Zähneknirschen — Warum du den Mund mal wieder richtig aufmachen solltest!👄😲

Alle Informationen zu dem „Stressventil mit Folgen“. Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Bruxismus

Frau beißt ihre Zähne fest zusammen und macht ein verbissenes Gesicht

🤞Du bist nicht allein! 

Die Anzahl der Leidenden wächst stetig. Schmerzpatienten jeglicher Art sind von Bruxismus bzw. Zähneknirschen betroffen. Häufig haben sie eine lange Reise der Ursachenforschung hinter sich. Eine individuelle Behandlungsmethode für sich selbst zu finden, erweist sich oftmals als sehr schwer. Die Symptome beim Zähneknirschen sind so umfangreich, dass eine Behandlung häufig an einem völlig falschen Punkt ansetzt. Vermutlich hast auch du schon einen langen Leidensweg hinter dir und bist auf der Suche nach einer Möglichkeit, dich von deinen Schmerzen zu befreien?

🚩 In diesem Artikel erhältst du alle Informationen zur Entstehung von Bruxismus, den Ursachen und den Symptomen. Wir erklären dir, wie es zu dem umfangreichen Beschwerdebild kommt, warum eine Kiefergelenk-Fehlstellung dein ganzes körperliches Gleichgewicht aus den Angeln heben kann und wie du dir deine Schiene abtrainieren kannst.

🚫 Lass uns der Verbissenheit ein Ende setzen — ganz ohne Schmerzmittel und Operationen! 🙌

Deine Bruxismus-Diagnose hast du möglicherweise bei deinem letzten Kontroll-Termin beim Zahnarzt so ganz nebenbei bekommen? Dein Zahnarzt hat den Zustand deiner Zähne gesehen und deutliche Schleifspuren, mehr Karies als zuvor oder eventuell völlig zerstörten Zahnschmelz festgestellt?

Er hat einen Abdruck deines Gebisses vorgenommen und nun trägst du nachts eine Schiene aus Kunststoff, die deine Zähne vor noch mehr Zahnschmelz-Verlust schützen soll. Du fühlst dich ins Teenager-Alter zurückversetzt, als Zahnspangen noch in Mode waren? Glücklich bist du darüber sicherlich nicht und Schmerzen hast du weiterhin?

🚩 Das Beschwerdebild bei Bruxismus ist komplex. Es ist wichtig, dass bei den unterschiedlichen Schmerzen ein Gesamtbild entsteht, auf dessen Grundlage du selbst gegen deine Schmerzen aktiv werden kannst.

Gestresster Mann nimmt Hände vors Gesicht

1. Entstehung von Bruxismus und was die Psyche uns mitteilen möchte 🆘

Bruxismus wird als eine sich wiederholende Kaumuskel-Aktivität beschrieben, die mit starkem Pressen und Knirschen der Zähne einhergeht. Dieses vermehrte Aufeinanderpressen der Kiefer wird seit geraumer Zeit als Begleiterscheinung von Krankheiten beobachtet und gilt als Ausdruck von Frustration, Angst und psychischer Erregung. 1) Lange wurde Bruxismus als sogenannte „Parafunktion“ beschrieben, über die das menschliche Bewusstsein keine Kontrolle hat. Diese Bewegungsmuster weichen von der üblichen Norm ab und sind somit Überfunktionen des Kausystems. Hierzu zählen Zungenbeissen und -pressen, Zähneknirschen, Wangen-, und Lippenbeissen, die allesamt als Nebenfunktionen mit „schädlicher“ Wirkung bekannt sind.

‼Fakt: Das umfangreiche Beschwerdebild macht viele Ärzte ratlos!

Leider sind es in vielen Fällen nicht nur die Patienten, sondern auch die Ärzte selbst, die ratlos sind. Sie behandeln oftmals nur symptomatisch die einzelnen Schmerz-Zustände und sind überfragt, wenn sie sich das komplexe Beschwerdebild ihrer Patienten ansehen.

Viel zu oft kommt es erst gar nicht zu einer umfangreichen Begutachtung der einzelnen Krankengeschichten der Patienten. Schnelle Abhilfe bei Schmerzen schaffen starke Medikamente, die von den Ärzten verschrieben werden. Auf Schmerzmittel zurückzugreifen, ist aber langfristig keine Lösung und bringt viele Risiken und Nebenwirkungen mit sich.

