Spinalkanalstenose — Das hilft gegen die einengung des Wirbelkanals 

Eine Frau spaziert im Freien, hinter ihr sind grüne Büsche zu sehen. Sie hält sich mit beiden Händen den unteren Rücken, ihr Gesicht ist schmerzverzerrt.

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Die besten Übungen und Tipps bei Spinalkanalstenose:

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Ein eingeengter Wirbelkanal — die Diagnose Spinalkanalstenose klingt erst mal erschreckend. Typische Hinweise auf diese Erkrankung sind Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen. Außerdem werden die Entfernungen, die Betroffene zu Fuß gehen können, immer kürzer

Meistens tritt die Spinalkanalstenose (auch Spinalstenose) im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal) auf. Daher gehören Schmerzen im unteren Rücken zu den häufigsten Symptomen. Generell ist sie aber in allen Wirbelsäulenabschnitten möglich.

Du befürchtest bei dir eine Spinalkanalstenose oder sie wurde bereits festgestellt? Dann können wir dich schon mal beruhigen: Operationen werden nur noch in den seltensten Fällen durchgeführt. Meistens sind sie zur Behandlung auch gar nicht nötig. Wichtig ist vor allem, dass du deine Schmerzen reduzierst oder besser noch ganz loswirst.

Das funktioniert ohne Schmerzmittel und erst recht ohne Operation. Wie? Ganz einfach: Wir zeigen dir, welche Übungen du zuhause durchführen kannst, um dauerhaft schmerzfrei zu werden. Es ist nämlich nicht die Spinalkanalstenose selbst, die Rückenschmerzen verursacht, sondern es sind deine Muskeln und Faszien. Die genaue Ursache erklären wir dir in diesem Artikel ganz ausführlich.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

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1. Was ist eigentlich der Wirbelkanal?


Bevor wir dir erklären, was bei einer Spinalkanalstenose genau passiert, zeigen wir dir zunächst den Aufbau deiner Wirbelsäule und der Wirbel. Denn dort befindet sich der Wirbelkanal (auch Spinalkanal), der für das Rückenmark eine ganz besondere Funktion hat.

1.1 Der Aufbau der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule gleicht in ihrer Form einem doppelten S und gliedert sich in verschiedene Abschnitte:

  • Halswirbelsäule (HWS): sieben freie Wirbel (frei = beweglich und über Bandscheiben verbunden) und natürliche Krümmung nach vorne (Lordose)
  • Brustwirbelsäule (BWS): zwölf freie Wirbel und natürliche Krümmung nach hinten (Kyphose)
  • Lendenwirbelsäule (LWS): fünf freie Wirbel und natürliche Krümmung nach vorne (Lordose)
  • Kreuzbein: fünf miteinander verschmolzene Wirbel 
  • Steißbein: drei bis fünf miteinander verschmolzene Wirbel
Eine grafische Darstellung einer menschlichen Wirbelsäule mit Schädel ist sowohl von der Seite als auch von hinten abgebildet. Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein und Steißbein sind eingezeichnet und farblich voneinander unterschieden,

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1.2 Die Bandscheiben

Zwischen den Wirbelkörpern der freien Wirbel liegen die Bandscheiben, von denen wir insgesamt 23 besitzen. Damit sie nicht verrutschen, sind sie jeweils an der Knochenhaut des Wirbels darüber und darunter verwachsen. 

Bandscheiben sind nicht durchblutet. Sie bestehen aus einem Ring aus Faserknorpel und einem weichen Kern. Dieser Aufbau wirkt wie ein Gelkissen, das Stöße abfängt und so die Wirbelsäule schont. Um sich zu ernähren, müssen sie allerdings gleichmäßig gedrückt und entlastet werden. 

Stelle dir das wie einen Schwamm vor: Durch Druck verliert er Flüssigkeit. Bei der Bandscheibe handelt es sich um Abfallstoffe, die durch das Ausdrücken abtransportiert werden. Entlastest du den Schwamm wieder, kann er sich erneut vollsaugen — die Bandscheibe erhält frische Nährstoffe. Für diesen Vorgang benötigen Bandscheiben vielseitige Bewegungen, also die Krümmung und Drehung deines Rumpfes in alle möglichen Richtungen.

Zu sehen ist eine grafische Darstellung eines Wirbelsäulenabschnittes mit Bandscheiben. Wirbelkörper und Bandscheibe sind beschriftet. Außerdem sind Rückenmark und Spinalnerven zu sehen.

© Timonina | shutterstock.com (bearbeitet)

1.3 Der Spinalkanal und das Rückenmark

Fast alle freien Wirbel sind prinzipiell gleich aufgebaut: Sie bestehen aus einem knöchernen Wirbelkörper und den Wirbelbögen. Außerdem haben sie jeweils 

  • einen Dornfortsatz (den du bei Betrachtung des Rückens von hinten gut erkennen kannst), 
  • zwei Querfortsätze (an denen Muskeln und Bänder ansetzen) und 
  • vier Gelenkfortsätze (zwei oben und zwei unten am Wirbel). Die Gelenkfortsätze eines Wirbels bilden mit dem benachbarten Wirbel die Wirbelgelenke (Facettengelenke).

