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Die effektivsten Übungen gegen Leistenschmerzen

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Leistenschmerzen — einfache und effektive Behandlung eines umfangreiches Beschwerdebilds

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller Autor & Schmerzspezialist

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Du leidest unter einem permanenten Ziehen in der Leiste? Nicht nur beim Gehen, auch beim Stehen sowie Heben und Zurückführen eines Beines bestimmen die Schmerzen deinen Alltag? Dann geht es dir wie etlichen anderen Menschen, die Leistenschmerzen quälen.

Etwa 13 Prozent der Erwachsenen sind neuen Erkenntnissen zufolge von Schmerzen in der Leistenregion betroffen – und deutlich seltener als häufig angenommen, handelt es sich dabei um Sportler.1)

Ob stechend, dumpf oder scharf – haben möchte sie niemand. In diesem Artikel liest du alles zur Ursache und Entstehung deiner Schmerzen und erfährst direkt, wie eine effektive Behandlungsweise aussehen kann. Die schönste Nachricht: Mit unseren Übungen kannst du dich sofort selbst behandeln!

Eigentlich ist alles ganz einfach: Auch wenn die Leiste unter den vielen Schmerzzuständen nicht so häufig vertreten ist wie andere Körperbereiche, stellt sie die Schulmedizin des Öfteren vor Probleme. Warum sich die Ursachensuche bei Leistenschmerzen oftmals komplizierter gestaltet, als sie tatsächlich ist, und wie wir es schaffen, unsere Patienten ohne Operationen und Medikamente wirksam zu behandeln, erfährst du jetzt!

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor & Schmerzspezialist

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Roland Liebscher-Bracht

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Mann hält sich mit beiden Händen den Leistenbereich

© phugunfire  | shutterstock.com

1. Häufigste Ursache und Entstehung von Leistenschmerzen


Kurz & Knapp

  • Kleine Anatomie-Kunde: 
    • Die Leiste befindet sich zwischen Unterleib, Hüfte und Oberschenkel und bildet somit ein muskulär-fasziales Dreieck aus.
    • Ihr kommt eine stützende Funktion zu, um diese Strukturen zu verbinden und Organe des Bauchraums zu schützen.
    • Zusätzlich verlaufen durch sie der Leistenkanal, das Leistenband, der Samenstrang beim Mann und bei der Frau das Mutterband.
  • In den meisten Fällen liegt die Ursache von Leistenschmerzen in muskulär-faszialen Überspannungen und Verkürzungen im Rumpfbereich.
    • Zustande kommen sie wegen einseitiger Bewegungsmuster im Alltag.
    • Das Sitzen gilt heutzutage als der Hauptgrund vieler Schmerzzustände.
    • Die Leiste gilt wegen ihrer Lage und Funktion als besonders belastete Stelle.

Leistenschmerzen können sich ganz unterschiedlich äußern und von wo die Überspannungen in die Leiste ziehen, ist nicht immer gleich erkennbar. Deshalb können Leistenschmerzen mit einer Reihe an Ursachen und Schmerzzuständen einhergehen. Welche das sind, liest du im nächsten Kapitel „Unterschiedliche Arten von Leistenschmerzen“.

Wie du vermutlich selbst weißt, können sich Leistenschmerzen ganz unterschiedlich äußern. Ob stechend, ziehend oder dumpf – angenehm sind die Schmerzen natürlich alle nicht. Die Schulmedizin unterscheidet klar zwischen belastungsabhängigen und belastungsunabhängigen Schmerzen:

  • So könnten beim Rückführen und seitlichen Heben eines Beines deutliche Beschwerden auftreten, die in Phasen der Ruhe nicht spürbar seien. Insbesondere Sportler, wie etwa Fußballer und Langstreckenläufer, bilden die Risikogruppe.
  • Leistenschmerzen, die jedoch auch nachts auftreten und eine lange Schmerzentwicklung aufweisen, könnten Hinweise auf Entzündungen der Schambeinfuge oder Hüfte geben. Aber auch Hernien (Leistenbrüche und Schenkelbrüche) machten sich oftmals auf diese Weise bemerkbar.

Wir von Liebscher & Bracht sehen dies etwas anders: Kannst du dir vorstellen, dass all diese Schmerzen auf eine einzige Ursache zurückzuführen sind? Das glaubst du nicht?! Wir haben sogar noch bessere Nachrichten für dich: Du kannst deine Leistenschmerzen nämlich selbst behandeln und eigenständig loswerden!

Du willst endlich die wahre Ursache deiner Leistenschmerzen erfahren? Dann lass sie dir jetzt im Video von Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht erklären.

1.1 Anatomische Strukturen und Funktionen der Leiste

Zunächst ist es wichtig zu wissen, wo die Leiste genau liegt und welche Funktionen sie in unserem Körper übernimmt. Denn: Wir erachten es als sinnvoll, unseren Körper als eine Einheit anzusehen, und gehen mit dieser ganzheitlichen Sichtweise der wahren Ursache deiner Schmerzen auf den Grund.

Mit ihrer anatomischen Lage nimmt die Leiste eine Zwischenposition ein. Sie befindet sich zwischen:

  • Unterleib,
  • Hüfte und
  • Oberschenkel.

