Schmerzen beim atmen — nicht immer sind es lunge oder herz

Eine Frau hat Schmerzen beim Atmen und hält ihre Hand auf den Brustkorb

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Die effektivsten Übungen bei BWS Syndrom:

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Muskuläre Ursachen von Atemschmerzen und die besten Übungen zur Selbsthilfe

Du hast Schmerzen bei jedem Atemzug, bekommst schlecht Luft oder spürst ein Engegefühl in deiner Brust? Dann schrillen bei dir sicher alle Alarmglocken — und das ist verständlich. Herzinfarkt, Lungenkrebs oder andere schlimme Erkrankungen können solche Symptome nunmal auslösen, das ist bekannt. Doch was du vielleicht noch nicht weißt: Auch deine Brustmuskulatur und dein Zwerchfell kommen als Verursacher von Atemschmerzen in Frage.

Um es mit allem Nachdruck zu betonen: Schmerzen beim Atmen sind heikel und sollten immer schulmedizinisch abgeklärt werden. Ein Arztbesuch zu viel ist in diesem Fall immer besser als einer zu wenig oder ein zu später. Wenn dein Kardiologe oder Internist jedoch ernste organische Grunderkrankungen bei dir ausschließen konnte, machen wir dir ein Angebot: Lerne mit der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht eine neue Sicht auf deine Atemschmerzen kennen, mache dich mit ihren muskulären Ursachen vertraut und entdecke effektive Übungen zur Selbsthilfe.

  • Dazu werfen wir zunächst einen Blick in deinen Brustkorb. Du erfährst, wie der Brustbereich aufgebaut ist, welche Organe bzw. Strukturen es dort gibt und worin die Aufgabe der einzelnen Teile besteht
  • Im zweiten Kapitel kümmern wir uns um die vielen verschiedenen Ursachen, die hinter deinen Schmerzen beim Atmen stecken können. Dir ist sicher klar, dass dabei keine Ferndiagnose möglich ist. Dennoch möchten wir dir eine erste Orientierung bieten, wie du muskulär bedingte Atemschmerzen am besten erkennst.
  • Du hast Herz und Lunge von deinem Arzt schon checken lassen und bist dir sicher, dass überspannte, verkürzte Muskeln deine Atemschmerzen auslösen? Dann kannst du mithilfe unserer Therapie gezielt etwas dagegen tun. Was unsere Behandlung auszeichnet und welche Übungen dir sofort helfen können, liest du am Ende dieses Artikels. Auch Asthmatiker finden dort viele wertvolle Tipps.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht

1. Das musst du über deinen Brustkorb wissen


Da Schmerzen beim Atmen meist im Brustraum entstehen, schauen wir uns die Anatomie dieses Bereichs genauer an. Der Brustkorb (Thorax) wird von zwölf Rippenpaaren aufgespannt. Diese setzen an ebenso vielen Wirbelkörpern an, die zusammen die Brustwirbelsäule (BWS) bilden. Am anderen Ende geht jede Rippe in den Rippenknorpel über, der mit dem Brustbein (Sternum) verwachsen ist. Aufgrund dieser besonderen Bauweise bilden deine Rippen eine Art “knöchernen Käfig”, der die lebenswichtigen Organe Herz und Lunge schützt.

Verbunden sind Rippe und Fortsätze der Wirbelkörper jeweils über zwei kleine Gelenke, in denen sich die Rippe bei jeder Atmung bewegt. Dank der Gelenke und der Rippenmuskulatur (Interkostalmuskulatur), die sich wie Fischgräten zwischen den Rippen anordnet, kann sich der Brustkorb bei jedem Atemzug heben und senken. Spezielle “Atem-Hilfsmuskeln”, die wie eine Säge geformt sind und daher “Säge-Muskeln” genannt werden, helfen zusätzlich beim Atmen.

Wunderwerk Atmung — die Rolle des Zwerchfells

Komplexer wird das System, wenn wir uns dem Prozess der Atmung weiter annähern. Neben der Hilfs-Muskulatur an und zwischen den Rippen gibt es nämlich einen ganz besonderen Muskel, der an jedem einzelnen Atemvorgang maßgeblich beteiligt ist — das Zwerchfell (Diaphragma). Nur 3–5 mm dick, trennt es den Brustraum vom Bauchraum. Das Zwerchfell kannst du dir als eine Sehnenplatte vorstellen, die von einer Schicht aus muskulären Kuppeln bedeckt ist. Deren Ansätze liegen im Bereich der Lendenwirbelsäule, dem Brustbein und den Rippen.

Grafische Darstellung der anatomischen Verhältnisse bei Ein- und Ausatmung

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Wenn du einatmest (Inspiration), zieht sich die kuppelförmige Muskelplatte zusammen. Das Zwerchfell sinkt ab, wodurch sich das Volumen im Brustraum vergrößert. Gleichzeitig werden die Organe des Bauchraums nach unten gedrückt und der Bauch wölbt sich vor. Es entsteht ein Unterdruck, der Luft in die Lungen strömen lässt und das Einatmen ermöglicht. Umgekehrt bei der Ausatmung (Expiration): Das Zwerchfell erschlafft und entspannt sich, wird hoch in den Brustraum gehoben und löst über das Zusammenpressen der Lungen das Ausströmen der Atemluft aus. Der Bauch flacht wieder ab.

Ein- und Ausatmen vollziehen sich im Normalfall unwillkürlich, geräuschlos und hocheffizient. Gerade weil wir wenig von seiner Arbeit mitbekommen, gerät das Zwerchfell jedoch allzu leicht in Vergessenheit — auch was seine Rolle bei der Entstehung von Atemschmerzen angeht.  

Lungen, Bronchien und Brustfell

Der für die Atmung notwendige Gasaustausch findet in den Lungen statt. Ihre luftleitenden Anteile werden als Bronchien bezeichnet. Zusammen mit der Luftröhre, aus der sie hervorgehen, bilden die Bronchien die unteren Atemwege. Diese können sich bei einem Infekt entzünden (Bronchitis) oder chronisch überreizt sein (Asthma).

Strömt — angetrieben von den Bewegungen des Brustkorbs und des Zwerchfells — Luft in die Luftröhre, befördern die Bronchien sie über ein weit verzweigtes System in die Lungenbläschen (Alveolen). Dort kommt es zum lebenswichtigen Gasaustausch.

Auch das sogenannte Brustfell (Pleura) spielt für den Ablauf der Atembewegungen eine entscheidende Rolle. Der Begriff ist missverständlich, denn es handelt sich beim Brustfell um eine Doppelhaut (Pleuren), welche die Lungen ummantelt. Die äußere Schicht der Pleura kleidet dabei als Rippenfell die gesamte Innenfläche des Brustkorbs aus. Das Lungenfell — die innere Lage — bedeckt die Lungenoberfläche. Das Besondere: Sowohl Rippen- als auch Lungenfell  “sind glatt und feucht und können daher fast reibungslos gegeneinander gleiten. Der dünne Spalt zwischen ihnen (Pleuraspalt) ist mit etwas Flüssigkeit gefüllt. Luft ist hingegen keine enthalten. 1)

Und die Faszien?

Dein Brustkorb und dein Rumpf weisen zahlreiche Innenräume auf, die entweder mit Luft oder mit Flüssigkeit gefüllt sind. “Im ganzen Brustbereich”, so Faszienforscher Peter Schwind, “ist dieser Innenbereich von einer einzigen Faszie umhüllt. Es ist die endothorakale Faszie.” 2). Sie bildet eine äußerst dünne Schicht, die extrem elastisch und dehnbar sein muss, um die Atembewegungen der Lungen nicht zu blockieren.

Falls du unsere Schmerztherapie noch nicht kennst, hast du jetzt womöglich einige Fragezeichen im Kopf. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu tief einsteigen. Wichtig für dich ist nur zu wissen, dass Muskeln niemals von alleine funktionieren würden — auch nicht mithilfe des Gehirns oder der Nerven. Das gilt für alle Muskeln deines Körpers, also auch für das Zwerchfell und die Atem-Hilfsmuskeln.

“Lebendig wird das ganze System erst durch ein wichtiges Medium, das […] überall kleine Brücken herstellt. Dieses Bindeglied, die Faszie, ist mehr als nur Bindegewebe.” 3)

 2. Ursachen von Schmerzen beim Atmen und ihre typischen Symptome


Von lebensbedrohlich bis banal — Schmerzen beim Atmen können auf verschiedenste Ursachen zurückgehen. Je nach betroffenem Bereich, fallen die Symptome natürlich sehr unterschiedlich aus. Du solltest deshalb wissen, auf was du besonders achten musst, um eine individuell optimale Behandlung zu bekommen. Aus diesem Grund geben wir dir hier einen Überblick über Krankheitsbilder, die häufig mit Schmerzen beim Atmen einhergehen.

Diese Auflistung kann keine ärztliche Diagnose ersetzen. Verstehe sie daher bitte als erste Orientierungshilfe  — und als Erweiterung herkömmlicher Sichtweisen, die den Einfluss von Muskeln und Faszien bei der Entstehung von Atemschmerzen leider oft übersehen.

Noch einige interessante Zahlen vorab: In einer Untersuchung von 34.333 Notfallpatienten ermittelten Forscher, dass 11,5 Prozent dieser Patienten mit Brustschmerzen in der Klinik vorstellig wurden — nur 10 Prozent davon hatten einen akuten Herzinfarkt  4) Suchen Patienten mit Brustschmerzen ihren Hausarzt auf, sind etwa 20 Prozent der Beschwerden auf Herzprobleme zurückzuführen. Dagegen sind 43 Prozent “skelettoneuromuskulärer Genese” 5), liegen also im Bewegungsapparat begründet.

Mit diesen Ergebnissen möchten wir Brust- und Atemschmerzen keinesfalls kleinreden. Immer können ernste Erkrankungen dahinter stecken und lebenswichtige Organe betroffen sein — auch solche, die gar nicht im Brustkorb liegen. Gerade

  • wenn Schmerzen neu und akut auftreten,
  • sie sich in Charakter oder Intensität verändern und
  • du Symptome wie Atemnot, Druckgefühl, Benommenheit oder Schwindel bemerkst,

solltest du nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen oder sogar den Notarzt zu rufen. Aber: Die oben genannten Zahlen verdeutlichen auch, dass die Ursachen für Schmerzen beim Atmen in der Mehrheit der Fälle eher harmlos und gut behandelbar sind.

2.1 Muskulär-fasziale Ursachen von Schmerzen beim Atmen

Wie du schon weißt, folgt das Zwerchfell den Gesetzen jedes anderen Muskels in deinem Körper.

Will heißen: Wenn es zu wenig bewegt wird, kann es in bestimmten Faserbereichen unnachgiebig werden (“verkürzen”) und dadurch eine unnatürlich hohe Spannung aufbauen.

Dies behindert das Ein- und vor allem das Ausatmen, weil das Zwerchfell dabei geschmeidig nachgeben muss. Tut es das nicht, können Schmerzen entstehen und das Atemvolumen deiner beiden Lungenflügel nimmt ab.

Atemschmerzen sind häufig also nichts anderes als Bewegungsschmerzen desjenigen Muskels, der die Atembewegung ausübt. Hintergründe verrät dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video:

Warum wird das Zwerchfell heutzutage eigentlich zu wenig bewegt? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil wir zu wenig (tief) atmen bzw. unseren Rumpf zu wenig bewegen! Dies wiederum geht — wie so häufig — auf einseitige Bewegungsmuster im Alltag zurück. Vielleicht verbringst du ja auch jeden Tag etliche Stunden im Sitzen. Arbeitest du beispielsweise lange vor dem Computer, bist du ständig nach vorne gerichtet und hältst deine Unterarme permanent in einem 90-Grad-Winkel gegenüber dem Oberkörper. Muskeln und Faszien in Oberarm und Schulter passen sich dieser monotonen Position allmählich an. Anteile des Bizeps- und Delta-Muskels verkürzen mit der Zeit und ziehen deine Schultern immer weiter nach vorne — und zwar in Verlaufsrichtung der Fasern des großen Brustmuskels (pectoralis major).