Die Wirbelbögen formen an jedem Wirbel einen Hohlraum, das Wirbelloch. All diese Wirbellöcher bilden zusamme den Wirbelkanal. Dieser erfüllt eine wichtige Aufgabe: Er schützt unser Rückenmark, das als Teil des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) Informationen an das Gehirn weitergibt.

Grafische Darstellung zweier Wirbel und des Rückenmarks. Bei einem Wirbel ist der Spinalkanal zu erkennen. Bei den anderen verläuft dort das Rückenmark. Außerdem sind die Spinalnerven gekennzeichnet. Ein Querschnitt des Rückenmarks zeigt weiße und graue Substanz sowie die Nervenwurzeln.

© Designua | shutterstock.com (bearbeitet)

Am Rückenmark befinden sich die vorderen und hinteren Nervenwurzeln, die zu einem Spinalnerv zusammenlaufen. Die Spinalnerven sind jeweils paarweise zwischen den Wirbeln angeordnet und gehören zum sogenannten peripheren Nervensystem (außerhalb von Schädel und Wirbelkanal). Die Spinalnerven übertragen die Informationen zwischen peripherem und zentralem Nervensystem.

Zu sehen ist die vereinfachte Darstellung eines menschlichen Körpers von der Seite. Kopf und Oberkörper sind als Umriss dargestellt. Eingezeichnet sind Gehirn, Rückenmark, Rückenmarkshaut, Wirbelkörper, Spinalnerven, erster und zweiter Lendenwirbel sowie Cauda equina.

© Alila Medical Media | shutterstock.com (bearbeitet)

Das Rückenmark selbst besteht aus weißer und grauer Substanz und ist außerdem von einer harten (äußeren) und einer weichen (inneren) Rückenmarkshaut umgeben. Die graue Substanz besteht aus Nervenzellkörpern, die weiße aus Nervenfasern (Leitungsbahnen). Sie geben unter anderem Informationen von Nerven, Muskeln oder auch Sinneszellen weiter.

Seinen Endpunkt findet das Rückenmark etwa in Höhe des ersten oder zweiten Lendenwirbels, wo es in einer Ansammlung von Spinalnervenwurzeln mündet, die wie ein Pferdeschweif am Ende der Wirbelsäule auslaufen (Cauda equina).

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2. Spinalkanalstenose: Definition, Symptome und Ursachen


2.1 Spinalkanalstenose: Was steckt hinter diesem Krankheitsbild?

Da das Rückenmark sehr empfindlich ist, verläuft es gut geschützt im Spinalkanal. In diesem Kanal kann es zu einer Verengung (Stenose) kommen. Die Spinalkanalstenose (Wirbelkanalverengung) zählt selbst zu den degenerativen Erkrankungen, also solchen, die mit einem Verschleiß der Wirbelsäule zusammenhängen. Außerdem gibt es weitere degenerative Krankheiten, die eine Spinalstenose verursachen oder auch verstärken können:

  • Bandscheibenprotrusion (Bandscheibenvorwölbung): Bei einer solchen Vorwölbung tritt die Bandscheibe in einem Segment (zwei Wirbelkörper) in den Wirbelkanal hervor. Meist ist es zuvor schon zu Rissen in der Bandscheibe gekommen.
  • Bandscheibenvorfall: Die Bandscheibe wird immer schmaler und wölbt sich immer weiter vor. Kann sie dem Druck nicht mehr standhalten, platzt sie und ihr Kern tritt in den Spinalkanal aus.
  • Osteochondrose: Die Bandscheiben werden immer schmaler und an den benachbarten Wirbelkörpern bilden sich knöcherne Strukturen (Osteophyten).
  • Spondylarthrose (Facettengelenksarthrose): Bei dieser Erkrankung handelt es sich um den Verschleiß der Wirbelgelenke (Facettengelenke) mit Osteophyten-Bildung am Gelenk.
  • Nicht auf der Abbildung zu sehen: Gleitwirbel (Spondylolisthesis). Bei dieser Erkrankung können sich Wirbelkörper verschieben (Wirbelgleiten) und so den Wirbelkanal einengen.
Grafische Darstellung eines Wirbelsäulenabschnittes mit sieben Wirbeln und dazwischenliegenden Bandscheiben. Die Bandscheiben weisen verschiedene Veränderungen, wie Abnutzung, Vorwölbung, Vorfall und Verschmälerung auf. An zwei Wirbeln haben sich Osteophyten gebildet. Außerdem ist ein gesundes und ein an Arthrose erkranktes Facettengelenk gekennzeichnet.

© stihii | shutterstock.com (bearbeitet)

Die Gemeinsamkeit all dieser Erkrankungen: Durch den verengten Raum haben Rückenmark und Spinalnerven weniger Platz. Dies gilt herkömmlicherweise als Grund für die mit Spinalkanalstenose verbundenen Schmerzen. Warum wir das für unwahrscheinlich halten, erfährst du gleich. Weiter unten zeigen wir dir Übungen, um deine Schmerzen zu reduzieren oder sogar ganz loszuwerden.

