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Lumboischialgie – Hexenschuss & Ischias, wenn dich gleich beides trifft!

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller Autor & Schmerzspezialist

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Bei einer Lumboischialgie treten Schmerzen im unteren Rücken, also in der Lendenwirbelsäule auf. Sie strahlen typischerweise vom Gesäß bis in ein Bein, seltener bis in beide Beine hinunter (Symptome). Bei diesem Schmerzzustand werden die Nervenwurzeln des Ischiasnervs eingeklemmt und gereizt. Dennoch handelt es sich nicht um eine reine Ischialgie – warum erfährst du in der Definition. Viel eher noch sprechen Mediziner von einer Nervenwurzelkompression oder einem Wurzelreizsyndrom (Radikulopathie).

Eine Frau in bauchfreiem, olivgrünem Top steht mit dem Rücken zum Betrachter. Die Handrücken beider Hände liegen auf ihrem unteren Rücken leicht auf.

© pexels

Herkömmlich geht man davon aus, dass ein Bandscheibenvorfall dahintersteckt. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass zu hohe Spannungen in den Muskeln die Ursache sind, wie unsere jahrzehntelange Erfahrung und der Arzt Dr. med. Egbert Ritter bestätigen. Dann können schon Ischias-Übungen wirksam sein und Linderung verschaffen statt einer kostspieligen und langwierigen Physiotherapie und Operation oder der nur kurz helfenden Stufenlagerung.

1. Lumboischialgie: Symptome & Diagnostik


Kurz & Knapp

  • Die Lumboischialgie ist ein „Rücken-Bein-Schmerz“, also eine Kombination der Ischialgie und der Lumbalgie (Hexenschuss).
  • Der Arzt kann mit zwei Funktionstests feststellen, ob wirklich die Nerven beteiligt sind, zum Beispiel der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus).
  • Die Schmerzen strahlen vom unteren Rücken (LWS) über die Hüfte und das Gesäß, die Beinrückseiten über die Unterschenkel bis hinunter in Richtung Füße und Zehen:
    • unterer, ziehend-reißender Rückenschmerz
    • Gefühlsstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle in bestimmten Hautbereichen (Dermatomen)
    • Muskelschwäche und Kraftminderung
    • verstärkte Schmerzen beim Husten, Niesen oder Stuhlgang
    • komplette nervliche Ausfälle wie Lähmungen

Bandscheibenvorwölbung und Bandscheibenvorfall – was steckt wirklich hinter der Lumboischialgie? Das erfährst du im Ursachen-Kapitel.

Der Begriff „Lumboischialgie“ setzt sich aus drei Wörtern zusammen:1)

  1. Lumbal (lat.) – was so viel bedeutet wie „zur Lendenwirbelsäule gehörig“.
  2. Ischion (griech.) – dessen Übersetzung „Hüfte“ lautet, aber in der Medizin den dicksten und größten Nerv im menschlichen Körper meint, den Ischiasnerv.
  3. Algie (griech.) – dieser Begriff heißt übersetzt „Schmerz“.

Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus)

Grafische Darstellung über den Verlauf des Ischiasnervs: Er entspringt den untersten Wirbeln, dem Kreuzbein und verläuft durch das Becken das ganze Bein hinunter bis in den Fuß.

© Liebscher & Bracht

Der Ischias setzt sich aus den Spinalnerven des Rückenmarks zusammen, die unter dem fünften Lendenwirbel und aus dem Kreuzbein je links und rechts austreten. Ab dann bündeln sie sich zu einem dicken, langen Nerv. Er verläuft die Rückseite des Körpers entlang nach unten durch das Becken, Gesäß, die Ober- und Unterschenkel bis hinunter zu den Füßen. Zuvor verzweigt sich der Ischiasnerv in der Kniekehle. Über ihn steuert unser Gehirn die Bewegung in diesen Bereichen und über ihn sind wir auch in der Lage, sensitive Reize wahrzunehmen.

Lumboischialgie bedeutet folglich: ein unterer Rückenschmerz, der auch den Ischiasnerv betrifft. Kein Wunder also, dass der Betroffene zunächst geneigt ist, Ischiasschmerzen und Lumboischialgie miteinander zu verwechseln und schließlich nach Unterscheidungsmerkmalen sucht!

