Kopfschmerzen – Warum der Schädel brummt und wie du Kopfweh wieder loswirst

Wir verraten dir, wie du unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen unterscheiden kannst und wie sie entstehen 

Frau hat starke Kopfschmerzen und hält sich die Schläfe

(c) Shutterstock – sebra

Kopfschmerzen – wer kennt sie nicht? Pochende Schmerzen hinter der Stirn, den Augen oder am Hinterkopf. Wenn der Schädel brummt, leidet deine Lebensqualität. Wer eindeutige Ursachen wie beispielsweise übermäßigen Alkoholkonsum oder eine starke Sehschwäche ohne Tragen eines Hilfsmittels ausschließen kann, begibt sich oft auf eine lange Suche nach dem Auslöser. Kopfschmerzformen sind sehr vielfältig und zeigen sich mit den unterschiedlichsten Symptomen. Heftige Kopfschmerzattacken können sogar mit Übelkeit einhergehen.

Wir erklären dir, wie deine Kopfschmerzen wirklich entstehen und welche Unterscheidungen es bei den Kopfschmerzarten gibt. Außerdem zeigen wir dir Übungen, mit denen du deine Kopfschmerzen ganz schnell wieder loswerden kannst.

1. Entstehung: Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Kopfschmerzen sind in der Regel ein Symptom, dessen Ursachen sehr unterschiedlich sind und sich in zahlreichen verschiedenen Arten von Kopfweh manifestieren. Cephalgien, so werden Kopfschmerzen in der Fachsprache genannt,  können allerdings so heftig sein, dass sie die Lebensqualität der Betroffenen deutlich einschränken. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft IHS (= International Headache Society) unterscheidet über 200 unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen in der sogenannten Kopfschmerzklassifikation. Grob werden alle Arten in drei große Gruppen eingeteilt: Primäre und sekundäre Kopfschmerzen sowie kraniale Neuralgien.

Bei mehr als 90 Prozent aller Patienten liegen primäre Kopfschmerzen vor und nur in 5–10 Prozent der Fälle ist der Kopfschmerz das Symptom einer anderen Krankheit.

1.1 Primäre oder idiopathische Kopfschmerzen

 Primäre Kopfschmerzen lassen sich nicht auf eine “Vorerkrankung” zurückführen. Das bedeutet, dass Untersuchungen keine pathologischen Befunde erbringen. Der Kopfschmerz selbst ist die Erkrankung. Zu den primären Kopfschmerzen gehören — die am häufigsten vorkommenden — Spannungskopfschmerzen,  Migräne und Clusterkopfschmerzen. Die Attacken bei einem Migräneanfall oder bei Clusterkopfschmerzen können sehr heftig ausfallen. Doch alle diese Arten von Kopfschmerzen kannst du mit unseren Übungen selbst behandeln. Mehr zum Thema erfährst du auch im Kapitel “Behandlung”. Weitere Informationen über Migräne findest du in diesem Beitrag

🎬 In diesem Video verrät dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, ob es zwischen Kopfschmerzen und Migräne einen Unterschied gibt:

  • Sekundäre oder symptomatische Kopfschmerzen: Diese Kopfschmerzen lassen sich auf eine genau definierbare Ursache zurückführen. Der Schmerz im Kopf ist dabei nur das Begleitsymptom einer anderen Gesundheitsstörung. Beispiele dieser Kopfweh-Art sind zurückzuführen auf Kopf- und/oder Nackentraumata, Medikamentenunverträglichkeit oder -übergebrauch, Infektionen wie Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Veränderungen des Blutdrucks.
  • Kraniale Neuralgien: Damit sind kopfwärts gerichtete, plötzlich auftretende Schmerzen in den Nerven gemeint. Die Kopfschmerzen gehen dabei beispielsweise auf eine Trigeminusneuralgie zurück. Aber auch Kopfschmerzen durch äußeren Druck oder kältebedingte Kopfschmerzen sind dieser Gruppe zuzuordnen. Extreme Schmerzen, Übelkeit oder Schwindel lassen bei Kopfschmerzen oft an eine ernste Erkrankung oder gar einen Hirntumor denken. Doch keine Sorge: In der Regel ist diese Befürchtung unbegründet. Kopfschmerzen aufgrund von Hirntumoren treten in weniger als 0,1 Prozent aller Kopfschmerz-Fälle in Erscheinung.

