Schwindel — Sind Muskeln und Faszien Schuld, Wenn sich im Kopf alles Dreht?

Eine Frau mit Schwindel liegt auf dem Bett und hat einen Arm über ihr Gesicht gelegt.

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In deinem Kopf dreht es sich wie verrückt, der Boden schwankt oder dir wird Schwarz vor Augen? All das bezeichnet man als Schwindel (Vertigo). Wichtig für dich: Schwindelattacken sind keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das auf unterschiedliche Erkrankungen hinweisen kann.

Die meisten Formen von Schwindel kannst du selbst lindern oder heilen.

Wenn du häufig unter Nackenschmerzen und Rückenproblemen leidest, besteht oft ein Zusammenhang mit Schwindelanfällen. Rezeptoren im Gewebe, die auch für deinen Gleichgewichtssinn verantwortlich sind, funktionieren nicht richtig. Überspannte Muskeln und Faszien können sie beeinflussen, sodass die Rezeptoren falsche Signale senden. Im Gehirn werden diese Signale zusammen mit den Informationen aus anderen Sinnesorganen analysiert. Stimmen die Informationen nicht überein, wird dir schwindelig.

Mit gezielten Übungen kannst du selbst etwas dagegen tun!

Dauern die Gleichgewichtsstörungen länger an und treten noch andere Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen auf? Dann können auch schwerwiegende Erkrankungen hinter dem Schwindel stecken. Dein Hausarzt kann mit einer Diagnose die genauere Herkunft abklären, andere Ursachen für Schwindel bestimmen und eine passende Behandlung einleiten.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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1. Was ist Schwindel?


Kurz & Knapp

  • Schwindel kann sich sehr unterschiedlich anfühlen: Drehen, Schwanken und allgemeine Unsicherheit bei der räumlichen Orientierung gehören zu den Symptomen.
  • Ärzte unterscheiden mehrere Schwindelformen und haben in ihrer Praxis oft mit Schwindelpatienten zu tun.

Eine genauere medizinische Untersuchung von Schwindel ist also keine Seltenheit. Dein Hausarzt kann dich mit einer Diagnose unterstützen.

Schwindel (Vertigo) ist ein Gefühl, das wir sehr unterschiedlich wahrnehmen. Einige haben den Eindruck, als wären sie seekrank, ohne auf einem Boot zu stehen, oder betrunken, ohne Alkohol zu trinken. Alles dreht sich um einen herum. Der Boden schwankt oder scheint sich zu heben. Wir fühlen uns unsicher im Raum. Das Gehen und Stehen fällt schwer. 

Schwindel selbst ist keine Krankheit, aber ein wichtiges Leitsymptom für andere Erkrankungen.1)

Mediziner erkennen unterschiedliche Schwindelformen. Einerseits spüren viele Menschen eine gerichtete (systematische) Bewegungsillusion – so als würde sich die Umwelt oder der eigene Körper bewegen. Andererseits können scheinbare Bewegungen ausbleiben, aber man fühlt trotzdem eine Gangunsicherheit und ist wackelig auf den Beinen. Experten sprechen dann von ungerichtetem (unsystematischem) Schwindel.

Systematischer Schwindel

  • Alles dreht sich (Drehschwindel).
  • Der Boden scheint sich zu heben (Liftschwindel).
  • Es schwankt wie auf einem Boot (Schwankschwindel). 

Unsystematischer Schwindel

  • Du fühlst dich wackelig auf den Beinen (Gangunsicherheit).
  • Dir wird Schwarz vor Augen (Benommenheit und Ohnmacht).

Wie genau du eine Schwindelattacke wahrnimmst, gibt deinem Arzt wichtige Hinweise zur Diagnose und hilft, die genaue Ursache zu ermitteln. Nur in den seltensten Fällen verbergen sich hinter vorübergehendem Schwindel eine Nervenschädigung oder schwere Erkrankungen des Nervensystems.

Leidest du häufig unter Schwindelgefühlen? Dann scheue dich nicht, deinen Arzt darauf anzusprechen. Schließlich haben viele Menschen damit zu kämpfen, denn beinahe jeder dreizehnte Patient in einer Hausarztpraxis klagt über Schwindel.2) In Deutschland sind zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung regelmäßig von Schwindel betroffen. Ab einem Lebensalter von 75 Jahren geben sogar 30 Prozent an, dass sie etwa einmal pro Monat unter Schwindelattacken leiden.3)

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2. Diagnose: Untersuchungen bei Schwindel


Kurz & Knapp

  • Erkläre deinem Arzt ganz genau, wie sich der Schwindel für dich anfühlt.
  • Aufgrund deiner Beschreibungen wird ein erfahrener Mediziner manche Ursachen ausschließen oder dich genauer untersuchen.
  • Körperliche Untersuchungen unterstützen die Diagnose.
  • Aufwendige Tests und maschinelle Untersuchungen sind oft nicht notwendig.

Bei der Diagnose versucht dein Arzt, die Gründe für deine Beschwerden zu ermitteln. Was dahinterstecken kann, erfährst du im Kapitel zu den Ursachen von Schwindel

Wenn du häufig unter Schwindel leidest, kannst du dich zur Untersuchung an deinen Hausarzt wenden. Auf dem Weg dorthin solltest du nicht selbst Auto fahren, denn durch Schwindelattacken ist deine Fahrtüchtigkeit eingeschränkt!