Tatsächlich gilt die Lumboischialgie als eine Kombination der Beschwerdebilder Lumbago (Hexenschuss) sowie Ischialgie. Ihre Symptome vereinen sich im Krankheitsbild der Lumboischialgie. Zunächst die typischen Beschwerden bei einer Lumboischialgie im Überblick:

1.1 Symptome der Lumboischialgie

  • unterer, meist ziehend-reißender Rückenschmerz, der ausgehend von der Lendenwirbelsäule (LWS) über das Gesäß und die Hüfte bis in die Rück- oder Vorderseite eines Beines oder beider Beine (Beinschmerzen) nach unten ausstrahlt
  • Verstärkung des Schmerzes durch Husten, Niesen oder Pressen (wie beim Stuhlgang)2)
  • Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühle und Missempfindungen in denjenigen Hautbereichen (Dermatomen), die von bestimmten Nervenwurzeln versorgt werden
  • Lähmungserscheinungen und Muskelschwäche (zum Beispiel beim Treppensteigen oder bei der Streckung der Beine, weil sich dann die Nerven dehnen: mehr dazu unten bei den Funktionstests)

1.2 Abgrenzung von der Lumbago und Ischialgie

Lumbago/Lumbalgie (Hexenschuss)

Mann bekommt beim Heben von schweren Kisten einen Hexenschuss

© Antonio-Guillem | shutterstock

Der Hexenschuss ist ein plötzlich einschießender und heftig drückend-ziehender Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Es handelt sich dabei um ein typisches Verhebetrauma: Der Schmerz tritt beim Bücken, Wiederaufrichten, Lastenheben, aber auch bei Körperdrehungen auf, also bei plötzlichen ruckartigen Bewegungen. Er verstärkt sich noch bei bestimmten Bewegungen oder beim Niesen und Husten.

Die Beschwerden konzentrieren sich auf den unteren Rücken; der Ischiasnerv ist in der Regel nicht betroffen. Nur ein bis zwei Prozent der Patienten entwickeln eine Ischialgie oder ein lumbales Wurzelsyndrom.3) Tatsächlich erwecken Schmerzen in Gesäß oder Bein oft bloß den Eindruck, sie würden von den Nervenwurzeln herrühren. Im Fachjargon nennt sich dies pseudoradikulärer Schmerz (radikulär = die Nervenwurzel betreffend).

Mediziner vermuten meist einen Bandscheibenvorfall und sonstige degenerative Veränderungen als Verursacher. Dabei können auch zu hohe Spannungen in den Muskeln und unnachgiebige Faszien dahinterstecken: Bei unerwarteten schnellen Bewegungen können diese den Körper in einen regelrechten Schock versetzen und den Hexenschuss auslösen.4)

Ischialgie/Ischiassyndrom (Ischiasschmerzen)

Im Gegensatz zur Lumbago ist die Ischialgie wirklich eine radikuläre Erkrankung. Bei diesen Schmerzen ist klar, warum viele bei einer Lumboischialgie auch von einem reinen Ischiassyndrom sprechen: stechende oder ziehende Schmerzen, die von der Gesäßseite bis in die Unterschenkel ins Bein ausstrahlen, Kribbeln und Taubheitsgefühle bis hin zu Lähmungserscheinungen.5)

© fotolia

Auch hier vermuten Ärzte meist einen Bandscheibenvorfall, Bandscheibenvorwölbungen oder knöcherne Veränderungen der Wirbelkörper (Osteochondrose) und Wirbelgelenke (Spondylarthrose) als Auslöser. Diese Erkrankungen sollen den Ischiasnerv einengen und reizen, sodass es zu den ausstrahlenden Schmerzen und Missempfindungen kommt.

Warum die Ursachen für untere Rückenschmerzen oft weder eine Ischialgie noch ein „reiner“ Hexenschuss noch die Lumboischialgie sind, liest du am besten im Ursachen-Kapitel nach.

1.3 Funktionstests: Anamnese & Diagnose

Du willst wissen, ob die Nerven an deinen Schmerzen beteiligt sind? Dafür gibt es in der Medizin zwei gängige Tests. Beim Lasègue- und dem sich anschließenden Bragard-Test dehnt der Arzt die Nerven – wie den Ischias – und provoziert so gegebenenfalls den Schmerz:

Das Lasègue- und Bragard-Manöver

Vorab: Dies ist keine Anleitung für eine Selbstdiagnose, sondern dient nur dem Informationszweck. Eine ärztliche Anamnese und Diagnose sollte in jedem Fall durchgeführt werden.

