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Die besten Übungen und Tipps bei Interkostalneuralgie:

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Der Schmerz zwischen den Rippen: Wie eine Interkostalneuralgie entsteht und was du selbst dagegen tun kannst

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller Autor & Schmerzspezialist

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Du verspürst einen brennenden, stechenden Schmerz zwischen den Rippen, der sich ringförmig um deinen Oberkörper legt? Bestimmte Bewegungen tun höllisch weh und sogar beim Atmen hast du Probleme? Klingt verdächtig nach einer Interkostalneuralgie. Doch was ist das überhaupt? Woher kommen die Schmerzen und wie kannst du dir sofort selbst helfen? Antworten auf diese und weitere Fragen findest du hier.

Unsere Vision ist, dir das Wissen für ein schmerzfreies Leben zu vermitteln. Wir verfolgen dabei den Grundsatz, Theorie und Praxis eng miteinander zu verzahnen.

In diesem Artikel bekommst du deshalb zunächst einige Hintergrund-Informationen zu den Symptomen und Ursachen einer Interkostalneuralgie. So kannst du ganz genau nachvollziehen, warum unsere Übungen so wirksam sein können und worin sich unser Konzept von gängigen Behandlungsmethoden unterscheidet.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

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Eine junge Frau hält sich schmerzverzerrt ihre linke Rippengegend

© Borysevych.com | shutterstock.com

Verbunden sind Rippe und Fortsätze der Wirbelkörper jeweils über zwei kleine Gelenke, in denen sich die Rippe bei jeder Atmung leicht bewegen kann. Eine entscheidende Rolle im Übergang von BWS und Rippe spielen neben den Facettengelenken auch die Wirbel-Rippen-Gelenke (Kostotransversalgelenke). Als kleine Scharniergelenke liegen sie unmittelbar an den Austrittsfenstern wichtiger Nerven, die aus dem Rückenmark kommen (Spinalnerven). Äste dieser Spinalnerven verlaufen als Interkostalnerven innerhalb des Thorax entlang der Brustwand. Auf jeder Seite ziehen elf Zwischenrippennerven gürtelförmig in Richtung Körpermitte.

Grafische Darstellung des menschlichen Brustkorbs

© Tefi | shutterstock.com

1. Interkostalneuralgie: Was ist das überhaupt?


Oft steckt hinter kompliziert klingenden Namen ein relativ simpler Sachverhalt. Das ist bei der Interkostalneuralgie (auch: Intercostalneuralgie; wir nutzen beide Begriffe synonym) nicht anders. Am einfachsten nähert man sich der Begriffsklärung, wenn man die beiden Worte „Interkostal” und  Neuralgie” getrennt voneinander betrachtet.

„Interkostal” bedeutet wörtlich übersetzt „zwischen den Rippen”. Damit sind wir also bereits an dem Ort angelangt, wo deine Schmerzen wahrscheinlich am heftigsten spürbar sind. Die Brusthöhle des menschlichen Körpers wird von der Brustwand umgeben, die aus Knochen und Gewebe besteht. Besonders wichtig sind zwölf Rippenpaare, die den Brustkorb (Thorax) aufspannen. Die Rippen haben ihren Ursprung an den Wirbelkörpern der Brustwirbelsäule (BWS) und gehen am anderen Ende in den Rippenknorpel am Brustbein (Sternum) über. Es handelt sich beim Brustkorb gewissermaßen um einen knöchernen Schutzschild, der die lebenswichtigen Organe Herz und Lunge sowie deine Hauptschlagader vor Schäden bewahrt.

Der Begriff „Neuralgie” steht zunächst einmal sehr allgemein für Nervenschmerzen. Gemeint sind also immer Schmerzen, die sich im Versorgungsgebiet eines bestimmten Nervs zeigen. Auslöser von neuralgischen Schmerzen können Reizungen, Entzündungen oder Schädigungen eines Nervs oder einer Nervenwurzel sein, was prinzipiell überall im Körper möglich ist. Besonders häufig treten Nervenschmerzen allerdings im Bereich des Rippenbogens auf, weshalb man bei Beschwerden zwischen den Rippen aus herkömmlicher Sicht von Interkostalneuralgien spricht. Eine solche Neuralgie des Rippenbogens, so glauben die meisten Ärzte, betreffe für gewöhnlich zwei benachbarte Nervenbahnen und könne von einem Dutzend unterschiedlicher Ursachen ausgelöst werden.

