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Top-Übungen bei einem Meniskusriss:

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Meniskusriss – Schmerzen an der Außen- oder Innenseite vom Knie

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller-Autor & Schmerzspezialist

Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter  Geprüft von: Dr. med. Egbert Ritter

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Der Meniskusriss – das Stiefkind der Kniearthrose? Keineswegs, denn er zählt mit zu den häufigsten Schmerzzuständen am Knie. Dann gelten Knieoperationen als das Schreckgespenst schlechthin. Gerade in jungen Jahren sind operationsbedürftige Meniskusschäden am häufigsten. Warum? In diesem Lebensalter sind traumatische Meniskusrisse besonders aufgrund von Sportunfällen typischer und chirurgische Eingriffe das Mittel erster Wahl. Dagegen werden Verletzungen infolge von Verschleiß nur noch symptomatisch behandelt (mit Medikamenten, Bandagen und dergleichen).

Eine Joggerin sitzt im Schneidersitz auf dem Rasen und hält mit beiden Händen ihr Knie fest.

© Pexels

Operationen und symptomatische Behandlungen bieten gerade in Fällen von degenerativen Meniskusrissen oft keine langfristige Schmerzfreiheit oder wirkliche Vorteile gegenüber konservativen Therapien. Deswegen können konservative Behandlungsmethoden – wie unsere Schmerztherapie mit den Übungen unten – sehr gut als Ersttherapie eingesetzt werden. Auch nach einer Operation können sie als Nachbehandlung helfen.

Tatsächlich unterscheidet die Medizin verschleißbedingte Meniskusschäden von traumatischen. Diese gehen auf plötzliche Verdrehungen des Kniegelenks zurück, während die degenerativen Meniskusrisse oft als eine Folge des Alterns und von Übergewicht gelten.

Übrigens: Ein Meniskusschaden liegt diagnostisch vor, wenn das Gewebe des Meniskus unterbrochen und dadurch seine Funktion gestört ist.1) Bemerkbar kann sich dies durch belastungsabhängige Schmerzen an der Außen- oder Innenseite vom Knie (Symptome) machen. 

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller-Autor & Schmerzspezialist

Ein weißer Haken ist in einem khaki-farbenen Schild zu sehen.

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter

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1. Anatomie & Funktion: die Menisken


Kurz & Knapp

  • Menisken sind halbmondförmige Knorpelgebilde im Kniegelenk. Es gibt zwei von ihnen je Knie: immer einen Außen- und einen Innenmeniskus.
  • Ihre wichtigste Funktion ist die des Puffers oder Stoßdämpfers: Sie dämpfen die Kraft, die vom Ober- auf den Unterschenkel einwirkt und verhindern so Schäden an den Knochen.
  • Das Knorpelgewebe wird nur am Rand durchblutet. Menisken ernähren sich mittels Diffusion. Eine vielseitige Bewegungsweise, also unterschiedliche Gelenkstellungen, ermöglicht ihnen, sich mit Nährstoffen vollzusaugen. Andernfalls bleiben sie unterversorgt, was das Schadensrisiko erhöht.

Wann hast du einen Meniskusriss? Das und welche Rissformen es gibt, liest du im nächsten Kapitel: „Definition Meniskusriss“.

1.1 Wo liegt der Meniskus?

Die Menisken (lateinisch Singular meniscus, Plural menisci) sind knorpelige Bestandteile des Kniegelenks. Damit liegen sie im Gelenkspalt von Oberschenkelknochen und Schienbein. Blickt man von oben auf sie, sehen sie aus wie kleine Halbmonde (c-förmig), die flach auf dem Unterschenkelknochen, dem Tibiaplateau, sitzen. Die Seiten- und Kreuzbänder sowie die Gelenkkapsel des Kniegelenks fixieren sie.

Anatomische Darstellung des rechten Kniegelenks

© Liebscher & Bracht

Grafische Darstellung des Tibiaplateaus samt Menisken

© Liebscher & Bracht

Insgesamt hat der Mensch vier Menisken, zwei in jedem Kniegelenk: jeweils einen Außenmeniskus (Meniscus medialis) und einen Innenmeniskus (Meniscus lateralis). Die beiden übertragen 50 bis 90 Prozent der Last vom Ober- auf den Unterschenkel – je nachdem, wie das Knie gebeugt und der Oberschenkelknochen ausgerichtet ist.2)

Hierfür ist der Innenmeniskus weniger stark fixiert als sein Gegenstück. Er kann dafür flexibel in die Belastungszonen des Kniegelenks gleiten, was allerdings auch die Gefahr einer Gelenkblockade erhöht. Andersherum verletzen sich Betroffene den Außenmeniskus gerade wegen seiner stärkeren Anhaftung und Inflexibilität deutlich häufiger.3)

1.2 Was sind die wichtigsten Funktionen des Meniskus?

  • Dank der Menisken vergrößert sich die Gelenkfläche der zwei Knochen und der Druck im Gelenk kann sich besser verteilen. Sie sind also Puffer!
  • Bei Bewegungen stabilisieren sie das Kniegelenk.
  • Damit die Bewegungen reibungsfrei funktionieren, schmieren die Menisken in Zusammenarbeit mit der Gelenkflüssigkeit (Synovia) das Gelenk und tragen zu dessen Ernährung bei.

„Menisken funktionieren als Lastverteiler, Bremsklötze, Stoßdämpfer und Stabilisatoren im Bereich des Kniegelenks.“4)

Das Gelenk ernährt sich? Was dahintersteckt:

Menisken bestehen aus bestimmtem Kollagen: außen aus straffem Bindegewebe und innen aus Faserknorpel.5) Faserknorpel befindet sich überall dort im Körper, wo reibende Bewegungen stattfinden, da er zum einen zugfest und zum anderen druckelastisch genug ist, um die knöchernen Strukturen zu schützen. So schützt er in den Bandscheiben die Wirbel und in den Menisken die Knochen des Beins.

