Ist Gelatine gut für die Gelenke?

Fünf Gummibärchen in rot und gelb
Fünf Gummibärchen in rot und gelb

© jirkaejc – elements.envato.com

Diesen Spruch haben Sie bestimmt schon mal gehört: „Gelatine ist gut für die Gelenke!“ Dementsprechend glauben viele Patienten, dass ihnen der Verzehr von Gelatine gegen ihre Gelenkschmerzen und sogar gegen Arthrose hilft. Doch stimmt das wirklich?

Was genau ist Gelatine eigentlich?

Wir alle kennen die wabbelige Masse aus Gummibärchen, Marshmallows oder Wackelpudding, aber auch in Wurstwaren wie Sülze und Aspik, vielen Light-Produkte, einigen Weinen und Fruchtsäften, Pfefferminzbonbons und Weihnachtskonfekt ist sie enthalten. Doch was genau ist Gelatine eigentlich?

Aus diesen Rohstoffen wird Gelatine hergestellt
Aus diesen Rohstoffen wird Gelatine hergestellt

Gelatine ist ein Stoffgemisch aus tierischen Proteinen, dessen Hauptbestandteil tierisches Kollagen von Schweinen und Rindern ist. In Europa werden etwa 70 Prozent der Speisegelatine aus Schweineschwarten hergestellt, während 18 Prozent aus Tierknochen und 10 Prozent aus Tierhäuten gewonnen werden. Für die restlichen zwei Prozent werden andere Rohstoffe verwendet.

Warum glauben viele, dass Gelatine bei Gelenkschmerzen hilft?

Gelatine besteht hauptsächlich aus tierischem Kollagen, einem Eiweiß, das auch für die Struktur des Gelenkknorpels verantwortlich ist. Daher klingt es für viele zunächst logisch, dass die Einnahme von Gelatine den Knorpelaufbau fördern könnte. Früher wurde bei Gelenkbeschwerden deshalb häufig Gelatinepulver oder Sülze empfohlen und schon die bekannte Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen riet im fernen Mittelalter zum Verzehr ausgekochter Kalbsknorpel bei Gelenkschmerzen. Doch was ist dran an diesen volkstümlichen Empfehlungen?  Wie beurteilt die moderne Medizin die Wirksamkeit von Gelatine heute?

Grüner Wackelpudding mit Gelatine

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Hilft Gelatine wirklich gegen Arthrose?

Einige Patienten sind der Meinung, dass sie ihre Gelenkschmerzen lindern könnten, wenn sie einfach regelmäßig gelatinehaltige Lebensmittel — wie beispielsweise Gummibärchen — zu sich nehmen. Allerdings hilft das natürlich nicht gegen die Beschwerden: Mal davon abgesehen, dass Gummibärchen sehr viel Zucker enthalten, der dem Körper schadet, bestehen sie — wie auch andere gelatinehaltige Lebensmittel — aus Speise-Gelatine. In den Gelatine-Tabletten oder -Pillen, die gegen Gelenkschmerzen helfen sollen, ist jedoch keine zähe Lebensmittelgelatine, sondern wasserlösliches Kollagen-Hydrolysat enthalten.

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Kann also das Hydrolysat in den Gelatine-Tabletten tatsächlich Knorpelzellen regenerieren und damit gegen Arthrose helfen?

Ob von dem Wirkstoff überhaupt etwas in den Gelenken ankommt, bezweifeln viele Experten zumindest bei oraler Einnahme, da die Tabletten bereits im Magen zersetzt werden. Studien zeigen hier allerdings sehr unterschiedliche Ergebnisse. Zwei Beispiele dafür:

Eine Studie der Universität Kiel konnte zeigen, dass sich durch die orale Einnahme von Gelatine-Hydrolysate sehr wohl eine langlebige Anhäufung des Wirkstoffs im Gelenkknorpel erreichen lässt.1)

vs.

Dagegen konnte eine Untersuchung, die in deutschen, amerikanischen und britischen Kliniken durchgeführt wurde, keinen signifikanten Unterschied zwischen einem Placebo und einem Gelatine-Präparat bei der Behandlung von Arthrose feststellen.2)

Fazit

Aufgrund der unterschiedlichen Studien-Ergebnisse wurde an der Universität Rotterdam eine systematische Prüfung vorhandener Studien zur Behandlung von Arthrose mit Gelatine bzw. Kollagen durchgeführt. Das Ergebnis: Die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Gelatine-Präparate sind derzeit so unzureichend, dass eine generelle Anwendung bei der Behandlung von Arthrose nicht ratsam ist.3)

Auch wir können als abschließendes Fazit festhalten:

Allein die Einnahme von Gelatine kann Arthrose nicht heilen.

Wenn die eigentliche Ursache der Arthrose nicht behoben wird, reibt sich jeder Knorpelaufbau sofort wieder ab. Das wird selbst durch die Studien bestätigt, die eine Wirkung der Gelatine-Präparate zeigen: Nach Absetzen des Wirkstoffs traten die Arthrose-Beschwerden sofort wieder auf. Da es sich bei Gelatine außerdem um ein tierisches Produkt handelt, raten wir ohnehin nicht dazu, da es zur Übersäuerung des Körpers beiträgt.

Pro:

Eine Studie der Universität Kiel konnte zeigen, dass sich durch die orale Einnahme von Gelatine-Hydrolysate sehr wohl eine langlebige Anhäufung des Wirkstoffs im Gelenkknorpel erreichen lässt.4)

vs.

Contra

Dagegen konnte eine Untersuchung, die in deutschen, amerikanischen und britischen Kliniken durchgeführt wurde, keinen signifikanten Unterschied zwischen einem Placebo und einem Gelatine-Präparat bei der Behandlung von Arthrose feststellen.5)

Fazit

Aufgrund der unterschiedlichen Studien-Ergebnisse wurde an der Universität Rotterdam eine systematische Prüfung vorhandener Studien zur Behandlung von Arthrose mit Gelatine bzw. Kollagen durchgeführt. Das Ergebnis: Die wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit von Gelatine-Präparate sind derzeit so unzureichend, dass eine generelle Anwendung bei der Behandlung von Arthrose nicht ratsam ist.6)

Auch wir können als abschließendes Fazit festhalten:

Allein die Einnahme von Gelatine kann Arthrose nicht heilen.

Wenn die eigentliche Ursache der Arthrose nicht behoben wird, reibt sich jeder Knorpelaufbau sofort wieder ab. Das wird selbst durch die Studien bestätigt, die eine Wirkung der Gelatine-Präparate zeigen: Nach Absetzen des Wirkstoffs traten die Arthrose-Beschwerden sofort wieder auf. Da es sich bei Gelatine außerdem um ein tierisches Produkt handelt, raten wir ohnehin nicht dazu, da es zur Übersäuerung des Körpers beiträgt.

Wie kann Arthrose richtig behandelt werden?

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Quellen & Studien   [ + ]