Schulter-Arm-Syndrom:

Symptome erkennen, Ursachen verstehen, Schmerzen loswerden

Ein Mann hält sich seine schmerzende Schulter und seinen Oberarm

© Lopolo | shutterstock.com

Bei einem Schulter-Arm-Syndrom hast du nicht nur Schmerzen an Nacken, Schulter oder Arm, sondern oft auch viele Fragezeichen im Kopf: Fast ein Dutzend Symptome können auftreten, die von scheinbar unzähligen Ursachen ausgelöst werden. Wie sollst du dich da zurechtfinden?

Unser Vorschlag: Konzentriere dich auf die häufigsten Beschwerden und betrachte deinen Körper bei der Ursachen-Suche als zusammenhängendes System. Genau dabei kann dir dieser Artikel helfen. Du erfährst,

✅ welche typischen Symptome ein Schulter-Arm-Syndrom verursacht,

✅ warum hinter all den Beschwerden oft nur eine einzige Ursache steckt,

✅ wie effektiv dich unsere Schmerztherapie unterstützen kann und

✅ welche Übung du zur Sofort-Hilfe gleich ausprobieren kannst.

Wir wollen dir das Wissen an die Hand geben, mit dem du ein Schulter-Arm-Syndrom verstehen und selbst behandeln kannst. Unser Ziel ist es, dich  Stück für Stück in die Schmerzfreiheit zu begleiten — ohne Medikamente oder Operationen.

1. Symptome des Schulter-Arm-Syndroms

Das Schulter-Arm-Syndrom, auch Zervikobrachialgie oder Zervikobrachialsyndrom genannt, ist keine klar abgrenzbare Erkrankung oder Verletzung. Vielmehr handelt es sich bei diesem Befund um einen Symptomkomplex. Oft treten Schmerzen an verschiedenen Stellen deines Körpers auf — manchmal zur gleichen Zeit, mitunter aber auch abwechselnd und abhängig von bestimmten Bewegungen in deinem Alltag. Welche Beschwerden die Diagnose „Zervikobrachialgie“ nahelegen, liest du jetzt.

Der Name „Schulter-Arm-Syndrom“ lässt es bereits vermuten:

  • Schulterschmerzen gelten bei der Untersuchung dieses Beschwerdebilds als Leitsymptom. Der Schmerz zieht bei vielen Patienten in den Oberarm und lässt ein Anheben des Armes über Kopf oder bestimmte Rotationsbewegungen nicht mehr zu. Nicht selten quält die Schulter den Schmerzleidenden vor allem nachts. Liegt eine Entzündung in der Schulter vor, führt diese mitunter zu einer starken Beweglichkeitseinschränkung und zwingt den Patienten in eine Schonhaltung. Allein der Griff in die hintere Hosentasche kann dabei zu einer unlösbaren Aufgabe werden.

Zu beachten ist jedoch, dass Betroffene z. T. unter einem Ausstrahlungs- oder Übertragungsschmerz leiden. Subjektiv empfundene Schmerzen in der Schulter können ihren Ursprung deshalb auch im Nacken, in der Halswirbelsäule (HWS) oder sogar im Handgelenk 1) haben. In solchen Fällen kommt es häufig zu

Ist die Halswirbelsäule involviert und zeigen sich infolgedessen Verspannungen am Rücken, Kopf- und Nackenschmerzen oder sogar Taubheitsgefühle in Armen und Händen, sprechen Ärzte auch von einem „Nacken-Schulter-Arm-Syndrom“. Wir beschränken uns in diesem Artikel auf den engeren Begriff, beachten jedoch, dass viele Symptome der Zervikobrachialgie ihren Ursprung im Nackenbereich haben können.

2. Ein Blick in deinen Körper

Wenn du verstehen möchtest, warum all die oben genannten Symptome zumeist auf ein und dieselbe Ursache zurückzuführen sind, ist eine genauere Untersuchung der Schulter und Halswirbelsäule sinnvoll. Daher erklären wir dir nun, welche Gelenke und Muskeln in deinem Schulterbereich vorkommen und welche Aufgabe sie im Zusammenspiel mit der Halswirbelsäule erfüllen.

