Warum ein künstliches Hüftgelenk meistens unnötig ist!

Ein künstliches Hüftgelenk wird vor allem bei Arthrose eingesetzt. Die Zahl der Operationen in Deutschland steigt dabei Jahr für Jahr weiter an. Allerdings leidet jeder fünfte Patient auch nach der Operation noch unter Beschwerden.

Wir erklären dir in diesem Beitrag, warum künstliche Hüftgelenke zu häufig eingesetzt werden, worin die Risiken liegen  und welche Möglichkeiten dir vor einer Operation noch offen stehen.

🎬 In diesem Video erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, warum so viele künstliche Hüftgelenke eingesetzt werden und welche Alternativen dir offenstehen.

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1. Weshalb ein künstliches Hüftgelenk nicht immer die beste Option ist

Laut einer OECD-Studie werden in Deutschland so viele künstliche Hüftgelenke eingesetzt wie in kaum einem anderen Land. Nur die Schweiz liegt im Ranking noch weiter vorne. In Zahlen bedeutet das: Über 200.000 Patientinnen und Patienten bekommen pro Jahr ein Hüftgelenkersatz eingesetzt. Nach Ergebnissen des Statistischen Bundesamts macht das rund 12 Prozent aller Behandlungsfälle im Krankenhaus aus. Der häufigste Grund für das Einsetzen eines Gelenkersatzes sind Schmerzen. Damit in Verbindung steht meist der Verdacht auf Arthrose. Dabei ist es – entgegen der weit verbreiteten Meinung –  nicht die Arthrose selbst, die die Schmerzen verursacht, sondern Überspannungen in Muskeln und Faszien. Nicht nur deshalb sollte die Entscheidung für ein Hüftgelenkersatz  gründlich abgewogen werden. Denn: Dieser Schritt kann nicht mehr rückgängig gemacht werden!

1.1 Warum werden so häufig künstliche Hüftgelenke eingesetzt?

Bevor die Operation spruchreif wird, haben die meisten Patienten bereits eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Die Beschwerden werden immer schlimmer, nichts scheint zu helfen und auch die verordneten Schmerzmittel bringen nicht den gewünschten Schmerzfrei- Effekt. Sie wirken oft nicht langfristig und behandeln nur die Symptome. Die wahre Ursache bleibt meist im Verborgenen — oder schlimmer: Sie wird nie gefunden! Die Schmerzen kehren dann nach dem Absetzen der Medikamente zurück.

Gerade weil der Einsatz künstlicher Hüftgelenke als eine der größten Erfolgsgeschichten der Chirurgie gilt, scheint die Hemmschwelle, ein Implantat einzusetzen, weiter zu sinken. Zudem benötigt ein versierter Chirurg für diesen Standardeingriff nicht einmal eine Stunde.

Modellhafte Darstellung eines in den Körper eingebauten Hüftgelenks. Das künstliche Gelenk ist rot hervorgehoben.

Bei den meisten Patienten liegt Hüftarthrose (Coxarthrose) vor, rund ein Viertel der Patienten haben zuvor einen Oberschenkelhalsbruch erlitten. Bei diesen Zahlen kann leicht der Eindruck entstehen, dass Ärzte einfach gerne Operationen durchführen. Doch ganz so einfach ist es meist nicht: Aussagen wie “Da können wir nichts anderes mehr machen, als ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen” zeugen von der Ratlosigkeit der Ärzte. Für viele Patienten ist diese “Diagnose” ein Schock, für viele Ärzte ist sie unbefriedigend. Sie glauben jedoch, ihren Patienten nicht anders helfen zu können.

Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht kann dir helfen, deine Beschwerden zu lindern und somit eine Operation aufzuschieben. In den meisten Fällen wird sie sogar völlig unnötig!

