Viele Schmerzmittel sind frei verkäuflich und können somit ohne Rezept in Apotheken erworben werden. Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind nur drei von einigen weiteren rezeptfreien Schmerzmitteln. Insbesondere Kopfschmerz-Patienten nehmen diese mehrmals im Monat ein – meist ohne die Verordnung eines Arztes und oftmals in falscher Dosierung. Das kann zum Problem werden, denn die Medikamente können unerwünschte und zum Teil gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen haben.

In diesem Artikel erfährst du alles über Schmerzmittel, ihre Vor- und Nachteile und wie sie in deinem Körper bei Schmerzen und Entzündungen wirken können. Bist du aufgrund von starken Beschwerden auf Schmerzmittel angewiesen, könnte dieser Artikel besonders spannend für dich sein, denn …

auf dieser Seite erfährst du:

  • Warum herkömmliche Schmerzmittel bei Schmerzen nicht die beste Lösung sind, um deine Beschwerden loszuwerden
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  • Welche pflanzlichen Schmerzmittel es gibt und ob oder wann sie wirksam sind
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  • Wie du mit unserem Schmerzfrei-Konzept von Grund auf Schmerzen vorbeugen kannst
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Dr. Petra Bracht
Unterschrift von Dr. Petra Bracht

Ernährungsexpertin

Viele Schmerzmittel sind frei verkäuflich und können somit ohne Rezept in Apotheken erworben werden. Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind nur drei von einigen weiteren rezeptfreien Schmerzmitteln. Insbesondere Kopfschmerz-Patienten nehmen diese mehrmals im Monat ein – meist ohne die Verordnung eines Arztes und oftmals in falscher Dosierung. Das kann gefährlich werden, denn die Medikamente können unerwünschte und zum Teil gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen haben.

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Dr. Petra Bracht
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Ernährungsexpertin

Dr. Petra Bracht
Unterschrift von Dr. Petra Bracht

Viele Schmerzmittel sind frei verkäuflich und können somit ohne Rezept in Apotheken erworben werden. Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin sind nur drei von einigen weiteren rezeptfreien Schmerzmitteln. Insbesondere Kopfschmerz-Patienten nehmen diese mehrmals im Monat ein – meist ohne die Verordnung eines Arztes und oftmals in falscher Dosierung. Das kann gefährlich werden, denn die Medikamente können unerwünschte und zum Teil gesundheitsgefährdende Nebenwirkungen haben.

In diesem Artikel erfährst du alles über Schmerzmittel, ihre Vor- und Nachteile und wie sie in deinem Körper bei Schmerzen und Entzündungen wirken können. Bist du aufgrund von starken Beschwerden auf Schmerzmittel angewiesen, könnte dieser Artikel besonders spannend für dich sein, denn…

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Rezeptfreie Schmerzmittel und unkontrollierte Einnahme von Präparaten

Weltweit leiden etwa 1,5 Milliarden Menschen unter chronischen Schmerzen – und die Zahl steigt. Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen und mindern die Lebensqualität der Betroffenen so sehr, dass viele ihren alltäglichen Aufgaben nicht mehr nachkommen können. Nicht überraschend also, dass so viele Patienten auf Schmerzmittel zurückgreifen.

Die wenigsten Schmerzpatienten gehen mit ihren Schmerzen jedoch zum Arzt oder bekommen direkt eine handfeste Diagnose. Sie versorgen sich häufig selbst mit rezeptfreien Präparaten gegen die Schmerzen, ohne dass sie die Ursache der Schmerzen tatsächlich kennen.

Das kann jedoch nicht nur zur Schmerzreduktion beitragen, sondern unter längerer Einnahme der Medikamente auch zu Begleitsymptomen führen. Oftmals bleiben die Beschwerden trotz der Anwendung von Schmerzmitteln bestehen.

Gründe hierfür: Schmerzpatienten nehmen beispielsweise die falschen Mittel für die Art ihrer Schmerzen zu sich oder die Ursache der Beschwerden ist ihnen noch unbekannt. Je öfter ein Schmerzmittel angewandt wird, desto größer ist außerdem die Gefahr, dass Gewöhnungseffekte auftreten. Auch können bei zu häufiger Einnahme sogar die Schmerzen ausgelöst werden, die man mit dem Medikament eigentlich loswerden möchte.

Ein Schmerzpatient mit Kopfschmerzen oder Migräne nimmt beispielsweise an mehreren Tagen im Monat Kopfschmerztabletten ein und bekommt davon zusätzlich Kopfschmerzen. So sind Kopfschmerzen nur eine der vielen anderen möglichen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln.

Hier sprechen Mediziner vom sogenannten „Rebound-Effekt“. Um diesen erneut zu kompensieren, nehmen Betroffene dann oftmals noch mehr Medikamente gegen die Schmerzen ein. So entsteht ein regelrechter Teufelskreis. Im Extremfall kommen einige Patienten gar nicht mehr ohne diese schmerzhemmenden Präparate zurecht.

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Stärkere Schmerzmittel wie Opioide sind verschreibungspflichtig

Das Risiko für eine gewisse Abhängigkeit von schmerzhemmenden Präparaten besteht vor allem bei Opioiden. Sie zählen zu den stärkeren Schmerzmitteln, den sogenannten Betäubungsmitteln und sind deshalb auch verschreibungspflichtig. Besonders starke und chronische Schmerzen sollen mit der Einnahme von Opioiden gelindert werden. Gerade bei ständigen Nervenschmerzen, bei denen übliche Analgetika wie Ibuprofen und Paracetamol kaum eine Wirksamkeit haben, schlagen diese oftmals an.

Opioide wirken im zentralen Nervensystem und unterbinden die Schmerzweiterleitung sowohl zum Rückenmark als auch zum Gehirn. Sie haben neben der schmerzbetäubenden aber auch eine euphorisierende und dämpfende Wirkung auf die Psyche.

Die Anwendung von Opioiden – und natürlich auch von anderen Schmerzmitteln – sollte aufgrund solcher Nebenwirkungen nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Die linke Hand einer Frau drückt eine weiße Pille aus einem Blister. Die rechte Hand hält sie unter den Blister, um die Pille aufzufangen.

pexels

Schmerzen gleich Schmerzen?

Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Gelenkschmerzen und Gelenkverschleiß, Entzündungsprozesse, Migräne, gelegentliche Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen – das Ziel der meisten Patienten ist es, ihre quälenden Beschwerden so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Doch bei der Selbstbehandlung mit Schmerzmitteln aus der Apotheke können wir als Patienten selbst häufig gar nicht die richtige Wahl treffen.

Und in den meisten Fällen sind wir einfach nur froh, wenn uns irgendein Medikament schnell Linderung verschaffen kann.

Aber wie helfen uns Schmerzmittel dabei und was genau bewirken sie in unserem Körper? Und was behandeln wir eigentlich mit diesen Fertigarzneimitteln – die eigentliche Ursache oder nur die Symptome?

Die Diagnose und die Art deiner Schmerzen sind wichtig für die richtige Behandlung mit Schmerzmitteln

Heutzutage gibt es gegen fast alle Schmerzen und Erkrankungen passende Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Die meisten Inhaltsstoffe sind chemisch und bieten teilweise einen ganzen Cocktail synthetisch hergestellter Substanzen, die für uns kaum auszusprechen sind.

Aber wenn wir unter starken Schmerzen leiden und das mitunter über Tage, Wochen oder gar Jahre hinweg, dann ist uns meist ganz egal, was in den Medikamenten enthalten ist – solange sie uns helfen.

Ob sie wirklich helfen, hängt jedoch von zwei wesentlichen Faktoren ab:

  1. Unter anderem sollte die Ursache für deine Schmerzen von einem fachkundigen Arzt abgeklärt sein. Eine Diagnose ist wichtig, bevor du irgendwelche Medikamente einnimmst.
  2. Nur so kann dir dein Arzt die passenden Schmerzmittel und auch die für dich geeignete Dosis verordnen. Und nur mit einer für dich passenden Dosierung des Schmerzmittels ist auch die Wirksamkeit der Präparate gegeben.

