Hüftschmerzen: Alles zur Entstehung, den Ursachen und neuen Behandlungsmethoden

Anatomiebild der Hüfte mit rot unterlegtem Bereich der Schmerzbereiche bei Hüftarthrose

© Puwadol-Jaturawutthicha | shutterstock.com

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Die 4 effektivsten Übungen gegen Hüftschmerzen:

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Auf der Seite liegen oder Treppensteigen ist mittlerweile die reinste Qual? Besonders nach Ruhe oder am Morgen plagende dich stechende Anlaufschmerzen an der Hüfte oder Leistenschmerzen? An Sport ist erst recht nicht zu denken und du bist froh, wenn nur ein paar Stunden am Tag schmerzfrei vergehen? Dann geht es dir, wie vielen anderen Menschen auch, die unter Hüftschmerzen leiden.

Vielleicht hast du nach etlichen Untersuchungen auch schon die ein oder andere Diagnose erhalten: Hüftimpingement, Meralgia Paraesthetica, Gelenkverschleiß, Hüftgelenkentzündung (Coxitis) aufgrund einer Arthritis, Hüftdysplasie oder Hüftgelenksarthrose bzw. Coxarthrose.  Du denkst deshalb über ein künstliches Hüftgelenk nach? Wir wollen, dass du es ohne schaffst. Denn: Auch ein künstliches Hüftgelenk kann Arthrose bekommen und Schmerzen verursachen.

Wie das sein kann? Das verraten wir dir in diesem Artikel. Außerdem erklären wir dir, wie es zu Hüftschmerzen kommt, was du selbst gegen deine Schmerzen tun kannst und warum ein künstliches Hüftgelenk erst die allerletzte Option sein sollte.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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1. Entstehung und Ursache: Wie kommt es zu Schmerzen in der Hüfte?


Hüftschmerzen sind, wie alle Schmerzen, eine lästige Angelegenheit und können zu Bewegungseinschränkungen jeglicher Art führen. Bleiben sie über einen langen Zeitraum bestehen und werden nicht behandelt, kann es zu schwerwiegenden Problemen, Folgeschäden und Erkrankungen in der Hüftregion kommen: an Knochen, Knorpeln und Gelenken.

1.1 Hüftgelenk: Aufbau und Funktion

Dein Hüftgelenk ist das Verbindungsstück zwischen Becken und Beinen. Als Kugelgelenk ermöglicht es Bewegungen in jede Richtung — egal ob Streckung, Drehung oder Beugung.

Insgesamt erfüllt ein gesundes Hüftgelenk somit zwei besondere Aufgaben: Zum einen verhilft es dir zu großer Beweglichkeit, zum anderen sorgt es für festen Zusammenhalt der beteiligten Strukturen.

Knochen, Knorpel und Gelenke stehen dadurch jedoch unter permanenter Belastung.

Im Einzelnen setzt sich das Hüftgelenk (Acetabulum) zusammen aus:

  • der Hüftpfanne, die an das Becken grenzt. Sie ist von einer Knorpelschicht und der Gelenkflüssigkeit umgeben und umgreift knapp die Hälfte des Oberschenkelkopfes.
  • dem Oberschenkelkopf (Caput Femoris), der in den Oberschenkelknochen übergeht,
  • Bändern, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gelenkkapsel liegen und für Stabilität sorgen, sowie
  • unterschiedlichen Muskeln, die volle Bewegungsfreiheit in jede Richtung ermöglichen. An den einzelnen Bewegungen, die in Anteversion (Heben des Oberschenkels), Retroversion (nach hinten Strecken des Oberschenkels) und Abduktion (seitliches Abspreizen des Beines) unterteilt werden, sind jeweils eigene Muskelgruppen beteiligt.

Oberschenkelkopf und Hüftpfanne sind beide mit einer Knorpelschicht überzogen, die im Regelfall für eine flüssig ausgeführte Bewegung sorgt und einen überhöhten Gelenkverschleiß verhindert. Heftige Stöße zwischen den einzelnen Bereichen können auf diese Weise abgefedert werden und schützen die einzelnen Regionen vor dem Auftreten von Arthrose und anderen Erkrankungen.

1.2 Verkürzte Muskeln und überspannte Faszien: oft die wahre Ursache deiner Schmerzen

Wir von Liebscher & Bracht glauben, dass dein Alltag für viele Schmerz-Zustände verantwortlich ist. Einseitige Bewegungsabläufe und mangelnde Bewegung sind die Hauptursachen vieler Beschwerden. Auch bei Hüftschmerzen nehmen häufiges Sitzen und antrainierte einseitige Bewegungsmuster eine Schlüsselrolle ein.