Grundsätzlich kann eine Wirbelkanalverengung in allen Wirbelsäulenabschnitten auftreten — Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule oder Lendenwirbelsäule. Meistens ist aber die Lendenwirbelsäule (lumbal) betroffen. Diese Form, die lumbale Spinalkanalstenose, gilt als häufigste degenerative Erkrankung an der Wirbelsäule im fortgeschrittenen Lebensalter (ab etwa 60 Jahren).1)

2.2 Symptome

Rückenschmerzen (meistens an der Lendenwirbelsäule) und erschwertes Gehen (verkürzte Gehstrecken durch schmerzende Beine) haben wir bereits als häufige Symptome genannt. Weitere Anzeichen bei einer Spinalkanalstenose sind:

  • Schmerzen, die im Rücken beginnen und in die Beine ausstrahlen (meist einseitig),
  • verminderte Mobilität (vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule),
  • verspannte Muskeln (vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule),
  • Schwächegefühl oder Gefühlsstörungen in den Beinen (zum Beispiel Brennen, Kribbeln, Kältegefühl, Taubheitsgefühle) und andere neurologische (das Nervensystem betreffende) Ausfälle,
  • Hinken, das durch die Schmerzen bedingt ist (Claudicatio spinalis),
  • Nackenschmerzen (bei Spinalkanalstenose in der Halswirbelsäule),
  • eingeschränkte Bewegungen (zum Beispiel beim Schreiben, Hemd/Bluse knöpfen oder Greifen kleiner Gegenstände) in Armen und Händen (bei Spinalkanalstenose in der Halswirbelsäule). Wie an den Beinen, sind auch hier Gefühlsstörungen möglich.

Typisch für eine Spinalkanalstenose ist, dass sich die Beschwerden bessern, wenn du sitzt oder den Rumpf vorbeugst (beispielsweise auch beim Fahrradfahren oder bergauf Gehen). Vielleicht kennst du folgende Situation: Wenn du längere Strecken zu Fuß zurücklegst, musst du oft Pausen machen und dich bücken oder hinsetzen, bevor du wieder aufstehen und weitergehen kannst.

In schweren Fällen einer Spinalkanalstenose können außerdem folgende Symptome auftreten:

  • Störungen von Blase oder Darm (Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang),
  • Erektionsstörungen,
  • Lähmungen in beiden Beinen (Querschnittssyndrom).

Wichtig ist, dass du bei Störungen dieser Art umgehend deinen Arzt für eine ausführliche Untersuchung aufsuchst!

2.3 Die Ursachen einer Wirbelkanalverengung

Neben den oben genannten degenerativen Erkrankungen kann auch Folgendes für eine Spinalstenose verantwortlich sein: 

  • zunehmendes Hohlkreuz (Hyperlordose),
  • hormonelle Veränderungen,
  • Knochenerkrankungen, beispielsweise Morbus Paget2),
  • Operation an der Wirbelsäule sowie
  • Tumore.3)

Zudem unterscheidet man die angeborene (idiopathische) und erworbene (im Laufe der Jahre entstehende) Spinalkanalstenose.4) Eine angeborene spinale Einengung ist eher selten, oft steht sie mit Fehlbildungen der Wirbelsäule wie Hohlkreuz oder Skoliose in Verbindung.

Die am häufigsten genannte Ursache einer Wirbelkanalstenose ist aber der natürliche Alterungsprozess, der angeblich für einen Verschleiß der Wirbelsäule sorgt. Schließlich weisen rund 90 Prozent der 50-Jährigen bei bildgebenden Verfahren wie einer Magnetresonanztomografie (MRT) eine Degeneration der Bandscheiben auf.5)

Umriss zweier menschlicher Körper, einer von der Seite, einer von hinten. Eingezeichnet ist jeweils die Wirbelsäule. Die linke Figur steht seitlich und hat ein Hohlkreuz, das rot markiert ist. Die rechte Figur hat eine rot markierte Skoliose.

© Olga Bolbot | shutterstock.com (bearbeitet)

Verschleiß soll also dafür verantwortlich sein, dass die Bandscheiben immer flacher werden. Das, so die gängige These, sorgt für eine stärkere Belastung der Wirbelkörper, die dadurch mit der Zeit Osteophyten bilden. Weiterhin komme es zu Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) oder Wirbelgelenkarthrose (Spondylarthrose). Solche Veränderungen könnten außerdem eine Verdickung der Bänder an den Wirbeln sowie eine Instabilität der Wirbelsäule verursachen. All das verenge den Kanal.

Diese Entwicklungen möchten wir natürlich nicht bestreiten. Unsere langjährige Erfahrung in der Schmerztherapie hat aber gezeigt, dass sie meist nicht der Grund für die Schmerzen sind. Nach herkömmlicher Sichtweise sorgt die Spinalkanalstenose dafür, dass Rückenmark und Nerven im Wirbelkanal abgedrückt und daher schlechter durchblutet werden. Dieser Druck soll die Rückenschmerzen im Zusammenhang mit einer Stenose hervorrufen.

