Kostenfreier Ratgeber

Die 4 effektivsten Übungen gegen Zähneknirschen:

Download Ratgeber Zähneknirschen Liebscher & Bracht
Jetzt runterladen

Knirschschiene: Welche hilft bei Zähneknirschen?

Knirschschiene, Zahnschiene, Beißschiene, Nachtschiene und viele mehr – wer mit den Zähnen knirscht, soll oft eine Schiene tragen. Ihre Funktion ist ganz einfach: Sie soll deine Zähne vor Abnutzung schützen.

Bevor du lange nach der richtigen Schiene gegen Zähneknirschen suchst, liest du hier, was eine gute Aufbissschiene können muss. Außerdem gibt es eine hilfreiche Alternative, wenn du nicht dein Leben lang eine Knirschschiene tragen willst.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller-Autor & Schmerzspezialist

Ein weißer Haken ist in einem khaki-farbenen Schild zu sehen.

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter

Mehr erfahren
Ein junges Mädchen hält eine Knirschschiene zwischen ihren Fingern und beißt mit ihren Zähnen symbolisch darauf.

© Diana_pole | shutterstock.com

1. Ursachen für Kieferschmerzen und Zähneknirschen


Um den Mund zu öffnen oder zu schließen, sind viele Muskeln aktiv. Das Kiefergelenk wird hauptsächlich von den vier Kaumuskeln bewegt.

Die anatomische Grafik zeigt den Schädel eines Menschen. Dort sind die vier Kaumuskeln zu sehen: Musculus masseter, musculus temporalis, musculus pterygoideus lateralis, musculus pterygoideus medialis.
  • Den Kiefer öffnet vor allem der äußere Flügelmuskel (M. pterygoideus lateralis). Außerdem ist er für seitliche Mahl- und Gleitbewegungen zuständig und kann den Unterkiefer vorschieben.
  • Den Kiefer schließen der Kaumuskel (M. masseter), der Schläfenmuskel (M. temporalis) und der innere Flügelmuskel (M. pterygoideus medialis). Sie können zusammen eine enorme Kraft erzeugen. Der Kaumuskel ist im Verhältnis zu seiner Größe der stärkste Muskel im menschlichen Körper.1)

Bewegung ist wichtig – auch für das Kiefergelenk. Denn all unsere Muskeln sind von elastischem Bindegewebe (Faszien) umgeben. Jedes Mal, wenn du den Mund öffnest oder schließt, werden Muskeln und Faszien gestreckt oder zusammengezogen.

Heutzutage nutzen wir unsere Kaumuskulatur jedoch oft zu wenig. Das meiste Essen wird weich gekocht und die Lebensmittel klein geschnitten. Es fehlen große Bewegungen und intensives Kauen. Wenn wir die möglichen Gelenkwinkel des Kiefers nicht nutzen, werden die Muskeln und Faszien unnachgiebig. Man könnte sagen, sie „verkürzen“. Das ist oft die entscheidende Ursache für das Zähneknirschen.2)

2. Wie helfen Schienen gegen Zähneknirschen?


Wer an Bruxismus leidet, knirscht häufig nachts mit den Zähnen. Einige Menschen pressen auch am Tag unbewusst ihre Zahnflächen aufeinander.3)

Weil beim Zähneknirschen die Kaumuskulatur aktiv ist, ohne dass wir es bemerken, kann das Gebiss beschädigt werden.

Der Zahnschmelz ist die äußere Schutzschicht unserer Zähne. Sie ist besonders hart, kann aber auf Dauer abgerieben und somit zerstört werden. Darunter liegen weichere Schichten, die sehr empfindlich sind. Deshalb tragen viele Menschen nachts eine Aufbissschiene, um Zahnschäden und Schmerzen zu vermeiden.

2.1 Funktion und Effekt einer Knirschschiene

Der Einsatz von Knirschschienen ist eine sogenannte palliative Behandlung. Das heißt, die Schienen können dich nicht vom Zähneknirschen befreien, sondern sollen begleitende Beschwerden lindern. Weil Bruxismus als unheilbar gilt, schützt die Kunststoffschiene eigentlich nur deine Zähne. Deshalb beginnen viele Menschen wieder zu knirschen, sobald sie ihre Zahnschiene absetzen.4) Dennoch übernimmt die Krankenkasse meist die Kosten für solche Aufbissschienen, wenn der behandelnde Zahnarzt eine entsprechende Diagnose stellt.