Es lohnt sich also zunächst den Blick auf die Entstehung von Bruxismus zu richten und die Gründe zu erforschen, warum du mit den Zähnen knirschst.

1.1. 😥 Stress als Auslöser von Bruxismus

„Beiß‘ doch mal die Zähne zusammen!“ oder „Sei nicht so verbissen!“ sind typische Redewendungen, wenn es mal wieder nicht so rund läuft und wir uns durch eine schwere Zeit kämpfen müssen. Wir arbeiten unter Druck und wollen Anforderungen gerecht werden. Auch private und seelische Belastungen begleiten uns täglich.

Für diese Emotionen bleibt uns häufig nicht viel Zeit und wir schenken ihnen wenig bis gar keine Beachtung. Nachts verarbeiten wir unbewusst, was uns beschäftigt, und unsere Psyche arbeitet auf Hochtouren.

Dies kann sich auch körperlich auswirken. Nicht selten zucken einzelne Körperteile im Schlaf. Wir drehen und wenden uns und oftmals werden wir von intensiven Träumen aus dem Schlaf gerissen. Den Rest der Nacht verbringen schlaflos und der Stress und die Müdigkeit begleiten uns auch am nächsten Tag.

🚩 Angestauter Stress und unverarbeitete Spannungen versucht der Körper nachts abzubauen. Dies äußert sich bei vielen in Zähneknirschen.

1.2. 😬Verbissenheit am Tag und in der Nacht: Die Unterscheidung zwischen Schlaf- und Wachbruxismus

Vor allem für die Behandlung ist es wichtig zu wissen, dass Anspannungen, Verbissenheit und Konflikte durch das Zähneknirschen vom Körper kompensiert und abgebaut werden wollen.

Es hat sich gezeigt, dass emotionaler Stress bei der Diagnose von Bruxismus eine große Rolle spielt. Hierfür spricht unter anderem der unmittelbare Zusammenhang zwischen dem limbischen System, als emotionales Zentrum des zentralen Nervensystems (ZNS), und unserem Kau-Organ. 2) Die Verarbeitung von Stress geschieht unbewusst im Schlaf und kann somit nur schwer kontrolliert werden. Knirscher bemerken im wachen Zustand schnell, wenn sie ihre Zähne aufeinanderpressen. Sie können diese Angewohnheit dann schnell unterbinden bzw. sich im Alltag kleine Erinnerungen einbauen, um das Knirschen zu vermeiden. Anders ist es bei Betroffenen, die im Tiefschlaf knirschen. Die von dieser Art des Bruxismus betroffenen Patienten wachen am Morgen meist mit Kiefergelenk-schmerzen auf.

Das Risiko, Langzeitschäden durch Zähneknirschen davonzutragen, ist beim Schlaf-Bruxismus gegenüber dem Wach-Bruxismus deutlich erhöht. Dies soll die Wichtigkeit der Therapie für „Wach-Knirscher“ in keinster Weise abmildern, gibt jedoch Hinweise auf eine individuell angepasste Behandlungsmöglichkeit, die an der Ursache ansetzt.

2. Ein umfangreicher Symptomcheck führt zur wahren Ursache deiner Beschwerden ✅

Wir wissen, dass du schon viel zu lange leidest und viele Ärzte sich kaum Zeit für eine ausführliche Begutachtung der Schmerz-Zustände ihrer Patienten nehmen. Dabei ist das Beschwerdebild bei Bruxismus umfangreich und kann sich auf unterschiedliche Weise äußern.

Im Falle einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD), einer Fehlsteuerung des Kiefergelenks, können die Schmerzen tatsächlich deinen ganzen Körper betreffen. Die Schmerzen strahlen oftmals in den gesamten Oberkörper aus. Nicht immer muss diese Kiefergelenks-Erkrankung hinter deinen Beschwerden stecken. Aber wichtig ist, dass du deine Schmerzen beobachtest und mit deinem behandelnden Arzt sprichst. Im Folgenden findest du einen Symptom-Katalog, an dem du dich orientieren kannst und der dir bei der Selbstbeobachtung helfen kann.

Unter folgenden Symptomen leidest auch du?

