Raynaud-Syndrom — und plötzlich sind die Finger weiß

Fotografie von einer rechten Hand. Zu sehen sind kleiner Finger, Ringfinger, Mittelfinger und Zeigefinger, die durch das Raynaud-Syndrom weiß verfärbt sind.

© Amanda Uhlin | shutterstock.com

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Die besten Übungen und Tipps bei Raynaud-Syndrom:

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Du nimmst etwas aus der Gefriertruhe und schon merkst du, dass sich deine Finger weiß verfärben? Dasselbe passiert dir auch immer beim Spazierengehen, sobald es draußen kälter ist? Außerdem beobachtest du, dass deine Finger weiß, blau und dann rot werden, ehe der Spuk nach kurzer Zeit verschwindet und sie wieder ganz normal aussehen? All das sind typische Symptome für das Raynaud-Syndrom, umgangssprachlich auch Leichenfinger oder Weißfingerkrankheit genannt.

Das Ganze klingt also beunruhigend und sieht auch so aus, ist in den meisten Fällen aber völlig harmlos. Es handelt sich dabei um eine Verengung der Blutgefäße, also eine DurchblutungsstörungEindeutige Ursachen lassen sich jedoch oft gar nicht feststellen. Allerdings können auch ernsthafte Krankheiten dahinterstecken, die eine ärztliche Abklärung und eine ganz bestimmte Behandlung erfordern. 

Wurde bei dir bisher kein Grund für das Raynaud-Syndrom diagnostiziert? Dann kannst du trotzdem eine Menge tun, um deine Symptome zu lindern und dafür sorgen, dass sie seltener auftreten. Wir haben zahlreiche Tipps für dich, die dir deinen Alltag erleichtern. Schaue dir außerdem unsere Übungen an, mit denen du die Durchblutung deiner Finger ganz einfach verbessern kannst.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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1. Raynaud-Syndrom: Das musst du wissen


Kurz & Knapp

  • Im Rahmen des Raynaud-Syndroms ziehen sich die Blutgefäße anfallsartig zusammen — der betroffene Bereich (meistens die Finger) wird weiß.
  • Unterschieden werden das primäre und das sekundäre Raynaud-Syndrom: Bei der primären Form ist die Ursache unbekannt, sie hängt aber mit Kälte oder Stress zusammen. Die sekundäre Form ist Teil einer Grunderkrankung.

Wenn du keine weiteren Hintergründe nachlesen möchtest, findest du in Kapitel 2 direkt die Behandlungsmöglichkeiten und praktische Tipps für zuhause.

1.1 Was ist das Raynaud-Syndrom?

Beim Raynaud-Syndrom handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, die anfallsartig auftritt. Ein solcher Anfall wird als Gefäßkrampf (Vasospasmus) bezeichnet. Die Blutgefäße in deinen Fingern ziehen sich also abrupt zusammen, das Blut entweicht — die Haut erblasst und erkaltet dadurch.

Das Raynaud-Syndrom gilt daher als eine Durchblutungsstörung.1)

Die Krankheit führt zahlreiche weitere Bezeichnungen wie Raynaud-Phänomen und Morbus Raynaud oder umgangssprachlich Weißfingerkrankheit und Leichenfinger. Ursprünglich wurde sie nach dem französischen Internisten Maurice Raynaud benannt, der im 19. Jahrhundert lebte.2)

Alle wichtigen Infos zum Raynaud-Syndrom haben wir hier für dich zusammengestellt:

Symptome: Wie äußert sich das Raynaud-Syndrom?

  • Die betroffenen Finger werden symmetrisch (also gleichmäßig) weiß (Mangeldurchblutung, Ischämie).
  • Durch die fehlende Sauerstoffzufuhr färben sie sich anschließend blau (Hypoxie).
  • Wenn sich die Blutgefäße wieder mit Blut füllen, röten sich die Finger (reaktive Hyperämie).

Das Raynaud-Syndrom wird daher auch als Trikolore-Phänomen (Trikolore = drei Farben: weiß — blau — rot) bezeichnet. Es müssen allerdings nicht unbedingt alle Phasen auftreten, denn oft normalisiert sich die Farbe der Haut beispielsweise ohne Rötung.3) Etwa bei einem Drittel der Patienten erscheinen alle drei Färbungen der Finger.4)

Darstellung von drei Händen mit Raynaud-Syndrom. Sie zeigen die drei Stadien der Verfärbung der Finger. Eine Hand hat weiße Finger, eine blaue und eine gerötete (Ischämie, Hypoxie, Hyperämie)

Die Symptome des Raynaud-Syndroms ähneln denen einer Erfrierung. Ein Anfall hält in der Regel wenige Minuten bis zu einer halben Stunde an, bei einigen Betroffenen kann er aber auch mehrere Stunden andauern.

Weitere Symptome des Raynaud-Syndroms sind:

  • kalte Finger (oder Zehen),
  • Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder Stechen — das Kribbeln kann über einen längeren Zeitraum anhalten,5)
  • Taubheitsgefühl,
  • manchmal werden Finger unempfindlich für Berührungen oder Schmerzen,6)
  • Schmerzen, vor allem wenn das Blut in die Finger zurückströmt (tritt eher selten auf).