2.1 Anamnese: Beschreibe deine Beschwerden

Ganz wichtig ist, dass du im Gespräch mit einem Arzt (Anamnese) dein Schwindelgefühl und die begleitenden Symptome genau beschreibst. Bewegt sich der Raum um dich herum oder schwankt der Boden? Deine persönliche Wahrnehmung kann helfen, den Schwindel in verschiedene Kategorien einzuordnen. Daher wirst du manchmal gebeten, einen Schwindelfragebogen auszufüllen. Darin sind alle wichtigen Fragen für eine gründliche Anamnese gesammelt. 

  • Wie fühlt sich der Schwindel an?
  • Wie lange dauert der Schwindelanfall?
  • Wie oft ist dir in letzter Zeit schwindelig?
  • Wodurch wird der Schwindel ausgelöst?
  • Hast du gleichzeitig noch andere Beschwerden?

Wenn der Schwindel nicht weichen will, sondern Tage oder sogar Monate anhält, sprechen Mediziner von Dauerschwindel (bilaterale Vestibulopathie oder akute unilaterale Vestibulopathie, PPPD). Die meisten Schwindelarten halten jedoch nur wenige Sekunden oder Minuten (anfallsartiger Lagerungsschwindel). Eine Anfallsdauer von 20 Minuten bis zu zwölf Stunden deutet meist auf eine Erkrankung des Innenohrs (Morbus Menière) hin. Allerdings kann es sich bei Attacken zwischen fünf Minuten und 72 Stunden auch um „Migräne-Schwindel“ (vestibuläre Migräne) handeln.4)

Ein Arzt hält bei der Anamnese die Hand eines Patienten, der unter Schwindelattacken leidet.

© fizkes | shutterstock.com

Achte im Alltag darauf, wodurch der Schwindel ausgelöst wird. Vielleicht wird dir bei bestimmten Kopfbewegungen schwindelig? Kommt der Schwindel, wenn du dich ins Bett legst oder dich im Liegen umdrehen willst? Manchen wird auch im Kaufhaus, im Auto oder bei einer Schifffahrt schwindelig. Bei anderen werden die Beschwerden durch langes Stehen, schnelles Aufstehen oder beim Gehen im Dunkeln ausgelöst.

Außerdem solltest du deinen Arzt informieren, wenn du neben dem Schwindel weitere Beschwerden hast. Kreislauf-Probleme oder andere Begleitsymptome wie Herzstolpern, Übelkeit oder Erbrechen können nämlich auf schwerwiegende Krankheiten hinweisen.

  • Hörst du auf einem Ohr schlecht, hast Ohrdruck oder einen einseitigen Tinnitus, kann dies auf die Krankheit Morbus Menière hindeuten. Tritt der Schwindel zusammen mit einem beidseitigen Tinnitus auf, handelt es sich eventuell um Durchblutungsstörungen in den Gefäßen. 
  • Hast du starke, pulsierende Kopfschmerzen, die vom Nacken ausgehen? Vielleicht sogar eine ausgeprägte Licht- und Geräuschempfindlichkeit? Dann handelt es sich möglicherweise um einen Migräne-Schwindel
  • Wenn du Sprach- oder Sehstörungen hast und Bewegungen nur schwer koordinieren kannst (Ataxie), liegt das oft an einer zentralen Störung des Gleichgewichtssinns im Hirnstamm und Kleinhirn.5) 

2.2 Medizinische Tests und Untersuchungen bei Schwindel

Zur genaueren Untersuchung der beschriebenen Symptome kann oft dein Hausarzt oder ein spezialisierter Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) weitere Tests durchführen. 

Als Erstes werden meist unkontrollierte Augenbewegungen (Nystagmus) untersucht. Ein schnelles Zucken in bestimmte Richtungen kann einen Hinweis darauf geben, wo die Ursache des Schwindels liegt. Erfahrene Ärzte erkennen bei einem Nystagmus, ob das Gleichgewichtsorgan oder die Nervenbahnen im Gehirn betroffen sind. Die Augenbewegung kann mit verschiedenen Tests hervorgerufen und beobachtet werden. 

Teste deinen Gleichgewichtssinn!

Mit dem Unterberger Tretversuch kannst du auch zu Hause deinen Gleichgewichtssinn testen. Für diesen einfachen Test solltest du in einem ruhigen Raum ohne störende Licht- oder Geräuschquellen stehen. Tickende Uhren oder grelle Lampen könnten das Ergebnis verfälschen. Bitte eventuell einen Freund darum, dich zu beobachten.

Eine junge Frau schließt die Augen, um ihr Gleichgewicht zu testen. Sie hält ihre angewinkelten Arme vor den Körper und presst die Handflächen zusammen.
  • Stelle dich mittig in den Raum.
  • Schließe deine Augen. 
  • Trete 50-mal auf der Stelle.

Solltest du dich dabei um mehr als 45 Grad drehen , könnte dein Gleichgewichtsorgan auf der jeweiligen Seite gestört oder geschädigt sein. 