Lässt du deine Schmerzen nicht von einem Mediziner abklären und nimmst „auf gut Glück“ Mittel ein, weil du beispielsweise unter Schmerzen in den Beinen leidest, kann die unkontrollierte Anwendung der Schmerzmittel mehr Schaden anrichten, als dir bei deinen Schmerzen zu helfen.

Obwohl du Schmerzen in den Beinen verspürst, können verschiedene Schmerzarten wie beispielsweise Muskelschmerzen oder Nervenschmerzen dahinter stecken. Ein übliches Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen würde vermutlich nicht in beiden Fällen für eine Linderung deiner Schmerzen in den Beinen sorgen. Die Ursache kann jeweils eine andere sein und muss bei Nervenschmerzen gar nicht in deinen Beinen selbst liegen. Meistens liegt die Ursache im Rücken, einem eingeklemmten Nerv zwischen den Bandscheiben oder auch in einem Vitamin B12-Mangel. Die Schmerzen strahlen dann häufig in ein Bein oder sogar beide Beine aus.

Du siehst, hier einfach nur auf ein und dasselbe Schmerzmittel zu setzen, wäre nicht die richtige Lösung und würde nicht zur selben Linderung deiner Schmerzen führen.

Ein Arzt verschreibt dir auch kein Medikament zur Schmerzlinderung bei einer Prellung oder Verstauchung, wenn du unter Migräneattacken leidest.

Im Folgenden erklären wir dir, wie herkömmliche Schmerzmittel auf deine Schmerzen wirken. Wenn du direkt zu den alternativen Heilmitteln gelangen möchtest, klicke hier

Neben alternativen Heilmitteln ist es vor allem eine pflanzliche, vollwertige Ernährung, die dir bei deinen Schmerzen helfen kann. In unserem Ratgeber haben wir dir eine Einkaufsliste mit vielen entzündungshemmenden Lebensmitteln zusammengestellt. So kannst du direkt etwas gegen deine Schmerzen tun und zukünftigen Schmerzen und ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen.

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Wie Schmerzmittel auf unseren Körper wirken

Doch woher weiß das Schmerzmittel eigentlich, wo es wirken soll und warum kann beispielsweise eine Ibuprofentablette doch sowohl gegen Kopfschmerzen als auch gegen einen schmerzenden Fuß nach einer Verstauchung helfen?

Das Prinzip, das hinter der Wirksamkeit von Schmerzmitteln steckt, ist ganz einfach zu verstehen. Doch dafür müssen wir zunächst wissen, wie Schmerzen in unserem Körper überhaupt entstehen.

So entstehen Schmerzen

Bei potenziellen Schwachstellen oder Schäden, die dein Körper wahrnimmt, werden immer bestimmte Zellen in deinem Körper angesprochen. Diese liegen in deiner Haut, in Gewebe, Muskeln und Gelenken. Es sind dort die freien Endungen von Nervenfasern, die auch Schmerzrezeptoren oder Nozizeptoren (lat. nocere = schaden) genannt werden und Reize von außen oder Spannungen in unserem Körper wahrnehmen. Diese leiten sie dann an unser Gehirn weiter.

Bei äußeren Einflüssen wie Druck, Temperaturveränderungen oder Dehnung sowie anderen Reizen werden diese Rezeptoren getriggert. An den gereizten Körperstellen produziert der Körper daraufhin eigene Botenstoffe im Gewebe, sogenannte Prostaglandine (Schmerzmediatoren), die die Nozizeptoren noch empfindlicher machen.

Was dir der Schmerz sagen möchte: Achtung! Verbrennungsgefahr

Verbrennst du dir beim Kochen beispielsweise die Hand an der Herdplatte, nimmt dein Körper diese starke Temperaturveränderung an deiner Haut wahr. Die Schmerzrezeptoren werden dabei gereizt und du spürst direkt, wie heiß die Herdplatte ist und ziehst deine Hand schnell zurück. In deinem Körper ist in der Zwischenzeit ein wahres Wunder abgelaufen. Die Reize von der heißen Herdplatte haben eine Reihe von Stoffen in deinem Körper freigesetzt, darunter das besagte Prostaglandin (ein Lokalhormon, das Schmerzen vermittelt) und andere Schmerzvermittler beziehungsweise sogenannte Schmerzmediatoren.

Schmerzmittel unterbinden die Schmerzweiterleitung

Und genau hier setzen Schmerzmittel an. Sie suchen sich einen Rezeptor (das kann ein bestimmtes Enzym sein), der die Schmerzvermittler, beispielsweise Prostaglandin hemmt. Der Schmerz kann also nicht weitergeleitet werden und es kommt zu einer Schmerzreduktion oder der Schmerz verschwindet gänzlich. Hier entscheidet sicher das Medikament, aber auch die Dosis des eingenommenen Fertigarzneimittels wie Ibuprofen oder Aspirin.

Zu den Schmerzmediatoren gehören unter anderem auch Histamin und Serotonin. Vielleicht hast du auch schon einmal von Unfallopfern gehört, die lange Zeit keinen Schmerz gespürt haben, bis tatsächlich Hilfe da war? In diesen Fällen haben Adrenalin, Cortisol und andere Botenstoffe wahre Arbeit geleistet. In dieser Akutphase, einem absoluten Ausnahmezustand, fährt unser Körper eine Art Überlebensstrategie, sodass wir zunächst keinen wirklichen Schmerz wahrnehmen können.

Obwohl dein Körper durch Hormone wie Serotonin, Endorphin und Adrenalin versucht, die Schmerzen direkt selbst zu mindern, hat der Schmerz früher oder später doch die Oberhand.

Zurück zur Herdplatte: Damit du die Hand von der Herdplatte ziehst, wurde bei der hohen Temperatur an deiner Hand der Reiz durch das Gewebe und die angesprochenen Schmerzrezeptoren beziehungsweise Nervenendigungen an dein Rückenmark geleitet.

Im zentralen Nervensystem wird daraufhin eine Einschätzung deiner Schmerzen vorgenommen, es findet die sogenannte Schmerzmodulation statt. Sie bestimmt darüber, ob wir Schmerzen stark oder weniger stark wahrnehmen.

Auf einem grünen Untergrund liegen drei verschieden gefüllte Kapseln untereinander und dazwischen jeweils ein Wirkstoff in Pulverform.

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Mit Medikamenten gegen den Schmerz?

Unser Herdplatten-Beispiel und auch die Geschichte mit dem Unfallopfer zeigen, dass es in diesen Fällen um akute Schmerzen ging. Der Schmerz wurde schnell ausgelöst und ist jeweils eine direkte Reaktion des Körpers auf uns gefährdende Umweltreize. Anders verhält es sich jedoch mit chronischen Schmerzen. Sie können von der Akutphase (die beträgt meist nur bis zu zwölf Wochen) in die chronische Phase übergehen.

Von chronischen Schmerzen sprechen Experten, wenn Schmerzen über drei Monate hinaus bestehen. Sie betreffen meistens den Bewegungsapparat, also Rücken, Beine, Arme und generell Muskeln, Gewebe oder Nerven.

Chronische Schmerzen und das Schmerzgedächtnis – welche Rolle spielen Schmerzmittel dabei?

Wenn du selbst schon lange unter Schmerzen leidest, hast du vom „Schmerzgedächtnis“ – besonders im Zusammenhang mit der Anwendung von Schmerzmitteln – vielleicht schon einmal etwas gehört.