Wenngleich Hüftschmerzen, insbesondere Anlaufschmerzen auf einer Seite des Hüftgelenks nach Ruhe oder am Morgen, meist direkt mit

  • Arthrose (Hüftgelenksarthrose), Abnutzung und Verschleißerscheinungen in Verbindung gebracht werden, sind dies nicht die eigentlichen Ursachen der Schmerzen.
  • Infrage kommen ebenfalls Verletzungen wie echte Knorpelschäden,
  • Verletzungen im Hüftbereich nach Unfällen (z. B. Knochenbrüche),
  • Hüftschnupfen und Infektionen wie Hüftgelenkentzündungen (Coxitis; z. T. mit Fieber, bei Kindern oft als harmloser Hüftschnupfen mit Schwellung der Gelenkschleimhaut),
  • Osteoporose,
  • Impingement,
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis trochanterica),
  • Meralgia paraesthetica (Kompression eines an der Außenseite des Oberschenkels verlaufenden Hautnervs),
  • Arthritis, Rheuma, Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen,
  • Hüftluxation (Ausrenkung bzw. Verrenkung des Hüftgelelenks nach Unfall oder als angeborene Form),
  • Hüftdysplasie (erblich bedingte Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne),
  • Hüftkopflösung (Epiphysiolysis capitis femoris; bei der Epiphysiolysis capitis femoris handelt es sich um eine Hüfterkrankung im Jugendalter, bei der sich der Hüftkopf in der Wachstumsfuge auf dem Hals des Oberschenkelknochens verschiebt),
  • Labrum Läsion = Riss der Hüftgelenkslippe (Labrum), die den vorderen, oberen und hinteren Rand der knöchernen Pfanne im Hüftgelenk bildet,
  • und Hüftkopfnekrose/Morbus Perthes (Absterben des lebenden Knochengewebes aufgrund einer Durchblutungsstörung; bei Kindern als Krankheitsbild Morbus Perthes auftretend).

Wir können dich jedoch beruhigen: Die wahre Ursache deiner Schmerzen liegt meist nicht in schweren Verletzungen, Knochenbrüchen oder Stoffwechselerkrankungen, sondern in den „Weichteilen“, genauer gesagt deinem Muskel- und Fasziengewebe. Wenn auch du sehr viel Zeit im Sitzen verbringst, „verkürzen“ deine Muskeln und die Faszien werden unnachgiebig.

Lange Stunden des Sitzens lassen dadurch Spannungen in den vorderen Körperpartien entstehen. Richten wir uns anschließend auf, muss unsere hintere Körperhälfte, vor allem unser Gesäß, dieser Kraft standhalten und gegenspannen.

In diesem schnell größer werdenden Spannungsfeld zieht sich im Hüftgelenk der Gelenkkopf immer weiter in die Hüftpfanne hinein. Daraus resultiert ein stetig wachsender  Druck, der bei Bewegung die aufeinanderliegenden Gelenkflächen aneinander reibt. 

Bleibt diese ungünstige Situation länger bestehen, können Veränderungen des Gelenkknorpels durch übermäßigen Verschleiß und schließlich eine Arthrose des Gelenks die Folgen sein.

Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch und hält sich aufgrund von Hüftschmerzen den unteren Rücken

© Andrey Popov | shutterstock.com

1.3 Welche Körperbereiche sind an Hüftschmerzen beteiligt?

Beim Sitzen ist es vor allem dein Hüftbeuger, der sich verkürzt. Dieser Muskel geht aus einem kleinen Vorsprung an der Innenseite deines Oberschenkels hervor. Er zieht sich über die Leiste bis zum Darmbein bzw. zur Lendenwirbelsäule.

Hüfte und Rücken

Dies macht den engen Zusammenhang zwischen Hüfte und Rücken deutlich. Beide Bereiche sind sowohl muskulär als auch faszial eng miteinander verbunden. Dadurch, dass die Faszien sämtliche Knochen, Gelenke und Muskeln umhüllen — und unserem ganzen Körper seine Form geben — können bei Überspannungen und Verfilzungen des Bindegewebes Schmerzen von einem Körperbereich auf einen anderen übergehen. Hüft- und Rückenschmerzen treten aus diesem Grund oft zusammen auf. 1)

Hüfte und Oberschenkel

Oft gehen die Beschwerden an der Hüfte auch mit Schmerzen an den Oberschenkeln einher. Diese Schmerzen machen sich an einem bestimmten Knochen bemerkbar, dem sogenannten „großen Rollhügel“, in der Fachsprache Trochanter Major genannt. Dieser Knochen sitzt an der Außenseite deines Oberschenkels. Muskeln, die am großen Rollhügel befestigt sind und dort zusammenlaufen, lassen deine Schmerzen in dieser Region entstehen. Die aufgebaute Zugkraft in den Muskeln wirkt sich stark auf die Knochen aus und ist verantwortlich für die Druckempfindlichkeit des Trochanters.