Du kannst dir merken: Die Diagnose „Intercostalneuralgie” beschreibt immer ein Schmerzsyndrom, das die Zwischenrippennnerven (Interkostalnerven) betrifft.

 2. Welche Symptome verursacht eine Intercostalneuralgie?


Falls du von deinem Arzt noch keine Diagnose erhalten hast, möchtest du bestimmt wissen, woran du eine Intercostalneuralgie typischerweise erkennen kannst. Deshalb bieten wir dir mit der folgenden Übersicht eine erste Orientierung.

Wichtig: Verstehe diesen „Symptom-Check” bitte nicht als Versuch einer Ferndiagnose. Schmerzen im Brustkorb können auf ernste Erkrankungen von Herz, Lunge oder Bauchorganen hinweisen, die immer eine ärztliche Abklärung erfordern. Insbesondere

  • wenn Schmerzen neu und akut auftreten,
  • sie sich in Charakter oder Stärke verändern und
  • du Symptome wie Atemnot, Druckgefühl, Benommenheit oder Schwindel bemerkst,

ist der Gang zum Arzt alternativlos. Hast du aber bereits alles ohne organischen Befund abklären lassen, bringt dich unsere Hilfe zur Selbsthilfe möglicherweise entscheidend weiter.

Schau gleich mal nach, ob dir einige der hier genannten Symptome bekannt vorkommen:

  • Charakteristisch für die Schmerzen bei einer Intercostalneuralgie ist ihr gürtel- oder streifenförmiges Auftreten — entsprechend dem Verlauf der Nervenbahnen.1) 2)
  • Die Schmerzen sind daher lokal begrenzt.
  • Viele Betroffene beschreiben ihre Schmerzen als brennend, stechend, messerscharf und lange anhaltend, berichten aber auch von anfallartigen Schmerzspitzen mit Schweißausbrüchen, Schwindel und Panikattacken.3)
  • Bestimmte Bewegungen, beispielsweise Pressen, Husten, Niesen oder Rotieren des Oberkörpers, verstärken die Schmerzen. Beschwerden können also durch Lage- und Druckänderung provoziert bzw. gesteigert werden.
  • Als Begleitsymptome können Muskelverspannungen, Gefühlsstörungen, Kribbeln und andere Missempfindungen auftreten. Oft ist auch die Haut über dem betroffenen Rippenbereich hochempfindlich.
  • Schmerzen beim Atmen und eine anhaltende Atemnot können vor allem im fortgeschrittenen Stadium auftreten.

Gut zu wissen: Viele Patienten mit Intercostalneuralgie berichten davon, dass ihre Schmerzen beim tiefen Einatmen oder beim Husten schlimmer werden. Geht es dir auch so? Dann ist eine Herzerkrankung bei dir eher unwahrscheinlich. Denn die meisten Herzschmerzen nehmen bei tiefen Atemzügen gerade nicht zu. Außerdem lösen Beschwerden einer Angina pectoris oder eines Herzinfarkts eher dumpfe, drückende und beklemmende Schmerzen im Brustkorb aus — weniger die „hellen” und schneidenden Schmerzen einer Intercostalneuralgie. Zur Sicherheit aber gilt: Lass deine Symptome immer von deinem Arzt abchecken. Wenn du danach mehr erfahren möchtest, bietet dir unser großer Schmerzlexikon-Artikel über die verschiedenen Arten von Brustschmerzen bestimmt viel Wissenswertes.

Die besten Übungen und Tipps bei Interkostalneuralgie

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 3. Wo liegen die Ursachen einer Interkostalneuralgie?


Nachdem du nun bereits so viel über Rippen und Nerven gehört hast, wird dich unsere Perspektive auf die Interkostalneuralgie vielleicht überraschen.

Wir haben nämlich bei vielen Patienten die Erfahrung gemacht, dass die Bewegungsschmerzen im Brustkorb überhaupt nicht durch eine Nervenreizung verursacht werden. Vielmehr steckt meist ein falsch trainiertes Zwerchfell dahinter, was vor allem mit einer fehlerhaften Atmung zusammenhängt.