  • Schmerzende Schläfen und allgemeine Kopfschmerzen (u. a. myofasziale Schmerzen der Kaumuskeln im Bereich des Trigeminusnervs)
  • Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Ohrenschmerzen und Tinnitus
  • Schwindelgefühl, Gleichgewichtsstörungen
  • Halsentzündung
  • Knackgeräusche im Kiefergelenk
  • Unkontrollierte Kieferbewegung
  • Nacken- und Schulterverspannungen
  • Brustschmerzen
  • Druckgefühl am gesamten Kiefer
  • Allgemeine Müdigkeit
  • Zahnabrasion
  • Karies
  • Zahnlockerung-, Wanderung oder auch -Verlust
  • Eingeschränkte Mundöffnung und beidseitige Kapselreizung

Um zu verstehen, wie es zu diesen umfangreichen Schmerz-Zuständen kommt, müssen wir uns die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk genauer anschauen. Beide gehören zu dem sogenannten craniomandibulären System, das fürs Kauen, aber auch für andere im Mundraum liegende Funktionen wie etwa Schlucken und Sprechen, verantwortlich ist. Dieses System unterhält zusätzlich über das Nervensystem funktionelle Verbindungen zu anderen Körpersegmenten, die durch Wechselwirkungen mitunter beeinträchtigt werden können.

3. Kaumuskulatur und Kiefergelenk. Was du wissen solltest! 🎓

Kiefergelenk und Kaumuskulatur bilden eine funktionelle Einheit, die aus vier Skelettmuskeln besteht. Diese sind maßgeblich am Kauakt beteiligt. Unterschieden wird zwischen denjenigen Kaumuskeln, die für das Schließen des Mundes verantwortlich sind und solchen, die das Öffnen veranlassen. Beides zusammen bringt den Kauvorgang in Bewegung.

Zu den Kieferschließern gehört der Musculus masseter (Kaumuskel) sowie der Musculus temporalis (Schläfenmuskel). Beide sind Kieferschließer, wobei M. temporalis zusätzlich die Funktion hat, den Unterkiefer zurückziehen zu können. Beim Öffnen des Kiefers sind der Musculus pterygoidei medialis und der Musculus pterygoidei lateralis beteiligt. Sie sind hauptsächlich für das Vorschieben vom Kiefer und für Mahlbewegungen nach links und rechts zuständig.

🚩 Überbelastungen des Kiefergelenks und Überspannungen der Kaumuskulatur sorgen für Schmerzen

Eine Überbelastung der Kieferschließer M. masseter, M. temporalis und der Mm. pterygoidei können heftige Schmerzen auslösen. Auf unseren Kiefer wirken enorme Kräfte ein, bei denen es zu Überspannungen in der gesamten Gesichtsmuskulatur und dem Kiefergelenk kommt. Wenn wir vermehrt weiche Nahrung zu uns nehmen und nicht mehr richtig den Mund aufmachen, verkümmert unser Öffnungswinkel mit der Zeit.

Dadurch nimmt die Beißkraft ab und die Kaumuskeln „verkürzen“ allmählich. Die angestaute Kraft setzt sich in den Muskeln fest und entlädt sich nachts, indem wir die Zähne fest aufeinanderpressen. An dieser Stelle kommt die Kunststoff-Schiene zum Einsatz. Sie soll den Abrieb der Zähne verhindern. Ist der Zahnschmelz erst einmal angegriffen, nehmen auch weitere Zahnprobleme wie Karies und empfindliche Zähne zu.

Aufgrund der Überspannungen, die teilweise über längere Zeit bestehen bleiben, kommt es zu einer Fehlsteuerung des Kiefergelenks, die auch craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) genannt wird. Muskel- und Gelenkfunktionen sind fehlreguliert, sodass das Kräftegleichgewicht gestört ist.

3.1. Gesunder Kiefer, gesunder Körper 🙏

Um zu verstehen, wie wichtig ein gut funktionierendes Kiefergelenk für deine Gesundheit ist, verraten wir dir noch ein paar harte Fakten. Nur so lässt sich nachvollziehen, warum deine Schmerzen teilweise deinen ganzen Körper betreffen können. Das Kiefergelenk ist das komplizierteste Gelenk im menschlichen Körper, das beim Kauen komplexe Bewegungen ausführen muss.

Die Zweiteilung in das linke- und das rechte Kiefergelenk hilft bei der Mahlbewegung beim Zerkleinern der Nahrung. Die richtige Ausführung der Kieferbewegungen wird über die Sensomotorik des Körpers gesteuert.

