Bandscheibenvorfall – Welche Symptome zeigen sich?

Typisches Beschwerdebild und überraschende Fakten

Eine Frau hat einen Bandscheibenvorfall und hält sich vor Schmerzen ihre Lendenwirbelsäule, aus der Blitze schießen

(c) metamorworks | shutterstock.com

Musst du bei akuten Rückenschmerzen immer mit einem Bandscheibenvorfall rechnen? Wie kannst du einen Bandscheibenvorfall erkennen? Wann solltest du zum Arzt gehen und wie stellt dieser eine mögliche Schädigung deiner Bandscheiben fest? Antworten auf diese Fragen geben wir dir hier. Außerdem räumen wir mit Vorurteilen zum typischen Beschwerdebild auf.

Wir wollen dir das Wissen für ein schmerzfreies Leben an die Hand geben. Das ist unsere Vision! Denn Unwissenheit macht dich abhängig – abhängig von Ärzten, Schmerzmitteln oder Operationen. Unwissenheit führt zu falschen Entscheidungen, die nicht wieder rückgängig zu machen sind und deinem Körper schaden können. Genau das wollen wir verhindern.

Rückenschmerzen gleich Bandscheibenvorfall?

Nicht selten kommt der Rückenschmerz wie aus heiterem Himmel. Er schießt in den Körper, wenn du dich beim Sport unbedacht bewegst oder einfach eine Wasserkiste ins Auto heben willst. Verschwinden will er nicht so schnell. Im Gegenteil: Die Schmerzen verstärken sich immer mehr. Du kannst dich vielleicht kaum noch bewegen und bist im schlimmsten Fall sogar ans Bett gefesselt.

Nur zu vier Prozent steckt hinter Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall

So wie dir, geht es vielen. Akute oder chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern überhaupt. “Nicht spezifischer Kreuzschmerz” bzw. “degenerative Prozesse der Bandscheiben oder Facettengelenke” lautet die Diagnose im Fachjargon. 90 % dieser Patienten sind ihre Beschwerden nach spätestens vier Wochen ohne besondere Behandlung wieder los. 1)

❓Welche Beschwerden verursacht ein Bandscheibenvorfall❓

Beim Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps, Diskusprolaps) liegen die Dinge etwas anders. Hier handelt es sich aus herkömmlicher Sicht um einen sogenannten “symptomatischen Rückenschmerz”. Hinter dem Schmerz wird demnach eine konkrete Ursache vermutet. Zusätzlich können weitere Strukturen deines Rückens, beispielsweise Nerven oder Nervenwurzeln, betroffen sein. Strahlen die Schmerzen in Arme oder Beine aus und kommen Taubheitsgefühl oder Kribbeln dazu, kann ein Bandscheibenvorfall dahinterstecken. Welche Beschwerden auftreten und wie heftig sie sind, hängt von der Stelle ab, an der es dich erwischt hat.

Wo treten Bandscheibenvorfälle am häufigsten auf?

Prinzipiell kann ein Bandscheibenvorfall in jedem Abschnitt der Wirbelsäule auftreten. Etwa zwei Drittel aller Bandscheibenvorfälle kommen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal) vor. 90 Prozent davon betreffen Areale, die in räumlichem Kontakt zum Becken stehen. Vor allem die Bandscheiben zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) und zwischen dem 5. Lendenwirbel und 1. Kreuzwirbel sind betroffen (L5/S1). 2) Während Vorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakal) eher selten sind, ist die Halswirbelsäule (zervikal) zu etwa 30 Prozent involviert. Statistisch gesehen leiden Männer häufiger an einem Bandscheibenvorfall als Frauen, hauptsächlich im Alter von 46 bis 55 Jahren. 3)

Typische Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Zu den häufigsten Symptomen bei einem Bandscheibenvorfall zählen:

  • Rückenschmerzen, die plötzlich auftreten und bei Belastung/Bewegung zunehmen. Niesen und husten verstärken den Schmerz typischerweise.
  • Verhärtete Rückenmuskulatur im betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich (LWS):
    • Ausstrahlender Schmerz ins Gesäß oder Bein, ähnlich wie bei einer Ischialgie (Hexenschuss)
    • Neurologische Zeichen/Gefühlsstörungen:
      • Kribbeln im Bein (Gefühl von “Ameisen auf der Haut”, “Nadelstichen”, “Strom im Körper”)
      • Taubheitsgefühl im Bein und Lähmungen der Beinmuskeln.
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS):
    • Nackenschmerzen, Kopfschmerzen
    • Ausstrahlender Schmerz in Arm oder Hand
    • Neurologische Zeichen:
      • Kribbeln im Arm
      • Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in Arm oder Hand, Muskelschwäche im Arm

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

In besonders schlimmen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall das Rückenmark oder die Nervenstränge (Spinalnerven) derart einklemmen, dass es zu einem sogenannten Querschnitts-Syndrom kommt. Lähmungen und Sensibilitäts-Verlust sind die Folge. Auf deiner Haut würdest du dann beispielsweise weder Berührungen noch Schmerz spüren. Liegt ein “Cauda-Syndrom“ vor, kannst du Stuhl und Harn nicht halten und bemerkst eventuell ein Taubheitsgefühl im Genitalbereich.

