Leistenschmerzen — einfache und effektive Behandlungsweisen für ein umfangreiches Beschwerdebild

Hier findest du alle Informationen zu Ursachen und Symptomen sowie Hilfe zur Selbsthilfe

Mann hält sich mit beiden Händen den Leistenbereich

© phugunfire  | shutterstock.com

Du leidest unter einem permanenten Ziehen in der Leiste? Nicht nur beim Gehen, auch beim Stehen sowie beim Heben und Zurückführen eines Beines bestimmen die Schmerzen deinen Alltag? Dann geht es dir wie etlichen anderen Menschen auch, die von Leistenschmerzen gequält werden.

Ob stechend, dumpf oder scharf — haben möchte sie niemand. In diesem Artikel liest du alles zur Ursache und Entstehung deiner Schmerzen und erfährst direkt, wie eine effektive Behandlungsweise aussehen kann. Die schönste Nachricht: Mit unseren Übungen kannst du dich sofort selbst behandeln!

☝ Eigentlich ist alles ganz einfach: Auch wenn die Leiste unter den vielen Schmerzzuständen nicht so häufig vertreten ist wie andere Körperbereiche, stellt sie die Schulmedizin des Öfteren vor Probleme. Warum sich die Ursachensuche bei Leistenschmerzen oftmals komplizierter gestaltet, als sie tatsächlich ist, und wie wir es schaffen, unsere Patienten ohne Operationen und Medikamente wirksam zu behandeln, erfährst du jetzt! 👇

1. Ursache und Entstehung von Leistenschmerzen: Woher kommen die Beschwerden?

Wie du vermutlich selber weißt, können sich Leistenschmerzen ganz unterschiedlich äußern. Ob stechend, ziehend oder dumpf — angenehm sind die Schmerzen natürlich alle nicht. Die Schulmedizin meint, klar zwischen belastungsabhängigen und belastungsunabhängigen Schmerzen unterscheiden zu können. So könnten sowohl beim Rückführen eines Beines als auch beim seitlichen Heben eines Beines deutliche Beschwerden auftreten, die in Phasen der Ruhe nicht spürbar seien. Insbesondere Sportler, wie etwa Fußballer und Langstreckenläufer, bildeten die Risikogruppe.

Leistenschmerzen, die jedoch auch nachts auftreten und eine lange Schmerzentwicklung aufweisen, könnten Hinweise auf Entzündungen der Schambeinfuge oder der Hüfte geben. Aber auch ein chronischer Leistenbruch mache sich oftmals auf diese Weise bemerkbar.

🚩 Wir von Liebscher & Bracht sehen dies etwas anders: Kannst du dir vorstellen, dass all diese Schmerzen auf eine einzige Ursache zurückzuführen sind? — Das glaubst du nicht?! Wir haben sogar noch bessere Nachrichten für dich: Du kannst deine Leistenschmerzen nämlich selbst behandeln und loswerden!

🎬 Du willst endlich die wahre Ursache deiner Leistenschmerzen erfahren? Dann lass sie dir von unserem Schmerzspezialisten Roland Liebscher-Bracht erklären.👇

1.1 Anatomische Strukturen und Funktionen der Leiste

Zunächst ist es wichtig zu wissen, wo die Leiste genau liegt und welche Funktionen sie in unserem Körper übernimmt. Denn: Wir erachten es als sinnvoll, unseren Körper als eine Einheit anzusehen, und gehen mit dieser ganzheitlichen Sichtweise der wahren Ursache deiner Schmerzen auf den Grund.

Mit ihrer anatomischen Lage nimmt die Leiste eine Zwischenposition ein. Sie befindet sich zwischen:

  • Unterleib,
  • Hüfte und
  • Oberschenkel.

Somit zählt sie zum unteren Teil der Bauchwand und verbindet beidseitig jeweils das Becken mit dem Oberschenkel. Dadurch, dass in der Leistengegend weitere anatomische Strukturen zusammenlaufen, übernimmt sie selbst auch die Funktion des aktiven Verbindens. Der Inhalt der gesamten Bauchhöhle — hierzu zählen Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Darm und  Magen — wird von der Leiste gestützt. Das Gewebe und die Muskeln halten die Organe im Bauch zusammen und schützen sie vor äußeren Einflüssen.