Eine Untersuchung des Gehörs sowie einfache Funktionstests können ebenfalls bei der Diagnose helfen. Blutuntersuchungen sind selten notwendig. Jedoch überprüfen Allgemeinmediziner häufig auch den Blutzuckerspiegel, um ihn als Ursache für den Schwindel auszuschließen.6)

Andere aufwendige Untersuchungen werden eher selten und nur gezielt eingesetzt. Dann will dein Arzt wahrscheinlich einem konkreten Verdacht auf den Grund gehen.7) Solltest du nach einem Unfall oder einer Verletzung für längere Zeit unter starkem Schwindel leiden, kann dies für die Diagnose sinnvoll sein. Als genauso ratsam gilt eine radiologische Untersuchung, wenn dein Schwindel nervlich bedingt (neurologisch) ist. Mithilfe von Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erhalten deine Ärzte auch bei einem erhöhten Schlaganfall-Risiko wichtige Hinweise für die Behandlung.8) 

Trotz dieser vielfältigen Untersuchungen bleibt in rund 60 Prozent der Fälle die Ursache unklar. Meist verschwindet der Schwindel wieder, bevor die Ärzte eine ursächliche Erkrankung abklären können.9)

Um Schwindelattacken in schwierigeren Fällen genau zu untersuchen, haben manche Kliniken spezialisierte Schwindelzentren oder Schwindelambulanzen. Von Internisten über HNO-Ärzte bis hin zu Neurologen, Psychiatern und Physiotherapeuten arbeiten dort unterschiedliche Spezialisten zusammen.

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3. Ursachen: Woher kommt Schwindel?


Kurz & Knapp

  • Wir verdanken unseren Gleichgewichtssinn dem optimalen Zusammenspiel verschiedener Sinnesorgane, deren Informationen das Gehirn zentral auswertet.
  • Störungen an den Augen und Ohren, im Bewegungsapparat oder dem Gehirn führen zu unterschiedlichen Schwindelformen.

Die häufigsten Formen sind eher harmlos und es gibt zahlreiche Behandlungen für Schwindel. Liegt die Ursache in einem überspannten Nacken, helfen oft Übungen für die Halswirbelsäule.

3.1 Wie funktioniert unser Gleichgewichtssinn?

Drei Sinnesorgane helfen uns bei der räumlichen Orientierung: Augen, Ohren und Muskeln sorgen gemeinsam dafür, dass wir unser Gleichgewicht halten. Sie teilen dem Gehirn mit, in welcher Lage sich unser Körper befindet. Das Gehirn wiederum wertet die Informationen der Sinnesorgane aus, damit wir uns im Raum orientieren können.10) 

Zu sehen sind einige flache Steine, die mit viel Gleichgewichtssinn aufeinandergestapelt wurden.
  • Der Vestibularapparat in unseren Ohren wird auch als „Gleichgewichtsorgan“ bezeichnet. Es ist ein mit Flüssigkeit gefülltes Hohlraumsystem, das sich im Innenohr zwischen dem Trommelfell und der Hörschnecke (Cochlea) befindet. Das Gleichgewichtsorgan besteht aus dem Endolymphgang, zwei Vorhofsäcken und drei Bogengängen, die wie drei kleine runde Schläuche aussehen und miteinander verbunden sind. Bei Bewegung strömt Flüssigkeit durch den Vestibularapparat und Sinneszellen im Inneren seiner Wände werden gereizt. Diese Reize leitet der Gleichgewichtsnerv dann an unser Gehirn weiter. 
  • Mit den Augen sammeln wir optische Informationen darüber, wie sich der Horizont und andere räumliche Fixpunkte bewegen.
  • In unseren Gelenken, Sehnen und Muskeln befinden sich sogenannte „Propriozeptoren“. Sie sorgen für eine Tiefensensibilität, mit der wir die Aktivität und Position unseres Körpers wahrnehmen. Durch Rezeptoren in Halsmuskulatur und Wirbelsäule merken wir beispielsweise auch bei geschlossenen Augen, ob unser Kopf geneigt oder gerade ist.

Mit gesunden Faszien im Gleichgewicht

Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft besagen, dass die Faszien aufgrund ihrer engen Verbindung zu Muskeln und Gelenken eine wichtige Rolle bei der Propriozeption spielen. In den Faszien finden sich eigene Rezeptoren für die Tiefensensibilität.11) Eine gut gepflegte Architektur der Faszie kann sogar beeinflussen, wie bestimmte Rezeptoren aktiviert werden.12) 

Willst du etwas für deinen Gleichgewichtssinn tun? Dann schau dir die Faszien-Rollmassage und andere Übungen in unserem kostenfreien Ratgeber gegen Schwindel an.

3.2. Wie entsteht Schwindel?

  • Wenn die einzelnen Sinnesorgane unterschiedliche Informationen ans Gehirn senden, kann das Gleichgewichtssystem durcheinanderkommen.
  • Die Ursache für Schwindel kann allerdings auch im Gehirn selbst liegen, wenn es die Sinneseindrücke nicht richtig verarbeitet. 