Von Patient zu Patient unterscheiden sind die Anfälle und ihre Symptome. Aber auch bei einem einzigen Betroffenen kann eine Attacke ganz anders verlaufen als die vorige, zum Beispiel können sich die betroffenen Finger, die Dauer oder die Häufigkeit verändern.7)

Kalte Finger = Raynaud-Syndrom?

Du hast oft kalte Hände und fragst dich, ob dies auf das Raynaud-Syndrom hinweist? Eher nicht. Zwar sind die Finger während der vasospastischen Attacke kalt, wärmen sich dann aber wieder auf. Wenn du regelmäßig kalte Hände hast, die jedoch nicht abblassen, ist das zum Beispiel ein Hinweis auf einen niedrigen Blutdruck. Aber auch Herzerkrankungen können dahinterstecken.8)

Wenn du dir bezüglich deiner kalten Finger Sorgen machst und sie auffällig häufig vorkommen, solltest du deinen Arzt aufsuchen. Du kannst dir merken: Das Raynaud-Syndrom zeigt sich anfallsartig. Plötzlich eiskalte und weiße Finger, die sich nach kurzer Zeit wieder normalisieren, sind typisch.9)

Lokalisation: Wo tritt das Syndrom auf?

  • Meistens in den Fingern. Es können ein oder mehrere Finger betroffen sein (jedoch fast nie der Daumen), manchmal die ganze Hand.
  • Weniger häufig in den Füßen beziehungsweise den Zehen.
  • In ganz seltenen Fällen tritt das Phänomen an Ohren, Nase, Gesicht oder Knien auf.
  • Bei schwangeren oder stillenden Frauen können die Brustwarzen befallen sein.10)

Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit der häufigsten Form – dem Raynaud-Syndrom in den Fingern. Viele der Tipps kannst du natürlich auch auf andere Körperregionen anwenden.

Auslöser: Wann tritt das Raynaud-Syndrom auf? 

  • In der Regel bei Kälte, aber auch in stressigen Situationen. Meist bemerken Betroffene, dass das Blut aus ihren Fingern weicht, wenn sie etwas Kaltes berühren — sei es eine Flasche aus dem Kühlschrank, eine Türklinke aus Metall oder etwas aus der Gefriertruhe. Manchmal „genügt“ es sogar schon, die Hände mit kaltem Wasser zu waschen.
  • Außerdem spielt die Außentemperatur eine Rolle. Betroffene leiden bereits bei Herbstwetter um die zehn Grad (vor allem bei Nieselregen) unter dem Raynaud-Phänomen.11) Zu Beginn der kalten Jahreszeit sind die Anfälle meist häufiger als bei Dauerfrost.12)
Eine Hand umfasst ein Glas. Es ist mit Wasser und Eiswürfeln gefüllt.

© Tuanjai Pratumma | shutterstock.com

Ursache: Wie entsteht das Raynaud-Syndrom?

Die Ursache des primären Raynaud-Syndroms ist unbekannt.13) Allerdings kommt es in einigen Familien häufiger vor, sodass eine erbliche Veranlagung vermutet wird. Auch wiederholte Verletzungen an den Fingern gelten als möglicher Auslöser.

Verbreitung: Wer ist betroffen?

Vom primären Raynaud-Syndrom sind vor allem Frauen zwischen 15 und 40 Jahren betroffen. Sie erkranken etwa drei bis viermal häufiger als Männer.14) Oft tritt das Phänomen in der Pubertät auf und verschwindet in den Wechseljahren.15) Meistens werden die Raynaud-Attacken mit fortschreitendem Alter immer seltener und schwächer. Insgesamt liegt die Wahrscheinlichkeit, im Laufe eines Lebens am Raynaud-Syndrom zu erkranken, für Menschen in Europa und Nordamerika bei drei bis fünf Prozent.16)

Übrigens: Tritt das Raynaud-Syndrom erst nach dem 40. Lebensjahr auf, weist das auf die sekundäre Form hin.17)

Primär und sekundär: Die Unterteilung des Raynaud-Syndroms

Das Raynaud-Syndrom wird in eine primäre und eine sekundäre Variante unterteilt. Die primäre Form tritt sehr viel häufiger auf, etwa 90 Prozent der Fälle zählen hierzu.18)

Primäres Raynaud-Syndrom


  • Ursache unbekannt, keine zugrunde liegende Erkrankung
  • an beiden Händen oder Füßen
  • betrifft vor allem Frauen
  • lässt im Alter nach
  • symmetrische Verfärbung der Finger (alle Finger gleichmäßig)
  • keine Nekrosen (abgestorbenes Gewebe)

Sekundäres Raynaud-Syndrom


  • tritt vor allem in Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auf
  • meistens nur an Händen oder Füßen auf einer Körperseite
  • betrifft beide Geschlechter gleichermaßen
  • keine Besserung im Alter 
  • asymmetrische Verfärbung der Finger (fleckig)
  • Gewebeschäden/Nekrosen möglich

1.2 Das sekundäre Raynaud-Syndrom

Die sekundäre Form ist sehr viel seltener als das primäre Raynaud-Phänomen. Allerdings kann eine ernstzunehmende Krankheit zugrunde liegen, weshalb eine Untersuchung beim Arzt unumgänglich ist und wir an dieser Stelle detailliert darauf eingehen.

