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Die Liebscher & Bracht Übungen® bei BWS-Syndrom:

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BWS-Syndrom – Wenn die Brustwirbelsäule blockiert

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & Bestseller-Autor

Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter  Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter

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Mit einem BWS-Syndrom beschreibt man verschiedene Beschwerden und Schmerzen rund um die Brustwirbelsäule (Thorakal-Wirbelsäule). In vielen Fällen stecken muskulär-fasziale Ursachen dahinter: Verhärtete Muskulatur, Muskelverspannungen und eine zu hohe muskulär-fasziale Spannung. Auch degenerative Probleme oder Frakturen an der Wirbelsäule können für die Schmerzen verantwortlich sein.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & SPIEGEL-Bestseller-Autor

Ein weißer Haken ist in einem khaki-farbenen Schild zu sehen.

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter

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Eine Frau hat Schmerzen in der Brust und am Rücken. Mit der rechten Hand fasst sie sich an die Brust und mit der linken versucht sie, an ihre Brustwirbelsäule zu gelangen.

© ShotPrime Studio | shutterstock.com

1. Anatomie des Brustkorbs (Thorax)


Der Brustkorb ist wie eine Rüstung: Vorne in der Mitte sitzt das Brustbein wie ein Schutzschild. An ihm docken die Rippen an, die jeweils links und rechts nach hinten an der Brustwirbelsäule zusammenlaufen. Aber wozu das alles? Unser Brustkorb birgt die Brusthöhle mit:

  • lebenswichtigen Organen – Lunge, Herz, Luft- und Speiseröhre,
  • großen Gefäßen (Aorten und Venen) und
  • unserem großen Atemmuskel, dem Zwerchfell.
Illustration eines Brustkorbs mit Brustbein, Rippen, Zwerchfell und dem Schwertfortsatz.

Der Brustkorb ist eine komplexe Konstruktion aus Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern. Aber nur, weil er wie ein Schutzraum funktioniert, heißt das nicht, dass er ein starres Gebilde abgibt. Denn zugleich ist der Brustkorb flexibel genug, um jede Aufblähung unserer Lungenflügel und unseres Zwerchfells bei der Atmung mitzutragen.

1.1 Die Knochen – das Gerüst

Brustbein (Sternum)

Das Brustbein sitzt mittig vorne am Brustkorb und besteht aus drei platten Knochen:

  • kurzer, dicker Handgriff (Brustheft),
  • langer Brustbeinkörper,
  • länglicher, oft spitz zulaufender Schwertfortsatz.

Seine Funktion besteht darin, das Herz zu schützen. Dieses liegt links hinter dem Brustbein. Außerdem stabilisiert es den Brustkorb, indem es die Andockstellen für die Rippen (Incisura costalis I–VII) und das Schlüsselbein (Incisurae claviculares), das über der ersten Rippe mündet, bietet.

Die Grafik zeigt eine Wirbelsäule, unterteilt in drei Abschnitte: Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule.

Brustwirbelsäule

Die BWS stellt den zweiten von insgesamt 5 Abschnitten der gesamten Wirbelsäule dar. Sie befindet zwischen der Halswirbelsäule (HWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS) und damit auch über dem Kreuz- und Steißbein, die das Ende der Wirbelsäule markieren.

Was ist ihre Funktion und Form?

Zusammen schützen die Wirbelsäulen-Abschnitte das Rückenmark. Mit ihrer doppelten S-Form stabilisiert die Wirbelsäule den Rumpf, damit wir aufrecht gehen können. Die BWS selbst krümmt sich nach hinten. Das nennt sich Kyphose. Diese Krümmung ist besonders bei einem Rundrücken stark ausgeprägt und deutlich zu sehen. Mit ihren 12 Wirbeln bildet die BWS zugleich den längsten Wirbelsäulen-Abschnitt. An ihnen setzen die Rippen an.

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Brustwirbel (Vertebrae thoracicae)

Es gibt 12 Brustwirbel. In der Fachsprache heißen sie auch Thorakal-Wirbel: Das ist ein Verweis auf den Thorax, den Brustkorb, und kommt aus dem Lateinischen. Gekennzeichnet werden die Thorakal-Wirbel mit dem Kürzel „Th“ und der entsprechenden Nummer: Th 1 bis Th 12. Zwischen ihnen sitzen die Bandscheiben. Mehr über den allgemeinen Aufbau unserer Wirbel kannst du in unserem großen Schmerzlexikon-Artikel zu „Rückenschmerzen“ lesen.

