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Die 3 besten Übungen bei einer Bakerzyste

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Bakerzyste — Das kann dir bei Schmerzen in der Kniekehle helfen

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller-Autor & Schmerzspezialist

Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter  Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter

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Schmerzen und ein unangenehmes Spannungsgefühl in der Kniekehle können auf eine Bakerzyste hinweisen. Das ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung im Bereich der Kniekehle. Kommen dir diese Beschwerden bekannt vor? Dann erfahre hier, wie und warum sich eine Bakerzyste bildet und wie sie behandelt werden kann.

Du willst gleich etwas tun? In unseren Übungsbeschreibungen zeigen und erklären wir dir, wie du selbst gegen die Knieschmerzen aufgrund deiner Bakerzyste vorgehen kannst!

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Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller-Autor & Schmerzspezialist

Ein weißer Haken ist in einem khaki-farbenen Schild zu sehen.

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter

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Mann sitzt auf einem Sofa und fasst sich in die Kniekehle bei Schmerzen mit einer Bakerzyste.

© Syda Productions | shutterstock.com

1. Die Bakerzyste im Überblick: Was steckt dahinter?


Die Bakerzyste befindet sich in der Kniekehle und ist eine mit Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) gefüllte Ausstülpung. In der Fachsprache wird sie auch Poplitealzyste genannt. Überschreitet dieses Zyste eine bestimmte Größe. ruft sie häufig eine schmerzhafte Schwellung am Kniegelenk, Knieschmerzen und unangenehme Spannungsgefühle hervor.

Erste Beschreibungen der poplitealen Zyste stammen von den Forschern Dupuytren (1828) und Adams (1840). Im Jahr 1877 erforschte der britische Chirurg William Morrant Baker schließlich den Zusammenhang zwischen der Kniekehlenzyste und Kniearthrose (Gonarthrose).1) Seit diesem Zeitpunkt wird die Poplitealzyste meist als Bakerzyste bezeichnet.

Klassifikation von Bakerzysten

In der herkömmlichen Medizin werden primäre und sekundäre Bakerzysten unterschieden:

  • Primäre Poplitealzysten werden bereits ab dem ersten Lebensjahrzehnt beobachtet. Sie gelten als angeboren und verursachen größtenteils keine Beschwerden.
  • Sekundäre Zysten entstehen aufgrund von Verletzungen oder Schädigungen am Kniegelenk oder als Folge entzündlicher Erkrankungen.

Die Bakerzyste nach Liebscher & Bracht

Zu sehen ist eine schematische Darstellung des Knies mit Bakerzyste
  • Die Sichtweise der herkömmlichen Medizin spiegelt die Erfahrungen wider, die wir mit vielen Patienten gemacht haben: Die Bakerzyste an sich ist meist harmlos, kann aber starke Schmerzen auslösen.
  • Einig sind wir uns mit gängigen Erklärungen auch darüber, dass viele Ursachen hinter der Bakerzyste stecken können. Neben Verletzungen am Meniskus sind dies chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und vor allem der überhöhte Verschleiß an den Gelenken (Arthrose).
  • Und schließlich ist es auch vollkommen richtig, dass eine sinnvolle Behandlung der Bakerzyste zunächst die Symptome lindern sollte — also Schmerzen und Spannungsgefühle –, gleichzeitig aber die Ursachen therapieren muss. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine einmal beseitigte Bakerzyste erneut auftritt.

Geht man vom Gelenkverschleiß als häufigste Ursache aus, verwundert es nicht, dass bei vielen Patienten mit Bakerzyste auch Knorpel- oder Meniskussschäden festgestellt werden. Diese aber sind unserer Meinung nach sehr oft das Resultat einseitiger Bewegungsmuster im Alltag. Das häufige Sitzen ist dafür ein Paradebeispiel.