Ein Mann sitzt konzentriert vor seinem Laptop

Das gesamte muskulär-fasziale Netzwerk von der Schulter bis zum Zwerchfell wird nun unnachgiebig und macht ab einem bestimmten Punkt das sanfte Auf- und Abgleiten des Brustkorbs bei der Atmung nicht mehr geschmeidig mit. Wenn es so weit ist, reagiert dein Körper mit stechenden Schmerzen, die von der Schulter bis zum Brustbein ziehen, meist beidseitig ausfallen und sich beim Atmen verstärken können.

Überall dort, wo Muskeln an den Rippen oder dem Brustbein angewachsen sind, kann es begleitend zu Überreizungen, Entzündungen oder Irritationen der Nerven kommen (Interkostalneuralgie, BWS-Syndrom) . Dabei handelt es sich aber fast nie um Schädigungen. Vielmehr musst du dir diese Entzündungen als Reparaturen deines Körpers vorstellen: Er versucht, das aufzuhalten, was sich durch deine (Nicht-)Bewegung über Jahre hinweg entwickelt hat.

Darüber hinaus können innerhalb des Bewegungsapparats die Ursachen für Atemschmerzen in Prellungen der Rippen, Prellungen der Brustwirbelsäule oder Rippenbrüchen (Frakturen) liegen.

📌 Überspannte Muskeln und Asthma

Übrigens: Auch asthmatische Beschwerden sind teilweise auf muskulär-fasziale Verspannungen deiner Brustmuskulatur und deines Zwerchfells zurückzuführen. Wir meinen damit nicht Asthma als Krankheitsbild selbst, sondern die körperlichen Symptome, die mit Asthma verbunden sind: Schmerzen beim Atmen, Enge-, Spannungs- und Druckgefühl im Brustkorb sowie Atemnot. Die muskulären Verkürzungen sind hier vor allem Ausdruck einer Schonatmung, um den Schmerz erträglicher zu machen. 6) Als Asthma-Patient kannst du deshalb enorm davon profitieren, wenn du Brust- und Zwerchfellmuskulatur effektiv aufdehnst. Wie einfach das geht, liest du in unserem Übungskapitel.

Ein Asthmatiker hält sich die Brust und nutzt einen Inhilator

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2.2 Schmerzen beim Atmen durch Erkrankungen von Lunge, Bronchien und Rippenfell

Atemabhängige Schmerzen im Brustkorb gelten aus schulmedizinischer Sicht — neben Husten und Atemnot — als Leitsymptom für eine Erkrankung der Atemwege bzw. eine Lungenerkrankung. In den meisten Fällen steckt dann ein Infekt dahinter und das Brustfell (Pleura) ist beteiligt. 7)

Verallgemeinernde Aussagen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Denn ob ein Brustschmerz tatsächlich die Atmung betrifft, ist für Betroffene oft gar nicht klar benennbar. Außerdem gilt der “Übergang von Atemabhängigkeit zu Dauerschmerz” als fließend, so dass eine “sichere Zuordnung einzelner Krankheitsbilder nach der Atemabhängigkeit der Schmerzen […] nicht möglich” ist ((Jany, B., Pneumologische Ursachen für Thoraxschmerz. In: Wiener klinisches Magazin; 2018, 21 (1), S. 33)).

Auch die folgende Auflistung einzelner Erkrankungen solltest du daher nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstehen. Gleichwohl kannst du vielleicht einige Ursachen ausschließen und dich danach stärker auf den muskulär-faszialen Anteil an deinen Schmerzen fokussieren.

Akute Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Heftige Schmerzen am Ende einer tiefen Einatmung, die einseitig auftreten und z. T. bis in den Rücken strahlen, sind charakteristisch für eine Pleuritis (Entzündung des Rippenfells). Typischerweise bessert sich der Schmerz bei einer Rippenfellentzündung, wenn Betroffene die Luft anhalten. “Der Schmerzcharakter kann hell, schneidend oder brennend sein, die Intensität von gering bis extrem stark und nahezu unerträglich reichen. 8). Fieber kommt als Begleitsymptom bei einer Rippenfellentzündung oft dazu. Ergießt sich Flüssigkeit in den Spalt zwischen Rippen- und Lungenfell (Pleuraerguss), können die Schmerzen beim Atmen wieder abnehmen. Je nachdem, wie groß der Pleuraerguss ausfällt, nehmen dann allerdings Druckgefühl im Brustkorb und Atemnot zu.

Die Ursachen für eine akute Rippenfellentzündung sind vielfältig. Oft ist die Pleuritis eine Folge viraler Infekte, dauert nur kurz an und verläuft ohne Komplikationen. 9).

Akute Tracheitis und Bronchitis

Schmerzen beim Atmen im Hals bzw. hinter dem Brustbein können sich auch im Rahmen einer einfachen Erkältung entwickeln. Häufig liegt den Schmerzen dann eine Infektionskrankheit, meist eine Entzündung der Luftröhre (Tracheitis) oder der Bronchien (Bronchitis), zugrunde. Typische Symptome einer Erkältung (Fieber, Schüttelfrost, Husten, vermehrte Sekretbildung oder ein geröteter Rachen) führen den Arzt meist schnell zu einer sicheren Diagnose

Eine Frau liegt krank auf der Couch, hat einen kühlen Umschlag auf der Stirn und hält einen Fieberthermometer in der Hand

Pneumothorax

Akute, einseitige und atemabhängige Brustschmerzen sind das wichtigste Symptom des sogenannten Spontanpneumothorax (PSP) — in 30 Prozent der Fälle begleitet von heftiger Atemnot und Erstickungsgefühl. Beim Pneumothorax handelt es sich um einen Riss des Rippenfells, durch den Luft in den Spalt zwischen Rippenfell und Lunge gelangt. Dies führt zu einem Kollaps der Lunge und bedarf dringend ärztlicher Behandlung. 10)

Lungenembolie und Lungeninfarkt

Auch bei einer Lungenembolie kann es zu akuten und einseitigen Schmerzen beim Atmen kommen. Meist treten diese Beschwerden zusammen mit dem Aushusten bluthaltigen Sekrets und Atemnot auf. Grund dafür ist der Verschluss einer Lungenarterie, was zu einem Lungeninfarkt führt. Allerdings verursachen kleine Lungenembolien häufig keinerlei Beschwerden, weshalb sie nicht selten unerkannt bleiben. Bei akuten massiven Lungenembolien stehen Schmerzen demgegenüber nicht im Vordergrund. Hier zeigt sich eher ein deutlicher Blutdruckabfall bis hin zum Versagen des gesamten Herz-Kreislauf-Systems. 11)

Lungenkrebs

Wenn Schmerzen in der Brust stetig zunehmen und von Husten, Atemnot, Heiserkeit und blutigem Auswurf begleitet werden, kann dies unter Umständen auf ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) hinweisen. Es ist allerdings so, dass Schmerzen in der Brust  kein entscheidendes Symptom für Lungenkrebs sind — dies gilt für Schmerzen beim Atmen in noch größerem Maße. 12)

Lungenentzündung (Pneumonie)

Schmerzen beim Atmen sind eine häufige Begleiterscheinung bei Lungenentzündung (Pneumonie). Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Husten oder rasselnde Atemgeräusche sind weitere typische Symptome der Infektionskrankheit. 13)

📌 Halten wir fest: Schmerzen beim Atmen können auf (ernste) Lungenerkrankungen  hinweisen. Sind Atemwege und -organe betroffen, kommen zu den Atemschmerzen jedoch fast immer weitere Symptome dazu: entweder solche, die du von Infektionskrankheiten kennst, oder schwere Beeinträchtigungen (Atemnot, blutiger Husten, massive Herz-Kreislauf-Beschwerden). Treten deine Schmerzen beim Atmen also komplett ohne diese Symptome auf, ist eine andere Ursache als eine Lungenentzündung oder eine Rippenfellentzündung wahrscheinlicher.

Ein älterer Mann hat Schmerzen in der Herzgegend

2.3 Schmerzen beim Atmen durch Herzerkrankungen

Schmerzen im Brustkorb verbinden wir instinktiv mit Herzproblemen — und tatsächlich können verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) für die Beschwerden verantwortlich sein. Über die Herzkranzgefäße wird der Herzmuskel mit Blut versorgt. Gelangt aufgrund der Verengungen nicht mehr genügend Sauerstoff zum Herz, treten Angina-pectoris-Anfälle auf: Brustschmerzen, Beklemmung und Engegefühl können mehrere Minuten anhalten und den Betroffenen in Todesangst versetzen. Häufig strahlen die Schmerzen in die linke Schulter-Arm-Hand-Region aus und werden von Betroffenen dann als Schmerzen beim Atmen gedeutet.

In den Herzkranzgefäßen kann sich als Komplikation einer Angina pectoris jedoch auch ein Blutgerinnsel bilden, das die Arterien komplett verstopft. Die Blutversorgung des Herzmuskels kommt dann vollständig zum Erliegen, was einen Herzinfarkt auslöst. Plötzlich eintretende, sehr starke Schmerzen im Brustkorb — oft direkt hinter dem Brustbein — werden von einem Stechen in der linken Brust, einem Engegefühl, Luftnot, Schweißausbrüchen und Übelkeit begleitet. Als charakteristisch gilt auch hier die Ausstrahlung der Schmerzen in die linke Schulter, den Oberbauch, Rücken, Hals und Unterkiefer.

Isoliert auftretende Schmerzen beim Atmen sind in den allermeisten Fällen dagegen kein Leitsymptom für Erkrankungen des Herzens. Eine Ausnahme bildet dabei die Herzbeutelentzündung (Perikarditis). Sie verursacht stechende Brustschmerzen, die sich beim Husten und tiefen Einatmen verschlimmern. Da meist eine Virusinfektion dahinter steckt, leiden Patienten zugleich an den Begleitsymptomen Fieber und Kurzatmigkeit.

2.4 Schmerzen beim Atmen durch Erkrankungen im Bauchraum

Treten deine Atemschmerzen zusammen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf, lohnt sich der Blick auf den Magen-Darm-Trakt. Schmerzt beim Atmen die linke Seite, kommen beispielsweise die links liegenden Organe als Auslöser in Frage. Sind diese geschädigt, können sie beim Einatmen derart gereizt werden, dass du stechende Schmerzen wahrnimmst. Sodbrennen (Reflux), eine Magenentzündung oder ein Magengeschwür müssen dann ebenso wie eine vergrößerte Milz in Betracht gezogen werden. Rechtsseitig unter dem Rippenbogen liegen Leber und Gallenblase. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Lunge und Zwerchfell können Grunderkrankungen dieser Organe mit Schmerzen beim Atmen einhergehen.

3. Behandlung muskulär bedingter Schmerzen beim Atmen


Ein Patentrezept zur Behandlung von Atemschmerzen kann es angesichts der vielen möglichen Ursachen nicht geben. Es ist völlig klar, dass jedes Krankheitsbild eine spezifische Therapie verlangt. Dabei können Erkrankungen des Herzens, der Lunge oder anderer Organe von der modernen Medizin oft erfolgreich bekämpft werden — standardmäßig mit einer ausgeklügelten medikamentösen Therapie.

Doch so hilfreich schulmedizinische Errungenschaften in diesen Fällen sind, so schnell stoßen sie bei muskulär-faszialen Ursachen von Atemschmerzen an ihre Grenzen.

Verkürzungen und Überspannungen können eben nicht per Röntgen oder MRT sichtbar gemacht, ihre negativen Auswirkungen nicht mit Antiobiotika oder blutverdünnenden Mitteln kleingehalten werden. Lösen Fehlspannungen von Brustmuskulatur und Zwerchfell die Schmerzen beim Atmen aus, sind daher andere Behandlungskonzepte gefragt. 

