Fibromyalgie — Schmerzen am ganzen Körper

Frau rollt sich mit Schmerzen aufgrund einer Fibromyalgie im Bett ein.

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Alles Wichtige zu Symptomen, Ursachen, Diagnose, Behandlung und effektiven Übungen beim Fibromyalgiesyndrom

Betroffene mit Fibromyalgiesyndrom (FMS) leiden unter Schmerzen am ganzen Körper, besonders an der Muskulatur und den Sehnenansätzen. Die Attacken der Fibromyalgie halten oft mehrere Tage an und setzen in dieser Zeit die Patienten völlig außer Gefecht. Nach — im Schnitt — nur zwei Wochen Verschnaufpause geht der nächste Schub los. Mit zunehmendem Alter wird der Krankheitsverlauf der Schmerzerkrankung allerdings schwächer.

In diesem Artikel möchten wir dir zum einen die Symptome und die Diagnose Fibromyalgie näherbringen. Denn oft wissen Betroffene lange Zeit nicht, was mit ihnen los ist. Wir möchten zum anderen, dass du deine Beschwerden einordnen und selbst prüfen kannst, ob sich die genannten Symptome mit deinen eigenen decken.

Ist dies der Fall oder hast du die Diagnose Fibromyalgie bekommen, möchten wir dir Wege und Maßnahmen aufzeigen, mit denen deine Verschnaufpausen zwischen den Anfällen immer länger werden können und sich deine Lebensqualität auf Dauer erheblich verbessern kann. Mehr dazu erfährst du in den Kapiteln zur Behandlung und den Übungen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht

1. Fibromyalgie im Überblick


Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) wurde früher auch als Weichteilrheuma bezeichnet und ist definiert durch chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, begleitet von Müdigkeit, Schlafstörungen und psychischen Symptomen. 1)

In allen Industriestaaten sind ca. drei Prozent der Bevölkerung von einem Fibromyalgiesyndrom (FMS) betroffen. 2) Bei der Mehrzahl der Betroffenen mit diesem Krankheitsbild handelt es sich um Frauen mittleren Lebensalters.

Lange Zeit wurde das Fibromyalgiesyndrom (bzw. Weichteilrheumatismus) nicht als Krankheit anerkannt und viele Betroffene galten als “Rentenjäger”, “Drückeberger” oder “Simulanten”. Heute gibt es mehrere Studien und eine Vielzahl an belastbaren Daten, die zeigen, dass es sich beim Fibromyalgiesyndrom tatsächlich um ein Krankheitsbild mit immensem Leidensdruck handelt.

Fibromyalgie bzw. Weichteilrheuma werden zu den Rheuma-Krankheiten gezählt. Da bei der Fibromyalgie auch die Psyche eine entscheidende Rolle spielt, ist oft unklar, zu welchem Arzt Betroffene gehen sollten und welche Behandlung die richtige ist.

Wie geht es Betroffenen wirklich und was hilft?

Wenn du bereits einige unserer Videos kennst, hast du dort bestimmt schon einmal unser Übungsmodell Ina gesehen. Sie ist ehemalige Fibromyalgie-Patientin und erzählt dir in diesem Interview, wie es ihr mit der Krankheit ergangen ist und wie sie sich mit unserer Schmerztherapie selbst helfen konnte. Vielleicht kannst du neuen Mut aus ihren Schilderungen ziehen.

 

Wir möchten dir mit diesem Beitrag einen Überblick über deine unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten geben, damit auch du dich so schnell wie möglich wieder wohl in deiner Haut fühlst. Dazu zeigen wir dir zunächst die typischen Symptome einer Fibromyalgie auf. Danach erklären wir dir, mit welchen Diagnoseverfahren die Erkrankung festgestellt wird. Um deine Beschwerden schnell lindern zu können, stellen wir dir danach die Behandlungsmöglichkeiten vor und zeigen dir mit unseren Übungen einen wichtigen Baustein auf deinem Weg zur Schmerzlinderung.

2. Symptome bei Fibromyalgie


“Mir tut es einfach überall weh” — wenn du unter Fibromyalgie leidest, dann kennst du diese Symptomatik nur zu gut. Daher ist das Leitsymptom der Fibromyalgie “Schmerzen überall”. Chronische Muskelschmerzen gelten zwar als Hauptsymptom einer Fibromyalgie, jedoch leiden Betroffene in der Regel gleichzeitig unter vielfältigen und zahlreichen anderen Symptomen — und das in jeweils unterschiedlicher Häufigkeit und Ausprägung.

So klagen die meisten Betroffenen neben den Schmerzen über Erschöpfung, einen nicht erholsamen Schlaf, eine daraus resultierende Tagesmüdigkeit und kognitive Beeinträchtigungen, wie Konzentrationsschwäche oder Probleme mit dem Gedächtnis und der Erinnerung. Aber auch ein Reizdarmsyndrom, eine länger anhaltende Morgensteifigkeit des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen, Restless-Legs (RLS) und andere körperliche Missempfindungen treten als Symptomatik auf. 3)

Da die Symptome so zahlreich und vielfältig sind, haben wir dir hier einen Überblick zusammengestellt: 4)

  • Erschöpfung, Müdigkeit und Schlafstörungen in Verbindung mit Denk- oder Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen und Muskelschwäche, Restless-Legs-Syndrom
  • Depression und Nervosität
  • Hörstörungen, Tinnitus
  • Schwindel und Krampfanfälle, Blasenkrämpfe
  • Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und Appetitlosigkeit
  • Reizdarmsyndrom
  • Brustschmerzen und Kurzatmigkeit
  • Fieber
  • Raynaud-Syndrom (Fingerschmerzen)
  • Juckreiz, Hautausschlag, Sonnenempfindlichkeit
  • Verlust oder Veränderung des Geschmacksinns
  • Neigung zu vermehrter oder schnellerer Hämatombildung (“blaue Flecke”)

Wie sich bei dieser Fülle an Symptomen eine Fibromyalgie von anderen Erkrankungen unterscheiden bzw. diagnostizieren lässt, erklären wir dir im nächsten Kapitel.

3. Diagnose und Ursachen einer Fibromyalgie


Bis die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird, vergehen oft mehrere Jahre. Betroffene gehen meist von Arzt zu Arzt und Klinik zu Klinik — ohne Ergebnis. Häufig beginnt der Krankheitsverlauf mit Beschwerden wie Rückenschmerzen, die sich später zu Ganzkörperschmerzen entwickeln. Die Diagnosestellung dauert auch deswegen so lange, da sich Betroffene oft gegenüber ihrem Umfeld, aber auch gegenüber Ärzten rechtfertigen müssen. Immer wieder fallen dann Bezeichnungen wie “Drückeberger” oder “Simulant” — Betroffene müssen sich diese Ausdrücke leider viel zu oft völlig zu Unrecht anhören. Damit dir das hoffentlich nicht passiert, klären wir dich über den Weg zur Diagnose auf.

Zunächst vorweg: In der herkömmlichen Medizin ist keine eindeutige Ursache für die Entstehung der Fibromyalgie bekannt. Allerdings konnten in Untersuchungen und Studien Beobachtungen festgehalten werden, die meist nur Fibromyalgie-Patienten betreffen. Dazu gehören hormonelle Veränderungen, biologische Faktoren oder auch Persönlichkeitsfaktoren. Ob einer der Faktoren die Ursache für das Schmerzsyndrom ist, blieb bislang unklar. Fest steht nur, dass aufgrund der Faktoren die Schmerzverarbeitung bei den Patienten gestört ist. Diese Störung sorgt dafür, dass Betroffene Schmerzen am ganzen Körper stärker wahrnehmen.