1.2 Wann sind künstliche Hüftgelenke sinnvoll?

Bitte verstehe uns nicht falsch: Es gibt Fälle, in denen sind Hüftprothesen sinnvoll – ja sogar ein Segen. Das gilt beispielsweise dann, wenn die Gelenkpfanne eingebrochen oder der Hüftkopf bei einem Oberschenkelhalsbruch ganz abgebrochen ist. Die eingebrochene Pfanne und der obere Teil des Oberschenkelknochens können durch Implantate rekonstruiert werden und der Patient ist nicht an den Rollstuhl gefesselt. Doch wie du jetzt weißt, liegen diese Gründe nur einem Viertel aller Hüftgelenksoperationen zugrunde. Solltest du doch ein künstliches Hüftgelenk benötigen, kannst du dich vor der Operation beim “EndoProthetikZentrum” informieren. Das Zentrum zeichnet Kliniken aus, die besonders viel Erfahrung im Einsetzen von künstlichen Gelenken haben.

2. Ist Arthrose ein Schicksal, dem du hilflos ausgeliefert bist? Nein!

Anatomiebild der Hüfte mit rot unterlegtem Bereich der Schmerzbereiche

© Puwadol-Jaturawutthicha | shutterstock.com

Leider ist die Auffassung weit verbreitet, dass der Verschleiß von Knorpel und Gelenken sowie die dabei auftretenden Schmerzen zum fortschreitenden Alter dazugehören. Dabei gibt es viele junge Leute mit Hüftarthrose (Coxarthrose) und ebenso viele Rentner, die keinerlei Beschwerden haben. Auch Meinungen, wonach die Schmerzen aus der Knorpelschicht stammen und sich einmal abgebauter Knorpel nicht regenerieren kann, sind widerlegt. Studien haben herausgefunden, dass sich dein Knorpel wieder aufbauen kann. Zudem besitzt dein Knorpel keine Schmerzrezeptoren. Deine Beschwerden kommen von zu hohen muskulären und faszialen Spannungen in deiner Hüfte. Sie sorgen dafür, dass Gelenkknochen zusammengezogen werden und so stark aufeinander reiben, dass Verschleiß und Abnutzung entstehen. Diesen Verschleiß können Ärzte auf Röntgenbildern sehen. Mehr darüber, wie Schmerzen bei Arthrose entstehen und wie du deine Beschwerden selbst lindern kannst, erfährst du in unserem Arthrose-Artikel.

3. Was passiert bei einer Operation?

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Das Statistische Bundesamt ermittelte, dass die Hälfte aller Patienten 70 Jahre oder älter sind. In diesem Alter steckt der Körper eine Vollnarkose nicht mehr so leicht weg, da sie das Herz-Kreislauf-System erheblich belastet. Das Hüftgelenk kann von Chirurgen auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden — von vorne, von der Seite durch die Ansätze der Oberschenkelmuskulatur hindurch oder durch den großen Gesäßmuskel von hinten.

Darstellung einer Hüftgelenksprothese

© SebastianKaulitzki | shutterstock.com

Hat der Arzt das Gelenk freigelegt, kommt eine elektrische Säge zum Einsatz, die den Oberschenkelhals samt Hüftkopf vom restlichen Knochen absägt. Anschließend wird die Hüftpfanne so weit ausgefräst, bis es die für das Implantat benötigte Form hat. Als nächstes wird die Metallaußenschale der Hüftpfanne in das Becken gepresst, wo sie mit der Zeit festwächst.

Nun höhlt der Operateur den Oberschenkelknochen so aus, dass er den Prothesenschaft einsetzen kann. In der Praxis ist das eine brachiale Angelegenheit, denn der Schaft wird regelrecht “eingehämmert”. Als letztes wird der Gelenkkopf auf den Schaft gesteckt, ehe Muskeln und Haut vernäht werden. Ein Röntgenbild zeigt, ob das Implantat auch wirklich am richtigen Platz sitzt. Nach 15–20 Jahren muss der Hüftgelenkersatz dann in einer Wechseloperation wieder ausgetauscht werden.