Schmerzen sind etwas Gutes. Ja, wir sind uns dieser gewagten These bewusst, aber wir bleiben bei unserer Aussage. Denn Schmerzen zeigen dir, wenn etwas im Körper nicht richtig abläuft. Sie dienen dir als eine Art Frühwarnsystem, auf das du direkt reagieren kannst. Stell dir vor, die rote Kontrollleuchte an deinem Auto blinkt plötzlich auf. Dann schaltest du sie auch nicht einfach aus und machst wie gewohnt weiter. Du forschst nach, warum sie aufblinkt und gehst der Ursache auf den Grund.

Deine Schmerzen kannst du als eine solche Kontrollleuchte deines Körpers betrachten. Die Schmerzen zeigen dir, dass es höchste Zeit ist, etwas zu verändern.

Findest du die Ursache für deine Schmerzen jedoch nicht und sie quälen dich über einen langen Zeitraum, können sich chronische Schmerzen entwickeln. Schmerzen, die über einige Zeit bestehen, hinterlassen in deinem Nervensystem Spuren und bewirken Veränderungen bei der Signalverarbeitung zwischen Nerven und deinem Gehirn. Aufgrund dieser krankhaften Veränderungen wirst du empfindlicher und empfindest wesentlich schneller Schmerzen. Dein Körper erinnert sich an bestimmte Reize und ist überstimuliert.

Bei der Entstehung eines Schmerzgedächtnisses werden übrigens dieselben Bereiche im Gehirn angesprochen, die dir normalerweise dabei helfen, etwas zu erlernen, wie etwa eine neue Sprache.

Die Schmerzen haben aufgrund der veränderten Signalverarbeitung Wirkung auf dein kognitives Gedächtnis und sind somit auch für dein Gehirn erlern- und erinnerbar.1)

Das heißt aber keinesfalls, dass diese Schmerzen für immer bestehen bleiben. Unserer Erfahrung nach verschwinden selbst vermeintlich chronisch gewordene Beschwerden, sobald du die Ursache ihrer Entstehung kennst und effektiv dagegen vorgehst. Klar ist aber auch, dass dein Frühwarnsystem weiterhin Alarm schlägt, wenn du nichts änderst. Leider kann sich dies bei erfolgloser Ursachenforschung einige Zeit hinziehen.

Ein Schmerzgedächtnis lässt sich nicht mehr löschen, oder doch?

Leider besuchen die meisten Schmerzpatienten einen Arzt erst dann, wenn sie schon lange unter Schmerzen leiden, die sie selbst nicht in den Griff bekommen. Die meisten sprechen dann schon von chronischen Schmerzen. Der Körper hat den Schmerz bereits „erlernt“. Viel eher hat sich eine Sensibilisierung der Schmerzrezeptoren manifestiert, die sich auch mit den bekannten Analgetika (Schmerzmitteln) nicht mehr umkehren lässt.

Die erlernte Empfindlichkeit gegenüber Reizen, die beim Patienten Schmerzen auslösen, wird derzeit noch untersucht. Mögliche Behandlungsmethoden setzen bisher an den sensiblen Nervenfasern an und erzeugen beispielsweise durch transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) eine Reduktion der Reizweiterleitung. So wird durch elektrische Impulse ein anderer Reiz gesetzt, der die Sensibilisierung für die Schmerzen zumindest zeitweise unterbinden kann.2)

Die transkutane elektrische Nervenstimulation gehört ebenso wie die Akupunktur zu den sogenannten Gegenirritationsverfahren, die einen therapeutischen und schmerzlindernden Effekt auf chronische Schmerzen haben können.

Um chronische Schmerzen gänzlich wieder loszuwerden, bedarf es oftmals verschiedener Therapieverfahren und mitunter auch psychologischer Betreuung. Der Körper und auch die Psyche sind aufgrund der permanenten Schmerzen stark überreizt. Die Schmerzpatienten sind stark von ihren Schmerzen beeinträchtigt. Hier können passende Schmerzmittel für die nötige Entspannung sorgen. Dauerhafte Schmerzen können zu Schonhaltungen und Bewegungsmangel führen, da wir uns unter Schmerzen so wenig wie möglich bewegen möchten.

Das kann weitere Folgen nach sich ziehen und für Überspannungen in der Muskulatur und zu noch mehr Schmerzen führen. Mit Schmerzmitteln kann man diesen Teufelskreis zeitweise unterbrechen.

Bei der Einnahme von Schmerzmitteln ist jedoch kompetente Betreuung durch einen Arzt enorm wichtig. Nur so kannst du die individuelle Dosierung, Verträglichkeit und die Dauer der Einnahme engmaschig kontrollieren lassen. Dadurch kannst du Nebenwirkungen und Fehler in der Einnahme vermeiden, damit die Medikamente auch bestmöglich ihre Wirksamkeit gegen deine Schmerzen entfalten können.

Bedenke: Schmerzmittel bekämpfen in den wenigsten Fällen die Ursache deiner Schmerzen, sondern kaschieren den Auslöser und mindern die Symptome. Viel wichtiger ist es, die Ursache deiner Schmerzen zu finden. Das kann jedoch meist nicht unter der Anwendung von Schmerzmitteln geschehen.

Die Alternativen: Natürliche, pflanzliche Schmerzmittel?

Jetzt hast du eine ganze Menge über deine Schmerzen, die Bedeutung von Schmerzen und die Behandlung mit Schmerzmitteln (Analgetika) gelernt. Wie du nun weißt, ist die Einnahme von Präparaten wie Ibuprofen, Aspirin und anderen Mitteln auf Dauer keine gute Idee. Sie können zwar über einen kurzen Zeitraum Schmerzen lindern, doch langfristig belasten sie deinen Körper mehr, als dass sie dir die Schmerzen nehmen.

Doch was bleibt dir nun, wenn du starke Schmerzen hast, die du kaum aushältst, die dich einschränken und bei denen die Ursache noch nicht gefunden wurde?

Vorübergehend können als Alternative zur Schmerzlinderung pflanzliche Schmerzmittel dienen. Für viele ist die Wirkung von Heilpflanzen zwar nicht geklärt und für manch einen auch nicht ausreichend untersucht und mit Studien belegt – dennoch gibt es eine lange Tradition in der Anwendung von Heilpflanzen.

Ist die Wirksamkeit pflanzlicher Schmerzmittel wissenschaftlich belegt?

Bei der Wirksamkeit müssen wir unterscheiden. Denn ein pflanzliches Schmerzmittel wird nicht einfach so Arthrose, Rheuma oder andere Beschwerden des Bewegungsapparates wegzaubern können. Dies gelingt aber auch mit herkömmlichen Schmerzmitteln nicht.

Viele Studien verweisen auf die jahrelange Verwendung von traditionellen Heilpflanzen und ihre deutlich nebenwirkungsärmere Wirksamkeit im Vergleich zu Medikamenten. Gleichzeitig merken sie jedoch auch die schwer fassbaren und noch nicht eindeutig belegbaren Wirkmechanismen von Heilkräutern und generell pflanzlichen Schmerzmitteln an. Obwohl sich viele von den Heilpflanzen bei In-Vitro-Studien oder Tiermodellen als wirksam erwiesen haben, gibt es bisher nur sehr wenige bis kaum klinische Belege für die Wirksamkeit beim Menschen.3)

Zusätzlich versuchen Pharmaunternehmen immer mehr, einzelne Wirkstoffe aus Heilpflanzen zu extrahieren und packen sie in eine Kapsel. Der natürliche Wirkstoff, der normalerweise in einem ganzen Verbund vieler verschiedener Inhaltsstoffe und Pflanzenfasern steckt, hat als Extrakt und hochdosiert jedoch eine andere Wirksamkeit als wenn wir das natürliche Produkt, die Heilpflanze, verzehren. So erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen.

Gerade deshalb ist hier die Sicherheit bei reinen Extrakten noch nicht gegeben und muss in Studien weiter untersucht werden.

Eine junge Frau mit langen braunen Haaren steht inmitten eines Feldes. Sie hat die Augen geschlossen und steht halb in der Sonne und halb im Schatten einiger Baumäste.

