Zähneknirschen Symptome: Diese Folgen drohen | Liebscher & Bracht

31.03.2026
Roland Liebscher-Bracht

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Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter
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Zähneknirschen (Bruxismus) entsteht durch eine wiederholte Aktivität der Kaumuskulatur. Die Betroffenen pressen ihre Zähne aufeinander. Dabei schieben sie oft den Unterkiefer hin und her, sodass die Zähne aneinander reiben und knirschen.

Die Beschwerden und Symptome sind sehr weitreichend. Meist leidet nicht nur die Zahnsubstanz unter konstantem Zähneknirschen. Die Kaumuskeln, das Kiefergelenk und auch die Psyche sind bei Bruxismus häufig betroffen.

Eine junge Frau liegt mit geöffnetem Mund beim Zahnarzt. Ihr Gebiss ist zu sehen und der Zahnarzt untersucht mit Dentalinstrumenten die obere Zahnreihe auf Schäden durch Zähneknirschen.

1. Symptome: Typische Beschwerden bei Bruxismus

Wer nachts mit den Zähnen knirscht, hat oft morgens nach dem Aufwachen leichte bis starke Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich.1

Die häufigsten Symptome erkennen Patienten ohne ärztliche Hilfe. Anhand der folgenden Punkte kannst du selbst feststellen, ob du mit den Zähnen knirschst.

  • Überempfindliche oder sogar wackelnde Zähne
  • Kieferschmerzen sowie Schmerzen beim Öffnen und Schließen des Mundes, in der Kaumuskulatur und in den Kiefergelenken
  • Kieferklemme bzw. eingeschränkte Kieferöffnung (normal sind 40 Millimeter)
  • Abdrücke der Zähne an deiner Zunge oder der Innenseite deiner Wange
  • Kopfschmerzen beim Aufwachen im Bereich der Schläfen
  • Schlechte Schlafqualität und unruhige Nächte
In einem kleinen, runden Handspiegel betrachtet eine junge Frau ihr Gebiss. Sie zeigt mit einem Zeigefinger auf ihre Schneidezähne.

© patrisyu | shutterstock.com

Weitere Anzeichen für Zähneknirschen (Bruxismus) kann dein Zahnarzt oder Kieferorthopäde bei einer einfachen Kontrolluntersuchung ermitteln.2

  • Die Zahnhartsubstanz nutzt sich ab, obwohl keine Karies vorhanden ist.
  • Die Kaumuskeln sind durch die ständige Beanspruchung stark (hypertroph) vergrößert.
  • Das Zahnfleisch geht langsam zurück (Gingivarezession).
  • Es entstehen weißliche Linien in Höhe der Zahnreihen auf der Wangenschleimhaut (Planum buccale).

Mediziner unterscheiden beim Zähneknirschen zwei Erscheinungsformen: Schlafbruxismus und Wachbruxismus. Wenn die Kaumuskulatur nachts aktiv ist, reiben die Zähne oft rhythmisch aneinander. Dagegen pressen Patienten tagsüber die Zähne eher aufeinander oder schieben den Unterkiefer vor, ohne dass sich die Zähne dabei berühren.3

2. Folgen: Die Risiken beim Zähneknirschen

Wird Bruxismus nicht behandelt, können Folgeschäden entstehen. Diese sind zum Teil gravierend und lassen sich nur mit viel Aufwand beheben. Weil das Zähneknirschen weit verbreitet ist, unterschätzen viele Menschen seine Risiken und langfristigen Folgen.

Das Bild ist schwarz-weiß und zeigt die untere Gesichtspartie einer jungen Frau. Die Dame öffnet ihren Mund leicht, sodass man die obere Zahnreihe sehen kann.
  • Die abgeschliffenen Zähne sind eines der häufigsten Symptome bei Bruxismus. Vereinzelt leiden Patienten dabei jedoch nicht nur unter empfindlichen Zähnen und leichten ästhetischen Einschränkungen. In schweren Fällen entstehen auch sprachliche Beeinträchtigungen oder Schwierigkeiten beim Kauen.4
  • Künstliche Zähne, Füllungen oder Brücken können bei starkem Bruxismus beschädigt werden. Wenn das Restaurationsmaterial kaputt geht, ist oft ein Ersatz notwendig.5 Solche Maßnahmen können für die Patienten kostspielig werden.
  • Häufig geht das Zähneknirschen mit einer Fehlregulation der Kaumuskeln und Kiefergelenke einher. Diese sogenannte „craniomandibuläre Dysfunktion“ (CMD) stellt eine sehr komplexe Krankheit dar. Sie wird von Schmerzen sowie einer eingeschränkten Kieferöffnung begleitet. Außerdem kann CMD weitere Beschwerden verursachen. Dazu gehören Krankheitssymptome wie Kopfschmerzen und Migräne, Schwindel, Tinnitus oder sogar Nackenschmerzen. Weitere Informationen findest du in unserem Artikel über CMD.

Solche Risiken solltest du nicht eingehen. Um weitere Krankheiten und Funktionsstörungen zu vermeiden, lasse dich von einem Zahnarzt beraten oder informiere dich zu Übungen gegen das Zähneknirschen.

