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Schmerzen, Fehlstellungen und Verformungen – das hilft bei Fuss-Beschwerden aller Art

© Niran Phonruang | shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis
Jeder Schritt schmerzt und ein Zeh hat sich komisch verformt? Oder ist dein kompletter Fuß „platt“? Ein Fersensporn hat sich gebildet? In all diesen Fällen bist du hier genau richtig. Wir möchten nämlich, dass du mit Hilfe dieses Artikels deine Beschwerden in den Füßen und mögliche Diagnosen besser einschätzen kannst. Zu jedem „Krankheitsbild“ kannst du dich außerdem tiefer einlesen und direkt unsere passenden Spezial-Übungen ausprobieren.
1. Beschwerden einordnen

Schritt 1: Wo hast du Fußschmerzen?
In einem ersten Schritt kannst du grob zuordnen, wo du Beschwerden verspürst: im Zehenbereich, im mittleren Bereich des Fußes oder im Bereich der Ferse.
Schritt 2: Über deinen individuellen Problembereich kannst du dich dann gezielt informieren. Erfahre, wie die Schmerzen an der jeweiligen Stelle zustande kommen, und lerne auf diese Weise, die Ursachen deiner Beschwerden besser zu verstehen.
Schritt 3: Schaue dir unsere Übungsvideos zu deinen Beschwerden an. Die Übungen kannst du ganz leicht selbst von zuhause mitmachen. Sind die Beschwerden anfänglich zu stark oder bist du dir unsicher, ob du die Übung ausführen solltest, dann lass dich von einem unserer ausgebildeten Schmerztherapeuten in deiner Nähe durchchecken.
- Für Infos zu Schmerzen im vorderen Bereich des Fußes bzw. der Zehen .
- Alles zu Beschwerden im mittleren Teil des Fußes .
- Fußschmerzen im Bereich der Ferse oder Achillessehne? .
2. Schmerzen im vorderen Bereich des Fußes & Zehenschmerzen

2.1 Hallux valgus
Trägst du auch gern hohe oder eng geschnittene Schuhe? Dann kann das für dich schmerzhafte Folgen haben: Im Volksmund wird der Hallux valgus als Ballenzeh bezeichnet. Dabei neigt sich der große Zeh ganz deutlich in Richtung Körperaußenseite und ist von den anderen Zehen abgewinkelt.
Die Haut über dem Gelenk ist stark belastet, in den meisten Fällen gerötet und dick. Im Extremfall sieht die Fehlstellung aus, als ob sich am Grundgelenk ein neuer Knochen gebildet hat. Tatsächlich entsteht durch die Verformung neue Knochensubstanz, die für die Schwellung verantwortlich ist.
Die gute Nachricht für dich lautet: Weder Alter noch Geschlecht dienen als ausreichende Erklärung für Fußschmerzen durch einen Hallux valgus. Aussagen wie „Frauen bekommen das nunmal“ sind schlichtweg plakativ und verallgemeinernd.
Für uns steht fest: Grund für die Beschwerden und die Fußfehlstellung sind dauerhafte Fehlbelastungen unserer Füße.
Durch ihre einseitige und eingeschränkte Nutzung entwickeln Muskeln und Faszien im Fußbereich große Überspannungen. Gerade bei einem beginnenden Hallux valgus können deshalb unsere Übungen helfen, das Bindegewebe und die Muskulatur des Fußes zu dehnen und einem weiteren Verrutschen der Sehne vorzubeugen.

2.2 Hallux rigidus (Großzehengrundgelenks-Arthrose)
Hinter dem Hallux rigidus – wörtlich „steife Großzehe“ – verbirgt sich die Arthrose des Großzehengelenks. Betroffene klagen über einen belastungsabhängigen Schmerz und eine Schwellung oder Rötung des Gelenks.1
- Im Frühstadium bemerken Patienten eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung beim Abrollen des Fußes.
- Im mittleren Stadium nehmen die Fußschmerzen und die Bewegungseinschränkung zu. In dieser Phase finden bereits erste degenerative Prozesse statt — das Gelenk verändert sich strukturell.2
- Im Spätstadium ist die Arthrose voll ausgeprägt: Ohne Puffer reibt nun Knochen auf Knochen und das Großzehengrundgelenk lässt sich kaum mehr bewegen.

2.3 Hammerzehe
Patienten mit Hammerzehen quälen meist Druckstellen und Schmerzen an den betroffenen Zehen. Beim Hammerzeh beschreiben sie oft, dass ihre Zehennägel beim Laufen auf den Boden stoßen.3 Hast du Schmerzen oder steht bei dir sogar schon eine Operation zur Diskussion? Dann laden wir dich ein, unsere Perspektive kennenzulernen und vor einer OP unsere Übungen auszuprobieren. Du hast nichts zu verlieren!
Mit gezielten Dehnübungen kannst du deinen Füßen nämlich viel Gutes tun. Wir sind der Ansicht, dass dein Zeh aufgrund eines zu starken Zugs der Wadenmuskulatur an der Fußsohle nach vorne bzw. unten gezogen wird. Dies kann durch einseitige Bewegung der Beine und Füße entstehen. Welche Übungen dir dann direkt helfen können, erfährst du in unserem Schmerzlexikon-Artikel über den Hammerzeh:

2.4 Krallenzehe bzw. Klauenzehe
Patienten mit Krallenzehen klagen oft über ähnliche Beschwerden wie Betroffene von Hammerzehen: Es zeigen sich schmerzhafte Schwielen und Druckstellen an den Zehen. Im Gegensatz zum Hammerzeh hat der Krallenzeh jedoch keinen Kontakt zum Boden. Die betroffenen Zehen schweben in der Luft und sind angezogen wie die Krallen bei Flugvögeln — daher der Name.
Wir glauben, dass nicht nur hohe Schuhe an der Krallenzehe schuld sind, sondern dass allgemein eine zu einseitige Bewegung deiner Füße die Probleme verursacht. “Verkürzte” Sehnen, Bänder und Faszien an der Oberseite deines Fußes sind die Folge. Diese einseitigen Verkürzungen sorgen dafür, dass deine Zehen den Bodenkontakt verlieren. Mit unseren gezielten Übungen aus dem Newsletter kannst du dich langsam wieder in die Dehnung arbeiten.
3. Schmerzen im mittleren Bereich des Fußes

3.1 Plattfuß/Knickfuß/Knick-Senkfuß
Als Plattfuß wird grundsätzlich eine Abflachung bzw. Absenkung der Fußlängswölbung bezeichnet. Im Extremfall ist das Fußgewölbe gar nicht mehr vorhanden. Beim Plattfuß, genauer als Knickfuß oder Knick-Senkfuß bezeichnet, kippt typischerweise die Ferse oder sogar der gesamten Vorfuß nach innen ab und es entsteht eine Art “Entengang”. Betroffene beschreiben oft diffuse Schmerzen in der Fußsohle und haben erhöhte Spannungen in der Wadenmuskulatur.
- In Anfangsstadium geht der Knick-Senkfuß mit Schmerzen und Schwellungen im Bereich des Innenknöchels einher. Das einbeinige Stehen auf dem Vorfußballen bereitet bereits große Schwierigkeiten.4
- Je weiter der Plattfuß fortschreitet, desto schwächer werden die Muskeln, Faszien und besonders die Tibialis-posterior-Sehne. Diese verläuft an der Innenseite deines Fußes, verleiht ihm Stabilität und sorgt im Normalfall dafür, dass sich dein Fuß nicht nach innen absenkt.
Auch für die Veränderungen im Fußlängsgewölbe beim Knick-Senkfuß sind monotone und vor allem sitzende Tätigkeiten der Auslöser:
- Neben unseren Übungen sind Bewegung, in erster Linie das Barfußgehen, wichtig für einen gesunden Fuß — sowohl zur Prophylaxe als auch im Sinne einer therapeutischen Maßnahme.
- Zudem sollten Betroffene mit dem Zehenspitzengang die Fußmuskulatur trainieren und mit dem Fersengang die Wadenmuskulatur dehnen.5

3.2. Plattfuß/Senk-Spreizfuß/Spreizfuß:
Beim Spreizfuß, auch Senk-Spreizfuß genannt, senkt sich das Quergewölbe des Fußes ab (nicht das Längsgewölbe wie beim Knick-Senkfuß). Typisch für den Spreizfuß sind schmerzhafte Schwielen zwischen den Groß- und Kleinzehballen. Betroffene beschreiben häufig, dass es sich an diesen Stellen anfühle, als liege ein Steinchen unter dem Fuß. Zudem passt der Fuß oft nicht mehr in die gewohnten Schuhe, da er zu breit geworden ist.
Beim Spreizfuß weichen der 1. und 5. Mittelfußknochen nach außen ab. Dies hat zur Folge, dass der gesamte Vorfuß absinkt und damit breiter wird. Daher kommt es mit der Zeit auch häufig zu weiteren Problem wie Hallux valgus, Hammerzehen oder Krallenzehen.
Das Laufen in gut gepolsterten Schuhen auf glatten und vorwiegend ebenen Flächen sorgt dafür, dass die Muskeln und Faszien in unseren Füßen nicht mehr richtig gefordert sind und dadurch schwächer werden.

3.3 Hohlfuß
Bei einem Hohlfuß ist das Fußlängsgewölbe stark zusammengezogen, was dazu führt, dass der Betroffene eine geringe Auflagefläche des Fußes am Boden hat. Optisch ist ein stark gewölbter Fußrücken zu erkennen. Es gibt Patienten mit Hohlfuß, die keine Beschwerden aufweisen. Allerdings kann der stark erhöhte Druck auf die Ferse hinten und auf die Vorfußballen vorne zu Schmerzen in diesen Bereichen führen. Langfristig löst der Hohlfuß einen unsicheren Gang aus, was weitere Verletzungen nach sich ziehen kann.
Unser Ziel ist es deshalb, mit unseren Dehnungen die Spannungen im Fuß zu normalisieren. Dann kann sich der Fußrücken wieder auf ein Normalmaß absenken und das Gewicht verteilt sich besser auf den gesamten Fuß. So können sich nach und nach deine Beschwerden verringern und deine Fußschmerzen verschwinden.
4. Schmerzen im hinteren Bereich des Fußes, Fersenschmerzen & Schmerzen an der Fußwurzel