Somit zählt sie zum unteren Teil der Bauchwand und verbindet beidseitig jeweils das Becken mit dem Oberschenkel. Dadurch, dass in der Leistengegend (Regio inguinalis) weitere anatomische Strukturen zusammenlaufen, übernimmt sie selbst auch die Funktion des aktiven Verbindens. Der Inhalt der gesamten Bauchhöhle – hierzu zählen Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Darm und  Magen – wird von der Leiste gestützt. Das Gewebe und die Muskeln halten die Organe im Bauch zusammen und schützen sie vor äußeren Einflüssen.

Auf einem weißen Untergrund liegt ein gläsernes Dreieck mit der Spitze nach unten. In der Mitte liegt eine Blume.

© Unsplash (bearbeitet)

Aufgrund der Verbindung zu den anderen Körperbereichen und Gewebestrukturen liegt es auf der Hand, dass die Schmerzen in umliegende Bereiche ausstrahlen können. Umgekehrt können sich aber auch Probleme in diesen Gegenden auf die Leiste auswirken und dort Schmerzen verursachen.

Durch den Leistenbereich verlaufen:

  • das Leistenband, das je links und rechts vom Hüftknochen schräg nach unten zum Schambein verläuft;
  • der Leistenkanal oberhalb des Leistenbandes, der vier bis fünf Zentimeter lang ist, so die Bauchhöhle mit der Leiste verbindet und den neben Muskeln und Blutgefäße auch Nerven durchziehen;
  • beim Mann der Samenstrang und
  • bei der Frau das Mutterband, das für die Befestigung der Gebärmutter zuständig ist.

Dadurch, dass die Leiste in viele gewebeartige Strukturen eingebettet ist, kann sie von diesen beeinflusst werden – so etwa von muskulären Dysbalancen oder Verspannungen der Bauch- und Oberschenkelmuskulatur.

1.2 Muskulär-fasziale Überspannungen als Ursache: Schmerzen verstehen mit Liebscher & Bracht

Mediziner gehen davon aus, dass bei 25–35 Prozent aller chronischen Leistenschmerzen mehr als nur eine Ursache für die Beschwerden verantwortlich ist. Diese Meinung widerspricht unserem Schmerzverständnis:

Wir sind der Ansicht, dass fast alle Leistenschmerzen durch unsere moderne Lebens- und Arbeitswelt, insbesondere durch sitzende oder einseitig belastende Tätigkeiten, entstehen. Unsere Bewegungen sind stark eingeschränkt und wir nutzen mitunter nur zehn Prozent aller möglichen Gelenkwinkel.

Überspannungen lösen Alarmschmerzen aus

Wir sagen also: Auslöser deiner Schmerzen in der Leistenregion ist das verspannte Muskel- und Fasziengewebe, das alle anatomischen Strukturen deines Körpers durchzieht. Schuld daran ist häufig zu wenig und monotone Bewegung. Was wir damit meinen:

Die häufigste körperliche Tätigkeit, der die meisten Menschen heutzutage „nachgehen“, ist das Sitzen. Im Auto, bei der Arbeit, beim Essen und im Feierabend auf der Couch fängt die Einschränkung unseres Bewegungspotenzials an.

  • Beim Sitzen sind die Muskeln und Faszien im vorderen Körperbereich durch die angewinkelten Beine nicht gestreckt. Nehmen wir diese Position täglich ein, passen sie sich an und werden unnachgiebiger.
  • Stehen wir nach langen Stunden des Sitzens auf, versucht der Körper, die muskulär-fasziale „Verkürzung“ im vorderen Körperbereich durch Muskeln und Faszien im Rückenbereich wieder auszugleichen.
  • Die Auswirkung: Gegenspannungen lassen ein enormes Spannungsfeld entstehen, das die Flächen der Gelenke und Wirbelkörper stark aufeinanderpresst. Übermäßig hoher Verschleiß an Knorpel, Knochen und Gelenken entsteht.
Roland Liebscher-Bracht zeigt auf eine Skizze, die verdeutlicht, wie muskuläre Überspannungen den Oberkörper nach vorne ziehen und so Druck in der Leistenregion erzeugen.

© Liebscher & Bracht

Rezeptoren an der Knochenhaut messen diese Spannungen und leiten die Bedrohung der Struktur an das Gehirn weiter. Dieses projiziert einen Schmerz in die betreffende Körperrregion, der uns wie ein Alarm signalisiert, dass Strukturen bedroht sind und wir die üblichen Bewegungsmuster unterbinden sollen. Wir sprechen vom sogenannten „Alarmschmerz“.

Auf deine Leistenschmerzen übertragen, bedeutet dies, dass wir auch hier hauptsächlich von funktionellen statt strukturellen Schmerzen sprechen können:

Überbelastungen sorgen für die Beschwerden und signalisieren dir, etwas an deinem üblichen Bewegungsprogramm verändern zu müssen.

Die Leiste als funktionelle Schwachstelle – gerade bei Überspannungen

Gerade die Leiste hat mit ihrer Stützfunktion im unteren Bereich deines Körpers eine wichtige Aufgabe zu erfüllen und befindet sich zudem in permanenter Abhängigkeit von den sie umgebenden Strukturen. Bauch, Becken, Rücken und Oberschenkel, aber auch Schambein und Hüftgelenk, stehen in enger Verbindung zu ihr. Die Leiste stellt somit eine der zentralen Schaltstellen unseres Bewegungsapparates dar.