3.1 Überspannungen im Zwerchfell — die Interkostalneuralgie aus der Sicht von Liebscher & Bracht

Aus herkömmlicher Perspektive ist klar: Bei einer Interkostalneuralgie kommt es immer zu einer Beeinflussung der Zwischenrippennerven — egal ob dieser Prozess als „Irritation”, Reizung, Einklemmung, Entzündung oder Schädigung der Nerven aufgefasst wird. Wir halten diese Sichtweise jedoch für einen Irrtum. Für uns hat die typische Symptomatik einer Intercostalneuralgie in den meisten Fällen nichts mit einer Entzündung des Nervensystems beziehungsweise einer Nerveneinklemmung zu tun. Auslöser der Schmerzen ist bei der überwiegenden Zahl der Patienten das Zwerchfell — und zwar ein in seiner Beweglichkeit eingeschränktes Zwerchfell. Wie kann das sein?

Die Funktion des Zwerchfells

Grafische Darstellung der anatomischen Verhältnisse bei Ein- und Ausatmung

© Alila Medical Media | shutterstock.com

Das Zwerchfell (Diaphragma) ist ein ganz besonderer Muskel, der zwei Drittel deiner gesamten Atemtätigkeit steuert. Du kannst dir diesen “Atemmuskel” als Sehnenplatte vorstellen, die von kuppelförmigen Muskeln bedeckt ist. Deren Fasern verlaufen quer durch den Brustraum. Bei der Einatmung (Inspiration) zieht sich die Muskelschicht zusammen, wodurch das Zwerchfell absinkt und sich das Volumen im Brustkorb erhöht. Atmest du wieder aus (Expiration), erschlafft das Zwerchfell, hebt sich hoch in den Brustraum und löst über das Zusammenpressen der Lungen das Ausströmen der Atemluft aus. 

Muskeln und Faszien werden unnachgiebig

Dein Zwerchfell verhält sich dabei wie jeder andere Muskel deines Körpers auch. Wird es zu wenig bewegt, können bestimmte Faserbereiche reißanfällig und spröde werden. Dann baut das gesamte muskulär-fasziale Netzwerk aus Zwerchfell, Brustmuskulatur und Zwischenrippenmuskeln mit der Zeit eine unnachgiebige Struktur auf — wir sprechen hier von “Verkürzungen” der Muskeln und Faszien.

Eine verkürzte Muskulatur sorgt wiederum dafür, dass die Spannungsverhältnisse im gesamten Brustbereich ein normales Maß übersteigen.

Diese Verkürzungen und Überspannungen können die Atembeweglichkeit stark einschränken, genau wie die Beweglichkeit des Rippenbogens insgesamt: Die Atmung wird flach, der Brustkorb statisch und das Zwerchfell macht bei verschiedenen Bewegungen Probleme — es streikt, wenn es in eine ganz bestimmte Richtung gedehnt werden muss. Stechende Schmerzen sind die Folge, Sodbrennen (Reflux) oder Zwerchfellbruch drohen als mögliche Komplikationen.

Warum wird das Zwerchfell heutzutage zu wenig bewegt?

Dem Zwerchfell wird genau das zum Verhängnis, was auch an vielen anderen Stellen deines Körpers zu Fehlspannungen und Schmerzen führen kann: einseitige oder fehlende Bewegung. Wir atmen nicht tief genug ein und aus! Mit monotonen Bewegungsmustern in unserem Alltag vernachlässigen wir den Rumpf samt zugehöriger Muskulatur.  

Verbringst du beispielsweise jeden Tag viele Stunden im Sitzen, bist du permanent nach vorne gerichtet und hältst deine Unterarme die meiste Zeit in einem 90-Grad-Winkel gegenüber dem Oberkörper. Damit „trainierst” du dir jedoch die muskuläre Struktur deiner kompletten Körpervorderseite herunter — auch die des Zwerchfells.

3.2 Reizung der Zwischenrippennerven — die Interkostalneuralgie aus herkömmlicher Sicht

Standard-Erklärungen für die Interkostalneuralgie stellen die Nerven und Nervenwurzeln in den Mittelpunkt des Schmerzgeschehens. Aus schulmedizinischer Sicht gibt es zwar ganz unterschiedliche Auslöser für die Nervenschmerzen, doch ein Grundsatz bleibt immer gleich: Alle angeführten Ursachen reizen oder schädigen in irgendeiner Form die Zwischenrippennerven, sodass diese mit den typischen Symptomen reagieren.