Sitzt du viele Stunden am Tag, beugst du deine Knie permanent. Fehlt der nötige Ausgleich für diese Position, verkürzen deine Wadenmuskeln immer mehr. Sie üben von unten einen starken Zug auf das Knie aus. Dadurch geraten oberhalb des Knies auch Anteile deiner Oberschenkelmuskulatur unter Stress. Der Druck von beiden Seiten geht letztlich zu Lasten des Knorpels im Knie — er verschleißt stärker, als ihn der Körper reparieren kann. Arthrose entsteht.

Aber nicht nur das:

  • Durch den Reiz der chronischen Schädigung produziert der Körper vermehrt Gelenkflüssigkeit.
  • Der Druck im Gelenk steigt übermäßig an.
  • Hinten am Kniegelenk ist die Kapsel des Gelenks am schwächsten. Dort gibt sie dem Druck nach, weshalb es bei einer Bakerzyste an dieser Stelle zu einer Ausstülpung kommt.

Du kannst dir das vorstellen wie bei einem kleinen verknoteten Luftballon: Hältst du ihn in der Hand und machst dann eine Faust, ragt zwischen den Fingern an irgendeiner Stelle ein Bläschen des Luftballons heraus.

Damit ist aber auch klar: Stecken meist zu hohe Spannungen rund ums Knie hinter der Bakerzyste, gilt es für dich, genau diese Spannungen zu senken. Mit den Übungen weiter unten und den Anleitungen in diesem Ratgeber geben wir dir dafür das nötige Wissen an die Hand.

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2. Symptome: Welche Beschwerden zeigen sich bei einer entzündeten Bakerzyste?


Viele Betroffene klagen über ein Druckgefühl im Bereich der Kniekehle. Die Schmerzen können bis in die Wade, genauer gesagt den Zwillingswadenmuskel (Musculus gastrocnemius), ausstrahlen. Häufig treten die Beschwerden bei vollständiger Streckung oder Beugung des Kniegelenks auf sowie nach ungewöhnlich starker Belastung.2)

Ist die Bakerzyste nicht gereizt und geschwollen, zeigen sich meist keine Beschwerden. Vor allem bei großen Bakerzysten kannst du jedoch folgende Symptome feststellen:

  • Mehr oder minder ausgeprägte Schwellung in der Kniekehle. Die flüssigkeitsgefüllte popliteale Zyste hat dann bereits eine Größe von zwei Zentimetern oder mehr erreicht.
  • Da sich in der Zyste Flüssigkeit ansammelt, kannst du diese unter der Haut ertasten.
  • Unterschiedlich stark ausgeprägtes Druckgefühl an der Innenseite deiner Kniekehle. Bei stärkeren Beschwerden strahlen die Schmerzen auch bis in die Wadenmuskulatur aus uns sind auch in Phasen der Ruhe spürbar.

In extremen Fällen kann es zu einem Taubheitsgefühl oder sogar zu Lähmungen vom Knie abwärts kommen, weil Nerven betroffen sind.

Kann die Bakerzyste platzen?

Die Bakerzyste kann in der Tat platzen. In der Medizin wird dies als Ruptur der Bakerzyste bezeichnet. Das passiert, wenn die Zyste mit viel Flüssigkeit gefüllt und großem Druck ausgesetzt ist. Schon längeres Sitzen auf Reisen kann beispielsweise ausreichen, um die Kniekehlenzyste zum Platzen zu bringen.

Bei einer Ruptur läuft der Zysteninhalt ins Gewebe rund ums Kniegelenk und verursacht eine Schwellung mittig am Unterschenkel. Um die dabei auftretenden Schmerzen ein wenig zu lindern, stehen Patienten oft in leicht gebeugter Kniehaltung.

In der herkömmlichen Medizin erfolgt bei einer Ruptur eine konservative Therapie. Das Hochlagern des betroffenen Beins und die Wärmebehandlung von Kniekehle und Unterschenkel stehen im Vordergrund. Zudem werden nicht-steroidale Antirheumatika verabreicht — Medikamente gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Damit der Druck aber gar nicht erst zu groß wird, kannst du mit unseren Übungen deine Kniekehle entlasten und gleichzeitig anderen Knieschädigungen effektiv vorbeugen.