Der Patient liegt in Rückenlage und verbleibt passiv in dieser Position, während der Arzt das betroffene Bein langsam im Hüftgelenk beugt, also anhebt. Das Bein selbst bleibt gestreckt. Setzen die Schmerzen bereits bei einem Winkel von etwa 45 Grad ein, spricht viel für eine Beteiligung der Nerven. Die Beugung des Beins wird nicht mehr bis zu den physiologisch möglichen 70 Grad fortgeführt.

Grafische Darstellung der Funktionstest, um zu überprüfen, ob der Ischias an den Schmerzen beteiligt ist. Man erkennt die Beine einer Figur und eine Skala von null bis siebzig Grad. Ein Bein ist auf der Höhe von fünfundvierzig Grad ausgerichtet.

© Liebscher & Bracht

Der Patient liegt in Rückenlage und verbleibt passiv in dieser Position, während der Arzt das betroffene Bein langsam im Hüftgelenk beugt, also anhebt. Das Bein selbst bleibt gestreckt. Setzen die Schmerzen bereits bei einem Winkel von etwa 45 Grad ein, spricht viel für eine Beteiligung der Nerven. Die Beugung des Beins wird nicht mehr bis zu den physiologisch möglichen 70 Grad fortgeführt.

Vorsicht: Ein Schmerz an der Rückseite des Oberschenkels darf nicht per se als radikulär gewertet werden, da bereits die Dehnung der Kniestrecker schmerzhaft sein kann. Auch die Beckenkippung kann einen von den Wirbelgelenken ausstrahlenden Schmerz auslösen.

Von einem Dehnungsschmerz des Ischiasnervs ist nur dann die Rede, wenn der Schmerz bis in die Ferse oder Großzehe ausstrahlt.6)

Das ist das sogenannte Lasègue-Zeichen. Wird zusätzlich der Fuß, also die Fußspitze nach unten zum Rücken hin gebogen, nimmt der Schmerz typischerweise zu – das Bragard-Zeichen.

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren (MRT- oder Röntgenaufnahmen) können nach einer körperlichen Untersuchung des Patienten etwaige Wirbelsäulen-Erkrankungen offenlegen. Warum erst nach einer körperlichen Untersuchung? Wirbelsäulen-Veränderungen und -Erkrankungen müssen keineswegs mit den Schmerzen einhergehen.7) Zudem kann die Bildgebung Arzt und Patient trügen.

Ein Beispiel:8) Lokalisiert der Patient beim Funktionstest den Schmerz von der Beinrückseite über die Kniekehle und Ferse bis in die Kleinzehe, ist dies charakteristisch für eine Beteiligung einer bestimmten Nervenwurzel im Kreuzbeinbereich – die eigentlichen Ischiasschmerzen. Nun kann es aber sein, dass der Arzt in der Radiologie eine Bandscheibenvorwölbung in einem Lendenwirbelsäulenbereich feststellt, dessen Nervenwurzel ein Dermatom im Oberschenkel versorgt. Genau dort würde der Patient die Symptome auch wahrnehmen, wäre wirklich dieser bestimmte „Lendenwirbelsäulennerv“ durch die Vorwölbung gereizt.

„Trotzdem wird der Patient, der den Befund mit dem Triggerwort ‚Bandscheibenvorfall‘ liest, das sofort für sich verinnerlichen. Dass der Vorfall auf der falschen Etage ist, geht unter. So etwas kann durchaus dazu beitragen, dass die Beschwerden chronifizieren.“9)

Merke:

„Ask for an opinion, not a picture!“ – lautet ein Leitsatz zu Rückenschmerzen aus Großbritannien: Der Patient sollte den Facharzt zunächst nach seiner Meinung zum Krankheitsbild fragen und nicht einfach nur ein Bild verlangen, wenn der Hausarzt ihn schickt.10)

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2. Ursache der Lumboischialgie


