Kieferschmerzen — Entspanne deine Kaumuskulatur und beiße endlich wieder schmerzfrei zu!

Erfahre hier alles zu Ursache und Symptomen deiner Kieferbeschwerden und wie du mit ganz einfachen Übungen Schmerzen langfristig vorbeugen kannst

Mann hält sich mit der rechten Hand den Kiefer und zieht schmerzverzerrtes Gesicht

© Damir Khabirov | shutterstock.com

Du öffnest deinen Mund und verspürst ein Knacken? Es fühlt sich an, als sei dein Kiefergelenk blockiert, und der Biss in den Apfel ist längst nicht mehr schmerzfrei möglich? Das Kauen macht keine Freude mehr und der Schmerz ist mal dumpf und mal stechend? Sprechen und vor allem Gähnen lösen weitere Beschwerden aus?

Dann besteht kein Zweifel: Du leidest unter Kieferschmerzen!

Wenn auch noch Schmerzen in den Schläfen, im Kopf-, Schulter- und im Nackenbereich dazukommen —  du nachts gar eine Aufbissschiene trägst — dann ist es höchste Zeit, dass du dich nicht länger durch den Schmerz beißt. Gehe stattdessen mit uns zusammen der wahren Ursache auf den Grund.

 

Denn: Wir wissen, warum du hier bist. Du brauchst Hilfe zur Selbsthilfe! Wir halten nichts von Medikamenten und wollen dich vor unnötigen Operationen bewahren. Dafür liefern wir dir die wichtigsten Informationen in diesem Artikel. Du erfährst, wie deine Schmerzen zustande kommen, und erhältst mit gezielten Übungen endlich die geeignete Behandlung für deinen individuellen Schmerzzustand.

1. Symptome: Kieferschmerzen — Unterschiedliche Schmerzzustände

1.1 Wie werden die Schmerzen ausgelöst?

Schmerzen im Kieferbereich können sich auf unterschiedliche Arten, aber auch in unterschiedlichen Bereichen deines Kiefers bemerkbar machen. Wie du vermutlich weißt, sind unser Kiefer, unsere Kaumuskulatur und das Kiefergelenk mehrmals täglich aktiv. Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen, das Essen, ist nur mit einem funktionierenden Kiefer bzw. Kauapparat möglich. Dies am besten schmerzfrei. Wenn diese Voraussetzung jedoch nicht mehr gegeben ist, kann aus Genuss schnell Qual werden. Doch nicht nur beim Essen und beim Kauen, sondern auch beim Sprechen und Gähnen ist unser Kiefer permanent in Bewegung.

Wusstest du, dass die Muskeln unseres Kauapparats zu den am meisten belasteten Muskeln unseres Körpers zählen?

Neben den täglichen Beanspruchungen durch Kauen und Sprechen sind es aber auch andere Belastungen, denen unser Kiefer standhalten muss. Innere Anspannung und Stress verarbeiten wir oftmals unbewusst. Im Schlaf kommt es bei vielen zu Zähnepressen und Zähneknirschen. Dabei wirken starke Kräfte auf unseren Kiefer. Dies kann sich mit der Zeit auf den ganzen Körper auswirken.

1.2 Symptome

Aufgrund der Vielfalt der Schmerzzustände fällt es  nicht nur den Patienten schwer, die Beschwerden richtig einzuordnen. Auch Ärzte sind oftmals ratlos und wissen nicht, wo sie mit ihrer Behandlung ansetzen sollen. Sie behandeln leider häufig die Symptome der einzelnen Schmerzzustände, ohne das gesamte Beschwerdebild im Blick zu haben. Verordnet werden dann Medikamente und andere schnell wirkende Hilfsmittel. Schmerztabletten wie Ibuprofen schaffen zwar rasch Abhilfe, sind langfristig jedoch keine Lösung. Erst eine differenzierte Diagnostik, die alle Schmerzen der Betroffenen berücksichtigt, kann zu einer ganzheitlichen Heilung führen.