Aufgrund der Verbindung zu den anderen Körperbereichen und Gewebestrukturen liegt es auf der Hand, dass die Schmerzen in umliegende Bereiche ausstrahlen können. Umgekehrt können sich aber auch Probleme in diesen Gegenden auf die Leiste auswirken und dort Schmerzen verursachen.

Durch den Leistenbereich verlaufen:

  • der Leistenkanal, der vier bis fünf Zentimeter lang ist und den neben Muskeln und Blutgefäße auch Nerven durchziehen;
  • beim Mann der Samenstrang und
  • bei der Frau das Mutterband, das für die Befestigung der Gebärmutter zuständig ist.

Dadurch, dass die Leiste in viele gewebeartige Strukturen eingebettet ist, kann sie von diesen beeinflusst werden — so etwa von muskulären Dysbalancen oder Verspannungen der Bauch- oder Oberschenkelmuskulatur.

1.2 Muskulär-fasziale Überspannungen: Schmerzen verstehen mit Liebscher & Bracht

Mediziner gehen davon aus, dass bei 25–35 Prozent aller chronischen Leistenschmerzen mehr als nur eine Ursache für die Beschwerden verantwortlich ist. Diese Meinung widerspricht unserem Schmerzverständnis:

🚩 Wir sind der Ansicht, dass fast alle Leistenschmerzen durch unsere moderne Lebens- und Arbeitswelt, insbesondere durch sitzende oder einseitig belastende Tätigkeiten entstehen. Unsere Bewegungen sind stark eingeschränkt und wir nutzen mitunter nur zehn Prozent aller möglichen Gelenkwinkel.

Überspannungen lösen den Alarmschmerz aus 🚨 

Du kannst dir möglicherweise vorstellen, was passiert, wenn wir das gesamte Bewegungspotenzial unseres Körpers nicht mehr vollständig nutzen. Beim Sitzen sind die Muskeln und Faszien im vorderen Körperbereich durch die angewinkelten Beine nicht gestreckt. Nehmen wir diese Position täglich ein, passen sich die Muskeln und Faszien an und werden unnachgiebiger. Stehen wir nach langen Stunden des Sitzens auf, versucht der Körper, die muskulär-fasziale „Verkürzung“ im vorderen Körperbereich durch Muskeln und Faszien im Rückenbereich wieder auszugleichen. Diese Gegenspannung lässt ein enormes Spannungsfeld entstehen, das die Gelenkflächen und Wirbelkörper stark aufeinander presst. Verschleiß an Knorpel, Knochen und Gelenken entsteht.

Interstitielle Rezeptoren an der Knochenhaut messen diese Spannungen und leiten die Bedrohung der Struktur an das Gehirn weiter. Dieses projiziert einen Schmerz in die betreffende Körperrregion, der uns wie ein Alarm signalisiert,  dass Strukturen bedroht sind und wir die üblichen Bewegungsmuster unterbinden sollen. Wir sprechen vom sogenannten „Alarmschmerz“.

Auf deine Leistenschmerzen übertragen, bedeutet dies, dass wir auch hier hauptsächlich von funktionellen statt strukturellen Schmerzen sprechen können. Überlastungen sorgen für die Beschwerden und signalisieren dir, etwas an deinen üblichen Bewegungsprogrammen verändern zu müssen.

1.3 Schwachstelle erkannt — Schmerzen gebannt?

Die Ursache deiner Schmerzen in der Leistenregion liegt in dem verspannten Muskel- und Fasziengewebe, das alle anatomischen Strukturen deines Körpers durchzieht. Gerade die Leiste hat mit ihrer Stützfunktion im unteren Bereich deines Körpers eine wichtige Aufgabe zu erfüllen und befindet sich zudem in permanenter Abhängigkeit von den sie umgebenden Strukturen. Bauch, Becken, Rücken und Oberschenkel, aber auch Schambein und Hüftgelenk, stehen in enger Verbindung zu ihr. Die Leiste stellt somit eine „der zentralen Schaltstellen unseres Bewegungsapparates“ dar. 1)

Roland Liebscher-Bracht mit einer Flipchart. Darauf ist eine Skizze, die einen Menschen zeigt.