Mitunter kommt es im Rahmen der sekundären Form nämlich zu Gewebeschäden und sogenannten akralen Nekrosen (auch Rattenbiss- oder Fingerkuppennekrose), wenn ein Gefäßkrampf über einen langen Zeitraum anhält (beim primären Raynaud-Syndrom ist das normalerweise nicht der Fall). Das bedeutet, dass die Fingerkuppen oder sogar die ganzen Finger absterben, sodass eventuell eine Amputation nötig wird.19) Die Nekrosen äußern sich zunächst in offenen Wunden, die nicht abheilen.

Das sekundäre Raynaud-Syndrom kann durch verschiedene Krankheiten verursacht werden:

  • Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen)
      • Dazu gehört unter anderem die systemische Sklerodermie (auch systemische Sklerose), eine Autoimmunerkrankung des Bindegewebes (Kollagenose).20) Dabei handelt es sich um eine seltene rheumatische Erkrankung, bei der sich das Gewebe verändert (meistens verhärtet oder verdickt). Das Raynaud-Syndrom ist ein klassisches Frühzeichen dieser Krankheit.21) Bei über 90 Prozent der Erkrankten tritt es auf.22) Oft ist es auch hier eine direkte Reaktion auf Kälte oder Stress.23) Meist beginnt eine systemische Sklerodermie im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. 
      • Eine weitere Bindegewebserkrankung mit möglichem Raynaud-Syndrom ist Lupus erythematodes beziehungsweise systemischer Lupus erythematodes. Bei dieser Erkrankung bekämpft das Immunsystem körpereigenes Gewebe und bildet Antikörper dagegen. Die Folge sind Entzündungen an den Organen, oft an der Haut.24)
  • Rheuma beziehungsweise rheumatische Erkrankungen bergen das Risiko, das Raynaud-Syndrom hervorzurufen
  • Nerven-Erkrankungen wie zum Beispiel Multiple Sklerose (chronisch entzündliche Erkrankung des Nervensystems)
  • Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose (Verschlusskrankheit, krankhafte Einlagerungen in den Arterien)
  • Medikamente: Es gibt Medikamente, die das Raynaud-Syndrom auslösen oder verstärken können. Unter anderem sind das Betablocker, die als Blutdruck-Mittel gegen Herz-Rhythmus-Störungen, Migräne oder Zittern eingesetzt werden. Außerdem gelten bestimmte Mittel bei Kopfschmerzen, zum Abstillen oder gegen Parkinson sowie zur Krebs-Therapie, aber auch Antidepressiva sowie Amphetamine als Risikofaktoren für die Entstehung des Raynaud-Syndroms.25)
  • Chemikalien oder Schwermetalle: Dadurch entstandene Vergiftungen können das Raynaud-Syndrom zur Folge haben.26) Weil die chemische Industrie heute über gute Schutzmaßnahmen verfügt, kommt dies aber nur noch selten vor.27)
  • Äußere Einwirkungen wie Vibration und Erfrierungen28): Vibrierende technische Werkzeuge oder Maschinen (etwa ein Presslufthammer oder Kettensägen) können die Durchblutung der Hände stören. Gehört deren regelmäßige Benutzung zum Arbeitsalltag (beispielsweise eines Bauarbeiters), kann das zum Raynaud-Phänomen führen.29) In einem solchen Fall ist auch vom berufsbedingten Raynaud-Syndrom die Rede, das der sekundären Form zugeordnet wird.30)
    Erfrierungen führen erst einmal zu Schäden der Haut wie Rötungen oder Frostbeulen. Allerdings können die Gefäße der Finger dann auch dazu neigen, sich bei Kälte plötzlich zusammenzuziehen — diese Symptomatik spricht für das Raynaud-Syndrom.
  • Krebserkrankungen: Meistens handelt es sich um Krebs des blutbildenden Systems, zum Beispiel Leukämie (Blutkrebs).

In all diesen Fällen ist also eine Diagnose und Behandlung der Grunderkrankung erforderlich. Dadurch kann sich auch das Auftreten des Raynaud-Syndroms verringern.31)

Muskulär-faszial bedingte Krankheiten

Wenn du unter dem Karpaltunnelsyndrom leidest, kann bei dir auch das Raynaud-Syndrom auftreten.32) Der Karpaltunnel ist die Verbindung von Unterarm und Hand, durch die Nerven und Sehnen laufen. Ein wichtiger Nerv ist der Medianusnerv, der Muskelbewegung und Tastsinn der Hand steuert. Gebildet wird der Karpaltunnel vom Handwurzelknochen und einem Band aus Bindegewebe (Karpalband). 