Der Nachteil an diesem Kollagengewebe ist allerdings, dass es – bis auf den kapselnahen Teil des Meniskus – nicht durchblutet ist. Das bedeutet: Zwei Drittel des Knorpelgewebes erreichen keine Nährstoffe über die Gefäße.

Stattdessen gewinnt sie der Gelenkknorpel aus der ihn umgebenden Synovialflüssigkeit – durch Diffusion.

Durch Belastung und Entlastung der Gelenkknorpel werden die Strukturen geschmiert und gleichzeitig mit Nährstoffen aus der Synovia versorgt. So passiert bei der Beugung des Knies nämlich Folgendes:

  • In diesem Moment drückst du die Menisken mittig zusammen. Durch den so entstehenden Druck werden die Abfallstoffe aus dem Knorpel hinausgepresst. Das ist die Gelenk-Schmierung.
  • Zudem sind die Menisken ein wenig beweglich und verschieben sich ein Stück weit über die Kante deines Unterschenkelknochens.
Grafische Darstellung der Diffusion, also der Ernährung von Knorpel. Aus dem Gewebe werden die zellulären Abfallstoffe gepresst.

© Liebscher & Bracht

  • Streckst du deine Knie jetzt, baut sich das Volumen der Menisken wieder auf und sie saugen sich dadurch mit neuen Nährstoffen aus der Synovialflüssigkeit voll. Das erinnert an einen Schwamm. Mit diesem Prinzip hältst du die Menisken und den Rest des Gelenks gesund.
Grafische Darstellung der Diffusion, also der Ernährung von Knorpel. Das Gewebe saugt sich mit neuen Nährstoffen voll.

© Liebscher & Bracht

Ausreichend mit Nährstoffen versorgt bleiben die Knorpelstrukturen im Kniegelenk daher durch eine möglichst vielseitige Bewegung. Sonst verkümmert der Knorpel, was ihn anfälliger für Schäden macht. Mehr dazu liest du unter „Ursache für Meniskusrisse: Muskelüberspannungen & verkürzte Faszien“.

Die besten Übungen und Tipps bei einem Meniskusriss

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2. Definition Meniskusriss


Kurz & Knapp

  • Bildet eine MRT- oder Röntgenaufnahme eine Unterbrechung des Meniskusgewebes ab, lautet die Diagnose „Meniskusriss/Meniskusläsion“.
  • Risse im Meniskus können auf unterschiedlichen Ebenen entstehen und gar Sonderformen annehmen: zum Beispiel der Korbhenkelriss.

Es sticht im Knie? Das kann ein Hinweis auf einen Meniskusschaden sein: „Symptome Meniskusriss“.

2.1 Wann habe ich einen Meniskusriss?

Wenn unter anderem mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) nachgewiesen wird, dass das Knorpelgewebe unterbrochen ist. Dann kann der Meniskus seine Funktion als Dämpfer und Lastverteiler zwischen den Beinknochen verlieren.

Zudem ist in der Fachsprache ein Meniskusriss fest definiert als ein Meniskusschaden, der durch Traumata zustande kommt. Degenerative Meniskusschäden werden dagegen als Meniskusläsionen bezeichnet.6)

Diese sprachliche Unterscheidung machen wir in diesem Artikel jedoch nicht, denn unsere Therapie kann sowohl bei traumatischen als auch degenerativen Meniskusschäden helfen.

2.2 Welche Rissformen gibt es?

Der Meniskusriss wird nach seiner Lokalisation und Form eingeordnet – oder aber nach der Ursache. Typische Rissformen sind je nachdem, welchen Blickwinkel du einnimmst, folgende:

  • Verlauf des Risses in der Frontalebene
    • Vertikalriss
    • Horizontalriss
  • Verlauf des Risses in der Transversalebene
    • Radiärriss
    • Lappenriss
    • Längsriss
Grafische Darstellung der Rissformen im Meniskus

© Liebscher & Bracht

Eine Sonderform ist der Korbhenkelriss. Er ähnelt dem Längsriss, mit dem Unterschied, dass er sich zur Innenseite des Kniegelenks hin aufspaltet. Ein Teil des Meniskus verrutscht also. Dieser Anteil kann dann bei erneuter Belastung eingeklemmt werden und eine Blockade im Kniegelenk verursachen.

Insgesamt gibt es aber noch viel komplexere Risse: zum Beispiel, wenn sich der eingerissene Anteil überschlägt oder auf anderen Meniskusteilen liegt.

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3. Symptome bei einem Meniskusriss


Kurz & Knapp

  • Stechende Schmerzen innen oder außen am Knie sowie Bewegungseinschränkungen sind für einen Meniskusriss typisch. Sie treten besonders bei Drehbewegungen im gebeugten Kniegelenk auf: wie beim Fußballspielen oder Aussteigen aus dem Auto.
  • Bei Meniskusverschleiß müssen jedoch nicht immer Symptome auftreten. Meniskusrisse sind dann oftmals eher Zufallsbefunde.

Letzteres belegt unsere Erfahrung, dass Gelenkverschleiß an sich keine Schmerzen verursacht. Viel eher stecken überhöhte Spannungen in der Muskulatur dahinter. Mehr darüber und die medizinische Ursachenerklärung liest du im Anschluss: „Meniskusriss Ursache“.