Wir betrachten jetzt die Brustwirbel näher. Sie unterscheiden sich von den Wirbeln der HWS und LWS in einigen charakteristischen Merkmalen:1) 2)

  1. Die Wirbelkörper der Brustwirbel sind eher hufförmig.
  2. Weil die Krafteinwirkung von oben nach unten zunimmt, werden sie in Richtung LWS breiter und höher.
  3. Die Dornfortsätze sind lang, schräg und überlappend nach unten gerichtet, sodass sie wie Dachziegel übereinander liegen.
  4. Schräg zur Seite statt rechtwinklig biegen sich die Querfortsätze, die die größte Besonderheit der Brustwirbel ausmachen:
  5. An den Querfortsätzen der Wirbel Th 1 bis Th 10 befinden sich Gelenkflächen speziell für die Rippen. Sie sind Teil des Rippen-Wirbelgelenks. Im Gegensatz zu den Brustwirbeln verfügen die HWS und LWS über keine solchen Gelenkflächen. Sie sind von den Gelenkfortsätzen (Facettengelenke), die alle Wirbel haben, um sie von oben nach unten miteinander zu verbinden, zu unterscheiden. Aufgrund dieses Unterschieds können wir bei einer Wirbelblockade der BWS Beschwerden in der ganzen Brust spüren.
  6. Weitere Gelenkflächen für die Rippen befinden sich am Wirbelkörper links und rechts, jeweils oben und unten. Lediglich Th 1, Th 11 und Th 12 haben nur eine gelenkige Verbindung.
Grafische Darstellung der Wirbel im Vergleich: Lendenwirbel, Brustwirbel und Halswirbel. Der Brustwirbel wird herausgestellt und näher beschrieben und beschriftet. Zu sehen sind Dornfortsatz, Querfortsatz, Facettengelenke, Rippen-Gelenkflächen und Wirbelkörper

© Ellen Bronstayn | shutterstock.com (bearbeitet)

Grafische Darstellung des Brustkorbs und des Aufbaus einer einzelnen Rippe mir Rippenhöckerchen, Rippenhals, Rippenköpfchen, Rippenknorpel, Rippenkörper und Rippenbogen. Zu sehen ist außerdem die Unterscheidung zwischen echten, unechten und fliehenden Rippen

© Satymova Alena + Sonata_V | shutterstock.com (bearbeitet)

Rippen (Costae)

Insgesamt 24 Rippen hat der Mensch. Sie setzen an den Brustwirbeln an: jeweils eine links und rechts. So ergeben sich 12 Rippenpaare, von denen die ersten 10 vorne im Brustbein zusammenlaufen. Jede Rippe besteht aus einem Rippenknochen und vorne aus einem Abschnitt aus Knorpel. Das ist der sogenannte Rippenknorpel.

  • Echte Rippen: Die Rippen eins bis 7 verbinden sich über diesen Knorpel direkt mit dem Brustbein.
  • Unechte Rippen: Die folgenden 3 Rippen, 8 bis 10, sind nur indirekt mit dem Brustbein verbunden. Ihre Rippenknorpel verbinden sich zuerst untereinander und formen einen großen Rippenbogen. Dieser dockt schließlich am Knorpel der 6. Rippe an, der zum Brustbein läuft.
  • Fliehende Rippen: Die Rippen 11 und 12 verbinden sich nicht mit dem Brustkorb.

Die Rippenknochen haben am hinteren Ende ein Rippenköpfchen. Es sieht aus wie ein Keil, weil die Gelenkfläche nach links und rechts schräg abfällt. So kann sich die einzelne Rippe, die genau genommen zwischen den Wirbeln sitzt, je mit einem oberen und unteren Wirbel verbinden (Rippen-Wirbelgelenk). Am Köpfchen schließt sich der Rippenhals an. Danach folgt das Rippenhöckerchen mit einer weiteren Gelenkfläche für die Verbindung mit dem Querfortsatz des oberen Wirbels. Der lange Rippenkörper verläuft leicht gekrümmt nach vorne. Den Raum zwischen den Rippen nennt man Interkostalraum oder Zwischenrippenraum.

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1.2 Gelenke und Muskeln – was die Knochen zusammenhält

Da es sich beim knöchernen Brustkorb ohne die organischen Bestandteile und das Gewebe nur um ein „klappriges Gerippe“ handeln würde, betrachten wir nun die Materialien, die alles zusammenhalten. Unser Hauptaugenmerk gilt vor allem den speziellen Rippengelenken, weil sie bei einer Wirbelblockade eingeschränkt sein können, und den Muskeln, da sie durch Verspannungen eine Wirbelblockade verursachen können und häufig BWS-Schmerzen auslösen.

Gelenke

Das A und O unseres Brustkorbs sind die Rippen-Wirbelgelenke sowie die Gelenke zwischen den Rippen und dem Brustbein. Durch sie erlangt er die nötige Flexibilität, die er braucht, wenn wir atmen. Weiter unten in Kapitel 1.3 „Das Zwerchfell– ein wesentlicher Teil des Brustkorbs für die Atmung“ gehen wir auf das Zusammenspiel von Muskeln und Gelenken bei der Atmung näher ein.

Wie bereits zu den Brustwirbeln geschrieben, verfügen diese über Gelenkflächen am Wirbelkörper und den Querfortsätzen, an denen die Rippen ansetzen können. Und so sieht die Verbindung aller Gelenke aus:

Grafische Darstellung des Rippen-Wirbelgelenks: Ansicht von oben. Zwei Rippen bilden mit dem Brustbein und dem Wirbelkörper der BWS einen geschlossenen Kreis. Daneben sind noch einmal die knorpligen Gelenk-Verbindungen der Rippenenden am Brustbein zu sehen.