  • Hormonelle Störungen: Untersuchungen zeigten, dass bei Fibromyalgie-Patienten einige Botenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten sind. So liegt beispielsweise oft ein verminderter Wachstumshormonspiegel und ein erhöhter Prolaktinspiegel vor. 5) Jetzt fragst du dich vielleicht, wozu du als erwachsener Mensch Wachstumshormone brauchst. Die Antwort ist ganz einfach: Diese Botenstoffe sorgen für die Regeneration deiner Körperzellen und werden vermehrt in deinen Tiefschlafphasen aktiv. Da viele Betroffene unter Schlafstörungen leiden, fallen ihre Tiefschlafphasen zu kurz aus. Als Folge daraus kann sich der Körper nicht so gut regenerieren und der Spiegel an Wachstumshormonen sinkt. So werden deine Beschwerden weiter verstärkt. Ein erhöhter Prolaktinspiegel verhindert bei Frauen den Eisprung. Auch andere Botenstoffe sind bei dieser Erkrankung, genauso wie bei einer Depression, im Ungleichgewicht.
  • Muskuläre Insuffizienz: Durch muskuläre Verspannungen tritt bei Betroffenen ein ausgeprägtes Schmerz-Vermeidungsverhalten auf. Vielleicht kannst du das an dir selbst beobachten? Doch dadurch wird alles noch schlimmer und ein Teufelskreis entsteht: Aus dem verminderten Gebrauch der Muskulatur resultieren noch größere muskuläre Insuffizienzen (Funktionsschwächen) und eine Schmerzverstärkung. Warum du dich daher nicht schonen solltest, erklären wir dir hier. Wie du den Teufelskreis durchbrechen kannst, zeigen wir dir in unserem Kapitel Behandlung.
  • Biographische Faktoren: Immer wieder heißt es, dass sexueller Missbrauch in der Kindheit oder ein häufiges Erleben von Gewalt Risikofaktoren seien, die man vermehrt bei Fibromyalgie-Patienten beobachten könne. Da jedoch viele Betroffene solche Erfahrungen nicht gemacht haben, ist unklar, welchen Einfluss Traumata in der Vergangenheit auf den Krankheitsausbruch und -verlauf haben. 6)
  • Persönlichkeitsfaktoren: Bei Fibromyalgie-Patienten wurde häufig beobachtet, dass sie chronischen Stress gar nicht mehr als solchen wahrnehmen, sondern ihn als Normalzustand erleben. Sie streben in der Regel nach Akzeptanz und Anerkennung, was zu stark ausgeprägten Verhaltensweisen führt, die als sozial erwünscht gelten. Typisch ist darüber hinaus eine chronische Selbstüberforderung, die nicht als solche erkannt wird. 7)

Kriterien zur Diagnose

Das American College of Rheumatology (ACR) hat bereits im Jahr 1990 Kriterien zur Diagnose von Fibromyalgie entwickelt. Im ersten Schritt erfolgt eine Anamnese (Aufnahme, Bestimmung) der Schmerzen. Dabei liegt für die Fibromyalgie folgende Definition zugrunde:

Schmerzen mit Lokalisation in der linken und rechten Körperhälfte, im Ober- und Unterkörper und im Bereich des Achsenskeletts (also in der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS).

Tender Points an verschiedenen Stellen am Körper zur Diagnose einer Fibromyalgie

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In einem zweiten Schritt werden 18 sogenannte Tender Points mit einer Kraft von 4 kg untersucht. 8) Dieser Druck wird in etwa erreicht, wenn sich der Daumennagel beim Drücken weiß verfärbt. Eine Fibromyalgie liegt vor, wenn mindestens 11 der 18 Punkte schmerzhaft sind. Die Tender Points sind über den ganzen Körper verteilt (siehe Abbildung). Menschen ohne Fibromyalgie reagieren bei dieser Druckstärke an keinem bis sehr wenigen Punkten mit Schmerzen.

Neben den ACR-Kriterien gibt es bei Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom (FMS) einen erweiterten Diagnose-Algorithmus nach der medizinischen S3-Leitlinie. Dieser sieht eine “Wenn-Dann-Verstrickung” vor, an der sich Arzt und Patient orientieren können. Wir haben das Schema hier für dich zusammengestellt.

Wie du bereits weißt, ist der Weg zur Diagnose beim Fibromyalgiesyndrom oft lange und mühsam. Jedoch geht es den meisten Betroffenen besser, sobald die Diagnose feststeht. Denn dann werden sie nicht länger als “Drückeberger” abgestempelt und können endlich etwas zur Linderung ihrer Beschwerden unternehmen. Eine ausführliche Patientenschulung zum Umgang mit der Erkrankung ist daher sehr wichtig.

Schema zur Diagnose einer Fibromyalgie

📌 Differentialdiagnose — Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Ähnliche Symptome wie bei der Fibromyalgie lassen sich beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis finden. In diesem Fall werden  jedoch zusätzlich erhöhte Entzündungsparameter im Blut nachgewiesen. Auch ein myofasziales Syndrom verursacht Schmerzen an vielen Stellen des Körpers, wobei sich dann lokale Verhärtungen in der Muskulatur ertasten lassen. Vom Fibromyalgiesyndrom zu unterscheiden ist auch die Polymyalgia rheumatica als hochentzündliche Erkrankung des Becken- und Schultergürtels. Zudem sollte eine Abgrenzung gegenüber anderen psychischen Krankheiten wie Depression erfolgen. 9)

4. Behandlung des Fibromyalgiesyndroms (FMS)


Wenn du unter dem Fibromyalgiesyndrom (FMS) leidest, dann hast du bestimmt bereits eine Odyssee an Arztbesuchen und Klinik-Aufenthalten hinter dir. Unserer Erfahrung nach, fallen diese meist nicht sehr zufriedenstellend für Patient und Arzt aus. Der Patient erhofft sich vergeblich eine Besserung der Schmerzen am ganzen Körper und der Arzt findet aus schulmedizinischer Sicht keine Ursache für die Krankheit.

Unsere Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass zu hohe Spannungen deiner Muskeln und Faszien im ganzen Körper eine große Rolle spielen und die meisten Schmerzen verursachen. Betroffene vermeiden unnötige Bewegungen — dabei ist die richtige Bewegung essentiell,  um den Weg der Besserung einzuschlagen. Wir möchten dir daher mit unserer Schmerz- und Bewegungstherapie wichtige Bausteine vorstellen, mit denen du Stück für Stück zurück in deine Wohlfühl-Zone finden kannst.

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht arbeitet mit einer manualtherapeutischen Technik, der sogenannten Osteopressur. Dabei werden gezielt Schmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. So kann über die Knochen eine besonders schnelle Rückkopplung mit deinem Gehirn stattfinden. Denn dein Gehirn gibt daraufhin den Muskeln und Faszien in der betroffenen Körperregion das Signal, sich zu entspannen. Auf diese Weise  lassen sich die zu hohen muskulär-faszialen Spannungen schnell und effektiv normalisieren. Du wirst merken, dass mit diesem wirksamen Entspannungsverfahren dann auch deine Beschwerden zurückgehen und die schmerzhaften Punkte weniger werden.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht zeigt am Skelett die Osteopressurpunkte bei Weichteilrheumatismus

Da bei Fibromyalgie-Patienten gleich mehrere Stellen sehr schmerzen, können wir mit unserem Entspannungsverfahren immer genau an den Schmerzpunkten anfangen bzw. ansetzen, an denen die Beschwerden gerade am schlimmsten sind. So können alle schmerzhaften Stellen nach und nach abgearbeitet werden. Am besten gehst du dafür zu einem der von uns ausgebildeten Schmerzspezialisten in deiner Nähe. Wenn du lieber gleich selbst aktiv werden möchtest, kannst du auch einige der Punkte aus unserer Schmerztherapie mit unserem speziell entwickelten Drücker-Set selbst drücken. In unseren Video-Anleitungen findest du Drückpunkte der sogenannten Light-Osteopressur für alle Körperbereiche

Die Schmerzen zu lindern ist jedoch nur der erste Schritt. Wir möchten dir alles an die Hand geben, damit du langfristig deine Schmerzen verringern  oder sogar ganz beseitigen kannst. Dafür ist es extrem wichtig, dass du regelmäßig unsere Übungen — also die Engpassdehnungen und Faszien-Rollmassagen — machst. Wie wichtig das ist, erklärt dir auch unser Übungsmodell Ina im Video in Kapitel 1. Die qualitativ hochwertigen Bewegungen aus unserer Bewegungstherapie konnten schon vielen Fibromyalgie-Patienten dabei helfen, ihr Wohlbefinden trotz Schmerzerkrankung enorm zu steigern.  