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Die Vor- und Nachteile von pflanzlichen Schmerzmitteln

Heilpflanzen und Heilkräuter werden seit Jahrtausenden von Menschen bei Entzündungen, Schmerzen des Bewegungsapparates und inneren Beschwerden angewandt. So gehören Heilpflanzen wie Brennnessel, Heublumen, Salbei, Rosmarin, Gewürznelken und viele andere Pflanzen zu altbekannten Hausmitteln.

Gerade bei Halsschmerzen, Zahnschmerzen oder „kleineren“ akuten Leiden dienen auch heute noch viele Pflanzen zur Linderung.

Der größte Vorteil von pflanzlichen Arzneimitteln ist, dass sie bei der Anwendung kaum bis gar keine Nebenwirkungen aufweisen. Damit wird jedenfalls oftmals geworben. Aber stimmt das wirklich?

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen oder gesundheitlicher Schäden bei der Anwendung von pflanzlichen Mitteln wie Salben, Tinkturen, Extrakten oder Tabletten deutlich geringer ist als bei herkömmlichen Pharmazeutika. Dennoch besteht auch hier insbesondere bei der Anwendung von starken Auszügen von Heilkräutern und ätherischen Ölen die Gefahr von allergischen Reaktionen.

Dies solltest du aber generell bei jeder Anwendung oder Einnahme von Schmerzmittel beachten – unabhängig davon, ob sie pflanzlichen Ursprungs sind oder synthetischen hergestellt wurden. 

Einen weiteren Vorteil gegenüber Medikamenten haben pflanzliche Schmerzmittel jedoch zusätzlich. Und dieser Vorteil kann sich unmittelbar auf deine Schmerzen beziehungsweise auf deinen allgemeinen Gesundheitszustand auswirken. 

Medikamente können sogenannte Mikronährstoffräuber sein

Viele Medikamente werden als Mikronährstoffräuber bezeichnet. Das heißt, dass einige Fertigarzneimittel unter regelmäßiger Einnahme deinem Körper gewisse Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente entziehen können. Gerade für einen gesunden Körper und einen funktionierenden Stoffwechsel ist es wichtig, dass deine Vorräte an Mikronährstoffen gut gefüllt sind. 

Mikronährstoffmängel können, vor allem wenn sie lange Zeit unentdeckt bleiben, dein Immunsystem schwächen und wichtige Funktionen deines Organismus lahmlegen. Entzündungen, Schmerzen, Krämpfe in den Muskeln und viele andere Störungen können dann die Folge sein. Welche Arzneimittel deinem Körper Mikronährstoffe entziehen können, erfährst du in unserem Spezial-Artikel dazu.

Bisher gab es unter der Einnahme oder Anwendung von pflanzlichen Schmerzmitteln noch keine nachgewiesenen Mikronährstoffmängel.

Verschiedene Gewürze und Kräuter liegen beieinander. Zu sehen ist außerdem rosafarbenes Salz.

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Dass die Natur uns viele Schätze für unsere Gesunderhaltung zur Verfügung stellt, die wir unbedingt für uns nutzen sollten, steht auch für uns außer Frage. Im Folgenden wollen wir dir die schmerzlindernde Wirkung von einigen Heilpflanzen genauer vorstellen.

Du möchtest dich weder auf Schmerzmittel verlassen, noch traust du pflanzlichen Heilmitteln besonders? Dann gelange hier direkt zu unserem Schmerzfrei-Konzept. Hier bekommst du ein umfassendes Konzept geboten, mit dem du auf vielen verschiedenen Ebenen deiner Gesundheit etwas Gutes tust.

So kannst du – unabhängig von jeglichen Heilmitteln  Schmerzen lindern und ihnen auch in Zukunft effektiv vorbeugen. 

Welche pflanzlichen Schmerzmittel gibt es?

Wenn du Heilpflanzen und traditionelle Medizin besonders spannend findest und sie dir in der Vergangenheit schon helfen konnte, dann ist dieses Kapitel für dich:

Unter den Heilpflanzen mit besonderer Wirksamkeit gibt es viele verschiedene Heilkräuter, Wurzeln, Blätter und Knollen. Vielen von ihnen wird eine hemmende Wirkung bei Schmerzen und anderen gesundheitlichen Beschwerden nachgesagt. Doch nicht immer sind die pflanzlichen Wirkstoffe ausreichend erforscht und ihre heilende Wirkung auch mit Studien belegt. Inwieweit sie also wirklich bei Schmerzen helfen können und zur Schmerzlinderung beitragen, ist bisher fraglich.

Bei der Anwendung von pflanzlichen Schmerzmitteln oder Heilpflanzen gibt es wesentlich mehr Erfahrungsberichte als aussagekräftige Studien. Dennoch schwören viele Menschen von alternativen Präparaten zur Schmerzbekämpfung, Atemwegsinfekten oder anderen Erkrankungen.

Obwohl es also keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Belege für viele pflanzliche Präparate gibt, wollen wir dir einige mit schmerzlindernder Wirkung vorstellen. Wir sagen nicht, dass sie dir deine Schmerzen von heute auf morgen nehmen, denn deine Schmerzen sind auch nicht aus dem Nichts entstanden.

Dennoch bieten dir pflanzliche Mittel die Möglichkeit, dich bei anderen Behandlungen gegen deine Schmerzen zu unterstützen. Und nur, weil ihre Wirksamkeit bisher nicht schwarz auf weiß belegt wurde, heißt das nicht, dass sie überhaupt keine Wirkung haben können.

Nachdem wir dir die einzelnen Heilpflanzen und ihre Wirkung vorgestellt haben, findest du weiter unten aber zusätzlich noch ganz wichtige Tipps zur Behandlung deiner bestehenden Schmerzen und wie du insbesondere Schmerzen deines Bewegungsapparates auch in Zukunft am besten vorbeugen kannst. Wir bitten dich daher, dich nicht nur auf ein Schmerzmittel, eine Heilpflanze oder eine Behandlungsmethode zu beschränken. In den allermeisten Fällen führen mehrere Faktoren dazu, dass wir erkranken oder Schmerzen bekommen. Und so können auch unterschiedliche Faktoren wieder zur Heilung beitragen und die Chancen auf eine vollständige Genesung erhöhen.

Unser Körper gerät häufig aufgrund unseres Lebensstils (Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und Schlafqualität) aus dem Gleichgewicht. Da er jedoch ein stetiges Gleichgewicht anstrebt, signalisiert er dir mittels Schmerzen oder anderen gesundheitlichen Problemen, dass er diese Balance unter den aktuellen Bedingungen nicht finden kann.

Um das Gleichgewicht in deinem Organismus wieder herzustellen, können Heilpflanzen auf unterschiedlichem Wege gute Unterstützung bieten. Bei Bewegungs- und Schlafmangel haben wir außerdem weitere Tipps zur direkten Umsetzung für dich. Wie sehr beide Faktoren deine Lebensqualität verbessern und Schmerzen vorbeugen können, erklären wir dir außerdem hier ausführlich

Ernährung war dein Stichwort und du möchtest sofort etwas ändern? Dann haben wir hier unsere Einkaufsliste mit pflanzlichen Lebensmitteln für dich. Lade sie dir einfach direkt runter und starte deinen ersten Einkauf. Ab sofort landen bei dir die leckersten entzündungshemmenden und vollwertigen Lebensmittel in deinem Einkaufskorb. 

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Deine Schmerzen & deine Heilpflanze dagegen

Bitte behalte im Hinterkopf, dass auch pflanzliche Schmerzmittel keine Wunder in der Schmerztherapie oder bei der Behandlung deiner Beschwerden vollbringen können. Dennoch können sie den Prozess der Heilung unterstützen und so zu einem besseren Wohlbefinden beitragen.