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht bietet dir Lösungen, die gezielt auf das muskulär-fasziale Netzwerk deines Atmungssystems wirken. Vier unterschiedliche Bausteine der (Selbst-)Therapie stehen dir dabei zur Verfügung:

  1. Unsere Dehnübungen sind der natürlichste Weg, um Verkürzungen entgegenzuwirken und Atemschmerzen körpergerecht zu lindern. Mit nur wenigen Übungsminuten täglich, bringst du qualitativ hochwertige Bewegungen in deinen Brustkorb und dehnst die überspannte Muskulatur effektiv auf. Bezogen auf dein Zwerchfell ist Bewegungstraining gleich Atemtraining. Deshalb haben wir spezielle Atemübungen entwickelt, mit denen du auch das Zwerchfell hochwirksam dehnen kannst. 
  2. Leidest du gerade unter sehr starken Beschwerden und kannst unsere Übungen gar nicht durchführen? Dann legen wir dir — sofern organische Ursachen ärztlich abgeklärt wurden — einen unserer Schmerztherapeuten ans Herz. Über den Schmerzspezialisten-Finder findest du sicher schnelle Hilfe in deiner Nähe. Die von uns ausgebildeten Therapeuten können deine akuten Schmerzen dank der Osteopressur oft schon in der ersten Sitzung deutlich lindern. Dabei drücken sie ausgewählte Punkte an deinem Brustkorb, die für dein Schmerzempfinden verantwortlich sind. Bei Atemschmerzen befinden sich diese entlang der Ansätze des großen Brustmuskels am Brustbein, direkt oberhalb des Zwerchfells (Diaphragma) und am Ansatz des kleinen Brustmuskels unter der Schulter.
  3. Du kannst von der Osteopressur auch dann profitieren, wenn du nicht zu einem unserer Therapeuten gehen möchtest. Unsere Light-Osteopressur macht’s möglich. Hierfür haben wir ein spezielles Drücker-Set entwickelt, mit dem du die wichtigen Punkte selbst drücken kannst. Für weitere Informationen schau gerne mal in unserem Shop vorbei.
  4. Die Übungen sollten das Kernstück deiner Selbstbehandlung darstellen. Neben der Light-Osteopressur kannst du sie auch mit Faszien-Rollmassagen ergänzen. Durch die Arbeit mit unseren Faszienrollen und -kugeln regst du Reparaturprozesse in deinem Fasziengewebe aktiv an und hilfst deiner Struktur, die Impulse der Übungen wirksam verarbeiten zu können.

Alle Details zu unserem Behandlungskonzept und den verschiedenen Komponenten findest du auf einer extra Therapie-Seite. 

SO FUNKTIONIERT UNSERE THERAPIE

Unterschiede zu herkömmlichen Ansätzen

Du hast es sicher bemerkt: Unsere Therapie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von fast allen gängigen Ansätzen zur Behandlung muskulär bedingter Schmerzen. Im Gegensatz zu Schmerzmitteln linderst du mit der Osteopressur, der Faszien-Rollmassage und den Übungen nicht nur die Symptome, sondern behandelst direkt die Ursache. Dies stellt die Voraussetzung für langfristige Schmerz-Freiheit dar. Nebenwirkungen oder Risiken bestehen dabei keine.

Zu sehen sind verschiedene Tablettenpackungen

Körpergerecht ist unser Ansatz auch deshalb, weil du z. B. mit den Übungen Heilungsprozesse von innen heraus förderst. Du gibst deinem Organismus neue Bewegungsmuster vor, an die sich Muskeln und Faszien im Laufe der Zeit anpassen. Diese können sich also auf natürliche Weise umformen. Wir gehen damit den umgekehrten Weg wie etwa Manualtherapeuten, die deinen Brustkorb von außen mobilisieren. Aus unserer Sicht können körpereigene Anspannungsprogramme durch solche Manipulationen nicht dauerhaft verändert werden. Dies gelingt unserer Erfahrung nach nur, wenn du deinen Muskeln und Faszien über gezielte Bewegungen und Impulse die richtigen Reize für ihren Umbau bietest.

4. Übungen gegen Schmerzen beim Atmen: So befreist du Brust und Zwerchfell


Wenn dein Arzt mögliche Ursachen an Herz, Lunge oder anderen Organen ausgeschlossen hat, kannst du jetzt direkt etwas gegen deine Schmerzen tun. In diesem Kapitel findest du wertvolle Tipps und zwei Übungen, die du zuhause sofort ausprobieren kannst. Teste ohne Risiko, welche der beiden Übungen dir besser hilft. Je nachdem, ob deine Beschwerden eher von Verspannungen in der Brustmuskulatur oder von einem “verkürzten” Zwerchfell kommen, kannst du die für dich optimale Übung wählen — oder einfach beide zu deiner täglichen Routine machen.

Vor den Übungen noch ein Hinweis: Solltest du noch nie eine unserer Übungen gemacht haben, lies dir am besten vorher unsere Checkliste ganz unten auf der Seite durch. Dort haben wir für dich die wichtigsten Punkte aufgelistet, so dass du mit einem sicheren Gefühl in deine Übungsphase starten kannst.

Die erste Übung gilt deinem großen Brustmuskel. Mithilfe einer speziellen Dehnung bringst du deine Arme und Schultern in bisher vernachlässigte Gelenkwinkel und löst damit die Überspannungen in deiner Brust ganz gezielt auf.

Im Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie das geht:

Die zweite Übung widmet sich speziell der Dehnung deines Zwerchfells. Schaffe neuen Raum in deiner Brust und erlebe, wie befreit und schmerzfrei du bald wieder atmen kannst.

Hier geht’s zum Video mit der Atemübung:

Übungen gegen Atemschmerzen zum Nachlesen:

Eine Patientin bereitet die Dehnung ihrer Brustmuskulatur vor, indem sie mit ausgestreckten Armen zwischen zwei Stühlen kniet und ihre Hände darauf ablegt

Dehnung der Brustmuskulatur

Schritt 1: Knie dich zwischen zwei Stühle, lege deine Handflächen auf den Sitzen ab und lasse die Ellenbogen gestreckt.

Im Detail: Schnapp dir für diese Übung zwei Stühle. Diese stellst du so weit auseinander, dass du deine Hände samt Handgelenk noch auf die Sitzflächen legen kannst. Platziere jetzt eine weiche Unterlage zwischen den beiden Stühlen, knie dich darauf und lege deine Handflächen auf den Sitzflächen ab. Achte darauf, dass dein Oberkörper sich noch etwas oberhalb der ausgestreckten Arme befindet. Die Ellenbogen lässt du die gesamte Zeit über gestreckt.

Eine Patientin kniet zwischen zwei Stühlen, hat ihre Hände darauf abgelegt und lässt ihren Brustkorb heruntersinken

Schritt 2: Lasse deinen Oberkörper so weit zum Boden sinken, wie dein Schmerz es zulässt und die Hände auf den Stühlen bleiben können.

Im Detail: Lasse jetzt deinen Oberkörper so weit zum Boden sinken, wie es für dich vom Schmerz her noch erträglich ist und deine Hände auf den Stühlen liegen bleiben können. Arbeite dich über deine Atmung immer weiter in die Dehnung hinein.

Nach 40–60 Sekunden gehst du in die Gegenspannungen: Dazu drückst du deine Hände zunächst  — so fest es geht — in die Stühle hinein. Diese Kraft löst du nach circa zehn Sekunden. Anschließend steuerst du deine Hände zehn Sekunden lang mit dem Befehl an, nach oben abzuheben. Ist auch dieser Übungsschritt geschafft, gehst du noch einmal für ca. 30 Sekunden in die tiefe Dehnung deiner Brustmuskulatur.

Angeleitet von Roland Liebscher-Bracht atmet eine Patientin ganz tief aus

Dehnung des Zwerchfells

Schritt 1: Atme die Luft in deinen Lungen vollständig aus.

Im Detail: Stelle oder setze dich aufrecht hin. Atme tief ein und puste dann alle Luft aus, die sich gerade in deinen Lungen befindet. Das gelingt dir optimal, wenn du kurz vor dem Ende deinen Oberkörper nach vorne nimmst. Auf diese Weise ziehst du dein Zwerchfell möglichst weit hoch. So dehnst du es maximal auf und schaffst im Laufe der Zeit immer mehr Platz zum Einatmen.

Angeleitet von Roland Liebscher-Bracht hält sich eine Patientin bei der Übung gegen Atemschmerzen Mund und Nase zu

Schritt 2: Schließe nach dem kompletten Ausatmen den Mund, halte dir die Nase zu und fange langsam an, Luft einzusaugen.

Im Detail: Diesen Übungseffekt kannst du noch steigern, wenn du nach dem kompletten Ausatmen (wie in Schritt 1) den Mund schließt und dir die Nase zuhältst. Komm schnell zurück nach oben und fang langsam an, Luft einzusaugen — so, als wolltest du einatmen. Dadurch entsteht sofort ein Vakuum. Mithilfe dieses Unterdrucks kann das Zwerchfell — in seiner größten Verlängerung — bestehende Fehlspannungen abbauen und zu alter Leistungsstärke zurückfinden.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Die Verfilzungen und Überspannungen in deinem Brustkorb können sehr hoch sein, insbesondere wenn Brustmuskulatur und Zwerchfell schon lange unter einseitigen Bewegungen “gelitten” haben. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du deine Schmerzen beim Atmen und die Enge in deiner Brust dauerhaft beseitigen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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Der Visionär

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Du hast Schmerzen bei jedem Atemzug, bekommst schlecht Luft oder spürst ein Engegefühl in deiner Brust? Dann schrillen bei dir sicher alle Alarmglocken — und das ist verständlich. Herzinfarkt, Lungenkrebs oder andere schlimme Erkrankungen können solche Symptome nunmal auslösen, das ist bekannt. Doch was du vielleicht noch nicht weißt: Auch deine Brustmuskulatur und dein Zwerchfell kommen als Verursacher von Atemschmerzen in Frage.

Um es mit allem Nachdruck zu betonen: Schmerzen beim Atmen sind heikel und sollten immer schulmedizinisch abgeklärt werden. Ein Arztbesuch zu viel ist in diesem Fall immer besser als einer zu wenig oder ein zu später. Wenn dein Kardiologe oder Internist jedoch ernste organische Grunderkrankungen bei dir ausschließen konnte, machen wir dir ein Angebot: Lerne mit der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht eine neue Sicht auf deine Atemschmerzen kennen, mache dich mit ihren muskulären Ursachen vertraut und entdecke effektive Übungen zur Selbsthilfe.

  • Dazu werfen wir zunächst einen Blick in deinen Brustkorb. Du erfährst, wie der Brustbereich aufgebaut ist, welche Organe bzw. Strukturen es dort gibt und worin die Aufgabe der einzelnen Teile besteht
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Da Schmerzen beim Atmen meist im Brustraum entstehen, schauen wir uns die Anatomie dieses Bereichs genauer an. Der Brustkorb (Thorax) wird von zwölf Rippenpaaren aufgespannt. Diese setzen an ebenso vielen Wirbelkörpern an, die zusammen die Brustwirbelsäule (BWS) bilden. Am anderen Ende geht jede Rippe in den Rippenknorpel über, der mit dem Brustbein (Sternum) verwachsen ist. Aufgrund dieser besonderen Bauweise bilden deine Rippen eine Art “knöchernen Käfig”, der die lebenswichtigen Organe Herz und Lunge schützt.

Verbunden sind Rippe und Fortsätze der Wirbelkörper jeweils über zwei kleine Gelenke, in denen sich die Rippe bei jeder Atmung bewegt. Dank der Gelenke und der Rippenmuskulatur (Interkostalmuskulatur), die sich wie Fischgräten zwischen den Rippen anordnet, kann sich der Brustkorb bei jedem Atemzug heben und senken. Spezielle “Atem-Hilfsmuskeln”, die wie eine Säge geformt sind und daher “Säge-Muskeln” genannt werden, helfen zusätzlich beim Atmen.

Wunderwerk Atmung — die Rolle des Zwerchfells

Komplexer wird das System, wenn wir uns dem Prozess der Atmung weiter annähern. Neben der Hilfs-Muskulatur an und zwischen den Rippen gibt es nämlich einen ganz besonderen Muskel, der an jedem einzelnen Atemvorgang maßgeblich beteiligt ist — das Zwerchfell (Diaphragma). Nur 3–5 mm dick, trennt es den Brustraum vom Bauchraum. Das Zwerchfell kannst du dir als eine Sehnenplatte vorstellen, die von einer Schicht aus muskulären Kuppeln bedeckt ist. Deren Ansätze liegen im Bereich der Lendenwirbelsäule, dem Brustbein und den Rippen.

Grafische Darstellung der anatomischen Verhältnisse bei Ein- und Ausatmung

© Alila Medical Media | shutterstock.com

Wenn du einatmest (Inspiration), zieht sich die kuppelförmige Muskelplatte zusammen. Das Zwerchfell sinkt ab, wodurch sich das Volumen im Brustraum vergrößert. Gleichzeitig werden die Organe des Bauchraums nach unten gedrückt und der Bauch wölbt sich vor. Es entsteht ein Unterdruck, der Luft in die Lungen strömen lässt und das Einatmen ermöglicht. Umgekehrt bei der Ausatmung (Expiration): Das Zwerchfell erschlafft und entspannt sich, wird hoch in den Brustraum gehoben und löst über das Zusammenpressen der Lungen das Ausströmen der Atemluft aus. Der Bauch flacht wieder ab.