So funktioniert unsere Therapie

In der herkömmlichen Medizin wird das Fibromyalgiesyndrom mit einer Kombination aus drei verschiedenen Ansätzen behandelt, die auch eine umfangreiche Patientenschulung beinhaltet:

  • medikamentöse Therapie,
  • nicht medikamentöse Therapie, meist in Form von Physiotherapie mit speziellem Funktionstraining,
  • und Psychotherapie.

Jeweilige Empfehlungen zur Behandlung des Schmerzsyndroms haben Ärzte in der sogenannten S3-Leitlinie festgehalten.

Es ist wichtig, dass du selbst auf dein Gefühl und Wohlbefinden hörst und genau die Behandlungsmöglichkeiten miteinander kombinierst, die dir am besten helfen. Unsere Schmerztherapie stellt dir ein Selbsthilfe-Angebot zur Wahl, mit dem du die Menge und Dosis deiner Medikamente eventuell reduzieren kannst und nicht mehr auf Überweisungen deines Arztes zur Physiotherapie angewiesen bist.

Zu sehen sind verschiedene Tablettenpackungen

Medikamentöse Therapie: In den meisten Fällen werden Medikamente gegen Depressionen, also Antidepressiva, zur Behandlung einer Fibromyalgie eingesetzt. Doch oft wirken bzw. helfen die Medikamente bei verschiedenen Patienten unterschiedlich und erst die Kombination aus mehreren Medikamenten zeigt eine Wirkung. 10)

Als Standard-Medikamente gelten spezielle Antidepressiva in niedriger Dosierung, sogenannte trizyklische Antidepressiva. Sie blockieren die Wiederaufnahme von Serotonin und/oder Noradrenalin. Damit soll die Konzentrationsfähigkeit erhöht und Konzentrationsstörungen entgegengewirkt werden. 11) In einigen Studien wurde die Wirksamkeit von Amitriptylin und Duloxetin nachgewiesen. Generell lässt sich mit Medikamenten die Ursache für das Schmerzsyndrom jedoch nur schlecht oder gar nicht wirksam behandeln.

Massage des Fußes kurz unterhalb des Zehenansatzes

Nicht medikamentöse Maßnahmen: Bei den Therapiemöglichkeiten ohne Medikamente stehen Physiotherapie und Krankengymnastik ganz oben auf der Liste. Diese bringen vielen Patienten bereits durch ein spezielles Funktionstraining erste Besserungen, doch die Therapeuten können meist die Beschwerden nicht zufriedenstellend lindern. Zudem müssen Physiotherapie bzw. Krankengymnastik immer von einem Arzt verschrieben werden. Mit unserer Methode kannst du selbst aktiv werden — und unsere Therapeuten unterstützen dich, wenn du Hilfe brauchst.

Von anderen Therapien und Anwendungen wird von Medizinern in der “leitliniengerechten Therapie der Fibromyalgie” zum Teil abgeraten. Dazu gehören die Chiropraktik, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder die transkranielle Gleichstromstimulation. 12)

Neue Studien zeigen, dass Akupunktur an individuell gewählten Punkten die Beschwerden von Fibromyalgie-Patienten lindert. 13) Allerdings sind hier die Kosten und Behandlungsdauer vergleichsweise hoch. Zudem braucht es einige Anwendungen, bevor eine Wirkung eintritt. Gleiches gilt für eine TENS-Behandlung. TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Dabei werden Schmerzen mit elektrischen Impulsen behandelt. In einer placebokontrollierten Studie konnte eine kurzfristige Symptomverbesserung bei Bewegungsschmerzen erzielt werden. 14)

Depressive, traurige Frau

© bialasiewicz | elements.envato.com

Psychotherapie: Da auch die Psyche eine gewisse Rolle bei der Fibromyalgie spielt, ist die Psychotherapie, genauer gesagt die kognitive Verhaltenstherapie, ein weiterer Baustein der Behandlung. In der Regel reicht die kognitive Verhaltenstherapie als einzelne Maßnahme jedoch nicht aus, sondern verstärkt  eher die Erfolge der anderen Therapie-Methoden. 15)

5. Übungen für den ganzen Körper


Du weißt selbst am besten, an welchen Körperregionen deine Beschwerden jetzt gerade am schlimmsten sind. Fange am besten dort an, aber übernimm dich nicht und mache nicht zu viele verschiedene Übungen auf einmal. Sei zudem bitte geduldig: Es wird mehrere Monate dauern, bis sich die Wirkung der Übungen voll entfalten kann. Wir haben dir unterschiedliche Übungen von Kopf bis Fuß zusammengetragen, sodass du selbst die passende Übung für dich auswählen kannst. Wenn du unsere Übungen noch nicht kennst, lies dir bitte zuerst unsere Hinweise zu den Übungen unter den Kästen durch. Danach kannst du gleich loslegen.

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Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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Der Visionär

Roland Liebscher-Bracht

Alles Wichtige zu Symptomen, Ursachen, Diagnose, Behandlung und effektiven Übungen beim Fibromyalgiesyndrom

Betroffene mit Fibromyalgiesyndrom (FMS) leiden unter Schmerzen am ganzen Körper, besonders an der Muskulatur und den Sehnenansätzen. Die Attacken der Fibromyalgie halten oft mehrere Tage an und setzen in dieser Zeit die Patienten völlig außer Gefecht. Nach — im Schnitt — nur zwei Wochen Verschnaufpause geht der nächste Schub los. Mit zunehmendem Alter wird der Krankheitsverlauf der Schmerzerkrankung allerdings schwächer.

In diesem Artikel möchten wir dir zum einen die Symptome und die Diagnose Fibromyalgie näherbringen. Denn oft wissen Betroffene lange Zeit nicht, was mit ihnen los ist. Wir möchten zum anderen, dass du deine Beschwerden einordnen und selbst prüfen kannst, ob sich die genannten Symptome mit deinen eigenen decken.

Ist dies der Fall oder hast du die Diagnose Fibromyalgie bekommen, möchten wir dir Wege und Maßnahmen aufzeigen, mit denen deine Verschnaufpausen zwischen den Anfällen immer länger werden können und sich deine Lebensqualität auf Dauer erheblich verbessern kann. Mehr dazu erfährst du in den Kapiteln zur Behandlung und den Übungen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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1. Fibromyalgie im Überblick


Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) wurde früher auch als Weichteilrheuma bezeichnet und ist definiert durch chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, begleitet von Müdigkeit, Schlafstörungen und psychischen Symptomen. 16)

In allen Industriestaaten sind ca. drei Prozent der Bevölkerung von einem Fibromyalgiesyndrom (FMS) betroffen. 17) Bei der Mehrzahl der Betroffenen mit diesem Krankheitsbild handelt es sich um Frauen mittleren Lebensalters.

Lange Zeit wurde das Fibromyalgiesyndrom (bzw. Weichteilrheumatismus) nicht als Krankheit anerkannt und viele Betroffene galten als “Rentenjäger”, “Drückeberger” oder “Simulanten”. Heute gibt es mehrere Studien und eine Vielzahl an belastbaren Daten, die zeigen, dass es sich beim Fibromyalgiesyndrom tatsächlich um ein Krankheitsbild mit immensem Leidensdruck handelt.

Fibromyalgie bzw. Weichteilrheuma werden zu den Rheuma-Krankheiten gezählt. Da bei der Fibromyalgie auch die Psyche eine entscheidende Rolle spielt, ist oft unklar, zu welchem Arzt Betroffene gehen sollten und welche Behandlung die richtige ist.

Wie geht es Betroffenen wirklich und was hilft?