Wir bezweifeln dies aus mehreren Gründen:

  • Experimente zeigen, dass das mechanische Zusammendrücken von Nervenwurzeln nicht automatisch Schmerzen verursacht.6)
  • Viele Menschen, deren MRT-Bilder Veränderungen der Wirbelsäule aufweisen, sind beschwerdefrei.7)
  • Platzt bei einem Bandscheibenvorfall die Bandscheibe, tritt der Kern in den Spinalkanal aus. Doch wie soll diese weiche Masse einen Nerv abdrücken, der etwa so dick wie dein Finger ist? Im Rahmen unserer Ausbildung in der Schmerztherapie haben wir diese Frage ehemaligen Chirurgen gestellt, die aber auch keine Antwort darauf hatten. Zudem baut unser Körper das ausgetretene Material in der Regel selbst ab.

Muskeln und Faszien — Die wahre Ursache liegt vorne

Doch woher kommen die Schmerzen dann? Das ist im Prinzip ganz einfach: Die meiste Zeit unseres Alltags verbringen wir heute im Sitzen, beispielsweise am Arbeitsplatz. Im Laufe des Tages fallen Oberkörper und Schultern immer weiter nach vorne und der Hals ist überstreckt, um weiterhin nach vorne auf den Bildschirm schauen zu können. Was passiert nun, wenn wir zu viel sitzen und dies zu wenig ausgleichen?

Unseren Körper durchzieht ein Netz aus vielen Faszienfäden, die jeden einzelnen unserer Muskeln umhüllen. Sie sind sehr dehnbar, damit sie unseren Bewegungen flexibel folgen können. Außerdem verändern sich unsere Faszien ständig, da Fibroblasten wie kleine Spinnentierchen durchgehend neue Fäden weben. Zur Arbeit angeregt werden sie durch unsere Bewegungen.

Sitzen wir zu viel, erhalten die Fibroblasten weniger Impulse, an denen sie sich orientieren. Gleichzeitig sind bestimmte Muskeln, wie etwa der Hüftbeuger und andere Bauch- oder Brustmuskeln, ständig in ihrer kürzesten Position. Das sorgt dort dafür, dass die Faszien unnachgiebig werden, da wir sie kaum noch in ihre volle Länge strecken.

Über kurz oder lang entwickeln sich durch diese permanenten Verkürzungen immer größere muskulär-fasziale Überspannungen.

Deine Streckmuskeln am Rücken versuchen, diese Zugkräfte nach vorne auszugleichen und ziehen nach hinten. Es entsteht ein Druck aus nach vorne und nach hinten ziehenden Kräften, der letztendlich auf deiner Wirbelsäule und deinen Bandscheiben landet und regelrecht daran zerrt.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht veranschaulicht dir all diese Zusammenhänge im Video noch einmal ausführlich.

Die muskulär-faszialen Spannungen haben also zahlreiche Auswirkungen auf deinen Rücken. Gleichzeitig lässt der Bewegungsmangel die Bandscheiben buchstäblich verhungern, da sie nicht ausreichend gedrückt und entlastet werden und ihnen daher Nährstoffe fehlen. Die Überspannungen erklären auch die veränderte Bandstruktur — der Körper versucht, gegen die hohen Kräfte Stand zu halten. Dadurch entstehen verdickte Bänder, die eine Instabilität der Wirbelsäule oder einzelner Wirbelsegmente verhindern sollen.

Gemessen wird die Belastung von Wirbelsäule und Bandscheiben von Rezeptoren an den Knochen, die die Informationen an dein Gehirn weiterleiten. Das möchte deine Bandscheiben schützen — droht eine Schädigung, schaltet es deshalb einen Schmerz. Schmerzen sind also nichts anderes als Warnsignale deines Körpers, weswegen wir sie Alarmschmerzen nennen.

Häufig tritt der Alarmschmerz gemeinsam mit einem Überlastungsschmerz auf. Dieser äußert sich in einem Brennen, sobald Muskeln überlastet sind.

Letztendlich sind die Überspannungen oft auch für die Beschwerden der anderen Erkrankungen verantwortlich, die wir als mögliche Ursachen für die Spinalkanalstenose aufgezählt haben. Der starke Druck begünstigt den Verschleiß an der Wirbelsäule. Unser Körper hat eigene Reparaturmechanismen, die normalerweise dagegen vorgehen. Bei dauerhaft starken Spannungen kommen sie aber schlichtweg nicht mehr hinterher.

Die Zugkräfte können in manchen Fällen auch Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühle in den Beinen oder sogar Lähmungen erklären. Es kommt häufig vor, dass Nerven im Gesäßbereich oder am Bein eingeklemmt sind und dann genau diese Symptome die Folge sind. Mehr darüber erfährst du in unserem Schmerzlexikon-Artikel zum Thema Ischialgie.