Ein- und Ausatmen vollziehen sich im Normalfall unwillkürlich, geräuschlos und hocheffizient. Gerade weil wir wenig von seiner Arbeit mitbekommen, gerät das Zwerchfell jedoch allzu leicht in Vergessenheit — auch was seine Rolle bei der Entstehung von Atemschmerzen angeht.  

Lungen, Bronchien und Brustfell

Der für die Atmung notwendige Gasaustausch findet in den Lungen statt. Ihre luftleitenden Anteile werden als Bronchien bezeichnet. Zusammen mit der Luftröhre, aus der sie hervorgehen, bilden die Bronchien die unteren Atemwege. Diese können sich bei einem Infekt entzünden (Bronchitis) oder chronisch überreizt sein (Asthma).

Strömt — angetrieben von den Bewegungen des Brustkorbs und des Zwerchfells — Luft in die Luftröhre, befördern die Bronchien sie über ein weit verzweigtes System in die Lungenbläschen (Alveolen). Dort kommt es zum lebenswichtigen Gasaustausch.

Auch das sogenannte Brustfell (Pleura) spielt für den Ablauf der Atembewegungen eine entscheidende Rolle. Der Begriff ist missverständlich, denn es handelt sich beim Brustfell um eine Doppelhaut (Pleuren), welche die Lungen ummantelt. Die äußere Schicht der Pleura kleidet dabei als Rippenfell die gesamte Innenfläche des Brustkorbs aus. Das Lungenfell — die innere Lage — bedeckt die Lungenoberfläche. Das Besondere: Sowohl Rippen- als auch Lungenfell  “sind glatt und feucht und können daher fast reibungslos gegeneinander gleiten. Der dünne Spalt zwischen ihnen (Pleuraspalt) ist mit etwas Flüssigkeit gefüllt. Luft ist hingegen keine enthalten. 14)

Und die Faszien?

Dein Brustkorb und dein Rumpf weisen zahlreiche Innenräume auf, die entweder mit Luft oder mit Flüssigkeit gefüllt sind. “Im ganzen Brustbereich”, so Faszienforscher Peter Schwind, “ist dieser Innenbereich von einer einzigen Faszie umhüllt. Es ist die endothorakale Faszie.” 15). Sie bildet eine äußerst dünne Schicht, die extrem elastisch und dehnbar sein muss, um die Atembewegungen der Lungen nicht zu blockieren.

Falls du unsere Schmerztherapie noch nicht kennst, hast du jetzt womöglich einige Fragezeichen im Kopf. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu tief einsteigen. Wichtig für dich ist nur zu wissen, dass Muskeln niemals von alleine funktionieren würden — auch nicht mithilfe des Gehirns oder der Nerven. Das gilt für alle Muskeln deines Körpers, also auch für das Zwerchfell und die Atem-Hilfsmuskeln.

“Lebendig wird das ganze System erst durch ein wichtiges Medium, das […] überall kleine Brücken herstellt. Dieses Bindeglied, die Faszie, ist mehr als nur Bindegewebe.” 16)

2. Ursachen von Schmerzen beim Atmen und ihre typischen Symptome


Von lebensbedrohlich bis banal — Schmerzen beim Atmen können auf verschiedenste Ursachen zurückgehen. Je nach betroffenem Bereich, fallen die Symptome natürlich sehr unterschiedlich aus. Du solltest deshalb wissen, auf was du besonders achten musst, um eine individuell optimale Behandlung zu bekommen. Aus diesem Grund geben wir dir hier einen Überblick über Krankheitsbilder, die häufig mit Schmerzen beim Atmen einhergehen.

Diese Auflistung kann keine ärztliche Diagnose ersetzen. Verstehe sie daher bitte als erste Orientierungshilfe  — und als Erweiterung herkömmlicher Sichtweisen, die den Einfluss von Muskeln und Faszien bei der Entstehung von Atemschmerzen leider oft übersehen.

Noch einige interessante Zahlen vorab: In einer Untersuchung von 34.333 Notfallpatienten ermittelten Forscher, dass 11,5 Prozent dieser Patienten mit Brustschmerzen in der Klinik vorstellig wurden — nur 10 Prozent davon hatten einen akuten Herzinfarkt  17) Suchen Patienten mit Brustschmerzen ihren Hausarzt auf, sind etwa 20 Prozent der Beschwerden auf Herzprobleme zurückzuführen. Dagegen sind 43 Prozent “skelettoneuromuskulärer Genese” 18), liegen also im Bewegungsapparat begründet.

Mit diesen Ergebnissen möchten wir Brust- und Atemschmerzen keinesfalls kleinreden. Immer können ernste Erkrankungen dahinter stecken und lebenswichtige Organe betroffen sein — auch solche, die gar nicht im Brustkorb liegen. Gerade

  • wenn Schmerzen neu und akut auftreten,
  • sie sich in Charakter oder Intensität verändern und
  • du Symptome wie Atemnot, Druckgefühl, Benommenheit oder Schwindel bemerkst,

solltest du nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen oder sogar den Notarzt zu rufen. Aber: Die oben genannten Zahlen verdeutlichen auch, dass die Ursachen für Schmerzen beim Atmen in der Mehrheit der Fälle eher harmlos und gut behandelbar sind.

2.1 Muskulär-fasziale Ursachen von Schmerzen beim Atmen

Wie du schon weißt, folgt das Zwerchfell den Gesetzen jedes anderen Muskels in deinem Körper.

Will heißen: Wenn es zu wenig bewegt wird, kann es in bestimmten Faserbereichen unnachgiebig werden (“verkürzen”) und dadurch eine unnatürlich hohe Spannung aufbauen.

Dies behindert das Ein- und vor allem das Ausatmen, weil das Zwerchfell dabei geschmeidig nachgeben muss. Tut es das nicht, können Schmerzen entstehen und das Atemvolumen deiner beiden Lungenflügel nimmt ab.

Atemschmerzen sind häufig also nichts anderes als Bewegungsschmerzen desjenigen Muskels, der die Atembewegung ausübt. Hintergründe verrät dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video:

Warum wird das Zwerchfell heutzutage eigentlich zu wenig bewegt? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil wir zu wenig (tief) atmen bzw. unseren Rumpf zu wenig bewegen! Dies wiederum geht — wie so häufig — auf einseitige Bewegungsmuster im Alltag zurück. Vielleicht verbringst du ja auch jeden Tag etliche Stunden im Sitzen. Arbeitest du beispielsweise lange vor dem Computer, bist du ständig nach vorne gerichtet und hältst deine Unterarme permanent in einem 90-Grad-Winkel gegenüber dem Oberkörper. Muskeln und Faszien in Oberarm und Schulter passen sich dieser monotonen Position allmählich an. Anteile des Bizeps- und Delta-Muskels verkürzen mit der Zeit und ziehen deine Schultern immer weiter nach vorne — und zwar in Verlaufsrichtung der Fasern des großen Brustmuskels (pectoralis major).

Ein Mann sitzt konzentriert vor seinem Laptop

Das gesamte muskulär-fasziale Netzwerk von der Schulter bis zum Zwerchfell wird nun unnachgiebig und macht ab einem bestimmten Punkt das sanfte Auf- und Abgleiten des Brustkorbs bei der Atmung nicht mehr geschmeidig mit. Wenn es so weit ist, reagiert dein Körper mit stechenden Schmerzen, die von der Schulter bis zum Brustbein ziehen, meist beidseitig ausfallen und sich beim Atmen verstärken können.

Überall dort, wo Muskeln an den Rippen oder dem Brustbein angewachsen sind, kann es begleitend zu Überreizungen, Entzündungen oder Irritationen der Nerven kommen (Interkostalneuralgie, BWS-Syndrom) . Dabei handelt es sich aber fast nie um Schädigungen. Vielmehr musst du dir diese Entzündungen als Reparaturen deines Körpers vorstellen: Er versucht, das aufzuhalten, was sich durch deine (Nicht-)Bewegung über Jahre hinweg entwickelt hat.

Darüber hinaus können innerhalb des Bewegungsapparats die Ursachen für Atemschmerzen in Prellungen der Rippen, Prellungen der Brustwirbelsäule oder Rippenbrüchen (Frakturen) liegen.

📌 Überspannte Muskeln und Asthma

Übrigens: Auch asthmatische Beschwerden sind teilweise auf muskulär-fasziale Verspannungen deiner Brustmuskulatur und deines Zwerchfells zurückzuführen. Wir meinen damit nicht Asthma als Krankheitsbild selbst, sondern die körperlichen Symptome, die mit Asthma verbunden sind: Schmerzen beim Atmen, Enge-, Spannungs- und Druckgefühl im Brustkorb sowie Atemnot. Die muskulären Verkürzungen sind hier vor allem Ausdruck einer Schonatmung, um den Schmerz erträglicher zu machen. 19) Als Asthma-Patient kannst du deshalb enorm davon profitieren, wenn du Brust- und Zwerchfellmuskulatur effektiv aufdehnst. Wie einfach das geht, liest du in unserem Übungskapitel.

Ein Asthmatiker hält sich die Brust und nutzt einen Inhilator

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2.2 Schmerzen beim Atmen durch Erkrankungen von Lunge, Bronchien und Rippenfell

Atemabhängige Schmerzen im Brustkorb gelten aus schulmedizinischer Sicht — neben Husten und Atemnot — als Leitsymptom für eine Erkrankung der Atemwege bzw. eine Lungenerkrankung. In den meisten Fällen steckt dann ein Infekt dahinter und das Brustfell (Pleura) ist beteiligt. 20)

Verallgemeinernde Aussagen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Denn ob ein Brustschmerz tatsächlich die Atmung betrifft, ist für Betroffene oft gar nicht klar benennbar. Außerdem gilt der “Übergang von Atemabhängigkeit zu Dauerschmerz” als fließend, so dass eine “sichere Zuordnung einzelner Krankheitsbilder nach der Atemabhängigkeit der Schmerzen […] nicht möglich” ist ((Jany, B., Pneumologische Ursachen für Thoraxschmerz. In: Wiener klinisches Magazin; 2018, 21 (1), S. 33)).

Auch die folgende Auflistung einzelner Erkrankungen solltest du daher nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstehen. Gleichwohl kannst du vielleicht einige Ursachen ausschließen und dich danach stärker auf den muskulär-faszialen Anteil an deinen Schmerzen fokussieren.

Akute Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Heftige Schmerzen am Ende einer tiefen Einatmung, die einseitig auftreten und z. T. bis in den Rücken strahlen, sind charakteristisch für eine Pleuritis (Entzündung des Rippenfells). Typischerweise bessert sich der Schmerz bei einer Rippenfellentzündung, wenn Betroffene die Luft anhalten. “Der Schmerzcharakter kann hell, schneidend oder brennend sein, die Intensität von gering bis extrem stark und nahezu unerträglich reichen. 21). Fieber kommt als Begleitsymptom bei einer Rippenfellentzündung oft dazu. Ergießt sich Flüssigkeit in den Spalt zwischen Rippen- und Lungenfell (Pleuraerguss), können die Schmerzen beim Atmen wieder abnehmen. Je nachdem, wie groß der Pleuraerguss ausfällt, nehmen dann allerdings Druckgefühl im Brustkorb und Atemnot zu.

Die Ursachen für eine akute Rippenfellentzündung sind vielfältig. Oft ist die Pleuritis eine Folge viraler Infekte, dauert nur kurz an und verläuft ohne Komplikationen. 22).