Sogenannte „Mechanosensoren“ in der Schleimhaut, den Zähnen und in der Muskulatur sind hierfür zuständig. 3)

Gerät das Kausystem durch Überlastungen der Muskulatur außer Kontrolle, ist auch die Sensomotorik des Kiefergelenks gestört. Auch hier sind es Faszien, die für bestimmte Aufgaben wie die Fixierung, Stabilisierung und Übertragung muskulärer Kräfte verantwortlich sind. 4)

🚩 Überspannte Muskeln und verklebte Faszien können körperliche Funktionen lahmlegen

Wenn die Muskulatur und das sie umgebende Fasziengewebe jedoch überlastet sind, kann dies auch Auswirkungen auf andere Funktionssysteme haben, die unmittelbar mit dem Kauapparat verbunden sind. Denn über Muskeln und Nervenbahnen ist das Kiefergelenk bzw. der gesamte Kauapparat mit dem Kopf, dem Hirnstamm und der Wirbelsäule verbunden. Hier wird deutlich, was passiert, wenn das Kausystem nicht mehr angemessen funktioniert: Schmerzen äußern sich dann an Kopf und Hals sowie im Schulterbereich.

3.2. Was hat unser Kiefergelenk mit einer Beinlängendifferenz zu tun❓🤦‍♀️

Wusstest du, dass Beckenschiefstand und Skoliose der Wirbelsäule zu 80 Prozent durch Okklusionsstörungen (Störungen der harmonischen Verzahnung von Ober- und Unterkieferzähnen) und der damit einhergehenden CMD entstehen? 5). Auslöser hierfür ist eine ungleichmäßige Belastung der Kaumuskulatur und des Kiefergelenks.

Verändert sich die Bisslage von Ober- und Unterkiefer über längere Zeit, werden die Muskeln unterschiedlich stark beansprucht. Überspannte Muskeln und unnachgiebig gewordene Faszien der Kaumuskulatur verursachen Schmerzen und signalisieren dir, dass etwas nicht nach Plan läuft. Bei einer anhaltenden Funktionsstörung des Kiefergelenks wird vor allem das Iliosakralgelenk, das über Muskelfunktionsketten mit dem Kiefergelenk verbunden ist, stark beeinträchtigt. Auf Dauer kommt es zu einer Fehlhaltung deines gesamten Bewegungsapparates.

Wenn auch du die Diagnose einer Beinlängendifferenz bekommen hast, solltest du dein Kiefergelenk und die Stellung deines Bisses überprüfen lassen. Denn der Orthopäde wird dir vermutlich zu einer Einlage raten, die deine Beinlängendifferenz ausgleichen soll. Dies wird dir auf Dauer aber nicht helfen, denn auch hier wird nicht an der Ursache angesetzt, sondern nur das Symptom kaschiert.

3.3. Beckenschiefstand durch CMD 📏

Bei einer Funktionsstörung des Kiefergelenks leiden die Betroffenen häufig unter verschiedenen Beschwerden. Aufgrund der überspannten Muskulatur und den verklebten, das Gelenk umgebenden, Faszien wird ein ganzheitliches System förmlich aus den Angeln gehoben. Betrachtungen unseres Körpersystems zeigen das Ausmaß dieser Funktionsstörung. Eine erworbene Fehlbelastung, die an der Gesichts- bzw. Kiefermuskulatur beginnt, zieht aufgrund von Fehlsteuerungen weitere Fehlschaltungen im Organismus nach sich. Die Nervenbahnen geben über den Trigeminusnerv, den 5. Hirnnerv, Signale über den Hirnstamm weiter. Von diesem werden auch andere Körperfunktionen gesteuert, unter anderem die Atmung, der Blutdruck und die einzelnen Reflexe. Er gilt als Schaltzentrale und ist deshalb auch so angreifbar. Liegen mehrere Nervenbahnen nebeneinander und behindern sich aufgrund von Fehlregulierungen, kann es zu erheblichen Einschränkungen im gesamten System kommen. Diese Komplexität erklärt, warum es so schwer ist, ein Symptom alleine zu betrachten und auf Grundlage dessen eine Therapie anzusetzen.

3.4. Der Hirnstamm als Schaltzentrale 🚥

Ständiges Zähneknirschen kann eine Überbelastung im Kiefergelenk auslösen. Dadurch reagiert der Trigeminusnerv gereizt und sendet Alarmsignale an den Hirnstamm aus. Es entstehen Reiz-Projektionen in anderen Bereichen, wie etwa im Innenohr oder beim Gleichgewichtssinn. Da der Hirnstamm unmittelbar in das Rückenmark übergeht, das wiederum die komplette Skelettmuskulatur steuert, können die verschiedensten Bereiche in ihrer Funktionsweise negativ beeinträchtigt sein.