Du siehst, dass unsere alltägliche Haltung sowie der Bewegungsmangel ein Problem für die gesamte Wirbelsäule darstellen. Je nachdem, wo die Verkürzungen am stärksten ausgeprägt sind, können die Abschnitte der Wirbelsäule unterschiedlich belastet sein. Das ist der Grund dafür, dass die Spinalkanalstenose überall auftreten kann. Übungen, die deiner ganzen Wirbelsäule guttun, findest du in Kapitel 4.

Außerdem haben wir einen kostenfreien Ratgeber für dich mit noch mehr Übungen für deinen Rücken. Verringern sich deine Schmerzen bei regelmäßiger Anwendung oder verschwinden ganz, hast du den Beweis, dass die Schmerzen nicht an der Stenose, sondern an den Überspannungen liegen. Probiere es also einfach aus, du kannst nur gewinnen!

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3. Behandlung einer Spinalkanalstenose


3.1 So gehen wir gegen deine Rückenschmerzen vor

Du weißt jetzt: Vermutlich verursacht nicht die Verengung des Spinalkanals deine Schmerzen, sondern muskulär-fasziale Überspannungen. Das bedeutet, dass du deine Beschwerden nicht einfach hinnehmen oder mit Schmerzmitteln betäuben musst, sondern aktiv etwas dagegen unternehmen kannst — trotz Stenose. Mit unserer Schmerztherapie kannst du dir ganz einfach selbst helfen. Sie besteht aus drei Bestandteilen: Engpass-Dehnungen, Faszien-Rollmassagen und (Light-)Osteopressur.

Damit kannst du ganz gezielt gegen deine Beschwerden wie Rücken- oder Nackenschmerzen vorgehen. Reduzierst du die Spannungen, können auch Symptome wie das Hinken (Claudicatio spinalis) verschwinden, sodass du wieder längere Gehstrecken zurücklegen kannst.

Besprich aber bitte vorher mit deinem Arzt, ob sich die Übungen in deinem Fall von Spinalkanalstenose eignen. Sobald du grünes Licht bekommst, kann es direkt losgehen.

Eine Frau hat sich weit nach vorne gebeugt und dehnt ihren Rücken. Ihren Kopf zieht sie dabei Richtung Brust. Hinter ihr steht Roland Liebscher Bracht und hilft ihr in die Dehnung.

Unsere Übungen helfen dir dabei, einseitige Bewegungsmuster deines Alltags auszugleichen. Außerdem beseitigen sie Ablagerungen, die für zu hohe Spannungen mitverantwortlich sind. Dein Bindegewebe wird dadurch viel flexibler — und du beweglicher.

  • Engpass-Dehnung: Du dehnst dich bei unseren Übungen aktiv in den Schmerz hinein und hältst jede Position etwa zwei bis zweieinhalb Minuten. So setzt du die nötigen Veränderungsreize für deine Muskeln und Faszien und gibst ihnen genügend Zeit, nachzugeben. Achte darauf, deinen persönlichen Wohlfühlschmerz nicht zu übersteigen. Bleibe dran und übe möglichst sechs Tage die Woche.
  • Faszien-Rollmassage: Beim Rollen drückst du das Fasziengewebe sozusagen aus, sodass es sich anschließend wieder mit frischem, nährstoffreichem Wasser vollsaugen kann. Dadurch lösen sich Verklebungen und die Faszienschichten gleiten besser. Um diesen Effekt zu erreichen, solltest du sehr langsam mit konstant starkem Druck immer in eine Richtung (Richtung Herz) rollen.
  • (Light-)Osteopressur: Die Light-Osteopressur ist eine schnelle Soforthilfe, wenn du unter Schmerzen leidest. Mit unserem extra hierfür entwickelten Schmerzfrei-Drücker drückst du für etwa zwei Minuten auf klar definierte Schmerz-Punkte. Diese Punkte liegen direkt an der Knochenhaut und deaktivieren die Rezeptoren, die im Zusammenspiel mit dem Gehirn für den Alarmschmerz sorgen. Achte darauf, dass du dabei noch ruhig atmen kannst und auf deiner persönlichen Schmerzskala nicht über 8 bis 9 gehst. Lässt die Empfindlichkeit nach, kannst du den Druck intensivieren.
    Bei anhaltenden Schmerzen wendest du dich am besten an einen Schmerzspezialisten in deiner Nähe. Mit der Osteopressur kann er dir meistens schon in einer bis drei Sitzungen helfen. Außerdem zeigt er dir, wie du unsere Übungen korrekt durchführst.

Drei spezielle Dehnungen und eine Faszien-Rollmassage für deinen Rücken findest du in Kapitel 4. Schaue dir aber unbedingt auch unseren kostenfreien Ratgeber an. Dort findest du neben weiteren Übungen eine Light-Osteopressur, die speziell auf deine Rückenschmerzen abgestimmt ist.