Als Teil der vorderen Bauchwand beherbergt sie den muskulofaszialen Ursprung der Bauchdecke und ermöglicht durch solche Verbindungssysteme erst die Lastenverteilung und -weiterleitung auf das knöcherne Skelett.2)

Diese Vernetzung der Strukturen beweist noch einmal, dass die Leiste aufgrund des aufrechten Ganges beim Menschen als stark belastete Stelle gilt. Der Rumpf zieht wegen der Überspannungen nach vorne und der Hauptdruck beim schweren Heben und Husten, aber auch Niesen oder Pressen, lastet auf dem Bauch. Hierbei wird die Bauchdecke angespannt und der Druck strahlt in die Leistenregion aus. Die weiche Schutzstruktur der Leiste stellt somit generell eine funktionelle Schwachstelle dar.

Hauptrisikofaktor ist hier ein schwaches Bindegewebe, das aber durchaus trainiert werden kann. Nur tun dies heutzutage die wenigsten.

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2. Unterschiedliche Arten von Leistenschmerzen und weitere Ursachen


Kurz & Knapp

  • Aufgrund ihrer verbindenden Lage und stützenden Funktion sowie ihres komplexen Aufbaus können hinter Leistenschmerzen vielfältige Ursachen liegen.
  • Entsprechend können auch muskulär-fasziale Überspannungen in den Oberschenkeln, im Becken, Rücken oder in der Hüfte zu Beschwerden in den Leisten führen. Weitere Ursachen:
    • Sportlerleiste, Leistenzerrung sowie Hernien (Leistenbrüche und Schenkelhernie)
    • eine schwangerschaftsbedingte Lockerung des Beckenrings
    • Hodentorsion
    • Erkrankungen an der Hüfte (Hüftarthrose, Impingement, Hüftkopfnekrose)
    • Nervenreizungen und -engpässe
    • Entzündungen in der Leistenregion
    • Nieren- und Harnsteine (Infektionen)
    • Fuß-Fehlstellungen und Haltungsfehler

Wir wissen: Die meisten Schmerzzustände entstehen wegen Muskeln, die überspannt sind und Strukturen wie Knochen, Knorpel und Sehnen auf diese Weise schädigen. Gegen Leistenschmerzen und die verursachenden Erkrankungen helfen können daher unsere Dehnübungen im letzten Kapitel.

Weil die Leiste aus so vielen Strukturen besteht und mit so vielen verbunden ist, können sich die Beschwerden auch ganz verschieden äußern. Je nachdem, welche muskulär-faszialen Bereiche deines Körpers betroffen sind, beeinträchtigen dich die Schmerzen auch unterschiedlich stark. Ihre Art und Intensität helfen zumeist bei der Diagnose des überlasteten Bereichs. Sie geben einen Hinweis darauf, wo die Strukturen überbeansprucht und Spannungen abgebaut werden müssen. Im Folgenden findest du unterschiedliche Schmerzzustände mit ihrer jeweiligen Symptomatik. Nutze diese Übersicht am besten als Orientierungshilfe.

Nur Mut: Die Symptome, die hier gelistet sind und die von der Schulmedizin klassifizierten Ursachen sprechen nicht zwangsläufig dafür, dass du tatsächlich an diesen Krankheitsbildern leidest.

2.1 Sportlerleiste, Leistenzerrung und Hernien

Sportlerleiste (weiche Leiste)

Unter dem Begriff der Sportlerleiste lassen sich viele Schmerzzustände summieren. Der Name deutet bereits darauf hin, dass hauptsächlich Sportler betroffen sein sollen. Dies ist unserer Meinung nach trügerisch. Denn die Strukturen, die die Leiste umgeben, können vor allem durch Überspannungen und untrainierte Muskelgruppen in der vorderen Bauchgegend Schmerzen im Leistenbereich verursachen.

Becken-, Rumpf-, Bauch-, aber auch die Oberschenkelmuskulatur spielen hier eine wichtige Rolle und stehen nicht nur bei Bewegung in wechselseitiger Beziehung zueinander. Unser moderner Alltag und die schlechte Haltung am Schreibtisch mit viel zu langen Sitzphasen lassen unsere Muskeln und Faszien verspannen und verkleben. Dies kann in allen hier genannten Bereichen spürbar sein. Die Leiste ist insbesondere deshalb so stark betroffen, da hier viele Strukturen aufeinandertreffen: Die Zugkraft hat sowohl von überspannten Adduktoren (Muskulatur an der Innenseite der Oberschenkel) unten als auch von einer überspannten und harten Bauchdecke oben Auswirkungen auf die Leiste.

Diese entgegengesetzten Zugkräfte treffen sich hier und erreichen dann bei Bewegung oder neuen, ungewohnten Belastungen ihren Höhepunkt.3)

Symptome und typische Schmerzzustände der Sportlerleiste sind:

  • ziehende, brennende, gelegentlich elektrisierende Schmerzen mit
  • Schmerzausstrahlung bis in die Hoden sowie die Oberschenkelinnenseite sowie
  • ein starkes Druckgefühl in der unteren Bauchmuskulatur.

Leistenzerrung

Eine farbige Frau in grauer Laufkleidung treibt Sport an der Küste entlang eines kleinen Dammes aus Beton.