Als Teil der vorderen Bauchwand beherbergt sie den muskulofaszialen Ursprung der Bauchdecke und ermöglicht durch solche Verbindungssysteme erst die Lastenverteilung und -weiterleitung auf das knöcherne Skelett. 2)

Diese Vernetzung der Strukturen beweist noch einmal, dass die Leiste aufgrund des aufrechten Ganges beim Menschen als stark belastete Stelle gilt. Der Rumpf zieht nach vorne und der Hauptdruck beim schweren Heben und Husten, aber auch beim Niesen oder Pressen, lastet auf dem Bauch. Hierbei wird die Bauchdecke angespannt und der Druck strahlt in die Leistenregion aus. Die weiche Schutzstruktur der Leiste stellt somit generell eine funktionelle Schwachstelle dar.

Hauptrisikofaktor ist hier ein schwaches Bindegewebe, das aber durchaus trainiert werden kann. Nur tun dies die wenigsten Menschen heutzutage.

2. Unterschiedliche Arten von Leistenschmerzen und weitere Ursachen

Obwohl wir behaupten, dass deine Schmerzen auf eine einzige Ursache zurückzuführen sind, können sich die Beschwerden ganz verschieden äußern. Je nachdem, welche muskulär-faszialen Bereiche deines Körpers betroffen sind, können dich die Schmerzen unterschiedlich stark beeinträchtigen. Art und Intensität der Schmerzen helfen zumeist bei der Diagnose des überlasteten Bereichs. Sie geben einen Hinweis darauf, wo die Strukturen gelockert und Spannungen abgebaut werden müssen. Im Folgenden findest du unterschiedliche Schmerzzustände mit ihrer jeweiligen Symptomatik. Nutze diese Übersicht als Orientierungshilfe.

Nur Mut: Die Symptome, die hier gelistet sind, und die von der Schulmedizin klassifizierten Ursachen sprechen nicht zwangsläufig dafür, dass du tatsächlich an diesen Krankheitsbildern leidest.

2.1 Sportlerleiste (weiche Leiste), Leistenzerrung und -brüche

Sportlerleiste (weiche Leiste): Unter dem Begriff der Sportlerleiste lassen sich viele Schmerzzustände summieren. Der Name deutet bereits darauf hin, dass hauptsächlich Sportler betroffen sein sollen. Dies ist unserer Meinung nach trügerisch. Denn die Strukturen, die die Leiste umgeben, können vor allem durch Überspannungen und untrainierte Muskelgruppen in der vorderen Bauchgegend Schmerzen im Leistenbereich verursachen.

Becken-, Rumpf-, Bauch-, aber auch die Oberschenkelmuskulatur, spielen hier eine wichtige Rolle und stehen nicht nur bei Bewegung in wechselseitiger Beziehung zueinander. Unser moderner Alltag und die schlechte Haltung am Schreibtisch mit viel zu langen Sitzphasen lassen unsere Muskeln und Faszien verspannen und verkleben. Dies kann in allen hier genannten Bereichen spürbar sein. Die Leiste ist insbesondere deshalb so stark betroffen, da hier viele Strukturen aufeinandertreffen: Die Zugkraft hat sowohl von überspannten Adduktoren (Muskelgruppen an der Innenseite der Oberschenkel) von unten als auch von einer überspannten und harten Bauchdecke von oben Auswirkungen auf die Leiste.

Diese entgegengesetzten Zugkräfte treffen sich hier und erreichen dann bei Bewegung oder neuen bzw. ungewohnten Belastungen ihren Höhepunkt. 3)

Frau joggt auf Wiese

Symptome bzw. typische Schmerzzustände der Sportlerleiste sind:

  • ein reißender Schmerz im Leistenbereich mit
  • Schmerzausstrahlung bis in die Hoden,
  • ein starkes Druckgefühl in der unteren Bauchmuskulatur sowie
  • ziehende Schmerzen an der Innenseite der Oberschenkel.