Wenn du bereits einige unserer Videos kennst, hast du dort bestimmt schon einmal unser Übungsmodell Ina gesehen. Sie ist ehemalige Fibromyalgie-Patientin und erzählt dir in diesem Interview, wie es ihr mit der Krankheit ergangen ist und wie sie sich mit unserer Schmerztherapie selbst helfen konnte. Vielleicht kannst du neuen Mut aus ihren Schilderungen ziehen.

 

Wir möchten dir mit diesem Beitrag einen Überblick über deine unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten geben, damit auch du dich so schnell wie möglich wieder wohl in deiner Haut fühlst. Dazu zeigen wir dir zunächst die typischen Symptome einer Fibromyalgie auf. Danach erklären wir dir, mit welchen Diagnoseverfahren die Erkrankung festgestellt wird. Um deine Beschwerden schnell lindern zu können, stellen wir dir danach die Behandlungsmöglichkeiten vor und zeigen dir mit unseren Übungen einen wichtigen Baustein auf deinem Weg zur Schmerzlinderung.

2. Symptome bei Fibromyalgie


“Mir tut es einfach überall weh” — wenn du unter Fibromyalgie leidest, dann kennst du diese Symptomatik nur zu gut. Daher ist das Leitsymptom der Fibromyalgie “Schmerzen überall”. Chronische Muskelschmerzen gelten zwar als Hauptsymptom einer Fibromyalgie, jedoch leiden Betroffene in der Regel gleichzeitig unter vielfältigen und zahlreichen anderen Symptomen — und das in jeweils unterschiedlicher Häufigkeit und Ausprägung.

So klagen die meisten Betroffenen neben den Schmerzen über Erschöpfung, einen nicht erholsamen Schlaf, eine daraus resultierende Tagesmüdigkeit und kognitive Beeinträchtigungen, wie Konzentrationsschwäche oder Probleme mit dem Gedächtnis und der Erinnerung. Aber auch ein Reizdarmsyndrom, eine länger anhaltende Morgensteifigkeit des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen, Restless-Legs (RLS) und andere körperliche Missempfindungen treten als Symptomatik auf. 18)

Da die Symptome so zahlreich und vielfältig sind, haben wir dir hier einen Überblick zusammengestellt: 19)

  • Erschöpfung, Müdigkeit und Schlafstörungen in Verbindung mit Denk- oder Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen und Muskelschwäche, Restless-Legs-Syndrom
  • Depression und Nervosität
  • Hörstörungen, Tinnitus
  • Schwindel und Krampfanfälle, Blasenkrämpfe
  • Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und Appetitlosigkeit
  • Reizdarmsyndrom
  • Brustschmerzen und Kurzatmigkeit
  • Fieber
  • Raynaud-Syndrom (Fingerschmerzen)
  • Juckreiz, Hautausschlag, Sonnenempfindlichkeit
  • Verlust oder Veränderung des Geschmacksinns
  • Neigung zu vermehrter oder schnellerer Hämatombildung (“blaue Flecke”)

Wie sich bei dieser Fülle an Symptomen eine Fibromyalgie von anderen Erkrankungen unterscheiden bzw. diagnostizieren lässt, erklären wir dir im nächsten Kapitel.

3. Diagnose und Ursachen einer Fibromyalgie


Bis die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird, vergehen oft mehrere Jahre. Betroffene gehen meist von Arzt zu Arzt und Klinik zu Klinik — ohne Ergebnis. Häufig beginnt der Krankheitsverlauf mit Beschwerden wie Rückenschmerzen, die sich später zu Ganzkörperschmerzen entwickeln. Die Diagnosestellung dauert auch deswegen so lange, da sich Betroffene oft gegenüber ihrem Umfeld, aber auch gegenüber Ärzten rechtfertigen müssen. Immer wieder fallen dann Bezeichnungen wie “Drückeberger” oder “Simulant” — Betroffene müssen sich diese Ausdrücke leider viel zu oft völlig zu Unrecht anhören. Damit dir das hoffentlich nicht passiert, klären wir dich über den Weg zur Diagnose auf.

Zunächst vorweg: In der herkömmlichen Medizin ist keine eindeutige Ursache für die Entstehung der Fibromyalgie bekannt. Allerdings konnten in Untersuchungen und Studien Beobachtungen festgehalten werden, die meist nur Fibromyalgie-Patienten betreffen. Dazu gehören hormonelle Veränderungen, biologische Faktoren oder auch Persönlichkeitsfaktoren. Ob einer der Faktoren die Ursache für das Schmerzsyndrom ist, blieb bislang unklar. Fest steht nur, dass aufgrund der Faktoren die Schmerzverarbeitung bei den Patienten gestört ist. Diese Störung sorgt dafür, dass Betroffene Schmerzen am ganzen Körper stärker wahrnehmen.

  • Hormonelle Störungen: Untersuchungen zeigten, dass bei Fibromyalgie-Patienten einige Botenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten sind. So liegt beispielsweise oft ein verminderter Wachstumshormonspiegel und ein erhöhter Prolaktinspiegel vor. 20) Jetzt fragst du dich vielleicht, wozu du als erwachsener Mensch Wachstumshormone brauchst. Die Antwort ist ganz einfach: Diese Botenstoffe sorgen für die Regeneration deiner Körperzellen und werden vermehrt in deinen Tiefschlafphasen aktiv. Da viele Betroffene unter Schlafstörungen leiden, fallen ihre Tiefschlafphasen zu kurz aus. Als Folge daraus kann sich der Körper nicht so gut regenerieren und der Spiegel an Wachstumshormonen sinkt. So werden deine Beschwerden weiter verstärkt. Ein erhöhter Prolaktinspiegel verhindert bei Frauen den Eisprung. Auch andere Botenstoffe sind bei dieser Erkrankung, genauso wie bei einer Depression, im Ungleichgewicht.
  • Muskuläre Insuffizienz: Durch muskuläre Verspannungen tritt bei Betroffenen ein ausgeprägtes Schmerz-Vermeidungsverhalten auf. Vielleicht kannst du das an dir selbst beobachten? Doch dadurch wird alles noch schlimmer und ein Teufelskreis entsteht: Aus dem verminderten Gebrauch der Muskulatur resultieren noch größere muskuläre Insuffizienzen (Funktionsschwächen) und eine Schmerzverstärkung. Warum du dich daher nicht schonen solltest, erklären wir dir hier. Wie du den Teufelskreis durchbrechen kannst, zeigen wir dir in unserem Kapitel Behandlung.
  • Biographische Faktoren: Immer wieder heißt es, dass sexueller Missbrauch in der Kindheit oder ein häufiges Erleben von Gewalt Risikofaktoren seien, die man vermehrt bei Fibromyalgie-Patienten beobachten könne. Da jedoch viele Betroffene solche Erfahrungen nicht gemacht haben, ist unklar, welchen Einfluss Traumata in der Vergangenheit auf den Krankheitsausbruch und -verlauf haben. 21)
  • Persönlichkeitsfaktoren: Bei Fibromyalgie-Patienten wurde häufig beobachtet, dass sie chronischen Stress gar nicht mehr als solchen wahrnehmen, sondern ihn als Normalzustand erleben. Sie streben in der Regel nach Akzeptanz und Anerkennung, was zu stark ausgeprägten Verhaltensweisen führt, die als sozial erwünscht gelten. Typisch ist darüber hinaus eine chronische Selbstüberforderung, die nicht als solche erkannt wird. 22)

Kriterien zur Diagnose

Das American College of Rheumatology (ACR) hat bereits im Jahr 1990 Kriterien zur Diagnose von Fibromyalgie entwickelt. Im ersten Schritt erfolgt eine Anamnese (Aufnahme, Bestimmung) der Schmerzen. Dabei liegt für die Fibromyalgie folgende Definition zugrunde:

Schmerzen mit Lokalisation in der linken und rechten Körperhälfte, im Ober- und Unterkörper und im Bereich des Achsenskeletts (also in der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS).