© Pexels

Eine Leistenzerrung ist – verwandt mit der Sportlerleiste – vor allem bei Sportlern weit verbreitet und auf Überbelastungen einzelner Muskelpartien und Sehnen, meistens der Adduktoren, zurückzuführen. Stark betroffen sind Läufer (Hürden- und Langstrecken-Lauf), Fußballer und Eishockey-Spieler. Besonders bei den zwei letztgenannten Spielergruppen sind zehn bis elf Prozent der Verletzungen Leistenzerrungen.4)

Bei einer Leistenzerrung sind im Unterschied zur Sportlerleiste neben den Adduktoren auch Oberschenkel und Hüfte betroffen. Heben, Beugen und Heranziehen der Beine verursachen mitunter stark ziehende oder reißende Schmerzen.

Wie schnell man sich auch als Nicht-Sportler eine Leistenzerrung zuziehen kann, wissen die meisten aus eigener Erfahrung. Schnell ist man im Herbst und Winter auf nassem Boden oder Laub ausgerutscht und geht dabei ungewollt in die Grätsche. Zum Glück halten diese kleinen Verletzungen in den Muskelfasern nicht allzu lange an und sind mit einem Muskelkater vergleichbar.

Sind Muskeln und Faszien ausreichend trainiert und werden sie regelmäßig gedehnt, lässt sich auch solchen Zerrungen meist wirksam und einfach vorbeugen.

Eingeweidebrüche (Hernien, speziell an der Leiste Hernia inguinalis)

Es handelt sich bei Hernien um Eingeweidebrüche. Dabei durchbrechen diese den Leistenkanal und werden gemeinsam mit Fettgewebe und Bauchfell eingeklemmt. Im Gegensatz zur leichten Leistenzerrung sind Leisten- und Schenkelbrüche daher ernstzunehmende Krankheitsbilder. 

In Deutschland treten jährlich etwa 200.000 Neu-Erkrankungen auf. 80 Prozent davon sind Leistenhernien, von denen Männer sehr viel häufiger betroffen sind als Frauen. Frauen erleiden eher Schenkelbrüche. Schenkelhernien machen rund zehn Prozent der Hernien-Erkrankungen aus.5)

Wir raten dir insbesondere in diesen Fällen dazu, unbedingt einen Arzt aufzusuchen.

Leistenbruch (Leistenhernie)

Der Leistenbruch bedeutet zunächst eine Schwäche in der Bauchwand, die bei Männern etwa zehn Mal so häufig auftritt als bei Frauen.

Weil in der Leistenregion beim ungeborenen Jungen der Hoden aus dem Bauchraum in den Hodensack nach außen tritt, befindet sich dort anschließend eine Lücke. Durch diese ziehen vor allem Blutgefäße und der Samenleiter vom Hoden aus in den Bauchraum. Gerade dort können dann Schwächen im Bindegewebe auftreten. Im Falle einer Fraktur – aufgrund der Bruchpforte in der Bauchwand – drücken sich die Organe, wie etwa der Darm, nach außen. Dies ist dann in Form einer Vorwölbung im Leistenbereich oder auch am Hodensack zu sehen.

Leitsymptome bei Leistenbrüchen:

  • unspezifische, dumpfe, drückende und
  • schon mal ausstrahlende Schmerzen, die eher
  • im Unterbauch oder in der Flanke auftreten.6)

Schenkelbruch (Schenkelhernie)

Nein, das ist kein Bruch des Oberschenkelknochens, sondern zählt auch zu den Hernien. Diese Erkrankung trifft am ehesten Frauen; in etwa nur einem von vier Fällen erkrankt ein Mann daran.

Da der weibliche Leistenkanal enger ist, kommt es zu einem Schenkelbruch knapp unterhalb des Leistenkanals am Oberschenkel. Aufgrund der Enge des Leistenkanals ist eine Einklemmung der Organe hier meistens schmerzhafter als beim Leistenbruch. Leider aber fällt die Symptomatik von Schenkelbrüchen deutlich schwerer aus. Optisch sind sie kaum durch eine entsprechende Beule zu erkennen, sondern eher noch zu ertasten. Eine dortige Schwellung solltest du auch nicht mit einem Lymphknoten verwechseln. Es gilt so oder so, einen Arzt aufzusuchen.

Neben einem schwachen Bindegewebe und dem damit zusammenhängenden höheren Alter, zählt die Schwangerschaft zu den Risikofaktoren für Frauen. Aber je größer der Uterus wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Gewebe-Einklemmungen. Eine MRT-Untersuchung kann mitunter helfen, entsprechende Bruchstellen beziehungsweise Lücken zu finden.7)

2.2 Schwangerschaft

Zwar nimmt das Risiko, einen Schenkelbruch zu erleiden, mit fortschreitender Schwangerschaft ab – dafür aber können die hormonbedingten Bindegewebslockerungen im Beckenbereich zu Leistenschmerzen führen. Die Muskulatur und Bänder im Beckenboden geben im Schwangerschafts-Verlauf nach und der Beckenring lockert sich. Dies dient dazu, dem wachsenden Kind Platz zu machen, damit es später leichter den Geburtskanal durchtritt.

