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Normalerweise fließt das Blut in unserem Körper ungehindert durch Arterien und Venen und versorgt uns mit Sauerstoff und Nährstoffen. Auf dieser Strecke kann es allerdings auch zu einem Stau kommen, sobald sich ein Blutgerinnsel bildet. Wenn sich dadurch Blutgefäße verengen oder verstopfen und der Transport des Blutes ins Stocken gerät, liegt eine Thrombose vor.

Was bei einer Thrombose genau im Körper passiert, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und alles zu Behandlungsmöglichkeiten haben wir dir in diesem ausführlichen Artikel zusammengefasst. Informiere dich jetzt!

Es gibt verschiedene Arten von Thrombosen und im schlimmsten Fall kann so ein Gerinnsel lebensbedrohlich sein. Nicht immer lässt sich eine Thrombose verhindern, es gibt allerdings ein paar Dinge, die wir tun können, damit es gar nicht erst soweit kommt. Ziel einer wirksamen Thrombose-Vorbeugung ist es,

  • den venösen Rückfluss zu fördern,
  • Venenschäden vorzubeugen und
  • die Gerinnungsbereitschaft des Blutes zu senken.

Wir geben dir auf dieser Seite leicht anwendbare Alltags-Tipps, damit sich eine Thrombose nicht so leicht bilden kann. Solltest du sogar ein erhöhtes Thrombose-Risiko haben, empfehlen wir dir unbedingt weiterzulesen. Viel Spaß dabei!

Solltest du bereits an typischen Symptomen einer Thrombose leiden, z. B. Schwellungen, Rötungen, Muskelkrampf-artige Schmerzen, Spannungsgefühle, Überwärmung, Fieber oder einem beschleunigten Puls, dann lasse dich bitte umgehend von einem Arzt untersuchen.

Tipp #1: Bewege dich regelmäßig

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Ausreichende Bewegung ist unerlässlich, um die Entstehung einer Thrombose zu verhindern. Hier geht es vor allem um das Training der Venen. Indem du deine Beine bewegst, unterstützt du den Blutfluss im Venensystem der Beinvenen. Das passiert über die sogenannte Venenpumpe bzw. Muskelpumpe: Mit jedem Schritt und jeder Bewegung drücken die Muskeln von außen auf die Venen, ähnlich wie bei einer Pumpe. Die Venenklappen sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Bewegung unterstützt somit den Blutfluss im ganzen Körper.

Bewegen wir uns zu wenig, hat das negative Auswirkungen auf die Venenklappen: Sie können in ihrer Funktion gestört werden und nicht mehr richtig dichthalten. Hier besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. Es lohnt sich also, Bewegung zu einem festen Bestandteil des Alltags werden zu lassen, um die Muskelpumpe zu unterstützen.

Keine Sorge, du musst nicht der sportlichste Mensch der Welt werden. Vielmehr geht es darum, deine Beweglichkeit aufrechtzuerhalten und dein Wohlbefinden zu verbessern. Besonders effektiv zum Vorbeugen von Thrombosen sind Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren, Walking, Schwimmen oder Wandern. Alles, was die Wadenmuskulatur aktiviert, tut dir jetzt besonders gut. Das sind unsere Tipps für ein gesundes Venen-Training:

👉 Radfahren und Laufen statt Auto fahren: Gehe so viele Wege wie möglich zu Fuß oder lege sie mit dem Fahrrad zurück.

👉 Nimm die Treppe statt den Aufzug: Klar, bis in den 5. Stock kann die Treppe eine Herausforderung sein. Aber mache dir bewusst, dass du deinem Venensystem mit jedem Schritt etwas Gutes tust.

👉 Beine hochlagern: Nach langem Stehen oder Sitzen solltest du nach Möglichkeit kurz deine Beine hochlegen. Du wirst gleich merken, wie das Blut aus deinen Beinen leichter zum Herzen zurückfließt und Stauungen nachlassen. 

👉 Kalt duschen: Die meisten Menschen duschen zwar am liebsten warm, aber ein kaltes Abduschen der Waden kann Schmerzen lindern und Schwellungen abklingen lassen.

👉 Ernähre dich ausgewogen: Achte auf ballaststoffreiche Nahrungsmittel, um Verdauungsprobleme zu vermeiden und deine Venen zu entlasten.

👉 Weg mit überflüssigen Kilos: Weniger Körpergewicht bedeutet auch weniger Belastung für deine Venen, weshalb es sich umso mehr lohnt, Übergewicht loszuwerden.