Die Grafik zeigt die Anatomie der menschlichen Schulter mit ihren Gelenken und Muskeln

© Alila-Medical-Media (bearbeitet) | shutterstock.com 

2.1 Aufbau von Schulter und Schultergelenk

Wie kein anderes Gelenk des Körpers ist deine Schulter auf maximale Beweglichkeit ausgerichtet. Dabei wird der gesamte Schulterbereich fast  ausschließlich über die Muskulatur stabilisiert. Ist diese überspannt oder unnachgiebig, gerät das Schultergelenk schnell in Not.

Insgesamt prägen drei verschiedene Gelenke die Architektur deiner Schulter. Beim Schulter-Arm-Syndrom ist zumeist das Hauptgelenk (Humeroscapulargelenk) involviert. Dieses verankert den Oberarmknochen (Humerus) im Schulterblatt (Scapula). Der Kopf des Oberarmknochens hat in der kleinen Gelenkpfanne einen enormen Spielraum, was deinem Arm größtmögliche Bewegungs-Freiheit garantiert. Gleichzeitig macht diese flexible Aufhängung das gesamte System sehr störungsanfällig.

Ganz oben am Schulterblatt liegt das Schulterdach. Eine ganze Reihe von Muskeln setzt dort an und zieht bis zum Hauptgelenk. Am Gelenk selbst laufen diese Muskeln in Sehnen aus, die den Oberarm-Kopf fast vollständig umschließen. Dieses „Sehnen-Geflecht“ bezeichnet man als Rotatorenmanschette.

Innerhalb der „Sehnen-Kappe“ ist der Obergrätenmuskel (Musculus supraspinatus) von besonderem Interesse für die Erklärung des Schulter-Arm-Syndroms. Die Sehne des Supraspinatus muss nämlich eine sehr enge — oft zu enge — Stelle zwischen Oberarmknochen und Schulterdach passieren. Direkt unterhalb des Schulterdachs befindet sich zusätzlich ein Schleimbeutel, der das reibungslose Gleiten der Sehne ermöglichen soll.

2.2 Halswirbelsäule und Bandscheiben

Was den filigranen Aufbau angeht, steht die Wirbelsäule der Schulter in nichts nach. Deine Halswirbelsäule besteht aus sieben Wirbeln (C1–C7), die über sechs Bandscheiben miteinander verbunden sind. Sie wirken wie Stoßdämpfer, die Erschütterungen abfedern und im gesunden Zustand die Zugkraft der Muskeln umleiten.

Bandscheiben sind außen robust und innen elastisch. Ihre äußere Schicht bildet ein knorpeliger Faserring, der die Verbindung zu den Wirbelkörpern herstellt. Im Kern liegt eine gallertartige Masse, die zum größten Teil aus Wasser besteht und für deren Nährstoff-Versorgung eine ausgewogene Bewegung das A und O darstellt.

Bei der Ernährung des Bandscheiben-Gewebes greift das Schwamm-Prinzip: Kommt Druck auf die Bandscheibe, wird Flüssigkeit aus dem elastischen Kern herausgepresst. Bei Entlastung saugt sich der Gallertkern wieder mit neuer — im Idealfall nährstoffreicher — Flüssigkeit voll. Auf das richtige Verhältnis zwischen Be- und Entlastung kommt es also an! 3)

Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit gesunden Bandscheiben zu sehen

© Lightspring | shutterstock.com

3. Ursachen des Schulter-Arm-Syndroms

Den Auslösern eines Schulter-Arm-Syndroms kann man sich auf verschiedene Arten nähern. Wir behalten die Zweiteilung aus den bisherigen Kapiteln bei. Daher stellen wir dir die Faktoren vor, die für deine Probleme