Die schützende Wirkung von Knirschschienen umfasst vor allem zwei Aspekte.

  • Zahnsubstanz schützen
  • Funktionsmuster der Kaumuskeln ändern

Im Vordergrund steht immer der Schutz deiner Zähne. Die Schienen sind aus hartem Kunststoff und liegen über den Zahnflächen. Dadurch sind die Zähne nicht mehr in Kontakt. Wenn du sie aufeinanderpresst und knirschst, beschädigst du nicht die Zahnsubstanz, sondern das Material der Schiene.5)

Früher oder später geht jede Knirschschiene kaputt. Der Zahnschmelz ist das härteste Gewebe im menschlichen Körper. Dem sind dünne Plastikschienen auf Dauer nicht gewachsen.

Anfangs verursacht die Aufbissschiene beim Tragen ein komisches Gefühl im Mund. Sie ist deshalb ein Störfaktor und beeinflusst deine neuromuskulären Reflexe. Das heißt, sie kann die Ansteuerung (Rekrutierung) der Kaumuskulatur verändern.6) So lassen sich die unbewussten Funktionsmuster – zumindest kurzfristig – durchbrechen. Du hörst für eine Weile auf, mit den Zähnen zu knirschen. Die Kaumuskeln können sich entspannen und die Kiefergelenke werden entlastet.7)

Wenn du den Kiefer im Alltag nicht ausreichend bewegst, bleiben die muskulär-faszialen Spannungen aber bestehen und belasten deine Kaumuskulatur. Langfristig gewöhnst du dich an die Knirschschiene und ihre störende Wirkung entfällt. Weil die Ursache nicht behoben ist, fangen die meisten Menschen trotz Aufbissschiene dann erneut mit dem Zähneknirschen an.

Zahnschienen mit Biofeedback wirken anders. Diese Schienen sind kleine elektrische Geräte. Sie sollen ihren Träger mit Ton und Vibration darauf hinweisen, wenn er die Zähne zusammenpresst. Die langfristigen Effekte von Biofeedback-Schienen sind noch nicht erforscht.8) Zudem sind solche Zahnschienen weniger robust als andere Modelle und selbst diese werden oft zwischen den Zähnen zerrieben.

Weil es sich um ein elektrisches Gerät handelt, das du im Mund trägst, können wir Biofeedback-Schienen nicht empfehlen. Denn es besteht ein gewisses Risiko. Wenn du die Schiene einmal durchbeißen solltest, könnten Einzelteile oder die leichte elektrische Spannung für Verletzungen im Mund sorgen.

2.2 Modelle: So wirken verschiedene Zahnschienen

Unabhängig von ihrem Typ oder Modell erfüllt jede Knirscherschiene denselben Zweck, erklären die zahnmedizinischen Fachgesellschaften in ihrer Leitlinie zum Zähneknirschen (Bruxismus).9) Es geht vor allem darum, die Zahnsubstanz und deine Kaumuskeln zu schonen, wenn du mit den Zähnen knirschst.

Die einzelnen Ausführungen und Modelle haben unterschiedliche Vorteile.