Hüfte, Ischiasnerv und Gesäßmuskel

Typisch bei Hüftbeschwerden sind auch Gesäßschmerzen, die in die Beine ausstrahlen. Diese Beschwerden gehen sehr oft auf Probleme des Ischiasnervs zurück. Der „Ischias“ ist der längste und dickste Nerv unseres Körpers. Er zieht unterhalb eines birnenförmigen Gesäßmuskels (musculus piriformis) ins Bein und wird genau dort oft von überspannten Muskeln und Faszien „abgedrückt“. Resultat dieses Piriformis-Syndroms  sind neben Hüft- vor allem die typischen Ischiasschmerzen als Symptom des eingeengten Ischiasnervs. 

Hüfte und Leiste

Zudem ist bei vielen Patienten mit Hüftschmerzen die Leiste von Schmerzen und Schwellungen beeinträchtigt und sorgt bei Betroffenen für Bewegungseinschränkungen aller Art. Unserer Erfahrung nach, liegt auch der Auslöser für solche Leistenschmerzen sehr häufig in überspannten Muskeln und Faszien.

1.4 Weitere Ursachen: Entzündungen, Nervenreizungen und Durchblutungsstörungen

Hüftschmerzen können sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen und unterschiedliche Bereiche der Hüfte betreffen. Auch die umliegenden Gliedmaße können wehtun. Teilweise sind die Schmerzen an anderen Stellen sogar stärker ausgeprägt als an der Hüfte selbst. Aber wem erzählen wir das, oder? Du hast vermutlich schon einige Schmerz-Zustände im Bereich deiner Hüfte kennengelernt.

Für uns steht fest: In all diesen Fällen sind hauptsächlich überspannte Muskeln und Faszien  für die Schmerzen verantwortlich. Im nächsten Kapitel erklären wir dir genau, wie es dazu kommt.

Vorher blicken wir noch auf einige Ursachen und Erkrankungen, die ebenfalls für Hüftschmerzen, Leistenschmerzen und weitere begleitende Symptome verantwortlich sein können.  

Anatomische Darstellung des Schleimbeutels am Hüftgelenk

© MedicalArtInc | shutterstock.com

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Schleimbeutel sind kleine Gewebepuffer, die Druck und Belastungen in Gelenken standhalten sollen. Sie befinden sich überall dort, wo viel Reibung entsteht — zwischen Knochen und Sehnen. An der Hüfte sitzt eine große Sehnenplatte, die im verspannten Zustand, etwa bei einem muskulären Ungleichgewicht, Dauerdruck auf den Schleimbeutel ausübt. Längerfristig kann sich dieser entzünden und dein Orthopäde stellt schließlich die Diagnose Bursitis trochanterica.

Fehlhaltungen, beispielsweise durch das Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen, chronische Überlastungen aber auch Stürze können zu dieser schmerzhaften Entzündung führen. Bist du dir deiner einseitigen Belastungen bewusst, lässt sich eine Schleimbeutelentzündung mit Ausgleichsübungen für Muskeln und Faszien ganz leicht verhindern bzw. kurieren. 

Reizweiterleitungen bei der Schmerzentstehung aufgrund überspannter Muskeln und Faszien bei Meniskus-Schmerzen

Nervenreizungen

Ursache für deine Hüftschmerzen können Nervenreizungen sein. Die dumpfen Schmerzen, die du hierbei empfindest, können tatsächlich auf die Nerven gehen und lange anhalten. An deiner Lendenwirbelsäule ziehen Nervenstränge entlang, die durch dein Becken und Gesäß bis in die Beine und Füße verlaufen. Ausgehend von der Wirbelsäule sind sie gerade im Rückenmark und an der Nervenwurzel selbst äußerst druckempfindlich.

Der größte Übeltäter unter den Nerven ist der bereits erwähnte Ischiasnerv. Auch seine Nervenwurzel entspringt der Wirbelsäule. Wird diese Wurzel oder ein Ausläufer der Ischias-Verzweigungen durch überspannte Muskeln eingeengt, können dumpfe, mitunter stechende Schmerzen in Hüfte und Oberschenkel, vor allem aber im Gesäß auf Höhe des Piriformis, entstehen.