© eveleen | shutterstock.com (bearbeitet)

Rippen-Wirbelgelenke

Jede Rippe ist über 2 Gelenke mit den Wirbeln verbunden:

  • Erstes Rippen-Wirbelgelenk: Eine Rippe sitzt zwischen zwei Brustwirbeln, die mit ihren Gelenkflächen oben und unten am Wirbelkörper das Rippenköpfchen aufnehmen. Eine Ausnahme stellen die erste, 11. und 12. Rippe dar. Sie sind mit nur einem Wirbelkörper verbunden.
  • Zweites Rippen-Wirbelgelenk: Dann verbindet sich die Rippe über das Rippenhöckerchen am Rippenhals mit der Gelenkfläche am Querfortsatz desjenigen Brustwirbels, der auf gleicher Höhe liegt. Bei den fliehenden Rippen ist dieses Gelenk nicht vorhanden.

Die Rippen-Wirbelgelenke werden in der Medizin auch als Kostovertebralgelenke bezeichnet.

Gelenke zwischen den Rippen und dem Brustbein

  • Kostochondralgelenke: Das sind die Gelenke zwischen den Rippenkörpern und den Rippenknorpeln.
  • „Brustbein-Rippen-Gelenke“ (Sternokostalgelenke): Die Rippenknorpel stellen hier flexible Verbindungen zum Brustbein her. Diese Flexibilität ist entscheidend bei der Atmung.
  • Interchondralgelenke: Dies bezeichnet Knorpel-Gelenke des Rippenbogens aus den Rippen sechs bis zehn.

Zusammengehalten werden die Gelenkflächen der Rippen-Wirbelgelenke und der Gelenke zwischen den Rippen und dem Brustbein durch Knorpel (unechtes Gelenk) oder Gelenkkapseln (echtes Gelenk). Verstärkend wirken in beiden Fällen Bänder.

Muskulatur

Natürlich gibt es viele verschiedene Muskeln, die sich vor allem in die Gruppen der Brust-, Bauch- und Rückenmuskulatur einordnen lassen. Wir beschränken uns daher auf einen Überblick über die wichtigsten Muskeln, von denen auch einige Teil der Atemmuskulatur sind:

Rückenmuskulatur

Gerade die Rückenmuskulatur hat ihren Ursprung und Ansatz an den Dorn- und Querfortsätzen der Wirbel. Wichtig sind die autochthonen Rückenmuskeln. Sie verlaufen entlang der gesamten Wirbelsäule vom Becken über den Brustkorb bis zum Kopf. Zu ihnen zählen unter anderem alle Muskeln, die jeweils zwischen den Dorn- und Querfortsätzen der Wirbel liegen, um sie der Länge nach zu verbinden. Diese kleinteiligen Muskeln funktionieren wie ein Hebel für die über ihnen liegenden und ansetzenden Rückenmuskeln, zum Beispiel:

  • Breiter Rückenmuskel
  • Trapezmuskel

Brustmuskulatur

Als Brustmuskeln gelten die vorderen, oberen Muskeln, die oft eng mit dem Brustkorb verknüpft sind, sie sind Teil der Atemmuskulatur:

  • Großer Brustmuskel
  • Kleiner Brustmuskel
  • Sägemuskeln
  • Zwischenrippenmuskeln oder Interkostalmuskulatur: zwischen den Rippen, außen und innen.
Illustration des Oberkörpers samt Brustkorb, großem Brustmuskel, kleinem Brustmuskel, Sägemuskel und Zwischenrippenmuskulatur.

Bauchmuskulatur

Die Bauchmuskeln sind die Gegenspieler der Rückenmuskeln:

  • Gerader Bauchmuskel
  • Seitliche Bauchmuskeln

1.3 Das Zwerchfell – ein wesentlicher Teil des Brustkorbs für die Atmung

Die oben aufgeführten Muskeln bilden nicht nur den Brustkorb und schützen die Organe. Einige sind auch Teil der Atemmuskulatur – entweder direkt als Atemmuskel oder als Atemhilfsmuskel. Die Atemmuskulatur setzt also unmittelbar am knöchernen Brustkorb an. Das Zwerchfell stellt hier den wichtigsten Muskel dar.

Illustration eines Brustkorbs mit Brustbein, Rippen, Zwerchfell und dem Schwertfortsatz.

© blamb | shutterstock.com (bearbeitet)

Zwerchfell (Diaphragma)

Dieser Muskel ist rundum am Brustkorb wie eine quer liegende Platte verhaftet. Er bildet nach innen hinter den Rippen eine Kuppel. Den Ansatz hat das Zwerchfell in zwei Strängen links und rechts an den Lendenwirbeln. Ab Höhe der Brustwirbelsäule sind sie miteinander verbunden. Von der Lendenwirbelsäule aus verlaufen die Stränge an beiden Seiten entlang der Rippen und dem knorpeligen Rippenbogen nach vorne, um schließlich an der Rückseite des Schwertfortsatzes am Brustbein „anzukommen“.

Welche Funktion hat das Zwerchfell?