Viele Betroffene suchen mit ihren Kieferbeschwerden zunächst einen Zahnarzt oder Kieferorthopäden auf. Folgende Symptome stehen dabei meist im Vordergrund:

  • Schmerzen (vor allem bei Bewegungen des Unterkiefers) und Druckempfindlichkeit im Bereich der Kiefergelenke und/oder der Kiefermuskeln bzw. deren Sehnen
  • Einschränkung der Beweglichkeit des Unterkiefers (oftmals als direkte Folge einer schmerzhaften CMD)
  • Kiefergelenkgeräusche (Knacken, Reiben) bei Bewegungen des Unterkiefers
  • Schmerzen beim Öffnen des Mundes (Gähnen, Sprechen, Lachen, Abbeißen, Kauen)
  • Myofasziale Schmerzen im Kiefer-, Gesichts-, Schläfen- und Ohrbereich
  • plötzlich in die Wange und den Unterkiefer ausstrahlende Nervenschmerzen
  • chronische, als dumpf empfundene Gesichtsschmerzen
  • dauerhaftes Verschieben des Kiefers (Fehlbiss)

Bestimmt kennst du unter den hier aufgelisteten Kieferschmerz-Arten den einen oder anderen Schmerzzustand aus leidvoller Erfahrung. Vielleicht hast du aber auch schon eine bestimmte Diagnose bekommen und trägst nachts eine Aufbissschiene gegen das Zähneknirschen und Zähnepressen? Trotzdem plagst du dich weiterhin mit Schmerzen im Kiefergelenk sowie dem Unter- oder Oberkiefer herum? Mitunter quälen dich aber auch:

Dann lass dir gesagt sein: Wir können dir helfen, deine Schmerzen zu beseitigen, und möglicherweise bist du auch bald die lästige Zahnschiene los.

Aber fangen wir mal beim Kiefer an: Denn um zu verstehen, wie deine Kieferprobleme zustande kommen, solltest du wissen, wie dein Kiefer aufgebaut ist und wie dein Kauapparat funktioniert.

1.3 Anatomie des Kiefers — Unser Kauapparat

Unser Kiefer besteht prinzipiell aus zwei Teilen. Der Oberkiefer ist ein starrer Teil des Gesichtsschädels und somit unbeweglich. Den Unterkiefer können wir hingegen aufgrund seiner losen Aufhängung am Kiefergelenk in alle Richtungen bewegen. Kiefergelenk und Kaumuskulatur des Ober- und Unterkiefers bilden zusammen eine funktionelle Einheit. Die Kaumuskulatur besteht aus vier Muskeln, die maßgeblich am Kauakt beteiligt sind. Unterschieden wird zwischen denjenigen Kaumuskeln, die für das Schließen des Mundes verantwortlich sind, und solchen, die das Öffnen veranlassen. Beide zusammen bringen den Kauvorgang in Bewegung.

Zu den Kieferschließern gehört der Musculus masseter (Kaumuskel) sowie der Musculus temporalis (Schläfenmuskel). Der M. temporalis erfüllt zusätzlich die Funktion, den Unterkiefer zurückzuziehen. Beim Öffnen des Kiefers sind der Musculus pterygoidei medialis und der Musculus pterygoidei lateralis beteiligt. Sie sind hauptsächlich für das Vorschieben des Kiefers und für Mahlbewegungen nach links und rechts zuständig.

Wirken auf den Kieferbereich enorme Kräfte ein — wie etwa beim Kauvorgang oder beim Zähnepressen — dann kann es zu Überspannungen in der gesamten Gesichtsmuskulatur kommen.

Fehlbelastungen sorgen so nicht nur für direkte Kieferprobleme, sondern können unter Umständen auch Gesichtsschmerzen hervorrufen. Oftmals ist ein Nerv betroffen, der aufgrund von Fehlbelastungen in der Kiefermuskulatur stark gereizt ist. Mehr hierzu findest du in unserem Artikel zur Trigeminusneuralgie. Wie bereits angesprochen, kann es bei einer Fehlbelastung des Kieferbereichs zu weiteren Problemen in anderen Körperregionen kommen.