Verletzte Kniekehle mit Schwellung und Rötung nach Ruptur einer Bakerzyste.

@ Tridsanu Thopet | shutterstock.com

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3. Ursachen und Diagnose einer Bakerzyste


In diesem Kapitel verraten wir dir, wie und warum es aus unserer Sicht zur Bildung einer Bakerzyste kommt. Neben diesen Ursachen erklären wir dir auch, wie die Poplitealzyste diagnostiziert wird.

3.1 Was sind die Ursachen einer Bakerzyste?

Meist bereiten die gefüllten Zysten Menschen zwischen 20 und 40 Jahren Probleme, aber auch Fälle bei älteren und jüngeren Patienten sind bekannt.3) Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Kniegelenkszysten oft in Verbindung mit anderen “Schäden”, sogenannten Pathologien, am Knie auftreten. Bereits William Baker stellte fest, dass auffällig viele Menschen mit Kniearthrose (Gonarthrose) an den Zysten litten. Miller et al. untersuchten 77 Kniegelenke mit Bakerzyste. Nur einer dieser Patienten hatte keinen pathologischen Befund, also keinen Schaden am Gelenk. Stone et al. konnten bei 238 untersuchten Knien mit Bakerzysten bei 84 Prozent der Patienten Meniskusläsionen (Meniskusschäden) nachweisen.4)

Weitere Untersuchungen diagnostizierten neben Verletzungen (Läsionen) am Meniskus auch Arthrose und rheumatoide Arthritis (chronische Gelenkentzündung) bei nahezu allen Patienten mit Bakerzyste. Forscher vermuten, dass sich die Zysten als Reaktion auf die Knie-Erkrankungen bilden, da bei allen genannten Erkrankungen der Druck auf das Gelenk erhöht ist.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht zeigt am Skelett die Osteopressurpunkte am Bein, die orange eingezeichnet sind

Auch wir von Liebscher & Bracht konnten bei der Untersuchung betroffener Patienten einen erhöhten Druck aufs Kniegelenk feststellen. Allerdings ziehen wir dadurch noch keine Rückschlüsse auf weitere Schäden am Knie. Denn auch ein Knie, das von Arthrose befallen ist, bereitet seinem Besitzer nicht zwangsläufig Beschwerden.

Daher betrachten wir die Schmerzen, die du bei einer Bakerzyste hast, unabhängig von möglichen anderen Beschwerden im Knie.

Außerdem hat unsere Erfahrung gezeigt, dass die Spannungen deiner Muskeln und Faszien im Knie bei Beschwerden in diesem Bereich fast immer zu groß sind — und zwar sowohl bei der Bakerzyste als auch bei Arthrose im Knie.

Diese zu hohen Spannungen sind häufig das Resultat einseitiger Bewegungen in unserem modernen Alltag.

Hier liegt eine wichtige, oft aber übersehene Ursache deiner Beschwerden. Vor allem der Musculus semimembranosus an der Unterseite deines Oberschenkels und der Musculus gastrocnemius (Wadenmuskel, Zwillingswadenmuskel) verursachen überhöhte Spannungen in der Kniekehle. Ziel unserer Übungen ist es deshalb, die zu hohen Spannungen im Knie, an der Wadenmuskulatur und im Oberschenkel zu reduzieren. So können langfristig auch deine Schmerzen immer weiter abnehmen und hoffentlich ganz verschwinden, auch wenn andere Ursachen für die Bakerzyste eventuell weiter bestehen.

3.2 Diagnose-Stellung: Wie wird die Bakerzyste diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf eine Bakerzyste, wird der Arzt zur Diagnostik dein Bein abtasten (Zyste palpieren). Erhärtet sich der Verdacht einer Kniekehlenzyste, wird eine Sonographie (Ultraschall) durchgeführt. Ultraschall hat sich zur Abklärung verschiedener Krankheiten im Knie bewährt. Eine Bakerzyste lässt sich sonographisch gut darstellen, denn sie zeigt auf dem Ultraschallbild eine glattwandige Begrenzung.5) Ein genaues Bild über die Ausmaße der Zyste liefert auch ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Bewegungsapparates. Röntgenaufnahmen auf zwei Ebenen kommen in der Diagnostik ebenfalls zum Einsatz.