3.1 Informationen zu Hüft-Prothesen

Es gibt für den Hüftgelenkersatz unterschiedliche Prothesen: Meist kommt eine sogenannte Totalendoprothese, kurz TEP, zum Einsatz. Dabei wird das gesamte Gelenk, also Gelenkkopf und Gelenkpfanne, ersetzt. Daneben existieren Teilendoprothesen. Bei einigen Operationsverfahren werden die Teile des Implantats mit speziellem Zement am Knochen befestigt, andere kommen ohne Zement aus. Bei der Operation hat der Operateur die Auswahl aus verschiedenen Gleitpaarungen zwischen Prothesenkopf und der Lauffläche in der Prothesenpfanne. Eine Gleitpaarung aus einem Keramikkopf und einer Lauffläche aus Kunststoff (Polyethylen) gilt dabei als Standard. Bei dieser Kombination entsteht mit der Zeit Abrieb des Kunststoffes, der zu Entzündungsreaktionen und einer Lockerung der Prothese aus dem Knochen führt. Aber auch Gleitpaarungen aus einem Keramikkopf und einer Keramik-Lauffläche bergen Probleme: Es kann zu Geräuschentwicklungen, zum Beispiel einem Quietschen oder Knarren, und in seltenen Fällen sogar zum Bruch der Keramik kommen.

Du möchtest gar keine Operation haben? Mit unserer Schmerztherapie können wir immer wieder beobachten, dass die Schmerzen verschwinden und der Verschleiß gestoppt wird, sobald sich die Spannung in den Muskeln und Faszien deiner Hüfte normalisiert. Probiere es selbst aus, indem du dich von einem unserer ausgebildeten Therapeuten in deiner Nähe behandeln lässt oder unsere Übungen durchführst.

4. Risiken bei künstlichen Hüftgelenken

Viele Patienten sprechen von ihrem „neuen“ Gelenk so, als wäre dieses Gelenk besser und widerstandsfähiger als ihr natürliches. Sie gehen davon aus, dass Schmerzen behoben werden und der Verschleiß aufhört. Dabei steuert dein Körper seine eigenen Reparatur- und Erneuerungsmaßnahmen, die ein Leben lang andauern. Mit der Hüftprothese erhältst du ein künstliches Imitat aus hochfesten Werkstoffen, das über keine Immunabwehr und keine eigenen Reparaturmaßnahmen verfügt.

Trotz vermeintlich immer besserer Hüftimplantate und Operationsmethoden klagen rund 22 Prozent der Patienten über bestehende Schmerzen nach einer Operation.1). Die Ursachen für die Beschwerden nach der Operation sind vielfältig.

Zwei künstliche, in ein Knochenmodell eingebaute, Gelenke. Im Hintergrund sind Werkzeuge zu sehen.

© Monstar Studio – Fotolia.com

Lockerung des künstlichen Gelenkersatzes

Wie bei jeder Gelenkersatz-Operation besteht die Gefahr, dass die “Bauteile” deiner Prothese Materialfehler haben oder nicht richtig eingesetzt werden. Bei Patienten unter 50 Jahren rechnen Ärzte auf jeden Fall damit, dass sich die Hüftprothese mit der Zeit aus der Verankerung lockert. Diese Lockerung sorgt dafür, dass der Gelenkersatz keine 15 Jahre durchhält und vorzeitig in einer Wechseloperation ausgetauscht werden muss.

Anatomische Darstellung des Schleimbeutels am Hüftgelenk

© MedicalArtInc | shutterstock.com

Gereizte und entzündete Schleimbeutel

Das Gelenk könnte fehlerhaft eingesetzt worden sein. Außerdem könnten sich Teile am künstlichen Gelenk lockern und die Beschwerden verursachen. Eine überstehende Pfannenprothese kann beispielsweise Schleimbeutel reizen und dadurch Schmerzen verursachen. Aber auch übermäßige, unnatürliche Beanspruchung des Gelenks durch Narbenbildung kann zur Entzündung von Schleimbeuteln in der Hüfte führen.2)

Eine alte Frau hält sich ihre von Hüftarthrose schmerzende Hüfte

© Image Point Fr | shutterstock.com

Eingeklemmtes Gewebe

Unter dem sogenannten Impingement versteht man das schmerzhafte Einklemmen von Gewebe im Gelenkbereich. Auch beim Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks kann dies passieren und  quälende Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen verursachen.3)

Virus-Zelle bei Morbus Bechterew

Infektionen der Prothese

Viele Patienten vergessen, dass eine Prothese nicht für die Ewigkeit geschaffen ist. Sie kann sich abnutzen. Nach etwa 20 Jahren muss das Gelenk erneuert werden. Jede zehnte Hüftgelenks-Operation ist dabei eine solche Wechseloperation. Je nach Eingriff liegen die Infektionsraten zwischen 0,4 und 20 Prozent.4) Zudem spielen bei Hüftprothesen-Infektionen resistente Erregerstämme eine immer größere Rolle.

