„Mein Nacken schmerzt“

Verspannungen im Nacken

schmerzender Nacken

Wieso es dazu kommt und was Sie dagegen tun können

Es passiert schon bei leichten Auffahrunfällen. Oder die „schädigende Zugluft“ ist schuld. Das Resultat: Ein starker Schmerz, vor allem beim Drehen des Kopfes. Die meisten bekommen eine Halskrause und Schmerzmittel und sollen abwarten bis es vorbei ist. Was ist passiert?

Die Antwort ist bei dieser Schmerzproblematik und der damit verbundenen Bewegungseinschränkung eine andere als meist vermutet. Vor allem durch eine falsche Haltung im Sitzen, aber auch im Laufen und Stehen, ja sogar beim Schlafen verkürzen bestimmte Muskelstränge und Faszien im Bereich der Halswirbelsäule. Dadurch werden bestimmte Muskeln, besonders die Nackenstrecker überfordert und reagieren mit Anspannung. Das führt im Lauf der Zeit zum weit verbreiteten „Brettnacken“. Eine Erscheinung, die allen Masseuren und vielen Patienten bestens bekannt ist.

Wenn derart überforderte Muskeln und verfilzte Faszien nun zusätzlich einen Schock bekommen, wie das beim Auffahrunfall, bei kalter Zugluft oder sonstigen unbeabsichtigten Bewegungen der Fall ist, reagieren sie mit Schutz suchendem Verkrampfen. Dies ruft sofort Bewegungsschmerzen, Nackenschmerzen oder Kopfschmerzen hervor. Damit möchte der Körper verhindern, dass bei bestimmten Bewegungen oder Positionen zu große Kräfte auf der Halswirbelsäule lasten, welche die Bandscheiben verletzen könnten.

Was also tun? Weder das Massieren des schmerzenden Bereichs, noch das Tragen einer Halskrause, noch das Einnehmen von Schmerzmitteln beseitigen die Ursache. Sicherlich hat eine gute Massage einen angenehmen, kurze Zeit anhaltenden, Effekt. Natürlich glaubt man, die Halskrause würde helfen, denn das Drehen des Kopfes tut ja nicht mehr weh – weil man ihn nicht mehr bewegen kann. Dadurch werden aber alle beteiligten Muskeln und Faszien geschädigt, da sie wegen Unterforderung abbauen, schwächer werden verfilzen und unflexibler werden. Schmerzmittel machen das Schlimmste: Sie verhindern, dass man auf den Körper hören kann, dass man den Alarm wahrnimmt, den der Körper schlägt. Genauso können Sie die rot leuchtende Ölkontrollleuchte Ihres Autos mit dem Hammer ausschlagen und anschließend beruhigt weiterfahren.

Der Schmerz und die eingeschränkte Beweglichkeit sind das Symptom. Die Ursache ist eine völlig überforderte, fehltrainierte Muskulatur und verfilzte Faszien. Diese kann nur in einer Dreistufentherapie wieder in ihr funktionelles, dynamisches Gleichgewicht gebracht werden. Der erste Schritt besteht im exakten Aufspüren der verantwortlichen zu stark gespannten Muskelfaserbündel und derem manualtherapeutischen Reset, also dem Löschen des falschen neurologischen Programms im Gehirn, durch die Osteopressur. Dadurch wird der Schmerz im Minuteneffekt stark gemindert oder ganz abgestellt. Im zweiten Schritt wird das Bindegewebe, also die beteiligten Faszien durch Engpassdehnübungen auf funktionelle Länge gebracht. Im dritten Schritt wird durch genau definierte, selbst angesteuerte Bewegungsübungen eine neue Muskel-Gehirn-Programmierung installiert.

Tipp: Eine Übung als Vorbereitung besteht darin, auf dem Rücken liegend Ihre Halswirbelsäule möglichst nahe an den Boden anzunähern, indem Sie Ihr Kinn in Richtung Kehle ziehen. Dies ist ein erster Trainingsschritt hin zum entspannten Nacken, dem ruckartige Bewegungen oder kalte Zugluft kaum noch etwas anhaben können.

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