  • Statt bei Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Migräne direkt zu Ibuprofen, Aspirin oder anderen Kopfschmerzmitteln zu greifen, teste einmal Pfefferminze. Ja, du hast richtig gelesen: Pfefferminze beziehungsweise Pfefferminzöl kann dir bei akuten Kopfschmerzen, vor allem bei Spannungskopfschmerzen, helfen. Eine Studie ergab, dass das lokal angewandte Pfefferminzöl gegenüber dem Placebo deutlich mehr Wirksamkeit gegen Kopfschmerzen zeigte. Hier wurde die Wirkung von Pfefferminzöl sogar mit der Wirksamkeit von Acetylsalicylsäure und Paracetamol verglichen.4), 5)
  • Gewürznelken und das aus ihnen gewonnene Nelkenöl wurden in einer aktuellen Studie (2021) auf ihre wichtigsten Anwendungsgebiete hin untersucht. Es stellte sich heraus, dass Nelkenöl für die menschliche Gesundheit viele positive Effekte hat. So wird seine Wirkung als entzündungshemmend, schmerzlindernd, betäubend, antinozizeptiv (vermindernde Wirkung auf die Schmerzwahrnehmung) und teilweise antikanzerogen (krebshemmende) beschrieben. Als ätherisches Öl lässt sich Nelkenöl auch gut zur Behandlung von Zahnschmerzen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum anwenden.6) Sogar als Lokalanästhetikum oder als Mittel gegen neuropathische Schmerzen zeigte Nelkenöl in Studien eine Wirkung. Allerdings konnten auch einzelne allergische Reaktionen bei der Anwendung von Nelken in der Zahnmedizin beobachtet werden.7)

Dies zeigt, dass auch bei pflanzlichen Mitteln, insbesondere bei hochkonzentrierten Extrakten wie ätherischen Ölen, mögliche Nebenwirkungen auftreten können.

Ein Strauss Arnikablumen steht in einer Vase vor einem weißen Tuch.

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  • Ein ganz bekanntes pflanzliches Arzneimittel, dass du vielleicht kennst, ist Arnika. Die gelb-leuchtenden Blüten der Heilpflanze kommen häufig bei der Herstellung homöopathischer Präparate gegen Schmerzen zum Einsatz.

Besonders als lokal angewandte Salbe bei Prellungen, Verstauchungen, stumpfen Sportverletzungen und Muskelschmerzen kann Arnika abschwellend, entzündungshemmend und schmerzhemmend wirken.8)

Wichtig bei der Anwendung: Die Salbe darf nicht auf Verletzungen der Haut oder offenen Wunden aufgetragen werden. Sie kann Reizungen und allergische Reaktionen hervorrufen.

  • Bei Gelenkschmerzen, Arthrose, Rheuma und Entzündungen (Arthritis), aber auch bei Verdauungsbeschwerden gibt es eine Behandlungstradition mit Teufelskralle oder auch Teufelskrallenwurzel. Der heilende und schmerzhemmende Wirkstoff in der Teufelskralle ist Harpagosid. Klinische Studien konnten angeblich beweisen, dass die Teufelskrallenwurzel (Harpagosid) wirkungsvoll gegen Schmerzen als Hauptsymptom verschiedener Erkrankungen wie beispielsweise bei Arthrose oder Rheuma sein kann.9) Allerdings teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) mit, dass die Methodik der Studien über die Teufelskralle und der Wirksamkeit nicht ausreichend sei.10)
  • Capsaicin, der scharfe Inhaltsstoff in Cayennepfeffer und Chili zeigte in Studien eine schmerzhemmende Wirkung, in dem es genau an den Nozizeptoren, den Schmerzrezeptoren ansetzt.11) In anderen Studien konnte die Wirkung von Capsaicin auf die Schmerzweiterleitung untersucht werden. Hier fanden Wissenschaftler heraus, dass unter Anwendung von Capsaicin die Schmerzfasern – Nerven, die die Schmerzempfindung weitertransportieren – den Schmerzneurotransmitter aufbrauchten. In dem Experiment wurde Medizinstudenten das scharfe Capsaicin in die Nasenschleimhaut gegeben, woraufhin sie mit starken Schmerzen, Sekretion und Niesen reagierten. Der Schmerz betäubte ihre Nasen jedoch so stark (die Schmerzweiterleitung war unterbrochen), sodass dasselbe Experiment und dieselbe Menge Capsaicin in ihren Nasen kaum bis keine Schmerzen auslöste.

Die Desensibilisierung hielt bis zu einem Monat an, bis sich ein neuer Neurotransmitter-Vorrat gebildet hatte, der die Schmerzen erneut weiterleiten konnte.

Durch die betäubende Wirkung wird Capsaicin gerne auf der Haut bei Arthrose, Gelenkschmerzen und bei Kopfschmerzen angewandt.12), 13)

Auch hier ist bei offenen Wunden oder anderen Hautreaktionen Vorsicht geboten. Ein topisches Mittel zur äußeren Anwendung mit Capsaicin kann auf der Haut brennen. In Pflastern, die bei Rückenschmerzen aufgeklebt werden können, fördert Capsaicin als Inhaltsstoff die Hautdurchblutung. Allergische Reaktionen können auch hier auftreten.

Ein Bündel Rosmarin steht in einer kleinen Glasvase auf einem Tisch.

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  • Rosmarin ist dir sicherlich aus der mediterranen Küche bekannt. So gibt er vor allem Kartoffel- und Gemüsegerichten ein einzigartiges Aroma. Aber Rosmarin kann noch viel mehr als nur Gerichte verfeinern und gut schmecken.

Die duftenden Blätter des Rosmarins haben eine anregende und kräftigende Wirkung auf die Psyche und unterstützen die Verdauung. Bei Muskelschmerzen kann die Anwendung von Rosmarinöl auf der Haut die Hautdurchblutung fördern, Muskeln lockern und helfen, Verspannungen zu lösen.

In der traditionellen Medizin wird Rosmarin als mildes Schmerzmittel und wirksames Heilkraut bei der Behandlung von Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen) und entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma eingesetzt.14) Die bisherige Studienlage und Rosmarin als potentes Schmerzmittel werden derzeit noch von der EMA geprüft.

  • Heublumen kannst du in der Apotheke oder im Reformhaus frei verkäuflich erwerben. Bei ihnen geht es lediglich um eine Mischung verschiedener getrockneter Wiesenblumen und Gräser. Meist enthalten sie Blüten, Samen, Stängel und Blätter. Als warme Umschläge auf der Haut fördern sie die Hautdurchblutung und sind ein nebenwirkungsfreies pflanzliches Mittel zur Wärmebehandlung von Muskelschmerzen, Arthrose und anderen Schmerzen des Bewegungsapparates. Hier ist es mit der wissenschaftlichen Studienlage und dem Beweis für die Wirkung von Heublumen jedoch schwer. Die Heublumen und der Anteil der einzelnen Wiesenblumen mit ihren Inhaltsstoffen variiert, weshalb auch die Wirksamkeit der einzelnen Bestandteile wie etwa ätherischen Ölen oder Gerbstoffen einer solchen Heublumen-Mischung nicht klar nachgewiesen werden kann.

Mit Wärme und Umschlägen kannst du jedoch vor allem bei Muskel- und Gelenkschmerzen meist nichts falsch machen. Ob du noch Heublumen verwendest, bleibt dabei ganz dir überlassen. Immerhin hat die Verwendung von Heublumen immerhin einen gewissen Wellness-Faktor, finden wir.

Bei Entzündungen oder geschwollenen, geröteten Gelenken, wie sie bei Arthritis und Rheuma häufig ein Symptom sind, behandele bitte nicht mit Wärme. Setze hier auf kühle Wickel und Umschläge.