Generell gilt: Solche schweren Bandscheibenvorfälle mit gravierenden Nervenschädigungen sind äußerst selten. Stellst du bei dir allerdings ausgeprägte  Lähmungserscheinungen, Muskelschwäche oder eine Stuhl-/Harninkontinenz fest, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen!

Verursacht jeder Bandscheibenvorfall Symptome?

Wie gesagt: Schwere Ausprägungen eines Bandscheibenvorfalls sind äußerst selten. Viel häufiger ist das Gegenteil der Fall: Auch bei langjähriger Fehlbelastung werden Bandscheibenvorfälle oft zufällig entdeckt, da der Betroffene über keinerlei Beschwerden klagt.

Wusstest du, dass jeder Dritte Deutsche um das 30. Lebensjahr Auffälligkeiten an der Bandscheibe oder gar einen Vorfall hat  – ohne jedoch über Rückenschmerzen zu klagen? Unter den 60-jährigen ist diese Zahl sogar doppelt so hoch. Mehr noch: Bei 75 % aller 28-jährigen sind bereits leichte Risse in den Bandscheiben festzustellen. 4)

Zugegeben: Falls du gerade mit höllischen Schmerzen an deinem Computer oder Smartphone sitzt, bringen dir die Ergebnisse solcher Studien nicht viel. Oder etwa doch? Drängt sich hier nicht die Vermutung auf, dass deine Schmerzen einen ganz anderen Auslöser haben könnten als das, was Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen über deine Bandscheiben und Nerven verraten? Wir von Liebscher & Bracht sind davon überzeugt. Im Kapitel Ursachen eines Bandscheibenvorfalls erfährst du, woher deine Schmerzen in den meisten Fällen wirklich kommen.

🔎 Wie wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Wenn du dich dazu entschieden hast, einen Arzt aufzusuchen, wird dieser dich zunächst nach deinen Beschwerden fragen. Du solltest ihm erzählen, wo genau dein Schmerz auftritt, wie er sich beschreiben lässt und seit wann er besteht. Wichtig für den Arzt ist auch, ob sich deine Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verstärken und ob du noch weitere Symptome bemerkst.

Nach dem Gespräch wird der Arzt vermutlich einige neurologische Untersuchungen bei dir durchführen. Da viele Ärzte deine Schmerzen mit Nervenreizungen oder Nervenschädigungen in Verbindung bringen, zielen diese Tests darauf ab, den genauen Ort einer möglichen Verletzung zu bestimmen. Überprüft werden vor allem deine Reflexe und deine Beweglichkeit.

Vermutet der Arzt bei dir einen Bandscheibenvorfall, wird er zur genauen Diagnose eine Röntgenuntersuchung anordnen. Diese gibt Aufschlüsse über eventuelle Veränderungen an deinen Wirbeln und Bandscheiben. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Computer-Tomographie (CT) oder Myelographie lassen sich darüber hinaus Rückenmark und Nervenwurzeln darstellen.

Röntgen, MRT und CT sind “blind” für die wirklichen Ursachen

So hilfreich diese Verfahren im Einzelfall sein können, so begrenzt ist zumeist ihr Nutzen für eine sinnvolle Behandlung deiner Schmerzen. Zu dieser Erkenntnis gelangen Teile der Schulmedizin inzwischen selbst:

Die Korrelation der Befunde in der Bildgebung mit den klinischen Beschwerden ist nicht gut. Oft werden Befunde in der MRT-Untersuchung überbewertet [und] tragen zur Verunsicherung der Patienten […] bei. 5)

Mit anderen Worten: Das, was auf den Bildern zu sehen ist, hat oft gar nichts mit dem zu tun, was sich als Schmerzen bei dir bemerkbar macht. Uns von Liebscher & Bracht überrascht dieses Urteil nicht. Denn überspannte Muskeln und Faszien bleiben bei den bildgebenden Verfahren quasi unsichtbar. Unserer Erfahrung nach lösen aber genau diese “Fehlspannungen” deine Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall aus. Alle Infos dazu geben wir dir im Kapitel Ursachen eines Bandscheibenvorfalls.

📌 Zusammenfassung

Bei einem Bandscheibenvorfall strahlen Schmerzen typischerweise in Arme oder Beine aus. Symptome wie Kribbeln und Taubheitsgefühl können dazukommen. Am häufigsten treten Vorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Nur selten handelt es sich dabei um medizinische Notfälle, die einer Operation bedürfen. Ganz im Gegenteil: Viele Bandscheibenvorfälle werden „zufällig“ entdeckt, da sie überhaupt keine Beschwerden verursachen. Unabhängig davon sind die Befunde aus MRT und Röntgen mit Vorsicht zu genießen: Auch wenn sich deine Bandscheiben sichtbar verändert haben, ist dies in den allermeisten Fällen nicht der Grund für deine Schmerzen. Nach unserer Erfahrung stecken muskulär-fasziale Überspannungen dahinter. Diese bleiben in der bildgebenden Diagnostik „unsichtbar“.

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