht umkrempeln, denn

3.1 Übungen gegen Schmerzen

Deine Schmerzen kannst du trotz Übergewicht beseitigen, denn sie werden nicht durch zusätzliche Kilos allein verursacht.

Egal, ob du unter Arthrose, Rückenschmerzen oder anderen Beschwerden leidest: Meist liegt die Ursache in den zu hohen Spannungen der Muskeln und Faszien. Diese Spannung wird über Rezeptoren am Knochen gemessen und im Gehirn ausgewertet. Sobald die Spannung so hoch ist, dass strukturelle Schäden entstehen könnten, schlägt das Gehirn Alarm. Es sendet einen alarmierenden Schmerz in die betroffene Körperregion.

Indem du die zu hohen Spannungen senkst, können diese Schmerzen verschwinden. Mit diesem Wissen haben wir eine Therapie entwickelt, die dich dauerhaft von deinen Beschwerden befreien kann.

Du kannst unsere Therapie selbst anwenden und brauchst dafür kein langes Work-out oder teure Physiotherapie.

  • Einige Minuten täglich reichen aus.
  • Bei Alltagsaktivitäten wie Fernsehen oder Zähneputzen kannst du nebenbei Übungen absolvieren.
  • Zusätzlich können dir praktische Hilfsmittel die Übungen erleichtern.
In der Ecke eines Raums steht der Knieretter auf dem Boden. Mit einem Fuß steht jemand darauf, während die andere Fußspitze den Boden berührt.

Oft fällt Menschen mit Schmerzen oder starrem Bindegewebe der Einstieg in bestimmte Dehnübungen noch schwer. Weil starkes Übergewicht viele bei ihren Dehnungen behindert, haben wir verschiedene Hilfsmittel entwickelt.

In zwei Videos zeigt dir Roland ausführlich, wie du beispielsweise den Rückenretter oder den Knieretter bei Schmerzen anwenden kannst.

Um behutsam und sicher zu beginnen, solltest du beim Einsatz der Hilfsmittel auf der niedrigsten Stufe anfangen. Steigere dich langsam, damit du deine Beschwerden verringern und schließlich komplett beseitigen kannst.

Die Hilfsmittel erleichtern dir den Einstieg in unsere Übungen. Sie sind aber nicht zwingend notwendig. Wenn du sofort mitmachen möchtest, kannst du alternativ einige Alltagsgegenstände zu Hilfe nehmen. 

Für optimale Wirksamkeit empfehlen wir jedoch die professionellen Hilfsmittel aus unserem Online-Shop.

Auf einer dunklen Trainingsmatte liegen die Hilfsmittel von Liebscher und Bracht. Der Knieretter und der Rückenretter stehen links vom Faszien-Set bestehend aus drei Faszienrollen und zwei Faszienkugeln.

Bei besonders starken Schmerzen können die Zertifizierten Liebscher & Bracht-Therapeuten in deiner Nähe die Spannungen zunächst mithilfe unserer Osteopressur senken. Dabei beeinflussen sie mit gezieltem Druck die Schmerz-Rezeptoren. Die Spannungen lassen im Nu nach und deine Schmerzen können verschwinden. Außerdem können dich unsere Therapeuten zu passenden Übungen beraten und dir persönliche Tipps für deine Ernährung geben.

3.2 Diäten gegen Übergewicht und Folgeerkrankungen

Um dich von Schmerzen zu befreien, ist es nicht nötig, abzunehmen. Dennoch möchten wir dir bei starkem Übergewicht ans Herz legen, vielleicht ein paar Kilogramm zu verlieren.

  • Jedes Kilo, das du weniger mit dir herumträgst, macht Bewegungen leichter.
  • Dadurch wird es einfacher, den Kreislauf aus Übergewicht und Schmerzen zu durchbrechen.
  • Außerdem kannst du mit einer gesunden Ernährung vielen Krankheiten und anderen Begleiterscheinungen von Übergewicht vorbeugen.

Im Video verrät dir Petra eine ganz natürliche Ernährungsform, mit der du dich satt essen und gleichzeitig abnehmen kannst. 

Wenn du ein wenig abnimmst, fällt es dir deutlich leichter, das Zusammenspiel von Übergewicht und Schmerzen zu beenden. Turbo-Diäten bringen meist einen Jo-Jo-Effekt mit sich und haben nur wenig Erfolg. Deshalb möchten wir dir eine ganz natürliche Ernährungsform vorschlagen.

Pflanzliche Frischkost hilft bei Übergewicht und Schmerzen.

Bereits in frühen Phasen der Menschheit haben sich unsere Vorfahren lange Zeit von Pflanzen ernährt. Daher ist dein Körper von Natur aus hervorragend an eine vorrangig vegane Ernährung angepasst. Um die positiven Effekte bei jeder Mahlzeit zu nutzen, solltest du außerdem die folgenden Punkte beachten.

  • Verwende frisches Obst und Gemüse möglichst, ohne es zu kochen. So bleiben in der Frischkost wichtige Enzyme erhalten, die deine Verdauung unterstützen. Dadurch spart dein Körper Energie und du fühlst dich leichter und aktiver.
  • Pflanzliche Rohkost enthält außerdem viele Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe für einen gesunden Stoffwechsel.
  • Unverarbeitete Lebensmittel haben zudem weniger Kalorien als Fertiggerichte, sodass du automatisch abnimmst.
Drei große Schalen mit frischen Foodbowls stehen auf einem Tisch. Sie enthalten viel gesundes Obst und Gemüse.

© Pexels

Viel Kauen und gleichzeitig abnehmen – das ist möglich. Diese Technik ist auch als „Fletschern“ bekannt. Das Kautraining erhöht die Sättigungswirkung deiner Nahrung und du bist schneller satt. Leider müssen stark verarbeitete Lebensmittel oft wenig gekaut werden. Wenn du sie schnell herunterschluckst, isst du häufig zu viel. Dann hast du nach einer Mahlzeit mehr Nahrungsenergie aufgenommen als nötig.16) Diese Überernährung führt zu Übergewicht. Das kannst du durch das Fletschern und frische Pflanzenkost vermeiden.

Wenn du immer mehr frische, unverarbeitete Lebensmittel in deinen Speiseplan aufnimmst, kannst du auf einfache Weise an Gewicht verlieren. Außerdem unterstützt du deine Zellen bei der Regenerierung.

Die Umstellung der Ernährung muss dabei nicht schwer sein. Vielen Menschen fehlen einfach nur die richtigen Ideen für einfache, leckere und vor allem gesunde Mahlzeiten. In unserer kostenlosen Einkaufsliste mit veganen Lebensmitteln findest du daher viele Tipps für eine ausgewogene, pflanzliche Ernährung. Wir wünschen dir guten Appetit!

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Über diesen Artikel

Autorin:
Dr. med. Petra Bracht
Ärztin & Schmerzspezialistin

Mehr über die Autorin

Veröffentlicht am:
01.11.2021

Letzte Aktualisierung:
10.12.2021

Nächste geplante Aktualisierung:
28.02.2023

Quellen & Studien

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