Stechende Schmerzen sind meist die ersten wahrnehmbaren Symptome bei Meniskusrissen. Tatsächlich können Patienten sogar fühlen und erahnen, welcher ihrer Menisken betroffen ist:

  • der Innenmeniskus bei Schmerzen an der Innenseite des Knies oder innen vom Gelenkspalt und der
  • Außenmeniskus, wenn die Schmerzen an der Außenseite des Knies oder außen vom Gelenkspalt wahrgenommen werden.

Bei verschleißbedingten Schäden gibt es Phasen, in denen Betroffene die Schmerzen mal mehr und mal weniger stark bis gar nicht wahrnehmen. Gerade beim vermeintlichen Risikofaktor Alter sind Meniskusrisse eher Zufallsbefunde per Magnetresonanztomographie (MRT) und verlaufen oft symptomlos.7) Auch berufsbedingte Meniskusläsionen müssen keine Beschwerden hervorrufen.8)

Charakteristisch sind aber Schmerzen bei Drehbewegungen im Kniegelenk, wenn es gleichzeitig gebeugt und belastet ist: zum Beispiel bei Sportarten wie Fußball und Tennis oder im Alltag, wie beim Aussteigen aus dem Auto. 

Die klassischen Symptome im Überblick:

  • belastungsabhängige Schmerzen mit Bewegungseinschränkungen
  • Schmerzen durch Druckausübung am Gelenkspalt (sogenannter Druckschmerz) 
  • verstärkte Schmerzen bei Rotationsbewegungen und Beinachsenfehlstellungen
    • X-Beine: Schmerzen am Außenmeniskus
    • O-Beine: Schmerzen am Innenmeniskus
  • wandernder Schmerz je nach Grad der Beugung im Kniegelenk
  • Schmerzen über dem Gelenkspalt bei Tätigkeiten in der Hocke
  • bei Einklemmungen von abgerissenen Meniskusteilen:
    • Blockade des Kniegelenks mit einer Art schnappendem Gefühl über dem Gelenkspalt
    • Hemmung beim Strecken des Knies
    • Gefühl von geringer Stabilität (Giving-Way-Phänomen): die Belastbarkeit des Gelenks ist nicht gegeben, es gleitet oder knickt schon bei kleinsten Belastungen weg

Unspezifische Symptome sind wiederkehrende Reizergüsse (Flüssigkeitsansammlung) und Schwellungen.9)

Folgeschäden eines unbehandelten Meniskusrisses können weitere Degenerationen am Kniegelenk sein, wie Kniegelenksarthrose.

Das Folgerisiko für Arthrose dient oft als Argument für Meniskusoperationen. Ihr Nutzen wurde jedoch in den letzten Jahren zurecht infrage gestellt. Zudem geht auch Arthrose nicht zwingend mit Schmerzen einher. Das kannst du in einem eigenen Beitrag über Arthrose oder ebenso im nächsten Kapitel zum Thema Muskelüberspannungen nachlesen.

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4. Ursachen für einen Meniskusriss


Kurz & Knapp

  • Mediziner führen Meniskusrisse auf (mikro-)traumatische Ursachen und Verschleiß zurück: Sportunfälle, Berufe mit sich wiederholenden Tätigkeiten (Fliesenleger oder Gärtner) oder Alter und Übergewicht gelten als Risikofaktoren.
  • Allerdings gibt es Menschen mit Knorpelschäden, die keine Schmerzen haben und umgekehrt. Das bedeutet: Meniskusrisse als solche sind nicht für diese verantwortlich.
  • Wahrscheinlicher ist eine zu hohe Spannung der Beinmuskulatur, die Meniskusrisse oder auch Arthrose zwar begünstigen, aber statt ihrer die Schmerzen bewirken:
    • Einseitige Bewegungen – wie das viele Sitzen – führen zu überhöhten Spannungen der Muskeln. Das macht sie und ihr fasziales Netz, das sie umgibt, unflexibler und starrer. Dieser Zustand des muskulär-faszialen Gewebes presst die Gelenkstrukturen dann zu stark aufeinander.
    • Schmerzrezeptoren in der Knochenhaut registrieren diese Überspannungen, woraufhin das Gehirn den Schmerz an die betroffene Stelle im Knie sendet. In diesem Sinne sind Schmerzen Warnsignale des Körpers: Etwas am belastenden Bewegungsverhalten muss sich ändern, damit die Muskeln geschmeidig bleiben.

Vielseitige Bewegung tut vor allem den Gelenken gut, weil sie das Knorpelgewebe ernährt. Wann aber eine Operation nötig ist und wann nicht, erfährst du weiter unten: „Meniskusriss: Wirksamkeit von Meniskusoperationen & konservativen Therapien“.

4.1 Ursachenerklärung in der Medizin

Hauptsächlich unterscheidet die Medizin Meniskusschäden, die auf eine reine Abnutzung (Verschleiß, Degeneration) zurückgehen von denen, die durch Traumata entstehen.

Ursache Traumata: Unfälle & Sportverletzungen

Eine Frau in schwarzer Fußball-Kleidung rollt auf einem Rasen einen Fußball hin und her. Die Sonne scheint und wirft ihren Schatten nach rechts.

© Pexels

Als traumatische Knieverletzungen gelten beispielsweise Unfälle. Diese Art von Meniskusriss ist akut und liegt häufig bei jungen (zehn bis 30 Jahren),10) sportlich aktiven Menschen vor,11) die ihre Knie überlasten. Dann ist ein typischer Verletzungsmechanismus die plötzliche schnelle Drehung, durchaus auch in Kombination mit der Beugung und Streckung des Kniegelenks. Das belastet es zusätzlich: besonders im Fußball,12) Rugby,13) Karate oder Tennis.