  • an der Schulter einerseits und
  • an der Halswirbelsäule andererseits

verantwortlich sind. Die herkömmliche Unterscheidung zwischen

  • strukturellen Ursachen einerseits und
  • funktionellen andererseits

macht aus unserer Sicht keinen Sinn. Wir glauben, dass hinter beiden Kategorien ganz ähnliche Prozesse stecken. Das heißt: Dieselben Mechanismen, die z. B. ein Impingement-Syndrom an der Schulter, eine Frozen Shoulder, einen Bandscheibenvorfall an der HWS oder andere Erkrankungen auslösen, verursachen auch „normale“ Verspannungen, Muskelverhärtungen, Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen. Falls knöcherne Strukturen bzw. Gelenke betroffen sind oder kleinere Verletzungen vorliegen, waren die entsprechenden Bereiche den schädlichen Einflüssen der Fehlstellungen lediglich über eine längere Zeit ausgesetzt. Was meinen wir konkret damit?

3.1 Fehlspannungen in der Schulter

Der Schulterbereich ist äußerst anfällig für chronische Schmerzen. Warum ist das so? Für uns liegt die Antwort in den überspannten Muskeln und Sehnen deiner Rotatorenmanschette. Sogenannte myofasziale Dysbalancen — ein Ungleichgewicht in den Muskeln und Faszien rund um dein Schultergelenk — treten leider besonders häufig in den Regionen deines Schultergürtels auf. Die typischen Krankheitsbilder von Arm, Schulter und Nacken gehen auf ihre Kosten.

Muskulär-fasziale Überspannungen: der Ansatz von Liebscher & Bracht

Unser moderner Alltag ist stark durch sitzende Tätigkeiten geprägt. Ob vor dem Laptop im Büro, zuhause vor dem Fernseher oder im Auto: Wir sitzen etliche Stunden am Tag, ohne für den nötigen Ausgleich zu sorgen.

Wusstest du, dass wir das Bewegungspotenzial unserer Schulter nur minimal nutzen? Lediglich zwei bis zehn Prozent aller möglichen Gelenkwinkel setzen wir durchschnittlich ein!

Langfristig hat dies Folgen für deinen Bewegungsapparat. Denn die zahlreichen Muskeln, die für eine optimale Funktionsfähigkeit deines Schultergürtels sorgen sollen, passen sich den eingeschränkten Bewegungsmustern nach und nach an. Dadurch werden sie immer unnachgiebiger und zugehörige Faszien verfilzen.

🔎 An einem bestimmten Punkt sind die Zugkräfte, die auf dein Schultergelenk wirken, zu stark. Die verkürzten Muskeln können den Kopf des Oberarmknochens nicht mehr an seinem angestammten Platz in der Gelenkpfanne halten. Der Knochen schiebt sich immer weiter nach oben und klemmt Teile der Rotatorenmanschette und den Schleimbeutel unter dem Schulterdach ein. Auf diese Weise entsteht aufgrund der Muskelverspannungen das Impingement der Schulter, das einer Zervikobrachialgie häufig zugrunde liegt.

Durch die Schulterschmerzen, die du verspürst, versucht dein Körper, weiteres Unheil zu verhindern. Wir von Liebscher & Bracht bezeichnen sie daher als Alarmschmerzen: Sie machen dich darauf aufmerksam, dass du an deinem Bewegungsprofil etwas ändern solltest.

In Kombination mit Überlastungsschmerzen sind diese Alarmschmerzen für die meisten der Beschwerden verantwortlich, die dich bei einem Schulter-Arm-Syndrom quälen.

Du möchtest noch mehr über die schulterbedingten Ursachen deines Schulter-Arm-Syndroms wissen? Unsere Spezial-Artikel in unserem Schmerzlexikon stellen dir die Zusammenhänge detailliert dar. Den großen Übersichts-Artikel mit Schwerpunkt auf Impingement-Syndrom und Schmerz-Entstehung findest du hier:

Schulterschmerzen
Grafisch abgebildet ist ein gesundes Schultergelenk und ein von der Frozen Shoulder betroffenes Gelenk mit eingezeichneter Entzündung und Versteifung der Kapsel

© ellepigrafica | shutterstock.com

Werden die muskulär-faszialen Überspannungen noch größer, kommt die Bewegungsfähigkeit der Schulter mitunter komplett zum Erliegen. Durchblutung und Stoffwechsel können sich derart verschlechtern, dass sich die Gelenkkapsel entzündet. Deine Schulter fühlt sich dann „eingefroren“ an und dein Arzt stellt neben dem Schulter-Arm-Syndrom vielleicht auch eine Frozen Shoulder fest.