▶ Eine Leistenzerrung ist — verwandt mit der Sportlerleiste — vor allem bei Sportlern weit verbreitet und auf Überlastungen einzelner Muskelpartien, meistens der Adduktoren, zurückzuführen. Stark betroffen sind Hürdenläufer und Fußballer. Aber auch Langstreckenläufer klagen nicht selten über Schmerzen in der Leistenregion. Bei einer Leistenzerrung sind neben den Adduktoren auch Oberschenkel und Hüfte betroffen. Heben, Beugen und Heranziehen der Beine verursachen mitunter starke ziehende oder reißende Schmerzen.
Wie schnell man sich auch als Nicht-Sportler eine Leistenzerrung zuziehen kann, wissen die meisten aus eigener Erfahrung. Schnell ist man im Herbst und Winter auf nassem Boden oder Laub ausgerutscht und geht dabei ungewollt in die Grätsche. Zum Glück halten diese kleinen Verletzungen in den Muskelfasern nicht allzu lange an und sind mit einem Muskelkater vergleichbar.

Sind Muskeln und Faszien ausreichend trainiert und werden sie regelmäßig gedehnt, lässt sich auch solchen Zerrungen meist wirksam und einfach vorbeugen.

▶ Ein Leistenbruch (Leistenhernie) ist, im Gegensatz zur leichten Leistenzerrung, ein ernstes Krankheitsbild. Der Bruch bedeutet zunächst eine Schwäche in der Bauchwand, die bei Männern häufiger auftritt als bei Frauen (ca. zehn Mal so häufig). Weil in der Leistenregion beim ungeborenen Jungen der Hoden aus dem Bauchraum in den Hodensack heruntertritt, befindet sich dort anschließend eine Lücke. Durch diese ziehen vor allem Blutgefäße und der Samenleiter vom Hoden aus in den Bauchraum. Gerade dort können dann Bindegewebsschwächen auftreten, wodurch sich im Falle einer Fraktur —  aufgrund der Bruchpforte in der Bauchwand — andere Organe oder Teile des Verdauungstraktes, wie etwa der Darm, nach außen drücken. Dies ist dann in Form einer Vorwölbung im Leistenbereich oder auch am Hodensack zu sehen. Wir raten dir insbesondere in diesem Fall, wie auch bei anderen akuten Schmerzzuständen, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.

2.2 Hüfterkrankungen

Neben der Leiste ist es auch die Hüfte, der eine stützende Funktion zugesprochen wird. Sie stabilisiert das Becken und kontrolliert viele unserer täglichen Bewegungen. Hüft- und die Leiste überbrückende Muskeln dienen dabei der Bewegung des Ober- und Unterschenkels. Unterschiedliche Flexoren, Extensoren, Rotatoren, Ad- und Abduktoren halten das Becken, den Rumpf und das Hüftgelenk stabil. Gleichzeitig ermöglichen sie flexible Bewegungsausführungen. 4)

Aufgrund der zusammenhängenden Strukturen ist es den Ärzten oftmals nicht möglich, eine differenzierte Diagnose zu stellen. So müssen aus konventioneller medizinischer Sicht neben den verschiedenen anatomischen Strukturen im Hüft- und Leistenbereich zusätzlich „Veränderungen der Organe des Intestinaltrakts, der Wirbelsäule und neurologische Engpasssyndrome“ bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden. 5)

🚩 Aus unserer Sicht sind es gerade die zusammenhängenden Strukturen von Hüfte und Leiste, die die Behandlung von Schmerzen deutlich vereinfachen. So bewirken abgebaute Spannungen an der einen Stelle gleichzeitig eine Entspannung an der anderen. 