Ursache Verschleiß: Übergewicht, Beinfehlstellung & Alter

Ohne nachweisbares Trauma begünstigen (vorzeitige) Alterungsprozesse Läsionen am Meniskusgewebe – und zwar infolge von Überbelastungen durch Übergewicht und Fettleibigkeit oder Achsenfehlstellungen der Beine. Solche Fehlstellungen sind O- und X-Beine.

Übergewicht und Adipositas können das Knie zusätzlich belasten: Die übertragene Kraft auf die Knie beträgt beim Gehen auf flachem Grund das Zwei- bis Dreifache des Körpergewichts, noch mehr beim Auf- und Absteigen von Treppen – und bei Kniebeugen sogar das Vier- bis Fünffache.14) Jedes Gramm mehr auf der Hüfte würde sich hier also zusätzlich bemerkbar machen: Bei Fettleibigen (ab einem Body Mass Index von 30) könnte daher laut einer entsprechenden Untersuchung das Risiko einer Meniskus- und Knorpelläsion um das Vierfache steigen.15)

Auch das Alter soll eine Rolle bei verschleißbedingten Meniskusrissen spielen. Die Wahrscheinlichkeit für Menschen ab einem Alter von 60 Jahren sei laut einer Studie hoch.16) Jedoch sind solche Befunde bei Personen mittleren Alters und älteren Menschen (50 bis 90 Jahren) eher Zufälle, da Meniskusrisse nicht per se Symptome verursachen.17) 18)

Wir sind nicht davon überzeugt, dass Übergewicht und Alter allein für Meniskusrisse verantwortlich sind. Ebenso können zwar Fehlstellungen der Beinachsen die Menisken stärker beanspruchen. Letztlich liegt die Ursache dafür sowie für Meniskusrisse unserer Erfahrung nach nämlich darin, dass die Muskulatur in den Beinen unter zu hoher Spannung steht. Diese Spannungen bewirken, dass die Gelenkstrukturen über das normale Maß hinaus aufeinandergepresst werden. Mehr dazu gleich unter „Ursache Muskelüberspannungen & verkürzte Faszien.“

Ursache Mikrotraumata: Beruf

Mikrotraumata nehmen eine Zwischenposition in der Einordnung von traumatischen und verschleißbedingten Meniskusrissen ein. Sich wiederholende Tätigkeiten sind nämlich eine überdurchschnittliche Belastung des Kniegelenks und fördern degenerative Schäden.

Deshalb können Meniskusrisse in Berufen, die häufiges Knien oder Hocken (mehr als eine Stunde am Tag), Treppensteigen (mehr als 30 Treppenstufen) oder schweres Heben (über zehn Kilogramm) erfordern,19) 20) als Berufskrankheit anerkannt werden. Beispielhafte Berufsgruppen sind Bodenleger und Gärtner. Für aktive Soldaten besteht ebenso eine erhöhte Verletzungsgefahr am Meniskus.21)

Oft trifft es bei Mikrotraumata den Innenmeniskus.22)

Bildausschnitt einer Frau, die vor einem grünen Beet kniet. Dabei greift sie mit einer Hand an ein paar kleine Blätter, während sie in ihrer anderen Hand bereits ein paar grüne Pflanzen festhält.

© Pexels

Ursache Verletzungen

Meniskusrisse können auch die Folge von Verletzungen und Erkrankungen sein:23) 

  • Osteoarthritis,
  • Verletzungen des Kreuzbandes sowie
  • Frakturen am Tibiaplateau, also der Fläche, auf der die Menisken aufliegen.

4.2 Ursache Muskelüberspannungen & verkürzte Faszien

Meniskusrisse sind verantwortlich für deine Schmerzen? Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Zum einen verfügen Knorpel und somit auch deine Menisken über keinerlei Anbindungen zu den Nerven. Sie haben also keine Schmerzrezeptoren, die an dein Gehirn die Information vermitteln könnten, dass explizit der Meniskus schmerzt.

Zum anderen müssen bestehende Schäden am Gelenk – Meniskusrisse genauso wie Gelenkverschleiß – keine Schmerzen verursachen! Eine Studie, die das Auftreten von Meniskusläsionen in der Allgemeinbevölkerung untersuchte, belegt: 60 Prozent der Studienteilnehmer, bei denen mit Röntgenbildern ein Meniskusriss nachgewiesen wurde, hatten keine Kniebeschwerden, kein Steifheitsgefühl und auch sonst keine Schmerzen.24) Ebenso bei berufsbedingtem, mikrotraumatischem Verschleiß verlaufen Meniskusschäden in der Hälfte der Fälle laut einer Studie mit Bodenlegern symptomlos.25)

Selbst bei vorhandenen Schmerzen und nachgewiesenem Knorpelverschleiß helfen nicht immer operative Eingriffe und Kniegelenksprothesen. Patienten haben auch nach der OP noch Beschwerden.26) 27)

Woher kommt dann also der Schmerz? Die von der Medizin verantwortlich gemachten Risikofaktoren Alter, Übergewicht oder Beruf können nicht die Ursache für Meniskusrisse – oder besser gesagt für, Schmerzen – sein:

Wenn kein Unfall, eine von außen herbeigeführte schwere Verletzung oder Krankheit dahinterstecken, sind die Schmerzen in den meisten Fällen auf zu starke Spannungen in der Muskulatur zurückzuführen.28)

Muskelüberspannungen & verkürzte Faszien – was dahintersteckt

Unserer modernen Gesellschaft fehlt die Vielfältigkeit im Alltag, die Erfordernis, unseren Körper abwechslungsreich zu bewegen. Vieles Sitzen, Stehen oder auch die immer gleichen Bewegungsmuster in Sport und Beruf führen dazu, dass wir bestimmte Muskeln (besonders die der Beine und des Rückens) mehr einsetzen als andere. Bestimmte Gelenkwinkel nehmen wir häufig ein, andere dafür selten. Die Schmerzursache geht also über den klassischen, bloßen Mangel an Bewegung hinaus.