  • Der Beinwell hat ein großes Wirksamkeitsspektrum, das sogar wissenschaftlich bewiesen ist. Vor allem als lokal angewandtes Heilmittel (Salbe), kann Beinwell bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Entzündungen und Schwellungen von Muskeln und Gelenken, allgemein Gelenkerkrankungen und Gelenkschmerzen, aber auch bei Prellungen, Verstauchungen und bei Rückenschmerzen helfen.15) Für die Wirksamkeit des Beinwells werden die in ihm enthaltenen Wirkstoffe Allantoin und Rosmarinsäure vermutet. Besonders die Rosmarinsäure besitzt eine nachweislich entzündungshemmende Wirkung.16)

Außerdem kann Rosmarinsäure die Synthese von Prostaglandin hemmen. Du erinnerst dich vielleicht an den schon erwähnten Schmerzmediator, der bei der Schmerzweiterleitung eine Rolle spielt. 17) Extrakte aus den Blättern des Beinwells können die Wundheilung unterstützen und beschleunigen.

Einige Baumstämme einer Weide sind übereinandergestapelt. Vor ihnen wächst eine Schafgarbe.

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Entzündungshemmende Weidenrinde

Im Extrakt der Weidenrinde befindet sich das pflanzliche Salicin, das durch die Darmflora in Salicylsäure umgewandelt wird. Die Wirksamkeit von Weidenrinde bei Schmerzen des Bewegungsapparates wie Rückenschmerzen oder Arthritis geht auf den Gehalt der Salicylsäure in der Heilpflanze zurück.

Bekannt ist, dass die Wirkung erst nach langer Einnahme auftritt und auch nicht alleine auf das Salicin zurückzuführen ist.

Offen ist jedoch noch, welche Verbindungen zusätzlich in der Weidenrinde zu finden sind und wie sich ihre volle Wirkung bei Schmerzen wie beispielsweise Arthrose oder Rheuma entfalten könnte.18)

  • Zwiebeln und Knoblauch gehören zu den Lauchgewächsen. Beide machen herzhafte Gerichte immer etwas schmackhafter, findest du nicht auch? Doch nicht nur in der Küche sind sie eine tolle geschmackliche Ergänzung. Gleichzeitig kann die regelmäßige Verwendung von Knoblauch und Zwiebeln unsere Gesundheit fördern. Das Allicin in Knoblauch wirkt als natürliches Antibiotikum, kann die Darmflora schützen, Bakterien und Pilze bekämpfen und sowohl bei Rheuma als auch bei Arthrose Schmerzen und Schübe lindern. Für den starken Geruch von Knoblauch sorgt übrigens der enthaltene Schwefel. Auch er ist ein natürlicher Inhaltsstoff in Knoblauch und wird für die krebshemmende, antibakterielle, antivirale, blutdrucksenkende, kardioprotektive (schützende Wirkung auf das Herzkreislaufsystem) und stärkende Wirkung auf das Immunsystem verantwortlich gemacht.19)

Auch die Zwiebel enthält Schwefel-Verbindungen und andere wichtige bioaktive Substanzen wie beispielsweise phenolische Verbindungen, sekundäre Pflanzenstoffe, die zu unserer Gesundheit beitragen. Sie besitzt unter anderem entzündungshemmende, krebshemmende, antidiabetische, neuroprotektive und verdauungsfördernde Eigenschaften.20)

Die volle Wirkung entfalten Zwiebel und Knoblauch, wenn du sie roh verzehrst. Solltest du nicht mit den Konsequenzen eines geruchsintensiven Atems leben können, brate beide etwas an. So lässt der Geruch schon deutlich nach. Aber auch in Umschlägen kann Zwiebel Entzündungen hemmen. Die Anwendung ist besonders leicht und nebenwirkungsfrei. Einen Versuch ist es wert, oder?

  • Ingwer – die Knolle, die in Indien auch als „maha-aushadhi“ bekannt ist, was so viel heißt wie „die große Medizin“, wird seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt.21) So konnte die Wirkung bei Migräne, Spannungskopfschmerzen und Menstruationsschmerzen nachgewiesen werden. Auch im Vergleich zu Ibuprofen schnitt Ingwer bei längerer Einnahme gleich gut ab und konnte eine gleiche Schmerzreduktion bewirken.22)

Auch bei Übelkeit und allgemeinen Verdauungsbeschwerden wie Krämpfen im Magen, Blähungen oder andere Beschwerden des Magen-Darm-Traktes kann Ingwer helfen.

In Form von Tropfen, dem Extrakt als Pulver oder ausgekocht in heißem Wasser ist Ingwer vielseitig einsetzbar. Besonders der scharfe, wärmende Effekt der Wurzel, kann im Winter gegen Halsschmerzen und Infekte helfen oder ihnen vorbeugen.

Die rechte Hand einer Frau rührt einen Teelöffel Kurkumapulver in ein Glas mit Wasser. Ihre linke Hand hält ein Vorratsglas mit Kurkumapulver am Deckel geöffnet.

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  • Wir sind uns sicher: Kurkuma ist dir ganz bestimmt schon einmal untergekommen. Mittlerweile gibt es etliche Veröffentlichungen über Curcumin und einige Zeit wurde das gelbe Pulver besonders in Kombination mit pflanzlicher Milch als sogenannte „Goldene Milch“ hoch gelobt. Curcumin, das ist der gelbe Farbstoff in der Kurkuma-Knolle, ist sehr gesund. Ihm werden eine entzündungshemmende Wirkung bei vielen verschiedenen Erkrankungen nachgesagt.

Selbst bei postoperativen Schmerzen konnte Curcumin die Genesung beschleunigen.

Die Behandlung mit Curcumin bei rheumatoider Arthritis zeigte sich wirksamer als unter Anwendung anderer Medikamente.23), 24)

Die Studienlage bei Kurkuma (Curcumin) ist besonders gut. Mittlerweile existieren weit über 5000 Fachartikel über den gelben, antioxidantienreichen Farbstoff Curcumin. Wie sehr es Kurkuma aber in sich hat, zeigte eine Untersuchung bei der sich unter einer einzigen Prise Kurkuma pro Tag für eine Woche die DNA-Schäden, die unter dem normalen Einfluss freier Radikale entstehen, bereits halbieren konnte.25) Damit Curcumin aber richtig wirken kann und auch bei Schmerzen hilft, reicht es Studien zufolge wohl nicht aus, nur regelmäßig Kurkumapulver zu essen. Denn obwohl es eine Stunde nach dem Verzehr bereits im Blutkreislauf zu erkennen ist, sind die Mengen zu gering, um tatsächlich die zuvor beschriebene Wirksamkeit zu erreichen.

Allerdings gibt es einen einfachen Trick, wie wir die Konzentration von Curcumin um 2000 Prozent auf natürliche Weise erhöhen können. Dazu brauchen wir lediglich zu dem empfohlenen Viertel Teelöffel Kurkuma einen Viertel Teelöffel schwarzen Pfeffer. Das in ihm enthaltene Piperin ist typisch für das schwarze Aroma und den Geschmack des Pfeffers.26)

Piperin wirkt als ein natürlicher Hemmer des Arzneimittelstoffwechsels. Normalerweise befreit sich unsere Leber von fremden Substanzen (beispielsweise von Inhaltsstoffen in Medikamenten), indem sie diese Stoffe wasserlöslich macht. So können Schadstoffe auch über die Leber ausgeschieden werden.

Piperin unterbindet diesen Mechanismus, sodass sich die Konzentrationen von Arzneimitteln, aber eben auch Curcumin, erhöhen kann.27)

Bei topisch (örtlich, äußerlich) angewandten Mitteln, die lokal bei Krämpfen, Muskelschmerzen, Prellungen, Schwellungen, Verstauchungen oder anderen Beschwerden direkt auf die Haut aufgetragen werden, können Rötungen, Hautausschläge, Juckreiz oder ähnliche Hautreizungen auftreten. Das kommt zwar eher selten vor, solltest du aber bei der ersten Anwendung im Hinterkopf behalten.