Akute Tracheitis und Bronchitis

Schmerzen beim Atmen im Hals bzw. hinter dem Brustbein können sich auch im Rahmen einer einfachen Erkältung entwickeln. Häufig liegt den Schmerzen dann eine Infektionskrankheit, meist eine Entzündung der Luftröhre (Tracheitis) oder der Bronchien (Bronchitis), zugrunde. Typische Symptome einer Erkältung (Fieber, Schüttelfrost, Husten, vermehrte Sekretbildung oder ein geröteter Rachen) führen den Arzt meist schnell zu einer sicheren Diagnose

Eine Frau liegt krank auf der Couch, hat einen kühlen Umschlag auf der Stirn und hält einen Fieberthermometer in der Hand

Pneumothorax

Akute, einseitige und atemabhängige Brustschmerzen sind das wichtigste Symptom des sogenannten Spontanpneumothorax (PSP) — in 30 Prozent der Fälle begleitet von heftiger Atemnot und Erstickungsgefühl. Beim Pneumothorax handelt es sich um einen Riss des Rippenfells, durch den Luft in den Spalt zwischen Rippenfell und Lunge gelangt. Dies führt zu einem Kollaps der Lunge und bedarf dringend ärztlicher Behandlung. 23)

Lungenembolie und Lungeninfarkt

Auch bei einer Lungenembolie kann es zu akuten und einseitigen Schmerzen beim Atmen kommen. Meist treten diese Beschwerden zusammen mit dem Aushusten bluthaltigen Sekrets und Atemnot auf. Grund dafür ist der Verschluss einer Lungenarterie, was zu einem Lungeninfarkt führt. Allerdings verursachen kleine Lungenembolien häufig keinerlei Beschwerden, weshalb sie nicht selten unerkannt bleiben. Bei akuten massiven Lungenembolien stehen Schmerzen demgegenüber nicht im Vordergrund. Hier zeigt sich eher ein deutlicher Blutdruckabfall bis hin zum Versagen des gesamten Herz-Kreislauf-Systems. 24)

Lungenkrebs

Wenn Schmerzen in der Brust stetig zunehmen und von Husten, Atemnot, Heiserkeit und blutigem Auswurf begleitet werden, kann dies unter Umständen auf ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) hinweisen. Es ist allerdings so, dass Schmerzen in der Brust  kein entscheidendes Symptom für Lungenkrebs sind — dies gilt für Schmerzen beim Atmen in noch größerem Maße. 25)

Lungenentzündung (Pneumonie)

Schmerzen beim Atmen sind eine häufige Begleiterscheinung bei Lungenentzündung (Pneumonie). Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Husten oder rasselnde Atemgeräusche sind weitere typische Symptome der Infektionskrankheit. 26)

📌 Halten wir fest: Schmerzen beim Atmen können auf (ernste) Lungenerkrankungen  hinweisen. Sind Atemwege und -organe betroffen, kommen zu den Atemschmerzen jedoch fast immer weitere Symptome dazu: entweder solche, die du von Infektionskrankheiten kennst, oder schwere Beeinträchtigungen (Atemnot, blutiger Husten, massive Herz-Kreislauf-Beschwerden). Treten deine Schmerzen beim Atmen also komplett ohne diese Symptome auf, ist eine andere Ursache als eine Lungenentzündung oder eine Rippenfellentzündung wahrscheinlicher.

Ein älterer Mann hat Schmerzen in der Herzgegend

2.3 Schmerzen beim Atmen durch Herzerkrankungen

Schmerzen im Brustkorb verbinden wir instinktiv mit Herzproblemen — und tatsächlich können verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) für die Beschwerden verantwortlich sein. Über die Herzkranzgefäße wird der Herzmuskel mit Blut versorgt. Gelangt aufgrund der Verengungen nicht mehr genügend Sauerstoff zum Herz, treten Angina-pectoris-Anfälle auf: Brustschmerzen, Beklemmung und Engegefühl können mehrere Minuten anhalten und den Betroffenen in Todesangst versetzen. Häufig strahlen die Schmerzen in die linke Schulter-Arm-Hand-Region aus und werden von Betroffenen dann als Schmerzen beim Atmen gedeutet.

In den Herzkranzgefäßen kann sich als Komplikation einer Angina pectoris jedoch auch ein Blutgerinnsel bilden, das die Arterien komplett verstopft. Die Blutversorgung des Herzmuskels kommt dann vollständig zum Erliegen, was einen Herzinfarkt auslöst. Plötzlich eintretende, sehr starke Schmerzen im Brustkorb — oft direkt hinter dem Brustbein — werden von einem Stechen in der linken Brust, einem Engegefühl, Luftnot, Schweißausbrüchen und Übelkeit begleitet. Als charakteristisch gilt auch hier die Ausstrahlung der Schmerzen in die linke Schulter, den Oberbauch, Rücken, Hals und Unterkiefer.

Isoliert auftretende Schmerzen beim Atmen sind in den allermeisten Fällen dagegen kein Leitsymptom für Erkrankungen des Herzens. Eine Ausnahme bildet dabei die Herzbeutelentzündung (Perikarditis). Sie verursacht stechende Brustschmerzen, die sich beim Husten und tiefen Einatmen verschlimmern. Da meist eine Virusinfektion dahinter steckt, leiden Patienten zugleich an den Begleitsymptomen Fieber und Kurzatmigkeit.

2.4 Schmerzen beim Atmen durch Erkrankungen im Bauchraum

Treten deine Atemschmerzen zusammen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf, lohnt sich der Blick auf den Magen-Darm-Trakt. Schmerzt beim Atmen die linke Seite, kommen beispielsweise die links liegenden Organe als Auslöser in Frage. Sind diese geschädigt, können sie beim Einatmen derart gereizt werden, dass du stechende Schmerzen wahrnimmst. Sodbrennen (Reflux), eine Magenentzündung oder ein Magengeschwür müssen dann ebenso wie eine vergrößerte Milz in Betracht gezogen werden. Rechtsseitig unter dem Rippenbogen liegen Leber und Gallenblase. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Lunge und Zwerchfell können Grunderkrankungen dieser Organe mit Schmerzen beim Atmen einhergehen.

3. Behandlung muskulär bedingter Schmerzen beim Atmen


Ein Patentrezept zur Behandlung von Atemschmerzen kann es angesichts der vielen möglichen Ursachen nicht geben. Es ist völlig klar, dass jedes Krankheitsbild eine spezifische Therapie verlangt. Dabei können Erkrankungen des Herzens, der Lunge oder anderer Organe von der modernen Medizin oft erfolgreich bekämpft werden — standardmäßig mit einer ausgeklügelten medikamentösen Therapie.

Doch so hilfreich schulmedizinische Errungenschaften in diesen Fällen sind, so schnell stoßen sie bei muskulär-faszialen Ursachen von Atemschmerzen an ihre Grenzen.

Verkürzungen und Überspannungen können eben nicht per Röntgen oder MRT sichtbar gemacht, ihre negativen Auswirkungen nicht mit Antiobiotika oder blutverdünnenden Mitteln kleingehalten werden. Lösen Fehlspannungen von Brustmuskulatur und Zwerchfell die Schmerzen beim Atmen aus, sind daher andere Behandlungskonzepte gefragt. 

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht bietet dir Lösungen, die gezielt auf das muskulär-fasziale Netzwerk deines Atmungssystems wirken. Vier unterschiedliche Bausteine der (Selbst-)Therapie stehen dir dabei zur Verfügung:

  1. Unsere Dehnübungen sind der natürlichste Weg, um Verkürzungen entgegenzuwirken und Atemschmerzen körpergerecht zu lindern. Mit nur wenigen Übungsminuten täglich, bringst du qualitativ hochwertige Bewegungen in deinen Brustkorb und dehnst die überspannte Muskulatur effektiv auf. Bezogen auf dein Zwerchfell ist Bewegungstraining gleich Atemtraining. Deshalb haben wir spezielle Atemübungen entwickelt, mit denen du auch das Zwerchfell hochwirksam dehnen kannst. 
  2. Leidest du gerade unter sehr starken Beschwerden und kannst unsere Übungen gar nicht durchführen? Dann legen wir dir — sofern organische Ursachen ärztlich abgeklärt wurden — einen unserer Schmerztherapeuten ans Herz. Über den Schmerzspezialisten-Finder findest du sicher schnelle Hilfe in deiner Nähe. Die von uns ausgebildeten Therapeuten können deine akuten Schmerzen dank der Osteopressur oft schon in der ersten Sitzung deutlich lindern. Dabei drücken sie ausgewählte Punkte an deinem Brustkorb, die für dein Schmerzempfinden verantwortlich sind. Bei Atemschmerzen befinden sich diese entlang der Ansätze des großen Brustmuskels am Brustbein, direkt oberhalb des Zwerchfells (Diaphragma) und am Ansatz des kleinen Brustmuskels unter der Schulter.
  3. Du kannst von der Osteopressur auch dann profitieren, wenn du nicht zu einem unserer Therapeuten gehen möchtest. Unsere Light-Osteopressur macht’s möglich. Hierfür haben wir ein spezielles Drücker-Set entwickelt, mit dem du die wichtigen Punkte selbst drücken kannst. Für weitere Informationen schau gerne mal in unserem Shop vorbei.
  4. Die Übungen sollten das Kernstück deiner Selbstbehandlung darstellen. Neben der Light-Osteopressur kannst du sie auch mit Faszien-Rollmassagen ergänzen. Durch die Arbeit mit unseren Faszienrollen und -kugeln regst du Reparaturprozesse in deinem Fasziengewebe aktiv an und hilfst deiner Struktur, die Impulse der Übungen wirksam verarbeiten zu können.

Alle Details zu unserem Behandlungskonzept und den verschiedenen Komponenten findest du auf einer extra Therapie-Seite. 

SO FUNKTIONIERT UNSERE THERAPIE

Unterschiede zu herkömmlichen Ansätzen

Du hast es sicher bemerkt: Unsere Therapie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von fast allen gängigen Ansätzen zur Behandlung muskulär bedingter Schmerzen. Im Gegensatz zu Schmerzmitteln linderst du mit der Osteopressur, der Faszien-Rollmassage und den Übungen nicht nur die Symptome, sondern behandelst direkt die Ursache. Dies stellt die Voraussetzung für langfristige Schmerz-Freiheit dar. Nebenwirkungen oder Risiken bestehen dabei keine.

Zu sehen sind verschiedene Tablettenpackungen

Körpergerecht ist unser Ansatz auch deshalb, weil du z. B. mit den Übungen Heilungsprozesse von innen heraus förderst. Du gibst deinem Organismus neue Bewegungsmuster vor, an die sich Muskeln und Faszien im Laufe der Zeit anpassen. Diese können sich also auf natürliche Weise umformen. Wir gehen damit den umgekehrten Weg wie etwa Manualtherapeuten, die deinen Brustkorb von außen mobilisieren. Aus unserer Sicht können körpereigene Anspannungsprogramme durch solche Manipulationen nicht dauerhaft verändert werden. Dies gelingt unserer Erfahrung nach nur, wenn du deinen Muskeln und Faszien über gezielte Bewegungen und Impulse die richtigen Reize für ihren Umbau bietest.

4. Übungen gegen Schmerzen beim Atmen: So befreist du Brust und Zwerchfell


Wenn dein Arzt mögliche Ursachen an Herz, Lunge oder anderen Organen ausgeschlossen hat, kannst du jetzt direkt etwas gegen deine Schmerzen tun. In diesem Kapitel findest du wertvolle Tipps und zwei Übungen, die du zuhause sofort ausprobieren kannst. Teste ohne Risiko, welche der beiden Übungen dir besser hilft. Je nachdem, ob deine Beschwerden eher von Verspannungen in der Brustmuskulatur oder von einem “verkürzten” Zwerchfell kommen, kannst du die für dich optimale Übung wählen — oder einfach beide zu deiner täglichen Routine machen.

Vor den Übungen noch ein Hinweis: Solltest du noch nie eine unserer Übungen gemacht haben, lies dir am besten vorher unsere Checkliste ganz unten auf der Seite durch. Dort haben wir für dich die wichtigsten Punkte aufgelistet, so dass du mit einem sicheren Gefühl in deine Übungsphase starten kannst.

Die erste Übung gilt deinem großen Brustmuskel. Mithilfe einer speziellen Dehnung bringst du deine Arme und Schultern in bisher vernachlässigte Gelenkwinkel und löst damit die Überspannungen in deiner Brust ganz gezielt auf.

Im Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie das geht:

Die zweite Übung widmet sich speziell der Dehnung deines Zwerchfells. Schaffe neuen Raum in deiner Brust und erlebe, wie befreit und schmerzfrei du bald wieder atmen kannst.

Hier geht’s zum Video mit der Atemübung:

Übungen gegen Atemschmerzen zum Nachlesen:

Eine Patientin bereitet die Dehnung ihrer Brustmuskulatur vor, indem sie mit ausgestreckten Armen zwischen zwei Stühlen kniet und ihre Hände darauf ablegt

Dehnung der Brustmuskulatur

Schritt 1: Knie dich zwischen zwei Stühle, lege deine Handflächen auf den Sitzen ab und lasse die Ellenbogen gestreckt.