Tender Points an verschiedenen Stellen am Körper zur Diagnose einer Fibromyalgie

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In einem zweiten Schritt werden 18 sogenannte Tender Points mit einer Kraft von 4 kg untersucht. 23) Dieser Druck wird in etwa erreicht, wenn sich der Daumennagel beim Drücken weiß verfärbt. Eine Fibromyalgie liegt vor, wenn mindestens 11 der 18 Punkte schmerzhaft sind. Die Tender Points sind über den ganzen Körper verteilt (siehe Abbildung). Menschen ohne Fibromyalgie reagieren bei dieser Druckstärke an keinem bis sehr wenigen Punkten mit Schmerzen.

Neben den ACR-Kriterien gibt es bei Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom (FMS) einen erweiterten Diagnose-Algorithmus nach der medizinischen S3-Leitlinie. Dieser sieht eine “Wenn-Dann-Verstrickung” vor, an der sich Arzt und Patient orientieren können. Wir haben das Schema hier für dich zusammengestellt.

Wie du bereits weißt, ist der Weg zur Diagnose beim Fibromyalgiesyndrom oft lange und mühsam. Jedoch geht es den meisten Betroffenen besser, sobald die Diagnose feststeht. Denn dann werden sie nicht länger als “Drückeberger” abgestempelt und können endlich etwas zur Linderung ihrer Beschwerden unternehmen. Eine ausführliche Patientenschulung zum Umgang mit der Erkrankung ist daher sehr wichtig.

Schema zur Diagnose einer Fibromyalgie

📌 Differentialdiagnose — Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Ähnliche Symptome wie bei der Fibromyalgie lassen sich beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis finden. In diesem Fall werden  jedoch zusätzlich erhöhte Entzündungsparameter im Blut nachgewiesen. Auch ein myofasziales Syndrom verursacht Schmerzen an vielen Stellen des Körpers, wobei sich dann lokale Verhärtungen in der Muskulatur ertasten lassen. Vom Fibromyalgiesyndrom zu unterscheiden ist auch die Polymyalgia rheumatica als hochentzündliche Erkrankung des Becken- und Schultergürtels. Zudem sollte eine Abgrenzung gegenüber anderen psychischen Krankheiten wie Depression erfolgen. 24)

4. Behandlung des Fibromyalgiesyndroms (FMS)


Wenn du unter dem Fibromyalgiesyndrom (FMS) leidest, dann hast du bestimmt bereits eine Odyssee an Arztbesuchen und Klinik-Aufenthalten hinter dir. Unserer Erfahrung nach, fallen diese meist nicht sehr zufriedenstellend für Patient und Arzt aus. Der Patient erhofft sich vergeblich eine Besserung der Schmerzen am ganzen Körper und der Arzt findet aus schulmedizinischer Sicht keine Ursache für die Krankheit.

Unsere Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass zu hohe Spannungen deiner Muskeln und Faszien im ganzen Körper eine große Rolle spielen und die meisten Schmerzen verursachen. Betroffene vermeiden unnötige Bewegungen — dabei ist die richtige Bewegung essentiell,  um den Weg der Besserung einzuschlagen. Wir möchten dir daher mit unserer Schmerz- und Bewegungstherapie wichtige Bausteine vorstellen, mit denen du Stück für Stück zurück in deine Wohlfühl-Zone finden kannst.

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht arbeitet mit einer manualtherapeutischen Technik, der sogenannten Osteopressur. Dabei werden gezielt Schmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. So kann über die Knochen eine besonders schnelle Rückkopplung mit deinem Gehirn stattfinden. Denn dein Gehirn gibt daraufhin den Muskeln und Faszien in der betroffenen Körperregion das Signal, sich zu entspannen. Auf diese Weise  lassen sich die zu hohen muskulär-faszialen Spannungen schnell und effektiv normalisieren. Du wirst merken, dass mit diesem wirksamen Entspannungsverfahren dann auch deine Beschwerden zurückgehen und die schmerzhaften Punkte weniger werden.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht zeigt am Skelett die Osteopressurpunkte bei Weichteilrheumatismus

Da bei Fibromyalgie-Patienten gleich mehrere Stellen sehr schmerzen, können wir mit unserem Entspannungsverfahren immer genau an den Schmerzpunkten anfangen bzw. ansetzen, an denen die Beschwerden gerade am schlimmsten sind. So können alle schmerzhaften Stellen nach und nach abgearbeitet werden. Am besten gehst du dafür zu einem der von uns ausgebildeten Schmerzspezialisten in deiner Nähe. Wenn du lieber gleich selbst aktiv werden möchtest, kannst du auch einige der Punkte aus unserer Schmerztherapie mit unserem speziell entwickelten Drücker-Set selbst drücken. In unseren Video-Anleitungen findest du Drückpunkte der sogenannten Light-Osteopressur für alle Körperbereiche

Die Schmerzen zu lindern ist jedoch nur der erste Schritt. Wir möchten dir alles an die Hand geben, damit du langfristig deine Schmerzen verringern  oder sogar ganz beseitigen kannst. Dafür ist es extrem wichtig, dass du regelmäßig unsere Übungen — also die Engpassdehnungen und Faszien-Rollmassagen — machst. Wie wichtig das ist, erklärt dir auch unser Übungsmodell Ina im Video in Kapitel 1. Die qualitativ hochwertigen Bewegungen aus unserer Bewegungstherapie konnten schon vielen Fibromyalgie-Patienten dabei helfen, ihr Wohlbefinden trotz Schmerzerkrankung enorm zu steigern.  

So funktioniert unsere Therapie

In der herkömmlichen Medizin wird das Fibromyalgiesyndrom mit einer Kombination aus drei verschiedenen Ansätzen behandelt, die auch eine umfangreiche Patientenschulung beinhaltet:

  • medikamentöse Therapie,
  • nicht medikamentöse Therapie, meist in Form von Physiotherapie mit speziellem Funktionstraining,
  • und Psychotherapie.

Jeweilige Empfehlungen zur Behandlung des Schmerzsyndroms haben Ärzte in der sogenannten S3-Leitlinie festgehalten.

Es ist wichtig, dass du selbst auf dein Gefühl und Wohlbefinden hörst und genau die Behandlungsmöglichkeiten miteinander kombinierst, die dir am besten helfen. Unsere Schmerztherapie stellt dir ein Selbsthilfe-Angebot zur Wahl, mit dem du die Menge und Dosis deiner Medikamente eventuell reduzieren kannst und nicht mehr auf Überweisungen deines Arztes zur Physiotherapie angewiesen bist.

Zu sehen sind verschiedene Tablettenpackungen

Medikamentöse Therapie: In den meisten Fällen werden Medikamente gegen Depressionen, also Antidepressiva, zur Behandlung einer Fibromyalgie eingesetzt. Doch oft wirken bzw. helfen die Medikamente bei verschiedenen Patienten unterschiedlich und erst die Kombination aus mehreren Medikamenten zeigt eine Wirkung. 25)

Als Standard-Medikamente gelten spezielle Antidepressiva in niedriger Dosierung, sogenannte trizyklische Antidepressiva. Sie blockieren die Wiederaufnahme von Serotonin und/oder Noradrenalin. Damit soll die Konzentrationsfähigkeit erhöht und Konzentrationsstörungen entgegengewirkt werden. 26) In einigen Studien wurde die Wirksamkeit von Amitriptylin und Duloxetin nachgewiesen. Generell lässt sich mit Medikamenten die Ursache für das Schmerzsyndrom jedoch nur schlecht oder gar nicht wirksam behandeln.

Massage des Fußes kurz unterhalb des Zehenansatzes

Nicht medikamentöse Maßnahmen: Bei den Therapiemöglichkeiten ohne Medikamente stehen Physiotherapie und Krankengymnastik ganz oben auf der Liste. Diese bringen vielen Patienten bereits durch ein spezielles Funktionstraining erste Besserungen, doch die Therapeuten können meist die Beschwerden nicht zufriedenstellend lindern. Zudem müssen Physiotherapie bzw. Krankengymnastik immer von einem Arzt verschrieben werden. Mit unserer Methode kannst du selbst aktiv werden — und unsere Therapeuten unterstützen dich, wenn du Hilfe brauchst.