An diesem Punkt deckt sich unsere Ursachenerklärung mit der der Medizin: Bewegungsmangel und sich wiederholende Tätigkeiten erhöhen das Risiko für Gelenkverschleiß.

Die Folge solcher einseitiger Bewegungen sind nämlich verspannte Muskeln und verkürzte Faszien. Muskelverspannungen kennt jeder und vom faszialen Bindegewebe, das die Muskelmassen zusammenhält, hat man auch schon mal gehört. Bei Schmerzzuständen aufgrund eines zu hohen Muskeltonus ist aber unseres Erachtens der Begriff Überspannung konkreter.

Praxis-Beispiel

Praktisch passiert folgendes mit deinen Muskeln, wenn du dich in deinem Alltag a) zu wenig und b) nicht abwechslungsreich bewegst:

  • Im Falle von Knieschmerzen, Kniegelenksarthrose und Meniskusrissen kommt insbesondere der Muskulatur im Oberschenkel (Quadrizeps) und an der Wade (Zwillingswadenmuskel) die Hauptrolle zu.
  • Diese Muskelgruppen passen sich an die immer gleichen Bewegungen im Alltag an. Sie sind ein eingespieltes Team, das es dir erleichtert, den Schneidersitz einzunehmen, in die Hocke zu gehen, zu laufen oder zu springen. Sie lassen deinen Körper effizient arbeiten.
Grafische Darstellung des vierköpfigen Oberschenkelmuskels und Zwillingswadenmuskels

© Liebscher & Bracht

  • Nachteil dieser Effizienz ist jedoch, dass die Muskeln zu stark an die Bewegungen angepasst und zusammen mit den Faszien unnachgiebiger sind. Das Einnehmen neuer Positionen kann dir schließlich schwerfallen. Bestes Beispiel: lange Autofahrten. Du hast lange gesessen und willst aussteigen. Aber du spürst diese Inflexibilität, diesen Moment, den dein Körper braucht, um sich in der aufrechten Position wieder wohlzufühlen, sehr gut in den Beinen und im Oberkörper. Man könnte es mit einem reißenden Gefühl beschreiben.
  • Wenn du also tagaus tagein die immer gleichen Positionen einnimmst, ohne sie mal mit einer anderen Bewegung auszugleichen, erhöhen sich mit der Zeit die Spannungen im muskulär-faszialen Gewebe.

Diese Zugspannungen in den Beinen, dem Quadrizeps im Oberschenkel und Zwillingswadenmuskel, wirken sich unmittelbar auf das Kniegelenk aus, weil dieses die Muskelgruppen miteinander verbindet. Nehmen die muskulären Spannungen zu, pressen sie Ober- und Unterschenkel zu stark aufeinander. Der Gelenkknorpel nimmt Schaden an.

Auf diese Weise entstehen Meniskusrisse und Arthrose. So ist nämlich das Verschleißrisiko bei Übergewichtigen oft nur dadurch erhöht, weil sie ihre täglichen Bewegungsabläufe an die zusätzliche Belastung anpassen: zum Beispiel kürzere und breitere Schritte oder die „steifere“ Hüftbewegung beim Aufstehen.29) Aber Schmerzen entstehen so nicht!

Alarmschmerzen

Schmerzrezeptoren in der Knochenhaut (nicht im Knorpelgewebe!) registrieren diese Überspannungen und senden ein Signal ans Gehirn. Dieses projiziert nun die Schmerzen genau dort im Kniegelenk, wo sich die Überspannungen besonders drastisch auswirken.

Das bedeutet, Schmerzen warnen dich vor drohenden Schäden! Sie signalisieren dir, dass du etwas an deinem Bewegungsmuster ändern solltest.

Das Gelenk verhungert!

Eine Unterversorgung mit (Mikro-)Nährstoffen macht die Menisken anfälliger für Schäden. Wie bereits im Kapitel zur Funktion von Menisken beschrieben, sind sie nicht durchblutet und ernähren sich über das „Schwamm-Prinzip“. Allein deshalb schon sind eine vielseitige Bewegung und das Einnehmen aller möglichen Gelenkwinkel wichtig: damit du das Gelenk schmierst und Knorpelgewebe ernährst.

Die richtigen Übungen, um gegen Muskelüberspannungen in den Beinen anzukommen und die Faszien wieder zu flexibilisieren, findest du 

Die besten Übungen und Tipps bei einem Meniskusriss

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5. Meniskusriss: Wirksamkeit von Meniskusoperationen & konservativen Therapien


Kurz & Knapp

  • Mediziner operieren einen Meniskusriss vor allem dann, wenn ein Teil des Meniskusgewebes das Gelenk blockiert und zu Streckhemmungen des Knies führen.
  • Üblich bei Meniskusrissen sind Arthroskopien (Spiegelungen des Gelenks mit der Kamera). Eingriffe sind dann zum Beispiel Meniskusnähte (mittlerweile fast die Regel) oder Meniskusteilentfernungen.
  • Verschleißbedingte Meniskusläsionen werden nur noch symptomatisch behandelt (Physiotherapie, Medikamente und dergleichen), da Gelenkspiegelungen nachweislich keine Schmerzlinderung mehr erzielen.
  • Dafür können konservative Bewegungstherapien durchaus die Schmerzen lindern und Knorpelschäden ausheilen lassen.