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4. Behandlungsmöglichkeiten einer Bakerzyste


In diesem Kapitel verraten wir dir, welche Behandlungsmöglichkeiten bei einer Bakerzyste bestehen. Vielleicht ist bei dir ja bereits eine Operation im Gespräch? Gerade dann möchten wir dir eine echte Alternative aufzeigen — ohne OP und Schmerzmittel.

Wir erklären dir zunächst, wie wir mit der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht bereits bei vielen Betroffenen mit Bakerzyste eine deutliche Schmerzlinderung erzielen konnten. Darüber hinaus stellen wir dir kurz einige gängige Therapien der herkömmlichen Medizin vor. So kannst du am Ende selbst entscheiden, welchen Behandlungsweg du gehen möchtest.

4.1 Behandlung der Bakerzyste mit der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht

Bereitet deine Bakerzyste schmerzen und du sitzt viel? Hier besteht ein Zusammenhang: Deine Faszien in der Kniekehle passen sich nämlich an deine bevorzugte Körperposition — das Sitzen — an.

  • Wenn du das Knie dauernd beugst, verfilzen die Faszien in der Kniekehle und reizen die Bakerzyste umso mehr.
  • Auch der Musculus semimembranosus an der Unterseite deines Oberschenkels zieht in die Kniekehle und verursacht dort Spannungen.
  • Im Laufe der Zeit wird die popliteale Zyste dick, entzündlich und schmerzhaft.
  • Außerdem nehmen das Druck- und Spannungsgefühl und deine Schmerzen in der Kniekehle immer weiter zu.

Unser Ziel ist es daher, mit den Übungen die zu hohen Spannungen in deiner Kniekehle zu normalisieren und somit den Druck von der Bakerzyste zu nehmen.

Menisken und andere Teile des Knies sind anatomisch dargestellt und bezeichnet

© Viktoriia Pachenko (bearb.) | shutterstock.com

Vereinfachte Darstellung der Knieanatomie, die einzelnen Bestandteile sind jeweils beschriftet. Zu sehen sind Muskeln, Knorpel, Knochen, Gelenkkapsel (mit Synovialhaut), Sehnen und Schleimbeutel.

© elenabsl | fotolia.com

Exkurs zur Funktion des Knies — Aufbau eines Gelenks:

Dein Kniegelenk besteht aus dem Oberschenkelknochen (Femur), der in zwei knorpelüberzogenen Fortsätzen endet. Diese Fortsätze rollen auf dem Knorpel des Schienbeinplateaus (Tibia) ab. An der Vorderseite des Oberschenkelknochens verläuft die Patellasehne, an deren Rückseite sich die Kniescheibe (Patella) befindet. Auf dem Schienbeinknochen (Fibula) liegen, von Bändern eingefasst, der Innenmeniskus (Lateral Meniscus) und der Außenmeniskus (Medal Meniscus). Außen an deinem Knie verläuft ein schmales Band zwischen Oberschenkel und Schienbein und auf der Innenseite ein breites Band. Beide Bänder (Kollateralbänder/Medial Collateral Ligaments) verleihen deinem Knie seitliche Stabilität. Zusätzlich befindet sich vorne und hinten in der Kniekehle jeweils ein Kreuzband (Cruciate Ligament).

Umgeben wird das gesamte Gelenk von einer weiten Gelenkkapsel, die bei Streckung angespannt und bei Beugung schlaff ist. Die Synovialhaut der Gelenkkapsel produziert die sogenannte Synovialflüssigkeit, die als Gelenkschmiere zwischen den Knochen fungiert, und stellt Eiweißbausteine für die Ernährung des Knorpels bereit. Werden beide Knochen zu stark aufeinander gezogen, wird der Knorpel des Knies geschädigt und Arthrose entsteht.