(c) Narong Jongsirikul | shutterstock.com
4.1 Achillessehnenschmerzen
Beschwerden an der Achillessehne sind oft mit einer langen Leidensgeschichte verbunden.
- Zu Beginn einer Achillessehnen-Reizung sind die Schmerzen typischerweise belastungsabhängig.
- Bei weiterer Reizung bleiben die Schmerzen auch nach der Belastung bestehen und die Achillessehne kann sich entzünden.
- Bewegungen, die die Achillessehne dehnen, z. B. Treppensteigen, verursachen besonders starke Schmerzen. Ist die Sehne entzündet, kannst du bereits eine Verdickung deiner Achillessehne spüren, und wenn du darauf drückst, empfindest du einen Druckschmerz. In extremen Fällen kannst du ein Knirschen hören oder Unebenheiten in der Sehne ertasten, die durch Faser-Ablagerungen entstehen.
Mehr zum Thema Achillessehne und Übungen, um deine Schmerzen zu lindern, findest du hier:

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4.2 Fersensporn und Plantarfasziitis
Bei einem Fersensporn spüren viele Betroffene höllische Schmerzen im Bereich der Ferse und können kaum auftreten.
- Häufig fühlt es sich an, als ob ein Nagel bei jedem Schritt in den Fuß piekst.
- Zudem schildern Patienten neben einem typischen Druckschmerz auch oft einen morgendlichen “Anlaufschmerz” nach dem Aufstehen.
- Die Fußschmerzen nehmen im Verlauf des Tages meist ab, werden jedoch bei Belastung wieder deutlich stärker.
- Besonders Patienten, die bei der Arbeit viel stehen (müssen), plagt der bohrende, tiefe Schmerz in der hinteren Fußsohle.
- Anatomisch handelt es sich bei einem Fersensporn um einen knöchernen Auswuchs, der sich am Fersenknochen (dem Fersenbein) bildet.
Der untere Fersensporn: Senkt sich dein Fuß ungewöhnlich stark ab, wird die Sehnenplatte, die vom Fersenbein zu deinen Zehen verläuft, mit Gewalt und zu heftig gestreckt. Um den Zug zu entlasten und die Sehne zu verkürzen, bildet der Fuß einen kleinen knöchernen Sporn. An dieser Stelle spricht man von einem sogenannten plantaren Fersensporn.
Der obere Fersensporn: Auch der Zug auf der Sehne zwischen Fersenbein und Wadenmuskulatur, also auf der Achillessehne, kann zu groß sein. Dann bildet sich der Sporn eher oben am Hinterfuß, genauer gesagt am Sehnenansatz der Achillessehne. In diesem Fall spricht man von einem dorsalen Fersensporn.
Weit verbreitet ist auch die Plantarfasziitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Sehnenplatte der Fußsohle. Die Symptome sind nahezu identisch mit denen des unteren Fersensporns. Die Plantarfasziitis äußert sich durch Fersenschmerzen, die vor allem bei Druck und Belastung auftreten.
Die gute Nachricht: Wir haben dir alles Wichtige zur Entstehung einer Plantarfasziitis in einem Spezial-Artikel zusammengestellt. Dort findest auch Übungen, die dir sofort gegen deine Schmerzen helfen können.

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4.3 Haglund Ferse
In der Fachsprache wird die Haglund Ferse auch als Haglundexostose bezeichnet. Damit wird ein übergroßer Knochenhöcker an der Fußwurzel, genauer gesagt am Fersenbein in Richtung Achillessehne, beschrieben.
- Morgens leiden Patienten typischerweise unter Anlaufschmerzen.
- Aber auch bei oder nach langen Belastungen nehmen die Fußschmerzen zu.
- Durch die Ausbeulung an der Ferse können Schuhe nicht (mehr) optimal passen und es kommt zu Druckstellen und Blasen.
Wenn du Fußschmerzen hast, kann dir auch dieses Wissen helfen:

Fersensporn — wenn der Schmerz in der Ferse sitzt!
In diesem Beitrag erklären wir dir, wie ein Fersensporn entsteht und wie er behandelt werden kann. Zudem zeigen wir dir die besten Sofort-Übungen.

Übungen bei Schmerzen in der Achillessehne
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Arthrose im Fuß — Das musst du jetzt wissen!
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Akut-Hilfe gegen Fußschmerzen — die besten Übungen
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Roland Liebscher-Bracht

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Quellen & Studien
- ↑1 Götz, Grifka & Handel (2011): Hallux rigidus. In: Orthopäde 40 (9) S. 822
- ↑2 Götz, Grifka & Handel (2011): Hallux rigidus. In: Orthopäde 40 (9) S. 820
- ↑3 Schuh & Hönle (2008): Hammerzeh und Co: Das können Sie raten! In: MMW Fortschritte der Medizin 150 (8) S. 37
- ↑4 Radl et al. (2012): Rückfußvalgus. In: Orthopädie 41 (4) S. 318