Starke Spannungen in Muskeln und Faszien üben Druck auf den Karpaltunnel aus. Gleichzeitig verkürzen sich die Beugesehnen an den Händen und schwellen an. Das Gleiche kann mit den Sehnenscheiden geschehen, die die Beugesehnen umgeben – im Karpaltunnel wird es zu eng. Dadurch drückt sich der Medianusnerv zusammen, was Schmerzen im Handgelenk verursacht. 

Darstellung einer Hand mit eingezeichneten Muskeln, Karpalband, Medianusnerv, Sehnenscheiden und Beugesehnen.

© VectorMine | shutterstock.com (bearbeitet)

Die „Verkürzung“ von Muskeln und Faszien

Die Überspannungen in Muskeln und Faszien entstehen durch einseitige Bewegungen im Alltag. Du sitzt viel am Schreibtisch und tippst auf der Tastatur? Dann sind zum Beispiel die Beugemuskeln in deinem Arm „verkürzt”, da du sie zu selten auf ihre volle Länge bringst. Das Gleiche gilt für die Beugesehnen sowie die Faszien (eine Art Bindegewebe), die die Muskeln umgeben. Sie verfilzen regelrecht und sorgen für Zugspannungen.

In seltenen Fällen können sogar Veränderungen an der Bandscheibe (zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall oder eine Bandscheibenvorwölbung) ein Raynaud-Syndrom begünstigen.33) Kribbeln in den Händen oder Taubheitsgefühle können auf solche Bandscheibenschäden hindeuten. Auch hier sind letztlich fast immer überspannte Muskeln und Faszien die Übeltäter, die durch zu einseitige Bewegungen entstehen.

Primär und sekundär — oder Muskeln und Faszien? 

Beim primären Raynaud-Syndrom gilt die Ursache weitgehend als unbekannt, bei der sekundären Form können unter anderem Muskeln und Faszien der Grund sein. 

Wir gehen davon aus, dass in vielen Fällen (primär und sekundär) muskulär-fasziale Überspannungen für eine gestörte Durchblutung sorgen. Natürlich spielen auch die eben genannten Faktoren für das sekundäre Raynaud-Syndrom eine Rolle. Es könnte allerdings ebenso ein Zusammenspiel aus diesen Ursachen und starken Spannungen dahinterstecken.

Das bedeutet, dass die Einteilung in primär und sekundär gar nicht so wichtig ist. Eher geht es für dich darum, möglichst effektiv gegen das Auftreten des Raynaud-Syndroms vorzugehen.

Es gilt daher, einseitige Bewegungsabläufe (die für verfilzte Faszien und unflexible Muskeln sorgen) zu durchbrechen. Wir zeigen dir Übungen, die genau das bewirken. Besprich zunächst mit deinem Arzt, ob sie sich auch für dich eignen. Dann steht einer regelmäßigen Umsetzung der Dehnungen und Faszien-Rollmassage nichts mehr im Wege. Du wirst schnell merken, ob sie die Häufigkeit deiner Anfälle in den Händen reduzieren und die Symptome abschwächen.

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2. Behandlung und Tipps bei Raynaud-Syndrom


Kurz & Knapp

  • Zur Behandlung ist es zunächst wichtig, ob es sich um das primäre oder sekundäre Raynaud-Syndrom handelt. Das findet der Arzt mit verschiedenen Tests heraus.
  • Außerdem gibt es zahlreiche Tipps, um mögliche Anfälle zu verkürzen und ihre Häufigkeit zu verringern. Achte zum Beispiel darauf, an kalten Tagen Handschuhe oder einen Taschenwärmer bei dir zu tragen, verzichte auf das Rauchen und bewege dich regelmäßig.
  • Wir raten dir außerdem, unsere Faszien-Rollmassage anzuwenden. Du möchtest direkt anfangen? Dann geht es in Kapitel 3 mit passenden Übungen weiter.

2.1 Behandlung in der herkömmlichen Medizin

Welcher Arzt behandelt das Raynaud-Syndrom?

Du kannst dich natürlich erstmal an deinen Hausarzt wenden. Gegebenenfalls verweist er dich an einen Facharzt für Gefäßmedizin (Angiologie) oder einen Rheumatologen

Solltest du unter systemischer Sklerose leiden und das Raynaud-Syndrom in diesem Zusammenhang auftreten, ist der Hautarzt dein Ansprechpartner.34)

In jedem Fall ist es wichtig, von einem Arzt abklären zu lassen, ob dem Raynaud-Syndrom eine ernstzunehmende Erkrankung zugrunde liegt. 

Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?

Der Arzt fragt zunächst die in Kapitel 1 beschriebenen Anzeichen ab: Färben sich die Finger symmetrisch? Wann tritt die Symptomatik auf? Gibt es in der Familie weitere Fälle? Das liefert einen ersten Hinweis, ob es sich um das primäre oder das sekundäre Raynaud-Syndrom handelt. Außerdem achtet der Arzt darauf, ob abgestorbenes Gewebe an den Fingerkuppen (Rattenbissnekrose) erkennbar ist. 