Quälst du dich bereits seit längerer Zeit mit einer Bakerzyste herum und steht eine Operation im Raum? Dann probiere doch zunächst Folgendes aus:

  • Stelle dich mit durchgestreckten Beinen hin und beuge dich mit geradem Rücken so weit nach vorne, dass du in der Kniekehle einen Dehnungsschmerz spürst. Dieser sollte allerdings nicht so groß sein, dass du vor lauter Anstrengung nicht mehr ruhig atmen kannst.
  • Halte die Dehnung mehrere Minuten lang und richte dich dann wieder auf. Ist der Schmerz weniger geworden? Dann ist eine Operation höchstwahrscheinlich gar nicht notwendig. Mit gezielten Übungen können mit der Zeit nicht die Schmerzen verschwinden. Klappt dies nicht, kannst du dich später immer noch für eine Operation entscheiden.

4.2 Behandlung der Bakerzyste in der herkömmlichen Medizin

Prinzipiell wird in der herkömmlichen Medizin zwischen symptomatischen und kausalen Behandlungen unterschieden. Symptomatische Behandlungen lindern die Beschwerden der Patienten. Kausale Behandlungen packen das Problem an der Wurzel und versuchen, es zu beseitigen. Schulmedizinisch bedeutet dies bei der Bakerzyste auch oft: Operation. Dass jedoch eine OP nicht immer zwingend ist, um die Ursache der Kniekehlenzyste effektiv anzugehen, haben wir bereits im Abschnitt zuvor erläutert.

Folgende gängige Therapien kommen in der Behandlung einer Bakerzyste zum Einsatz:

Verschiedene Medikamente in einer Hand

Medikamente und Homöopathie: Viele Ärzte versuchen es zunächst mit entzündungshemmenden Medikamenten. Auch Kortison kommt häufig zum Einsatz — mit zum Teil problematischen Folgen.6) Auf lange Sicht schädigt Kortison nämlich die Sehnen in deinem Körper, sodass der Wirkstoff auf keinen Fall als Dauerlösung dient.
Bei homöopathischen Behandlungen, die meist begleitend zu anderen Behandlungen stattfinden, wird oft das entzündungshemmende Arnika empfohlen.

Zeichnung zur Physiotherapie zur Besserung der Beschwerden bei einer Bakerzyste

Physiotherapie: Spezielle Übungen für das Bein mit Zyste können helfen, die Symptome zu lindern. Da die Zyste allerdings oft in Kombination mit anderen Läsionen (Schäden) am Knie wie Arthrose, Meniskusschäden, Meniskusriss oder Arthritis auftritt, sollten die Übungen jeweils auf das individuelle Beschwerdebild des Patienten abgestimmt sein. Mit dem Training werden auch die anderen Schwachstellen angegangen.

Hyaluronsäure-Spritzen zur Behandlung von Hallux rigidus

© edwardolive | fotolia.com

Punktion: Eine direkte Punktion der Poplitealzyste mit einer Nadel ist nur bei praller Füllung sinnvoll. Es besteht dabei immer die Gefahr, mit der Nadel umliegende Gefäße oder Nerven zu verletzen. Zudem ist eine Punktion in vielen Fällen keine Dauerlösung. Mit der Zeit füllt sich der entstandene Hohlraum wieder und die Zyste bereitet erneut Beschwerden. Viele wünschen sich daher eine dauerhafte Entfernung.

Eine orangefarbene Flüssigkeit wird in ein Knie gespritzt.

© romaset | fotolia.com

Verödung: Eine weitere Möglichkeit liegt darin, den Übergang zwischen Zyste und Gelenk zu vernähen oder zu veröden. Auf diese Weise kann keine neue Gelenkflüssigkeit in die Zyste nachfließen. Die Zyste wird dabei nicht herausoperiert. Da sie sich nicht mehr mit Flüssigkeit füllen kann, bereitet sie den Patienten auch keine Beschwerden mehr.7) Dies ist unter allen herkömmlichen Methoden die einzige, die eine Bakerzyste dauerhaft beseitigen kann.