Fußballer auf dem Feld

Überlastungen bei sportlichen Aktivitäten

Viele Sportler haben mit Hüftschmerzen zu kämpfen. Gerade bei hüftbelastenden Sportarten wie Fußball kann der Oberschenkelhals bei Aushol- oder grätschartigen Bewegungen des Schuss-Beines gegen die Hüftpfanne schlagen. Auch hier sorgen wiederkehrende einseitige Bewegungen der Rumpf-Becken-Bein Region für Dysbalancen und Überspannungen in muskulär-faszialen Strukturen.

Die Beschwerden entstehen durch überbeanspruchte Muskeln auf der einen und vernachlässigte Muskeln auf der anderen Seite. Fußballer sind oft von Hüftschmerzen betroffen, die in die Leistengegend ausstrahlen. Bei abrupten Anlauf- und Bremsmanövern verspüren die Betroffenen Zugschmerzen an den Adduktoren, den Oberschenkel-Innenseiten. Aber auch bei Läufern kann eine Fehlstellung für Überbelastungen von Muskeln und Faszien sorgen, die Schmerzen in Hüfte und Leiste verursachen.

Andere Ursachen

Impingement

Mit dem Hüftimpingement ist eine Gelenkblockade gemeint, die durch den Zusammenstoß von Oberschenkelhals und Hüftpfanne zustande kommt. Dies kann mitunter durch eine knöcherne Fehlbildung am Rand des Hüftkopfes verursacht werden. Aber auch die Gelenkpfanne kann eine Formstörung aufweisen, sodass es zu einem permanenten Kontakt zwischen Hüftkopf und Gelenkpfanne kommt. Die Folge ist eine deutliche Bewegungseinschränkung und eine Entzündung des Gelenks. Bleibt dieser Zustand über eine längere Zeit bestehen, verursacht das Hüftimpingement Schmerzen, verstärkte Abnutzung in der Hüftregion und im weiteren Verlauf Hüftarthrose.

Hüftnekrose

Bei der Erkrankung Hüftnekrose (Hüftkopfnekrose) nimmt das Knochengewebe der Hüfte immer weiter ab. Aufgrund verminderter Durchblutung derjenigen Arterie, die über den Hals des Oberschenkelknochens führt, wird der Hüftknochen nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Die Knochenzellen sterben ab und das Knochengewebe wird brüchig.

Die besten Übungen und Tipps bei Hüftschmerzen

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2. Gesundes Gelenk vs. künstliches Gelenk


Der Mensch besitzt rund 200 Gelenke, die ihn flexibel und beweglich halten. 2) Das überrascht dich vielleicht, denn oft reden wir nur über diejenigen, die uns Probleme bereiten. Zu den Übeltätern zählen vor allem Knie, Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft- und Fußgelenk, von denen wir auf jeder Körperseite jeweils eines haben. 

Ein Gelenk stellt ein Verbindungsstück zwischen zwei oder mehreren Knochen oder Knorpel-Strukturen dar. Es sorgt dafür, dass wir uns flexibel und situationsgerecht bewegen können. Gelenke bestehen generell aus einem Gelenkkopf und einer Gelenkpfanne. Diese beiden Teile sind jeweils von Knorpel überzogen und passen exakt aufeinander. Zwischen ihnen liegt ein Hohlraum, der mit Gelenkflüssigkeit gefüllt ist. Er ist eine Art Schutz-Ummantelung und verhindert den direkten Kontakt der beiden Flächen.

So werden im Idealfall ein zu starker Abrieb und Verschleißerscheinungen bei Bewegung vermieden. Falls dieser Idealfall aufgrund Überlastungen oder Fehlstellungen nicht gegeben ist und eine hochgradige Arthrose entsteht, kommen künstliche Gelenke zum Einsatz, die weiteren Abrieb verhindern und schmerzfreie Bewegungen wieder ermöglichen sollen.

Wusstest du, dass 2015 in Deutschland nach der Schweiz, Österreich und Belgien die meisten künstlichen Hüft- und Kniegelenke eingesetzt wurden? Im Durchschnitt stieg der Einsatz von künstlichen Hüftgelenken innerhalb von 15 Jahren (2000–2015) sogar um 30 Prozent. Jährlich nehmen Ärzte in Deutschland 230.000 Operationen an der Hüfte vor. Beachtlich ist dabei, dass von diesen Operationen jeder zehnte Eingriff eine „Austauschoperation“ darstellt, bei der eine vorhandene Prothese ersetzt wird. Wie du siehst, ist dir langfristige Schmerzfreiheit auch mit einem künstlichen Hüftgelenk keineswegs sicher. 3)

2.1 Warum werden so viele Hüftprothesen eingesetzt?

Einer der Hauptgründe für den Einsatz von künstlichen Hüftgelenken ist sicherlich der Leidensdruck der Patienten bei anhaltenden starken Schmerzen. Du kannst sicher gut nachvollziehen, dass dieser die Betroffenen im Alltag stark einschränkt und quält — vor allem wenn die verabreichten Schmerzmittel auf Dauer keine Wirkung haben und auch die verordnete Physiotherapie nur kurzfristige Linderung verschafft. Frustration und Hoffnungslosigkeit machen sich breit. Das verstehen wir gut, denn wer will schon täglich unter Schmerzen leiden, immer neue Untersuchungen und Diagnosen bekommen und regelmäßig zum Röntgen gehen müssen.