  • Sind junge Frauen betroffen, weist dies auf das primäre Raynaud-Syndrom hin.
  • Leiden Menschen über 30 Jahren unter den Beschwerden, handelt es sich vermutlich um die sekundäre Form.

Liegt das sekundäre Raynaud-Syndrom vor, ist es wichtig, die Grunderkrankung zu ermitteln. Ist diese bereits bekannt, kann darauf abgestimmt gezielt behandelt werden.

Bei Verdacht auf das Raynaud-Syndrom gibt es verschiedene Verfahren zur näheren Untersuchung:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt testet, ob der Puls an den Händen (oder Füßen) normal tastbar ist.
  • Kapillarmikroskopie: Mit der Kapillarmikroskopie kann der Arzt kleine Gefäße der Hände (Kapillaren) untersuchen. Veränderungen wie Gefäßverengungen weisen auf das sekundäre Raynaud-Syndrom hin.
  • Blutuntersuchung: Durch einen Bluttest können Erkrankungen festgestellt werden, die das (sekundäre) Raynaud-Syndrom möglicherweise auslösen.
  • Sonografie: Diese Untersuchung ähnelt einem Ultraschall und ermöglicht die Darstellung der Fingerarterien. Der Arzt erkennt hier Veränderungen an den Gefäßen sowie die Geschwindigkeit, mit der das Blut durch die Arterien fließt.35)

Tests bei Raynaud-Syndrom

Es gibt eine Reihe von Tests, um das Raynaud-Syndrom zu diagnostizieren. Du solltest sie bestenfalls unter Aufsicht eines Mediziners durchführen.

  • Kälte-Provokationstest: Der Patient hält seine Hände drei bis fünf Minuten in Eiswasser. Dadurch stellt der Arzt fest, ob die Kälte einen Anfall auslöst.36)
  • Faustschlussprobe: Der Arzt umfasst das Handgelenk des Patienten, der eine Faust macht und sie über den Kopf hebt. Dann öffnet und schließt er sie ungefähr 20 Mal in Folge. Anschließend löst der Patient die Faust und der Arzt nimmt den Druck am Handgelenk weg. Nun kann er beobachten, wie schnell das Blut in die Finger zurückfließt und er beurteilt, ob dies gleichmäßig in allen Fingern geschieht oder Teile der Finger nicht mehr gut durchblutet sind. Eigentlich sollte es nicht länger als zwei bis drei Sekunden dauern, bis die Finger wieder mit Blut gefüllt sind. Der Test wird an beiden Händen durchgeführt, um Unterschiede zu erkennen.37)
Darstellung von zwei rechten Händen, die mit den Handflächen nach oben zeigen. An den Händen wird der Allen-Test durchgeführt, um die Blutzufuhr zu überprüfen. Bei der einen Hand werden beide Arterien abgedrückt, bei der anderen nur eine, sodass sich die Hand wieder mit Blut füllen kann.

© VectorMine | shutterstock.com (bearbeitet)

  • Allen-Test: Vom Unterarm verlaufen zwei besonders wichtige Arterien (Arteria ulnaris und Arteria radialis) in die Hand. Der Arzt staut erst beide Arterien und lässt dann eine wieder los. So kann er testen, ob die übrige Arterie die Hand mit ausreichend Blut versorgt oder eventuell verstopft ist. In diesem Fall wird die Hand blass. Er führt den Test mit beiden Arterien und an beiden Händen durch.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung hängt zum einen von der Diagnose der Form (primär oder sekundär) sowie von der Schwere der Anfälle ab.

  • Verschwindet ein Anfall nicht von selbst, hilft Wärme.
  • Haben sich bereits erste Nekrosen gebildet, müssen die Wunden fachgerecht versorgt werden.
  • Medikamentöse Therapie: Bei anhaltenden Anfällen verabreicht der Arzt möglicherweise gefäßerweiternde Medikamente oder Kalziumkanalblocker („Calciumantagonisten“ wie Nifedipin). Es gibt außerdem gefäßerweiternde Salben. In seltenen Fällen bekommt der Patient eine Infusion.
  • Operation: Operative Eingriffe sind im Zusammenhang mit dem Raynaud-Syndrom sehr selten. Dennoch ist es möglich, in einer Klinik eine sogenannte Sympathektomie durchzuführen, bei der gefäßverengende Nerven blockiert werden. Sind Teile der Finger bereits nekrotisch (abgestorben), kann eine Amputation erforderlich sein.

Die meisten Patienten mit dem primären Raynaud-Syndrom benötigen eigentlich keine Behandlung.38) Oft wird lediglich zu Kälteschutz geraten. Dennoch ist das Raynaud-Phänomen natürlich lästig und unangenehm. Außerdem stecken oft überspannte Muskeln und Faszien als übersehener Auslöser hinter den Attacken — und dagegen kannst du unabhängig von der Schwere deiner Anfälle vorgehen. Wir haben dir deshalb eine Liste mit Tipps zusammengestellt, die dir den Umgang mit dem Syndrom erleichtern sollen.