Solltest du diese bei dir feststellen, findest du in Kapitel 3 Antworten und Hilfe. Aber auch das nächste Kapitel hält sicher Wissen für dich bereit, das du vermutlich in dieser Form noch nicht mit deinen Beschwerden in Verbindung gebracht hast.

2. Ursache deiner Kieferschmerzen

Die Kaumuskulatur ist, wie andere Muskeln unseres Körpers auch, von Bindegewebe, den sogenannten Faszien, umhüllt. Sie bilden die Haut beziehungsweise Unterhaut von Wangen und Kiefer und sind, neben den Masseter- und Temporalismuskeln deines Kiefers, hauptverantwortlich für deine Schmerzen.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung, Kieferbeschwerden könne nur mit kieferorthopädischen Eingriffen und Hilfsmitteln wie Zahnschienen vorgebeugt werden, vertreten wir die Meinung, dass du dir vermutlich selbst am besten helfen kannst — vorausgesetzt, du kennst die wahre Ursache deiner Kieferschmerzen! ☝ 

🎬 Erfahre im folgenden Video von unserem Schmerzspezialisten Roland Liebscher-Bracht, wie es zu deinen Kieferschmerzen kommen konnte. 

💡Erfahre die wahre Ursache
deiner Kieferschmerzen:

Schicke das Video einem Freund, der es sehen sollte:

WhatsApp

2.1 Muskulär-fasziale Spannungen

Wenn du unter Kieferschmerzen leidest, dann ist die Ursache für uns klar. Die Kaumuskulatur, die an beiden Gesichtshälften entlang verläuft und sich hoch bis zur Schläfe zieht, verkürzt sich aufgrund eingeschränkter Bewegungsmuster unseres Kiefers immer mehr. Wir öffnen heutzutage kaum mehr richtig weit den Mund. Unsere Nahrung ist zerkleinert oder wir zerlegen sie selbst, indem wir z. B. den Apfel klein schneiden, anstatt in die komplette Frucht hineinzubeißen. Zusätzlich pressen wir im Alltag, aber vor allem nachts, die Zähne so fest aufeinander — dabei spielt es keine Rolle, ob bewusst oder unbewusst –, dass unsere Kaumuskulatur starkem Druck ausgesetzt ist. 

Muskeln und Faszien im gesamten Kieferbereich „verkürzen“ somit auf lange Sicht und die Überspannungen verursachen starke Schmerzen. Da wir verlernt haben, den Mund weiter zu öffnen, und da die Muskeln so stark verkürzt sind, entsteht ein Teufelskreis.

Wir öffnen den Mund nicht weit genug, Muskeln verkürzen, Schmerzen entstehen. Die Folge: Die Mundöffnung wird aufgrund der Schmerzen noch eingeschränkter und die Muskeln verkürzen noch mehr.

Mit der Kaumuskulatur und dem Kiefergelenk verhält es sich also genauso, wie mit anderen Muskeln und Gelenken. Die Bewegungswinkel sind stark begrenzt und wir trainieren uns auf Dauer die reduzierten Bewegungen an — dafür sind wir meistens selbst verantwortlich.

Neben den antrainierten reduzierten Bewegungswinkeln unseres Kiefers sorgen auch zwei andere wichtige Faktoren für Schmerzen im Kiefer. Diese können auch bei dir für die Entstehung von Überspannungen in Unterkiefer und Oberkiefer verantwortlich sein.

Frau rauft sich vor Stress mit beiden Händen die Haare

2.2 Psychologische Komponente

Stress und chronische psychische Anspannung erregen auf Dauer unser vegetatives Nervensystem. Sie versetzen unseren Körper permanent in den Zustand des „Kampf-oder-Flucht-Reflexes“. 1) Dabei schüttet unser Körper vermehrt das Hormon Kortisol aus. Kortisol hemmt die Synthese von Kollagen und verhindert somit die Heilung beziehungsweise die Regeneration des Gewebes —  so auch die unserer Faszien. 2)

Wie du in den beiden vorigen Kapiteln erfahren hast, sind die Überspannungen deiner Kaumuskulatur und Faszien verantwortlich für deine Kieferschmerzen.