Das geballte Wissen zur Frozen Shoulder bietet dir unser Schmerzlexikon-Artikel:

Frozen shoulder

Auch wenn sich bei dir hinter dem Schulter-Arm-Syndrom eine Kalkschulter verbirgt, liegen die Ursachen fast nie in altersbedingtem Verschleiß oder übergreifenden Stoffwechsel-Erkrankungen. Je weniger Gelenkwinkel du deinem Arm und deiner Schulter bietest, umso eher kann sich dort Kalk ablagern. Die Kalkdepots, die in deiner Schulter eine schmerzhafte Reibung verursachen, sind allerdings eine Folge des muskulär-faszialen Ungleichgewichts und nicht ursächlich für deine Schulterschmerzen verantwortlich.

Befund „Kalk im Gewebe“? Dann informiere dich hier, worin die Ursache wirklich liegt und welche Möglichkeiten zur Selbsthilfe du hast:

kalkschulter

Ebenso wenig solltest du Arthrose als unausweichliches Schicksal des Alters betrachten. Gelingt es dir, die Überspannungen in deiner Schulter durch qualitativ hochwertige Bewegungen dauerhaft zu reduzieren, kannst du den Druck auf das Gelenk deutlich verringern. Der Knorpel wird dadurch entlastet und kann sich wieder besser ernähren. Schließlich gibt auch dein Körper Entwarnung und stellt den Alarmschmerz allmählich ein.

Spannende Hintergründe und überraschende Studienergebnisse findest du in unserem ausführlichen Schmerzlexikon-Artikel zum Thema:

arthrose

3.2 Fehlspannungen an der Halswirbelsäule und Bandscheibenvorfall

Je nach Fehlbelastung können die muskulär-faszialen Überspannungen bei einem Schulter-Arm-Syndrom auch rund um deine Halswirbelsäule auftreten. In diesem Fall bedrohen die Zugkräfte nicht das Hauptgelenk deiner Schulter, sondern die Bandscheiben.

Überschreiten die Zugspannungen ein bestimmtes Maß, werden die Wirbelkörper der HWS zu stark aufeinander gepresst. Die Bandscheiben können die einwirkende Kraft nicht mehr abdämpfen, sodass sich der Gallertkern gegen den äußeren Ring drückt. Dadurch entsteht zunächst eine Vorwölbung der Bandscheiben.

Bleiben Fehlhaltung oder Fehlstellung bestehen, kann der Faserring der Belastung irgendwann nicht mehr standhalten: Er reißt ein oder platzt. In der Folge schiebt sich die gallertartige Masse des Kerns in den Zwischenraum der Wirbelkörper — der Arzt stellt die Diagnose „Bandscheibenvorfall“.

Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit einem Bandscheibenvorfall

© Lightspring | shutterstock.com

Ein weiteres Problem kommt hinzu. Erinnere dich an das Schwamm-Prinzip, nach dem sich die Bandscheiben ernähren: Wenn du beispielsweise viel sitzt und immer dieselben Gelenkwinkel nutzt, werden die Bandscheiben deiner HWS unnatürlich oft gepresst. So kann zwar Flüssigkeit austreten, doch die Entlastung leidet. Die Bandscheiben haben also zu selten die Möglichkeit, frische Nährstoffe aufzunehmen.

Wie in deiner Schulter kommen an dieser Stelle die Alarmschmerzen ins Spiel. Sie äußern sich bei einem Schulter-Arm-Syndrom oft in Form von Nackenschmerzen und signalisieren die drohende Gefahr für Wirbelkörper und Bandscheiben. Gleichzeitig fordern sie dich auf, die Unterernährung der Bandscheiben zu stoppen und deiner Halswirbelsäule neue Bewegungsmuster zu gönnen. Nicht die „Verletzung“ oder „Krankheit“ selbst löst daher die Schmerzen aus, sondern das vom Gehirn gesteuerte Alarmsystem deines Körpers.