Im Detail: Schnapp dir für diese Übung zwei Stühle. Diese stellst du so weit auseinander, dass du deine Hände samt Handgelenk noch auf die Sitzflächen legen kannst. Platziere jetzt eine weiche Unterlage zwischen den beiden Stühlen, knie dich darauf und lege deine Handflächen auf den Sitzflächen ab. Achte darauf, dass dein Oberkörper sich noch etwas oberhalb der ausgestreckten Arme befindet. Die Ellenbogen lässt du die gesamte Zeit über gestreckt.

Eine Patientin kniet zwischen zwei Stühlen, hat ihre Hände darauf abgelegt und lässt ihren Brustkorb heruntersinken

Schritt 2: Lasse deinen Oberkörper so weit zum Boden sinken, wie dein Schmerz es zulässt und die Hände auf den Stühlen bleiben können.

Im Detail: Lasse jetzt deinen Oberkörper so weit zum Boden sinken, wie es für dich vom Schmerz her noch erträglich ist und deine Hände auf den Stühlen liegen bleiben können. Arbeite dich über deine Atmung immer weiter in die Dehnung hinein.

Nach 40–60 Sekunden gehst du in die Gegenspannungen: Dazu drückst du deine Hände zunächst  — so fest es geht — in die Stühle hinein. Diese Kraft löst du nach circa zehn Sekunden. Anschließend steuerst du deine Hände zehn Sekunden lang mit dem Befehl an, nach oben abzuheben. Ist auch dieser Übungsschritt geschafft, gehst du noch einmal für ca. 30 Sekunden in die tiefe Dehnung deiner Brustmuskulatur.

Angeleitet von Roland Liebscher-Bracht atmet eine Patientin ganz tief aus

Dehnung des Zwerchfells

Schritt 1: Atme die Luft in deinen Lungen vollständig aus.

Im Detail: Stelle oder setze dich aufrecht hin. Atme tief ein und puste dann alle Luft aus, die sich gerade in deinen Lungen befindet. Das gelingt dir optimal, wenn du kurz vor dem Ende deinen Oberkörper nach vorne nimmst. Auf diese Weise ziehst du dein Zwerchfell möglichst weit hoch. So dehnst du es maximal auf und schaffst im Laufe der Zeit immer mehr Platz zum Einatmen.

Angeleitet von Roland Liebscher-Bracht hält sich eine Patientin bei der Übung gegen Atemschmerzen Mund und Nase zu

Schritt 2: Schließe nach dem kompletten Ausatmen den Mund, halte dir die Nase zu und fange langsam an, Luft einzusaugen.

Im Detail: Diesen Übungseffekt kannst du noch steigern, wenn du nach dem kompletten Ausatmen (wie in Schritt 1) den Mund schließt und dir die Nase zuhältst. Komm schnell zurück nach oben und fang langsam an, Luft einzusaugen — so, als wolltest du einatmen. Dadurch entsteht sofort ein Vakuum. Mithilfe dieses Unterdrucks kann das Zwerchfell — in seiner größten Verlängerung — bestehende Fehlspannungen abbauen und zu alter Leistungsstärke zurückfinden.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Die Verfilzungen und Überspannungen in deinem Brustkorb können sehr hoch sein, insbesondere wenn Brustmuskulatur und Zwerchfell schon lange unter einseitigen Bewegungen “gelitten” haben. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du deine Schmerzen beim Atmen und die Enge in deiner Brust dauerhaft beseitigen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

💡 Wenn du Schmerzen beim Atmen hast, kann dir dieses Wissen helfen:


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befreiter atmen

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Der Visionär

Roland Liebscher-Bracht

Eine Frau hat Schmerzen beim Atmen und hält ihre Hand auf den Brustkorb

© Antonio Guillem | shutterstock.com

Muskuläre Ursachen von Atemschmerzen und die besten Übungen zur Selbsthilfe

Du hast Schmerzen bei jedem Atemzug, bekommst schlecht Luft oder spürst ein Engegefühl in deiner Brust? Dann schrillen bei dir sicher alle Alarmglocken — und das ist verständlich. Herzinfarkt, Lungenkrebs oder andere schlimme Erkrankungen können solche Symptome nunmal auslösen, das ist bekannt. Doch was du vielleicht noch nicht weißt: Auch deine Brustmuskulatur und dein Zwerchfell kommen als Verursacher von Atemschmerzen in Frage.

Um es mit allem Nachdruck zu betonen: Schmerzen beim Atmen sind heikel und sollten immer schulmedizinisch abgeklärt werden. Ein Arztbesuch zu viel ist in diesem Fall immer besser als einer zu wenig oder ein zu später. Wenn dein Kardiologe oder Internist jedoch ernste organische Grunderkrankungen bei dir ausschließen konnte, machen wir dir ein Angebot: Lerne mit der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht eine neue Sicht auf deine Atemschmerzen kennen, mache dich mit ihren muskulären Ursachen vertraut und entdecke effektive Übungen zur Selbsthilfe.

  • Dazu werfen wir zunächst einen Blick in deinen Brustkorb. Du erfährst, wie der Brustbereich aufgebaut ist, welche Organe bzw. Strukturen es dort gibt und worin die Aufgabe der einzelnen Teile besteht
  • Im zweiten Kapitel kümmern wir uns um die vielen verschiedenen Ursachen, die hinter deinen Schmerzen beim Atmen stecken können. Dir ist sicher klar, dass dabei keine Ferndiagnose möglich ist. Dennoch möchten wir dir eine erste Orientierung bieten, wie du muskulär bedingte Atemschmerzen am besten erkennst.
  • Du hast Herz und Lunge von deinem Arzt schon checken lassen und bist dir sicher, dass überspannte, verkürzte Muskeln deine Atemschmerzen auslösen? Dann kannst du mithilfe unserer Therapie gezielt etwas dagegen tun. Was unsere Behandlung auszeichnet und welche Übungen dir sofort helfen können, liest du am Ende dieses Artikels. Auch Asthmatiker finden dort viele wertvolle Tipps.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht

Das musst du über deinen Brustkorb wissen

Da Schmerzen beim Atmen meist im Brustraum entstehen, schauen wir uns die Anatomie dieses Bereichs genauer an. Der Brustkorb (Thorax) wird von zwölf Rippenpaaren aufgespannt. Diese setzen an ebenso vielen Wirbelkörpern an, die zusammen die Brustwirbelsäule (BWS) bilden. Am anderen Ende geht jede Rippe in den Rippenknorpel über, der mit dem Brustbein (Sternum) verwachsen ist. Aufgrund dieser besonderen Bauweise bilden deine Rippen eine Art “knöchernen Käfig”, der die lebenswichtigen Organe Herz und Lunge schützt.

Verbunden sind Rippe und Fortsätze der Wirbelkörper jeweils über zwei kleine Gelenke, in denen sich die Rippe bei jeder Atmung bewegt. Dank der Gelenke und der Rippenmuskulatur (Interkostalmuskulatur), die sich wie Fischgräten zwischen den Rippen anordnet, kann sich der Brustkorb bei jedem Atemzug heben und senken. Spezielle “Atem-Hilfsmuskeln”, die wie eine Säge geformt sind und daher “Säge-Muskeln” genannt werden, helfen zusätzlich beim Atmen.

Wunderwerk Atmung — die Rolle des Zwerchfells

Komplexer wird das System, wenn wir uns dem Prozess der Atmung weiter annähern. Neben der Hilfs-Muskulatur an und zwischen den Rippen gibt es nämlich einen ganz besonderen Muskel, der an jedem einzelnen Atemvorgang maßgeblich beteiligt ist — das Zwerchfell (Diaphragma). Nur 3–5 mm dick, trennt es den Brustraum vom Bauchraum. Das Zwerchfell kannst du dir als eine Sehnenplatte vorstellen, die von einer Schicht aus muskulären Kuppeln bedeckt ist. Deren Ansätze liegen im Bereich der Lendenwirbelsäule, dem Brustbein und den Rippen.

Grafische Darstellung der anatomischen Verhältnisse bei Ein- und Ausatmung

© Alila Medical Media | shutterstock.com

Wenn du einatmest (Inspiration), zieht sich die kuppelförmige Muskelplatte zusammen. Das Zwerchfell sinkt ab, wodurch sich das Volumen im Brustraum vergrößert. Gleichzeitig werden die Organe des Bauchraums nach unten gedrückt und der Bauch wölbt sich vor. Es entsteht ein Unterdruck, der Luft in die Lungen strömen lässt und das Einatmen ermöglicht. Umgekehrt bei der Ausatmung (Expiration): Das Zwerchfell erschlafft und entspannt sich, wird hoch in den Brustraum gehoben und löst über das Zusammenpressen der Lungen das Ausströmen der Atemluft aus. Der Bauch flacht wieder ab.

Ein- und Ausatmen vollziehen sich im Normalfall unwillkürlich, geräuschlos und hocheffizient. Gerade weil wir wenig von seiner Arbeit mitbekommen, gerät das Zwerchfell jedoch allzu leicht in Vergessenheit — auch was seine Rolle bei der Entstehung von Atemschmerzen angeht.  

Lungen, Bronchien und Brustfell

Der für die Atmung notwendige Gasaustausch findet in den Lungen statt. Ihre luftleitenden Anteile werden als Bronchien bezeichnet. Zusammen mit der Luftröhre, aus der sie hervorgehen, bilden die Bronchien die unteren Atemwege. Diese können sich bei einem Infekt entzünden (Bronchitis) oder chronisch überreizt sein (Asthma).

Strömt — angetrieben von den Bewegungen des Brustkorbs und des Zwerchfells — Luft in die Luftröhre, befördern die Bronchien sie über ein weit verzweigtes System in die Lungenbläschen (Alveolen). Dort kommt es zum lebenswichtigen Gasaustausch.

Auch das sogenannte Brustfell (Pleura) spielt für den Ablauf der Atembewegungen eine entscheidende Rolle. Der Begriff ist missverständlich, denn es handelt sich beim Brustfell um eine Doppelhaut (Pleuren), welche die Lungen ummantelt. Die äußere Schicht der Pleura kleidet dabei als Rippenfell die gesamte Innenfläche des Brustkorbs aus. Das Lungenfell — die innere Lage — bedeckt die Lungenoberfläche. Das Besondere: Sowohl Rippen- als auch Lungenfell  “sind glatt und feucht und können daher fast reibungslos gegeneinander gleiten. Der dünne Spalt zwischen ihnen (Pleuraspalt) ist mit etwas Flüssigkeit gefüllt. Luft ist hingegen keine enthalten. 27)

Und die Faszien?

Dein Brustkorb und dein Rumpf weisen zahlreiche Innenräume auf, die entweder mit Luft oder mit Flüssigkeit gefüllt sind. “Im ganzen Brustbereich”, so Faszienforscher Peter Schwind, “ist dieser Innenbereich von einer einzigen Faszie umhüllt. Es ist die endothorakale Faszie.” 28). Sie bildet eine äußerst dünne Schicht, die extrem elastisch und dehnbar sein muss, um die Atembewegungen der Lungen nicht zu blockieren.

Falls du unsere Schmerztherapie noch nicht kennst, hast du jetzt womöglich einige Fragezeichen im Kopf. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu tief einsteigen. Wichtig für dich ist nur zu wissen, dass Muskeln niemals von alleine funktionieren würden — auch nicht mithilfe des Gehirns oder der Nerven. Das gilt für alle Muskeln deines Körpers, also auch für das Zwerchfell und die Atem-Hilfsmuskeln.

“Lebendig wird das ganze System erst durch ein wichtiges Medium, das […] überall kleine Brücken herstellt. Dieses Bindeglied, die Faszie, ist mehr als nur Bindegewebe.” 29)

Ursachen von Schmerzen beim Atmen und ihre typischen Symptome

Von lebensbedrohlich bis banal — Schmerzen beim Atmen können auf verschiedenste Ursachen zurückgehen. Je nach betroffenem Bereich, fallen die Symptome natürlich sehr unterschiedlich aus. Du solltest deshalb wissen, auf was du besonders achten musst, um eine individuell optimale Behandlung zu bekommen. Aus diesem Grund geben wir dir hier einen Überblick über Krankheitsbilder, die häufig mit Schmerzen beim Atmen einhergehen.