Der Hirnstamm reguliert unter anderem die Hals-, Nacken- und Schultermuskulatur. Hier treten schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur als Folge der Fehlsteuerung auf. So verursacht ein Fehlbiss in einigen Fällen auch eine Muskelstörung der Kreuzdarmbeine, was eine Beinlängendifferenz nach sich ziehen kann. Diese ist jedoch reversibel, sobald die Fehlfunktion im Kiefergelenk behoben wird. Das Problem ist jedoch, dass zwischendurch viel Zeit bei einer orthopädischen Behandlung verstreicht, die an der eigentlichen Ursache nicht ansetzt. So können sich Schädigungen an der Wirbelsäule entwickeln und auch die Bandscheiben belastet werden. Langfristig kann es bei einem Beckenschiefstand mit Beinlängendifferenz zu Skoliose kommen.

Die Auswirkungen sind Bandscheibenvorfälle, schmerzhafte Muskelverspannungen im gesamten Rückenbereich, Kopfschmerzen und andere Abnutzungserscheinungen. Der Körper bzw. die Wirbelsäule kann bis zu einem gewissen Grad kleinere Störungen im Bewegungsapparat ausgleichen, aber dies gelingt nicht dauerhaft symptomfrei. Unser Körper strebt ein allgemeines Gleichgewicht an, das uns insgesamt in einer gesunden Verfassung hält. Gerät etwas aus dem Lot, zeigt er uns dies in Form von Alarmschmerzen an. Sie signalisieren uns, dass etwas nicht richtig funktioniert.

4. Behandlung: Warum dir konventionelle Behandlungsmethoden nicht helfen 🤷‍♀️

Wie wir dir in diesem Artikel bereits aufgezeigt haben, ist es nicht so einfach, Ursachen und Auswirkungen von Bruxismus voneinander zu trennen. Auch hier gilt es, das komplexe System unseres Körpers zu verstehen und ganzheitlich zu betrachten. Leider behandeln immer noch zu viele Ärzte die Symptome, anstatt das Problem an der Wurzel zu packen. Möglicherweise bist auch du mit den konventionellen Behandlungsmethoden gescheitert? Wir sagen dir warum!

4.1. Die üblichen Behandlungsmethoden

  • Schiene aus Kunststoff, Okklusionsschiene (sie beugt einem Abrieb des Zahnschmelzes vor und minimiert das Risiko, weitere Folgeschäden davonzutragen; Veränderung der Zahnführung)
  • Medikamente wie Muskelrelaxanzien, um die überspannten Muskeln und Faszien zu beruhigen (wirkt zwar akut, aber nur für die Dauer der Anwendung und bringt mitunter starke Nebenwirkungen mit sich)
  • Botox (schwächt praktisch nur den Muskel für circa sechs Monate und ist mit 400 Euro pro Behandlung kostspielig!)
  • Physiotherapie (kann helfen, ist aber unheimlich zeitintensiv und du bist an feste Termine gebunden; davon haben wir doch alle schon genug, oder?!)
  • Psychotherapie (Stress kann auf einer anderen Ebene abgebaut werden)

4.2. 💀 Folgen: Was passieren kann, wenn du weiterhin verbissen durchs Leben gehst

Die Folgen von einem nicht behandelten Bruxismus können für die Patienten weitreichend sein. Wird dauerhaft mit den Zähnen geknirscht bzw. werden die Zähne mit starkem Druck fest aufeinandergepresst, kann dies nicht nur die Zahnoberfläche zerstören, sondern allgemein für Entzündungen im gesamten Mundraum sorgen und auf ganzheitlich körperlicher Ebene Schäden verursachen. Hierbei sind nicht nur die Zähne betroffen, sondern auch das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur. In der Forschung ist belegt, dass die Symptome einer Dysfunktion der Kiefergelenke (CMD) umso umfangreicher werden, je länger sie besteht und nicht behandelt wird. Außerdem kommen im Zeitverlauf immer mehr Schmerzpunkte hinzu 6) Auffällig ist außerdem, dass die Ursachen und Auswirkungen in Wechselwirkung treten können. Stress kann den Patienten belasten und zu Zähneknirschen verleiten. Umgekehrt kann Zähneknirschen, vor allem aufgrund der Schmerzen, zu Stress und seelischer Belastung führen.