👉 Meide übermäßiges Sonnenbaden: Bei Wärme können die Beine anschwellen, was die Venen unnötig belastet, bleibe daher überwiegend im Schatten.

👉 Flaches Schuhwerk: Schuhe mit Absatz begünstigen Stauungen in den Beinen und sollten daher so oft es geht im Schrank bleiben.

Tipp #2: Dehne deine Waden und Beine

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Eine weitere effektive Möglichkeit, um die Gefäße zu entlasten, ist regelmäßiges Dehnen. Dabei können steife Blutgefäße wieder gelockert werden, sodass sie sich besser ausdehnen können. Sind die Blutgefäße elastisch, wirkt sich das positiv auf den Blutdruck aus. Indem du so den reibungslosen Blutfluss unterstützt, kannst du Erkrankungen mit einer gestörten Gefäßfunktion (Thrombose) vorbeugen.

Diese beiden effektiven und zugleich einfache Dehn-Übungen entlasten deine Waden und Beine und können dadurch vorbeugend gegen Beinvenen-Thrombosen wirken. 👇

Eine Frau sitzt auf einem Stuhl und dehnt in einer Dehnungsübung mit einer Schlaufe ihre Wade

Übung im Sitzen

  • Nimm dir unsere Übungs-Schlaufe oder eine ähnliche Unterstützung, etwa einen Bademantelgürtel, Handtuch oder einen Schal.
  • Setze dich auf einen Stuhl und zwar so, dass deine Füße auf dem Boden aufliegen. 
  • Schlüpfe mit einem Fuß in die kleine Öffnung der Schlaufe und streckte dann das Bein möglichst durch.
  • Greife mit beiden Händen die Schlaufe und ziehe deinen Fuß zu dir heran.
  • Beuge dich nun mit deinem Oberkörper langsam nach vorne. Je weiter du dich nach vorne beugst, desto intensiver dehnst du deine Wade sowie die gesamte Beinrückseite.
  • Arbeite dich für etwa zwei bis zweieinhalb Minuten in die Dehnung hinein und gehe anschließend langsam wieder heraus.
  • Mache die Übung nun auf der anderen Seite. 
Roland steht mit seinem rechten Bein auf dem Knieretter und beugt seinen Oberkörper nach vorne, damit seine überspannte Wadenmuskulatur aufgedehnt wird.

Übung im Stehen

  • Stelle dich vor einen Stuhl, die Sitzfläche zeigt zu deinem Körper.
  • Lege dir einen Keil unseres Knieretters vor den Stuhl und platziere einen Fuß darauf. Du kannst die Höhe des Keils selbst bestimmen, je nachdem, wie intensiv du die Dehnung spürst.
  • Beuge dich mit deinem Oberkörper und der Leiste nach vorne, bis es deutlich in der Wade zieht. Stütze dich mit deinen Händen am Stuhl ab, um dein Gleichgewicht zu halten.
  • Achte darauf, dass dein Rücken dabei möglichst gerade bleibt und nicht sich nicht rundet. Wenn der Dehnungs-Schmerz etwas nachlässt, gehe noch ein Stück weiter mit dem Oberkörper nach vorne.
  • Setze anschließend deinen zweiten Kräftigungs-Impuls: Drücke mit dem Vorfuß des betroffenen Beins wieder so fest wie möglich in den Boden bzw. den Keil. Dein Knie bleibt dabei komplett durchgestreckt.
  • Nimm die Kraft nach etwa zehn Sekunden wieder heraus und gehe noch weiter in die Dehnung hinein.
  • Wiederhole das Wechselspiel aus Anspannen und intensivem Dehnen einige Male.
  • Mache die Übung nun mit dem anderen Bein. 

Auf unserem YouTube-Kanal findest du noch mehr kostenfreie Übungs-Videos, mit denen du nicht nur Schmerzen loswerden kannst, sondern auch deiner gesamten Gesundheit etwas Gutes tust. Probiere es aus!

Tipp #3: Unterbreche langes Sitzen

© TheStandingDesk.com | Unsplash

Bewegung kommt in unserer modernen Arbeits- und Lebensweise oft zu kurz. Wir verbringen viel Zeit im Sitzen — beispielsweise während der Fahrt zur Arbeit, im Büro oder vor dem Fernseher. Die unterlassenen Bewegungen des Alltags nachzuholen fällt vielen Menschen schwer. Dennoch solltest du darauf achten, nicht zu lange in einer Körperhaltung zu verharren und durch gezielte Bewegungen deine Durchblutung anzuregen. Schon kleine Unterbrechungen können einen großen Unterschied machen und dabei helfen, Thrombosen zu verhindern. Hier ein paar einfache Tipps für den Alltag:

👉 Lockere deine Füße: Bewege deine Fußgelenke und rolle den Fuß ein paarmal vollständig ab. Das geht nicht nur an der Schlange im Supermarkt, sondern auch unauffällig unter dem Schreibtisch.