Dennoch sollte dir bewusst sein, dass der Austausch eines Gelenks immer einen erheblichen Eingriff darstellt und niemals dein eigenes Gelenk ersetzen kann.

Darstellung einer Hüftgelenksprothese

Bitte nicht falsch verstehen: Wir verteufeln keine Operation und auch nicht den Einsatz von Prothesen. Wir wollen dir lediglich eine Alternative bieten, die dich vor möglichen Folgeschäden und weiteren Austausch-Operationen bewahren soll.

Dabei setzt unsere Behandlung an den Punkten an, die du durch deine  Bewegungsabläufe selbst beeinflussen kannst. Im folgenden Abschnitt erklären wir dir, wie das funktioniert, und weiter unten findest du Übungen, die du sofort ausprobieren kannst. Einen Versuch ist es wert, findest du nicht auch?

2.2 Programmierung von Bewegungsabläufen

Die Steuerung von Muskel-Programmen und Bewegungsabläufen findet im Gehirn statt

Wir sollten uns zunächst bewusst machen, dass wir einen direkten Einfluss auf unsere Bewegungsabläufe haben. Jedes Gelenk ist von Muskeln, Sehnen und Faszien (Weichteile) umgeben, wobei insbesondere den Muskeln eine wichtige Aufgabe zukommt.

Sie sind die einzigen Antriebskräfte, die wir für unsere Bewegungsabläufe aktivieren können. Gehirn und Muskelaktivität gehen hierbei eine wichtige Verbindung ein. Immer wiederkehrende Bewegungsabläufe und die damit verbundenen Muskelspannungen sind in unserem Gehirn abgespeichert. Diese gespeicherten Muster können bei alltäglichen Bewegungen schnell abgerufen und flüssig ausgeführt werden. So müssen wir nicht mehr über jede einzelne Bewegung nachdenken, sondern greifen auf einen automatisierten Prozess zurück.

🚩 Erst das Zusammenspiel von Gehirn und Muskeln bringt also Bewegung in unser Gelenk.

Die Aufgabe der Gelenke besteht hauptsächlich darin, unterschiedlichste Winkel einzunehmen und zusammen mit den Muskeln Bewegungen in verschiedene Richtungen zu ermöglichen: Durch unser Ellenbogengelenk können wir beispielsweise unseren Arm strecken und beugen. Mit unserem Kniegelenk können wir den Unterschenkel abwinkeln und strecken. Es hilft uns beim Gehen, Sitzen oder Springen und ermöglicht uns jeden Schritt im Alltag.

Das Hüftgelenk stellt die Verbindung des Oberschenkels (des Oberschenkelknochens) mit dem Becken her. Es ist wichtig für alle Bewegungsabläufe der Beine und ermöglicht eine große Vielfalt an Bewegungen.

Eine gute Nachricht: Umprogrammierung ist jederzeit möglich

Wie du bereits weißt, speichert unser Gehirn unterschiedlichste Bewegungsprogramme, auf die du immer wieder zurückgreifen kannst. Dies birgt einerseits die Gefahr, dass antrainierte Bewegungsmuster Schäden verursachen können, da sie im Alltag meist einseitig und unbewusst ausgeführt werden – Hüftgelenksarthrose mit Veränderungen des Gelenkknorpels, Schleimbeutelentzündung, Hüftluxation und Impingement sind nur einige davon. Andererseits kannst du diese gespeicherten Abläufe selbstständig und ganz bewusst umprogrammieren.

2.3 Warum verschleißen unsere Gelenke?

Die antrainierten Bewegungsmuster sind Auslöser für Schmerzen, Entzündungen im Gelenk , Verschleiß und Knorpelschäden. Einseitig ausgeführte Bewegungen werden von unserem Gehirn automatisch gesteuert. Dabei ist der Bewegungsumfang unserer Gelenke jedes Mal eingeschränkt. Aufgrund der einseitigen Bewegungsausführungen werden die Knorpel-Strukturen nur teilweise und somit unterschiedlich stark belastet.