Ärzte bei einer Operation

Operation: Üblicherweise werden Bakerzysten offen reseziert, also herausgeschnitten. Bei der offenen Zystenresektion kommt es allerdings zu hohen Rezidivraten, d. h. Rückfällen bzw. Neubildungen der Zysten — eine enorme Schwachstelle der operativen Methode. Eine Alternative bietet die arthroskopische Operation (Arthroskopie). Bei der Arthroskopie wird das Arthroskop (Gerät zur Gelenkspiegelung) unterhalb des hinteren Kreuzbandes in einem Hohlraum ins Knie eingeführt. Mit einem speziellen Instrument, dem Shaver, wird Druck von der Zyste genommen. Auch hier besteht die Gefahr, Nerven oder Gefäße zu verletzen und so die Knieschädigung sogar noch zu verschlimmern.8)

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5. Übungen zur Selbsthilfe bei Bakerzyste


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Du bist deiner geschwollenen Bakerzyste nicht hilflos ausgeliefert. Ganz im Gegenteil: Mit gezielten Übungen kannst du deine Beschwerden selbst lindern — schnell, einfach und von zuhause aus. Wie das geht? Schau dir dazu die wichtigste Übung mit passender Anleitung an. Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht zeigt dir zusammen mit Ina, wie du sie richtig ausführst. Viel Erfolg!

Noch ein kurzer Hinweis: Falls du unsere Übungen bisher nicht kennst, dann lies dir bitte zuerst unsere Checkliste unter der Übungsbeschreibung durch.

Dehnübung mit Schlaufe und Mini-Rolle

Ina streckt ihr Bein aus und dehnt mit Hilfe der Übungsschlaufe die gesamte Beinrückseite

Für diese Übung setzt du dich auf den Boden und streckst das betroffene Bein aus. Bein und Knie sollten vollständig aufliegen. Du wirst feststellen, dass sich dein Fuß dadurch hebt. Um ihn zu stützen, nutze einfach unsere Mini-Rolle oder ein Buch und lege deine Ferse darauf ab.

Nimm jetzt unsere Schlaufe zur Hand und lege den kleinen Teilbereich um die Zehen-Grundgelenke bzw. den vorderen Fuß. Ziehe in der ersten Phase den Fuß mithilfe der Schlaufe an dich heran. Dafür kannst du gerne deinen Arm strecken und die Schlaufe weit vorne greifen. Du solltest nun ein Ziehen in der Wade spüren. Halte diese Position eine Minute lang.

In der zweiten Phase beugst du deinen Rücken nach vorne und dein gestreckter Arm, der die Schlaufe zieht, geht in die Beuge. Halte die Spannung für zwei bis zweieinhalb Minuten.

Beachte: Während der gesamten Übung sollte der Fuß senkrecht stehen, das Bein vollständig ausgestreckt auf dem Boden liegen und der Rücken eine gerade Haltung einnehmen.

Hast du die Position korrekt eingenommen und machst die Übung richtig, merkst du die Spannung im Bereich deiner Bakerzyste. Damit wird die Durchblutung angeregt und die unnachgiebigen Muskeln und Faszien können wieder flexibler werden.

Du merkst, wie gut dir diese Übung tut? Du willst auch die Spannungen im vorderen Oberschenkel und der Wade gezielt reduzieren, um dich noch besser zu fühlen? In unserem kostenfreien Ratgeber warten die passenden Übungsanleitungen auf dich:

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Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅Orientiere dich immer an deinem persönlichen Wohlfühlschmerz. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung einen intensiven Schmerz spürst, dabei aber noch ruhig atmen kannst und nicht verkrampfst. Du musst den Schmerz also noch gut aushalten können.

✅Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht noch kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Sprich dann am besten mit deinem Arzt, pausiere für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

Mehr über den Autor
Dr. Egbert Ritter, Unfallchirurg und eh. Oberarzt im UKH Salzburg

Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

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Veröffentlicht am: 26.04.2019 | Letzte Aktualisierung: 27.09.2022

Quellen & Studien

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