Anspannung, Verbissenheit und Konflikte kompensiert der Körper oftmals unbewusst durch Zähnepressen und Knirschen.

Somit spielt emotionaler Stress vor allem bei der Diagnose von nächtlichem Zähneknirschen eine entscheidende Rolle. Es gilt als gesichert, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem limbischen System — emotionales Zentrum des zentralen Nervensystems (ZNS) — und unserem Kau-Organ gibt. 3)

Person hält einen Burger in der Hand

2.3 Ernährung

Neben psychischem Stress und einem belastenden Umfeld kann auch die Ernährung als indirekter Faktor an der Entstehung von Schmerzen beteiligt sein. Nicht nur die falsche bzw. eingeschränkte Mundöffnung sorgt für Fehlbelastungen im Kieferbereich und somit für eine schmerzhafte und verspannte Kaumuskulatur.

Auch das, was wir unserem Körper über die Ernährung täglich zuführen, trägt zu einer erhöhten Muskelspannung bei.

Eine Ernährung, die entzündungshemmende und entspannende Eigenschaften besitzt, kann den Schmerz jedoch lindern. 4) Wenn du tierische Eiweiße wie in Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Geflügel und auch Eiern meidest, kannst du der Übersäuerung in deinem Gewebe deutlich entgegenwirken. Streiche zusätzlich unbedingt den raffinierten Zucker von deinem Speiseplan. Dieser macht deine Faszien spröde, brüchig, reißanfällig und unflexibel. Ersetze die ungesunden Lebensmittel durch einen Großteil an frischen und vorwiegend pflanzlichen Lebensmitteln. Je stärker deine Schmerzen sind, desto mehr solltest du auf deine Ernährung achten. 5)

2.4 Akut oder schon chronisch?

Für dich spielt es vermutlich keine Rolle, ob die Schmerzen akut ausgelöst werden oder ob sie mittlerweile schon einen chronischen Verlauf genommen haben. Viel wichtiger ist: Die Schmerzen sind da und du willst sie so schnell wie möglich wieder loswerden. Das verstehen wir gut und deshalb bist du bei uns genau richtig!

Falls deine Schmerzen chronisch verlaufen und du auch in anderen Bereichen deines Körpers immer wieder Probleme verspürst, könnte das nächste Kapitel, aber auch unser ausführlicher Schmerzlexikon-Artikel zum Bruxismus, dennoch interessant für dich sein und dir helfen.

⛔ Falls du jedoch eher akute Schmerzen hast — vielleicht ganz spezifisch an bestimmten Zähnen –, die auf eine Entzündung oder eine bestimmte Erkrankung hindeuten könnten, dann suche bitte einen Arzt auf.

3. CMD — Craniomandibuläre Dysfunktion

Kieferschmerzen können auch ein Symptom für eine viel umfangreichere Erkrankung sein, die oftmals nur sehr schwer erkannt und somit auch eher selten diagnostiziert wird. Bei der craniomandibulären Dysfunktion handelt sich um eine funktionelle Störung des Kauapparats. Fehlbelastungen im Kiefer und in der Kaumuskulatur sorgen hierbei für einen Fehlbiss. Dadurch, dass Oberkiefer und Unterkiefer beim Kauen nicht mehr richtig aufeinander treffen, entstehen Kieferbeschwerden.

Die wenigsten Menschen vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen Kieferschmerzen und Schmerzen beziehungsweise Beeinträchtigungen in anderen Gelenken oder Regionen des Körpers bestehen kann. Dies ist jedoch ein Irrtum.

3.1 Warum du auch an Kopf-, Nacken-, Schulter oder Beckenschiefstand leidest

Permanente Überspannungen im Kiefergelenk reizen auf Dauer auch den Trigeminusnerv. Dieser sendet Alarmsignale an den Hirnstamm aus, wodurch Reiz-Projektionen in anderen Bereichen entstehen können. So ist oftmals das Innenohr betroffen, das für den Gleichgewichtssinn zuständig ist. Da der Hirnstamm unmittelbar in das Rückenmark übergeht, das wiederum die komplette Skelettmuskulatur steuert, können die verschiedensten Bereiche in ihrer Funktionsweise negativ beeinflusst sein.