Muskeln und Faszien rund um deine Hüfte, aber auch in der Leiste, den Oberschenkeln und in der Wade, verkürzen und überspannen mit der Zeit. So bauen sich immer mehr Spannungen rund um das Gelenk auf und schränken dich in deinem Bewegungsradius ein. Die Faszien in diesen Gelenkbereichen sind verfilzt und ziehen das Gelenk an allen Seiten ungleichmäßig aufeinander.

Dieser schlecht verteilte Druck sorgt im Gelenk dafür, dass die Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen bzw. abgetragen werden können. Der Knorpel unseres Gelenks bedient sich bei der Nährstoff-Versorgung nämlich eines Schwamm-Prinzips. Indem die Flächen eines gesunden Gelenks gleichmäßig aufeinander gepresst werden, kann der Knorpel optimal Nährstoffe aufnehmen und gleichzeitig Abfallprodukte entsorgen.

Ein ungleichmäßig verteilter Druck sorgt dafür, dass der Knorpel nur an bestimmt Stellen zusammengepresst wird. Dies ruft unnatürlich starken Knorpel-Abrieb hervor und die Gelenkflächen werden mit der Zeit immer kleiner. Schmerzen am Gelenk entstehen. Wird dieser Prozess nicht unterbunden, kann sich eine Arthrose entwickeln.

2.4 Das „neue“ Gelenk — nur ein schöner Traum?

Mit dem Alter sinkt sowohl auf Ärzte- als auch auf Patientenseite die Hemmschwelle, künstliche Gelenke einzusetzen. Sind die Betroffenen im Alltag zu sehr in ihren Bewegungen eingeschränkt und leiden unter Schmerzen, scheint ein künstliches Gelenk die letzte Rettung zu sein.

Bei 95 Prozent derjenigen Patienten, die sich einer Hüftoperation unterziehen, liegt der Grund für den Einsatz eines “neuen” Gelenks in den starken Schmerzen. 

Ein „neues“ Gelenk soll langfristig helfen. So zumindest die Hoffnung. Wenig bekannt ist, dass mit einem künstlichen Gelenk weiteren Schmerzen nicht zwangsläufig vorgebeugt werden kann. Verschleiß kann nämlich auch an einem künstlichen Gelenk entstehen. 

🚩 Überspannungen von Muskeln und Faszien werden selten als Ursache der Arthrose erkannt und die Schmerzen bzw. Abnutzungserscheinungen meist nur symptomatisch behandelt, zum Beispiel durch den Einsatz künstlicher Gelenke. Dadurch sind zwar die gesunden Gelenkfunktionen zunächst wieder hergestellt, die Ursache deiner Arthrose aber nicht behoben: Die geschädigten Strukturen, wie etwa der Knorpel, die abgenutzten Knochen, der Knorpel-Abrieb sowie die Entzündung der Kapsel-Innenhaut sind weg. Das einzige, was noch da ist, sind die verfilzten Faszien und die überspannten Muskeln. Doch genau diese lösen deine Schmerzen aus. Die Programmierung der Bewegungsmuster hat sich schließlich nicht umgestellt und das Programm läuft weiterhin so ab wie zuvor. 4)Deine OP war umsonst!

Der Traum von einem schmerzfreien Leben wird daher nicht durch einen einfachen „Gelenkwechsel“ wahr. Der operative Eingriff birgt Risiken und Nebenwirkungen. Bedenke, dass ein Original niemals durch körperfremdes Material ersetzt werden kann. 5)

Die Beseitigung der Schmerzen und der Arthrose kann langfristig nur erfolgen, wenn die zu groß gewordenen Spannungen rund um deine Hüfte wieder abgebaut werden. Dabei wollen wir dir helfen. Wir haben es uns zur großen Aufgabe gemacht, jedem Menschen ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen — ganz ohne Medikamente und Operationen.

Keine Sorge: Wenn du schon ein künstliches Gelenk hast, dann kannst du trotzdem schmerzfrei werden. Das nötige Wissen hast du nun und alle Übungen für deinen Weg in die Schmerz-Freiheit bekommst du in diesem Artikel gleich mit an die Hand.

Die besten Übungen und Tipps bei Hüftschmerzen

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3. Übungen & Therapie nach Liebscher & Bracht


Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht stellt dir kosten- und risikofreie Behandlungsmethoden zur Eigentherapie zur Verfügung. Mit unseren Übungen, die dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht auf unserem YouTube-Kanal in über 500 Videos erklärt und vorführt, kannst du dir ganz einfach selbst helfen. Hierfür gibt es auch Videos in Mitmach-Länge, mit denen du sofort zuhause oder im Büro einsteigen kannst.

