Fortbildungspunkte für Physios: So sammelst du sie neben dem Job

Ein Mann im weißen Poloshirt und grauer Sporthose sitzt mit überschlagenen Beinen vor einer Gruppe Ausbildungsteilnehmern. Im Hintergrund ist ein Whiteboard und ein Schulskelett zu sehen.

Physiotherapeuten müssen Fortbildungspunkte sammeln, so regelt es die Fortbildungspflicht. Doch gilt die überhaupt für alle Physiotherapeuten? Und wie soll man sich zwischen vollen Behandlungsplänen und Wartezimmern überhaupt noch fortbilden?

Wir verraten dir, ob auch du Fortbildungspunkte nachweisen musst. Und du erfährst, wie du das am einfachsten neben deinem Job erledigen kannst!

Auf dieser Seite erfährst du:

  • Warum du dich als Physiotherapeut unbedingt fortbilden solltest
    »Jetzt erfahren
  • Wie viele Fortbildungspunkte du als Physiotherapeut vorweisen musst
    » Jetzt erfahren
  • Wie du dich neben dem Job fortbilden und Punkte sammeln kannst
    » Jetzt erfahren

Müssen sich alle Physiotherapeuten fortbilden?


Für Physiotherapeuten gilt: Fortbildungen sind absolut wichtig. Denn wenn du dich regelmäßig fortbildest, erhöhst du deine Chancen, deinen Patienten bestmöglich helfen zu können. Doch es gibt auch einen pragmatischen Grund: Nur mit den entsprechenden Fortbildungen kannst du Behandlungsleistungen durchführen, die in der Heilmittelverordnung festgehalten sind.

Was ist die Heilmittelverordnung?

  • Die Heilmittelverordnung regelt, welche von der Krankenkasse bezahlte Behandlung ein Patient erhält.
  • Eine solche Behandlung darfst du nur abrechnen, wenn du sie in einer Fortbildung erlernt hast.
  • Das gilt beispielsweise auch für häufig verordnete Behandlungen wie Manuelle Therapie oder Krankengymnastik.

Den meisten Arbeitgebern ist es deshalb sehr wichtig, dass sich ihre angestellten Physiotherapeuten weiterbilden!

Das Foto zeigt mehrere Teilnehmer einer Ausbildung für Manuelle Therapie. Im Vordergrund führt eine Frau eine Mobilisationsübung am Unterschenkel durch. Im Hintergrund führt ein Mann eine Mobilisationsübung am Bein eines Patienten durch.

Aber gibt es eine gesetzliche Fortbildungspflicht für Physiotherapeuten?

Ja, die gibt es. Der Gesetzgeber hat sie mit § 125 Abs. 1 SGB V verabschiedet, ihre Inhalte regeln die Krankenkassen in Rahmenverträgen. Dabei wird eine allgemeine Fortbildungspflicht und eine gesetzliche Fortbildungspflicht festgelegt. Der Unterschied ist so einfach wie wichtig:

Allgemeine Fortbildungspflicht

  • Gilt für angestellte und freiberufliche Physiotherapeuten.
  • Gibt an, dass alle 2 Jahre berufliche Fort- und Weiterbildungen zu absolvieren sind.
  • Macht keine Angaben zum Umfang dieser Weiterbildungen. Hier gibt es keine Fortbildungspunkte, die du sammeln musst.

Gesetzliche Fortbildungspflicht

  • Gilt für Physiotherapeuten, die Praxisinhaber und/oder fachliche Leiter einer Einrichtung sind.
  • Bei Praxisgemeinschaften gilt die Fortbildungspflicht für jeden Gesellschafter.
  • Physiotherapeuten müssen 60 Fortbildungspunkte im Betrachtungszeitraum von 4 Jahren vorweisen.

Als angestellter oder freiberuflicher Physiotherapeut kannst du deiner Fortbildungspflicht oft schon mit kurzen Webinaren oder Workshops nachkommen. Wenn du eine Praxis leitest, musst du hingegen durch Fortbildungen Punkte sammeln und nachweisen können!

Wie viele Fortbildungspunkte braucht ein Physiotherapeut?


  • Physiotherapeuten, die Praxisinhaber oder fachliche Leiter einer Einrichtung sind, müssen alle 4 Jahre (das ist der sogenannte „Betrachtungszeitraum“) 60 Fortbildungspunkte nachweisen.
  • Ein Fortbildungspunkt entspricht einer Unterrichtseinheit von 45 Minuten).
  • Es ist keine jährliche Mindestzahl festgeschrieben, allerdings gelten 15 Fortbildungspunkte im Jahr als wünschenswert.
  • Nach 4 Jahren wird dein Punktezähler wieder auf 0 gesetzt — ein Übertrag aus Vorjahren ist nicht möglich.
  • Der Nachweis für die erbrachten Fortbildungen wird von den Krankenkassen eingefordert.
Das Foto zeigt eine Gesundheitskarte der Bundesrepublik Deutschland. Darauf liegt eine Euromünze, nebendran ein Kugelschreiber.

© shutterstock | mahc

Was passiert, wenn ein Physiotherapeut seiner Fortbildungspflicht nicht nachkommt?

Wenn du gesetzlich zur Fortbildung verpflichtet bist – also als Praxisinhaber oder fachlicher Leiter arbeitest –, drohen dir empfindliche Kürzungen bei den Kassenabrechnungen, wenn du die geforderten Fortbildungspunkte nicht nachweisen kannst. Du kannst die Strafe allerdings abwenden, wenn du die Fortbildungen rechtzeitig nachholst.