Von anderen Therapien und Anwendungen wird von Medizinern in der “leitliniengerechten Therapie der Fibromyalgie” zum Teil abgeraten. Dazu gehören die Chiropraktik, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder die transkranielle Gleichstromstimulation. 27)

Neue Studien zeigen, dass Akupunktur an individuell gewählten Punkten die Beschwerden von Fibromyalgie-Patienten lindert. 28) Allerdings sind hier die Kosten und Behandlungsdauer vergleichsweise hoch. Zudem braucht es einige Anwendungen, bevor eine Wirkung eintritt. Gleiches gilt für eine TENS-Behandlung. TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Dabei werden Schmerzen mit elektrischen Impulsen behandelt. In einer placebokontrollierten Studie konnte eine kurzfristige Symptomverbesserung bei Bewegungsschmerzen erzielt werden. 29)

Depressive, traurige Frau

© bialasiewicz | elements.envato.com

Psychotherapie: Da auch die Psyche eine gewisse Rolle bei der Fibromyalgie spielt, ist die Psychotherapie, genauer gesagt die kognitive Verhaltenstherapie, ein weiterer Baustein der Behandlung. In der Regel reicht die kognitive Verhaltenstherapie als einzelne Maßnahme jedoch nicht aus, sondern verstärkt  eher die Erfolge der anderen Therapie-Methoden. 30)

5. Übungen für den ganzen Körper


Du weißt selbst am besten, an welchen Körperregionen deine Beschwerden jetzt gerade am schlimmsten sind. Fange am besten dort an, aber übernimm dich nicht und mache nicht zu viele verschiedene Übungen auf einmal. Sei zudem bitte geduldig: Es wird mehrere Monate dauern, bis sich die Wirkung der Übungen voll entfalten kann. Wir haben dir unterschiedliche Übungen von Kopf bis Fuß zusammengetragen, sodass du selbst die passende Übung für dich auswählen kannst. Wenn du unsere Übungen noch nicht kennst, lies dir bitte zuerst unsere Hinweise zu den Übungen unter den Kästen durch. Danach kannst du gleich loslegen.

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📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

💡 Wenn du an einem Fibromyalgiesyndrom leidest, kann dir dieses Wissen helfen:


Rheuma — Wege aus der Schmerzfalle

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Verlegenheitsdiagnose Weichteilrheuma

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Der Visionär

Roland Liebscher-Bracht

Frau rollt sich mit Schmerzen aufgrund einer Fibromyalgie im Bett ein.

© African Studio | shutterstock.com

Alles Wichtige zu Symptomen, Ursachen, Diagnose, Behandlung und effektiven Übungen beim Fibromyalgiesyndrom

Betroffene mit Fibromyalgiesyndrom (FMS) leiden unter Schmerzen am ganzen Körper, besonders an der Muskulatur und den Sehnenansätzen. Die Attacken der Fibromyalgie halten oft mehrere Tage an und setzen in dieser Zeit die Patienten völlig außer Gefecht. Nach — im Schnitt — nur zwei Wochen Verschnaufpause geht der nächste Schub los. Mit zunehmendem Alter wird der Krankheitsverlauf der Schmerzerkrankung allerdings schwächer.

In diesem Artikel möchten wir dir zum einen die Symptome und die Diagnose Fibromyalgie näherbringen. Denn oft wissen Betroffene lange Zeit nicht, was mit ihnen los ist. Wir möchten zum anderen, dass du deine Beschwerden einordnen und selbst prüfen kannst, ob sich die genannten Symptome mit deinen eigenen decken.

Ist dies der Fall oder hast du die Diagnose Fibromyalgie bekommen, möchten wir dir Wege und Maßnahmen aufzeigen, mit denen deine Verschnaufpausen zwischen den Anfällen immer länger werden können und sich deine Lebensqualität auf Dauer erheblich verbessern kann. Mehr dazu erfährst du in den Kapiteln zur Behandlung und den Übungen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht

Fibromyalgie im Überblick

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) wurde früher auch als Weichteilrheuma bezeichnet und ist definiert durch chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, begleitet von Müdigkeit, Schlafstörungen und psychischen Symptomen. 31)

In allen Industriestaaten sind ca. drei Prozent der Bevölkerung von einem Fibromyalgiesyndrom (FMS) betroffen. 32) Bei der Mehrzahl der Betroffenen mit diesem Krankheitsbild handelt es sich um Frauen mittleren Lebensalters.

Lange Zeit wurde das Fibromyalgiesyndrom (bzw. Weichteilrheumatismus) nicht als Krankheit anerkannt und viele Betroffene galten als “Rentenjäger”, “Drückeberger” oder “Simulanten”. Heute gibt es mehrere Studien und eine Vielzahl an belastbaren Daten, die zeigen, dass es sich beim Fibromyalgiesyndrom tatsächlich um ein Krankheitsbild mit immensem Leidensdruck handelt.

Fibromyalgie bzw. Weichteilrheuma werden zu den Rheuma-Krankheiten gezählt. Da bei der Fibromyalgie auch die Psyche eine entscheidende Rolle spielt, ist oft unklar, zu welchem Arzt Betroffene gehen sollten und welche Behandlung die richtige ist.

Wie geht es Betroffenen wirklich und was hilft?

Wenn du bereits einige unserer Videos kennst, hast du dort bestimmt schon einmal unser Übungsmodell Ina gesehen. Sie ist ehemalige Fibromyalgie-Patientin und erzählt dir in diesem Interview, wie es ihr mit der Krankheit ergangen ist und wie sie sich mit unserer Schmerztherapie selbst helfen konnte. Vielleicht kannst du neuen Mut aus ihren Schilderungen ziehen.

 

Wir möchten dir mit diesem Beitrag einen Überblick über deine unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten geben, damit auch du dich so schnell wie möglich wieder wohl in deiner Haut fühlst. Dazu zeigen wir dir zunächst die typischen Symptome einer Fibromyalgie auf. Danach erklären wir dir, mit welchen Diagnoseverfahren die Erkrankung festgestellt wird. Um deine Beschwerden schnell lindern zu können, stellen wir dir danach die Behandlungsmöglichkeiten vor und zeigen dir mit unseren Übungen einen wichtigen Baustein auf deinem Weg zur Schmerzlinderung.

Symptome bei Fibromyalgie

“Mir tut es einfach überall weh” — wenn du unter Fibromyalgie leidest, dann kennst du diese Symptomatik nur zu gut. Daher ist das Leitsymptom der Fibromyalgie “Schmerzen überall”. Chronische Muskelschmerzen gelten zwar als Hauptsymptom einer Fibromyalgie, jedoch leiden Betroffene in der Regel gleichzeitig unter vielfältigen und zahlreichen anderen Symptomen — und das in jeweils unterschiedlicher Häufigkeit und Ausprägung.

So klagen die meisten Betroffenen neben den Schmerzen über Erschöpfung, einen nicht erholsamen Schlaf, eine daraus resultierende Tagesmüdigkeit und kognitive Beeinträchtigungen, wie Konzentrationsschwäche oder Probleme mit dem Gedächtnis und der Erinnerung. Aber auch ein Reizdarmsyndrom, eine länger anhaltende Morgensteifigkeit des Bewegungsapparates, Kopfschmerzen, Restless-Legs (RLS) und andere körperliche Missempfindungen treten als Symptomatik auf. 33)

Da die Symptome so zahlreich und vielfältig sind, haben wir dir hier einen Überblick zusammengestellt: 34)

  • Erschöpfung, Müdigkeit und Schlafstörungen in Verbindung mit Denk- oder Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen und Muskelschwäche, Restless-Legs-Syndrom
  • Depression und Nervosität
  • Hörstörungen, Tinnitus
  • Schwindel und Krampfanfälle, Blasenkrämpfe
  • Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen und Appetitlosigkeit
  • Reizdarmsyndrom
  • Brustschmerzen und Kurzatmigkeit
  • Fieber
  • Raynaud-Syndrom (Fingerschmerzen)
  • Juckreiz, Hautausschlag, Sonnenempfindlichkeit
  • Verlust oder Veränderung des Geschmacksinns
  • Neigung zu vermehrter oder schnellerer Hämatombildung (“blaue Flecke”)

Wie sich bei dieser Fülle an Symptomen eine Fibromyalgie von anderen Erkrankungen unterscheiden bzw. diagnostizieren lässt, erklären wir dir im nächsten Kapitel.