Weitere Informationen zum Bandscheibenvorfall bietet dir unser großer Schmerzlexikon-Artikel. Dort findest du auch einen eigenen Abschnitt mit speziellen Übungen für die Halswirbelsäule.

alles zum Bandscheibenvorfall

4. Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms

Die Ursachen eines Schulter-Arm-Syndroms kennst du nun. Noch wichtiger ist dir aber wahrscheinlich eine Antwort auf die Frage, wie du deine Schmerzen wieder loswerden kannst. Diese geben wir dir jetzt.

Unabhängig davon, ob deine Beschwerden sich eher in der Schulter-Arm-Region oder im Bereich des Nackens zeigen: Das wichtigste Therapieziel besteht zunächst darin, dich von deinen Schmerzen zu befreien. Unsere Behandlung geht aber noch einen Schritt weiter. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, deine Symptome zu lindern, sondern setzt an der Ursache selbst an: den muskulär-faszialen Fehlspannungen von deinem Arm bis zur Halswirbelsäule.

Die gute Nachricht für dich: Da dein Schulter-Arm-Syndrom antrainiert ist, kannst du den Weg in die Schmerzfreiheit aktiv und selbstbestimmt gehen. Wie stark die Verkürzungen und Spannungen deiner Muskeln ausfallen und wie sehr deine Bandscheiben leiden, hast du selbst in der Hand. Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht begleitet dich dabei auf dreifache Art und Weise und geht dabei weit über die Methoden gängiger Physiotherapie (Krankengymnastik) hinaus. Alle Informationen zu den Bausteinen unserer Konzepts — Osteopressur, Dehnübungen und Faszien-Rollmassagen — findest du auf unserer Therapieseite. Sie bietet dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn du noch gar nicht weißt, wie die Schmerzbehandlung nach Liebscher & Bracht funktioniert und was du tun sollst.

So funktioniert unsere therapie

Herzstück deiner individuellen Behandlung sind speziell entwickelte Übungen. Sie helfen dir, einseitige Bewegungsmuster bzw. Fehlhaltungen auszugleichen und deine Gelenke in vielfältige Winkel zu bringen. Unter deinem Schulterdach und zwischen den Wirbeln entsteht wieder mehr Raum, Knorpelabrieb wird verringert, Kalk abgebaut und der Stoffwechsel im muskulär-faszialen Netzwerk kommt in Fahrt.

🔎 Gegenüber herkömmlichen Methoden zur Behandlung eines Schulter-Arm-Syndroms profitierst du dadurch von entscheidenden Vorteilen:

  • Anders als Schmerzmittel hat unsere Behandlung keine Nebenwirkungen, die deinen Körper zusätzlich belasten.
  • Anders als Kortison-Spritzen, deren Wirkung oft rasche Linderung verschafft, kann unsere Therapie dir langfristig und nachhaltig helfen.
  • Anders als eine teure Stoßwellen-Therapie kannst du unsere Übungen kostenfrei nutzen.
  • Anders als Operationen bietet dir unsere Therapie eine risikoarme Möglichkeit, der Schmerzentstehung und weiteren Krankheiten im Schulterbereich ein für alle Mal einen Riegel vorzuschieben.

5. Übung zur Sofort-Hilfe bei Schulter-Arm-Syndrom

Jetzt bist du an der Reihe: Damit du dein Schulter-Arm-Syndrom schnell wieder loswirst oder erst gar keins bekommst, haben wir die effektivste Übung zur Sofort-Hilfe direkt für dich herausgesucht. Falls du unsere Übungen noch nicht kennst, lies am besten vorher unsere Checkliste unter der Übungsbeschreibung durch. Dort findest du die wichtigsten Tipps auf einen Blick und kannst deine eigene Physiotherapie guten Gewissens beginnen.

Bitte beachte: Das unten gezeigte Beispiel dient der Behandlung eines Schulter-Arm-Syndroms auf der linken Seite. Falls die Schulterschmerzen bei dir rechts auftreten, bringst du entsprechend deinen rechten Arm zur Wand und übst auf der betroffenen Seite. Die einzelnen Schritte sind identisch.