Zu spüren kann das auch im unteren Rücken (wie der Lendenwirbelsäule) und in den Lenden oder Oberschenkel-Innenseiten sein und zu Reizungen des Iliosakralgelenks führen. Massive Bewegungseinschränkungen können entstehen.

Eine Frau im weinroten Kleid lehnt sich gegen eine Wand und hält ihren Schwangerschafts-Bauch.

© Pexels

2.3 Hodentorsion (Hodenverdrehung)

Nicht zu spaßen ist auch mit einer Hodenverdrehung – einer Fehlstellung des männlichen Genitals. Denn dabei verdrehen sich der Samenstrang und die Blutgefäße, sodass die Hoden nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Sie kommt vor allem bei Säuglingen und Kindern vor, konnte aber auch schon bei älteren Menschen beobachtet werden.

Eine Hodentorsion ist eine zeitabhängige Diagnose, ein urologischer Notfall und muss frühzeitig erkannt werden. Eine bildliche Diagnostik (wie mit Ultraschall-Untersuchungen) ist ideal.8) Denn die Fehlbildung ist nur in einer Klinik mit operativen Verfahren behandelbar und kann unbehandelt etwa sechs Stunden nach Einsetzen der Beschwerden zum Funktionsverlust führen: Verlust des Hodens oder Absterben des Hodengewebes.

Symptome einer Hodentorsion:

  • das Schreien des Kindes,
  • plötzlicher, anhaltender oder auch zeitweilig aussetzender Schmerz im Hoden,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Unterbauch- und Leistenschmerzen, eventuell sogar eher als Hodenschmerzen spürbar,
  • abnormale oder Querlage oder eine höhere Position des Hodens,
  • geschwollene Hoden oder
  • Reizungen und Rötungen.9)

2.4 Hüfterkrankungen

Neben der Leiste ist es auch die Hüfte, der eine stützende Funktion zugesprochen wird. Sie stabilisiert das Becken und kontrolliert viele unserer täglichen Bewegungen. Die Hüfte und Leiste überbrückende Muskulatur dient dabei der Bewegung des Ober- und Unterschenkels. Unterschiedliche Flexoren, Extensoren, Rotatoren, Ad- und Abduktoren halten das Becken, den Rumpf und das Hüftgelenk stabil. Gleichzeitig ermöglichen diese Muskeln flexible Bewegungsausführungen.

Schmerzen in der Hüfte?

Dann kann dir dieses Wissen weiterhelfen!

Hüftschmerzen beseitigen

Aufgrund der zusammenhängenden Strukturen ist es den Ärzten oftmals nicht möglich, eine differenzierte Diagnose zu stellen. So müssen aus konventioneller medizinischer Sicht neben den verschiedenen anatomischen Strukturen im Hüft- und Leistenbereich zusätzlich „Veränderungen der Organe des Intestinaltrakts, der Wirbelsäule und neurologische Engpasssyndrome“ bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden.10)

Aus unserer Sicht sind es gerade die zusammenhängenden Strukturen von Hüfte und Leiste, die die Behandlung von Schmerzen deutlich vereinfachen. So bewirken abgebaute Spannungen an der einen Stelle gleichzeitig eine Entspannung an der anderen. 

Kapselreizung und Hüftgelenksentzündung

Schmerzen, die zunächst in der Leiste auftreten, sich anschließend aber auch im Gesäß oder vermehrt in der Hüftregion bemerkbar machen, weisen mitunter auf eine Hüftgelenksentzündung oder eine Gelenkkapselentzündung im Hüftknochen hin. In der Sportmedizin wird die Leiste immer in Verbindung mit der Hüfte gebracht. So ist die Leiste ein Bereich, in dem Muskeln, die die Hüfte beugen, Muskeln, die die Hüfte zur Körpermitte heranziehen, und auch Muskeln, die die Hüfte strecken, zusammenwirken. Hüftbeuger und -strecker sowie Hüftadduktoren haben also unmittelbare Auswirkungen auf deine Leiste.

Hüftarthrose

Morgendliche Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen sowie generelle Beschwerden, die nach kurzen Ruhephasen auftreten, sind laut Schulmedizin typische Anzeichen von Knorpelschäden im Hüftgelenk. Die Schmerzen, die vor allem in die Leiste, ins Bein oder Gesäß ausstrahlen, teilweise sogar bis ins Knie spürbar sind, schränken die Betroffenen erheblich ein.

Bei solchen fortgeschrittenen Abnutzungserscheinungen, die auf eine starke Überbeanspruchung der Hüftstrukturen hinweisen, diagnostizieren Ärzte oftmals eine Hüftarthrose. Die strukturellen Schäden sind jedoch nicht für deine Schmerzen verantwortlich. Vielmehr handelt es sich um funktionelle Schmerzzustände, die aus den zuvor beschriebenen Überspannungen resultieren.

Arthrose an der Hüfte

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Hüftimpingement

Bei Erwachsenen ist neben einer Hüftartrose das Impingement eine weitere mögliche Ursache für Leistenschmerzen. Bewegungen in der Hüfte sind dann sehr eingeschränkt möglich. Besonders häufig ist ein Impingement bei Profisportlern: Untersuchungen von Fußballern ergaben, dass 72 Prozent von ihnen an einem deformierten Hüftgelenk leiden.11) Knöcherne Anbauten sind nämlich Folgen dieser unbehandelten Gelenkblockade. Ein simpler Impingement-Test bei deinem Arzt kann dir verraten, ob deine Leistenschmerzen von einem Impingement herrühren.