▶ Kapselreizung und Hüftgelenksentzündung: Schmerzen, die zunächst in der Leiste auftreten, sich anschließend aber auch im Gesäß oder vermehrt in der Hüftregion bemerkbar machen, weisen mitunter auf eine Hüftgelenksentzündung oder eine Gelenkkapselentzündung im Hüftknochen hin. In der Sportmedizin wird die Leiste immer in Verbindung mit der Hüfte gebracht. So ist die Leiste ein Bereich, in dem Muskeln, die die Hüfte beugen, Muskeln, die die Hüfte zur Körpermitte heranziehen, und auch Muskeln, die die Hüfte strecken, zusammenwirken. Hüftbeuger und -strecker sowie Hüftadduktoren haben also unmittelbare Auswirkungen auf deine Leiste.

Anatomiebild der Hüfte mit rot unterlegtem Bereich der Schmerzbereiche

© Puwadol Jaturawutthichai | shutterstock.com

▶ Hüftarthrose: Morgendliche Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen sowie generelle Beschwerden, die nach kurzen Ruhephasen auftreten, sind laut Schulmedizin typische Anzeichen von Knorpelschäden im Hüftgelenk. Die Schmerzen, die vor allem in die Leiste, ins Bein oder ins Gesäß ausstrahlen, teilweise sogar bis ins Knie spürbar sind, schränken die Betroffenen erheblich ein.

Bei solchen fortgeschrittenen Abnutzungserscheinungen, die auf eine starke Überbeanspruchung der Hüftstrukturen hinweisen, wird oftmals Hüftarthrose diagnostiziert. Die strukturellen Schäden sind jedoch nicht für deine Schmerzen verantwortlich. Vielmehr handelt es sich um funktionelle Schmerzzustände, die aus den zuvor beschriebenen Überspannungen resultieren. Hast du vermehrt Schmerzen in der Hüfte? Dann kann dir unser umfangreicher Schmerzlexikon-Artikel zu Hüftschmerzen vielleicht weiterhelfen.

Möchtest du mehr zu Arthrose, ihrer wahren Ursache und Entstehung sowie der einzig wirksamen Behandlungsweise wissen, dann schau hier in unseren großen Übersichtsartikel.

2.3 Nervenreizungen und -engpässe ⚡

Da verschiedene Nervenstränge die Leiste bzw. den Leistenkanal durchziehen, ist es möglich, dass auch komprimierte Nerven deine Schmerzen auslösen können. Das dicke Nervengeflecht, das in der Leistenregion verläuft, trägt neben den Drüsen, Schleimbeuteln und anderem Weichteilgewebe dazu bei, dass deine Leiste äußerst sensibel auf Veränderungen reagiert. Vorhandene Schmerzen strahlen oftmals in den Oberschenkel oder die Hüfte aus. Ursache für diese Nervenreizung ist mitunter eine Sehnenentzündung in der Leiste. Sowohl die Nervenreizung als auch die Sehnenentzündung sind als Symptome ein und derselben Ursache zu bewerten: Überspannungen der Muskeln und Faszien, die aufgrund ihrer Zugkräfte Druck auf Nervenstränge ausüben.

Auch Überspannungen der Muskeln und Faszien im Bereich der Wirbelsäule können bestimmte Nervenbahnen, beispielsweise den Ischiasnerv, so stark einengen, dass die Signalübertragung beeinträchtigt ist. Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen, Nervenwurzelentzündungen und Verengungen des Spinalkanals können unmittelbare Auswirkungen auf den Leistenbereich haben. Schmerzen können in Leiste, Gesäß, Oberschenkel und mitunter bis in die Waden strahlen. Mehr zu Ischiasschmerzen und dabei auftretenden Beschwerden findest du hier.

2.4 Entzündungen in der Leistenregion

Die folgenden Entzündungen äußern sich vor allem durch Schmerzen in der Leiste. Sie können jedoch auch als Schmerzen in den Oberschenkeln wahrgenommen werden. Auch in diesem Fall solltest du auf Schmerzmittel wie  Ibuprofen verzichten. Mit einer Einnahme würdest du den natürlichen Heilungsprozess unterbrechen und die eigentliche Ursache nicht finden.

Stattdessen bieten wir dir mit unseren Übungen die Möglichkeit, die tatsächliche Ursache zu bekämpfen. Du willst sofort loslegen? Dann klicke hier.