Darstellung einer Hüftgelenksprothese

© SebastianKaulitzki | shutterstock.com

Ungesunder Abrieb

Wir sind der Auffassung, dass durch ein künstliches Gelenk die eigentliche Ursache deines Gelenkverschleißes nicht behoben wird, sodass sich der Abrieb auch beim künstlichen Gelenk fortsetzt.5) Deine Prothese bekommt sozusagen auch Arthrose und verschleißt. Dabei werden kleine metallische Partikel abgerieben und dieser feine Staub diffundiert in das Gewebe und sammelt sich im Körper an – mit erheblichen Folgen für deine Gesundheit.

Herz mit Pulskurve

Künstliche Gelenke erhöhen das Herzinfarkt-Risiko

Eine Studie wies nach, dass Patienten mit künstlichen Gelenken einen deutlich erhöhten Kobalt-Wert von 4 ppb im Blut hatten. Zum Vergleich: Menschen ohne künstliche Gelenke haben einen durchschnittlichen Kobalt-Wert von unter 0,25 ppb! Da künstliche Gelenke häufig aus einer Titan- oder Kobalt-Basis-Legierung bestehen, ist anzunehmen, dass der erhöhte Wert durch den Abrieb der künstlichen Gelenke zustande kommt. Das kann schwerwiegende Folgen haben: Ein chronischer Kobalt-Überschuss kann im menschlichen Körper zu toxischen Symptomen führen, sodass der Herzmuskel geschädigt wird. Dementsprechend fand ein Forscher-Team der Boston University School of Medicine heraus, dass künstliche Gelenke das Herzinfarkt-Risiko erhöhen.6)

5. Wie können Schmerzen und Verschleiß aufgehalten werden?

Mit den Informationen in diesem Beitrag wollen wir dir effektive Möglichkeiten der Schmerzbewältigung aufzeigen und dir vor allem die Chance auf langfristige Schmerzfreiheit bieten.

Die Schmerzen, die du empfindest, sind durch zu groß gewordene Spannungen an Muskeln und Faszien entstanden. Wie konnte das passieren?

Einseitige Bewegungsmuster sind in unserem Gehirn gespeichert und werden unbewusst immer wieder abgerufen. Wir haben sie uns antrainiert. Wenn du verstanden hast, wie deine Bewegungseinschränkungen und Schmerzen zustande kommen, dann ist es nur logisch, dass auch mit einem künstlichen Hüftgelenk die wahre Ursache deiner Beschwerden nicht behoben werden kann. Die einseitige Nutzung deiner Gelenkwinkel bleibt weiterhin bestehen. Um dem vorzubeugen, solltest du die Muster in deinem Gehirn langfristig aktiv umprogrammieren. Ansonsten messen die Rezeptoren an deinen Knochen weiterhin die enstandenen Fehlspannungen und leiten sie an dein Gehirn weiter. Der Druck auf das Gelenk und den Knorpel sorgt dann für den Abrieb bzw. den Verschleiß. Es entsteht Arthrose. Falls du nun schon ein künstliches Hüftgelenk hast oder gar deine erste Prothese bereits hast austauschen lassen, könnte unsere Schmerztherapie die Lösung für dich sein.

Denn: Wir von Liebscher & Bracht wissen aus eigener Erfahrung, dass du Schmerzen und Verschleiß aufhalten kannst — unabhängig davon, ob du ein künstliches Gelenk hast oder aufgrund der starken Schmerzen darüber nachdenkst, dich einer Hüftgelenks-Operation zu unterziehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass du Schmerzen in der Hüfte endlich loswerden kannst.

Wie? Ganz einfach! Unsere Schmerztherapie ist darauf ausgelegt, nach nur wenigen Übungen die Spannung und die Nachgiebigkeit der Muskeln und Faszien wieder zu normalisieren. Wendest du die Übungen regelmäßig an, verschwinden die Schmerzen an deiner Hüfte und der Verschleiß wird aufgehalten. Möchtest du mehr zur Entstehung und Behandlung von Hüftschmerzen erfahren, dann schaue dir hier unbedingt unseren umfangreichen Schmerzlexikon-Artikel an.

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