Unser Therapieansatz

Mit unserer Therapie setzen wir dort an, wo die Schulmedizin die Ursache deiner Schmerzen vernachlässigt – und zwar fast unabhängig von diagnostizierten „Krankheitsbildern“ wie Hüftarthrose, Schleimbeutelentzündung im Hüftbereich, Hüftgelenkentzündungen (Coxitis), Rheuma, Arthritis, Gicht oder Osteoporose. Verordnete Schmerzmittel unterdrücken deine Schmerzen lediglich. Wir verstehen unsere Therapie demgegenüber nicht nur als Behandlung von symptomatischen Schmerz-Zuständen, sondern in erster Linie als Beseitigung der wahren Ursache. Das gilt insbesondere bei Arthrose.

Wenn du nicht sicher bist, woher deine Hüftschmerzen kommen, wende dich gerne an einen unserer ausgebildeten Schmerzspezialisten. Bei mittlerweile über 2.000 ausgebildeten Therapeuten findest du sicherlich einen Partner in deiner Nähe. Er kann dir bereits nach der ersten Behandlung sagen, ob deine Hüftschmerzen von muskulär-faszialen Überspannungen kommen und bei Bedarf auch direkt mit der Osteopressur, unserer Akut-Therapie, beginnen.

Roland Liebscher-Bracht steht am Skelett mit eingezeichneten Osteopressur-Punkten. Behandlung bei der Kniegelenksarthrose mit der Osteopressur

3.1 Osteopressur bei akuten Schmerz-Zuständen

Die Osteopressur bildet die Grundlage unserer Schmerztherapie. Unsere mehr als 30-jährige Erfahrung in der Anwendung der Osteopressur zeigt eine sehr hohe und schnelle Wirksamkeit bei Schmerzen jeder Art. Unsere manualtherapeutische Technik setzt an den sogenannten interstitiellen Rezeptoren an. Sie liegen in deiner Knochenhaut und messen Spannungszustände an deinen Muskeln und Faszien. Diese Informationen senden sie an dein Gehirn. Registrieren sie Überspannungen, wird diese Information also an dein Gehirn weitergeleitet und du empfindest Schmerzen.

Diese Schmerzen nennen wir „Alarmschmerzen“, denn sie haben eine wichtige Funktion: Sie signalisieren dir, diejenigen Bewegungen zu vermeiden, die langfristig zu Schädigungen deines Bewegungsapparates führen. Es ist also wichtig zu verstehen, dass Schmerzen per se nichts Schlechtes sind. Im Gegenteil: Wir können Schmerzen nutzen, um unseren Körper kennenzulernen und unser Leben langfristig schmerzfrei zu gestalten. 

Auch für deine Hüftschmerzen nutzen unsere Schmerzspezialisten deshalb die interstitiellen Rezeptoren. Bei der Behandlung drücken sie diese besonderen Punkte auf deinen Knochen, um Spannungszustände abzubauen. Mithilfe unserer Light-Osteopressur kannst du dies übrigens auch ganz einfach selbst machen. Schaue dir hierfür dieses Video an und du kannst mit nur zwei Punkten deine Schmerzen selbst wegdrücken.

Die Programme in deinem Gehirn, die für die Überspannungen in Muskeln und Faszien verantwortlich sind, werden auf diese Weise zurückgesetzt. Dein Körper reagiert sofort: Die aufgebauten Spannungszustände klingen ab und deine Hüftschmerzen lassen spürbar nach. Das Beste daran: Dein Gehirn ist für eine Umprogrammierung immer bereit. 

3.2 Übungen statt Operation: Werde selbst aktiv!

Wenn deine Schmerzen dank der Osteopressur deutlich nachgelassen haben, ist es wichtig, dass du erneuten Überspannungen vorbeugst. Auch wenn du auf die Osteopressur verzichtet hast, kannst du es ganz einfach selbst schaffen, alte Schmerzprogramme im Gehirn zu löschen und neue Schmerzfrei-Programme zu etablieren. Wir zeigen dir, wie du dir selbst helfen kannst!

Mit unseren Übungen gegen Hüftschmerzen kannst du deinem Gehirn neue Bewegungsmuster bieten, die für optimale Funktions- und Bewegungsfähigkeit von Muskeln und Gelenken sorgen.

Effektive Übungen dafür zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video. Damit du die Übungen noch einmal in Ruhe nachlesen kannst, findest du unter dem Video eine kurze Anleitung und unsere Checkliste für Einsteiger. Viel Erfolg!