 ▶ Sehnenentzündung: Eine Sehnenentzündung an der Innenseite der Oberschenkel kann sich vordergründig als Schmerzen in der Leiste äußern. Die Adduktoren werden gerade an ihren Ansätzen durch zu hohe Zugspannungen schnell überspannt. Aufgrund von muskulären Dysbalancen, der Verkürzung von Muskelgruppen, Überlastungen im Sport und langem Sitzen treten funktionelle Beschwerden auf. Sehnenansatzentzündungen, auch Ansatztendinosen genannt, zeigen dir, wie jede andere Entzündung auch, dass der Körper versucht, sich selbst zu heilen.

▶ Schambeinentzündung: Eine Schambeinentzündung kann eine schmerzhafte Angelegenheit sein. Betroffen sind, entgegen der weitverbreiteten Meinung, nicht nur Hochleistungssportler, sondern auch Menschen, die nur sehr wenig bis überhaupt keinen Sport treiben. Gerade beim stundenlangen Sitzen und Verharren in schlechter Haltung entstehen Spannungen in deiner vorderen Bauchmuskelpartie.

Hauptverursacher der Schmerzen in der Schambeinregion mit Ausstrahlung in die Leiste ist ein gerader Bauchmuskel. Dieser zieht sowohl links als auch rechts von deinem Rippenbogen bis zu deinem Schambein herunter.

🚩 Zu hohe Zugspannungen an diesem Muskel überlasten auf Dauer den Knochen deines Schambeins. Entzündungsähnliche Vorgänge lösen folglich einen“Alarmschmerz“ aus.

Diese Entzündungen sind somit nicht auf bakterielle Entzündungen zurückzuführen, sondern weisen auf Reparaturprozesse hin, die dein Körper jedoch in diesem Moment nicht ausführen kann.

Dein Körper lagert vermehrt Wasser ein, verdickt Strukturen in den betroffenen Bereichen und signalisiert dir auf diese Weise, dass Abfallstoffe wegbefördert werden sollen. Besteht diese Entzündung schon eine ganze Weile, weist dies darauf hin, dass dein Körper Schwierigkeiten hat, diese Prozesse ungehindert durchzuführen.

🚩 Wichtig: Diese Entzündungsprozesse sollten nicht mit Schmerzmitteln gestoppt werden. Stattdessen solltest du die Ursache angehen und die Überspannungen — sowohl deiner Bauchmuskulatur als auch deiner Oberschenkel –abbauen. Spezielle Übungen bei Überspannungen in den Oberschenkeln findest du auch hier.

2.5 Harn- und Nierensteine

Auch Erkrankungen des Intestinaltrakts, etwa Harn- und Nierensteine, können sich ungünstig auf die Leiste auswirken. Schmerzen treten dann oftmals akut auf und strahlen in die Leiste aus. Hinzu kommen mitunter Schwellungen oder Verfärbungen im Leistenbereich. Auch der Hoden kann sich dahingehend verändern. Je nachdem, wo die Steine liegen und wie groß sie sind, können unterschiedliche Bereiche des Körpers von Schmerzen betroffen sein. So kann der Patient nicht nur in der Leiste, sondern auch im Rücken oder Unterbauch Schmerzen verspüren. Weitere Symptome sind unter anderem ein quälender Harndrang, Übelkeit, Schweißausbrüche und ein aufgeblähter Bauch. Bei diesen Beschwerden empfehlen wir dir, einen Arzt aufzusuchen, um die Erkrankung schnell behandeln zu lassen. Da es hier um eine Infektion der Harnwege geht, kann unsere Therapie bei dieser Ursache der akuten Leistenschmerzen keine Abhilfe schaffen.

3. Übungen bei akuten und chronischen Leistenschmerzen

Für unsere Übungen ist es völlig egal, ob deine Schmerzen gerade akut aufgetreten sind oder sich schon über einen längeren Zeitraum hinziehen. Sicher ist es besser, wenn du schnell eingreifen kannst und dir der wahren Ursache bewusst wirst. Denn: Bleiben die Ursachen länger bestehen und du leidest unter Schmerzen, wird dein Körper langfristig Schäden davontragen. Aber auch dein allgemeines Wohlbefinden ist stark getrübt und du fühlst dich krank und unbeweglich oder bist verzweifelt. Schmerzen sind kein Zustand, den du längere Zeit aushalten musst.

