Schmerzen der Achillessehne – Woher kommen sie wirklich?

Alle Informationen zu den Symptomen und Ursachen von Achillessehnenschmerzen

Symptome und Ursachen bei Schmerzen der Achillessehne

Beschwerden an der Achillessehne sind oft mit einer langen Leidensgeschichte verbunden: Die Schmerzen treten erst allmählich auf und werden dann regelrecht zur Tortur. Weißt du noch, wann du dich das letzte Mal schmerzfrei bewegen konntest? Wir räumen mit Irrtümern zur Entstehung und Ursache von Achillessehnenschmerzen auf und erklären dir, wie du wieder schmerzfrei werden kannst.

Erfahre in diesem Artikel, woher deine Schmerzen und Entzündungen in der Achillessehne kommen und welche Faktoren sich negativ auf die Gesundheit deiner Achillessehne auswirken. Wenn du gleich Übungen zur Linderung deiner Beschwerden sehen möchtest, klicke hier.

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🚨 Welche Symptome zeigen sich bei Achillessehnenschmerzen?

Zu Beginn der Achillessehnen-Reizung treten die Schmerzen lediglich ab und zu auf. Die Schmerzen sind typischerweise belastungsabhängig. Bei weiterer Reizung bleiben die Schmerzen auch nach der Belastung bestehen und die Achillessehne kann sich entzünden. Besonders ein paar Zentimeter über dem Fersenbein ist die Sehne am schwächsten mit Blutgefäßen versorgt. Hier kommt es daher schnell zu Entzündungen. Bewegungen, die die Achillessehne dehnen, z. B. Treppensteigen, verursachen besonders starke Schmerzen. Ist die Sehne entzündet, kannst du bereits eine Verdickung deiner Achillessehne spüren, und wenn du darauf drückst, empfindest du einen Druckschmerz. Ursächlich sind Verhärtungen und Verkürzungen der Unterschenkelmuskulatur. Diese zieht an der Achillessehne und verursacht die Schmerzen. In extremen Fällen kannst du ein Knirschen hören oder in der Sehne ertasten, das durch Faser-Ablagerungen entsteht.

🏃 Sind Überlastungen Schuld an den Schmerzen in der Achillessehne?

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne im menschlichen Körper und kann enormen Belastungen standhalten. In der Fachsprache wird sie „Tendo Musculus triceps surae“ oder „Tendo Achilles“ genannt. Sie ermöglicht beim Abrollen des Fußes, dass sich die Ferse vom Boden hebt. Wir von Liebscher & Bracht sind der Meinung, dass verfilzte Faszien in deiner Wadenmuskulatur dafür sorgen, dass die Sehne permanent unter Zug steht und so deine Schmerzen entstehen. Mehr dazu erfährst du weiter unten im Artikel.

In der klassischen Schulmedizin werden häufig Überlastungen der Achillessehne als Grund für die Schmerzen angegeben. Gerade im Sport gelten Überlastungsschäden der Achillessehne als häufigste Ursache für chronische Beschwerden. 1) Besonders Ausdauersportler und Sportarten mit einseitigen Belastungen seien betroffen.

Die Überlastungsschäden der Sehne zeigen sich nicht sofort, sondern manifestieren sich erst nach und nach. Daher spüren Betroffene die Schmerzen erst nach einer Weile. Studien konnten verschiedene Faktoren identifizieren, die Schäden und Schmerzen an der Achillessehne begünstigen:

Achillessehnenschmerzen durch Überlastungen

🏃 Überlastungen:
Als wichtigster Faktor für die Schmerzen werden Überlastungen oder Fehlbelastungen angegeben. Besonders Ausdauer- oder Ballsportarten seien schädlich für die Sehne im Fuß. Dabei würde es auch immer auf die Trainingsintensität und -frequenz ankommen. 2) Oft litten allerdings auch Freizeitsportler, die nur einmal pro Woche trainieren, an Achillessehnenschmerzen. Hier seien besonders männliche Freizeitsportler von 30 Jahren und älter betroffen. 3)

Schmerzen der Achillessehne durch exzentrische Faktoren

👟 Extrinsische Faktoren:
Unter diese Faktoren fallen beispielsweise ungeeignete Untergründe und Sportplätze, aber auch das Design von Schuhen. Je nach Schuh rollst du anders ab und das kann, laut Schulmedizin, deine Achillessehne zusätzlich belasten. Abhilfe soll eine Fersenerhöhung schaffen. Warum das, aus unserer Sicht, nicht sinnvoll ist, erklären wir dir bei der Behandlung.