  • Durch seine horizontale Lage im Rumpf trennt es die Brust- und Bauchhöhle voneinander sowie die jeweiligen Organe.
  • Das Zwerchfell ist ein großer Atemmuskel und stabilisiert den Rücken-, Bauch- und Brustmuskeln, indem es sich aufbläht und die Wirbelsäule und Rippen in Position hält. Durch das Aufblähen und Zusammensinken erzeugt das Zwerchfell außerdem den für die Atmung nötigen Unterdruck und Druck.

Was passiert bei der Atmung?

Es gibt zwei Techniken der Atmung: die Brust- und Bauchatmung3). Beide setzen wir bei der normalen Atmung unbewusst ein. Wir können sie aber auch bewusst nutzen, wie bei unseren Übungen gegen deine BWS-Blockade.4) Atemmuskeln sind die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell, Brustmuskel und Sägemuskel fungieren als Atemhilfsmuskeln.

Die Einatmung

  • Brustatmung: Inspiration ist das Fachwort für die Einatmung. Atmen wir ein, ziehen sich die äußeren Zwischenrippenmuskeln der Brustmuskulatur zusammen. Dadurch hebt sich der Brustkorb, was du auch äußerlich sehr gut sehen kannst. Die Rippen rotieren dabei und die gelenkigen Rippenknorpel heben sich, sodass sich das Volumen des Brustkorbs vergrößert. Weil die Lunge an dessen Wand liegt, dehnen sich auch die elastischen Lungenflügel beim Anheben des Brustkorbs aus.
  • Bauchatmung: Zusätzlichen Platz für die Lunge nach unten schafft die Bauchatmung (Zwerchfellatmung). Beim Einatmen zieht sich auch das Zwerchfell zusammen. Seine Kuppel flacht ab und es senkt sich. Die Organe in der Bauchhöhle werden dadurch nach unten gedrückt und der Bauch bläht sich auf. So entsteht in der Brusthöhle ein Unterdruck und die Lunge kann frische Luft einsaugen.

Die Ausatmung

Während die äußeren Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell beim Einatmen angespannt sind, entspannen sie nun. Das Zwerchfell nimmt wieder seine Kuppel-Form an und drückt nach oben in die Brusthöhle. Die inneren Zwischenrippenmuskeln ziehen den Brustkorb nach unten und der Rippenknorpel senkt sich wieder. Damit verkleinert sich der Brustraum. Die Folge: Luft wird aus den beiden Lungenflügeln gepresst. Diesen Vorgang nennen Mediziner Exspiration.

Du kannst auch aktiv und kraftvoll ausatmen. Dann spannen sich die Atemhilfsmuskeln der Bauchmuskulatur an und erzeugen zusätzlichen Druck von unten gegen das Zwerchfell.

Grafische Darstellung der Ein- und Ausatmung: Eine Frau steht seitlich und man sieht mittels blauer Pfeile bei der Einatmung, wie die Luft in die Lungenflügel strömt, während das Zwerchfell nach unten geht, deutlich gemacht durch einen roten Richtungspfeil. Das Gleiche bei der Ausatmung: Luft strömt aus der Lunge aus. Das macht ein blauer Richtungspfeil aus dem Mund deutlich. Das Zwerchfell, mit einem roten Pfeil nach oben hervorgehoben, bewegt sich nach oben in die Brusthöhle.

© NoPainNoGain | shutterstock.com (bearbeitet)

Die besten Tipps und Tricks bei einem BWS-Syndrom

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2. Entstehung & Ursachen des BWS-Syndroms


Unser Brustkorb ist stark und stabil, um die lebenswichtigen Organe in der Brusthöhle zu schützen. Gleichzeitig sitzen an ihm die Atemmuskeln. Das bedeutet, unser Brustkorb muss auch flexibel sein. Das ermöglichen die vielen muskulären und gelenkigen Verbindungen.

Ist nur einer der flexiblen Bestandteile verletzt oder in seiner Funktion beeinträchtigt, kann dies die Funktionsweise des gesamten Brustkorbs behindern. Und genau das ist bei einer BWS-Blockade der Fall. Eine sehr häufige Ursache liegt also in muskulär-faszialen Problemen.

Hinzu kommen:

  • entzündliche,
  • degenerative und
  • infektiöse Erkrankungen, die zu Wirbelblockaden führen können. Das hat gegebenenfalls Auswirkungen auf das gesamte Gelenksystem, kann Störungen an den Nerven sowie Beschwerden und Behinderungen im Brustraum hervorrufen.5)

2.1 Muskulär-fasziale Spannung und Verklebungen 

An der Haltung des Rumpfs und an der Atmung sind ähnliche Muskelgruppen beteiligt. Wenn diese Muskeln unter hohen Spannungen oder fehlender Elastizität leiden, kann ein BWS-Syndrom entstehen. Gründe für muskulär-fasziale Probleme können einseitige Bewegungen, eine falsche Körperhaltung und Bewegungsmangel sein.

Die gezeichnete Grafik zeigt eine Frau, die in gebeugter Haltung vor dem Bildschirm sitzt. Im oberen und unteren Bereich der Wirbelsäule sind Blitze eingezeichnet, die die Rückenschmerzen verdeutlichen.