Ganz im Gegenteil: Schmerzen bieten dir die Möglichkeit, Probleme schnell zu beseitigen und wieder vollkommen beschwerdefrei und beweglich zu werden. Du weißt mittlerweile, warum wir Schmerzen ernst nehmen sollten und warum wir sie überhaupt haben. Leidest du nun schon länger unter Schmerzen in der Leiste und hast schon eine oder mehrere Diagnosen, etwa im Bereich der Hüfte, bekommen? Vielleicht hast du auch Arthrose im Hüftgelenk?

Die Knorpelstrukturen sind aufgrund des Verschleißes stark beschädigt und deine Schmerzen werden einfach nicht besser? Dann werden dir unsere Übungen mit hoher Wahrscheinlichkeit helfen können. Zuvor erfährst du noch, warum Übungen für deine Hüfte auch deiner Leiste gut tun und wie sich beide Schmerzarten bedingen.

3.1 Was der Hüfte gut tut, nutzt auch deiner Leiste

Aufgrund der Lage und der wechselseitigen Beziehung zwischen den einzelnen anatomischen Strukturen rund um dein Becken, deinen Bauch und deine Oberschenkel sind die Schmerzen oftmals nicht spezifisch auf einen Bereich begrenzt. Vor allem die starke Belastung der Hüftbeuger und -strecker hat unmittelbare Auswirkungen auf deine Hüfte, aber auch auf deine Leiste. Aufgrund der starken Belastung der Adduktoren bei vielen Sportarten wird oftmals nur diese Muskelgruppe gedehnt. Dabei werden die belasteten Hüftbeuger vernachlässigt und zu selten mit Leistenschmerzen in Verbindung gebracht.

3.2 Effektive Übungen gegen Leistenschmerzen

Mit den folgenden Übungen kannst du deine Leistenschmerzen nicht nur effektiv mildern, sondern sie bei regelmäßiger Durchführung auch langfristig loswerden.

🎬 In diesem Video erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie du dich mit ganz einfachen Übungen von deinen Leistenschmerzen befreien kannst. 👇

Patientin sitzt mit linker Gesäßhälfte auf der großen Faszienkugel

Übung 1: Faszien-Rollmassage mit der großen Kugel:

Setze dich für diese Übung auf deine Matte. Strecke deine Beine nach vorne aus und setze dich mit einer Gesäßhälfte auf die große Kugel aus unserem FasziensetStütze dich dabei mit der anderen Seite so ab, dass du an der betroffenen Gesäßseite mit der Kugel den Bereich deines Gesäßes auf schmerzempfindliche Stellen absuchen kannst. Setze dich mit der Kugel genau auf diese Stellen, stütze dich mit beiden Händen ab und winkele auch die Beine so an, dass du freie Rollbahn am Gesäß erlangst. Rolle nun in langsamen spiralförmigen Bewegungen über die empfindlichen Punkte. So können die Spannungen im hinteren Bereich aufgelöst werden, die im vorderen Bereich die Schmerzen verursachen.

Patientin sitzt auf der Stuhlkante und dehnt ihr Gesäß, indem sie das Bein über das andere schlägt und sich nach vorne lehnt

Übung 2: Dehnung des Hüftgelenks auf dem Stuhl

Für diese Übung nimmst du dir einen Stuhl und setzt dich in Richtung Stuhlkante. Nun nimmst du das Bein auf der schmerzenden Leistenseite und winkelst es im 90-Grad-Winkel so an, dass dein Fuß auf dem Knie des anderen Beines liegt. Nimm eine aufrechte Körperposition ein und beuge dich nun langsam so weit nach vorne, bis du eine Dehnung im Gesäß verspürst. Den Winkel kannst du selbst immer wieder anpassen, indem du deinen Oberkörper in unterschiedliche Richtungen drehst. So findest du mehr und mehr in die optimale Dehnung hinein.