Wird das Gehirn nicht ausreichend durchblutet oder fehlen ihm Nährstoffe, kann es die Informationen aus dem Gleichgewichtssystem nicht korrekt auswerten. Außerdem können Giftstoffe oder starke Emotionen die Arbeit unseres Denkorgans beeinflussen.13)

  • Weil das Gehirn wie eine Zentrale die gebündelten Informationen analysiert, sprechen Experten bei Schwindelursachen im Hirnstamm oder Kleinhirn von zentral-vestibulärem Schwindel.
  • Wenn ein „Durcheinander“ im Gleichgewichtssystem aus Augen, Ohren und Muskeln für Schwindel verantwortlich ist, nennt man dies peripher-vestibulärer Schwindel.14) 

Die genauen Ursachen sind unterschiedlich, da an der Entstehung von Schwindel mehrere Organe beteiligt sind. In den folgenden Abschnitten kannst du dich über die häufigsten Schwindelarten und ihre Auslöser informieren.

Oft können Ärzte nur bei 40 Prozent der Schwindelanfälle eine eindeutige Ursache diagnostizieren. In der Hälfte dieser Fälle ist ein einfacher Lagerungsschwindel für die Beschwerden verantwortlich. Die andere Hälfte verteilt sich auf unterschiedliche Erkrankungen.15) Diese Schwindelformen können wir dir hier nur ansatzweise zeigen, weil die Bandbreite und die jeweiligen Unterschiede äußerst groß sind. 

Lagerungsschwindel

Der gutartige Lagerungsschwindel hält nur wenige Minuten und tritt anfallsartig auf. Er fühlt sich wie ein Drehschwindel an. Das Schwindelgefühl wiederholt sich mehrmals an einem Tag oder über mehrere Tage verteilt. In den meisten Fällen lässt dieser Lagerungsschwindel von selbst wieder nach.16)  

Die Auslöser für diesen Lagerungsschwindel finden sich im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs. Dort haben sich kleine Partikel in den Bogengängen abgelagert und reizen bei jeder Bewegung die empfindlichen Sinneszellen.17) Diese melden eine deutliche Bewegung, die aber nicht mit den gesehenen oder anders wahrgenommenen Informationen übereinstimmt.18) Gerade am Morgen ist der Schwindel deutlich zu spüren, weil sich die Partikel (Canalolithen) an einer Stelle sammeln19) und dadurch intensiv wirken. 

Eine Frau leidet am frühen Morgen unter Schwindel und greift sich mit einer Hand in den ebenfalls schmerzenden Nacken. Sie sitzt auf ihrem Bett.

Zervikogener Schwindel

Der zervikogene Schwindel fühlt sich wie ein Schwankschwindel an. Er wird meist durch eine Bewegung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) ausgelöst. Viele Experten sind sich wegen der genauen Ursache noch uneinig. Allerdings wird das Symptom häufig in Studien zu Verletzungen der Halswirbelsäule oder Spondylose beobachtet.20) Daher geht man davon aus, dass die gestörte Tiefensensibilität der Wirbelgelenke sowie der Muskeln und Faszien zu zervikogenem Schwindel führen kann.21) Dementsprechend sollte die Behandlung von zervikogenem Schwindel darauf ausgerichtet sein, die Gesundheit der Muskeln und Faszien zu stärken. 

Gegen diesen Schwindel kannst du auch selbst etwas unternehmen! Wir erklären dir die genauen Hintergründe von zervikogenem Schwindel und zeigen dir passende Übungen für deine Halswirbelsäule.

Neuritis vestibularis

Bei der Neuritis vestibularis hat sich der Gleichgewichtsnerv durch eine Infektion entzündet. Dadurch können die Informationen des betroffenen Gleichgewichtsorgans im Innenohr nicht mehr richtig ans Gehirn übertragen werden. Die eingehenden Informationen stimmen nicht mit den Signalen der anderen Sinnesorgane überein. Betroffene spüren einen starken Drehschwindel und haben häufig eine Fallneigung zur betroffenen Seite. Ein Zucken der Augen (Nystagmus) ist zu beobachten. Meist wird dieser Drehschwindel von Übelkeit und Erbrechen begleitet.22)

Die Symptome der Neuritis vestibularis sind einem Kleinhirninfarkt sehr ähnlich, daher ist hierbei besondere Vorsicht geboten.23)  

Schwindel auf Reisen und in virtueller Realität (VR)

Häufig leiden Menschen auf langen Reisen (Reisekrankheit) oder bei Computerspielen in Virtual Reality (VR-Krankheit) unter ähnlichen Schwindelattacken. Sie werden blass und einige müssen sich sogar übergeben. In der Fachsprache bezeichnet man dies als Kinetose

Sicherlich kennst du das Gefühl, denn beinahe jedem Menschen ist schon einmal auf einer Autofahrt schwindelig oder übel geworden. Die Reisekrankheit äußert sich oft, wenn wir im Auto auf der Rückbank sitzen oder im Bus fahren: Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr erkennt dann die Bewegung. Schaust du aber gleichzeitig in ein Buch oder auf dein Handy, kann das Auge keine entsprechenden Signale wahrnehmen. 

Bei Videospielen in Virtual Reality ist es teilweise umgekehrt. Mit den Augen siehst du Bewegungen, die dein Körper nicht umsetzt. Es kommt zu einem sogenannten „sensorischen Konflikt“. Das Gehirn ist verwirrt, denn die Informationen der verschiedenen Sinnesorgane stimmen nicht überein. Dadurch kommt es zu einer Kinetose mit den bekannten Symptomen wie Schwindel und Übelkeit.24)

Ein Junge spielt mit einer VR-Brille und hält wegen einer Schwindelattacke die Hände schützend vor sich.