Zum genauen Fazit über den (Un-)Nutzen von Meniskusoperationen geht´s hier entlang: Operation – ja oder nein? Schmerzlinderung auch mit Bewegungstherapien möglich

Eine geeignete Therapiemöglichkeit besteht mit der Liebscher & Bracht-Schmerztherapie. Mit ihr senkst du die Muskelüberspannungen in den Beinen auf natürliche Weise, sodass du die Knieschmerzen loswerden kannst. Auch bei Schmerzen nach einer Operation können dir unsere Übungen im letzten Kapitel helfen!

Operation – ja oder nein? Wenn du die Diagnose „Meniskusriss“, „Meniskusläsion“ oder „Meniskusruptur“ bekommen hast, stellst du dir bestimmt genau diese Frage. In der Medizin ist es mittlerweile so, dass die Behandlungsentscheidung anhand der Ursache des Meniskusrisses getroffen wird: In akuten Fällen wie bei Sportverletzungen kommen Meniskusoperationen wie die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) infrage, während degenerative Meniskusschäden nur noch symptomatisch therapiert werden.

Eine symptomatische Behandlung erfolgt zum Beispiel mit Krankengymnastik, muskelkräftigenden Übungen, Medikamenten und unterstützend mit Kniegelenkbandagen.

Eine „reine“ Behandlung der Symptome ist keineswegs etwas, was wir verurteilen – ganz im Gegenteil! Tatsächlich haben mehrere Studien Kassenärzten erfolgreich nahebringen können, dass Operationen wie die Arthroskopie keinen höheren Nutzen haben. Das ist ein Grund, warum der Gemeinsame Bundesauschuss (GBA) bestimmte arthroskopische Leistungen von der kassenärztlichen Finanzierung ausschließt. Voraussetzung ist nämlich, dass die Symptome wirklich auf den Meniskusschaden zurückzuführen sind und die Chancen auf Heilung durch eine Arthroskopie wirklich gut stehen (wie bei Traumen oder Gelenkblockaden).30) Hinzu kommt aber die Auffälligkeit, dass sich Knieoperationen in wohlhabenden Regionen häufen, der ökonomische Aspekt dem wirklichen Nutzen einer Operation also vorgezogen wird.31)

Wir möchten dir hier eine Hilfestellung bei deiner Entscheidungsfindung bieten und im Folgenden den tatsächlichen (Un-)Nutzen einer Operation studienbasiert darlegen. Du kannst aber auch direkt zum Fazit springen:

5.1 Meniskusoperation

Eines vorweg: Allgemeiner Konsens herrscht in der Medizin nur darüber, wann in jedem Fall operiert werden sollte: bei der Einklemmung eines eingerissenen Meniskusteils mit einer daraus resultierenden Gelenkblockade. Auch in der Unfallchirurgie ist man sich bei traumatischen Meniskusrissen weitestgehend einig, dass Operationen den konservativen Therapien vorzuziehen sind.

Bei Meniskusrissen üblich sind Arthroskopien. Klären wir erst einmal, was das überhaupt ist:

Was ist eine Arthroskopie?

Sie ist die häufigste Operation bei Meniskusrissen und Knieschmerzen. Es handelt sich bei ihr um einen minimal-invasiven Eingriff durch einen Schnitt in die Haut. Über diesen Schnitt erhält der Arzt Zugang zur Gelenkhöhle und kann mit einer kleinen Kamera das Kniegelenk und das Ausmaß der Schäden begutachten. Deswegen auch die geläufigere Bezeichnung „Gelenkspiegelung“.

Erstens kann er nun die Diagnose sichern, falls die MRT-Aufnahme nicht ausreicht, und bereits einschätzen, was operativ möglich ist. Zweitens kann der Arzt mit der Arthroskopie kleine Eingriffe auch schon durchführen, beispielsweise:

  • Wiederherstellung von Kreuzbändern
  • Entfernung von freien Gelenkkörpern
  • Entfernung eines beschädigten/eingerissenen Meniskus (Meniskusresektion), ganz oder teilweise
  • Meniskusnaht

Meniskusresektion

Bei der Meniskusteilentfernung gilt: nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich! Tatsächlich steigt nämlich bei einer Entfernung des Meniskus das Arthrose-Risiko. Dieses liegt dann bei 88 Prozent.32) Seit dem GBA-Beschluss 2015 wird deswegen eine Meniskusentfernung nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt – sowohl die Komplett- als auch die Teilentfernung.33)

Mit der Erkenntnis, dass eine Meniskusentfernung den Gelenkverschleiß deutlich beschleunigt, ist diese keine bevorzugte Behandlungsoption mehr bei Meniskusrissen. Aktuelle Therapien zielen darauf ab, den verletzten Meniskus zu regenerieren, zu reparieren oder zu ersetzen, um seine ursprüngliche Funktion wiederherzustellen.34)

Meniskusnaht & Meniskustransplantation

Auch hier handeln Ärzte nach dem Prinzip: „Je jünger der Patient, je frischer ein Meniskusriss und je besser die [betroffene Zone] durchblutet ist, desto eher wird heutzutage die Meniskusrekonstruktion mit den unterschiedlichsten Nahttechniken und Implantaten vorgenommen.“35) Denn wenn der Meniskus genäht wird, sollen die Chancen auf Heilung am besten stehen. Bei Meniskusnähten geht man in den Leitlinien zu Meniskuserkrankungen davon aus, dass sie langfristig helfen können, dafür jedoch ein zweiter Eingriff sehr wahrscheinlich ist. Der erste Eingriff bringt in zehn bis 37 Prozent der Fälle, je nach Studie, keine Besserung.36) 

Das Risiko, nach einer Naht, eine arthrotische Krankheit im Kniegelenk zu entwickeln, ist ungefähr um die Hälfte geringer als bei Meniskusentfernungen: Es liegt bei „nur“ 40 Prozent. Darum ziehen Mediziner nach Möglichkeit eine Meniskusnaht der Meniskusentfernung vor!37)

Prinzipiell ist nach einer Meniskusteilresektion eine Transplantation – wie ein Kollagenimplantat – möglich, die Wirksamkeit allerdings bisher nicht zweifelsfrei bestätigt.