Checkliste für unsere Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jede Übung solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben. Fängst du gerade erst mit den Übungen an oder ist der Schmerz noch zu stark, kannst du dich auch allmählich steigern.

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Die Verkürzungen und Überspannungen an den Innenseiten deiner Oberschenkel, deiner Bauch- und Beckengegend, sowie der Hüfte hast du dir eventuell über Jahre und Jahrzehnte antrainiert. Es kann daher etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert und sich die Spannungen wieder abbauen. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, gehören auch chronische Leistenschmerzen schon bald der Vergangenheit an.

3.3 Konventionelle Behandlungsansätze und warum sie dir langfristig nicht helfen

Bei Schmerzen im Leistenbereich kann die Einschätzung des Schweregrades ganz subjektiv ausfallen. Wichtig ist, dass du die Symptome wahrnimmst und für dich festhältst. Überdenke zunächst deine derzeitige Arbeits- und Lebenssituation und frage dich, inwieweit dein Körper immer wieder denselben Bewegungsmustern ausgesetzt ist bzw. inwieweit du ihm überhaupt ausreichend Bewegung bietest.

⛔ Physiotherapie und schmerzstillende Medikamente

Liegt nicht gerade ein nachgewiesener Leistenbruch vor — dieser muss in den meisten Fällen operiert werden –, kommen konventionell hauptsächlich entzündungshemmende Schmerzmittel und Physiotherapie zum Einsatz.

Sind des Weiteren keine akute Verletzung oder Störungen im Intestinaltrakt nachzuweisen und verlaufen die Schmerzen chronisch, solltest du unserer Meinung nach gerade dann auf schmerzstillende Medikamente verzichten. Sie lindern zwar deine Beschwerden, legen aber auch das Alarmsystem deines Körpers lahm. Die funktionellen Schmerzen, die wir als „Alarmschmerzen“ bezeichnen, können ihrer Aufgabe nicht nachgehen und dich vor langfristigen Folgeschäden bewahren.

🌀 Schmerzmittel sind in keinem Fall die Lösung, sondern der Eintritt in die Schmerzspirale

Falls auch die Physiotherapie nicht ihre gewünschten Effekte erzielt, du die Medikamente wieder absetzt und die Schmerzen zurückkehren, wirst du mit deinem behandelnden Arzt weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen, um dich von den quälenden Schmerzen zu befreien. Häufig kommen dann Operationen in Betracht. Doch leider sind auch mit diesen OPs die Ursachen nicht beseitigt und mit großer Wahrscheinlichkeit treten deine Beschwerden früher oder später erneut auf.

4. 🏁 Fazit

Wie du hier erfahren hast, ist die übliche Ursachensuche bei Leistenschmerzen nicht besonders zielführend und viele Patienten haben einen langen Beschwerdeweg hinter sich. Nicht nur eine differenzierte Diagnose fällt den Ärzten schwer, auch die Behandlung hilft den Betroffenen oft nicht weiter und lindert nur zeitweilig die Schmerzen. Das umfangreiche Beschwerdebild und die unterschiedlichen Schmerzarten, die in der Leiste auftreten, kannst du mit unserer Theorie der Schmerzentstehung verstehen lernen. Mit unserem kostenfreien Übungsprogramm kannst du ganz leicht jeden Schmerz beheben — denn muskulär-fasziale Überspannungen wirken sich auf etliche Bereiche deines Unterkörpers aus, die für die Schmerzen in deiner Leiste verantwortlich sein können.

Gute Aussichten auf Schmerzfreiheit: Wenn du regelmäßig die Übungen in deinen Alltag integrierst und die Spannungen abbaust, kannst du dich langfristig schmerzfrei halten. 

💡 Du hast Leistenschmerzen? Dann informiere dich hier weiter:

Diese Hüftübungen helfen auch der Leiste!

Mit diesen Übungen für deine Hüfte kannst du auch deine Leiste endlich wieder von Überspannungen befreien!

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