Internationale Studie

Wie Menschenaffen keine Arthrose bekommen

Um was ging es in dieser Studie?

Ausgangspunkt für die Forscher war die Tatsache, dass die Anatomie bei Menschen und Menschenaffen grundsätzlich sehr ähnlich ist. Dies gilt auch für den Aufbau und die Funktion von Gelenken:

Jedes Gelenk besteht u. a. aus zwei Knochenteilen – den Gelenkflächen – und dem Knorpel. Er verhindert, dass die Gelenkflächen direkt aufeinander reiben. Bei Arthrose nimmt diese Schutzfunktion des Knorpels immer weiter ab, weil die Knorpelmasse schwindet. Mit Schmerzen signalisiert der Körper, dass Schäden drohen oder bereits entstanden sind.

Vor diesem Hintergrund kommt die aufsehenerregende neuseeländische Studie aus dem Jahr 1994 zu folgendem Ergebnis:

In einer natürlichen, artgerechten Umgebung entwickeln Menschenaffen keine Arthrose. Bei Affen in Gefangenschaft entsteht demgegenüber häufiger Arthrose.

Der Grund dafür liegt in der jeweils unterschiedlichen Lebensweise. Beim Leben in freier Wildbahn, das heißt vorrangig auf Bäumen, nutzen Menschenaffen den vollständigen Bewegungsumfang ihrer Gelenke. Im Alltag des modernen Menschen geschieht genau das nicht mehr oder viel zu wenig. Dasselbe gilt für in Gefangenschaft lebende Menschenaffen.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • In ihrer natürlichen Umgebung entwickeln Menschenaffen keine Arthrose
  • Der Grund: Sie nutzen ihre Gelenkwinkel vollumfänglich aus
  • Vielfältige und regelmäßige Bewegung kann vor Arthrose schützen – eine Grundannahme der Liebscher & Bracht-Therapie

Veröffentlichung

Alexander CJ. „Utilisation of joint movement range in arboreal primates compared with human subjects: an evolutionary frame for primary osteoarthritis“, in: Annals of the Rheumatic Diseases (1994), 53:720-725. Externer Link Icon

Was bedeutet das für die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht?

Auch das Schmerzmodell von Liebscher & Bracht betont den engen Zusammenhang zwischen einseitiger Bewegung, Schmerzentstehung und Arthrose. Einseitige Bewegung meint hier:

Von allen Winkeln, die wir von Natur aus mit unseren Gelenken einnehmen könnten, nutzen wir in unserem Alltag durchschnittlich nur noch 10 Prozent – hauptsächlich, weil wir zu viel Zeit im Sitzen verbringen, ohne für den nötigen Ausgleich zu sorgen.

Die Folgen: Muskeln und Faszien rund um ein Gelenk werden unnachgiebig. Die Kräfte, die auf ein Gelenk wirken, steigen und steigen. Letztlich wird dadurch so viel Knorpelmasse zwischen den Gelenkflächen abgerieben, dass der Körper mit der Reparatur nicht hinterherkommt. Knorpelmasse schwindet, Arthrose entsteht, der Körper schaltet den Schmerz-Alarm. Im Umkehrschluss heißt das: Sorgen wir in unserem Leben wieder für mehr Bewegungsabwechslung, halten wir Muskeln und Faszien so geschmeidig, dass unsere Gelenke gesund bleiben können. Die Hauptursache für Arthrose und Schmerzen fällt weg. Eben genau wie bei den Menschenaffen in der Studie.

Was bedeutet das für Schmerzpatienten?

Unsere Therapie setzt an der häufigsten Ursache von Arthrose an: zu hohe Spannungen in den muskulär-faszialen Strukturen. Diese Spannungen werden daher gezielt normalisiert, um Gelenke zu entlasten. So können Gelenke mit Hilfe unserer Übungen zunehmend wieder ihren vollen Bewegungsumfang erreichen und die Schmerzen zurückgehen. Ausprobieren kannst du unsere Übungen gerne direkt. In unserem Schmerzlexikon-Artikel zum Thema Arthrose liest du alles Wichtige zu Hüftarthrose, Kniearthrose und weiteren Arthroseformen, bekommst viele praktische Tipps und findest die passenden Übungen gegen deine Arthrose-Schmerzen.

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