Morbus Menière

Hinter dem Begriff „Morbus Menière“ verbirgt sich eine Überdruckerkrankung. Die Flüssigkeit im Gleichgewichtsorgan (Endolymphe) nimmt zu und es entsteht ein hoher Druck. Dadurch werden die Informationen des Sinnesorgans negativ beeinflusst und es kommt zu einem Drehschwindel. Außerdem äußert sich Morbus Menière durch Übelkeit, Erbrechen und Hörstörungen wie Tinnitus.25)  

Andere Erkrankungen können mit weiteren Schwindelformen einhergehen. Einige Beispiele wären unter anderem Polyneuropathie, Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen und orthostatischer Schwindel, der durch stark abfallenden Blutdruck verursacht wird.

Einige schwere Krankheiten verursachen eher indirekt Schwindelgefühle, indem sie zu abweichendem Blutdruck, Nervenschäden oder einer anderen Beeinträchtigung des Nervensystems führen. Dazu gehören unter anderem: Multiple Sklerose, Schlaganfälle (und deren Vorstufe), Gefäßerkrankungen26), bestimmte Fisteln und Tumore sowie Parkinson, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktionen oder Blutarmut.

Schwindel durch Stress und Angst

Wie bereits erwähnt, wird etwa zu 60 Prozent keine klare Ursache für Gleichgewichtsstörungen gefunden. Teilweise leiden die Betroffenen unter phobischem Schwindel, der durch Angst und negative Gefühle verursacht wird. Der Auslöser ist meist psychisch (psychogen) und führt häufig zu Liftschwindel oder einem Gefühl der Benommenheit und Ohnmacht.27) Die phobischen Schwindelattacken treten oft unter Stress auf wie zum Beispiel, wenn du in Prüfungssituationen ein wenig Angst hast. Wer nicht schwindelfrei ist und unter Höhenangst leidet, wird oft vom Höhenschwindel heimgesucht. Einen körperlichen Ursprung gibt es bei Höhenschwindel und anderen phobischen Ursachen allerdings nicht. Experten bezeichnen diese Phänomene daher als „somatoformen“ Schwindel.

Schwindel im Alter

Viele Senioren nutzen Gehhilfen, um im Alltag ihr Gleichgewicht zu halten. Zudem suchen ab dem 60. Lebensjahr immer mehr Menschen ihren Hausarzt auf und klagen über Schwindel.28) Bei der Diagnose tun sich die Ärzte oft schwer. Sie bemerken meist nur leichte Störungen im Gleichgewichtssinn, wenn die verschiedenen Sinnesorgane nicht optimal zusammenarbeiten. Können die Ärzte nichts anderes feststellen, folgt die Diagnose „Altersschwindel“.29)

Eine Brille oder ein Hörgerät hilft dir dabei, Sehstörungen beziehungsweise Hörstörungen einzudämmen. So kannst du bei Altersschwindel deine Sinne unterstützen. Allerdings lassen oft auch sensorische und motorische Fähigkeiten nach. Mit fortgeschrittenen Lebensalter stellen viele Menschen eine Veränderung im Bewegungsapparat fest. Gelenkschmerzen sowie überspannte Muskeln und Faszien belasten sie. Ab 70 Jahren nehmen die Schrittlänge und Gehgeschwindigkeit ab. Aufgrund von Altersschwindel steigt dabei das Risiko für Stürze.30)

Ein alter Mann stützt sich mit beiden Händen auf eine Gehhilfe, um bei Schwindel sein Gleichgewicht zu halten.

© Friends Stock | shutterstock.com

Dagegen können schon einfache Übungen helfen, indem sie die Tiefensensibilität der Muskeln fördern. Um wieder sicherer auf den Beinen zu stehen, findest du vor allem in unserem Premium-Übungsbereich spezielle Übungen, die genau zu deinen Beschwerden passen.

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4. Behandlung: Was bei Schwindel wirklich hilft


Kurz & Knapp

  • Häufig ist bei Schwindel keine Behandlung erforderlich, denn meist passt sich dein Körper schnell an und die Beschwerden lassen nach. 
  • Treten zusätzliche Beschwerden auf, werden oft manualtherapeutische Behandlungen empfohlen.
  • Verzichte lieber auf Medikamente, denn sie unterstützen die Heilung kaum und können den Schwindel sogar verschlimmern.

Wenn du unter Schwindelattacken und Nackenschmerzen leidest, helfen dir unsere Mitmach-Übungen am Ende des Artikels.

4.1 Herkömmliche Behandlung von Schwindel

Sicherlich ist Schwindel unangenehm und kann deinen Alltag deutlich beeinträchtigen. Allerdings sind Schwindelattacken nur in seltenen Fällen wirklich gefährlich. Über eine Therapie solltest du nachdenken, wenn die Schwindelgefühle auch nach längerer Zeit nicht nachlassen. Gerade wenn Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder etwa Schmerzen an der Halswirbelsäule hinzukommen, solltest du einen Arzt aufsuchen. 

Die Bundesärztekammer sagt: „Häufig ist keine Behandlung erforderlich. Der Körper gewöhnt sich von allein langsam an den Schwindel. Dann hören die Beschwerden auf.“ 31)

Hausmittel und einfache Tricks gegen Schwindel

Wenn du bemerkst, dass eine Schwindelattacke auf dich zukommt, solltest du dich lieber hinsetzen. So kannst du die typische Fallneigung stoppen. Außerdem kannst du dir in akuten Situationen mit Hausmitteln und einfachen Tricks selbst helfen.