Der erste Schritt einer Diagnostik besteht daher oft im Versuch, die Grunderkrankung zu ermitteln. Die Tatsache, dass dies besonders in der orthopädischen Praxis meist „wenig effektiv”4) ist, wundert uns nicht. Schließlich bleibt ein überspanntes Zwerchfell bei Untersuchungen des Bewegungsapparats oder bildgebenden Verfahren für gewöhnlich unerkannt.

Welche Ursachen führen herkömmliche Sichtweisen auf die Interkostalneuralgie nun aber ins Feld? Schauen wir sie uns nacheinander kurz an:

Erkrankungen der Wirbelsäule

Verschleißbedingte Prozesse und bestimmte Wirbelsäulenerkrankungen können die Zwischenrippennerven reizen — da ist sich die Schulmedizin einig. Verantwortlich gemacht werden dafür Erkrankungen wie Bandscheibenvorfall, Osteochondrose (Knorpel- und Knochenverschleiß) oder Spondylitis (Wirbelsäulenentzündung).

Vielleicht erinnerst du dich daran, dass die Wirbel-Rippen-Gelenke genau dort liegen, wo wichtige Nerven das Rückenmark verlassen. An dieser Stelle, so die Argumentation weiter, könnten sich Knorpel, Bandscheiben und Gelenke derart verändern, dass es zu Engpässen komme. Blockaden, „Einengungen“, “Einklemmungen” und “Irritationen” der Nervenwurzel bzw. des Nervs seien die Folge.5) In sehr seltenen Fällen kommt die Intercostalneuralgie auch als Begleitsymptom von Tumoren an der Brustwirbelsäule vor.6)

Unserer Erfahrung nach wird die Bedeutung von Funktionsstörungen an den Wirbel-Rippen-Gelenken bzw. den Nervenwurzeln überschätzt. Sicherlich gibt es Fälle, in denen — ausgehend von einem Bandscheibenvorfall an der Wirbelsäule —  „echte” Nervenschädigungen die Rippenschmerzen auslösen. Wir glauben jedoch, dass viel häufiger überspannte Muskeln und Faszien dahinterstecken — auch bei Brustschmerzen, die im Bereich der BWS entstehen. Wie das sein kann und zu welchen falschen Einschätzungen dies mitunter führt, liest du in unserem Beitrag „Fehldiagnose bei Brustschmerzen: BWS-Blockade statt Herzinfarkt“.

Frau mit Interkostalneuralgie hält sich den schmerzenden Rücken

© fizkes | fotolia.com

Herpes zoster

Nervenschmerzen an den Rippen können bei einer Herpes-Zoster-Infektion auftreten und nach deren Ausheilung weiter bestehen. Herpes Zoster kennst du wahrscheinlich unter dem Namen “Gürtelrose”. Auslöser der Gürtelrose sind Windpocken-Viren, die zu einer Entzündung der Nerven führen. Besonders häufig sind davon die Interkostalnerven betroffen. Mehr zu Herpes Zoster, den typischen Symptomen einer Gürtelrose und möglichen Komplikationen bei dieser Krankheit liest du hier.

Schmerzen nach einer Operation

Nach einer OP im Brustkorb kann es zu Beschwerden kommen, die in der Neurologie dem typischen Krankheitsbild einer Intercostalneuralgie entsprechen. Die Gefühlsstörungen und Nervenschmerzen in der Brustwand sind dann Bestandteil des sogenannten Postthorakotomie-Syndroms (Der Begriff „post” steht für „nach”, Thorakatomie verweist auf den Eingriff im Brustbereich.) 7)

Rippenbrüche und sonstige Ursachen

Die Liste der möglichen “Grunderkrankungen” hinter einer Intercostalneuralgie ist noch länger. So können beispielsweise auch schlecht oder falsch verheilte Rippenbrüche (Rippenfrakturen) zu anhaltenden Schmerzen im Bereich der Rippen führen.8) Gleiches gilt für Infektionskrankheiten wie Pleuritis (Entzündung des Rippenfells), eine Periostitis (Knochenfellentzündung), eine Pneumonie (Lungenentzündung) oder Tuberkulose.