2.2 Tipps & Vorteile der Liebscher & Bracht-Therapie

Unser Rat: Probiere aus, was dir guttut. Für das Raynaud-Syndrom gibt es kein Schema F, das für alle funktioniert. Bei jedem äußert es sich etwas anders und jedem hilft etwas anderes. In unserer Liste ist aber sicher auch für dich ein nützlicher Tipp dabei:

  • Bewegung ist das Wichtigste! Sie pflegt Körper und Geist gleichermaßen — und sorgt für einen Ausgleich zum oft bewegungsarmen Arbeitsalltag. Du wirkst damit Überspannungen in Muskeln und Faszien entgegen und förderst deine Durchblutung. Gleichzeitig hilft dir Bewegung auch beim Abschalten und kann daher Stress reduzieren, der ebenfalls für das Raynaud-Syndrom verantwortlich sein kann.
  • Das führt direkt zum nächsten Tipp: Vermeide Stress so gut wie möglich. Klar, im Job ist es oft stressig oder zuhause geht es mal drunter und drüber. Das kennt jeder und das lässt sich nicht immer umgehen. Versuche aber, dir Zeit für dich zu nehmen, in der du runter kommen kannst. Sei es beim Lesen, Yoga, mit speziellen Entspannungsübungen oder Sport – teste, was dir Spaß macht. Schaue doch dafür mal bei fayo vorbei. Dort findest du spezielle Bewegungsabfolgen (angelehnt an Yoga), die dir nicht nur helfen, einseitige Bewegungen auszugleichen. Auch mental sorgen sie für Entspannung.
  • Rauchen ist schädlich – das weiß wohl jeder. Mal abgesehen von allen anderen Gesundheitsrisiken wirkt es gefäßverengend. Solltest du also rauchen und bereits einen Raynaud-Anfall hinter dir haben, höre am besten noch heute damit auf. 
  • Regelmäßige Besuche in der Sauna oder Wechselbäder wirken sich positiv auf die Durchblutung aus, ganz abgesehen von dem herrlich entspannenden Effekt.
  • Versuche, deine Hände vor Verletzungen zu schützen. Trage zum Beispiel Arbeitshandschuhe, wenn du körperliche Arbeiten durchführst. Sind deine Hände sehr trocken, kannst du mit der entsprechenden Pflege entgegenwirken.
  • Nimm möglichst wenig Medikamente ein, die das Raynaud-Syndrom auslösen können, beispielsweise Migränemittel.

    Dies solltest du aber vorher immer mit deinem Arzt besprechen, damit du verschriebene Tabletten nicht einfach absetzt.

    In unserem Schmerzlexikon-Artikel findest du Übungen, die dir bei Migräne helfen können — ganz ohne die Einnahme von Tabletten.

Zwei Taschenwärmer mit Gelfüllung, die sich aufheizen, wenn ein Plättchen in ihrer Mitte gedrückt wird. Sie sind blau und liegen übereinander.

© Pix Factory | shutterstock.com

  • Vermeide Kälte – das ist natürlich sehr viel leichter gesagt als getan. Aber wenn du weißt, dass die kalte Jahreszeit näher rückt, kannst du dich ganz einfach vorbereiten: Führe zum Beispiel immer Handschuhe oder Taschenwärmer mit dir. Es gibt außerdem beheizbare Handschuhe für den Kälteschutz. So kannst du deine Hände schnell wieder aufwärmen, wenn sich ein Anfall ankündigt. Außerdem solltest du auf warme Schuhe und dicke Socken achten.
  • Du merkst, dass die Finger kalt werden und bereits abblassen? Dann ergreife am besten sofort Maßnahmen, um den Anfall zu mildern. Wasche dir zum Beispiel warm die Hände, bewege und massiere die Finger oder wärme deine Hände anders auf (mit dem erwähnten Taschenwärmer oder indem du sie einfach in die Tasche oder unter die Achseln steckst).
  • Schaue in unseren Ratgeber. Dort findest du spezielle Übungen für deine Hände und Finger, bestehend aus Faszien-Rollmassage und Dehnung. Du kannst sie problemlos in deinen Alltag integrieren und einfach ausprobieren, ob sie die Häufigkeit der Anfälle verringern.

Faszien-Rollmassage

Warum solltest du deine Faszien rollen? Ganz einfach: Die Faszien-Rollmassage fördert die Durchblutung.39) Bei regelmäßiger Anwendung stehen deine Chancen wirklich gut, dass sich deine Raynaud-Attacken verbessern.

Eine Studie zeigte außerdem, dass sogenannte myofasziale Therapien (oft ähnlich zur Triggerpunktmassage) Dauer und Schwere des Raynaud-Syndroms verringern.((Walton, A.: Efficacy of myofascial release techniques in the treatment of primary Raynaud’s phenomenon. In: Journal of Bodywork and Movement Therapies 12 (2008), S. 274-280.)) Mit der Mini-Kugel steuerst du – ähnlich wie bei einer Triggerpunkt-Behandlung – bestimmte empfindliche Zonen an, sodass sich auch die Faszien-Rollmassage positiv auf das Raynaud-Syndrom auswirken kann. 