Kurz & Knapp

  • Ursache der Symptomatik ist ein mechanischer Druck, der auf den Nerven, wie dem großen Ischias, lastet und eine Einengung der Nervenwurzeln im Wirbelkanal sowie Nervenwurzelreizung (Radikulopathie) verursacht. Doch woher der Druck kommt, um die funktionellen Störungen bis hinunter in Richtung Unterschenkel und Fuß auszulösen, da gehen die Meinungen auseinander:
    • Die allgemeinmedizinische Auffassung ist meist: Ursache der Lumboischialgie sind eine Vorwölbung der Bandscheibe (Protrusion) mit einem sich daran anschließenden Bandscheibenvorfall (Prolaps) mit Austritt des Kerns.
    • Studien sprechen jedoch gegen einen direkten Zusammenhang von deutlich sichtbaren (auf MRT- oder Röntgenaufnahmen) degenerativen Schäden an der Wirbelsäule und Schmerzen.
  • Wir können dies bestätigen: Zu hohe Spannungen in den Muskulaturen üben meist dort Druck auf die Nerven aus, wo auch der Schmerz besteht. So auch im unteren Rücken bis hinunter zu den Zehen.

Über die Therapiemaßnahmen erkundigst du dich hier: Behandlungsmöglichkeiten der Lumboischialgie.

Ob Ischialgie, Lumbago oder Lumboischialgie – für uns spielen die Bezeichnungen der Krankheitsbilder nicht die wichtigste Rolle. Bei Schmerzen im unteren Rücken, im Gesäß und auch ihrer Ausstrahlung in die Beine und Füße ist die Ursache unserer Erfahrung nach die gleiche: zu hohe Spannungen in der Muskulatur sowie verklebte Faszien.

Herkömmlich geht man gerade bei solchen Schmerzen davon aus, dass eine Einengung und damit Reizung der Nervenwurzeln, also eine Nervenwurzelkompression in der unteren Wirbelsäule verantwortlich ist – eine lumbosakrale Radikulopathie.

2.1 Radikulopathie (Wurzelreizsyndrom)

Bei einer Radikulopathie stehen die Nervenwurzeln unter Druck und werden dadurch gereizt. Dies kann an der gesamten Wirbelsäule auftreten, am häufigsten jedoch im Lenden- und Kreuzbeinbereich. Als Hauptursache gelten die Einengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) und der Bandscheibenvorfall:

Das Prinzip ist recht einfach: Die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern dienen als Puffer, stehen aber unter ständigem Druck. Das kann dazu führen, dass sich die Bandscheiben wölben (Bandscheiben-Protrusion). Diese Vorwölbung kann ausreichen, um die Nerven im Spinalkanal, also dem Kanal, durch den das Rückenmark und die Spinalnerven verlaufen, einzuklemmen. In der Folge kann der Faserring, der den Bandscheibenkern umfasst, platzen (Bandscheibenvorfall) und die gallertartige Masse austreten. Der Ansicht vieler Ärzte nach reicht diese weiche Substanz aus, um die Nerven einzuengen und damit ausstrahlende Schmerzen zu verursachen.

© Olga Bolbot | shutterstock.com (bearbeitet)

Wir bezweifeln, dass der Bandscheibenkern diesen Druck ausüben kann. Im nächsten Absatz erfährst du, warum – und was wir stattdessen für den ursächlichen Druck halten!

2.2 Muskelüberspannungen als eigentliche Ursache

Also, wir bezweifeln nicht, dass deine Wirbelsäule degenerative Veränderungen, Bandscheibenvorwölbungen und -fälle aufweisen kann, sondern nur, dass diese per se mit deinen Schmerzen zusammenhängen! 

  1. Viele Menschen haben keine Rückenschmerzen trotz eindeutiger radiologischer Befunde, wie eine Studie zeigt: 64 Prozent der Teilnehmer hatten einen Prolaps, Vorfälle, eingerissene Bandscheibenkerne, Einbrüche der Wirbelkörper und mehr, aber dennoch keinerlei Schmerzen.11) 
  2. Weitere Studien belegen, dass degenerative Veränderungen nicht mit Symptomen einhergehen12) sowie keine Auswirkung auf die Dauer und Länge von Kreuzschmerzen haben müssen.13)
  3. Außerdem wurde in praktischen Experimenten gezeigt, dass ein mechanischer Druck auf Nerven nicht zwingend schmerzhaft sein muss.14) 15)
  4. Auch bestätigen uns Ärzte in unseren Ausbildungen, dass es unlogisch erscheint, wenn eine weiche Masse, wie es der Bandscheibenkern ist, einen fingerdicken Nerv bis zu Ausfallerscheinungen abdrücken würde.

