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Therapeuten-Wissen

Fortbildungspunkte für Physios: So sammelst du sie neben dem Job

Physiotherapeuten müssen Fortbildungspunkte sammeln, so regelt es die Fortbildungspflicht. Doch gilt die überhaupt für alle Physiotherapeuten? Und wie soll man sich zwischen vollen Behandlungsplänen und Wartezimmern überhaupt noch fortbilden?

Müssen sich alle Physiotherapeuten fortbilden?

Für Physiotherapeuten gilt: Fortbildungen sind absolut wichtig. Denn wenn du dich regelmäßig fortbildest, erhöhst du deine Chancen, deinen Patienten bestmöglich helfen zu können. Doch es gibt auch einen pragmatischen Grund: Nur mit den entsprechenden Fortbildungen kannst du Behandlungsleistungen durchführen, die in der Heilmittelverordnung festgehalten sind.

Was ist die Heilmittelverordnung?

  • Die Heilmittelverordnung regelt, welche von der Krankenkasse bezahlte Behandlung ein Patient erhält.
  • Eine solche Behandlung darfst du nur abrechnen, wenn du sie in einer Fortbildung erlernt hast.
  • Das gilt beispielsweise auch für häufig verordnete Behandlungen wie Manuelle Therapie oder Krankengymnastik.

Aber gibt es eine gesetzliche Fortbildungspflicht für Physiotherapeuten?

Ja, die gibt es. Der Gesetzgeber hat sie mit § 125 Abs. 1 SGB V verabschiedet, ihre Inhalte regeln die Krankenkassen in Rahmenverträgen. Dabei wird eine allgemeine Fortbildungspflicht und eine gesetzliche Fortbildungspflicht festgelegt. Der Unterschied ist so einfach wie wichtig:

Wie viele Fortbildungspunkte braucht ein Physiotherapeut?

  • Physiotherapeuten, die Praxisinhaber oder fachliche Leiter einer Einrichtung sind, müssen alle 4 Jahre (das ist der sogenannte „Betrachtungszeitraum“) 60 Fortbildungspunkte nachweisen.
  • Ein Fortbildungspunkt entspricht einer Unterrichtseinheit von 45 Minuten.
  • Es ist keine jährliche Mindestzahl festgeschrieben, allerdings gelten 15 Fortbildungspunkte im Jahr als wünschenswert.
  • Nach 4 Jahren wird dein Punktezähler wieder auf 0 gesetzt — ein Übertrag aus Vorjahren ist nicht möglich.
  • Der Nachweis für die erbrachten Fortbildungen wird von den Krankenkassen eingefordert.

Was passiert, wenn ein Physiotherapeut seiner Fortbildungspflicht nicht nachkommt?

Wenn du gesetzlich zur Fortbildung verpflichtet bist – also als Praxisinhaber oder fachlicher Leiter arbeitest –, drohen dir empfindliche Kürzungen bei den Kassenabrechnungen, wenn du die geforderten Fortbildungspunkte nicht nachweisen kannst. Du kannst die Strafe allerdings abwenden, wenn du die Fortbildungen rechtzeitig nachholst.

Fortbildungspunkte sammeln: So gelingt es neben dem Job

Neue Techniken erlernen, mehr Wissen erlangen, den Körper besser verstehen — Fortbildungen können durchaus den Unterschied machen, wenn es darum geht, Schmerzpatienten zu helfen. Doch vielleicht geht es dir wie vielen anderen in der Physiotherapie: So gut der Wille auch ist, die Zeit ist zu knapp.

Wie also sollst du deiner Verpflichtung nachkommen, dich neben dem Job weiterzubilden und wohlmöglich auch noch 60 Fortbildungspunkte zu sammeln?

Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, wie es dir gelingen kann.

#1: Beantrage Bildungsurlaub

Mit Bildungsurlaub kannst du mehr Zeit für deine Fort- und Weiterbildungen gewinnen. Bis zu 5 Tage pro Kalenderjahr sind möglich. Während des Bildungsurlaubes wird dein Gehalt weitergezahlt.

  • Bildungsurlaub wird nicht in jedem Bundesland gewährt (in Bayern und Sachsen gibt es keinen Anspruch).
  • Bildungsurlaub wird nur für bestimmte Fort- und Weiterbildungen gewährt. Viele beliebte Kurse wie Manuelle Therapie und Krankengymnastik sind meist nicht dabei. Informiere dich dazu auf der Webseite deines Bundeslandes.
  • Selbstständige können keinen Bildungsurlaub beantragen daher hilft er dir in diesem Fall nicht, wenn du Fortbildungspunkte sammeln musst.

#2: Suche dir eine Fortbildung, bei der du flexibel bist

Viele Fortbildungen sehen etliche Präsenztage vor. Gerade für selbstständige Physiotherapeuten ist das oft kaum machbar. Es gibt allerdings auch Fort- und Weiterbildungen, mit denen du viel flexibler bist beispielsweise durch einen größeren Online-Anteil oder eine freie Zeiteinteilung.

Fazit: Fortbildungspunkte für Physiotherapeuten

  • Fortbildungen sind für Physiotherapeuten grundsätzlich wichtig, um Patienten besser zu helfen und um nach Heilmittelrichtlinien behandeln zu dürfen.
  • Angestellte Physiotherapeuten müssen sich alle 2 Jahre fortbilden. Es gibt aber keine bindenden Richtlinien zum Umfang der Fortbildungen.
  • Praxisinhaber und fachliche Leiter sind verpflichtet, 60 Fortbildungspunkte im Bemessungszeitraum von 4 Jahren nachzuweisen.
  • Für eine Unterrichtseinheit (45 Minuten) gibt es einen Fortbildungspunkt.
  • Fortbildungspunkte sammelst du neben dem Job am besten durch Fortbildungen, die sich durch Online-Lösungen gut in deinen Berufsalltag integrieren lassen (möglich zum Beispiel mit der Ausbildung zum Zertifizierten Liebscher & Bracht-Therapeuten).

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