  • Harte Schienen oder weiche Schienen? Beide Varianten können Gelenk- und Muskelschmerzen senken. Allerdings sorgen weiche Knirscherschienen in manchen Fällen dafür, dass die Kaumuskelaktivität eher zunimmt. Daher sind weiche Aufbissschienen bei Bruxismus nicht zu empfehlen.10) Wegen der geringen Nebenwirkungen sind harte Knirschschienen besser geeignet, besonders wenn du sie über längere Zeit tragen musst.11)
  • Zudem beeinflusst die Höhe der Aufbissschiene ihre Wirksamkeit. In Untersuchungen konnten Schienen mit einer Erhöhung von sechs Millimetern die Aktivität der Kaumuskeln besser reduzieren als niedrigere Aufbissschienen mit drei Millimetern.12)
  • Wenn die Schiene über den Schneidezähnen erhöht ist, spricht man von einem „Front-Jig“. Diese Konstruktion kann die Kraft beim Zähneknirschen um 70 Prozent reduzieren.13) Das schont die Zähne beim Knirschen. Aber: Der punktuelle Druck auf die Frontzähne verursacht bei längerem Gebrauch eine Zahnstellungsänderung. Dabei verschieben sich die Schneidezähne. Die deutschen Fachgesellschaften für Zahnmedizin empfehlen daher, eine Schiene mit Front-Jig nur kurzzeitig zu tragen.14)
  • Individuelle Knirscherschienen werden in adjustierte und nicht-adjustierte Schienen unterschieden. Die nicht-adjustierten Miniplastschienen sind ein einfacher Kunststoffüberzug, der über die Zahnbögen gelegt wird. Dagegen sind adjustierte Aufbissschienen etwas komplexer. Bei ihrer Herstellung berücksichtigen Zahntechniker die Ruhelage der Kiefergelenke und arbeiten Kerben und Rillen in die Schiene ein. Dadurch soll die adjustierte Schiene helfen, deine Bisslage zu korrigieren und so auch gegen andere Kieferbeschwerden wirken.

Während man früher davon ausging, dass eine Störung im räumlichen Verhältnis der Zähne (Okklusion) der Grund für das Zähneknirschen sei, gilt diese Theorie heutzutage als widerlegt. Daher soll eine Knirschschiene deine Zähne vor allem gegen Abnutzung schützen. Angepasste Zahnschienen können notwendig sein, wenn Begleiterscheinungen oder eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) hinzukommen. In diesen Fällen fertigen Zahntechniker mit einem Abdruck von deinem Gebiss spezielle Schienen an, die auch Fehlstellungen der Zähne beseitigen. Daher solltest du dich vor dem Kauf einer Zahnschiene von deinem Zahnarzt beraten lassen.

In Kombination mit Massagen können Aufbissschienen gegen Kieferschmerzen helfen, die durch das Zähneknirschen entstehen. Das konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden. 15)16) Dazu empfehlen wir einfache Faszien-Rollmassagen, die du selbst lernen und anwenden kannst. Schaue dazu in unseren Artikel über Entspannungsübungen gegen Zähneknirschen.

3. Alternativen zur Knirscherschiene


Wenn du nicht bis ins hohe Alter eine Knirscherschiene tragen willst, solltest du die Ursache des Zähneknirschens behandeln. Die Schiene schützt schließlich nur vor einem Abrieb der Zahnsubstanz. Das Knirschen selbst ist eine muskuläre Aktivität.

Um die muskulär-faszialen Spannungen der Kaumuskulatur zu senken, musst du deinen Mund weit öffnen und in allen Gelenkwinkeln bewegen.

Wie bei allen anderen Körperteilen sind Dehnübungen der Schlüssel zu mehr Beweglichkeit und Schmerzfreiheit. Im Video zeigt dir Roland Liebscher-Bracht, wie du deine Kaumuskulatur effektiv dehnst, damit du dich von Spannungen, Schmerzen und schließlich von deiner Knirschschiene befreien kannst.

Willst du die schädlichen Spannungen noch schneller senken? Dann empfehlen wir eine Kombination verschiedener Entspannungsübungen. Wenige Minuten am Tag reichen für ein vollständiges und effektives Übungsprogramm.

  • Morgens im Bad kannst du einige Dehnübungen absolvieren – 6 Minuten.
  • Abends auf der Couch machst du eine entspannende Faszien-Rollmassage – 10 Minuten.

Die Anleitungen kannst du dir mit unserem kostenfreien Ratgeber gegen Zähneknirschen herunterladen. Wenn du ihn ausdruckst oder auf dem Smartphone speicherst, kannst du die einzelnen Schritte jederzeit nachlesen. Außerdem findest du im PDF-Ratgeber ein günstiges Angebot für unseren Kieferretter und das Faszien-Rollmassage-Set.