Unsere mehr als 30-jährige Erfahrung zeigt vielmehr, dass meist zu hohe Spannungen in den Muskeln und Faszien die Nerven komprimieren – genau dort, wo sich die Schmerzen befinden. Das beweist unsere Therapie, die vielen Patienten mit neuropathischen Problemen schon geholfen hat.

Nach einer Behandlung mit der Liebscher & Bracht-Methode können nämlich die Muskelspannungen wieder normalisiert werden und die Symptome deutlich nachlassen.

Die wichtigsten Muskeln rund um den Ischiasnerv und das Nervengeflecht

Die wichtigste Rolle spielen der Hüftbeuger, die Rückenstrecker und Gesäßmuskeln:

  • Der große Hüftbeuger (Musculus psoas) entspringt der unteren Wirbelsäule und verläuft über das Becken nach vorne bis zum inneren Oberschenkel. Dieser Muskel verbindet Ober- und Unterkörper miteinander und sorgt unter anderem dafür, dass du die Beine heben oder heranziehen kannst.
Grafische Darstellung des Hüftbeugers und seinem Verlauf ab der letzten Rippe über das Becken bis zur Innenseite des Oberschenkelknochens.

© Liebscher & Bracht

  • Die Rückenmuskulatur. Die Strecker bilden hier eine ganze Muskelgruppe. Mit ihnen kannst du deinen Oberkörper aufrichten, dich strecken, deinen Oberkörper rotieren oder zur Seite neigen.
  • Die Gesäßmuskeln zählen zu den Hüftstreckern. Allen voran sind es der große Muskel und der kleine Piriformis, die dein Becken stabilisieren, sodass es nicht nach vorne kippt und du aufrecht stehen kannst. Sie ermöglichen die Hüftstreckung, das Aufstehen, Gehen, Sitzen oder Treppensteigen. Bei der Lumboischialgie und bei Ischiasschmerzen ist ihr Zustand ausschlaggebend, da der Ischias direkt unter ihnen verläuft. Er muss dort also eine Enge von Muskeln, Faszien und Beckenknochen passieren.
Grafische Darstellung der Rückenstrecker großer Gesäßmuskel und Piriformis. Der Ischiasnerv passiert durch die Beckenschaufel den Piriformis.

© Liebscher & Bracht

Entstehung der Muskelüberspannungen und radikulärer Schmerzen

Es ist unserem bewegungsarmen Lebensstil geschuldet, dass sich die Muskeln verspannen und somit die Schmerzen verursachen. Unsere Bewegungen sind oft zu einseitig. Damit meinen wir nicht, dass du deinen Körper ständig zu weit nach links oder rechts hältst. Was wir damit sagen wollen, ist, dass die meisten Menschen heutzutage sich a) zu wenig bewegen und b) immer die gleichen Bewegungen machen – Sitzen zum Beispiel.

Das zieht auf Dauer den Hüftbeuger sowie die Rückenstrecker und Gesäßmuskeln in Mitleidenschaft: Da die Beine im Sitzen angewinkelt sind, kannst du dir bestimmt vorstellen, wie sich der Hüftbeuger in einer verkürzten Lage befindet. Um zu verhindern, dass dein Oberkörper nach vorne fällt, spannen die Rückenstrecker und Gesäßmuskeln kräftig dagegen. Auch im Stehen oder beim Gehen ist das der Fall. Aber das Schlimme daran ist: Die Muskeln passen sich an die schädigende Haltung an. Die hüftstreckende Muskulatur hat umso mehr zu tun, je verkürzter die hüftbeugenden Muskeln sind.

Fehlt die ausgleichende Gegenbewegung – wie zum Sitzen die Rückbeuge –, führt das langfristig dazu, dass die Muskeln und Faszien mit der Zeit verkürzen und unnachgiebiger werden: die Spannungen werden zu hoch (Überspannung)!

Das heißt, wir nutzen in unserem Alltag gar nicht das volle Potenzial unseres Körpers und somit nicht alle ihm zur Verfügung stehenden Gelenk- beziehungsweise Bewegungswinkel! Auch wer sportlich unterwegs ist, vollführt oft nur die sportarttypischen Bewegungen und bleibt damit einseitig aktiv.