Diese Auflistung kann keine ärztliche Diagnose ersetzen. Verstehe sie daher bitte als erste Orientierungshilfe  — und als Erweiterung herkömmlicher Sichtweisen, die den Einfluss von Muskeln und Faszien bei der Entstehung von Atemschmerzen leider oft übersehen.

Noch einige interessante Zahlen vorab: In einer Untersuchung von 34.333 Notfallpatienten ermittelten Forscher, dass 11,5 Prozent dieser Patienten mit Brustschmerzen in der Klinik vorstellig wurden — nur 10 Prozent davon hatten einen akuten Herzinfarkt  30) Suchen Patienten mit Brustschmerzen ihren Hausarzt auf, sind etwa 20 Prozent der Beschwerden auf Herzprobleme zurückzuführen. Dagegen sind 43 Prozent “skelettoneuromuskulärer Genese” 31), liegen also im Bewegungsapparat begründet.

Mit diesen Ergebnissen möchten wir Brust- und Atemschmerzen keinesfalls kleinreden. Immer können ernste Erkrankungen dahinter stecken und lebenswichtige Organe betroffen sein — auch solche, die gar nicht im Brustkorb liegen. Gerade

  • wenn Schmerzen neu und akut auftreten,
  • sie sich in Charakter oder Intensität verändern und
  • du Symptome wie Atemnot, Druckgefühl, Benommenheit oder Schwindel bemerkst,

solltest du nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen oder sogar den Notarzt zu rufen. Aber: Die oben genannten Zahlen verdeutlichen auch, dass die Ursachen für Schmerzen beim Atmen in der Mehrheit der Fälle eher harmlos und gut behandelbar sind.

2.1 Muskulär-fasziale Ursachen von Schmerzen beim Atmen

Wie du schon weißt, folgt das Zwerchfell den Gesetzen jedes anderen Muskels in deinem Körper.

Will heißen: Wenn es zu wenig bewegt wird, kann es in bestimmten Faserbereichen unnachgiebig werden (“verkürzen”) und dadurch eine unnatürlich hohe Spannung aufbauen.

Dies behindert das Ein- und vor allem das Ausatmen, weil das Zwerchfell dabei geschmeidig nachgeben muss. Tut es das nicht, können Schmerzen entstehen und das Atemvolumen deiner beiden Lungenflügel nimmt ab.

Atemschmerzen sind häufig also nichts anderes als Bewegungsschmerzen desjenigen Muskels, der die Atembewegung ausübt. Hintergründe verrät dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video:

Warum wird das Zwerchfell heutzutage eigentlich zu wenig bewegt? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil wir zu wenig (tief) atmen bzw. unseren Rumpf zu wenig bewegen! Dies wiederum geht — wie so häufig — auf einseitige Bewegungsmuster im Alltag zurück. Vielleicht verbringst du ja auch jeden Tag etliche Stunden im Sitzen. Arbeitest du beispielsweise lange vor dem Computer, bist du ständig nach vorne gerichtet und hältst deine Unterarme permanent in einem 90-Grad-Winkel gegenüber dem Oberkörper. Muskeln und Faszien in Oberarm und Schulter passen sich dieser monotonen Position allmählich an. Anteile des Bizeps- und Delta-Muskels verkürzen mit der Zeit und ziehen deine Schultern immer weiter nach vorne — und zwar in Verlaufsrichtung der Fasern des großen Brustmuskels (pectoralis major).

Ein Mann sitzt konzentriert vor seinem Laptop

Das gesamte muskulär-fasziale Netzwerk von der Schulter bis zum Zwerchfell wird nun unnachgiebig und macht ab einem bestimmten Punkt das sanfte Auf- und Abgleiten des Brustkorbs bei der Atmung nicht mehr geschmeidig mit. Wenn es so weit ist, reagiert dein Körper mit stechenden Schmerzen, die von der Schulter bis zum Brustbein ziehen, meist beidseitig ausfallen und sich beim Atmen verstärken können.

Überall dort, wo Muskeln an den Rippen oder dem Brustbein angewachsen sind, kann es begleitend zu Überreizungen, Entzündungen oder Irritationen der Nerven kommen (Interkostalneuralgie, BWS-Syndrom) . Dabei handelt es sich aber fast nie um Schädigungen. Vielmehr musst du dir diese Entzündungen als Reparaturen deines Körpers vorstellen: Er versucht, das aufzuhalten, was sich durch deine (Nicht-)Bewegung über Jahre hinweg entwickelt hat.

Darüber hinaus können innerhalb des Bewegungsapparats die Ursachen für Atemschmerzen in Prellungen der Rippen, Prellungen der Brustwirbelsäule oder Rippenbrüchen (Frakturen) liegen.

📌 Überspannte Muskeln und Asthma

Übrigens: Auch asthmatische Beschwerden sind teilweise auf muskulär-fasziale Verspannungen deiner Brustmuskulatur und deines Zwerchfells zurückzuführen. Wir meinen damit nicht Asthma als Krankheitsbild selbst, sondern die körperlichen Symptome, die mit Asthma verbunden sind: Schmerzen beim Atmen, Enge-, Spannungs- und Druckgefühl im Brustkorb sowie Atemnot. Die muskulären Verkürzungen sind hier vor allem Ausdruck einer Schonatmung, um den Schmerz erträglicher zu machen. 32) Als Asthma-Patient kannst du deshalb enorm davon profitieren, wenn du Brust- und Zwerchfellmuskulatur effektiv aufdehnst. Wie einfach das geht, liest du in unserem Übungskapitel.

Ein Asthmatiker hält sich die Brust und nutzt einen Inhilator

© Africa Studio| shutterstock.com

2.2 Schmerzen beim Atmen durch Erkrankungen von Lunge, Bronchien und Rippenfell

Atemabhängige Schmerzen im Brustkorb gelten aus schulmedizinischer Sicht — neben Husten und Atemnot — als Leitsymptom für eine Erkrankung der Atemwege bzw. eine Lungenerkrankung. In den meisten Fällen steckt dann ein Infekt dahinter und das Brustfell (Pleura) ist beteiligt. 33)

Verallgemeinernde Aussagen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Denn ob ein Brustschmerz tatsächlich die Atmung betrifft, ist für Betroffene oft gar nicht klar benennbar. Außerdem gilt der “Übergang von Atemabhängigkeit zu Dauerschmerz” als fließend, so dass eine “sichere Zuordnung einzelner Krankheitsbilder nach der Atemabhängigkeit der Schmerzen […] nicht möglich” ist ((Jany, B., Pneumologische Ursachen für Thoraxschmerz. In: Wiener klinisches Magazin; 2018, 21 (1), S. 33)).

Auch die folgende Auflistung einzelner Erkrankungen solltest du daher nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose verstehen. Gleichwohl kannst du vielleicht einige Ursachen ausschließen und dich danach stärker auf den muskulär-faszialen Anteil an deinen Schmerzen fokussieren.

Akute Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Heftige Schmerzen am Ende einer tiefen Einatmung, die einseitig auftreten und z. T. bis in den Rücken strahlen, sind charakteristisch für eine Pleuritis (Entzündung des Rippenfells). Typischerweise bessert sich der Schmerz bei einer Rippenfellentzündung, wenn Betroffene die Luft anhalten. “Der Schmerzcharakter kann hell, schneidend oder brennend sein, die Intensität von gering bis extrem stark und nahezu unerträglich reichen. 34). Fieber kommt als Begleitsymptom bei einer Rippenfellentzündung oft dazu. Ergießt sich Flüssigkeit in den Spalt zwischen Rippen- und Lungenfell (Pleuraerguss), können die Schmerzen beim Atmen wieder abnehmen. Je nachdem, wie groß der Pleuraerguss ausfällt, nehmen dann allerdings Druckgefühl im Brustkorb und Atemnot zu.

Die Ursachen für eine akute Rippenfellentzündung sind vielfältig. Oft ist die Pleuritis eine Folge viraler Infekte, dauert nur kurz an und verläuft ohne Komplikationen. 35).

Akute Tracheitis und Bronchitis

Schmerzen beim Atmen im Hals bzw. hinter dem Brustbein können sich auch im Rahmen einer einfachen Erkältung entwickeln. Häufig liegt den Schmerzen dann eine Infektionskrankheit, meist eine Entzündung der Luftröhre (Tracheitis) oder der Bronchien (Bronchitis), zugrunde. Typische Symptome einer Erkältung (Fieber, Schüttelfrost, Husten, vermehrte Sekretbildung oder ein geröteter Rachen) führen den Arzt meist schnell zu einer sicheren Diagnose

Eine Frau liegt krank auf der Couch, hat einen kühlen Umschlag auf der Stirn und hält einen Fieberthermometer in der Hand

Pneumothorax

Akute, einseitige und atemabhängige Brustschmerzen sind das wichtigste Symptom des sogenannten Spontanpneumothorax (PSP) — in 30 Prozent der Fälle begleitet von heftiger Atemnot und Erstickungsgefühl. Beim Pneumothorax handelt es sich um einen Riss des Rippenfells, durch den Luft in den Spalt zwischen Rippenfell und Lunge gelangt. Dies führt zu einem Kollaps der Lunge und bedarf dringend ärztlicher Behandlung. 36)

Lungenembolie und Lungeninfarkt

Auch bei einer Lungenembolie kann es zu akuten und einseitigen Schmerzen beim Atmen kommen. Meist treten diese Beschwerden zusammen mit dem Aushusten bluthaltigen Sekrets und Atemnot auf. Grund dafür ist der Verschluss einer Lungenarterie, was zu einem Lungeninfarkt führt. Allerdings verursachen kleine Lungenembolien häufig keinerlei Beschwerden, weshalb sie nicht selten unerkannt bleiben. Bei akuten massiven Lungenembolien stehen Schmerzen demgegenüber nicht im Vordergrund. Hier zeigt sich eher ein deutlicher Blutdruckabfall bis hin zum Versagen des gesamten Herz-Kreislauf-Systems. 37)

Lungenkrebs

Wenn Schmerzen in der Brust stetig zunehmen und von Husten, Atemnot, Heiserkeit und blutigem Auswurf begleitet werden, kann dies unter Umständen auf ein Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) hinweisen. Es ist allerdings so, dass Schmerzen in der Brust  kein entscheidendes Symptom für Lungenkrebs sind — dies gilt für Schmerzen beim Atmen in noch größerem Maße. 38)

Lungenentzündung (Pneumonie)

Schmerzen beim Atmen sind eine häufige Begleiterscheinung bei Lungenentzündung (Pneumonie). Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Husten oder rasselnde Atemgeräusche sind weitere typische Symptome der Infektionskrankheit. 39)

📌 Halten wir fest: Schmerzen beim Atmen können auf (ernste) Lungenerkrankungen  hinweisen. Sind Atemwege und -organe betroffen, kommen zu den Atemschmerzen jedoch fast immer weitere Symptome dazu: entweder solche, die du von Infektionskrankheiten kennst, oder schwere Beeinträchtigungen (Atemnot, blutiger Husten, massive Herz-Kreislauf-Beschwerden). Treten deine Schmerzen beim Atmen also komplett ohne diese Symptome auf, ist eine andere Ursache als eine Lungenentzündung oder eine Rippenfellentzündung wahrscheinlicher.

Ein älterer Mann hat Schmerzen in der Herzgegend

2.3 Schmerzen beim Atmen durch Herzerkrankungen

Schmerzen im Brustkorb verbinden wir instinktiv mit Herzproblemen — und tatsächlich können verengte Herzkranzgefäße (Koronararterien) für die Beschwerden verantwortlich sein. Über die Herzkranzgefäße wird der Herzmuskel mit Blut versorgt. Gelangt aufgrund der Verengungen nicht mehr genügend Sauerstoff zum Herz, treten Angina-pectoris-Anfälle auf: Brustschmerzen, Beklemmung und Engegefühl können mehrere Minuten anhalten und den Betroffenen in Todesangst versetzen. Häufig strahlen die Schmerzen in die linke Schulter-Arm-Hand-Region aus und werden von Betroffenen dann als Schmerzen beim Atmen gedeutet.