Einseitige Bewegungen

Der Zusammenhang zwischen Schmerzen und sitzenden Tätigkeiten ist mittlerweile bekannt.6) Vor allem Personen, die im Büro arbeiten und mehrere Stunden am Tag nur sitzen, haben ein erhöhtes Risiko, beispielsweise Rückenschmerzen zu bekommen. Das andere Extrem sind körperlich anstrengende und einseitige Tätigkeiten.7)

Egal ob im Büro, im Auto oder in der Pflege: Bei all diesen Tätigkeiten befinden sich die Arme vor dem Körper. Der Rumpf selbst wird tendenziell eher nach vorne gebeugt. Das ist sehr einseitig und müsste von den Betroffenen konsequent täglich ausgeglichen werden.

Das Fatale ist:

  • Deine Muskeln und Faszien passen sich an die einseitigen Bewegungen an.8) Die längerfristigen Folgen sind Verspannungen und Verklebungen in der Körpervorderseite. Deine Bauch- und Brustmuskeln samt Faszien werden unelastischer, während sich die Rückenmuskeln darum bemühen, gegen dieses Ungleichgewicht anzukämpfen.
  • Diese hohen Spannungen können Druck auf die Wirbel ausüben. Sie können sich verschieben und verkeilen, was dann zur Wirbelblockade führt.

Flache Atmung

  • Ein unelastisches Zwerchfell kann zu einer flachen Atmung und Symptomen wie Atemnot, Brust- und Rückenschmerzen führen.
  • Ist es unflexibel, ist diese Dehnbarkeit nicht mehr gegeben. Das Brustkorb-Volumen vergrößert sich bei der Einatmung nicht genug, um den Lungenflügeln ausreichend Platz zu machen, damit sie wieder genügend Atemluft aufnehmen können. Auch nach oben kann sich das Zwerchfell nicht mehr aufblähen, um den Ausstoß verbrauchter Luft auszulösen.
  • Die Folge: Der Rumpf wird nicht mehr stabilisiert, Betroffenen fällt es schwer, den Oberkörper aufrecht zu halten. Folglich können sie kaum mehr Belastungen standhalten. Eine Fehlhaltung entsteht, der Brustraum wird eingeengt und das Atmen erschwert.

2.2 Fehlstellungen der Wirbelsäule

Erkrankungen wie Skoliose und Morbus Scheuermann betreffen sehr oft die Brustwirbelsäule, weshalb es dadurch ebenfalls zu einer Wirbelblockade im herkömmlichen Sinne beziehungsweise BWS- und Brustschmerzen kommen kann.

Skoliose

Skoliose ist eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die unter anderem im Bereich der Brust vorkommt. Das kann zu Problemen mit den Atembewegungen führen, weil die inneren Organe in der Brust- und Bauchhöhle eingeengt werden. In unserem großen Schmerzlexikon-Artikel erfährst du mehr über die Wirbelsäulen-Fehlstellung Skoliose.

Morbus Scheuermann

Morbus Scheuermann bezeichnet die krankhafte Veränderung und Verkrümmung der Brustwirbelsäule bei Jugendlichen. Und zwar im Gegensatz zur Skoliose nicht zur Seite, sondern nach vorne. Das bedeutet, die normal vorhandene Krümmung der BWS ist übertrieben ausgebildet. Es liegt eine Tendenz zum Rundrücken (Hyperkyphose) vor. Die Folge durch die Überlastung des Rückens können Wirbelblockaden, Rückenschmerzen, Schmerzen beim Atmen, Bandscheibenvorfälle und Beschwerden im Brustbereich sein. Auch Lungenerkrankungen können entstehen, weil der Druck auf die inneren Organe zunimmt.9) Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel über Morbus Scheuermann.

Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Kamera auf einem Behandlungstisch. Der Oberkörper ist frei. Eine Wirbelsäule, die leicht zur Seite geneigt ist auf dem Rücken eingezeichnet. Ein Therapeut im blauen T-Shirt tastet den Rücken der Frau ab.

© Albina Glisic | shutterstock.com

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2.4 Entzündungen

Entzündungen an der Brustwirbelsäule können von Viren oder Bakterien verursacht werden. Eintritt in unser System erlangen die Fremdkörper beispielsweise durch offene Körperstellen. Über die Blutbahnen können sie bis zur Wirbelsäule, zum Rückenmark, zu den Bandscheiben, Gelenken, Weichteilen (Muskel, Bänder, Nerven), Wirbelkörpern oder in den Spinalkanal gelangen und dort die Strukturen angreifen. Solche Entzündungen können sogar ganze Wirbelkörper zerstören. Mögliche entzündliche Ursachen sind auch Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen. In diesem Fall greifen die Abwehrzellen den eigenen Körper an.

Typische „Entzündungs-Krankheiten“, die zu Brustschmerzen führen, sind:10)

Röntgen-Aufnahme der Wirbelsäule. Die Brustwirbelsäule ist rot hervorgehoben, um zu vermitteln, dass sich dort Entzündungen abspielen.