Seltener als Rippenfrakturen oder Entzündungen des Rippenfells sind Herzerkrankungen, Magenprobleme, Krankheiten von Leber und Gallenblase oder eine angeborene Einengung der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose) für die Nervenreizungen bei der Intercostalneuralgie verantwortlich.

Eine Ursache, die ausschließlich Frauen betrifft, stellt die sogenannte Mastodynie dar. Dabei handelt sich um Schmerzen und Spannungsgefühle im Brustbereich, die abhängig vom weiblichen Zyklus sind. Besonders im letzten Drittel einer Zyklusphase lagert sich aufgrund hormoneller Veränderungen Wasser im Brustgewebe ein. Auf diesen Vorgang können die Zwischenrippennerven mit Reizungen reagieren.

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4. Wie kann eine Intercostalneuralgie behandelt werden?


Bei einer Intercostalneuralgie fühlst du dich nicht wohl in deiner Haut — im besten Fall. Hat es dich schlimmer erwischt, beeinträchtigen die Schmerzen deine Lebensqualität, bringen dich vielleicht um den Schlaf oder lösen sogar Todesangst aus. Höchste Zeit, etwas dagegen zu tun, oder?

Wenn wir dir jetzt unseren Behandlungsansatz vorstellen, geschieht das in der festen Überzeugung, dass du dir selbst am besten helfen kannst. „Hilfe zur Selbsthilfe” und „die Ursache im Blick” lauten daher die Grundsätze unserer Schmerztherapie. 

Die Schwachstellen herkömmlicher Behandlungen

Deutlich wird unser Verständnis von Selbsthilfe im Vergleich mit herkömmlichen Behandlungsmethoden bei Intercostalneuralgie. Auch konventionelle Ansätze verfolgen das Ziel, kausal zu behandeln — also die eigentliche Ursache der vermeintlichen Erkrankung zu bekämpfen. Das Problem dabei: Eine konkrete Ursache (zum Beispiel Brüche oder Wirbelsäulenerkrankungen) wird meistens nicht gefunden. Wohl oder übel muss deshalb auf eine Behandlung der Symptome ausgewichen werden.

Medikamente

Der Einsatz von Schmerzmitteln ist Ausdruck dieser „Notlösung”. Bei einer Intercostalneuralgie (und Nervenschmerzen generell) sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) besonders beliebt. Sie wirken nämlich gut in der Peripherie des Körpers, quasi in seinen Außenbezirken — und damit auch dort, wo die verästelten Nervenbahnen ihre Impulse hinleiten. Neben klassischen Schmerzmitteln verschreiben Ärzte häufig Muskelrelaxantien, um Verspannungen der Muskulatur zu lockern. Auch Mittel gegen Depressionen oder Epilepsien sollen helfen. Sind die Schmerzen (wie nach Rippenfrakturen) extrem, können zudem Schmerzmittel verabreicht werden, die auf unser zentrales Nervensystem wirken. Derartige Substanzen heißen Opioide, ihr wohl bekanntester Vertreter ist Morphium.

Zu sehen sind verschiedene Kapseln und Pillen gegen Sodbrennen

Du kannst dir sicher vorstellen, wie stark diese Medikamente deinen Organismus belasten. Nierenschäden, Suchtpotential, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Verstopfung oder Bewusstseinstrübungen sind nur einige der unappetitlichen Nebenwirkungen der eingesetzten Präparate. Doch was genauso schlimm ist: NSAR, Opioide und Co. wirken nur kurzfristig, da sie lediglich die Symptome eindämmen.9)

Betäubung und Hitze

Die Nadel einer Spritze mit einem Tropfen grüner Flüssigkeit an ihrem Ende

Neben der medikamentösen Therapie existieren zur Behandlung der Intercostalneuralgie zwei Verfahren, die direkt im Nerv ansetzen. Dabei handelt es sich zum einen um den Interkostalblock (auch Interkostalblockade), gewissermaßen die Lahmlegung der (scheinbar) betroffenen Nerven. Mithilfe einer dünnen Nadel gibt der Arzt hier ein lokal wirkendes Betäubungsmittel in den Nerv (Infiltration).10) Gerade bei akuten Schmerzen verspricht diese Technik kurzfristige Linderung, ohne den Patienten allzu großen Nebenwirkungen auszusetzen.