  • Niedriger Blutdruck: Trinke genügend Wasser und bewege im Sitzen oder Liegen deine Beine. Wenn du aufstehst, dann am besten etwas langsamer. Manchmal hilft es auch, die Fäuste mehrmals fest zu ballen und wieder zu öffnen.
  • Unterzuckerung: Bei leichtem Schwindel können etwas Traubenzucker, ein süßer Saft oder Schokolade helfen. 
  • Drehschwindel: Stabilisiere deinen Kreislauf. Versuche dazu, ruhig ein- und wieder auszuatmen. Trinke langsam ein kühles Glas Wasser. Lege dich anschließend hin und lagere die Beine hoch, bis der Schwindel nachlässt. 

Halten deine Schwindelgefühle schon länger an, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Der Körper gewöhnt sich daran, wenn Fehlinformationen den Schwindel verursachen. In diesem Fall solltest du dir selbst für die notwendige Adaptation etwas Zeit geben. Entspanne dich und versuche – so gut es geht – den Schwindel auszuhalten, ohne ihn mit Medikamenten zu unterdrücken.32) So kann sich dein Körper langsam daran gewöhnen und mit ein wenig Glück lässt der Schwindel bald nach.

Schwindel durch Medikamente

Bei Arzneimitteln solltest du ohnehin lieber vorsichtig sein! Besonders Medikamente mit beruhigender Wirkung können durch Nebenwirkungen häufig erst den Schwindel auslösen. Das gilt vor allem für sogenannte „Antivertiginosa“, die eigentlich zur Behandlung der Schwindel-Symptome dienen sollen. 

Prof. Dr. Gosch, ärztlicher Leiter am Klinikum in Nürnberg, empfiehlt, dass Antivertiginosa „nur bei klarer Indikation und nur kurzfristig angewendet werden.” 33)

Hausärzte berichten, dass der Einfluss von Medikamenten in 23 Prozent der Fälle mitursächlich für die Beschwerden und Schwindelgefühle ihrer Patienten sind. Wer regelmäßig fünf oder mehr Medikamente einnehmen muss, ist einem höheren Risiko für Schwindel ausgesetzt.34) Dadurch sind gerade auch ältere Menschen häufig betroffen. Achte also darauf, ob der Schwindel erst einsetzt, nachdem du bestimmte Medikamente eingenommen hast und berate dich mit deinem Hausarzt.

Zu sehen sind mehrere Pillen und Tabletten, die gegen Schwindel helfen sollen. Darüber ist ein weißes Verbotsschild eingeblendet, da es sich bei Schwindelattacken nicht empfiehlt, Medikamente zu nehmen.

Medizinische Therapien und Operationen

Da Schwindelgefühle ein Leitsymptom für andere Krankheiten sein können, sollte dein Arzt zuerst die genaue Ursache der Beschwerden diagnostizieren. Nur so kannst du davon ausgehen, dass eine Therapie erfolgreich verläuft. 

Wurde ein gutartiger Lagerungsschwindel festgestellt, gibt es zur Behandlung mehrere Lagerungsmanöver. Dabei nehmen Patienten eine Reihe bestimmter Positionen ein und führen gezielte Kopfbewegungen aus. Mit dem Epley-Manöver können kleinste Partikel, die sich im Gleichgewichtsorgan abgelagert haben, dank der Schwerkraft aus den Bogengängen bewegt werden. Das Epley-Manöver gilt als sehr wirksam und effizient. Allerdings sprechen nicht alle Patienten sofort auf diese therapeutische Maßnahme an. Wie oft du ein solches Lagerungsmanöver ausführen musst, hängt davon ab, welcher der drei Bogengänge im Gleichgewichtsorgan betroffen ist.35)

Mit Gleichgewichtstraining und Physiotherapie kannst du deine Balance steigern. Versuche beispielsweise, während des Zähneputzens auf einem Bein stehen, um dein Gehirn zu schulen. Hast du außerdem Beschwerden im Nacken oder an der oberen Halswirbelsäule, solltest du dein Gleichgewichtstraining mit Dehnübungen gegen Schwindel erweitern. 

Bei einer beidseitigen Erkrankung des Gleichgewichtsorgans (Vestibulopathie) wird dir dein Arzt empfehlen, auf Medikamente mit ototoxischen Substanzen zu verzichten. Diese Chemikalien kommen zum Beispiel in einigen Antibiotika oder Diuretika vor und haben häufig eine zerstörerische Wirkung auf das Innenohr. Daneben ist auch der Einsatz von vestibulären Implantaten möglich und wird momentan erprobt. Nach mehreren Monaten soll sich damit eine Verbesserung der Balance und des Gehvermögens zeigen.

Allerdings hören einige Patienten auf der betroffenen Seite dadurch deutlich schlechter.36) 

Wenn bei der Diagnose festgestellt wurde, dass verstopfte Gefäße oder Tumore den Schwindel auslösen, solltest du jedoch eine Operation in Erwägung ziehen. 