5.2 Konservative Therapien

Unzählige Studien haben über die Jahre hinweg die Wirksamkeit konservativer Bewegungstherapien mit Knieoperationen verglichen, in der Hauptsache allerdings bei degenerativen Meniskusläsionen. Und da sind die Ergebnisse eindeutig:

  • Die Arthroskopie ist bei verschlissenen Menisken nicht wirksamer als die konservative Bewegungstherapie.38) 39)
  • Langfristig haben Patienten, die sich einer Kniearthroskopie unterziehen, gegenüber solchen, die konservative Behandlungen erhalten, keine wesentlichen Vorteile. Die Studienteilnehmer blieben nach der OP nicht lange schmerzfrei und auch die Funktionsverbesserung des Knies war nicht von langer Dauer.40)
  • Patienten mit Meniskusverschleiß und ohne Arthrose verhalf die Meniskusteilentfernung im Vergleich zu einer Scheinoperation zu keiner deutlichen Schmerzlinderung.41) Aber auch bei Betroffenen mit Arthrose gelang eine Placebo-Kontrollstudie zum gleichen Ergebnis: Eine Arthroskopie verspricht keine Besserung der Schmerzen.42)

Folgend die wichtigsten konservativen Therapieformen im kurzen Überblick:

Physiotherapie

Ziel einer symptomatischen Behandlung mittels Physiotherapie ist eine Muskelkräftigung, Gelenkstabilisierung sowie Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit. Hilfreich ist Studien zufolge eine Therapie über drei bis acht Wochen, zwei bis dreimal wöchentlich.43)

Den Patienten zu mobilisieren ist auch unser Ansatz. Jedoch sehen wir im Krafttraining einen kritischen Punkt: Die Muskeln nur zu stärken ohne sie auch zu dehnen, könnte sie nur noch mehr verhärten und noch unflexibler machen als sie ohnehin schon durch den dauernden Mangel an vielseitiger Bewegung sind. Daher fokussieren wir uns in der Liebscher & Bracht-Schmerztherapie auf die Flexibilisierung der Muskeln und Faszien mittels einfacher Dehnübungen und Kräftigung der Muskeln in der Dehnung.

Orthesen & Bandagen

Das Tragen von bestimmten Rahmen-Orthesen, sogenannten Unloadern, kann durchaus das Gelenk entlasten. Allerdings ist diese Maßnahme recht kostenintensiv und die Wirksamkeit bisher nur als postoperative Behandlung belegt. Es gibt keine allgemeine Empfehlung für eine beliebige Orthese zur konservativen Behandlung von Meniskusläsionen genauso wenig für Bandagen.44)

Wir schließen uns der Kritik an. Äußerliche Stützhilfen packen deine Schmerzen nicht an der Ursache!

Medikamente

Eine medikamentöse Therapie, wenn man überhaupt von Therapie sprechen kann, existiert nur in dem Sinne, dass Betroffene ihre Schmerzen nach eigenem Ermessen und gegebenenfalls ärztlicher Absprache mit entzündungshemmenden Mitteln behandeln: nichtsteroidale Antiphlogistika.

Gerade bei akuten Schmerzen nehmen Betroffene mit degenerativen Meniskusrissen Medikamente ein. Dass das nicht die Dauerlösung sein kann, dürfte jedem bewusst sein. Zumal Medikamente Nebenwirkungen haben können oder der Körper vielleicht irgendwann nicht mehr auf die schmerzlindernden Stoffe anspricht. Wichtig ist daher zu wissen: Konservative Therapien mit einem Bewegungsansatz können Schmerzen nachweislich lindern!

Über die genauen Risiken der Medikamenten-Einnahme kannst du dich auch hier informieren:

5.3 Fazit: Schmerzlinderung auch mit Bewegungstherapien möglich

Die Verfasser der Leitlinien zu Meniskuserkrankungen lehnen eine konservative Therapie von akuten, traumatischen Meniskusschäden ab. Denn die meisten Studien konzentrieren sich auf die Untersuchung von konservativen Behandlungsmethoden bei degenerativen Meniskusschäden.

Und es hat sich gezeigt: Die Arthroskopie (Spiegelung des Gelenks) ist bei Meniskusverschleiß nicht wirksam!

Eine Operation kommt nach Einschätzung der Mediziner nur dann infrage, wenn der eingerissene Meniskusteil eingeklemmt ist und dieser das Gelenk blockiert.

Eine Operationsempfehlung bei einem Meniskusriss – egal ob traumatisch oder verschleißbedingt – solltest du also auch unbedingt hinterfragen und dir am besten eine zweite Meinung einholen.

Denn konservative Therapien zeigen durchaus Wirkung! Gleich mehrere Studien belegen: Betroffene können ihre Schmerzen allein durch Bewegung erfolgreich lindern und die Funktion ihres Knies wieder herstellen! 45) 46) 47) Ein degenerativer Meniskusriss kann dann sogar ausheilen.48) Was genau dahintersteckt kannst du in dem Bericht „Kann der Körper zerstörten Knorpel wieder aufbauen?“ nachlesen.

Deshalb wird in nichttraumatischen Fällen eine Testphase der konservativen Therapien von wenigstens drei Monaten empfohlen. Tatsächlich betrachten nämlich die meisten Patienten operative und nichtoperative Behandlungen als gleichwertig.49)

Warum solltest du also eine Meniskusoperation wagen, wenn a) sie zumindest bei Verschleiß nichts bringt und b) gute Chancen auf Heilung des Knorpels bestehen?