Hüftkopfnekrose

Folge eines starken Gelenkverschleißes oder einer minderen Durchblutung des Hüftgelenks kann das Absterben des Hüftkopfes sein. Der Hüftkopf nutzt sich nicht „einfach“ nur ab, sondern die Knochenzellen bleiben hier dauerhaft mit Nährstoffen unterversorgt.

2.5 Nervenreizungen und -engpässe

Da verschiedene Nervenstränge die Leiste beziehungsweise den Leistenkanal durchziehen, ist es möglich, dass auch komprimierte Nerven deine Schmerzen auslösen können. Das dicke Nervengeflecht, das in der Leistenregion verläuft, trägt neben den Drüsen, Schleimbeuteln und anderem Weichteilgewebe dazu bei, dass deine Leiste äußerst sensibel auf Veränderungen reagiert. Vorhandene Schmerzen strahlen oftmals in den Oberschenkel oder die Hüfte aus. Ursache für diese Nervenreizung ist mitunter eine Sehnenentzündung in der Leiste. Sowohl die Nervenreizung als auch die Sehnenentzündung sind als Symptome ein und derselben Ursache zu bewerten: Überspannungen der Muskeln und Faszien, die aufgrund ihrer Zugkräfte Druck auf Nervenstränge ausüben.

Auch Überspannungen im Bereich der Wirbelsäule können bestimmte Nervenbahnen, beispielsweise den Ischiasnerv in der Lendenwirbelsäule, so stark einengen, dass die Signalübertragung beeinträchtigt ist. Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen, Nervenwurzelentzündungen und Verengungen des Spinalkanals können unmittelbare Auswirkungen auf den Leistenbereich haben. Schmerzen können in Leiste, Gesäß, Oberschenkel und mitunter bis in die Waden strahlen. Mehr über auftretende Beschwerden im Ischias liest du am besten in unserem Schmerzleikon-Artikel zu Ischiasschmerzen.

2.6 Entzündungen in der Leistenregion

Die folgenden Entzündungen äußern sich vor allem durch Schmerzen in der Leiste, manchmal auch durch angeschwollene Lymphknoten. Betroffene können Beschwerden jedoch auch als Schmerzen in den Oberschenkeln wahrnehmen. In diesem Fall solltest du auf Schmerzmittel wie Ibuprofen verzichten. Mit einer Einnahme würdest du den natürlichen Heilungsprozess unterbrechen und die eigentliche Ursache nicht finden.

Stattdessen bieten wir dir mit unseren Übungen die Möglichkeit, die tatsächliche Ursache zu bekämpfen.

Sehnenentzündung

Eine Sehnenentzündung an der Innenseite der Oberschenkel kann sich vordergründig als Schmerzen in der Leiste äußern. Die Adduktoren sind gerade an ihren Ansätzen durch zu hohe Zugspannungen schnell überspannt. Aufgrund von muskulären Dysbalancen, der Verkürzung von Muskelgruppen, Überlastungen im Sport und langem Sitzen treten funktionelle Beschwerden auf. Sehnenansatzentzündungen, auch Ansatztendinosen genannt, zeigen dir, wie jede andere Entzündung auch, dass der Körper versucht, sich selbst zu heilen.

Schambeinentzündung

Eine Schambeinentzündung kann eine schmerzhafte Angelegenheit sein. Betroffen sind, entgegen der weitverbreiteten Meinung, nicht nur Hochleistungssportler, sondern auch Menschen, die nur sehr wenig bis überhaupt keinen Sport treiben. Gerade beim stundenlangen Sitzen und Verharren in schlechter Haltung entstehen Spannungen in deiner vorderen Bauchmuskelpartie.

Keine Scham …

… bei diesen Schmerzen! Die besten Übungen gegen Schambeinschmerzen.

Jetzt üben

Haupt-Auslöser der Schmerzen in der Schambeinregion mit Ausstrahlung in die Leiste ist ein gerader Bauchmuskel. Dieser zieht sowohl links als auch rechts von deinem Rippenbogen bis zu deinem Schambein herunter.

Zu hohe Zugspannungen an diesem Muskel überlasten auf Dauer den Knochen deines Schambeins. Entzündungsähnliche Vorgänge lösen folglich einen „Alarmschmerz“ aus.

Diese Entzündungen sind somit nicht auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen, sondern weisen auf Reparaturprozesse hin, die dein Körper jedoch in diesem Moment nicht ausführen kann.

Dein Körper lagert vermehrt Wasser ein, verdickt Strukturen in den betroffenen Bereichen und signalisiert dir auf diese Weise, dass Abfallstoffe wegbefördert werden sollen. Besteht diese Entzündung schon eine ganze Weile, weist dies darauf hin, dass dein Körper Schwierigkeiten hat, diese Prozesse ungehindert durchzuführen.