4.2 Behandlung von zervikogenem Schwindel nach Liebscher & Bracht

Oft sind Schwindelgefühle eng mit den Augen und Ohren verknüpft. Wenn keine andere schwere Krankheit den Schwindel auslöst, ist die Ursache auch häufig an der Halswirbelsäule zu finden.((Y. Li, B. Peng (2015): Pathogenesis, Diagnosis, and Treatment of Cervical Vertigo, Pain Physician July/August 2015; 18, S. 583f.)) 

Früher ging man davon aus, dass Schwindel sogar zu rund 65 Prozent durch Beschwerden an der Halswirbelsäule verursacht wird.37) Obwohl einige Mediziner dies heutzutage bestreiten, deuten zahlreiche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Schwindel und Halswirbelsäule hin. 

Neben Augen und Ohren ist die Tiefensensibilität der Muskeln und Faszien entscheidend für unseren Gleichgewichtssinn. 

Die Rezeptoren in der Halsmuskulatur und der Wirbelsäule informieren das Gehirn beispielsweise über die Stellung unseres Kopfs.38) Schmerzen beeinträchtigen die Rezeptoren in ihrer Funktion im Bereich der oberen Halswirbelsäule (HWS), was zu zervikogenem Schwindel führen kann. Verschiedenen Studien haben nachgewiesen, dass Schmerzen an dieser Stelle typische Symptome wie Gleichgewichtsstörungen und ein Zucken der Augen (Nystagmus) hervorrufen.39) Patienten haben fast immer folgende Anzeichen eines HWS-Syndroms:

  • Die Nackenmuskulatur ist überspannt.
  • Der Kopf lässt sich nur schwer bewegen.
  • Viele leiden unter Nackenschmerzen.

Wird bei einem Autounfall der Kopf überstreckt, kommt es zu einem Schleudertrauma (HWS-Distorsion) und die Betroffenen berichten ebenfalls von Schwindelgefühlen. Außerdem können auch bei einer Spondylose häufig Schwindel-Symptome beobachtet werden.40) Es gibt also zahlreiche Belege, dass die Schwindelgefühle von Beschwerden an Nacken und Halswirbelsäule ausgehen. Das deutlichste Signal dafür: 

Nach einer therapeutischen Behandlung der Halswirbelsäule lässt der Schwindel nach.41) 

Eine ältere Frau wird wegen Nackenschmerzen manualtherapeutisch mit der Osteopressur von Liebscher & Bracht behandelt. Sie liegt auf dem Bauch und die Hände des Therapeuten behandeln ihre Halswirbelsäule.

Wir bei Liebscher & Bracht wollen den Schwindel nachhaltig therapieren und setzen daher mit unserer Behandlung im elastischen Bindegewebe an. Hier kommt es mit der Zeit zu einer Überspannung der Faszien.

Wenn wir beim Sitzen in einen Rundrücken fallen oder im Liegen den Kopf mit einem Kissen hochlegen, „trainieren“ wir uns über die Jahre eine Fehlhaltung an. Die meisten klagen dann über Schmerzen im Rücken und im Nacken. Nicht selten kommen Schwindelgefühle hinzu.42) Dieses Phänomen lässt sich gerade bei älteren Menschen häufig beobachten und kann auch den sogenannten „Altersschwindel“ erklären. 

Wie können Überspannungen im Nacken zu Schwindel führen?

Indem du deinen Nacken dauerhaft in ein und derselben Position hältst, findet im Gewebe nur sehr wenig Bewegung statt. Es fließt kaum Zwischenzellflüssigkeit. Das ist problematisch, weil ihre Strömung die kleinen Bindegewebszellen dazu anregt, die Faszien zu pflegen. Fließt kaum noch Zwischenzellflüssigkeit, vernachlässigen die Bindegewebszellen ihre Aufgabe und die Faszie wird unnachgiebig. Da die Faszien wiederum deine Muskeln durchziehen und umhüllen, wird der gesamte Nacken schließlich steif und unbeweglich.

Zum Schwindel kommt es, weil rund um das überspannte Gewebe der Druck steigt. Dadurch senden die Rezeptoren, die für unsere Tiefensensibilität zuständig sind, falsche Signale ans Gehirn.43) Die Informationen stimmen nicht mit den Signalen der anderen Sinnesorgane (Augen und Ohren) überein – unser Gleichgewichtssystem gerät durcheinander und Schwindelgefühle stellen sich ein.

Unsere Behandlung ist darauf ausgerichtet, die Überspannung der Muskeln und Faszien zu reduzieren. Die auslösenden Faktoren von Nackenschmerzen – von Fehlhaltungen über Rundrücken bis hin zum HWS-Syndrom oder der Spondylose – lassen sich somit korrigieren. Überspannungen der Muskeln und Faszien sinken, sodass wir bei zervikalem Schwindel einige Attacken verhindern können.

Willst du deinen Schwindel und die Nackenbeschwerden von uns behandeln lassen, kannst du dich an einen der Zertifizierten Liebscher & Bracht-Therapeuten in deiner Nähe wenden. Mithilfe unserer Osteopressur können sie in deinem Nacken auf gezielte Punkte an der Knochenhaut drücken. Dadurch wird im Gehirn die Ansteuerung der Muskelfasern beeinflusst, sodass die überhöhte Spannung langsam nachlässt. Wenn du wirklich regelmäßig übst, kannst den Nacken schon bald freier bewegen und die Faszien erhalten langfristig ihre natürliche Struktur zurück.