Wenn du einmal etwas an deinem Körper änderst (wie die Entfernung von Meniskus-Gewebe), lässt sich dies nicht wieder rückgängig machen. Deshalb ist es ratsam, eine Bewegungstherapie wie die unsrige als Ersttherapie in Betracht zu ziehen. Ebenso hilfreich kann unsere Therapie aber auch bei bestehenden Schmerzen nach einer OP sein. Der Grund: Schmerzen rühren eben meistens von den Überspannungen der Muskeln her – und nicht von dem Knorpelschaden an sich.

Wie wirksam eine Operation am Knie wirklich ist, besprechen Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht und Chirurg Dr. med. Egbert Ritter in folgendem Video. Sie beleuchten genau, wie auch die Liebscher & Bracht-Schmerztherapie bei Meniskusrissen und insbesondere bei Streckhemmungen des Knies helfen kann:

Die besten Übungen und Tipps bei einem Meniskusriss

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6. Übungen bei einem Meniskusriss


Dir wurde ein Meniskusriss diagnostiziert und du überlegst, dich operieren zu lassen? Oder du hast dich schon einer OP unterzogen und hast immer noch Schmerzen? Dann hilft dir vielleicht unsere Schmerztherapie. Du musst nämlich wissen:

Meniskusrisse müssen dir genauso wie Arthrose keine Schmerzen bereiten! In den meisten Fällen rühren die Schmerzen von den zu hohen Spannungen in den Muskeln im Ober- und Unterschenkel her (Ursache Muskelüberspannungen). Diese Kräfte wirken sich auf das Gelenk aus und pressen die Strukturen so stark aufeinander, dass das Knorpelgewebe Schaden nehmen kann.

Daher solltest du Schmerzen nicht als etwas betrachten, das es auszulöschen gilt, sondern als einen Hinweis deines Körpers, die Muskelüberspannungen zu senken!

Unsere Schmerztherapie, die die Flexibilisierung der Muskeln und Faszien in ihr Zentrum stellt, ist daher ideal, um Meniskusrisse und Kniebeschwerden loszuwerden und ihnen vorzubeugen.

Besonders Meniskusschäden, die durch Verschleiß entstehen, werden mittlerweile nur noch konservativ behandelt, weil eine Gelenkspiegelung nachweislich nicht hilft. Genau dann kann unsere Therapie sehr gut greifen, um dich von den Schmerzen zu befreien.

Eine ganz einfache Übung und der erste Schritt, um Knieschmerzen und Meniskusrisse zu behandeln, ist die Dehnung der hinteren Beinmuskulatur:

Vorab: Beachte bitte die Checkliste zur Durchführung unserer Übungen! Die nächsten Schritte, um dich selbst zu behandeln, bekommst du nach dem Video und der Übungsbeschreibung.

Zum Lesen gibt´s die Übung jetzt noch mal schriftlich.

Kleiner Tipp: Statt unserer Übungs-Schlaufe kannst du auch einen Bademantel oder Gürtel verwenden.

Eine junge Frau sitzt auf einer Übungsmatte, hat ein Bein lang nach vorne ausgestreckt und zieht ihren Fuß mit der Liebscher & Bracht-Übungsschlaufe zu sich heran.
  1. Setze dich auf deine Übungsmatte und strecke zunächst dein rechtes Bein lang nach vorne aus.
  2. Nimm unsere Übungs-Schlaufe oder etwas Ähnliches, das deine Arme verlängert, und lege sie um die Fußspitze. Von Vorteil ist es, wenn du jetzt Schuhe trägst, damit die Schlaufe nicht rutscht.
  3. Greife die Schlaufe weit vorne, aber so, dass dein Rücken auf alle Fälle gerade bleibt. Jetzt beginne damit, deinen Vorfuß an dich heranzuziehen.
  4. Dann gehst du mit einem Hohlkreuz langsam weiter nach vorne, um den Fuß so weit wie es dir möglich ist, in Richtung Knie zu ziehen.

Gegenspannung: Drücke den Fuß jetzt mit viel Kraft wieder nach vorne, allerdings ohne ihn wirklich zu bewegen. Der Rücken bleibt gerade und du hältst die Spannung. Dann löst du sie wieder und ziehst deinen Fuß noch näher an dich heran. Mache das zwei weitere Male: anspannen, lösen und weiterdehnen.

  1. Atme zum Schluss dreimal tief ein und aus, bevor du langsam aus der Dehnung gehst.
  2. Mache die Übung auch auf der anderen Seite.

Die hier beschriebene Übung ist eine sehr gute Einsteiger-Übung. Den zweiten Schritt, um das Gelenk von dem Druck der Muskelüberspannungen zu befreien, findest du in unserem kostenlosen Meniskus-Ratgeber.

Einen Rabatt-Code für den Shop, den du für den nächsten Schritt zur Schmerzfreiheit aufsuchen kannst, gibt´s inklusive!

Der letzte Schritt gegen Meniskusrisse: Hast du dir den Rabatt-Code aus dem kostenlosen Ratgeber eingeheimst und haben dir die Übungen gefallen? Dann sei gespannt auf die neuen Dehnübungen und Faszien-Rollmassagen in unserem Buch gegen Knieschmerzen:

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Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

Mehr über den Autor
Dr. Egbert Ritter, Unfallchirurg und eh. Oberarzt im UKH Salzburg

Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am: 13.01.2022 | Letzte Aktualisierung: 26.04.2022

Quellen & Studien

Wenn du unter einem Meniskusriss leidest, kann dir auch dieses Wissen helfen:

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