Der Hirnstamm versorgt unter anderem den Hals-, Nacken- und Schulterbereich mit Nervenimpulsen. Dort treten schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur als Folge der Fehlsteuerung auf. So verursacht ein Fehlbiss in einigen Fällen auch eine Muskelstörung der Kreuzdarmbeine, was beispielsweise eine Beinlängendifferenz nach sich ziehen kann. Diese kann sich jedoch zurückbilden, sobald die Fehlfunktion im Kiefergelenk behoben ist.

Das Problem ist allerdings, dass zwischendurch viel Zeit bei einer orthopädischen Behandlung verstreicht, die nicht an der eigentlichen Ursache ansetzt. Schädigungen an der Wirbelsäule entstehen und die Bandscheiben werden mitunter stark belastet. Solltest du Schmerzen an den Bandscheiben oder einen bereits diagnostizierten Bandscheibenvorfall haben, lies auch unbedingt mal in unserem Schmerzlexikon-Artikel nach.

Möglicherweise liegt bereits eine längere Leidenszeit hinter dir und deine Schmerzen sind — trotz orthopädischen Behandlungen, Schmerztabletten oder Operationen — nicht besser geworden, sondern eher schlimmer? Vielleicht sind sogar neue Schmerzzustände in anderen Körperbereichen dazugekommen?

Beachte: Dein Körper kann bis zu einem gewissen Grad kleinere Störungen im Bewegungsapparat ausgleichen, da er ein allgemeines Gleichgewicht anstrebt. Allerdings kann er dies nicht langfristig und vor allem nicht symptomfrei bewältigen. Sobald etwas aus dem Lot gerät, zeigt uns der Körper dies in Form von Alarmschmerzen an. Sie signalisieren uns, dass etwas nicht richtig funktioniert.  

3.2 Operationen und künstliche Hilfsmittel beseitigen nicht die Ursache

Egal, ob du „nur“ unter Kieferschmerzen leidest oder schon die Auswirkungen der chronischen Schmerzen in anderen Regionen deines Körpers wahrnimmst: Operationen sind in den meisten Fällen unnötig. Wir wissen, dass dies für die meisten Patienten oder auch viele Ärzte eine überraschende Meinung darstellt — vor allem wenn die Schmerzen starkes Leid verursachen.

Um noch eins draufzusetzen: Wir sind auch gegen künstliche Hilfsmittel, die dem Körper die Arbeit abnehmen und dich — meist für immer — von ihnen abhängig machen. Das heißt im Falle deiner Kieferschmerzen: Wenn du ein Knirsch-Kandidat bist und eine Zahnschiene trägst, raten wir dir davon ab. Sie erfüllt zwar den Zweck, deine Kauflächen vor starkem Verschleiß zu schützen,  löst dein eigentliches Kieferproblem aber nicht auf Dauer. Die muskulär-faszialen Spannungen, die dein Kiefergelenk aus den Angeln heben und auch starke Auswirkungen auf deinen restlichen Körper haben, bleiben bestehen. 

Ebenso verhält es sich bei einem Beckenschiefstand, der von einer langfristigen Fehlstellung deines Kiefers kommen kann.

Ein Beckenschiefstand geht meist mit unterschiedlich langen Beinen einher. Um die Beinlängendifferenz wieder auszugleichen, verordnen Orthopäden meist Einlegesohlen.

Doch auch diese sind nur ein vorübergehender, künstlicher Ausgleich, aber keine Option, um die wahre Ursache anzugehen. Der Schiefstand deines Beckens ist möglicherweise ein Symptom bzw. eine Folgeerscheinung deines überspannten Kiefergelenks. Kümmerst du dich um dein schiefes Becken, ist das sicher eine gute Sache, wird das eigentliche Problem und die Ursache an sich aber nicht beheben. Dasselbe gilt für künstliche Gelenke. Lies dazu auch gerne mal hier nach.

