Buch-Vortrag: Die Arthrose-Lüge

Im Video spricht Roland Liebscher-Bracht über die Erkenntnisse aus dem Buch „Die Arthrose-Lüge“. Darin erklärt der Schmerzspezialist, wodurch die Schmerzen bei einer Arthrose in den meisten Fällen entstehen und was dagegen hilft. Wichtige Punkte kannst du auch hier nachlesen.

Am Ende des Artikels findest du eine Übung, die Schmerzen durch Kniearthrose lindern kann.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller-Autor & Schmerzspezialist

Ein weißer Haken ist in einem khaki-farbenen Schild zu sehen.

Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter

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Dr. med. Egbert Ritter

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Arthrose ist eine Lüge?

Natürlich gibt es Knorpelverschleiß, das ist keine Lüge. Aber worin bestehen deine Beschwerden im Alltag wirklich – ist es der Knorpelverschleiß im Gelenk oder sind es die Schmerzen? Nun denken die meisten Menschen natürlich: Ich habe Schmerzen, weil ich Arthrose habe. Das ist jedoch oft ein Irrtum, ein Missverständnis, eine „Lüge“. Wusstest du, dass viele Menschen Arthrose haben, aber keine Schmerzen? Und dass es häufig vorkommt, dass bei Gelenkschmerzen keine Arthrose gefunden wird? Dass es immer wieder nach der Operation und dem Einsetzen künstlicher Gelenke passiert, dass die Schmerzen hinterher noch genauso vorhanden sind wie vorher? Obwohl das, was doch eigentlich wehtut, nämlich das Gelenk mit dem Knorpelverschleiß, gar nicht mehr im Körper ist, sondern ein Metallersatz, der natürlich nicht wehtun kann. Und wusstest du, dass es im Knorpel selbst gar keine Schmerzrezeptoren gibt? Der verschlissene Knorpel also eigentlich gar nicht wehtun kann? Das klingt alles etwas unlogisch, oder? Aber die Lösung ist sehr einfach und wird als neue Herangehensweise von immer mehr Mediziner*innen anerkannt.

Alle Widersprüche, die ich aufgezählt habe, lösen sich auf, wenn wir das Vorhandensein des Knorpelverschleißes getrennt von den Schmerzen betrachten.

Dann bleibt natürlich die Frage, was wehtut, wenn nicht der verschlissene Knorpel?

Die Antwort kennen wir seit Langem: Zu hohe Zugspannungen der Muskeln und Faszien führen zu den Schmerzen. Infolgedessen entsteht immer mehr Verschleiß, weil der Druck im Gelenk zu groß ist.

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Ursache für Schmerzen bei Arthrose

Leider ist die zu hohe Spannung der Muskeln und Faszien weder im Röntgenbild noch im CT oder MRT zu sehen. Dies könnte der Grund sein, warum die herkömmliche Medizin diesen Zusammenhang lange Zeit nicht erkannte. Wir fanden heraus, dass der Körper mit Schmerzen davor warnen will, dass der Knorpel verschleißt. Deswegen tauften wir sie „Alarmschmerzen“.

Beseitigt man die hohen Muskelspannungen, welche den Gelenkdruck zu stark ansteigen lassen und so zu einer Arthrose führen, dann sind die Schmerzen plötzlich drastisch gemindert oder ganz verschwunden.

Der Knorpelverschleiß existiert nach wie vor. Aber der weitere Verschleiß des Knorpels lässt sich stoppen, wenn die muskulär-faszialen Spannungen gesenkt wurden. Das gibt ihm die Chance, sich sogar wieder zu regenerieren.

Die Regeneration des Knorpels wurde von der Schulmedizin zunächst angezweifelt, da es hierzu keine Erfahrungen gab. Mittlerweile konnte dies jedoch in verschiedenen Studien nachgewiesen werden.

  1. Gelenkknorpel kann sich grundsätzlich bei Menschen auch neu bilden.1)
  2. Dank einer gezielten Druckentlastung im Gelenk ist es möglich, das Knorpelwachstum sogar anzuregen.2) 

Der neue Knorpel kann entstehen, wenn das betroffene Gelenk im Alltag nicht dauerhaft unter Druck steht. Dies haben weitere Studien bestätigt. Darin vergrößerten Ärzte den Gelenkspalt von Patienten, die an Arthrose im Endstadium litten. Bereits nach sechs Wochen hatte sich neuer Knorpel gebildet.3) Zudem ist der Gelenkknorpel selbst nach zwei Jahren weiterhin belastbar.4)

Wir sehen also, dass Gelenkknorpel sich wieder aufbaut, wenn man dafür die geeigneten Voraussetzungen herstellt. Zu der notwendigen Druckentlastung können unter anderem ausgleichende Bewegungsübungen beitragen.

Übung gegen Schmerzen bei Arthrose

Es fällt dir schwer, all das zu glauben? Verständlich, aber wenn du vielleicht an Kniearthrose leidest, kannst du folgende Übung selbst ausprobieren und dich überzeugen.

  • Lege dich auf den Bauch.
  • Beuge das betroffene Knie so weit du kannst.
  • Lasse dir zusätzlich von einem Helfer die Ferse vorsichtig – so weit es geht – in Richtung Gesäß drücken. Oder nimm einen Gürtel als Hilfsmittel zur Hand.
  • Halte diese Dehnungsposition für circa zwei Minuten, bevor du dein Bein langsam wieder streckst.
Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Frau eine Übung. Sie liegt bäuchlings auf einer Matte. Ein Bein zieht sie mithilfe der Übungssschlaufe in Richtung Gesäß, unter dem Knie liegt eine Faszienrolle.

Nach einer kleinen Erholungspause wirst du spüren, dass dein Knie weniger schmerzt. Daran lässt sich erkennen: Arthrose tut eigentlich nicht weh!

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Quellen & Studien

  • ↑1 Hsueh MF, Önnerfjord P, Bolognesi MP, Easley ME, Kraus VB. "Analysis of "old" proteins unmasks dynamic gradient of cartilage turnover in human limbs.", in: Sci Adv. 5 (2019) :eaax3203. doi: 10.1126/sciadv.aax3203.
  • ↑2 Mastbergen, Simon C. et al.: "Tissue structure modification in knee osteoarthritis by use of joint distraction: an open 1-year pilot study", In: Annals of the Rheumatic Diseases (2011) 70, 1441-1446.
  • ↑3 van der Woude JA, van Heerwaarden RJ, Spruijt S, Eckstein F, Maschek S, van Roermund PM, Custers RJ, van Spil WE, Mastbergen SC, Lafeber FP. Six weeks of continuous joint distraction appears sufficient for clinical benefit and cartilaginous tissue repair in the treatment of knee osteoarthritis. In: Knee. 2016, 23(5):785-91. doi: 10.1016/j.knee.2016.05.001.
  • ↑4 Wiegant, K. et al. "Sustained clinical and structural benefit after joint distraction in the treatment of severe knee osteoarthritis", in: Osteoarthritis and Cartilage 21 (2013), 1660-1667. https://doi.org/10.1016/j.joca.2013.08.006

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