Die besten Übungen und Tipps bei Schwindel

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5. Übungen gegen zervikalen Schwindel


Kurz & Knapp

  • Liegt die Ursache für deine Schwindelattacken in der Halswirbelsäule, kannst du jetzt selbst etwas dagegen tun!
  • Reduziere die Überspannungen der Muskeln und Faszien mithilfe unserer therapeutischen Engpassdehnungen.

Im Video kannst du dir sofort zwei Übungen ansehen und direkt mitmachen, um deine Beschwerden selbst zu behandeln.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht zeigt dir Schritt für Schritt und in Mitmach-Länge, wie du deinen Nacken gezielt dehnst. So kannst du schon jetzt anfangen und die Überspannungen abbauen

Wenn die Rezeptoren für Tiefensensibilität entlastet werden, kann der Schwindel langsam nachlassen.

Alle wichtigen Hinweise zu den Übungen findest du in unserer Checkliste. Achte bitte darauf, bei den Dehnübungen gegen Schwindel wach und geistig klar zu sein. Wie du unten in der Checkliste liest, sollte die Intensität auf einer Skala nicht über 10 liegen. Neben dem ausgelösten „Dehnungsschmerz“ kann es übrigens sein, dass der Schwindel im Rahmen einer Erstverschlimmerung kurzzeitig zunimmt.44) Lasse dich davon nicht entmutigen, ruhe dich nach der Übung aus und freue dich über deine Fortschritte, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon sehr schnell zeigen werden. Aber jetzt: Viel Erfolg bei deiner Engpassdehnung!

Übung für den Nacken

  • Setze dich auf einen Stuhl und halte deinen Rücken gerade.
  • Drehe den Kopf um 45 Grad nach links.
  • Ziehe deine linke Schulter nach unten. Dazu kannst du den Arm anwinkeln und eine Faust ballen, um ein besseres Gefühl für die Bewegung zu bekommen.
  • Greife mit deiner rechten Hand über den Kopf bis zum linken Ohr.
  • Ziehe den Kopf schräg nach vorne und nach rechts unten.
  • Um die Dehnung zu intensivieren, kannst du dein Kinn weiter in Richtung Kehlkopf ziehen.
  • Bleibe für zwei Minuten in der Dehnung.
  • Wiederhole anschließend die beschriebenen Schritte auch auf der anderen Seite.
Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Patientin eine Übung gegen Schwindel: Der linke Arm ist gebeugt, die Patienten schaut sitzend 45 Grad nach links und zieht ihren Kopf mithilfe der rechten Hand nach rechts.

Übung für die Halswirbelsäule

Mit dieser zweiten Übung kannst du nun gezielt die Überspannungen rund um die Halswirbelsäule senken.

  • Setze dich auf einen Stuhl und halte deinen Rücken gerade.
  • Greife mit beiden Händen an deinen Hinterkopf.
  • Ziehe dein Kinn langsam mit den Armen möglichst weit in Richtung Brust.
  • Dein Rücken muss dabei ganz gerade bleiben.
  • Bleibe für zwei Minuten in der Dehnung.
Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Patientin eine Übung gegen Schwindel: Die Patientin zieht ihren Kopf mithilfe beider Hände gerade nach unten.
  • Nach der Dehnung: Richte den Kopf wieder gerade auf. 
  • Bringe deinen Kopf nach hinten in die entgegengesetzte Richtung.
  • Nimm dein Kinn zurück und ziehe es an den Körper heran.
  • Lege deinen Kopf in den Nacken und überstrecke ihn so weit wie möglich nach hinten.
  • Nimm deine Hand zur Unterstützung hinzu und drücke den Kopf sanft nach hinten.
Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Patientin eine Übung gegen Schwindel: Die Patientin streckt den Kopf mithilfe ihrer Hand gerade nach hinten.

Mit zusätzlichen Engpassdehnungen und Faszien-Rollenmassagen kannst du die Überspannungen an deiner Halswirbelsäule und im Nacken noch weiter senken. Außerdem haben wir eine Methode entwickelt, mit der du die Osteopressur bei dir selbst anwenden kannst. Damit kannst du die Überspannungen genau wie unsere Therapeuten in Minutenschnelle „wegdrücken“. Willst du mehr zu diesem Thema wissen? Dann lade dir unbedingt unseren kostenfreien Ratgeber gegen Schwindel herunter.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

✅ Benutze professionelle Hilfsmittel und keine Billig-Produkte bei der Behandlung deiner Schmerzen. Wenn du hier auf ein mangelhaftes Produkt setzt, kann sich das negativ auswirken. Wir haben bei der Entwicklung unserer Hilfsmittel daher größte Sorgfalt walten lassen und sie speziell zur Schmerz-Behandlung entwickelt.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

✅ Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn sich deine gesamte Körperstatik durch regelmäßiges Training verändert, muss sich der Bewegungsapparat erst nach und nach daran anpassen. Geht es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser, signalisiert dir dein Körper, dass du es womöglich übertreibst. Pausiere dann einfach für einen oder zwei Tage und/oder verringere bei deinen nächsten Übungseinheiten ein wenig die Intensität, um dich anschließend wieder in kleinen Schritten zu steigern. So führst du deinen Körper schonend an die für dich richtige Acht oder Neun auf der Schmerzskala heran.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

Quellen & Studien [+]

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