Informiere dich vor der Anwendung bitte immer über das Mittel und teste die Salbe oder Tinktur zunächst auf einem kleinen Hautareal. So kannst du dort beobachten, ob deine Haut eine Reaktion zeigt oder ob du das pflanzliche Mittel gut verträgst.

Ebenso kann es bei unkontrolliert eingenommenen Extrakten, Tabletten oder Tropfen zu Vergiftungserscheinungen kommen. So macht es beispielsweise einen Unterschied, die Blätter einer Heilpflanze als Tee mit heißem Wasser aufzubrühen oder die Heilpflanze in ihrer hochdosierten Form als gepresste Kapsel zu schlucken. Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass die meisten Heilpflanzen keinerlei Nebenwirkungen haben. Auch die Vorschriften für die Verschreibung, die Zubereitung und den Verzehr von Heilkräutern beziehungsweise pflanzlichen Arzneimitteln sind nicht streng reglementiert. Dadurch kann es immer wieder zu Vergiftungen durch pflanzliche Mittel kommen.

Außerdem sind den wenigsten Menschen Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig eingenommenen Medikamenten bekannt. So kann die Einnahme von Heilpflanzen die Wirksamkeit von Fertigarzneimitteln entweder deutlich verstärken oder abschwächen. Auch das kann die Gefahr für weitere, schwerwiegendere Nebenwirkungen erhöhen.28)

Auch hier lohnt sich die Abklärung vor der Einnahme von pflanzlichen Mitteln mit deinem Arzt. Im Regelfall weiß er, welche Präparate du sonst einnimmst und wie sich die pflanzlichen Mittel mit deinen Medikamenten vertragen. Scheue dich also nicht, auch hier um Rat zu fragen.

Bei der Verordnung von Schmerzmitteln sind die behandelnden Ärzte in vielen Fällen besonders schnell. Aber auch die Betroffenen möchten verständlicherweise ihre Schmerzen endlich wieder loswerden – vor allem dann, wenn sie schon über viele Jahre darunter leiden. Warum eine pflanzliche Ernährung bei Schmerzen helfen kann und warum sie die beste Prävention ist, erklären dir die Ernährungsmedizinerin Dr. med. Petra Bracht und Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video.

So wappnest du dich von Grund auf gegen Schmerzen

Vorsorge ist besser als Nachsorge: Dafür ist zunächst einmal ganz wichtig, dass du verstehst, wie Schmerzen entstehen und wie sie dich vor größeren gesundheitlichen Schäden warnen können. In diesem Kapitel haben wir dir dies schon genauer erläutert. 

Damit sollte auch klar sein, dass kein Schmerzmittel an der Ursache deiner Beschwerden ansetzen kann. Denn ursächlich für Schmerzen sind vor allem eine ungesunde Lebensweise mit viel Stress, wenig Bewegung, schlechtem oder zu wenig Schlaf sowie ungesunder Ernährung. Auch der regelmäßige Konsum von Genussmitteln wie Alkohol und Zigaretten (Nikotin) kann Schmerzen auslösen und bestehende verschlimmern.

Häufig ist es eine Kombination aus vielen der genannten Faktoren, die zu einem Ungleichgewicht deines Körpers beiträgt und letztendlich die Schmerzen verursachen kann.

Eine Ausnahme bilden natürlich Schmerzen, die durch akute Verletzungen wie Sportverletzungen, darunter Prellungen und Verstauchungen, teilweise auch Krämpfe, entstanden sind oder durch Unfälle hervorgerufen werden. Hier sind die oben genannten Einflussfaktoren erst einmal nicht relevant und es besteht die Möglichkeit, für kurze Zeit schmerzhemmende Medikamente einzunehmen. Auch Salben können bei solchen Verletzungen aufgetragen oder mit Kälte gegen Entzündungen und Schmerzen angegangen werden.

Diese Faktoren spielen bei der Entstehung von Schmerzen die Hauptrolle

Bei der Entstehung von Schmerzen spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Zu ihnen zählen die üblichen Lebensstilfaktoren wie:

  • Ernährung,
  • Bewegung,
  • Stressmanagement, Schlaf und auch
  • der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen.

Unsere moderne Lebensweise sorgt zunehmend dafür, dass bei all diesen Faktoren unser körpereigenes Gleichgewicht ins Wanken gerät. Und meistens benötigt unser Körper viel Unterstützung, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Wir sitzen täglich bis zu acht Stunden, bewegen uns nebenbei viel zu wenig oder zu einseitig, wir ernähren uns ungesund, weil wir zu viel Stress und zu wenig Zeit haben und auch unsere Schlafqualität leidet unter einem meist zu hohen Arbeitspensum und Stress.

Du kannst dir vorstellen, dass unser Körper diese Kombination nicht gerade gutheißt und früher oder später das Frühwarnsystem rot aufleuchtet. Die gute Nachricht: Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Gelenkschmerzen und Gelenkverschleiß (Arthrose), Entzündungen (Arthritis, Rheuma, Osteoarthritis) oder Muskelschmerzen – gegen all diese Einschränkungen oder entstandene Erkrankungen des Bewegungsapparates kannst du selbst effektiv vorgehen. Im Folgenden stellen wir dir die wichtigsten Maßnahmen gegen diese Beschwerden vor. Hier findest du eine genaue Anleitung, wie du nicht nur Schmerzen wieder loswerden, sondern ihnen auch in Zukunft vorbeugen kannst.

Und das Beste daran: Sie sind völlig nebenwirkungsfrei.

1. Ernährung gegen Schmerzen

Der Zusammenhang von Schmerzen und Ernährung ist dir noch gänzlich unbekannt? Dann schaust du am besten direkt in unseren umfangreichen Artikel dazu und liest alles über die Auslöser von Schmerzen in unserer Ernährung. Außerdem erfährst du dort, wie ernährungsbedingte Erkrankungen entstehen.

Du möchtest nicht ewig lange lesen, sondern direkt deine Ernährung verbessern und sofort spüren, welche positiven Auswirkungen gesunde Lebensmittel auf dich haben können? Dann legen wir dir hier die fünf wichtigsten Lebensmittelgruppen direkt ans Herz.

  • Früchte in Hülle und Fülle dürfen es täglich sein. Beides meinen wir wortwörtlich. Lass die Hülle am besten dran und verzehre das Obst mit Schale – vorausgesetzt, du greifst zu biologisch angebauten Früchten. Ansonsten bitte gut waschen, trocken reiben oder doch schälen. Das überlassen wir dir. Bevor du kein Obst isst, weil dir Bio-Qualität zu teuer ist, iss lieber konventionelles Obst als komplett auf frische Früchte zu verzichten. Was meinen wir mit Fülle? Ganz einfach: Bei Obst darfst du gerne öfter am Tag zugreifen. Es enthält viel Wasser, Ballaststoffe (Pflanzenfasern) und wichtige Mikronährstoffe wie Mineralien, Vitamine und Spurenelemente. Diese Kombination versorgt dich mit allem, was deinen Körper gesund hält. Ein zusätzlicher Vorteil von reichlichem Obstverzehr: Es stillt deine Lust auf Süßes und verhindert Heißhunger.
  • Noch mehr zulangen darfst du übrigens bei Gemüse. Und hier meinen wir wirklich, deinen Teller zur Hälfte mit grünem Blattgemüse und anderen Gemüsesorten zu füllen. Damit nimmst du reichlich Ballaststoffe und Mikronährstoffe zu dir, sodass dein Magen gut gefüllt ist und auch deine Zellen ausreichend mit den wichtigen Stoffen wie Mineralien und Vitaminen versorgt sind.

Mit so viel Obst und Gemüse täglich unterstützt du deinen Körper, ein natürliches Säure-Basen-Gleichgewicht zu finden. Die basische Ernährung durch naturbelassene, pflanzliche Nahrungsmittel bietet keinen guten Nährboden für Entzündungen, Schmerzen oder Erkrankungen.

