Knieoperation: 75 Prozent der OPs sind unnötig!

Knie-Operation bei Schmerzen
Knie-Operation bei Schmerzen
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In keinem anderen Land werden so viele Knieoperationen durchgeführt wie in Deutschland. Dabei halten Experten drei von vier Operationen für völlig unnötig. Wie kommt es, dass viele Ärzte trotzdem so häufig zum Skalpell greifen? Und wie können die Schmerzen am Knie sinnvoll behandelt werden?

„Ab in den OP, egal ob es nötig ist!“

„Ab in den OP, egal ob es nötig ist“, so titelte die große deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT aufsehenerregend im September 2014.1) Was war passiert? Die Bertelsmann-Stiftung hatte eine bedeutende Studie zu Knieoperationen in Deutschland veröffentlicht, die für großes Aufsehen sorgte. Aus ihr ging hervor, dass in keinem anderen Land so häufig Knieoperationen durchgeführt werden wie in Deutschland.

Allein zwischen 2005 und 2011 stieg die Zahl der Implantationen um 15 Prozent.2) Sind Deutsche also besonders anfällig für Knie-Schäden? Natürlich nicht, aber viele Ärzte raten ihren Patienten zu häufig zu Operationen, die eigentlich keinen Nutzen bringen. Der angesehene Kniespezialist Prof. Dr. med. Hans Pässler hat dazu eine klare Meinung: Durchschnittlich sind drei von vier empfohlenen Operationen überhaupt nicht nötig – also satte 75 Prozent!3)

Teure Kniespiegelungen bringen keinen Vorteil

Kniespiegelungen (Athroskopie) mit therapeutischen Maßnahmen gehören beispielsweise zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen bei Knieschmerzen und Arthrose: Dabei wird ein dünnes Rohr mit einer kleinen Kamera durch einen Hautschnitt am Knie eingeführt, um Gelenk und Knorpel zu untersuchen. Mit weiteren Werkzeugen kann direkt eine Behandlung von Schäden am Kniegelenk vorgenommen werden. Eine bekannte Studie von Bruce Moseley zeigt jedoch, dass dieser Eingriff keine Vorteile für die Schmerz-Behandlung bringt!4)

Knie-Operation bei Schmerzen
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In der Studie bekamen einige Patienten mit Kniearthrose eine Gelenkspiegelung, während dies anderen Patienten nur vorgetäuscht wurde (Placebo-Gruppe). Eigentlich hätten die Patienten, die tatsächlich eine Gelenksspiegelung mit therapeutischem Eingriff bekommen hatten, anschließend weniger Schmerzen haben müssen als die Placebo-Gruppe. Doch zum Erstaunen der Versuchsleiter konnte kein Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt werden. Weitere Studien stützen die Ergebnisse von Moseley und zeigen, dass Kniespiegelungen auch diagnostisch keinen Vorteil für die Behandlung der Probleme gegenüber Therapien ohne OP bringen.5)

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Warum wird trotzdem so häufig operiert?

Diese Studien sind eigentlich bekannt, doch warum raten viele Ärzte dann trotzdem so häufig zur Operation? Eine Antwort gib hier wieder die Bertelsmann-Studie: In wohlhabenden Regionen werden merkwürdigerweise häufiger Knieoperationen durchgeführt, obwohl übermäßiger Gelenk- und Knorpel-Verschleiß dort viel seltener vorkommt.6) Angesichts dessen muss man sich die Frage stellen, inwiefern die Knieoperationen wirklich am medizinischen Bedarf der Patienten und nicht an wirtschaftlichen Interessen der Ärzte ausgerichtet sind. Diese Frage stellten auch viele Medien wie beispielsweise SPIEGEL ONLINE nach Veröffentlichung der Studie.7)

Ohnehin sorgten die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie für einen regelrechten Aufschrei in den Medien: Der WDR berichtete über „Das Geschäft mit dem Knie“ in einer Fernsehsendung8) und die Tageszeitung DIE WELT wies darauf hin, dass merkwürdigerweise „vor allem […] immer jene Operationen in Mode zu kommen [scheinen], die den Kliniken viel Geld einbringen.“9). Prof. Dr. med. Hans Pässler findet im Magazin FOCUS dafür deutliche Worte und gibt einen tiefen Einblick, warum Ärzte oft zu unnötigen und teuren Operationen raten10):

„Das hat sehr viel damit zu tun, dass die Chefärzte in den Kliniken unter Druck stehen, die Zahl der Eingriffe zu steigern, und die Kollegen mit eigener Praxis die exorbitanten Kosten der von ihnen genutzten Operationssäle verdienen müssen.“
Prof. Dr. med. Hans Pässler

Hat sich seit der Bertelsmann-Studie etwas geändert?

Die Bertelsmann-Studie wurde 2014 veröffentlicht und die große Aufregung in den Medien ist mittlerweile natürlich verflogen. Doch hat sich seitdem etwas geändert? Werden nun weniger unnötige Knieoperationen durchgeführt? Eine hochaktuelle Studie der Universität Zürich, welche die Häufigkeit der Knieoperationen in der Schweiz untersucht hat, lässt erahnen, dass sich auch hierzulande wenig an der Situation geändert hat: Durchschnittlich werden allein in der Schweiz 16.000 unnötige Operationen pro Jahr durchgeführt, die umgerechnet über 61 Millionen Euro kosten. Besonders die Zahl unangemessener Kniespiegelungen ist auch hier wieder erschreckend hoch. Das Forscher-Team kommt in der Studie zu dem Schluss, dass das Vergütungssystem für Ärzte finanzielle Anreize biete, eine Operation durchzuführen – egal ob es der Gesundheit des Patienten dient oder nicht.11)

Wie können Knieschmerzen ohne Operation behandelt werden?

Wenn eine schwere Verletzung vorliegt, das Kniegelenk komplett zerstört ist und keine anderen Therapie-Maßnahmen helfen, dann können eine Operation und ein künstliches Gelenk natürlich sinnvoll sein. In den meisten Fällen ist ein solcher Eingriff unserer Erfahrung nach jedoch nicht nötig und bewirkt auch keine Besserung. Bei einer Knieoperation wird in der Regel das Symptom behandelt, aber nicht die Ursache der Schmerzen: Wenn beispielsweise ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wird, soll damit das verschlissene Gelenk und der zerstörte Knorpel ersetzt werden. Doch wenn der Grund, warum das Gelenk überhaupt zerstört wurde, nicht behoben wird, setzt sich der Verschleiß auch beim künstlichen Kniegelenk fort.

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht wurde deshalb gezielt entwickelt, um die Ursachen deiner Knie-Schädigung und deiner Schmerzen zu beheben. Dabei kommt die Therapie völlig ohne Operationen oder Medikamente aus und kann dich effektiv und dauerhaft von deinen Knieschmerzen befreien.

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Quellen & Studien   [ + ]