Hintergrund: Das Zähneknirschen entsteht meist durch mehrere Ursachen. Ein entscheidender Faktor ist die tägliche Bewegung der Kiefergelenke. Wenn wir den Mund beispielsweise nicht ausreichend öffnen, verlieren die beteiligten Muskeln und Faszien ihre Flexibilität. Außerdem beginnen viele Menschen im Stress unbewusst die Zähne aufeinanderzupressen, weil das Kauorgan nachweislich mit einem emotionalen Teil des Nervensystems verbunden ist.6

Dann ist die Kiefermuskulatur angespannt. Das schränkt den Blut- und Lymphfluss im umliegenden Gewebe ein, wodurch sich die Beschwerden verstärken. Mehr dazu erfährst du auf unserer Seite: Ursachen für das Zähneknirschen.

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3. Häufigkeit: Bruxismus ist weit verbreitet

Das Zähneknirschen ist mittlerweile ein häufiges Problem. Nachts knirschen ungefähr 13 Prozent der Erwachsenen mit den Zähnen. Außerdem pressen viele Menschen auch tagsüber unbewusst ihre Zähne aufeinander. Dieses Verhalten tritt mit einer Häufigkeit (Prävalenz) von rund 26 Prozent in der Gesamtbevölkerung auf.7 Dabei sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.8


Während der Corona-Pandemie (SARS-CoV-2) stieg die Zahl der Suchanfragen zum Zähneknirschen (Bruxismus) bei Google um fast 25 Prozent. Ob die Beschwerden in dieser Zeit ebenfalls zugenommen haben, bleibt zu vermuten. Die Anspannung und der zusätzliche Stress könnten theoretisch dafür verantwortlich sein.9

Am häufigsten tritt Bruxismus im Alter von 10 bis 30 Jahren auf.10 Die Beschwerden gehen ab dem 50. Lebensjahr zurück.11

Bei Kindern kommt es noch viel öfter zum Zähneknirschen. Bis zu 50 Prozent der Kinder knirschen mit den Zähnen. Grund zur Sorge besteht jedoch nur in seltenen Fällen. Oft ist das Knirschen im Kindesalter nämlich notwendig, um bei Milchzähnen die Bissstellung (Okklusion) richtig einzustellen.12

4. Diagnose: Wie Zahnärzte Bruxismus erkennen

Das Geräusch beim Zähneknirschen stellen sich viele Menschen wie das Reiben eines Mahlsteins vor. Tatsächlich erklingt in rund 80 Prozent der Fälle kein Ton.13 Oft sind sich Betroffene nicht bewusst, dass sie mit den Zähnen knirschen. Viele erschrecken daher bei der Diagnose des Zahnarztes.


Manchmal kann dein Schlafpartner dich auf die quietschenden Geräusche beim Zähneknirschen hinweisen oder das Kieferpressen sogar beobachten.

Im Gespräch mit deinem Arzt solltest du erwähnen, wenn du bei dir selbst die typischen beobachtest. Oft liefern Schmerzen in der Kaumuskulatur oder Schwierigkeiten bei der Kieferöffnung wichtige Hinweise für die Diagnose von Bruxismus.

Um Krankheitszeichen bei akutem Zähneknirschen zu erkennen, nutzen Zahnärzte in der Praxis häufig die folgenden Technologien.

  • Monitoring: Mithilfe von Fotos, Scans oder Modellen können Zahnärzte langfristig entstandene Schäden an deinem Gebiss oder Zahnhalteapparat dokumentieren. Dadurch lassen sich Verschleiß und andere Veränderungen besser feststellen.14
  • Indikatorschienen: Die eingefärbten Zahnschienen nutzen sich dort ab, wo Zähne aufeinander reiben. Dank verschiedener Farbschichten lässt sich sogar das Ausmaß der Knirschaktivität beurteilen. Allerdings kann reines Zähnepressen so nicht dargestellt werden.15 Zudem beginnen viele Patienten wegen der fremden Schiene zu knirschen, wodurch der Test verfälscht wird.

Diagnose Bruxismus? Gleich behandeln!

Wurde bei dir eine Tendenz zum Zähneknirschen festgestellt? Dann solltest du bald mit der Behandlung beginnen. Informiere dich in unserem Artikel zur Therapie von Bruxismus oder lade dir unseren kostenfreien Ratgeber herunter. Darin findest du einfache Übungen, die gegen das Zähneknirschen helfen können.

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Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

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Dr. med. Egbert Ritter

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Dr. med. Egbert Ritter

Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

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Veröffentlicht am: 20.03.2026 | Letzte Aktualisierung: 31.03.2026

Quellen & Studien

  1. 1 Klasser, G. D., Greene, C. S., Lavigne, G. J. (2010) Oral appliances and the management of sleep bruxism in adults: a century of clinical applications and search for mechanisms. International Journal of Prosthodontics, 23, S. 453-462.
  2. 2 AWMF – Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (2019). S3-Leitlinie (Langversion): Diagnostik und Behandlung von Bruxismus. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/083-027l_S3_Bruxismus-Diagnostik-Behandlung_2019-06.pdf (16.02.2022).
  3. 3 Wolowksi, A., Peroz, I. (2018). Bruxismus: Definition, Prävalenz, Ätiologie, Diagnostik und Behandlung, Der Freie Zahnarzt, 12, S. 66-72.
  4. 4 Bernhardt, O. (2015). Bruxismus – ein Überblick über Ursachen, Diagnostik und Therapie. Der Freie Zahnarzt, 03, S. 78-84.
  5. 5 Liebscher-Bracht, R., Bracht, P. (2021). Kiefer & Zähneknirschen: Schmerzen selbst behandeln. 1. Auflage, München: Gräfe und Unzer Verlag.
  6. 6 Manfredini, D. et al. (2013). Epidemiology of bruxism in adults: A systematic review of the literature. Journal of Orofacial Pain, 27, S. 99-110.

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