3.2 Herkömmliche Therapien bei Spinalstenose

Mittlerweile werden Stenosen am Wirbelkanal nur noch selten operiert. Meist raten Mediziner zunächst zu konservativen Therapien. Dennoch gilt die Wirbelkanalverengung nach wie vor als häufigster Grund für eine Operation an der Wirbelsäule im höheren Lebensalter.8)

Zur Diagnostik fertigt der Arzt bei der Untersuchung in der Regel ein MRT- sowie ein Röntgenbild an. Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes entscheidet er dann über den weiteren Verlauf der Behandlung.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Die konservativen Methoden zur Therapie einer Spinalstenose sind vielfältig: Physiotherapie, Wärmebehandlung oder Elektrotherapie (Muskelentspannung durch den Einsatz von Strom) sind nur einige Beispiele. Du solltest hier jedoch immer bedenken, dass es wichtig ist, die Ursache zu beseitigen. Ansonsten erwirkst du vielleicht eine kurzzeitige Linderung deiner Beschwerden, die Schmerzen kehren aber wahrscheinlich schnell wieder zurück.

Krankengymnastik zielt häufig auch darauf ab, gegen eine zu starke Lordose des Betroffenen vorzugehen.9) Bei einer solchen physiotherapeutischen Behandlung solltest du darauf achten, dass du nicht nur deinen Rücken kräftigst. Deine Muskeln im Rücken sind durch das ständige Gegenspannen stark genug; vielmehr solltest du die Spannungen herunterfahren. Schaue dir unsere Übungen an — wir zeigen dir, wie du alle Hauptrichtungen deiner Wirbelsäule dehnst und Überspannungen auf diese Weise lockerst.

Wärme tut dir bei deiner Spinalkanalstenose gut? Dann spricht natürlich nichts gegen eine regelmäßige Anwendung. Bedenke aber, dass sie das Symptom (den Schmerz) nicht dauerhaft aufheben kann. Daher unser Vorschlag: Führe unsere Übungen mit Faszien-Rollmassage durch und entspanne dich danach bei einem warmen Bad oder mit einer Wärmflasche. Alternativ kannst du die Wärme auch vorher anwenden, beispielsweise mit einem Rotlicht.

Wichtig ist vor allem, dass du in Bewegung bleibst. Ruhephasen sorgen meist für eine Verschlechterung der Symptome.10) Für viele Patienten ist Radfahren eine angenehme Sportart. Also rauf auf dein Fahrrad! Achte dabei aber unbedingt auf deine Haltung. Infos über die richtige Sitzposition beim Fahrradfahren findest du zum Beispiel hier. Nimm dir anschließend noch eine Viertelstunde Zeit für unsere Übungen, sodass du dich nicht zu einseitig bewegst und deine Wirbelsäule optimal versorgt ist.

Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten

Viele Patienten mit Wirbelkanalstenose nehmen häufig Schmerzmittel ein. Durch eine Injektion kann sie von einem Arzt in der Klinik oder Praxis sogar direkt in den Spinalkanal gespritzt werden. Für eine kurze Zeit oder einen bestimmten Anlass wie eine Feierlichkeit ist das zur Linderung deiner Schmerzen sicherlich in Ordnung. Mehrere Tage oder gar Wochen solltest du aber nicht darauf zurückgreifen.

Schmerzstillende Medikamente können zum einen starke Nebenwirkungen haben und bekämpfen zum anderen nicht die Ursache deiner Schmerzen. Deshalb empfehlen wir dir, unsere Übungen wirklich regelmäßig durchzuführen. Du erreichst damit höchstwahrscheinlich eine langfristige Verbesserung deiner Beschwerden, im besten Fall wirst du komplett schmerzfrei — ohne Tabletten und Spritzen.

Zu sehen ist der Umriss eines Mannes mit eingezeichneter Wirbelsäule und Spinalkanal. Die Lendenwirbelsäule ist farblich hervorgehoben. Eine Spritze sticht von hinten in den Wirbelkanal.

© Aldona Griskeviciene | shutterstock.com (bearbeitet)

Operative Eingriffe

Für eine Operation aufgrund einer Spinalkanalstenose gibt es unterschiedliche Verfahren.

  • Eine Option ist die sogenannte Dekompression (mikrochirurgische Spinaldekompression), eine Erweiterung und Entlastung des Spinalkanals. Über einen kleinen Hautschnitt entfernt der Chirurg das Gewebe, das den Kanal einengt. Die Dekompressionsoperation an der lumbalen spinalen Stenose ist der häufigste Eingriff an der Wirbelsäule bei Patienten über 65 Jahren.11)
  • Eine weitaus drastischere operative Maßnahme ist die Laminektomie. Hierbei werden Teile des Wirbelkörpers wie Wirbelbogen, Dornfortsätze und Gelenke abgetragen. Diese OP wird aber nur noch selten durchgeführt.
  • Auch eine Versteifung einzelner Segmente der Wirbelsäule (Lumbar Interbody Fusion) ist im Zusammenhang mit einer Stenose nicht sehr häufig. Sie wird meist bei Wirbelgleiten angewendet. Bei diesem Eingriff werden zwei benachbarte Wirbel mit Stäben und Schrauben miteinander verbunden, sodass eine Bewegung dieser Wirbelsegmente nicht mehr möglich ist. Ziel ist die Stabilisierung der Wirbelsäule.
  • Der Einsatz von Implantaten an den Dornfortsätzen ist ebenfalls möglich. Sie werden in einem Segment (also an zwei benachbarten Wirbeln) angebracht und drücken die Fortsätze auseinander. Dieses Verfahren begradigt die Wirbelsäule bei einer vorliegenden Verkrümmung und erweitert den Spinalkanal.