Schmerzen an der Achillessehne durch intrisische Faktoren

👣 Intrinsische Faktoren:
Hier können individuelle anatomische Merkmale wie beispielsweise eine Pronation, also eine Einwärtsdrehung der Gliedmaßen, die Überlastung der Sehne fördern. 4) Die Schulmedizin identifiziert auch eine verminderte Durchblutung als Quelle für die Schmerzen. 5) Aber auch eine zurückliegende Verletzung am Sprunggelenk kann Schäden an der Achillessehne begünstigen.

Viele verschiedene Tabletten sind zu sehen

💊 Medikamente:
Die Forschung hat mittlerweile herausgefunden, dass bestimmte Medikamente die Heilungskraft deines Gewebes negativ beeinträchtigen oder dieses sogar schädigen können. Medikamente wie Kortison oder Immunsuppressiva sollten also möglichst gar nicht oder nur im äußersten Notfall eingesetzt werden. Einige Medikamente, z. B. Ciprofloxacin, begünstigen sogar Zellschäden. 6) All diese Medikamente sind als Auslöser für sogenannte Tendinosen, also Druckschmerzen an Sehnenansätzen, bekannt.

Schmerzen der Achillessehne durch bestimmte Nahrungsmittel

🍲 Nahrungsmittel:
Einige
Nahrungsmittel, allen voran Glutamat, sorgen für eine gesteigerte Schmerzwahrnehmung. Eine Studie konnte mittels Mikrodialyse eine signifikant erhöhte Glutamat-Konzentration in den Achillessehnen von Patienten mit chronischen Beschwerden nachweisen. 7)

Achillodynie: Unter dem Begriff Achillodynie werden alle Beschwerden und Schmerzen im Bereich der Achillessehne zusammengefasst. Die Schulmedizin unterscheidet dabei Überlastungsschäden des Sehnengleitgewebes (Paratendinose), des Sehnengewebes (Tendinose), am Übergang vom Knochen zur Sehne (Insertion) und am Schleimbeutel zwischen Achillessehne und Fersenbein (Bursa subachillea). Die Sehnenenden sind dabei gereizt und können sich entzünden.

Ursachen: Daher kommen deine Achillessehnenschmerzen wirklich

In diesem Video erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, was die tatsächliche Ursache für deine Schmerzen ist: 

 

Um zu verstehen, woher deine Achillessehnenschmerzen wirklich kommen, schauen wir uns zunächst den Aufbau der Achillessehne genauer an:

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne in deinem Körper. Sie kann eine Last von bis zu einer Tonne aushalten, bevor sie reißt. Die Achillessehne setzt unten an der Wadenmuskulatur, genauer gesagt am Zwillingswadenmuskel, an und verläuft bis zum Fuß nach unten ans Fersenbein (Calcaneus). Wir benötigen die Sehne zum Abrollen und Heben des Fußes. Dabei wird das gesamte Körpergewicht abgefedert und in das Sprunggelenk übertragen.

Aufbau der Achillessehne

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Wie du in der Abbildung sehen kannst, gibt es eine Verbindung zwischen deiner Wadenmuskulatur und der Achillessehne. Sind nun die Muskeln und Faszien rund um die Achillessehne überspannt, wirkt sich das auch auf die Achillessehne aus. Sie ist schließlich oben am Zwillingswadenmuskel und unten an der Ferse verankert. Oft sind die Wadenmuskeln stark verspannt oder sogar „verkürzt“ und ziehen nach oben. Da sie mit der Achillessehne verbunden sind, ziehen sie diese bei muskulär-faszialen Verspannungen mit hoch. Aber auch Muskeln, die den Fuß eigentlich am Schienbein nach vorne heben, haben Auswirkungen auf die Achillessehne.