Diagnose und Ursachen einer Fibromyalgie

Bis die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird, vergehen oft mehrere Jahre. Betroffene gehen meist von Arzt zu Arzt und Klinik zu Klinik — ohne Ergebnis. Häufig beginnt der Krankheitsverlauf mit Beschwerden wie Rückenschmerzen, die sich später zu Ganzkörperschmerzen entwickeln. Die Diagnosestellung dauert auch deswegen so lange, da sich Betroffene oft gegenüber ihrem Umfeld, aber auch gegenüber Ärzten rechtfertigen müssen. Immer wieder fallen dann Bezeichnungen wie “Drückeberger” oder “Simulant” — Betroffene müssen sich diese Ausdrücke leider viel zu oft völlig zu Unrecht anhören. Damit dir das hoffentlich nicht passiert, klären wir dich über den Weg zur Diagnose auf.

Zunächst vorweg: In der herkömmlichen Medizin ist keine eindeutige Ursache für die Entstehung der Fibromyalgie bekannt. Allerdings konnten in Untersuchungen und Studien Beobachtungen festgehalten werden, die meist nur Fibromyalgie-Patienten betreffen. Dazu gehören hormonelle Veränderungen, biologische Faktoren oder auch Persönlichkeitsfaktoren. Ob einer der Faktoren die Ursache für das Schmerzsyndrom ist, blieb bislang unklar. Fest steht nur, dass aufgrund der Faktoren die Schmerzverarbeitung bei den Patienten gestört ist. Diese Störung sorgt dafür, dass Betroffene Schmerzen am ganzen Körper stärker wahrnehmen.

  • Hormonelle Störungen: Untersuchungen zeigten, dass bei Fibromyalgie-Patienten einige Botenstoffe aus dem Gleichgewicht geraten sind. So liegt beispielsweise oft ein verminderter Wachstumshormonspiegel und ein erhöhter Prolaktinspiegel vor. 35) Jetzt fragst du dich vielleicht, wozu du als erwachsener Mensch Wachstumshormone brauchst. Die Antwort ist ganz einfach: Diese Botenstoffe sorgen für die Regeneration deiner Körperzellen und werden vermehrt in deinen Tiefschlafphasen aktiv. Da viele Betroffene unter Schlafstörungen leiden, fallen ihre Tiefschlafphasen zu kurz aus. Als Folge daraus kann sich der Körper nicht so gut regenerieren und der Spiegel an Wachstumshormonen sinkt. So werden deine Beschwerden weiter verstärkt. Ein erhöhter Prolaktinspiegel verhindert bei Frauen den Eisprung. Auch andere Botenstoffe sind bei dieser Erkrankung, genauso wie bei einer Depression, im Ungleichgewicht.
  • Muskuläre Insuffizienz: Durch muskuläre Verspannungen tritt bei Betroffenen ein ausgeprägtes Schmerz-Vermeidungsverhalten auf. Vielleicht kannst du das an dir selbst beobachten? Doch dadurch wird alles noch schlimmer und ein Teufelskreis entsteht: Aus dem verminderten Gebrauch der Muskulatur resultieren noch größere muskuläre Insuffizienzen (Funktionsschwächen) und eine Schmerzverstärkung. Warum du dich daher nicht schonen solltest, erklären wir dir hier. Wie du den Teufelskreis durchbrechen kannst, zeigen wir dir in unserem Kapitel Behandlung.
  • Biographische Faktoren: Immer wieder heißt es, dass sexueller Missbrauch in der Kindheit oder ein häufiges Erleben von Gewalt Risikofaktoren seien, die man vermehrt bei Fibromyalgie-Patienten beobachten könne. Da jedoch viele Betroffene solche Erfahrungen nicht gemacht haben, ist unklar, welchen Einfluss Traumata in der Vergangenheit auf den Krankheitsausbruch und -verlauf haben. 36)
  • Persönlichkeitsfaktoren: Bei Fibromyalgie-Patienten wurde häufig beobachtet, dass sie chronischen Stress gar nicht mehr als solchen wahrnehmen, sondern ihn als Normalzustand erleben. Sie streben in der Regel nach Akzeptanz und Anerkennung, was zu stark ausgeprägten Verhaltensweisen führt, die als sozial erwünscht gelten. Typisch ist darüber hinaus eine chronische Selbstüberforderung, die nicht als solche erkannt wird. 37)

Kriterien zur Diagnose

Das American College of Rheumatology (ACR) hat bereits im Jahr 1990 Kriterien zur Diagnose von Fibromyalgie entwickelt. Im ersten Schritt erfolgt eine Anamnese (Aufnahme, Bestimmung) der Schmerzen. Dabei liegt für die Fibromyalgie folgende Definition zugrunde:

Schmerzen mit Lokalisation in der linken und rechten Körperhälfte, im Ober- und Unterkörper und im Bereich des Achsenskeletts (also in der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der Lendenwirbelsäule (LWS).

Tender Points an verschiedenen Stellen am Körper zur Diagnose einer Fibromyalgie

© Medical Media | shutterstock.com

In einem zweiten Schritt werden 18 sogenannte Tender Points mit einer Kraft von 4 kg untersucht. 38) Dieser Druck wird in etwa erreicht, wenn sich der Daumennagel beim Drücken weiß verfärbt. Eine Fibromyalgie liegt vor, wenn mindestens 11 der 18 Punkte schmerzhaft sind. Die Tender Points sind über den ganzen Körper verteilt (siehe Abbildung). Menschen ohne Fibromyalgie reagieren bei dieser Druckstärke an keinem bis sehr wenigen Punkten mit Schmerzen.

Neben den ACR-Kriterien gibt es bei Verdacht auf ein Fibromyalgiesyndrom (FMS) einen erweiterten Diagnose-Algorithmus nach der medizinischen S3-Leitlinie. Dieser sieht eine “Wenn-Dann-Verstrickung” vor, an der sich Arzt und Patient orientieren können. Wir haben das Schema hier für dich zusammengestellt.

Wie du bereits weißt, ist der Weg zur Diagnose beim Fibromyalgiesyndrom oft lange und mühsam. Jedoch geht es den meisten Betroffenen besser, sobald die Diagnose feststeht. Denn dann werden sie nicht länger als “Drückeberger” abgestempelt und können endlich etwas zur Linderung ihrer Beschwerden unternehmen. Eine ausführliche Patientenschulung zum Umgang mit der Erkrankung ist daher sehr wichtig.

Schema zur Diagnose einer Fibromyalgie

📌 Differentialdiagnose — Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

Ähnliche Symptome wie bei der Fibromyalgie lassen sich beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis finden. In diesem Fall werden  jedoch zusätzlich erhöhte Entzündungsparameter im Blut nachgewiesen. Auch ein myofasziales Syndrom verursacht Schmerzen an vielen Stellen des Körpers, wobei sich dann lokale Verhärtungen in der Muskulatur ertasten lassen. Vom Fibromyalgiesyndrom zu unterscheiden ist auch die Polymyalgia rheumatica als hochentzündliche Erkrankung des Becken- und Schultergürtels. Zudem sollte eine Abgrenzung gegenüber anderen psychischen Krankheiten wie Depression erfolgen. 39)

Behandlung des Fibromyalgiesyndroms (FMS)

Wenn du unter dem Fibromyalgiesyndrom (FMS) leidest, dann hast du bestimmt bereits eine Odyssee an Arztbesuchen und Klinik-Aufenthalten hinter dir. Unserer Erfahrung nach, fallen diese meist nicht sehr zufriedenstellend für Patient und Arzt aus. Der Patient erhofft sich vergeblich eine Besserung der Schmerzen am ganzen Körper und der Arzt findet aus schulmedizinischer Sicht keine Ursache für die Krankheit.