In jedem Fall sorgst du für einen besseren Austausch von Nährstoffen. Denn: Unser bewegungsarmer Alltag ist der Grund dafür, dass Abfallstoffe der Zellen nicht ausreichend durch die engen Zwischenzellräume gedrückt und abtransportiert werden. Da die Flüssigkeit, die die Abfall- und Nährstoffe transportiert (die Zwischenzellflüssigkeit) nicht mehr richtig zirkuliert, gelangen nicht genügend frische Nährstoffe zu den Zellen. 

Mit der Faszien-Rollmassage drückst du die Faszien gewissermaßen aus und das Gewebe saugt sich anschließend wie ein Schwamm mit neuer Flüssigkeit voll. Dein Bindegewebe wird viel flexibler und die Faszien-Schichten gleiten besser. All das hat eine positive Wirkung auf die Durchblutung.

Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die du beachten solltest:

  • Rolle nur in eine Richtung, und zwar immer zu deinem Herzen. So berücksichtigst du sowohl den Lymphfluss als auch den Rückfluss des Blutes.
  • Lasse dir Zeit — rolle sehr langsam, Millimeter für Millimeter.
  • Halte beim Rollen einen konstanten Druck, zum Beispiel, indem du wie in unseren Übungen dein eigenes Gewicht einsetzt.
  • Auf sensiblen oder schmerzhaften Stellen bleibst du länger und verstärkst dort den Druck (besonders gut klappt das in der Handfläche mit unserer Mini-Kugel).
  • Wende die Faszien-Rollmassage regelmäßig an, am bestem sechsmal pro Woche und zwei bis zweieinhalb Minuten pro Massage.

Ein noch besserer Effekt mit unseren Dehnübungen

Mit der Kombination aus Dehnübung und Faszien-Rollmassage bringst du deine Muskeln und Faszien wieder auf ihre volle Länge. Du dehnst Engpässe (wie zum Beispiel beim Karpaltunnelsyndrom) gezielt auf und gleichst einseitige Bewegungen aus.

  • Wichtig ist, dass du eine Position möglichst lange (für zwei bis zweieinhalb Minuten) hältst. Diese Zeit benötigen Faszien, um nachzugeben.
  • Außerdem solltest du die Übungen so oft wie möglich durchführen — ebenfalls sechsmal wöchentlich.
  • Passende Dehnungen und Faszien-Rollmassagen bei Raynaud-Syndrom findest du im nächsten Kapitel sowie in unserem kostenlosen Ratgeber.

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3. Übungen für deine Finger und Hände


Kurz & Knapp

  • Wir zeigen dir zwei Faszien-Rollmassagen und eine Dehnübung für deine Hände und Finger. Führe sie am besten regelmäßig auf beiden Seiten durch und nimm dir für jede Dehnung und jede Massage zwei bis zweieinhalb Minuten Zeit.
  • Mithilfe unseres Videos kannst du direkt mitmachen, wenn Roland Liebscher-Bracht und Ina die Übungen ausführen. Außerdem haben wir sie dir auch nochmal schriftlich zusammengefasst. Du kannst also direkt zuhause loslegen und alles Wichtige immer wieder nachlesen.

Die besten Übungen bei einem Karpaltunnelsyndrom! Sicherlich stellst du dir jetzt die Frage: Was bringen die mir, wenn meine Finger bei Kälte weiß werden? Ganz einfach: Mit der Dehnübung dehnst du gezielt den Engpass im Karpaltunnel, der durch Überspannungen in Muskeln und Faszien entsteht und den Nährstoffwechsel behindert. Diese Dehnung hilft dir aber nicht nur, wenn du unter Karpaltunnelsyndrom (mit Raynaud-Syndrom) leidest, sondern auch bei primärem Raynaud-Syndrom.

Du leidest unter der sekundären Form? Dann sprich erst mit deinem Arzt und probiere mit seiner Zustimmung, ob dir die Übungen helfen. Wir haben dir bereits erklärt, dass wir auch hinter dem sekundären Raynaud-Syndrom (zu dem auch das Karpaltunnelsyndrom zählt) in vielen Fällen muskulär-fasziale Ursachen vermuten — wogegen du mit den Übungen vorgehst. Bestenfalls kannst du so auch Operationen wie eine Sympathektomie oder medikamentöse Behandlungen (zum Beispiel durch Calciumantagonisten wie Nifedipin) verhindern.

Die Faszien-Rollmassage sorgt zusätzlich dafür, dass sich Verklebungen der Faszien lösen, Faszienschichten besser gleiten und dein Bindegewebe wieder viel flexibler wird. Außerdem fördert sie deine Durchblutung. Durch das „Ausdrücken” der Faszien werden Abfallstoffe besser abtransportiert und frische Nährstoffe können einfließen. Der ausgelöste Massage-Effekt kann dir deshalb auch bei deinen Beschwerden mit dem Raynaud-Syndrom helfen. Probiere einfach aus, ob dir die Übungen guttun und deine Anfälle mildern. Du hast nichts zu verlieren! 