👉 Nutze jeden Gang: Telefonate mit den Kolleg*innen sind zwar schnell und unkompliziert, jedoch freuen sich deine Beine nach langen Sitzphasen darüber, wenn du die Schritte ins Büro nebenan auf dich nimmst.

👉 Stehen statt sitzen: Arbeite, wenn möglich, zwischendurch immer wieder mal im Stehen oder verändere deine Sitzposition.

👉 Aktiviere deine Wadenmuskulatur und Venenpumpe: Stelle dich hin und wippe nach vorne auf deine Zehenspitzen und wieder zurück zur Ferse. Diese Übung hilft dabei, das Blut wieder zurück zum Herzen zu pumpen.

👉 Unterbreche lange Autofahrten: Mache öfters mal eine Pause und vertrete dir die Beine. Nutze die Gelegenheiten, um deinen ganzen Körper zu strecken und deinen Kreislauf in Schwung zu bringen.

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Tipp #4: Trinke genug

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Eine weitere Unterstützung für deinen Körper ist es, genug zu trinken. Ein Mangel an Flüssigkeit macht sich nämlich schnell in deinem Gehirn, den Muskeln und im Blut bemerkbar: Das Blut wird dickflüssiger, wodurch das Herz immer stärker arbeiten muss, um es durch die Adern zu pumpen. Der Blutdruck und das Risiko, dass sich gefäßverstopfende Gerinnsel (Thromben) bilden, steigt. 

Wenn du deinen Körper täglich mit genug Flüssigkeit versorgst, wirkt das wie ein natürlicher Blutverdünner und fördert den optimalen Blutfluss. Wie viel du optimalerweise trinken solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein heißes Klima, anstrengende körperliche Arbeit, Sport, Fieber, Erbrechen und Durchfall verlangen dem Körper beispielsweise mehr Flüssigkeit ab. Empfohlen wird allerdings:

Als gesunder Erwachsender solltest du zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag zu dir nehmen. Als Richtwert gelten 35 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht, bei Säuglingen und Kindern ist es sogar noch etwas mehr.1)

Was sich so einfach anhört, ist es für viele Menschen aber nicht. Wenn du auch vergisst, regelmäßig zu trinken, können dir diese Tipps dabei helfen, über den Tag verteilt genug Flüssigkeit aufzunehmen. 

👉 Trinke nach dem Aufstehen: In der Nacht verlieren wir viel Flüssigkeit, z. B. durchs Schwitzen. Stelle dir ein Glas Wasser neben dein Bett, um direkt nach dem Aufstehen den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und frisch in den Tag zu starten.

👉 Iss wasserhaltiges Obst und Gemüse: Neben Vitaminen und Mineralstoffen nimmst du über Obst und Gemüse auch Flüssigkeit auf. Greife öfters zu besonders wasserreichen Sorten wie Tomaten, Orangen, Gurken oder Blattsalat.

👉 Mache deine Trinkflasche zum dauerhaften Begleiter: Den meisten Menschen fällt das Trinken leichter, wenn sie ihre Getränke in greifbarer Nähe haben. Das kann eine Flasche Wasser auf dem Schreibtisch sein oder eine Trinkflasche für unterwegs. So hast du auch gleichzeitig einen besseren Überblick darüber, wie viel du getrunken hast.

👉 Sorge für mehr Geschmack: Langweiliges Wasser ist gar nicht dein Ding? Limetten, Zitronen, Ingwer oder Minze können aus der öden Angelegenheit eine leckere Erfrischung machen. Alternativ eignen sich auch ungesüßte Tees.

👉 Nutze spezielle Apps: Sie können als eine Art Wecker funktionieren und dich in regelmäßigen Abständen daran erinnern, Trinkpausen einzulegen.

Noch mehr Infos zum Thema und Tipps für einen gesunden Alltag findest du hier:

Thrombose: Alles, was du wissen musst

Wir erklären dir ganz genau und leicht verständlich, was Thrombose ist, wie es dazu kommen kann und welche Risiken du kennen musst.

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Quellen & Studien

  • ↑1 https://www.tk.de/techniker/magazin/ernaehrung/trinken/wie-viel-wasser-soll-man-taeglich-trinken-2004796