Sind beide Partien – die Wadenmuskulatur hinten und die Schienbeinmuskeln vorne – überspannt und die Faszien verfilzt, leidet die Achillessehne. Dann ist die Sehne einer permanenten Spannung zwischen den hebenden und senkenden  Fußmuskeln ausgeliefert. Ist die andauernde Zugspannung zu groß, reagiert das Gehirn und sendet einen sogenannten Alarmschmerz in die betroffene Körperregion. Um die Schmerzen dauerhaft zu beseitigen, müssen also die muskulär-faszialen Fehlspannungen normalisiert werden. Dies kannst du mit einfachen Übungen erreichen.

😕 Warum verfilzen deine Muskeln und Faszien?

Die meisten Deutschen verbringen in ihrem Alltag viel Zeit im Sitzen – vielleicht ist das bei dir auch so. Durch diese ständig gleiche Position werden die Faszien und besonders auch Muskeln wie der Zwillingswadenmuskel immer unnachgiebiger. Wie du jetzt weißt, knöpft unten am Zwillingswadenmuskel die Achillessehne an. Der Wadenmuskel verläuft auch über das Kniegelenk und ist fürs Beugen des Knies zuständig. Stellst du dich jetzt hin, wird der Muskel gedehnt. Das ist er aber nicht gewohnt, denn im Sitzen ist er in einer verkürzten Position. Durch vieles Sitzen verkürzt der Muskel also und es ergeben sich muskulär-fasziale Fehlspannungen. Der unnachgiebige Muskel zieht also beim Aufstehen auch die Achillessehne mit nach oben. Mit der Zeit spürst du dort Schmerzen, obwohl die darüber liegenden Muskeln ursächlich sind. Mit geeigneten Übungen kannst du deine Muskeln und Faszien befreien und dann können auch deine Beschwerden zurückgehen.  

Welche Übungen und Behandlungsmöglichkeiten dir gegen deine Beschwerden an der Achillessehne helfen können, erfährst du auf der nächsten Seite.

💉 Welche Therapien gibt es bei Überlastung der Achillessehne?

Mit der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht  kannst du zu deinem eigenen Therapeuten werden und dir mit einfachen Übungen selbst helfen. Ärzte dagegen greifen auf unterschiedliche Therapien zurück, um die Beschwerden an der Achillessehne anzugehen. Neben konservativen Therapiemaßnahmen gibt es auch operative Verfahren. 

Als Basistherapie raten Mediziner oft zu einem Hochlastungstraining der Sehne. Dabei wird die Sehne unter Einsatz von Gewichten gedehnt. Studien belegen die Wirksamkeit dieser Methode, beschreiben sie aber als sehr schmerzhaft für die Patienten. 8) Ein neueres Verfahren ist die Stoßwellentherapie. Dabei nutzen Ärzte starke Druckwellen, um die Beschwerden zu senken und die Regeneration anzuregen.9) Auch Injektionen mit plättchenreichem Plasma (PRP) oder Hyaluronsäure werden vorgenommen und erzielen zumindest kurzzeitig gute Ergebnisse. 10) Bei Kalkablagerungen in der Achillessehne wird häufig operiert.

Achillessehnenverletzungen: Bei einem Achillessehnenriss, in der Fachsprache Ruptur genannt, handelt es sich um eine teilweise oder vollständige Durchtrennung der Achillessehne. Dies geschieht in der Regel mit einem laut hörbaren Knall, der sich wie ein Peitschenhieb anhört. Die Betroffenen haben starke Schmerzen und gehen ist nur noch schwer möglich. In der klassischen Schulmedizin wird das Bein bei einem Riss entweder operiert oder in Spitzfußstellung mit einem Gips ruhiggestellt. Neue Behandlungsmethoden wie das sogenannte Fasziendistorsionsmodell verzichten dagegen auf jegliche Immobilisierung. Der Achillessehnenriss verheilt hierbei sehr gut, wie MRT-Aufnahmen zeigen, und die Funktionsfähigkeit kann komplett wiederhergestellt werden. Zusätzlich verheilt die Achillessehnenruptur unter Bewegung schneller als im Gips. 11)

Quellen & Studien   [ + ]