1.2. Diagnose

Die American Headache Society hat unter dem Akronym SNOOP Anzeichen zusammengetragen, die auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten können. Damit sind also nicht die häufig vorkommenden primären Kopfschmerzen gemeint, sondern sekundäre oder kraniale Beschwerden. Sind bei dir diese Symptome vorhanden, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

  • S: steht für systemische Symptome wie Fieber oder Erbrechen
  • N: steht für neurologische Symptome wie Schwindel, Sprachstörung oder Bewusstlosigkeit
  • O: steht für “onset”, also das Einsetzen der Beschwerden. Gemeint ist ein explosionsartiger Beginn mit maximalen Beschwerden innerhalb einer Minute.
  • O: steht für “older age”. Betroffene, die älter als 50 Jahre sind, haben statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall – dessen Symptom die Kopfschmerzen sein können.
  • P: steht für “pattern change”, also die Änderung des Kopfschmerzmusters. Dabei verläuft das Kopfweh ganz anders als bei zuvor bestehenden “normalen Spannungskopfschmerzen”.

2. Wie entstehen Kopfschmerzen nach Liebscher & Bracht?

Die Unterscheidung der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft in über 200 Arten von Kopfschmerzen mit unterschiedlichen Schweregraden ist für unseren Ansatz gar nicht nötig. Egal ob Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz oder Migräne, ob leichte, mittelschwere oder schwere Kopfschmerzen – sie alle haben die gleiche Ursache. Und diese erklären wir dir hier:

🎬 In diesem Video erklärt dir Roland Liebscher-Bracht, wie Kopfschmerzen entstehen:

In unserem modernen Alltag bewegen wir uns häufig nicht so viel und vor allem nicht so vielseitig, wie es gut für uns wäre. Verbringen wir beispielsweise viel Zeit im Sitzen, nutzen wir immer dieselben Gelenkwinkel — nur noch etwa 10 Prozent aller von Natur aus möglichen! Muskeln und Faszien passen sich mit der Zeit diesen einseitigen Positionen an.

So entstehen hohe muskulär-fasziale Spannungen im Körper, die dazu führen, dass Gelenkflächen und Wirbelkörper stark aufeinandergepresst werden und Verschleiß entsteht. In der Knochenhaut sitzen Rezeptoren, die diesen Verschleiß registrieren und ans Gehirn melden. Das Gehirn schickt daraufhin einen sogenannten Alarmschmerz in die betroffenen Körperregionen. Unser Körper möchte uns damit sagen, dass wir nicht so weitermachen sollen wie bisher.

Kopfschmerzen mit Osteopressurpunkten am Skelett

Kopfschmerzen sind dabei also ein reiner Schutz des Körpers, damit du deine Halswirbelsäule nicht zu stark belastest. Bei häufigem Sitzen fängst du auf die Dauer an, deinen gesamten Körper nach vorne zu kippen und besonders die Schultern mit nach vorne zu ziehen. Dabei überstreckst du häufig den Kopf nach vorne und die Nackenmuskeln werden immer „kürzer“.

Wenn du dich nun wieder gerade hinstellst, arbeitet die Spannung in deinem Brustbereich gegen die Spannungen in deinem Nacken und Schulterbereich an. Das ganze funktioniert wie beim Wettrüsten und als Folge werden die Spannungen insgesamt immer höher und dein Kopf beginnt zu schmerzen. Unser Ziel ist es, genau diese Überspannungen in deinem Körper wieder zu normalisieren.

Hierzu werden im ersten Schritt 72 Osteopressur-Punkte aus der von Roland Liebscher-Bracht entwickelten Therapie gezielt angesteuert, um den Alarmschmerz “auszuschalten”. Die Signale werden durch das Drücken der Punkte an der Knochenhaut an das Gehirn weitergeleitet und muskulär-fasziale Spannungen normalisieren sich. Der Alarmschmerz wird eingestellt.

Wichtig für eine dauerhafte Wirkung ist jedoch, dass die Bewegungsmuster, die die Beschwerden verursacht haben, auch dauerhaft geändert werden. Sonst verfällst du in alte Bewegungsabläufe und muskulär-fasziale Überspannungen bauen sich erneut auf – dann meldet sich der Alarmschmerz wieder. Daher hat Roland Liebscher-Bracht 27 sogenannte Engpass-Dehnübungen entwickelt, die auf eine Flexibilisierung der Faszien abzielen und neue Bewegungsmuster im Gehirn etablieren. In unseren Übungsvideos am Ende des Beitrags zeigen wir dir diese Dehnübungen. Du kannst sie ganz leicht von zuhause ausführen und so deine Beschwerden lindern.

2.1. Wie entstehen Kopfschmerzen laut Schulmedizin? – Eine Ursachenanalyse

Die Ursachen für sekundäre, symptomatische Kopfschmerzen liegen laut Schulmedizin in der ursächlichen Krankheit oder Gesundheitsstörung. Die Behandlung sollte dabei mit einem Arzt abgestimmt werden.