Zur Erinnerung: Alles, was den Körper künstlich stützt, macht ihn abhängig und schwach. Wenn deine Muskeln und Faszien die Schonung bemerken, bauen sich ohnehin geschwächte Bereiche zusätzlich ab. Dadurch werden Verkürzungen und ungesunde Körperhaltungen regelrecht betoniert, teilweise kommen auch neue hinzu. Einlegesohlen korrigieren auf Dauer nicht deine schiefe Körperhaltung. Weder einseitig noch beidseitig angewandt, führen sie zu einem Ausgleich. 

Bevor du also künstliche Hilfsmittel wie Einlegesohlen, Zahnschienen oder gar Operationen in Erwägung ziehst, probiere doch erst einmal unsere Therapie aus. Zu verlieren hast du — bis auf unnötige Zeit des Leids und Schmerzen — nichts. Wie unsere Therapie funktioniert und wie du deine Schmerzen selbst in die Hand nimmst, erfährst du im folgenden Kapitel.

4. Effektive Übungen zur Behandlung von Kieferschmerzen nach Liebscher & Bracht

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, stets die wahre Ursache von Schmerzzuständen zu finden. Darüber hinausgehend wollen wir unseren Patienten mit allen wichtigen Informationen zu ihren Schmerzen und mit kostenfreien Übungen auf unserem YouTube-Kanal das Wissen an die Hand geben, um sich langfristig selbst behandeln zu können. Kein Therapeut sollte es sich zur Aufgabe machen, Patienten über Jahre hinweg behandeln zu müssen. Bei unseren Schmerztherapeuten sind meist nicht mehr als ein bis drei Behandlungen nötig, um akute Schmerzen bis auf ein Minimum zu reduzieren oder sie gänzlich aufzulösen. Solltest du unter so starken Schmerzen leiden, dass du dir nicht zutraust, die Übungen direkt alleine auszuführen, dann wende dich zunächst an einen dieser Schmerztherapeuten in deiner Nähe.   

4.1 Wie funktioniert unsere Therapie?

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Behandlungsweisen von Kieferschmerzen setzen wir darauf, die wahre Ursache zu behandeln. Dafür benötigt es eine ganzheitliche Sicht auf deine Beschwerden. Entgegen der konventionellen Therapie geht es uns nicht darum, deine Schmerzen kurzfristig mit Schmerzmitteln zu unterdrücken oder zu hemmen. Du willst deine Schmerzen schließlich langfristig loswerden.

Die Schmerzen, die du empfindest, sind ein Warnsignal, das auf angegriffene und bedrohte Strukturen aufmerksam macht. Dieses Schmerzempfinden soll dir dabei helfen, die Ursache so schnell wie möglich zu beseitigen. Und hier kommt unsere Therapie zum Einsatz!

Wir finden die wahre Ursache 🎯

Bei der Osteopressur — einer eigens entwickelten Schmerztherapie — wird die Ursache deiner Beschwerden beseitigt. Wir haben herausgefunden, dass 72 Schmerzpunkte für jegliche Schmerzen deines Körpers verantwortlich sind. Durch Druck auf die an der Knochenhaut liegenden Rezeptoren werden zugeordnete Hirnprogramme zurückgesetzt. Je nach Schmerzzustand werden genau diejenigen Punkte gedrückt, die für die Auslösung der Schmerzen ursächlich sind bzw. an denen die Überspannungen deiner Muskeln und Faszien „gemessen“ wurden.

Auch die entstandenen Überspannungen deiner Muskeln und Faszien im Gesichtsbereich bzw. am Kiefer sowie Kiefergelenk werden durch das Drücken der passenden Schmerzpunkte auf diese Weise reduziert. Der in deinen Kiefer gesendete Alarmschmerz wird dadurch unnötig — dein Körper stellt ihn ein.