Unsere Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass zu hohe Spannungen deiner Muskeln und Faszien im ganzen Körper eine große Rolle spielen und die meisten Schmerzen verursachen. Betroffene vermeiden unnötige Bewegungen — dabei ist die richtige Bewegung essentiell,  um den Weg der Besserung einzuschlagen. Wir möchten dir daher mit unserer Schmerz- und Bewegungstherapie wichtige Bausteine vorstellen, mit denen du Stück für Stück zurück in deine Wohlfühl-Zone finden kannst.

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht arbeitet mit einer manualtherapeutischen Technik, der sogenannten Osteopressur. Dabei werden gezielt Schmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. So kann über die Knochen eine besonders schnelle Rückkopplung mit deinem Gehirn stattfinden. Denn dein Gehirn gibt daraufhin den Muskeln und Faszien in der betroffenen Körperregion das Signal, sich zu entspannen. Auf diese Weise  lassen sich die zu hohen muskulär-faszialen Spannungen schnell und effektiv normalisieren. Du wirst merken, dass mit diesem wirksamen Entspannungsverfahren dann auch deine Beschwerden zurückgehen und die schmerzhaften Punkte weniger werden.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht zeigt am Skelett die Osteopressurpunkte bei Weichteilrheumatismus

Da bei Fibromyalgie-Patienten gleich mehrere Stellen sehr schmerzen, können wir mit unserem Entspannungsverfahren immer genau an den Schmerzpunkten anfangen bzw. ansetzen, an denen die Beschwerden gerade am schlimmsten sind. So können alle schmerzhaften Stellen nach und nach abgearbeitet werden. Am besten gehst du dafür zu einem der von uns ausgebildeten Schmerzspezialisten in deiner Nähe. Wenn du lieber gleich selbst aktiv werden möchtest, kannst du auch einige der Punkte aus unserer Schmerztherapie mit unserem speziell entwickelten Drücker-Set selbst drücken. In unseren Video-Anleitungen findest du Drückpunkte der sogenannten Light-Osteopressur für alle Körperbereiche

Die Schmerzen zu lindern ist jedoch nur der erste Schritt. Wir möchten dir alles an die Hand geben, damit du langfristig deine Schmerzen verringern  oder sogar ganz beseitigen kannst. Dafür ist es extrem wichtig, dass du regelmäßig unsere Übungen — also die Engpassdehnungen und Faszien-Rollmassagen — machst. Wie wichtig das ist, erklärt dir auch unser Übungsmodell Ina im Video in Kapitel 1. Die qualitativ hochwertigen Bewegungen aus unserer Bewegungstherapie konnten schon vielen Fibromyalgie-Patienten dabei helfen, ihr Wohlbefinden trotz Schmerzerkrankung enorm zu steigern.  

So funktioniert unsere Therapie

In der herkömmlichen Medizin wird das Fibromyalgiesyndrom mit einer Kombination aus drei verschiedenen Ansätzen behandelt, die auch eine umfangreiche Patientenschulung beinhaltet:

  • medikamentöse Therapie,
  • nicht medikamentöse Therapie, meist in Form von Physiotherapie mit speziellem Funktionstraining,
  • und Psychotherapie.

Jeweilige Empfehlungen zur Behandlung des Schmerzsyndroms haben Ärzte in der sogenannten S3-Leitlinie festgehalten.

Es ist wichtig, dass du selbst auf dein Gefühl und Wohlbefinden hörst und genau die Behandlungsmöglichkeiten miteinander kombinierst, die dir am besten helfen. Unsere Schmerztherapie stellt dir ein Selbsthilfe-Angebot zur Wahl, mit dem du die Menge und Dosis deiner Medikamente eventuell reduzieren kannst und nicht mehr auf Überweisungen deines Arztes zur Physiotherapie angewiesen bist.

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Medikamentöse Therapie: In den meisten Fällen werden Medikamente gegen Depressionen, also Antidepressiva, zur Behandlung einer Fibromyalgie eingesetzt. Doch oft wirken bzw. helfen die Medikamente bei verschiedenen Patienten unterschiedlich und erst die Kombination aus mehreren Medikamenten zeigt eine Wirkung. 40)

Als Standard-Medikamente gelten spezielle Antidepressiva in niedriger Dosierung, sogenannte trizyklische Antidepressiva. Sie blockieren die Wiederaufnahme von Serotonin und/oder Noradrenalin. Damit soll die Konzentrationsfähigkeit erhöht und Konzentrationsstörungen entgegengewirkt werden. 41) In einigen Studien wurde die Wirksamkeit von Amitriptylin und Duloxetin nachgewiesen. Generell lässt sich mit Medikamenten die Ursache für das Schmerzsyndrom jedoch nur schlecht oder gar nicht wirksam behandeln.

Massage des Fußes kurz unterhalb des Zehenansatzes

Nicht medikamentöse Maßnahmen: Bei den Therapiemöglichkeiten ohne Medikamente stehen Physiotherapie und Krankengymnastik ganz oben auf der Liste. Diese bringen vielen Patienten bereits durch ein spezielles Funktionstraining erste Besserungen, doch die Therapeuten können meist die Beschwerden nicht zufriedenstellend lindern. Zudem müssen Physiotherapie bzw. Krankengymnastik immer von einem Arzt verschrieben werden. Mit unserer Methode kannst du selbst aktiv werden — und unsere Therapeuten unterstützen dich, wenn du Hilfe brauchst.

Von anderen Therapien und Anwendungen wird von Medizinern in der “leitliniengerechten Therapie der Fibromyalgie” zum Teil abgeraten. Dazu gehören die Chiropraktik, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder die transkranielle Gleichstromstimulation. 42)

Neue Studien zeigen, dass Akupunktur an individuell gewählten Punkten die Beschwerden von Fibromyalgie-Patienten lindert. 43) Allerdings sind hier die Kosten und Behandlungsdauer vergleichsweise hoch. Zudem braucht es einige Anwendungen, bevor eine Wirkung eintritt. Gleiches gilt für eine TENS-Behandlung. TENS steht für transkutane elektrische Nervenstimulation. Dabei werden Schmerzen mit elektrischen Impulsen behandelt. In einer placebokontrollierten Studie konnte eine kurzfristige Symptomverbesserung bei Bewegungsschmerzen erzielt werden. 44)

Depressive, traurige Frau

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Psychotherapie: Da auch die Psyche eine gewisse Rolle bei der Fibromyalgie spielt, ist die Psychotherapie, genauer gesagt die kognitive Verhaltenstherapie, ein weiterer Baustein der Behandlung. In der Regel reicht die kognitive Verhaltenstherapie als einzelne Maßnahme jedoch nicht aus, sondern verstärkt  eher die Erfolge der anderen Therapie-Methoden. 45)

Übungen für den ganzen Körper

Du weißt selbst am besten, an welchen Körperregionen deine Beschwerden jetzt gerade am schlimmsten sind. Fange am besten dort an, aber übernimm dich nicht und mache nicht zu viele verschiedene Übungen auf einmal. Sei zudem bitte geduldig: Es wird mehrere Monate dauern, bis sich die Wirkung der Übungen voll entfalten kann. Wir haben dir unterschiedliche Übungen von Kopf bis Fuß zusammengetragen, sodass du selbst die passende Übung für dich auswählen kannst. Wenn du unsere Übungen noch nicht kennst, lies dir bitte zuerst unsere Hinweise zu den Übungen unter den Kästen durch. Danach kannst du gleich loslegen.

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📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

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Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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