Folgen für die Nerven

Brennen, ein kribbelndes Gefühl, Lähmungen – für den Ischias und die anderen Nerven haben solche Muskelverspannungen Folgen. Sie werden abgedrückt und gereizt – und zwar nicht wegen einer vorwölbenden Bandscheibe oben in der Wirbelsäule oder dem Austritt ihres Kerns, sondern aufgrund der zu hohen Muskelspannungen! Zum Beispiel: In dem ohnehin sehr engen Muskel- und Knochengebilde des Beckens, durch das der Ischias verläuft, kann das schnell dazu führen, dass dieser komprimiert wird.

Zudem stören Muskelverspannungen den Stoffwechsel im Nerv und in der Muskulatur selbst. Sie behindern damit die Reparaturprozesse des Körpers: die oft missverstandenen Entzündungen. Die Flüssigkeiten können durch die Engpässe nicht ordentlich zirkulieren, Nährstoffe nicht transportiert und Stoffwechsel-Abfallprodukte nicht entsorgt werden. Irgendwann schwillt das Gewebe an und der Druck auf die Nerven steigt:

„Der Nerv selbst brennt vielleicht auch, vor allem aber kann er seiner Funktion als Informationsüberträger immer schlechter nachkommen. Es kribbelt, die Muskeln können nicht mehr gut angesteuert werden, der Fuß verliert an Kraft, es mehren sich die Funktionsausfälle.“16)

Überall dort, wo schließlich der Druck reicht, um die Versorgung des Nervs genug zu stören, entstehen Schmerzen.

Alles noch einmal im Video erklärt Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in einem Gespräch mit dem Arzt Dr. med. Egbert Ritter und wirft dabei ein nachdenklich stimmendes Licht auf Rücken-Operationen:

Merke:

Ob der Schmerz im Rücken zu spüren ist oder bis ins Bein ausstrahlt, es sind immer die Hüftbeuger und Gesäßmuskeln beteiligt.

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3. Lumboischialgie: Behandlung


Kurz & Knapp

  • In der herkömmlichen Medizin kommen folgende Therapiemaßnahmen zum Einsatz: Physiotherapie, Krankengymnastik, Rückenschule und Medikamente.
  • Von Bettruhe, Schonhaltung oder Stufenlagerung ist abzuraten.
  • Operationen gegen die Schmerzen (wie Bandscheibenoperationen) sind keineswegs das Allheilmittel und nur dann sinnvoll, wenn konservative Methoden nicht anschlagen. Selbst danach ist eine Kombination mit konservativen Therapiemethoden nachweislich am wirksamsten.

Wirksame Übungen bei Lumboischialgie, die eine Schmerzlinderung auch in akuten Fällen bewirken können, bekommst du im letzten Kapitel. Sie dienen ebenso der Vorbeugung von Reizungen der Nervenwurzeln oder des Ischiasnervs.

Wie Dr. med. Ritter im obigen Video erklärt, sind konservative Therapien einem operativen Eingriff zunächst vorzuziehen. Studien bestätigen nämlich, dass die Chancen auf eine spontane Heilung im Falle eines Bandscheibenvorfalls, einer Nervenwurzelkompression oder von Kreuzschmerzen gut sind.17) Noch dazu gibt es keinerlei eindeutige Beweise dafür, dass degenerative Veränderungen der Wirbelsäule mit Schmerzen korrelieren (siehe die Studien unter Ursachen) und etwa eine Bandscheibenoperation Besserung verspricht.

Ein operativer Eingriff sollte nur in Betracht kommen, wenn durch konservative Maßnahmen die Beschwerden nicht gelindert werden können oder diese sich verschlimmern. Aber auch nach einem solchen Eingriff kann eine Kombination mit konservativen Therapiemethoden sehr vielversprechend sein.18)

Für einen konservativen Ansatz bietet sich in jedem Fall unsere Schmerztherapie an: Dehnübungen, Faszien-Rollmassagen und die Osteopressur bei einem in unserer Methode ausgebildeten Therapeuten konnten bei Betroffenen schon sehr gute Erfolge erzielen – wie der Patientenfall von Dr. med. Ritter (ab Minute 48) beweist. Unkompliziert an unserer Schmerztherapie ist auch, dass du dir bei Nervenwurzelkompressionen selbst helfen und Schmerzen sogar vorbeugen kannst. Im Übungs-Kapitel haben wir dir dafür die besten Übungen zusammengestellt.