Wenn du die Überspannungen bereits losgeworden bist, geht es nun darum, die Spannungen so gering wie möglich zu halten. Ansonsten plagst du dich erneut mit den lästigen Schmerzen herum. Um gänzlich schmerzfrei bleiben zu können, ist es daher wichtig, dass du unsere Übungen ausführst. Diese solltest du nach Vorgabe machen und regelmäßig in deinen Alltag einbauen. Nicht nur die Übungen, auch die Faszien-Rollmassage solltest du fleißig nutzen. Wie du mit unserem Schmerzfrei-Equipment die Überspannungen deines Kiefers selbst abbauen kannst, siehst du im folgenden Video. Darunter findest du zum Nachlesen noch eine ausführliche Übungsanleitung. 

4.2 Die wichtigsten Übungen für deine Schmerzfreiheit

▶ Schaue dir jetzt an, wie du mit ganz einfachen Übungen deine Kieferschmerzen endgültig loswerden kannst:

💡Schaue dir jetzt dieses
Video dazu an:

Schicke das Video einem Freund, der es sehen sollte:

WhatsApp
Patientin behandelt ihren Kiefer mit der Minifaszien-Kugel

Faszien-Rollmassage mit der Mini-Kugel:

Setze dich zunächst bequem auf einen Stuhl. Nimm dir für die Faszien-Rollmassage die Mini-Kugel aus unserem Faszien-Set in beide Hände. Beginne nun, deinen Kiefer mit der Mini-Kugel Stück für Stück zu behandeln. Hierfür setzt du die Kugel am Unterkiefer an und bewegst sie ganz langsam mit konstantem Druck in Richtung Mund. Rolle dann wieder hoch und bewege dich in Richtung Wange und Jochbein zurück in die Ausgangsposition. Wenn du an einigen Stellen deutliche Schmerzen verspürst, dann rolle diese Punkte in spiralförmigen Bewegungen ganz langsam erneut ab. 

Patientin behandelt ihren Kiefer mit der Minifaszien-Rolle

Faszien-Rollmassage mit der Mini-Rolle:

Mit der Mini-Rolle aus unserem Faszien-Set gehst du ähnlich vor wie mit der Mini-Kugel bei der vorherigen Übung. Hierfür nimmst du die Rolle in beide Hände und gehst diesmal vom Scheitelansatz deiner Haare über eine deiner Kopfseiten herunter. Rolle diese Seite langsam und intensiv bis zu deinem Ohr ab.

In einem zweiten Durchgang setzt du die Rolle erneut an dieser Seite an und veränderst nur den Winkel, in dem du rollst. So kommst du an deinem Ohr vorbei bis zu deiner Schläfe. Arbeite auch dabei mit konstantem Druck.

🚩 Führe beide Übungen beidseitig aus, auch wenn deine Schmerzen einseitig sind. 

Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Patientin, wie man den Mund wieder richtig öffnet, um Kieferschmerzen zu lindern. Patientin nimmt ihre Hände zur Hilfe.

Übung: Mund wieder weit öffnen

Wann hast du das letzte Mal deinen Mund so richtig weit geöffnet? Beißt du noch herzhaft in einen ganzen Apfel oder schneidest du ihn dir immer in „mundgerechte“ Stückchen?

Für diese Übung nimmst du am besten auch auf einem Stuhl oder auf dem Sofa Platz. Öffne nun den Mund und unterstütze die Öffnung, indem du eine Hand um dein Kinn legst und deinen Kiefer auf diese Weise mit nach unten ziehst. Die andere Hand legst du an deinen Haaransatz und ziehst nach hinten, als würdest du deine Stirn straffen wollen. Behalte jedoch einen geraden Oberkörper bei. Öffne deinen Mund so weit es geht und halte ihn bis zu zwei Minuten geöffnet. 