🚩 Entgegen der üblichen Behandlungsansätze haben wir die Vision, dich gänzlich von deinen Schmerzen zu befreien. Die Überbelastung deines Kiefergelenks durch muskuläre und fasziale Überspannungen muss abgebaut werden, um dich auch langfristig von deinen Schmerzen zu befreien.

5. Behebe die Ursache mit dem Ansatz von Liebscher & Bracht 💯

— Mit diesen einfachen Übungen hast du wieder die Macht 🤙 —

Wir wissen, dass du einiges ausprobiert hast, und auch die Schiene hilft dir nicht wirklich bei der Behandlung deiner Schmerzen. Sie erfüllt zwar ihren Zweck und schützt deine Zahnoberfläche, behebt aber nicht die wahre Ursache deiner Beschwerden. Weder kann sie etwas gegen deine Kopfschmerzen bewirken noch bei Verspannungen in Rücken-, Nacken- und Schultermuskulatur helfen. Die Fehlfunktion deiner Kiefergelenke durch überspannte Kaumuskeln und verklebte Faszien muss behoben werden.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht setzt genau hier an und zeigt dir einfache Übungen, mit denen du Überspannungen deiner Gesichtsmuskulatur abbaust und ihnen langfristig vorbeugen kannst.

Mach den Mund auf: Für einen Abbau der Überspannungen ist es wichtig, dass wir wieder den Mund aufmachen. Viel zu häufig pressen wir, ob bewusst oder unbewusst, die Zähne aufeinander. Dadurch verändert sich der Öffnungswinkel und unser Kiefergelenk ist in seiner Funktionsweise deutlich eingeschränkt. Die verkürzte Muskulatur und die verfilzten Faszien führen dauerhaft zu den beschriebenen Begleiterscheinungen.

5.1. Schnelle Übungen mit hoher Wirksamkeit gegen deine Schmerzen 😍

Patientin führt Übung mit Mini-Kugel an Kaumuskulatur aus
  1. Schieb‘ ne ruhige Kugel: Übung mit Mini-Kugel

Mit dieser Übung kannst du deine angespannte Muskulatur und die Faszienstränge durch die Faszien-Rollmassage beruhigen. Setze dich auf einen Stuhl und nimm die kleine Faszien-Kugel zur Hand. Mit der Kugel massierst du deinen Unterkiefer.

Nimm hierfür die Kugel mit beiden Händen und suche am Unterkiefer diejenigen Schmerzpunkte, die am empfindlichsten sind. Führe spiralförmige Bewegungen aus und gehe stückchenweise mit der Kugel am Unterkiefer entlang. Halte die Kugel in Bewegung; so kannst du die angestaute Flüssigkeit an den Überspannungen abtragen.

Behandele beide Seiten deines Unterkiefers gleichermaßen. Mit den langsamen, kreisenden Bewegungen löst du die Verfilzungen an den Faszien und das Gewebe kann sich wieder entspannen.

Eine Frau massiert ihre Schläfe mit der Mini-Faszienrolle.

2. Übung mit Mini-Rolle 

Nimm die Mini-Rolle mit beiden Händen und setze sie an deiner Schläfe an. Rolle langsam, aber mit ausreichend Druck, von oben bis zum Ohr. Führe auch diese Übung an beiden Seiten aus. Die Flüssigkeit kann somit optimal von oben nach unten verschoben werden.

Übrigens: Die Mini-Kugel und die Mini-Rolle findest du in unserem Shop.

Diese beiden Übungen lockern deine Muskeln und Faszien und bilden die Grundlage für die folgende Übung:

Patientin führt Übung gegen Bruxismus aus und unterstützt die Mundöffnung mit einer Hand am Kinn und der anderen an der Stirn

😲 3. Mund auf — Überspannung raus ⚡

Arbeite auch bei dieser Übung mit beiden Händen. Es geht darum, deinen Mund wieder zu öffnen und eine Dehnung in dein Kiefergelenk zu bekommen. Halte hierfür mit einer Hand deine Stirn und mit der anderen dein Kinn fest. Öffne den Mund so weit es geht und unterstütze mit deinen Händen die Öffnung. Halte die Öffnung zwei bis zweieinhalb Minuten bei und atme tief ein und aus. Du wirst merken, wie sich eine Dehnung im Kiefer breitmacht, die nicht unbedingt angenehm ist.