Wir wollen dir hier aber ein umfassendes Bild deiner Behandlungsmöglichkeiten liefern und gehen darum noch auf die anderen Methoden in der Medizin ein:

3.1 Physiotherapie, Rückenschule, Krankengymnastik

Sie sind die Klassiker unter den (Präventiv-)Maßnahmen gegen Rücken-Schädigungen. Aus der Idee heraus, dass wir im Alltag sogenannten Fehlhaltungen unterliegen – wir sprechen eher von einseitigen Bewegungen (siehe Ursachen) – lernen Patienten rückenschonende Haltungen und Rückenübungen zur Schmerzlinderung. Leider steht oft auch ein muskelaufbauendes Rückentraining im Vordergrund der Therapie. Diesen von vielen Ärzten und Physiotherapeuten verfolgten Ansatz halten wir für bedenklich.

Der Rückenmuskulatur bedarf es keiner zusätzlichen Muskelkontraktionen, schon gar nicht bei vorliegenden Rückenkrankheiten. Gerade die Rückenstrecker und Gesäßmuskeln stehen im Alltag sowieso unter ständigen Zugspannungen, um den durch den verkürzten Hüftstrecker verursachten Zug nach vorne auszugleichen. Daher rühren schließlich die meisten Rückenleiden.

3.2 Schonhaltung & Bettruhe

© Liebscher & Bracht

Die Schmerzen sind so stark, dass du am liebsten stillhalten und Ruhe bewahren willst? Lieber nicht! Dies gilt generell als kontraproduktiv bei radikulären Schmerzen. Im ersten Moment scheint eine Stufenbettlagerung zwar zu helfen. Allerdings gehst du in dieser liegenden Position und mit angewinkelten Beinen nur zurück in die Haltung, die deine Muskeln nur zu gut kennen – und von der deine Schmerzen kommen! Deshalb zählt die Stufenlagerung zu den vier größten Fehlern, die man bei Rückenschmerzen machen kann.

Besser, du bewegst dich, so gut es geht und arbeitest mit dem sogenannten Wohlfühlschmerz unserer Übungen. Eine frühe Mobilisierung wird auch in den Behandlungs-Leitlinien für Bandscheibenvorfällen mit radikulärer Symptomatik empfohlen.19)

3.3 Schmerzmittel & Medikamente

Nur mal eben zur Ibuprofen greifen und, oh Wunder, die Schmerzen oder gar die Schädigungen an der Wirbelsäule sind weg? Eher nicht. Du weißt wohl auch, dass Pillen, Tabletten, Spritzen & Co. bloß die Schmerzen betäuben, aber niemals die Ursache in Angriff nehmen!

Beliebte Medikamente bei Rückenschmerzen sind Opioide, Antibiotika, Kortison, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung). Sie helfen wie die Stufenbettlagerung nur kurzfristig bei der Schmerzreduktion, können darüber hinaus aber erhebliche Nebenwirkungen haben. Auch sind wir gegen die leichtfertige Einnahme, weil wir Schmerzen als Warnhinweis (sogenannte Alarmschmerzen) verstehen, die uns auf drohende Schädigungen aufmerksam machen. Man sollte besser mit den Schmerzen arbeiten, das heißt, etwas gegen die Ursache tun, um sie dauerhaft zu lindern.

Injektion

Mit einer endoskopischen Injektion schmerzstillender und entzündungshemmender Substanzen an der (vermuteten) Schmerzursache (Nervenwurzel) können Patienten eine Operation gut umgehen. Sie bietet ihnen in akuten Fällen kurzfristig Schmerzlinderung20) und ermöglicht anschließend eine konservative Behandlung.

Hilfe in akuten Fällen, um eine konservative Behandlung – wie mit unseren Übungen – zu ermöglichen, bietet auch eine Osteopressur. Mit dieser manuellen Technik drückt der Liebscher & Bracht-Therapeut bestimmte Knochenpunkte, um die erhöhten Spannungen zu lösen. Anschließend ermöglichen unsere Engpassdehnungen in den meisten Fällen eine langfristige Schmerzlinderung.