Unser Tipp: In den meisten Fällen lassen sich Operationen wie die Dekompression, Laminektomie oder Versteifung und damit verbundene lange Aufenthalte in einer Klinik vermeiden. Sogar bei Lähmungserscheinungen oder Blasen- und Darmschwächen sind sie nicht automatisch notwendig. Im Rahmen unserer Schmerztherapie haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich selbst diese Symptome bei manchen Patienten als Nebeneffekt der Schmerzlinderung verbessern.

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4. Übungen bei Spinalkanalstenose


Eine Wirbelkanalverengung entsteht also oft durch Verschleiß an der Wirbelsäule. Du kannst ihn stoppen und deine Schmerzen immer weiter reduzieren, indem du unsere Übungen regelmäßig durchführst. So durchbrichst du einseitige Bewegungsmuster und bringst deine verkürzten Faszien wieder auf ihre volle Länge. Damit wirkst du nicht nur einer Spinalkanalstenose, sondern auch Bandscheibenvorwölbungen und -vorfällen, Osteochondrose sowie Spondylosen entgegen. Du kannst die Übungen natürlich ebenso vorbeugend anwenden — selbst wenn du noch keine Symptome hast, können Muskeln und Faszien bereits überspannt sein. Deinem Rücken tust du in jedem Fall etwas Gutes. 

Roland und Ina zeigen dir im Video drei Engpass-Dehnungen, mit denen du alle Hauptrichtungen deiner Wirbelsäule abdeckst, sowie eine Faszien-Rollmassage für deinen ganzen Rücken.

Noch mehr Übungen sowie eine spezielle Faszien-Rollmassage findest du in unserem kostenfreien Ratgeber gegen Spinalkanalstenose. Zur Selbsthilfe enthält er außerdem eine Light-Osteopressur, die dir bei Rückenschmerzen besonders schnell helfen kann.

Die korrekte Durchführung der Übungen aus dem Video haben wir dir unten ausführlich beschrieben. Schaue außerdem in unsere Checkliste mit wichtigen Hinweisen und Tipps. Du kennst unsere Übungen bisher noch nicht? Dann lies dir die Liste am besten durch, bevor du beginnst.

Deine Spinalkanalstenose bereitet dir sehr starke Schmerzen bei den Übungen? Gib nicht auf — es ist überhaupt nicht schlimm, wenn du anfangs noch nicht so weit in die Dehnungs-Position kommst wie Ina im Video. Übung macht den Meister und du wirst immer größere Fortschritte feststellen. Gehe bei der Durchführung einfach vorsichtig vor und steigere dich langsam.

Übung 1: Lehne deinen Oberkörper nach hinten

1. Lege zuerst deine Hände unten an dein Gesäß. Jetzt schiebst du deine Leisten immer weiter nach vorne und lehnst dich nach hinten. Halte deinen Kopf zunächst gerade.

Mit dieser Übung erreichst du die Überstreckung deiner Wirbelsäule von unten nach oben. Du bist unsicher, weil du wackelig stehst? Kein Problem: Halte dich zur Sicherheit ruhig an einem stabilen Tisch oder Stuhl fest.

Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Frau eine Dehnübung bei einer Bandscheibenprotrusion. Sie hat die Hände am Gesäß abgestützt und beugt ihren Oberkörper weit nach hinten.

2. Als Nächstes möchtest du die Überstreckung deiner Brustwirbelsäule erreichen. Öffne hierfür deine Schultern und ziehe dein Kinn dabei nach hinten.

3. Überstrecke jetzt auch deinen Kopf und lasse ihn langsam und vorsichtig nach hinten fallen. Dein Oberkörper bildet nun einen gleichmäßigen Bogen.

4. Atme tief ein und aus und steigere deine Dehnung in jeder Ausatmung, indem du die Leisten noch weiter nach vorne schiebst.

5. Verlasse ganz langsam die Dehnungs-Position und richte dich auf: erst den Kopf, dann die Brustwirbelsäule und zum Schluss die Lendenwirbelsäule.

6. Nun nimmst du die entgegengesetzte Haltung ein: Mache ein Hohlkreuz und beuge dich nach vorne. Fahre mit den Händen an deinen Oberschenkeln nach unten und bleibe dabei im Hohlkreuz, solange es möglich ist. Werde dann immer runder in deiner Wirbelsäule und ziehe deinen Kopf nach vorne unten. Dafür kannst du deine Hand an den Hinterkopf legen und dein Kinn zu deinem Brustbein drücken.