Zum anderen kann im Anschluss an die Betäubung des Nervs eine sogenannte Hochfrequenzablation (auch Radiofrequenzablation, RFA) durchgeführt werden. Deren Ziel besteht darin, Gewebe lokal zu zerstören. Erreicht wird diese Zerstörung, indem unter deiner Haut Hochfrequenzstrom erzeugt wird. Die entstehende Hitze zersetzt die Nervenstruktur (Thermonekrose) und soll die Weiterleitung der Schmerzimpulse auf diese Weise unterbrechen.

Was ist von solchen Verfahren zu halten? Aus unserer Sicht muss das Urteil gemischt ausfallen. Wir möchten nicht bestreiten, dass Interkostalblock und RFA bei extremen Schmerzen wertvolle Dienste leisten können. Auch die Gefahren sind relativ gut kalkulierbar. Es ist allerdings so, dass in der Neurologie vorerst nur Einzelstudien zur Wirksamkeit der RFA bei Intercostalneuralgie vorliegen — eine sichere Prognose zum Potential dieser Technik kann es daher nicht geben.11) Außerdem müssen selbst Vertreter dieses Ansatzes feststellen, dass es bisher keiner Behandlungsweise überzeugend gelungen ist, die Schmerzen bei einer Intercostalneuralgie dauerhaft zu beseitigen.12)

Für uns kommt diese Bilanz nicht überraschend. Denn Techniken, die ihren Fokus nur auf die Zwischenrippennerven legen, sind auf mehr als einem Auge blind.

Was bietet dir Liebscher & Bracht?

Liebscher & Bracht ist anders. Gegenüber den oben genannten Ansätzen geht es uns darum,

  • mit dem Zwerchfell den wahren Hauptdarsteller deiner Interkostalneuralgie zu besänftigen,
  • dir natürliche, risikofreie und körpergerechte Möglichkeiten der Selbsthilfe zu bieten
  • und dich in die Lage zu versetzen, deine Schmerzen nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft lindern oder sogar loswerden zu können.

Um das zu erreichen, stehen dir verschiedene Bausteine zur Verfügung. Sie alle zielen darauf ab, die Überspannungen rund um dein Zwerchfell und seine muskulär-faszialen Anteile im Brustkorb zu normalisieren.

  • Herzstück deiner Selbsthilfe sind unsere Dehnübungen. Wenige Minuten täglich genügen, um den Verkürzungen wirksam entgegenzuwirken. Mit unseren speziellen Übungen bei Interkostalneuralgie bringst du qualitativ hochwertige Bewegungen in deinen Atemmuskel, indem du ihn effektiv aufdehnst. So arbeitest du direkt an der Ursache deiner Schmerzen.
  • Deine täglichen Übungen kannst du mit Faszien-Rollmassagen clever ergänzen. Unsere Faszienrollen und -kugeln helfen dir, die notwendigen Reparaturen an deinen Faszien aktiv anzuregen. So unterstützt du dein muskulär-fasziales Netzwerk dabei, die Trainingsreize der Übungen optimal verarbeiten zu können. Verfilzungen können sich lösen und dein Zwerchfell kann wieder so nachgiebig werden, wie es für einen sanften Atemvorgang sein muss.
  • Sind deine Schmerzen gerade kaum auszuhalten und du kannst unsere Übungen gar nicht nachmachen? Dann empfehlen wir dir, einen nach Liebscher & Bracht ausgebildeten Therapeuten aufzusuchen. Über den Therapeuten-Finder auf unserer Webseite findest du sicher eine Kontaktadresse in deiner Nähe.

Alle Details zu unserer Theorie der Schmerzentstehung, unserem Angebot sowie den verschiedenen Komponenten der Behandlung findest du auf einer extra Therapie-Seite.