4.3 Zusammenfassung

Ist es nicht traurig, dass es in unserer Welt schon fast zur Normalität gehört, unter wiederkehrenden beziehungsweise chronischen Schmerzen zu leiden? Damit wollen wir uns nicht abfinden. Und das solltest du auch nicht tun! Wir glauben, dass wir dir mit diesem Artikel, unserer Behandlung und den vorgestellten Übungen auf lange Sicht deine Schmerzen nehmen können. Denn auch bei Kieferschmerzen ist die Ursache für uns klar: Muskulär-fasziale Überspannungen deines Kiefergelenks lösen deine Schmerzen aus. Diese können — bleiben die Spannungen bestehen — Auswirkungen auf deinen ganzen Körper haben. Wenn du aber verstanden hast, was deine Schmerzen auslöst, und du regelmäßig unsere Übungen anwendest, kannst du dir selbst am besten helfen. 

Wie du komplett schmerzfrei werden kannst, erfährst du unter anderem auch auf unserem YouTube-Kanal, wo wir dir und allen anderen Menschen über 500 kostenfreie Videos zur Verfügung stellen. Dort findest du sicher, was du suchst.

💡 Wenn du Kieferschmerzen hast, dann informiere dich auch hier:

Alles übers Zähneknirschen 

Im großen Schmerzlexikon-Artikel bekommst du alle wichtigen Fakten, die du übers Zähneknirschen wissen solltest. Bringe Entspannung in deinen Kiefer!

Jetzt lesen

Ist dein Becken auch schief?

Wenn der Körper aus dem Gleichgewicht gerät, kann dies an vielen Ecken und Enden Schmerzen verursachen. Wie du alles wieder ins Lot bringen kannst , erfährst du in diesem Beitrag.

Lies Mal nach

Beende das Knirschen

Du knirschst nachts mit den Zähnen und trägst deshalb im Schlaf eine Schiene? Das muss nicht sein. Mit diesen Übungen kannst du sie ganz einfach  wieder loswerden. 

Mach Mit

Lade dir unseren kostenfreien Ratgeber gegen deine Schmerzen runter:

Ratgeber Nackenschmerzen von Roland Liebscher-Bracht im Flyerformat. Zu sehen sind Titelseite und der aufgeschlagene Ratgeber.

✅ Die besten Übungen gegen deine Schmerzen mit Bildern und präziser Erklärung
✅ Wie entstehen deine Schmerzen und wie lassen sie sich vermeiden?
✅ Experten-Tipps von Roland Liebscher-Bracht
▶ Den ganzen Ratgeber kostenlos als PDF runterladen!

runterladen

Das solltest du über Liebscher & Bracht wissen:

So funktioniert Liebscher & Bracht -- Schritt für Schritt

Hier bekommst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn du noch gar nicht weißt, wie die Schmerzbehandlung nach Liebscher & Bracht funktioniert und was du tun sollst.

Anleitung ansehen

Die besten Übungen gegen deine Schmerzen

In unserem großen Schmerzlexikon findest du zu jedem Schmerz eine ausführliche Erklärung, wie er entsteht und welche Übungen am besten dagegen helfen.

Zum Schmerzlexikon

Unsere Übungen: Wie oft und wie lange?

Wie oft und wie lange solltest du unsere Übungen machen, damit du deine Schmerzen möglichst effektiv in den Griff bekommst?

jetzt lesen

Warum richtige Bewegung Schmerzen heilt

Unsere Übungen bewirken, dass sich dein Körper auch in den wenig genutzten Gelenkwinkeln bewegt. Doch warum hilft das?

jetzt lesen

Warum machen wir das? Unsere Vision!

Warum stellen wir dir und anderen Schmerz-Leidenden all das Wissen und die Video-Übungen kostenlos zur Verfügung?

jetzt lesen

Darum sind diese Faszienrollen so effektiv

Es gibt viele Anbieter für Faszienrollen, aber unsere wurden speziell gegen Schmerzen entwickelt.

jetzt lesen

Drei Fehler beim Faszienrollen

Diese Fehler werden bei der Faszien-Rollmassage häufig gemacht. Vermeide sie unbedingt, wenn du Erfolg haben willst.

jetzt lesen

Faszienrollen: Wie oft? In welche Richtung?

Wie oft solltest du eine Faszien-Rollmassage machen und in welche Richtung solltest du dabei rollen?

jetzt lesen

Quellen & Studien   [ + ]