© Hamara | shutterstock.com

  • Rheumatoide Arthritis: Stoffwechsel-Störung, die zu Entzündungen und Schmerzen an den Gelenken führt. Gelenkverschleiß, die sogenannte Arthrose, ist eine häufige Folge davon.
  • Axiale Spondyloarthritis (auch: Spondylarthritis): Der Begriff fasst mehrere rheumatische Erkrankungen zusammen. Der häufigste Befall liegt am axialen Skelett vor, also an der Wirbelsäule. Eine bekannte Form der Spondyloarthritis ist Morbus Bechterew.
  • Psoriasis-Arthritis: Tritt häufig zusammen mit Schuppenflechte auf und führt in der Regel zu einem entzündlichen Befall von Gelenken.
  • Kostochondritis/Tietze-Syndrom: Eine Entzündung des Rippenknorpels im Bereich der Brustbein-Rippen-Gelenke. Der Knorpel ist dabei äußerst druckempfindlich.

2.5 Degenerative Krankheiten

Verschiedenste Krankheiten äußern sich in degenerativen Veränderungen an körpereigenen Strukturen und zersetzen sie schrittweise. Das passiert meist aufgrund von erhöhtem Verschleiß. Dies kann die Brustwirbelsäule genauso treffen wie alle anderen Gelenke des Körpers. Osteoporose und Arthrose sind typische Vertreter dieser Gruppe.

  • Osteoporose: Eine Veränderung des Stoffwechsels bewirkt Osteoporose und führt zum Knochenschwund. Die Knochen werden porös und fragil und können in fortgeschrittenen Fällen brechen.11)
  • Arthrose: Bei Arthrose handelt es sich um erhöhte Verschleißerscheinungen an den Gelenken mit zunehmendem Abbau des Knorpels. Sie kann eine Folge von Rheuma sein, bei der die Gelenk-Zersetzung in erster Linie durch Entzündungen entsteht.

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3. Symptome bei einem BWS-Syndrom


  • Schmerzen zwischen den Schulterblättern: strahlt bis nach vorne über die Rippen in den Brustkorb aus. Die Schmerzen sind oft dumpf und/oder drückend.
  • Schmerzen in der Brust gelten als eines der häufigsten Symptome bei einer BWS-Blockade.12)
  • Rückenschmerzen: Kommt es zu Wirbelblockaden, sind die Rippen-Wirbelgelenke, Bandscheiben oder Muskeln betroffen und Schmerzen zwischen den Schulterblättern typisch.13)
  • Schmerzen beim Atmen: Sind die Gelenke blockiert und eingeengt, sind sie nicht mehr flexibel genug, um bei Atembewegungen den Brustkorb anzuheben.
  • Rippenschmerzen: Verspannte Interkostalmuskeln können beim Atmen oder bei Bewegungen zu Schmerzen an den Rippen führen.
  • Verhärtungen und Verspannungen im muskulär-faszialen Gewebe: Der Zustand der Muskulatur rund um den Brustkorb kann Auswirkungen auf die Wirbelsäule haben.14)
  • Bewegungseinschränkungen an der Brustwirbelsäule: Die BWS ist durch die Verbindung mit den Rippen ohnehin in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Durch eine Wirbelblockade erhöht sich die Unbeweglichkeit zusätzlich, sodass bestimmte Bewegungen weh tun.
  • Knacken und Knirschen am Brustkorb: Knackgeräusche werden durch eine Blockierung an den Gelenken hervorgerufen und sind in aller Regel schmerzlos. Knirschende Geräusche rund um die Schulterblätter können häufig auf knotige Verhärtungen im Muskelgewebe zurückgeführt werden.15)

3.1 BWS-Syndrom oder Herzinfarkt?

Weil hinter Brustschmerzen aber auch organische Ursachen stecken können, gilt es herauszufinden, inwiefern sich Symptome eines BWS-Syndroms von denen ernst zu nehmender Krankheiten unterscheiden. In den meisten Fällen stecken hinter Brustschmerzen keine lebbensbedrohlichen Erkrankung.16)

Das solltest du natürlich immer im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung abklären. Folgende Symptome können bei organischen Problemen auftreten:17)

Nahaufnahme: Ein älterer Mann hat Schmerzen in der Herzgegend. Darum greift er sich mit beiden Händen an sein Herz und nimmt eine gekrümmte Haltung ein.

© Rawpixel | envato.elements.com

  • eine dumpfe Enge sowie ein tiefes, beklemmendes und mitunter massives Einschnürungs-Gefühl in der Brust
  • Ausstrahlungen in die Schulter, Arme, den Kiefer und Hals sowie in den oberen Bauch
  • Übelkeit
  • Atemnot
  • Angstschweiß
  • kalte und fahle Haut (zum Beispiel im Gesicht)
  • Benommenheit, Verwirrtheit
  • Herzinfarkte treten außerdem auch bei körperlichen Aktivitäten und Belastungen oder bei emotionalem Stress auf.

Wenn die oben genannten Symptome für dich eher untypisch und vorher noch nie aufgetreten sind, solltest du den Krankenwagen rufen!