2.7 Nieren- und Harnsteine

Auch Erkrankungen des Intestinaltrakts, etwa Harn- und Nierensteine, können sich ungünstig auf die Leiste auswirken. Schmerzen treten dann oftmals akut auf und strahlen in die Leiste aus. Hinzu kommen mitunter Schwellungen oder Verfärbungen im Leistenbereich. Auch der Hoden kann sich dahingehend verändern. Je nachdem, wo die Steine liegen und wie groß sie sind, können unterschiedliche Bereiche des Körpers von Schmerzen betroffen sein. So kann der Patient nicht nur in der Leiste, sondern auch im Rücken oder Unterbauch Schmerzen verspüren.

Die Symptomatik im Überblick:

  • Schmerzen in der Leiste, im Rücken oder Unterbauch,
  • ein quälender Harndrang,
  • Übelkeit,
  • Schweißausbrüche und
  • ein aufgeblähter Bauch.

Da es hier um eine Infektion der Harnwege geht, kann unsere Therapie bei dieser Ursache der akuten Leistenschmerzen keine Abhilfe schaffen. Bei diesen Beschwerden empfehlen wir dir daher, einen Facharzt (Urologen), um die Erkrankung schnell behandeln zu lassen.

2.8 Fehlstellungen der Füße und Haltungsfehler

Fuß-Fehlstellungen und Haltungsschäden können zu einer Überbelastung der Muskeln, Sehnen und Bänder im Beckenbereich führen. Auslöser für die „Schäden“ sind meistens Körperfehlhaltungen im Alltag. Sie wirken sich oft auf die Wirbelsäule aus. Ganz typisch ist der Buckel im Sitzen – wenn unser Oberkörper nach vorne fällt, sich der Rücken rundet und im Versuch, diese Fehlhaltung auszugleichen, die Brustwirbelsäule nach vorne überstreckt wird. Auch unsere Füße können unter einseitigen Bewegungen, falschem Schuhwerk oder fehlerhaftem Abrollen des Fußes beim Laufen leiden.

Häufige Fehlstellungen der Füße:

Klassische Haltungsschäden:

Fehlstellungen und Haltungsschäden können sich auf das gesamte muskulär-fasziale Gewebe im Körper auswirken und viele Arten von Schmerzen auslösen!

Die besten Übungen und Tipps gegen Leistenschmerzen

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3. Übungen bei akuten und chronischen Leistenschmerzen


Kurz & Knapp

  • Unsere Hüft-Übungen sind ideal bei Leistenschmerzen, weil du mit diesen Übungen die Hüftbeuger und -strecker aufdehnst – also Muskeln und Faszien, die auch die Leiste formen.
  • Die Einnahme von Schmerzmitteln stellt dagegen keine langfristige Lösung dar. Von den Nebenwirkungen einmal abgesehen, beheben sie niemals die Ursache deiner Beschwerden.
  • Sollte eine konventionelle Therapie (wie Physiotherapie) nicht anschlagen und dir ein operatives Verfahren empfohlen werden, bedenke, dass das nur der letzte Ausweg sein kann. Schmerzen haben eine Funktion. Sind sie da, signalisieren sie uns, etwas an unseren Gewohnheiten – wie schmerzverursachende, einseitige Bewegungen – zu ändern.

Für unsere Übungen ist es völlig egal, ob deine Schmerzen gerade akut aufgetreten sind oder sich schon über einen längeren Zeitraum hinziehen. Sicher ist es besser, wenn du schnell eingreifen kannst und dir der Ursache bewusst wirst. Denn: Bleiben die Ursachen länger bestehen und du leidest unter Schmerzen, wird dein Körper langfristig Schäden davontragen. Aber auch dein allgemeines Wohlbefinden ist stark getrübt und du fühlst dich krank und unbeweglich oder bist verzweifelt. Schmerzen sind kein Zustand, den du längere Zeit aushalten musst.

Ganz im Gegenteil: Schmerzen bieten dir die Möglichkeit, Probleme schnell zu beseitigen und wieder vollkommen beschwerdefrei und beweglich zu werden.

3.1 Was der Hüfte guttut, nutzt auch deiner Leiste

Aufgrund der Lage und der wechselseitigen Beziehung zwischen den einzelnen anatomischen Strukturen rund um dein Becken, deinen Bauch und deine Oberschenkel sind die Schmerzen oftmals nicht spezifisch auf einen Bereich begrenzt. Vor allem die starke Belastung der Hüftbeuger und -strecker hat unmittelbare Auswirkungen auf deine Hüfte, aber auch auf deine Leiste. Wegen der starken Belastung der Adduktoren bei vielen Sportarten wird oftmals nur diese Muskulatur gedehnt. Dabei werden die belasteten Hüftbeuger vernachlässigt und zu selten mit Leistenschmerzen in Verbindung gebracht.

3.2 Effektive Übungen gegen Leistenschmerzen

Mit den folgenden Übungen kannst du deine Leistenschmerzen nicht nur effektiv mildern, sondern sie bei regelmäßiger Durchführung auch langfristig loswerden. Bitte beachte dabei die Checkliste unter der Übungsbeschreibung.

In diesem Video erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie du dich mit ganz einfachen Übungen von deinen Leistenschmerzen befreien kannst. 