 

Patientin führt Übung mit Medi-Kugel gegen Hüftschmerzen aus

1. Übung mit der Medi-Kugel

  • Setze dich für diese Übung auf eine Matte oder den Boden.
  • Nimm dir die Medi-Kugel aus unserem großen Faszien-Set und platziere dich mit einer Seite deines Gesäßes auf der Kugel. Stütze dich dabei mit deinen Armen am Boden hinter dir ab.
  • Rolle nun mit der Kugel langsam die Fläche deiner Gesäßmuskeln ab und verharre immer auf den Punkten, bei denen du merkst, dass sie besonders empfindlich sind.
  • Kleine spiralförmige Bewegungen sorgen an diesen Stellen für das Nachströmen frische Zellflüssigkeit. Angesammelte Schadstoffe und Übersäuerungen im Gewebe können wirksam abgetragen werden, sodass sich die Spannung in deinem gesamten Hüftbereich reduzieren kann.
Patientin führt Übung mit Mini-Kugel am inneren Oberschenkel gegen Hüftschmerzen aus

2. Übung mit der Mini-Kugel

  • Begib dich auch für diese Übung auf eine Matte oder den Boden.
  • Nimm dir die Mini-Kugel aus unserem Faszien-Set und platziere sie an einer Oberschenkel-Innenseite. Drücke die Kugel dort mit beiden Händen in dein Gewebe und suche dir einen Bereich, der besonders empfindlich ist.
  • Suche dir dann Punkte, die im äußeren Drittel deines Oberschenkels liegen und schenke ihnen besondere Aufmerksamkeit, wenn du dort Schmerzen verspürst.
  • Auch hier kannst du durch das spiralförmige Massieren immer wieder Punkte ausfindig machen, an denen du die Überspannungen mehr oder weniger stark spürst. Je tiefer du mit der Kugel drücken kannst, desto besser ist der Effekt.
Patientin führt Übung gegen Hüftschmerzen im Ausfallschritt aus

3. Übung: Ausfallschritt am Stuhl

  • Nimm dir für diese Übung einen Stuhl und stelle ihn mit der Sitzfläche zu deinem Körper.
  • Knie dich nun so auf den Boden, als würdest du einen Ausfallschritt machen wollen. Sollte es für dein Knie auf dem Boden zu unangenehm sein, nimm dir ein Kissen und lege es unter.
  • Der Oberschenkel desjenigen Beines, mit dem du auf dem Boden kniest, sollte mit deinem Oberkörper eine gerade Linie bilden. Das andere Bein sollte mit dem Fuß ein bisschen weiter nach vorne stehen als im rechten Winkel.
  • Achtung: Für diese Übung solltest du ganz besonders darauf achten, dass der untere Rücken gerade bleibt.
  • Schiebe nun die Leiste desjenigen Beines, das auf dem Boden kniet, nach vorne. Achte jedoch darauf, dass du den Rest deines Körpers nicht mit nach vorne nimmst.
  • Nun solltest du ein deutliches Ziehen im Oberschenkel unter der betroffenen Hüfte verspüren.
  • Bleibe zwei bis zweieinhalb Minuten in dieser Position.
Patientin sitzt auf der Stuhlkante und dehnt ihr Gesäß, indem sie das Bein über das andere schlägt und sich nach vorne lehnt

4. Übung: Gegenübung für das Gesäß

  • Für diese Übung brauchst du erneut einen Stuhl. Setze dich nach vorne auf die Kante deines Stuhls und schlage ein Bein über das andere.
  • Achte darauf, dass das obere Bein im rechten Winkel über dem anderen liegt. Der Fuß sollte dabei auf dem Knie deines anderen Beines abliegen.
  • Gehe für die Übung ins Hohlkreuz und lehne dich mit deinem Becken nach vorne. Du kannst dich auch zur Seite des oberen Beines drehen, um die Dehnung zu intensivieren.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

 4. Fazit

Gerade bei bereits festgestelltem Verschleiß an deinem Hüftgelenk ist es wichtig, schnell zu handeln. Wie du in diesem Artikel lesen konntest, bist du in diesem Fall jedoch nicht unbedingt auf ein künstliches Hüftgelenk angewiesen. Entgegen der konventionellen Meinung, dein Gelenk könne sich nicht mehr von dem Verschleiß erholen, bieten wir dir eine Möglichkeit, akute Schmerzen zu lindern. Gleichzeitig kannst du langfristig die Ursache angehen und die Überspannungen an Muskeln und Faszien so gering wie möglich halten. Mit uns kannst du den Weg in die Schmerz-Freiheit gemeinsam gehen. Du bist deinen Schmerzen nicht mehr hilflos ausgeliefert.

Die besten Übungen und Tipps bei Hüftschmerzen

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