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4. Behandlung eines BWS-Syndroms


Die Behandlungsmethoden bei Schmerzen an der Brustwirbelsäule können sich stark unterscheiden. Sofern schwerwiegende Erkrankungen gynäkologischen oder kardiologischen Ursprungs (siehe Kapitel 3.1 „BWS-Syndrom oder Herzinfarkt?“) ausgeschlossen werden können, kommen zunächst konservative Verfahren zum Einsatz, um eine BWS-Blockade zu lösen und Schmerzen in der Brust und im Rücken zu lindern:

  • Wärmeanwendungen, Kälte19) 20)
  • Schmerzmittel: Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac sind bekannte Wirkstoffe, um Schmerzen zu betäuben. Das ist allerdings nur eine Lösung für kurze Zeit. Abgesehen davon, dass diese Medikamente zahlreiche Nebenwirkungen haben,21) würdest du mit ihnen keineswegs die Ursache für deine Schmerzen in der Brustwirbelsäule angehen. Darum raten wir von einer langfristigen Einnahme ab.
  • Krafttraining22)
  • Manualtherapie
  • Physiotherapie mit Mobilisations- und Bewegungsübungen23)
  • Operationen: Nur, wenn konservative Methoden nicht anschlagen, kommt eine Operation in Betracht.

Muskelentspannung durch Dehnung & Atemtraining

Aus dem Ursachen-Kapitel weißt du, dass auch zu hohe muskulär-fasziale Spannungen Schuld an einer BWS-Blockade sein können und somit auch zu vielen Beschwerden im Brustraum führen. Der Grund hierfür liegt im Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und den einseitigen Bewegungen in unserem Alltag.

Das bedeutet: Du musst entweder dein Bewegungsverhalten im Alltag ändern und durch vielfältige Bewegungs-Aktivitäten auflockern. Oder du machst die Liebscher & Bracht Übungen® und gleichst die Einseitigkeiten mit wenigen Minuten täglich gezielt aus.

Bei einem BWS-Syndrom geht es für dich darum, deine Brustwirbelsäule in alle möglichen Bewegungswinkel zu bringen. So bekommen die Muskeln und Faszien den Impuls, flexibler zu werden. Das gilt gerade bei Schmerzen, weil wir sonst dazu neigen, in die Schonhaltung zu gehen und das Gewebe dadurch noch unflexibler wird.

Dehnen solltest du natürlich die Rücken-, Brust- und Bauchmuskeln, allerdings nicht nur:

Erinnere dich daran, dass das Zwerchfell ein ganz entscheidender Muskel für die Rumpfhaltung und Atmung ist!

 

Eine Frau im Schneidersitz praktiziert eine Atemtechnik aus dem Yoga. Sie hält sich mit ihrer rechten Hand die Nase zu, während die linke Hand locker auf dem linken Knie aufliegt

© fizkes | shutterstock.com

5. Liebscher & Bracht Übungen® bei einem BWS-Syndrom


Schau dir zum Üben am besten gleich dieses Video an und du siehst, wie die Dehn- und Atem-Übungen genau funktionieren. Weiter unten haben wir zusätzlich eine schriftliche Übungs-Anleitung für dich vorbereitet:

Übung 1: Die Brustwirbelsäule überstrecken

Eine Frau liegt auf dem Boden. Unter ihrem Rücken ist die Medi-Faszienrolle von Liebscher und Bracht platziert. Roland Liebscher-Bracht leitet sie an..
  • Nimm die Medi-Faszienrolle oder einen vergleichbaren Gegenstand zur Hand. Setze dich mit dem Gesäß auf den Boden und platziere den Gegenstand unter deinem Rücken.
  • Lege dich nun auf die Faszienrolle, sodass sie unter deiner Brustwirbelsäule liegt.
  • Tipp: Die Brustwirbelsäule ist ungefähr auf Höhe der Brustwarzen.
  • Mache dich komplett lang und strecke deine Beine aus. Dein Nacken und Kopf liegen auf dem Boden.
  • Jetzt schau mal, ob die Faszienrolle richtig liegt: Das tut sie dann, wenn du bereits einen Dehnungs-Schmerz an der Brust oder im oberen Rücken spürst. Falls nicht, dann ändere deine Position: Bewege dich mit dem Oberkörper ein wenig hin und her und platziere die Faszienrolle gegebenenfalls neu.

Halte die Dehnung für 2 Minuten, gerne auch ein wenig länger. Es geht darum, deinen Rundrücken, der ja aufgrund der fehlenden Elastizität an der Vorderseite deines Oberkörpers entsteht, zu entspannen.

Übung 2: Den Brustkorb öffnen

Eine Frau kniet zwischen zwei Stühlen. Ihre Arme sind weit ausgestreckt und liegen auf den Sitzflächen auf. Ihr Oberkörper ist nach vorne gebeugt. Roland Liebscher-Bracht leitet sie an.
  • Stelle 2 Stühle ungefähr so weit auseinander, wie deine beiden ausgebreiteten Arme lang sind.
  • Begib dich in den Knie-Stand zwischen die 2 Stühle und strecke deine Arme zu beiden Seiten komplett aus. Die Handflächen liegen auf der Stuhlfläche.
  • Beginne, dein Brustbein nach unten sinken zu lassen.
  • Bleibe in der Position und atme ein und aus. Beim nächsten Ausatmen gehst du etwas tiefer nach unten. Du solltest einen deutlichen Dehnungs-Schmerze in der Brust bis in die Schulter und die Arme spüren.
  • Atme wieder ein, halte die Position und gehe beim nächsten Ausatmen wieder ein Stückchen tiefer in die Dehnung.