Du dehnst jetzt deinen gesamten Rücken bis zur Halswirbelsäule.

Richte dich nun langsam wieder auf und löse die Dehnung.

Übung 2: Beuge dich zur Seite

1. Strecke deinen rechten Arm nach oben und beuge ihn nach links über deinen Kopf. Schiebe dabei deine rechte Hüfte soweit du kannst nach rechts. Beuge gleichzeitig deinen Oberkörper nach links und gleite mit deiner linken Hand dein linkes Bein nach unten.

Du erwirkst mit der Übung die Dehnung deiner Hüfte und deiner Flanke. Achte darauf, dass dein Oberkörper nicht nach vorne oder hinten fällt, sondern diese Achse beibehält.

Eine Frau steht mit seitlich gebeugtem Oberkörper. Ihren rechten Arm hat sie über ihren Kopf gehoben, ihren linken auf ihrem linken Oberschenkel liegen. Hinter ihr steht Roland Liebscher-Bracht und hilft ihr, weiter in die Dehnung zu gehen.

2. Neige als Nächstes deinen Kopf zur Seite. Wichtig ist, dass du ihn gerade lässt und nach vorne schaust, sonst verdrehst du deine Halswirbelsäule. Sowohl dein Kopf als auch dein Arm ziehen jetzt nach links.

Dadurch „öffnest“ du deine Seite und machst deine Wirbelsäule beweglicher.3.

3. Hast du die endgültige Position erreicht, atme tief ein und aus und steigere deine Dehnung bei jeder Ausatmung. Richte deinen Oberkörper anschließend langsam auf.

4. Im Anschluss dehnst du die andere Seite, beginnend mit dem linken Arm, den du über deinen Kopf nach rechts streckst. Halte dich dabei an die oben beschriebene Abfolge.

Übung 3: Drehe dich seitlich nach hinten

1. Strecke zunächst deine Arme horizontal zur Seite aus. Bleibe mit der Hüfte gerade stehen und drehe deinen Bauchnabel nach links. Versuche nur, den unteren Abschnitt deiner Wirbelsäule zu drehen und den Rest deines Körpers gerade zu lassen.
Das Gleiche machst du mit deinem Brustbein. Bleibe im Becken gerade, während du es nach links schiebst.

Roland Liebscher-Bracht leitet eine Frau bei einer Engpass-Dehnung gegen Bandscheibenprotrusion an. Sie hat die Arme horizontal ausgestreckt und den Oberkörper zur Seite gedreht.

2. Jetzt nimmst du beide Arme so weit nach links, wie du kannst. Beuge deinen rechten Arm, sodass du sie parallel hältst.

3. Zum Schluss drehst du deinen Kopf ebenfalls immer weiter nach links und schaust mit deinen Augen in die gleiche Richtung. Verstärke die Dehnung in jeder Ausatmung, während du tief ein- und ausatmest.

4. Anschließend kommst du langsam zurück nach vorne und führst die gleichen Schritte nach rechts aus.

5. Sobald du damit fertig bist, richtest du deinen Oberkörper wieder nach vorne aus und lässt deine Arme locker hängen.

Faszien-Rollmassage für deine gesamte Wirbelsäule

Zum Abschluss haben wir eine Faszien-Rollmassage für dich, mit der du deinen ganzen Rücken abrollst. Für die Durchführung empfehlen wir dir unsere Medi-Rolle. Mit ihr schonst du die Dornfortsätze an deiner Wirbelsäule, da sie eine umlaufende Rille mit Flankenintensivierung hat. Gleichzeitig sorgt sie durch ihr härteres Material im Innern dafür, dass sich deine Zwischenzellflüssigkeit verschiebt und wieder frei zirkulieren kann.

Wichtig ist, dass du nicht hin und her rollst, sondern lediglich in eine Richtung (von unten nach oben, immer in Richtung Herz). Du kannst deinen Rücken aber natürlich mehrfach hintereinander ausrollen.

Eine Frau liegt auf einer Matte mit der Medi-Faszienrolle von Liebscher & Bracht unter ihrer Wirbelsäule. Damit rollt sie ihren Rücken vom Steißbein in Richtung Kopf ab. Ihrer Unterarme hat sie neben sich abgestützt.

1. Setze dich jetzt so auf die Rolle, dass sie auf der Höhe deines Steißbeins liegt. Rolle nun langsam nach oben. Dabei solltest du möglichst viel Gewicht auf die Rolle bringen. Achte darauf, dass du dich nicht einfach von der Rolle fallen lässt, wenn du an den Schultern ankommst.

Du hast nun deine Lenden- und Brustwirbelsäule optimal abgerollt.

2. Um deine ganze Wirbelsäule zu versorgen, fehlt nur noch die Halswirbelsäule. Setze dich dafür aufrecht hin, nimm die Medi-Rolle in beide Hände und rolle über deinen Hals langsam nach unten. Beginne an der Stelle, an der dein Schädelknochen spürbar endet. Bringe beim Rollen möglichst viel Kraft auf und bewege dich so weit es geht in Richtung Schulterblätter.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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