Frau bei einer Übung zum Schulter-Arm-Syndrom

Teil 1

1. Schritt: Stelle dich für die Übung am besten vor eine Wand. Strecke deinen linken Arm und lege ihn horizontal an der Wand ab. Wichtig ist, dass deine Schulter dabei direkten Kontakt zur Wand hat.

Drehe dich mit der rechten Seite von der Wand weg. Auf diese Weise bringst du durch den Schulterwinkel links eine Dehnung in die Sehnen und Muskeln der Rotatorenmanschette. Rotiere dich nun so weit wie möglich nach rechts, ohne deine Schulter von der Wand zu nehmen. In dieser Dehnung bleibst du circa 30 Sekunden!

2. Schritt: Drücke jetzt deinen linken Ellenbogen und deine linke Hand zehn Sekunden lang mit voller Kraft gegen die Wand, ehe du auch diese Haltung löst.

3. Schritt: Bleibe in deiner Ausgangsposition und stelle dir nun vor, dass du deinen linken Arm und deine linke Hand von der Wand weg bewegen möchtest. Im Normalfall wird dir dies nicht oder nur minimal gelingen, da die Dehnung in der Schulter die entsprechende Bewegung verhindert. Nach weiteren zehn Sekunden kannst du deinen linken Arm wieder entspannen und rotierst für einen Moment noch ein kleines Stück weiter nach rechts als in Schritt 1.

Frau macht eine Übung zum Schulter-Arm-Syndrom

Teil 2

Verlasse nun deine Ausgangsposition und platziere deinen linken Arm etwas höher als zuvor — idealerweise in einem Winkel zwischen 10 und 15 Grad über der Horizontalen. Mit deiner linken Schulter nimmst du wieder Kontakt zur Wand auf, spürst kurz in die veränderte Dehnung hinein und drehst deinen rechten Oberkörper danach wieder von der Wand weg. Versuche, bei jedem Ausatmen noch etwas tiefer in die Dehnung zu gelangen.

Halte die Spannung für 30 Sekunden und presse anschließend Arm und Hand wieder 10 Sekunden lang fest gegen die Wand. Zum Abschluss dieses Durchgangs bemühst du dich, wie oben in Schritt 3, beide mit maximaler Kraft nach hinten zu nehmen — ebenfalls für 10 Sekunden. Gehe danach noch einmal kurz in die Rotation nach rechts.

Frau macht eine Übung zum Schulter-Arm-Syndrom

Teil 3

Falls es dir möglich ist, begibst du dich ein letztes Mal zurück in die Ausgangsstellung und legst deinen Arm noch etwas höher an der Wand ab (45-Grad-Winkel). Drücke deine linke Schulter gegen die Wand und drehe dich erneut eine halbe Minute lang nach rechts in die Dehnung. Wiederhole zur Gegenspannung die Schritte 2 und 3 der ersten beiden Teile, ehe du dein Übungsprogramm langsam beendest.

Checkliste für unsere Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Das gezeigte Übungsschema stellt einen idealtypischen Ablauf dar, der dir viel Raum zur individuellen Steigerung lässt. Es ist möglich, dass du mit deiner betroffenen Schuler — auch in Teil 1 — zunächst nicht bis zur Wand kommst. In diesem Fall besteht deine Aufgabe an den ersten Übungstagen darin, dich immer weiter in Richtung Wand zu arbeiten. Sobald du vorne angekommen bist, kannst du dich in die Drehung zur Gegenseite begeben. Für die Teile 2 und 3 gehst du genauso vor: erst zur Wand kommen, dann Rotation!

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden und entzündungshemmenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jede Übung solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und unbedingt auch die Gegenspannung mitmachen (Schritt 2 und 3).

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Die Verkürzungen und Überspannungen rund um deine Halswirbelsäule und Schultergelenke können sehr hoch sein. Es kann daher etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und Entzündungen zurückgehen. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du das Schulter-Arm-Syndrom schon bald komplett beseitigen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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