Sie ist vielmehr die optimale Vorsorge und verringert zugleich das Risiko, Übergewicht und Schmerzen sowie Folgeerkrankungen zu entwickeln.

Diese Art der Ernährung fördert zusätzlich deine Verdauung und somit einen gesunden Magen-Darm-Trakt. Dieser leidet bei der Einnahme von herkömmlichen Schmerzmittel leider viel zu oft. Ibuprofen, Paracetamol und andere Präparate können die Darmschleimhaut reizen und Probleme mit dem Magen verursachen.

Worauf wartest du? Lade dir direkt unsere Einkaufsliste mit vollwertig pflanzlichen Lebensmitteln runter und schnappe dir deinen Einkaufskorb. Mit einer pflanzlichen und entzündungshemmenden Ernährung legst du den besten Grundstein, um wieder schmerzfrei werden zu können. 

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Mandeln und Walnüsse liegen auf zwei kleinen braunen Tellern verteilt. Auch um sie herum liegen die Nüsse auf dem Tisch.

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  • Eine Portion Hülsenfrüchte sollte außerdem täglich auf deinem Speiseplan stehen. Sie sind reich an pflanzlichem Eiweiß und Mineralstoffen, sättigen hervorragend und versorgen dich mit ausreichend Eiweiß. Ihr Anteil an  Ballaststoffen ist besonders hoch und sie haben wie Obst und Gemüse auch nur Vorteile für deine Gesundheit.
  • Nüsse wie Walnüsse mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren und weiteren gesunden Fettsäuren sollten täglich in kleinen Portionen deine Ernährung ergänzen. Aufgrund der entzündungshemmenden Fettsäuren helfen sie gegen Entzündungen und Schmerzen und gehören zu einer gesunden, pflanzlichen Ernährung dazu.

Wir empfehlen 50 Gramm Nüsse pro Tag.

Bei Lust auf etwas Süßes greife bitte zu Früchten oder Trockenfrüchten. Zuckerreiche Lebensmittel können Schmerzen verschlimmern und teilweise auch verursachen. Auf welchen Zuckerersatz du zurückgreifen kannst und welch tolle Süßspeisen ganz ohne Kristallzucker es gibt, entdeckst du in diesem Artikel. 

2. Die richtige Bewegung gegen Schmerzen

Ernährung ist wichtig, aber genauso wichtig ist auch die Bewegung bei der Vorbeugung von Schmerzen. Auch wenn du schon Schmerzen hast, ist es wichtig, dass du wieder in die Bewegung reinfindest. Keinesfalls solltest du zu lange in einer Schonhaltung verweilen. Gerade bei Gelenkschmerzen werden wir dazu verleitet, unsere Glieder so still wie möglich zu halten und sie zu „schonen“. Doch in den meisten Fällen ist es eben diese Bewegungsarmut, die zu den Gelenkschmerzen geführt hat. Knorpelstrukturen müssen ernährt werden, um zu regenerieren und das geschieht nur unter Bewegung. Wie das funktioniert und warum dein Knorpel auf Bewegung angewiesen ist, kannst du hier genauer nachlesen.

Dabei kann die Bewegung gegen Schmerzen ganz unterschiedlich aussehen. Eine Mischung aus sanften Übungen, Faszien-Rollmassagen und Dehnübungen, bei denen du deine Schwachstellen ruhig auch spüren darfst, sind von Vorteil.

Ergänze diese Bewegungsmuster mit täglichen Spaziergängen an der frischen Luft, sodass du richtig entspannen kannst und deinen gesamten Bewegungsapparat durchblutest und mit Sauerstoff versorgst. Nur so können auch deine Zellen richtig arbeiten.

Schau dich unbedingt in unserem Schmerzlexikon um und suche deinen Schmerzzustand heraus. Hier haben wir mittlerweile über 140 Schmerzzustände mit Erklärungen zu Ursache, Entstehung, Symptomen und vielen effektiven Übungen gegen deine Schmerzen. Starte am besten noch heute!

3. Stress vermeiden und Schlaf verbessern

Studien beweisen, dass Schmerzen sich verschlimmern oder wir sie als stärker wahrnehmen, wenn wir gestresst sind. Kein Wunder, denn bei Stress spannt sich alles, insbesondere unser gesamter Bewegungsapparat inklusive der Muskeln und Faszien, nur noch mehr an. Außerdem schüttet unser Körper vermehrt Cortisol (ein Stresshormon) aus, das das Schmerzempfinden verstärken kann. Wir sind schnell überreizt.29)

Versuche deshalb, Stress so gut es geht zu meiden. Das heißt auch, den dritten Termin am Tag einmal abzusagen oder auf einen anderen Tag zu verschieben. Wenn du bereits an Schmerzen leidest, solltest du dir ausreichend Ruhephasen nehmen.

Ruhephasen können aktive Stunden sein, wie ein Spaziergang oder eine Radtour an der frischen Luft. Oder ein paar sanfte Dehnübungen zuhause auf deiner Matte. Genauso gehört es aber dazu, ein entspannendes Bad zu nehmen oder dir eine Massage zu gönnen.

Eine junge Frau liegt im Bett auf ihrem Kopfkissen. Sie hat die Augen geschlossen und schläft.

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Auch Schlaf spielt bei der Entstehung und Bekämpfung von Schmerzen eine große Rolle.30) Unser Nervensystem ist schlichtweg überlastet, wenn wir nicht für einige Stunden vollkommene Ruhe haben und uns ständig Reizen aussetzen. Das heißt auch, das Smartphone und alle anderen digitalen Geräte frühzeitig auszuschalten. Am besten ist es, wenn du diese gar nicht erst in deinem Schlafzimmer hast.

Schlaf ist enorm wichtig. Am besten sind acht Stunden Schlaf. Nur wenn du ausreichend schläfst, kann dein Körper regenerieren und sich um all die Baustellen kümmern.

In der Schlafphase repariert er Zellen, sortiert Schadstoffe aus und kümmert sich um ganz grundlegende Aufgaben, zu denen er sonst nicht kommt. Gibst du ihm diese ungestörte Zeit nicht, kommt der Körper irgendwann nicht mehr mit Aussortieren und Regenerieren nach. Und du weißt sicherlich, wie sich durchwachte Nächte am folgenden Tag anfühlen und wie lange man ein solches Schlafdefizit durch die Woche noch spüren kann.

Auch du kannst schmerzfrei werden

Du hast gesehen: Schmerzmittel, ob synthetisch hergestellt oder pflanzlicher Art, – sie alle haben ihre Risiken und Nebenwirkungen. Sie alle können dein Wohlbefinden kurzfristig verbessern und zur Schmerzreduktion beitragen. Und dennoch bekämpft kein Schmerzmittel die Ursache deiner Beschwerden.

Mit unseren vorgestellten Maßnahmen zur Schmerzminderung und Vorbeugung von Schmerzen kann es dir gelingen, ein schmerzfreies Leben zu führen. Dass das auch ganz ohne Schmerzmittel und Medikamente gehen kann, wirst du hoffentlich schon bald selbst erfahren. 

Der beste Weg in die Schmerzfreiheit – insbesondere bei einem unklaren Schmerzzustand und der ewig langen Suche nach der Ursache deiner Beschwerden – ist der, bei dem du nicht aufgibst. Hierbei wollen wir dich so gut es geht unterstützen. 

Noch mehr Übungen gegen deine Schmerzen, leckere und gesunde Rezepte sowie Einkaufslisten mit vielen gesunden Zutaten, findest du in unseren Beiträgen im Ernährungslexikon und im Schmerzlexikon.

Jetzt liegt es an dir, den ersten Schritt in Richtung Schmerzfreiheit zu gehen.

Quellen & Studien