Übung 1: Faszien-Rollmassage mit der großen Kugel

Patientin sitzt mit linker Gesäßhälfte auf der großen Faszienkugel
  1. Setze dich für diese Übung auf deine Matte. Strecke deine Beine nach vorne aus und platziere dich mit einer Gesäßhälfte auf die große Kugel aus unserem Faszien-Set
  2. Stütze dich dabei mit der anderen Seite so ab, dass du an der betroffenen Gesäßseite mit der Kugel den Bereich deines Gesäßes auf schmerzempfindliche Stellen absuchen kannst.
  3. Setze dich mit der Kugel genau auf diese Stellen, stütze dich mit beiden Händen ab und winkele auch die Beine so an, dass du freie Rollbahn am Gesäß hast.
  4. Rolle nun in langsamen spiralförmigen Bewegungen über die empfindlichen Punkte. So können die Spannungen im hinteren Bereich aufgelöst werden, die im vorderen Bereich die Schmerzen verursachen.

Übung 2: Dehnung des Hüftgelenks auf dem Stuhl

Patientin sitzt auf der Stuhlkante und dehnt ihr Gesäß, indem sie das Bein über das andere schlägt und sich nach vorne lehnt
  1. Für diese Übung nimmst du dir einen Stuhl und setzt dich in Richtung Stuhlkante.
  2. Nun nimmst du das Bein auf der schmerzenden Leistenseite und winkelst es im 90-Grad-Winkel so an, dass dein Fuß auf dem Knie des anderen Beines liegt.
  3. Nimm eine aufrechte Körperposition ein und beuge dich nun langsam so weit nach vorne, bis du eine Dehnung im Gesäß verspürst.
  4. Den Winkel kannst du selbst immer wieder anpassen, indem du deinen Oberkörper in unterschiedliche Richtungen drehst. So findest du mehr und mehr in die optimale Dehnung hinein.

Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

3.3 Konventionelle Behandlungsansätze und warum sie dir langfristig nicht helfen

Bei Schmerzen im Leistenbereich kann die Einschätzung des Schweregrades ganz subjektiv ausfallen. Wichtig ist, dass du die Symptome wahrnimmst und für dich festhältst. Überdenke zunächst deine derzeitige Arbeits- und Lebenssituation und frage dich, inwieweit dein Körper immer wieder denselben Bewegungsmustern ausgesetzt ist beziehungsweise inwieweit du ihm überhaupt ausreichend Bewegung bietest.

Physiotherapie und schmerzstillende Medikamente

Liegen nicht gerade ein nachgewiesener Leistenbruch, eine Hodentorsion oder Harnsteine vor – diese müssen in den meisten Fällen in einer Klinik operiert werden –, kommen konventionell hauptsächlich entzündungshemmende Schmerzmittel und Physiotherapie zum Einsatz.

Sind des Weiteren keine akute Verletzung oder Störungen im Intestinaltrakt nachzuweisen und verlaufen die Schmerzen chronisch, solltest du unserer Meinung nach gerade dann auf schmerzstillende Medikamente verzichten. Sie lindern zwar deine Beschwerden, legen aber auch das Alarmsystem deines Körpers lahm. Die funktionellen Schmerzen, die wir als „Alarmschmerzen“ bezeichnen, können ihrer Aufgabe nicht nachgehen und dich vor langfristigen Folgeschäden bewahren.

Schmerzmittel sind in keinem Fall die Lösung, sondern der Eintritt in die Schmerzspirale

Falls auch die Physiotherapie nicht ihre gewünschten Effekte erzielt, du die Medikamente wieder absetzt und die Schmerzen zurückkehren, wirst du mit deinem behandelnden Arzt weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen, um dich von den quälenden Schmerzen zu befreien. Häufig kommen dann Operationen in Betracht. Doch leider sind auch mit diesen OPs die muskulär-faszialen Ursachen nicht beseitigt und mit großer Wahrscheinlichkeit treten deine Beschwerden früher oder später erneut auf.

4. Fazit


Wie du hier erfahren hast, ist die übliche Ursachensuche bei Leistenschmerzen nicht besonders zielführend und viele Patienten haben einen langen Beschwerdeweg hinter sich. Nicht nur eine differenzierte Diagnose fällt einigen Ärzten schwer, auch die Behandlung hilft den Betroffenen oft nicht weiter und lindert nur zeitweilig die Schmerzen. Das umfangreiche Beschwerdebild und die unterschiedlichen Schmerzarten, die in der Leiste auftreten, kannst du mit unserer Theorie der Schmerzentstehung verstehen. Mit unserem kostenfreien Übungsprogramm kannst du ganz leicht jeden Schmerz beheben – denn muskulär-fasziale Überspannungen wirken sich auf etliche Bereiche deines Unterkörpers aus, die für die Schmerzen in deiner Leiste verantwortlich sein können.

Gute Aussichten auf Schmerzfreiheit: Wenn du regelmäßig die Übungen in deinen Alltag integrierst und die Spannungen abbaust, kannst du dich langfristig schmerzfrei halten.

Noch ein Tipp zum Schluss: In unserem kostenlosen Ratgeber gegen Leistenschmerzen zeigen wir dir, welche Übungen dir zusätzlich helfen können. Du bekommst dort außerdem eine wohltuende Faszien-Rollmassage und eine Übung zum „Schmerzfrei-Drücken“ für den Leistenbereich.

Die besten Übungen und Tipps gegen Leistenschmerzen

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Über diesen Artikel

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

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Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am:
31.07.2018

Letzte Aktualisierung:
02.12.2021

Nächste geplante Aktualisierung:
06.12.2021

Quellen & Studien

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