So funktioniert unsere Therapie

5. Was kannst du selbst tun? Die besten Übungen bei Interkostalneuralgie


Jetzt bist du gefragt. Denn um dir bei einer Intercostalneuralgie selbst helfen zu können, kommt es entscheidend darauf an, endlich wieder Bewegung in dein Zwerchfell und den umliegenden Rumpfbereich zu bringen. Wie das einfach und hochwirksam funktionieren kann, siehst du in den beiden folgenden Videos.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht leitet dich Schritt für Schritt an, sodass du sofort von zuhause aus mitmachen kannst.

Vor den Übungen noch ein Tipp: Solltest du unsere Übungen überhaupt nicht kennen, wirf vorher am besten einen Blick auf unsere Checkliste ganz unten auf der Seite. Dort haben wir für dich die wichtigsten Anhaltspunkte für ein effektives und sicheres Training aufgelistet.

Los geht’s mit einer Faszien-Rollmassage. Bring den Stoffwechsel deiner Muskulatur in Fahrt und mache die Faszien rund ums Zwerchfell wieder schön geschmeidig. Im Video erfährst du Details:

Faszien-Rollmassage unter dem Rippenbogen

Eine Patienten führt mithilfe der Mini-Kugel eine Faszien-Rollmassage entlang ihres Rippenbogens durch

Setze die Mini-Faszienkugel unter deinem Brustbein an und rolle von dort unter deinem Rippenbogen entlang nach außen.

Im Detail: Das Zwerchfell ist direkt unterhalb des Rippenbogens festgewachsen. Auch wenn du es nicht direkt rollen kannst, kommst du an seine muskulär-faszialen Anteile entlang des Rippenbogens heran. Genau das machst du dir mit der Faszien-Rollmassage zunutze.

Schnapp dir die Mini-Faszienkugel aus unserem großen Faszien-Set und setze sie direkt unter deinem Brustbein am sogenannten Schwertfortsatz an. Starte in der Mitte und rolle zunächst entlang des rechten Rippenbogens ganz langsam nach außen. Versuche dabei, einen Druck aufzubauen, der von unten auf den Rippenbogen wirkt. Bist du an deiner rechten Außenseite angelangt, wiederholst du die Rollbewegung auf der linken Seite.

Noch ein Tipp: Während du die Mini-Kugel entlang deines Rippenbogens führst, kannst du versuchen, tief ein- und auszuatmen. So nutzt du die geschmeidig werdenden Faszien unmittelbar für einen größeren Bewegungsspielraum des Zwerchfells und kannst dich spürbar wohler fühlen.

Um dein Zwerchfell als „Motor der Atmung” dehnen zu können, sind gezielte Bewegungs-Reize erforderlich. Die Übung aus dem folgenden Video zeigt dir, wie du sie punktgenau setzen kannst:

Dehnübung fürs Zwerchfell

Eine Patienten führt eine Atemübung gegen Interkostalneuralgie durch, wobei sie sich die Nase zuhält

Nimm die Haltung ein, die den größten Schmerz verursacht, atme in dieser Position komplett aus und schließe dann Mund und Nase. Fange nun langsam an, Luft einzusaugen.

Im Detail: Wichtig ist, dass du genau die Bewegung ausführst beziehungsweise genau die Haltung einnimmst, die den größten Schmerz verursacht. Sobald du diesen „Schmerz-Winkel” gefunden hast, bleibst du exakt in dieser Position. Atme tief ein und anschließend — ohne die Position zu verändern — maximal aus. Ist keine Luft mehr in deinen Lungen, schließt du den Mund und hältst dir die Nase zu. Fange jetzt langsam an, Luft einzusaugen. Mithilfe des dadurch entstehenden Unterdrucks kann das Zwerchfell bestehende Überspannungen abbauen und zu alter Beweglichkeit zurückfinden.

Übrigens: Sollte der Schmerz an mehreren Stellen sitzen, arbeitest du jeden einzelnen Punkt einfach Schritt für Schritt ab. Das Prinzip dahinter und das Vorgehen bleiben immer gleich: Suche dir den schmerzauslösenden Winkel, atme, ohne dich zu bewegen, tief ein und aus, und erzeuge anschließend einen Unterdruck.

Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

Über diesen Artikel

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

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Veröffentlicht am:
20.11.2018

Letzte Aktualisierung:
03.09.2021

Nächste geplante Aktualisierung:
28.02.2022

Quellen & Studien

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