Wende die Übungen auf beiden Seiten, also an beiden Händen an. Du kannst selbst entscheiden, ob du erst alle drei Übungen mit der einen, danach mit der anderen Hand durchführst. Alternativ kannst du erst die Übung 1 an beiden Händen, dann Übung 2 und dann Übung 3 machen. Schaue außerdem in unsere Checkliste, vor allem, wenn du mit unseren Übungen noch nicht so vertraut bist.

Für mehr Übungen speziell für deine Hände lade dir unbedingt unseren kostenlosen Ratgeber bei Raynaud-Syndrom herunterladen.

Roland Liebscher-Bracht und Ina zeigen dir in diesem Video, wie du die Faszien-Rollmassage anwendest und danach dein Handgelenk dehnst.

Übung 1: Faszien-Rollmassage mit der Mini-Kugel

Bei dieser Übung beginnen wir, wie Ina im Video, mit der rechten Hand.

  1. Gehe auf einer Matte oder anderen Unterlage in den Fersensitz. Alternativ kannst du die Übung stehend an einem Tisch durchführen.
Ina rollt mit der Mini-Kugel von Liebscher & Bracht über das Handgelenk und die Handfläche. Dabei sitzt sie im Fersensitz auf dem Boden.
  1. Lege deine rechte Hand mit der Handfläche nach unten auf der Mini-Kugel ab.
  2. Intensiviere den Druck auf dein Handgelenk mit der linken Hand. 
  3. Rolle deine Handfläche und dein Handgelenk in kleinen kreisenden Bewegungen möglichst langsam ab. Bemerkst du eine besonders empfindliche Stelle, kannst du dort etwas länger verweilen.
  4. Wenn du die ganze Handfläche sowie das Handgelenk abgerollt hast, führst du genau die gleichen Schritte an der linken Hand durch.

Übung 2: Faszien-Rollmassage mit der Mini-Rolle

Diese Übungen kannst du ebenfalls nacheinander an beiden Händen anwenden.

  1. Bleibe im Fersensitz (sofern du die Übung auf dem Boden durchgeführt hast, ansonsten bleibe am Tisch stehen).
Ina rollt mit der Mini-Rolle von Liebscher & Bracht von den Fingerspitzen bis zum Ellenbogen. Dabei sitzt sie im Fersensitz auf dem Boden.
  1. Nimm die Mini-Rolle und lege die rechte Hand mit der Handfläche nach unten darauf ab.
  2. Lege die rechte Hand darüber und stütze dich damit auf die linke Hand, um auch hier den Druck zu intensivieren
  3. Rolle nach vorne (von deinem Körper weg) in Richtung deines Ellenbogens.
  4. Beuge den Ellenbogen, wenn du am Handgelenk angekommen bist, sodass dein Arm parallel zum Boden (oder zum Tisch) steht und du dein Handgelenk und deinen Unterarm abrollen kannst.
  5. Verändere den Roll-Winkel, indem du die Position deines Körpers veränderst. Bewege deinen ganzen Körper nach links, um den Karpaltunnel optimal abzurollen und halte den Druck dabei konstant hoch.
  1. Rolle bis zu deinem Ellenbogen und nimm deinen Arm dann von der Rolle.
  2. Drehe deine rechte Hand um, sodass die Handfläche nach oben zeigt. Nun wird die Rückseite von Hand und Unterarm abgerollt.
  3. Lege dazu deinen Handrücken auf der Mini-Rolle ab.
  4. Drücke wieder mit der linken auf deine rechte Hand. 
  5. Rolle in Richtung deines Ellenbogens. Nimm dabei wieder dieselbe Position ein wie zuvor (Arm angewinkelt und parallel zum Boden oder Tisch).
  6. Wiederhole die gleichen Schritte mit der linken Hand.

Übung 3: Dehnung des Handgelenks

  1. Begib dich für die Dehnübung in den Vierfüßlerstand. Lege die rechte Handfläche auf dem Boden (oder Tisch) ab und drehe die Finger zu dir. Dein Daumen zeigt nach außen, liegt aber möglichst nah am Zeigefinger.
  2. Bewege deine Schulter (beziehungsweise deine ganzen Oberkörper) nach hinten. Wichtig ist, dass deine Hand am Boden bleibt! Übe einen konstant starken Druck auf die Hand aus.
  3. Steigere die Dehnung langsam. Bleibe auf deiner persönlichen Schmerzskala aber immer unter 10.
Ina dehnt das Handgelenk, indem sie im Vierfüßlerstand die Hand auf dem Boden aufstützt und sich nach hinten lehnt.
  1. Halte die Dehnung insgesamt zwei bis zweieinhalb Minuten.
  2. Lasse die Hand weiterhin auf dem Boden, lehne dich aber immer weiter nach hinten, bis das Handgelenk und die Handfläche abheben. Nur die Finger sollten jetzt den Boden noch berühren. 
  3. Ziehe dann den Daumen mit der linken Hand vorsichtig nach oben.
  4. Halte auch diese Dehnung zwei bis zweieinhalb Minuten und steigere sie in dieser Zeit ganz langsam immer mehr.
  5. Löse dich aus der Übung und führe sie anschließend mit der anderen Hand durch.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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