Hast du die Übung senkrecht ausgeübt, versetze deine Hände seitlich an Kinn und Stirn und drücke in eine diagonale Richtung. Dein Kiefer kann Bewegungen in nahezu jede Richtung ausführen, sodass auch Überspannungen jeglicher Art auftreten. Diese Zugkräfte wirken in jede Richtung. Öffne deinen Mund und drücke mit den Händen deinen Kiefer in eine Schräglage. Halte die Übung erneut zwei bis zweieinhalb Minuten und wechsle anschließend die Seite.

5.2. Zusammenfassung

Unsere große Vision ist es, dich langfristig von deinen Schmerzen zu befreien und dir so viele Informationen an die Hand zu geben, dass du dir selbst helfen kannst. Auch bei umfangreichen Beschwerde-Bildern ist es wichtig, nicht den Mut zu verlieren und die Suche nach der Ursache deiner Symptome nicht frühzeitig abzubrechen. Denn kennst du die Ursache für deine Beschwerden, ist deine Chance, schmerzfrei zu werden, sehr hoch. Mit unseren Übungen, die du wunderbar in deinen Alltag integrieren kannst, ist eine Schmerz-Reduzierung nach nur wenigen Behandlungen möglich.

📌 Wir versuchen, dir mit unseren kostenlosen Übungen eine Möglichkeit der Eigentherapie zu geben. So bleibst du flexibel und bist nicht termingebunden. Achte aber bitte auf eine regelmäßige Ausführung der Übungen. Nur so kannst du eine Umprogrammierung in den Schaltzentren deines Gehirns vornehmen. Denn von hier werden die Alarmschmerzen aufgrund der Überspannungen deiner Muskeln und Faszien ausgelöst.

Von unserer Redaktion empfohlen:

Schluss mit Zähneknirschen

Lade dir unseren kostenfreien Ratgeber gegen deine Schmerzen runter:

Ratgeber Nackenschmerzen von Roland Liebscher-Bracht im Flyerformat. Zu sehen sind Titelseite und der aufgeschlagene Ratgeber.

✅ Die besten Übungen gegen deine Schmerzen mit Bildern und präziser Erklärung
✅ Wie entstehen deine Schmerzen und wie lassen sie sich vermeiden?
✅ Experten-Tipps von Roland Liebscher-Bracht
▶ Den ganzen Ratgeber kostenlos als PDF runterladen!

runterladen

Das solltest du über Liebscher & Bracht wissen:

So funktioniert Liebscher & Bracht -- Schritt für Schritt

Hier bekommst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn du noch gar nicht weißt, wie die Schmerzbehandlung nach Liebscher & Bracht funktioniert und was du tun sollst.

Anleitung ansehen

Die besten Übungen gegen deine Schmerzen

In unserem großen Schmerzlexikon findest du zu jedem Schmerz eine ausführliche Erklärung, wie er entsteht und welche Übungen am besten dagegen helfen.

Zum Schmerzlexikon

Unsere Übungen: Wie oft und wie lange?

Wie oft und wie lange solltest du unsere Übungen machen, damit du deine Schmerzen möglichst effektiv in den Griff bekommst?

jetzt lesen

Warum richtige Bewegung Schmerzen heilt

Unsere Übungen bewirken, dass sich dein Körper auch in den wenig genutzten Gelenkwinkeln bewegt. Doch warum hilft das?

jetzt lesen

Warum machen wir das? Unsere Vision!

Warum stellen wir dir und anderen Schmerz-Leidenden all das Wissen und die Video-Übungen kostenlos zur Verfügung?

jetzt lesen

Darum sind diese Faszienrollen so effektiv

Es gibt viele Anbieter für Faszienrollen, aber unsere wurden speziell gegen Schmerzen entwickelt.

jetzt lesen

Drei Fehler beim Faszienrollen

Diese Fehler werden bei der Faszien-Rollmassage häufig gemacht. Vermeide sie unbedingt, wenn du Erfolg haben willst.

jetzt lesen

Faszienrollen: Wie oft? In welche Richtung?

Wie oft solltest du eine Faszien-Rollmassage machen und in welche Richtung solltest du dabei rollen?

jetzt lesen

Quellen & Studien   [ + ]