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Fortbildungspunkte sammeln: So gelingt es neben dem Job


Neue Techniken erlernen, mehr Wissen erlangen, den Körper besser verstehen — Fortbildungen können durchaus den Unterschied machen, wenn es darum geht, Schmerzpatienten zu helfen. Doch vielleicht geht es dir wie vielen anderen in der Physiotherapie: So gut der Wille auch ist, die Zeit ist zu knapp.

Wie also sollst du deiner Verpflichtung nachkommen, dich neben dem Job weiterzubilden und wohlmöglich auch noch 60 Fortbildungspunkte zu sammeln?

Wir stellen zwei Möglichkeiten vor, wie es dir gelingen kann.

#1: Beantrage Bildungsurlaub

Mit Bildungsurlaub kannst du mehr Zeit für deine Fort- und Weiterbildungen gewinnen. Bis zu 5 Tage pro Kalenderjahr sind möglich. Während des Bildungsurlaubes wird dein Gehalt weitergezahlt.

Beachte jedoch:

  • Bildungsurlaub wird nicht in jedem Bundesland gewährt (in Bayern und Sachsen gibt es keinen Anspruch).
  • Bildungsurlaub wird nur für bestimmte Fort- und Weiterbildungen gewährt. Viele beliebte Kurse wie Manuelle Therapie und Krankengymnastik sind meist nicht dabei. Informiere dich dazu auf der Webseite deines Bundeslandes.
  • Selbstständige können keinen Bildungsurlaub beantragen  daher hilft er dir in diesem Fall nicht, wenn du Fortbildungspunkte sammeln musst.

Als Praxisinhaber kannst du keinen Bildungsurlaub beantragen. Allerdings bietet die Bundesregierung verschiedene Förderungsmöglichkeiten an, die du vielleicht in Anspruch nehmen kannst. So wäre zumindest eine finanzielle Entlastung für deine Weiterbildung denkbar.

#2: Suche dir eine Fortbildung, bei der du flexibel bist

Viele Fortbildungen sehen etliche Präsenztage vor. Gerade für selbstständige Physiotherapeuten ist das oft kaum machbar. Es gibt allerdings auch Fort- und Weiterbildungen, mit denen du viel flexibler bist  beispielsweise durch einen größeren Online-Anteil oder eine freie Zeiteinteilung.

Ein Beispiel dafür ist die Ausbildung zum Zertifizierten Liebscher & Bracht-Therapeuten. Sie bringt Physiotherapeuten 30 Fortbildungspunkte und lässt sich gut in den Berufsalltag integrieren:

  • Die Ausbildung dauert 6 Monate und wird zum Großteil online absolviert.
  • Die Zeiteinteilung innerhalb der einzelnen Lektionen erfolgt weitgehend frei.
  • Du kannst die Ausbildung über weite Strecken nach Feierabend oder in den Pausen durchführen.
Eine Frau im weißen Shirt sitzt auf einer Couch, hält ein Notizbuch in der Hand und schreibt etwas hinein. Vor ihr auf dem Tisch steht ein aufgeklappter Laptop.

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Erlene mit der Liebscher & Bracht-Therapie eine neue wirksame Behandlungsmethode. Und zwar neben deinem Job: Dank starkem Online-Anteil ist die Ausbildung gut in den Berufsalltag integrierbar – und bringt dir zudem 30 Fortbildungspunkte.

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Fazit: Fortbildungspunkte für Physiotherapeuten

  • Fortbildungen sind für Physiotherapeuten grundsätzlich wichtig, um Patienten besser zu helfen und um nach Heilmittelrichtlinien behandeln zu dürfen.
  • Angestellte Physiotherapeuten müssen sich alle 2 Jahre fortbilden. Es gibt aber keine bindenden Richtlinien zum Umfang der Fortbildungen.
  • Praxisinhaber und fachliche Leiter sind verpflichtet, 60 Fortbildungspunkte im Bemessungszeitraum von 4 Jahren nachzuweisen.
  • Für eine Unterrichtseinheit (45 Minuten) gibt es einen Fortbildungspunkt.
  • Fortbildungspunkte sammelst du neben dem Job am besten durch Fortbildungen, die sich durch Online-Lösungen gut in deinen Berufsalltag integrieren lassen (möglich zum Beispiel mit der Ausbildung zum Zertifizierten Liebscher & Bracht-Therapeuten).

Wichtige Fragen rund um Fortbildungspunkte

Was bringen Fortbildungspunkte?

Regelmäßige Fortbildungen sollen die bestmögliche Behandlungsqualität garantieren. Mit dem Punktesystem müssen selbstständige Physiotherapeuten und fachliche Leiter nachweisen, dass sie diese Fortbildungen wirklich absolviert haben. Ob du Punkte sammeln musst und wenn ja, wie viele, erfährst du hier.

Wie viele Fortbildungstage stehen mir als Physiotherapeut zu?

In der Physiotherapie gibt es keine berufsspezifischen Regelungen für Fortbildungstage — also Tage, die du dir für deine Fortbildungen frei nehmen kannst. Welche Möglichkeiten du hast, um neben dem Beruf mehr Zeit für deine Fort- und Weiterbildungen zu finden, erfährst du hier.

Welche Berufsalternativen habe ich als Physiotherapeut?

Es gibt viele Gründe, warum Physiotherapeuten mit ihrem Beruf unzufrieden sind über einen Wechsel nachdenken. Oft liegt es an den Arbeitszeiten, der Bezahlung oder der Belastung. Viele wissen auch nicht, wie sie in diesem Rahmen noch Fortbildungen absolvieren sollen.

Der Wunsch, Schmerzpatienten zu helfen, ist aber für viele ungebrochen. Wenn es dir auch so geht, erfährst du hier, welche Berufsalternativen in der Physiotherapie möglich sind.

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