Der Kieferretter:
Deine Alternative zur Aufbissschiene

Zu sehen ist das Kieferretter-Set von Liebscher & Bracht: 2 unterschiedlich hohe Keramikteile mit eingesetzten Aufsätzen, dahinter ein Stoffbeutel zur Aufbewahrung, davor einzelne Korkaufsätze
Eine Frau, deren geöffneter Mund in Großaufnahme zu sehen ist, setzt sich den Kieferretter von Liebscher & Bracht zwischen ihre untere und obere Zahnreihe
Eine Frau, deren geöffneter Mund in Großaufnahme zu sehen ist, hat den Kieferretter von Liebscher & Bracht zwischen ihre untere und obere Zahnreihe eingesetzt

Der Kieferretter: Deine Alternative zur Aufbissschiene

Du möchtest lieber die Ursache für dein Zähneknirschen behandeln als mit einer Aufbissschiene immer nur die Symptome zu unterdrücken? Dann ist unser Kieferretter genau das Richtige für dich! Entspanne deine Kiefermuskeln ganz nebenbei – schon zwei Minuten täglich reichen aus.

Mehr über den Kieferretter erfahren

Hier weiterlesen:

Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

Mehr über den Autor
Dr. Egbert Ritter, Unfallchirurg und eh. Oberarzt im UKH Salzburg

Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am: 25.03.2022 | Letzte Aktualisierung: 26.09.2022

Quellen & Studien

Diesen Artikel teilen

Wenn du unter Zähneknirschen leidest, kann dir dieses Wissen helfen:

Alles über die Ursachen des Zähneknirschens

Häufig liegt die Ursache für Bruxismus in den Kaumuskeln, denn fehlende Bewegungen können hohe Spannungen im Gewebe verursachen. Zudem beeinflussen Stress oder Schlafstörungen die Kaumuskelaktivität.

Ursachen verstehen

Therapie von Bruxismus:
Hausmittel & Behandlungen

Während gängige Behandlungen nur vor dem Verschleiß der Zähne schützen oder Schmerzen unterdrücken, kannst du selbst mit einfachen Übungen gegen das Zähneknirschen vorgehen.

Mehr erfahren

Symptome des Zähneknirschens: Das sind die Folgen

Oft führt Zähneknirschen (Bruxismus) zu Kieferschmerzen oder kaputten Zähnen Andere, schwerwiegende Folgen und Probleme beim Kauen sind möglich. Achte deshalb auf diese Symptome.

Jetzt informieren

Kieferschmerzen schränken den Alltag ein

Wenn dich täglich Kieferschmerzen plagen, hilft es oft, die Kaumuskulatur zu pflegen. Die Ursache sind meist fehlende Bewegungen sowie Spannungen im Gewebe. Erfahre hier, was du dagegen tun kannst.

Kieferschmerzen verstehen

Funktionsstörung im Kiefergelenk: Craniomandibuläre Dysfunktion

Beschwerden im Kiefergelenk können die Bewegung deines Unterkiefers negativ beeinflussen. Kommt es zur craniomandibulären Dysfunktion (CMD), kann das weitreichende Folgen haben.

Hier informieren

Alles über die Ursachen des Zähneknirschens

Häufig liegt die Ursache für Bruxismus in den Kaumuskeln, denn fehlende Bewegungen können hohe Spannungen im Gewebe verursachen. Zudem beeinflussen Stress oder Schlafstörungen die Kaumuskelaktivität.

Ursachen verstehen

Therapie von Bruxismus:
Hausmittel & Behandlungen

Während gängige Behandlungen nur vor dem Verschleiß der Zähne schützen oder Schmerzen unterdrücken, kannst du selbst mit einfachen Übungen gegen das Zähneknirschen vorgehen.

Mehr erfahren

Symptome des Zähneknirschens: Das sind die Folgen

Oft führt Zähneknirschen (Bruxismus) zu Kieferschmerzen oder kaputten Zähnen Andere, schwerwiegende Folgen und Probleme beim Kauen sind möglich. Achte deshalb auf diese Symptome.

Jetzt informieren

Kieferschmerzen schränken den Alltag ein

Wenn dich täglich Kieferschmerzen plagen, hilft es oft, die Kaumuskulatur zu pflegen. Die Ursache sind meist fehlende Bewegungen sowie Spannungen im Gewebe. Erfahre hier, was du dagegen tun kannst.

Kieferschmerzen verstehen

Funktionsstörung im Kiefergelenk: Craniomandibuläre Dysfunktion

Beschwerden im Kiefergelenk können die Bewegung deines Unterkiefers negativ beeinflussen. Kommt es zur craniomandibulären Dysfunktion (CMD), kann das weitreichende Folgen haben.

Hier informieren