In den Herzkranzgefäßen kann sich als Komplikation einer Angina pectoris jedoch auch ein Blutgerinnsel bilden, das die Arterien komplett verstopft. Die Blutversorgung des Herzmuskels kommt dann vollständig zum Erliegen, was einen Herzinfarkt auslöst. Plötzlich eintretende, sehr starke Schmerzen im Brustkorb — oft direkt hinter dem Brustbein — werden von einem Stechen in der linken Brust, einem Engegefühl, Luftnot, Schweißausbrüchen und Übelkeit begleitet. Als charakteristisch gilt auch hier die Ausstrahlung der Schmerzen in die linke Schulter, den Oberbauch, Rücken, Hals und Unterkiefer.

Isoliert auftretende Schmerzen beim Atmen sind in den allermeisten Fällen dagegen kein Leitsymptom für Erkrankungen des Herzens. Eine Ausnahme bildet dabei die Herzbeutelentzündung (Perikarditis). Sie verursacht stechende Brustschmerzen, die sich beim Husten und tiefen Einatmen verschlimmern. Da meist eine Virusinfektion dahinter steckt, leiden Patienten zugleich an den Begleitsymptomen Fieber und Kurzatmigkeit.

2.4 Schmerzen beim Atmen durch Erkrankungen im Bauchraum

Treten deine Atemschmerzen zusammen mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf, lohnt sich der Blick auf den Magen-Darm-Trakt. Schmerzt beim Atmen die linke Seite, kommen beispielsweise die links liegenden Organe als Auslöser in Frage. Sind diese geschädigt, können sie beim Einatmen derart gereizt werden, dass du stechende Schmerzen wahrnimmst. Sodbrennen (Reflux), eine Magenentzündung oder ein Magengeschwür müssen dann ebenso wie eine vergrößerte Milz in Betracht gezogen werden. Rechtsseitig unter dem Rippenbogen liegen Leber und Gallenblase. Aufgrund der räumlichen Nähe zu Lunge und Zwerchfell können Grunderkrankungen dieser Organe mit Schmerzen beim Atmen einhergehen.

Behandlung muskulär bedingter Schmerzen beim Atmen

Ein Patentrezept zur Behandlung von Atemschmerzen kann es angesichts der vielen möglichen Ursachen nicht geben. Es ist völlig klar, dass jedes Krankheitsbild eine spezifische Therapie verlangt. Dabei können Erkrankungen des Herzens, der Lunge oder anderer Organe von der modernen Medizin oft erfolgreich bekämpft werden — standardmäßig mit einer ausgeklügelten medikamentösen Therapie.

Doch so hilfreich schulmedizinische Errungenschaften in diesen Fällen sind, so schnell stoßen sie bei muskulär-faszialen Ursachen von Atemschmerzen an ihre Grenzen.

Verkürzungen und Überspannungen können eben nicht per Röntgen oder MRT sichtbar gemacht, ihre negativen Auswirkungen nicht mit Antiobiotika oder blutverdünnenden Mitteln kleingehalten werden. Lösen Fehlspannungen von Brustmuskulatur und Zwerchfell die Schmerzen beim Atmen aus, sind daher andere Behandlungskonzepte gefragt. 

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht bietet dir Lösungen, die gezielt auf das muskulär-fasziale Netzwerk deines Atmungssystems wirken. Vier unterschiedliche Bausteine der (Selbst-)Therapie stehen dir dabei zur Verfügung:

  1. Unsere Dehnübungen sind der natürlichste Weg, um Verkürzungen entgegenzuwirken und Atemschmerzen körpergerecht zu lindern. Mit nur wenigen Übungsminuten täglich, bringst du qualitativ hochwertige Bewegungen in deinen Brustkorb und dehnst die überspannte Muskulatur effektiv auf. Bezogen auf dein Zwerchfell ist Bewegungstraining gleich Atemtraining. Deshalb haben wir spezielle Atemübungen entwickelt, mit denen du auch das Zwerchfell hochwirksam dehnen kannst. 
  2. Leidest du gerade unter sehr starken Beschwerden und kannst unsere Übungen gar nicht durchführen? Dann legen wir dir — sofern organische Ursachen ärztlich abgeklärt wurden — einen unserer Schmerztherapeuten ans Herz. Über den Schmerzspezialisten-Finder findest du sicher schnelle Hilfe in deiner Nähe. Die von uns ausgebildeten Therapeuten können deine akuten Schmerzen dank der Osteopressur oft schon in der ersten Sitzung deutlich lindern. Dabei drücken sie ausgewählte Punkte an deinem Brustkorb, die für dein Schmerzempfinden verantwortlich sind. Bei Atemschmerzen befinden sich diese entlang der Ansätze des großen Brustmuskels am Brustbein, direkt oberhalb des Zwerchfells (Diaphragma) und am Ansatz des kleinen Brustmuskels unter der Schulter.
  3. Du kannst von der Osteopressur auch dann profitieren, wenn du nicht zu einem unserer Therapeuten gehen möchtest. Unsere Light-Osteopressur macht’s möglich. Hierfür haben wir ein spezielles Drücker-Set entwickelt, mit dem du die wichtigen Punkte selbst drücken kannst. Für weitere Informationen schau gerne mal in unserem Shop vorbei.
  4. Die Übungen sollten das Kernstück deiner Selbstbehandlung darstellen. Neben der Light-Osteopressur kannst du sie auch mit Faszien-Rollmassagen ergänzen. Durch die Arbeit mit unseren Faszienrollen und -kugeln regst du Reparaturprozesse in deinem Fasziengewebe aktiv an und hilfst deiner Struktur, die Impulse der Übungen wirksam verarbeiten zu können.

Alle Details zu unserem Behandlungskonzept und den verschiedenen Komponenten findest du auf einer extra Therapie-Seite. 

SO FUNKTIONIERT UNSERE THERAPIE

Unterschiede zu herkömmlichen Ansätzen

Du hast es sicher bemerkt: Unsere Therapie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von fast allen gängigen Ansätzen zur Behandlung muskulär bedingter Schmerzen. Im Gegensatz zu Schmerzmitteln linderst du mit der Osteopressur, der Faszien-Rollmassage und den Übungen nicht nur die Symptome, sondern behandelst direkt die Ursache. Dies stellt die Voraussetzung für langfristige Schmerz-Freiheit dar. Nebenwirkungen oder Risiken bestehen dabei keine.

Zu sehen sind verschiedene Tablettenpackungen

Körpergerecht ist unser Ansatz auch deshalb, weil du z. B. mit den Übungen Heilungsprozesse von innen heraus förderst. Du gibst deinem Organismus neue Bewegungsmuster vor, an die sich Muskeln und Faszien im Laufe der Zeit anpassen. Diese können sich also auf natürliche Weise umformen. Wir gehen damit den umgekehrten Weg wie etwa Manualtherapeuten, die deinen Brustkorb von außen mobilisieren. Aus unserer Sicht können körpereigene Anspannungsprogramme durch solche Manipulationen nicht dauerhaft verändert werden. Dies gelingt unserer Erfahrung nach nur, wenn du deinen Muskeln und Faszien über gezielte Bewegungen und Impulse die richtigen Reize für ihren Umbau bietest.

Übungen gegen Schmerzen beim Atmen: So befreist du Brust und Zwerchfell

Wenn dein Arzt mögliche Ursachen an Herz, Lunge oder anderen Organen ausgeschlossen hat, kannst du jetzt direkt etwas gegen deine Schmerzen tun. In diesem Kapitel findest du wertvolle Tipps und zwei Übungen, die du zuhause sofort ausprobieren kannst. Teste ohne Risiko, welche der beiden Übungen dir besser hilft. Je nachdem, ob deine Beschwerden eher von Verspannungen in der Brustmuskulatur oder von einem “verkürzten” Zwerchfell kommen, kannst du die für dich optimale Übung wählen — oder einfach beide zu deiner täglichen Routine machen.

Vor den Übungen noch ein Hinweis: Solltest du noch nie eine unserer Übungen gemacht haben, lies dir am besten vorher unsere Checkliste ganz unten auf der Seite durch. Dort haben wir für dich die wichtigsten Punkte aufgelistet, so dass du mit einem sicheren Gefühl in deine Übungsphase starten kannst.

Die erste Übung gilt deinem großen Brustmuskel. Mithilfe einer speziellen Dehnung bringst du deine Arme und Schultern in bisher vernachlässigte Gelenkwinkel und löst damit die Überspannungen in deiner Brust ganz gezielt auf.

Im Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie das geht:

Die zweite Übung widmet sich speziell der Dehnung deines Zwerchfells. Schaffe neuen Raum in deiner Brust und erlebe, wie befreit und schmerzfrei du bald wieder atmen kannst.

Hier geht’s zum Video mit der Atemübung:

Übungen gegen Atemschmerzen zum Nachlesen:

Eine Patientin bereitet die Dehnung ihrer Brustmuskulatur vor, indem sie mit ausgestreckten Armen zwischen zwei Stühlen kniet und ihre Hände darauf ablegt

Dehnung der Brustmuskulatur

Schritt 1: Knie dich zwischen zwei Stühle, lege deine Handflächen auf den Sitzen ab und lasse die Ellenbogen gestreckt.

Im Detail: Schnapp dir für diese Übung zwei Stühle. Diese stellst du so weit auseinander, dass du deine Hände samt Handgelenk noch auf die Sitzflächen legen kannst. Platziere jetzt eine weiche Unterlage zwischen den beiden Stühlen, knie dich darauf und lege deine Handflächen auf den Sitzflächen ab. Achte darauf, dass dein Oberkörper sich noch etwas oberhalb der ausgestreckten Arme befindet. Die Ellenbogen lässt du die gesamte Zeit über gestreckt.

Eine Patientin kniet zwischen zwei Stühlen, hat ihre Hände darauf abgelegt und lässt ihren Brustkorb heruntersinken

Schritt 2: Lasse deinen Oberkörper so weit zum Boden sinken, wie dein Schmerz es zulässt und die Hände auf den Stühlen bleiben können.

Im Detail: Lasse jetzt deinen Oberkörper so weit zum Boden sinken, wie es für dich vom Schmerz her noch erträglich ist und deine Hände auf den Stühlen liegen bleiben können. Arbeite dich über deine Atmung immer weiter in die Dehnung hinein.

Nach 40–60 Sekunden gehst du in die Gegenspannungen: Dazu drückst du deine Hände zunächst  — so fest es geht — in die Stühle hinein. Diese Kraft löst du nach circa zehn Sekunden. Anschließend steuerst du deine Hände zehn Sekunden lang mit dem Befehl an, nach oben abzuheben. Ist auch dieser Übungsschritt geschafft, gehst du noch einmal für ca. 30 Sekunden in die tiefe Dehnung deiner Brustmuskulatur.

Angeleitet von Roland Liebscher-Bracht atmet eine Patientin ganz tief aus

Dehnung des Zwerchfells

Schritt 1: Atme die Luft in deinen Lungen vollständig aus.

Im Detail: Stelle oder setze dich aufrecht hin. Atme tief ein und puste dann alle Luft aus, die sich gerade in deinen Lungen befindet. Das gelingt dir optimal, wenn du kurz vor dem Ende deinen Oberkörper nach vorne nimmst. Auf diese Weise ziehst du dein Zwerchfell möglichst weit hoch. So dehnst du es maximal auf und schaffst im Laufe der Zeit immer mehr Platz zum Einatmen.

Angeleitet von Roland Liebscher-Bracht hält sich eine Patientin bei der Übung gegen Atemschmerzen Mund und Nase zu

Schritt 2: Schließe nach dem kompletten Ausatmen den Mund, halte dir die Nase zu und fange langsam an, Luft einzusaugen.

Im Detail: Diesen Übungseffekt kannst du noch steigern, wenn du nach dem kompletten Ausatmen (wie in Schritt 1) den Mund schließt und dir die Nase zuhältst. Komm schnell zurück nach oben und fang langsam an, Luft einzusaugen — so, als wolltest du einatmen. Dadurch entsteht sofort ein Vakuum. Mithilfe dieses Unterdrucks kann das Zwerchfell — in seiner größten Verlängerung — bestehende Fehlspannungen abbauen und zu alter Leistungsstärke zurückfinden.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Die Verfilzungen und Überspannungen in deinem Brustkorb können sehr hoch sein, insbesondere wenn Brustmuskulatur und Zwerchfell schon lange unter einseitigen Bewegungen “gelitten” haben. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du deine Schmerzen beim Atmen und die Enge in deiner Brust dauerhaft beseitigen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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