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4. Übungen bei Lumboischialgie & zur Vorbeugung von ischiastypischen Schmerzen


Schmerzen, die vom unteren Rücken übers Gesäß bis in die Beine und Füße hinunter ausstrahlen, kannst du ganz leicht in den Griff bekommen, ja ihnen sogar vorbeugen. Dafür haben wir zwei Übungen für dich: eine Dehnübung und eine Faszien-Rollmassage!

Warum helfen diese Übungen?

Wie du im Ursachen-Kapitel erfährst, sind es oft zu hohe Spannungen und Verkürzungen in den Muskeln und Faszien, die den Druck auf die Nerven ausüben. Darum spielt es für uns auch kaum eine Rolle, wie das Krankheitsbild lautet: Ob Ischialgie, Lumboischialgie oder Lumbago – unsere Übungen können die dahintersteckenden Muskelverspannungen lösen und somit die Nerven vom Druck entlasten.

Mit der Dehnübung normalisierst du das Spannungsgefüge im gesamten rückwärtigen Gewebe: also rund um das Gesäß und die Oberschenkelrückseite. Gerade am Becken und unter den Muskeln des Gesäßes kann es für den Ischias ziemlich eng werden. Daher soll eine zusätzliche Faszien-Rollmassage dort die Strukturen noch einmal gezielter lockern und den Stoffwechsel ankurbeln.

Im kostenfreien Ratgeber zum Download nehmen wir uns die verkürzte Vorderseite vor, um auch die hüftbeugende Muskulatur zu entspannen!

Regelmäßiges Üben ist wichtig, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen. Lies dir am besten die Checkliste unten durch. Dort erklären wir, wie oft und lange du üben und worauf du achten solltest.

Video anschauen und los geht´s:

Übung 1: Dehnübung

Eine Patientin sitzt auf dem Boden und führt eine Übung gegen Ischiasschmerzen aus. Ihr linkes Bein ist angewinkelt und unter den rechten Oberschenkel geschoben. Währenddessen lehnt sie ihren Oberkörper nach vorne, um die Dehnung im Gesäß zu spüren.
  1. Setze dich auf eine Matte und strecke zunächst beide Beine nach vorne aus.
  2. Jetzt winkelst du das linke Bein etwa im 45-Grad-Winkel an, sodass dein Fuß unter dem Oberschenkel des weiterhin ausgestreckten rechten Beines liegt.
  3. Gehe jetzt ins Hohlkreuz und beuge deinen Oberkörper langsam nach vorne, bis du die Dehnung im Gesäß und womöglich auch in der Oberschenkelrückseite spürst.
  4. Halte die Dehnung für 2 Minuten, bevor du mit deiner rechten Seite auf die gleiche Weise übst.

Steigerung:

  1. Drehe deinen vorgebeugten Oberkörper leicht nach links und rechts, halte inne, wenn der Dehnungsschmerz einsetzt.
  2. Spürst du bei 45 Grad keinen Dehnungsschmerz mehr, kannst du dein Bein auch um 90 Grad anwinkeln.

Übung 2: Faszien-Rollmassage

Eine Patientin sitzt auf der Medi-Kugel und rollt sich das Gesäß gegen Ischiasschmerzen ab. Mit den Armen stützt sie sich am Boden ab, um den Druck optimal auf der Kugel zu verteilen.
  1. Bleibe auf der Matte, denn jetzt kommt die Medi-Kugel aus unserem Faszien-Set zum Einsatz.
  2. Lege dir die Kugel unter die linke Gesäß-Hälfte: Am besten stützt du dich dafür mit deinen Armen und dem anderen Bein auf dem Boden ab. Wenn du dich jetzt nämlich auf die Kugel setzt, kannst du so den Druck leichter regulieren.
  3. Baue jedoch genügend Druck gemäß deiner individuellen Schmerzskala auf und rolle dein Gesäß in kleinen Spiralen ab. Auf besonders schmerzhaften Stellen verweilst du einen Moment, bis sich die Spannung normalisiert hat.
  4. Jetzt ist die rechte Gesäß-Hälfte an der Reihe!

Alternative: Übe an der Wand!

In unseren Ratgebern gibt es noch mehr grandios einfache Übungen:

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Abbildung des Buches

Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

Über diesen Artikel

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Autor:
Roland Liebscher Bracht
Schmerzspezialist und Spiegel-Bestseller Autor

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Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am:
09.09.2021

Letzte Aktualisierung:
06.12.2021

Nächste geplante Aktualisierung:

18.04.2022

Quellen & Studien

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