So verfährst du bei jeder weiteren Atembewegung etwa 2Minuten lang. Mit dieser Übung dehnst du beim Vorbeugen den Bereich um deine Brustmuskeln.

Alternative: Du musst diese Übung nicht auf zwei Knie mit Stühlen machen und dich dabei mit dem Oberkörper zum Boden bewegen. Alternativ kannst du sie auch im Stehen durchführen. Suche dir dafür eine freie Raumecke und gehe dort ebenso vor wie bei den Stühlen: Arme horizontal ausbreiten, sie ein Stückchen weiter nach oben und gegen die zwei eckbildenden Wände legen und dann immer weiter mit dem Oberkörper nach vorne kommen.

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Beim Üben mit dem Rückenretter bekämpfst du hohe muskulär-fasziale Spannungen in der Körpervorderseite. So setzt du an einer der häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen an und kannst die Beschwerden reduzieren. Ohne Anstrengung und mit nur 2 Minuten täglich.

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Übung 3: Das Zwerchfell dehnen

Eine Frau sitzt auf einem Stuhl, atmet zuerst tief ein, dann tief aus, dabei sinkt sie mit dem Oberkörper komplett nach vorne und hält sich danach die Nase zu, um beim Versuch des Einatmens ein Vakuum zu erzeugen. Roland Liebscher-Bracht leitet sie an.
  • Setze dich aufrecht auf einen Stuhl, dein Gesäß ist möglichst weit vorne.
  • Atme tief ein und wieder aus. Du merkst, dass sich dabei dein Oberkörper automatisch etwas nach vorne krümmt. Das nutzen wir jetzt:
  • Atme wieder tief ein.
  • Nun puste – so kräftig du kannst – die Luft wieder aus. Unterstütze jetzt aber deinen Oberkörper und lasse dich zwischen deine Beine fallen, um die komplette Luft aus der Lunge zu pressen.
  • Unten angekommen, schließt du deinen Mund und hältst dir die Nase zu.
  • Mit zugehaltener Nase und geschlossenem Mund gehst du mit deinem Oberkörper wieder nach oben.
  • Halte die Nase und deinen Mund weiterhin zu. Versuche, so lange einzuatmen, bis du merkst, dass du keinen Sauerstoff mehr in der Lunge hast. Bewege dich währenddessen leicht hin und her.

Mache ruhig mehrere Wiederholungen.

Erklärung: Durch das tiefe Ein- und Ausatmen erzeugst du Unterdruck und Druck. Auf diese Weise senkt sich das Zwerchfell beim Einatmen nach unten in die Bauchhöhle. Beim Ausatmen hebt es sich wieder hoch in die Brusthöhle. Hältst du dir die Nase zu und den Mund geschlossen, während du versuchst einzuatmen, erzeugst du ein Vakuum. Dadurch wird der komplette Rest-Sauerstoff in deiner Lunge verbraucht und dein Zwerchfell kann sich noch stärker nach oben ausdehnen. Genau das ist bei zu hohen muskulär-faszialen Spannungen des Zwerchfells Gold wert!

Checkliste für die Liebscher & Bracht Übungen®

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

  • Übe immer in der richtigen Intensität und im Zweifelsfall lieber mit etwas geringerer Intensität. Du spürst dabei einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen. Der Dehnungsschmerz ist deutlich, fühlt sich aber nicht brennend, pulsierend oder scharf an.
  • Bewege dich bei den Übungen so, dass du deinen Körper zu jedem Zeitpunkt beobachten und einschätzen kannst. Sei beispielsweise sehr achtsam, wenn du abrutschen oder das Gleichgewicht verlieren könntest. Bewege dich bei Liebscher & Bracht Übungen® grundsätzlich sehr langsam.
  • Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Liebscher & Bracht Übungen® nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen.
  • Führe an 6 Tagen pro Woche die Übung mindestens einmal täglich aus. Für jeden Übungsschritt solltest du 2 bis 2,5 Minuten investieren. Bist du schon geübter, baue nach und nach auch das Gegenspannen und das aktive Dehnen ein. So kannst du die Liebscher & Bracht Übungen® deutlich intensivieren.
  • Benutze professionelle Hilfsmittel für deine Liebscher & Bracht Übungen®. Unsere Hilfsmittel wie Rücken-, Knie- oder Nackenretter unterstützen Menschen dabei, die Liebscher & Bracht Übungen® noch effektiver durchzuführen und sich damit noch besser selbstständig bei Schmerzen helfen zu können. Andere Hilfsmittel eignen sich zwar auch, erzielen möglicherweise aber nicht den Erfolg, den du dir wünschst.
  • Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser geht, pausiere aber bitte für einen oder zwei Tage und steigere dich erneut langsam. Sollten die Übungen über mehrere Wochen hinweg keine Besserung erbringen, suche einen Liebscher & Bracht-Therapeuten auf oder hole dir ärztlichen Rat.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

 

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Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

Mehr über den Autor
Dr. Egbert Ritter, Unfallchirurg und eh. Oberarzt im UKH Salzburg

Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am: 20.08.2018 | Letzte Aktualisierung: 20.03.2023

Quellen & Studien

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