Bei den primären Kopfschmerzen gehen die Meinungen in der Medizin auseinander. Spannungskopfschmerzen führen auch Mediziner oft auf Verspannungen in der Muskulatur zurück. Oftmals bekommt der Patient als Erklärung für die Ursache seiner Beschwerden jedoch nur ein  Schulterzucken und die Empfehlung, Schmerzmittel einzunehmen und den Stress zu reduzieren.

Eine Frau schaut auf ihre Smartphone, ihr Kopf ist dabei nach unten geneigt.

Mit der vermehrten Internet- und Smartphone-Nutzung im Alltag kommt die Frage auf, ob darin eine Ursache für Kopfschmerzen liegt. Italienische Forscher haben dazu eine bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie mit Jugendlichen durchgeführt. Darin wurde der Zusammenhang zwischen der Nutzungsintensität von Internet und Smartphone und dem Auftreten von Migräne und Kopfschmerzen untersucht. Die Ergebnisse: Jugendliche mit überdurchschnittlichem Internet- und Mobiltelefon-Gebrauch haben tendenziell ein höheres Risiko für Spannungskopfschmerzen und Migräne. Viele nehmen dabei eine schlechte Haltung ein, was zu einer Verspannung der Muskeln im Schulter- und Nackenbereich führt. Genau da setzen unsere Übungen an und können dir helfen.

2.2. Der Zusammenhang von Wetterwechsel und Kopfschmerzen — ein Mythos?!

Blauer Himmel mit Wolken

Viele Betroffene führen ihre Kopfschmerzattacken auf das Wetter zurück. Ein Wetterumschwung, ein aufziehendes Hoch- oder Tiefdruckgebiet sowie Fön-Winde fördern Kopfschmerzen. Doch was sagt die Forschung dazu? In vielen Studien wurde der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Wetterparametern und dem Auftreten von Kopfschmerzen analysiert. Es konnte in den Studien kein signifikanter Zusammenhang zwischen Wetterveränderungen und Kopfschmerzen oder Migräne festgestellt werden.

3. Behandlung: Wie werden Kopfschmerzen nach Liebscher & Bracht behandelt?

In unserem modernen Alltag bewegen wir uns häufig nicht so viel und vor allem nicht so vielseitig, wie es gut für uns wäre. Verbringen wir beispielsweise viel Zeit im Sitzen, nutzen wir immer dieselben Gelenkwinkel — nur noch etwa 10 Prozent aller von Natur aus möglichen! Muskeln und Faszien passen sich mit der Zeit diesen einseitigen Positionen an.

So entstehen hohe muskulär-fasziale Spannungen im Körper, die dazu führen, dass Gelenkflächen und Wirbelkörper stark aufeinandergepresst werden und Verschleiß entsteht. In der Knochenhaut sitzen Rezeptoren, die diesen Verschleiß registrieren und ans Gehirn melden. Das Gehirn schickt daraufhin einen sogenannten Alarmschmerz in die betroffenen Körperregionen. Unser Körper möchte uns damit sagen, dass wir nicht so weitermachen sollen wie bisher.

Kopfschmerzen Behandlung durch Osteupressurpunkte am Skelett

Ziel unserer manualtherapeutischen Behandlung ist die Normalisierung der zu hohen Spannungen. So können die Schmerzen dauerhaft verschwinden. In der von Roland Liebscher-Bracht entwickelten Therapie können mit speziellen Osteopressur-Punkten bei Kopfschmerzen gezielt die Alarmschmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut angesteuert werden. Der Alarmschmerz wird daraufhin eingestellt.

Wichtig für eine langfristige Wirkung ist jedoch, dass schlechte Bewegungsmuster, die ursächlich für die Schmerzen sind, dauerhaft geändert werden. Sonst verfallen wir in alte Bewegungsabläufe und muskulär-fasziale Überspannungen bauen sich auf – und der Alarmschmerz meldet sich wieder. Daher solltest du unsere Engpass-Dehnübungen und Faszien-Rollmassagen regelmäßig durchführen, um deine Faszien flexibel zu halten und neue Bewegungsmuster im Gehirn zu etablieren.

Du siehst: Kopfschmerzen, besonders Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen sowie Dauerkopfschmerzen, stammen meist von Verspannungen. Besonders Muskelverspannungen im Nacken oder der Halswirbelsäule sorgen für die dumpfen oder stechenden Kopfschmerzen. Mit unseren Übungen im unteren Abschnitt kannst du deine Muskeln und Faszien dehnen und damit deine Kopfschmerzen lindern. Machst du die Übungen regelmäßig, können deine Kopfschmerzen ganz verschwinden. Übrigens kannst du unsere Übungen auch zur Prophylaxe, also zur Vorbeugung, gegen Kopfweh machen!

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft IHS (= International Headache Society) unterscheidet über 200 Arten von Kopfschmerzen. Zum häufigsten Kopfschmerzsyndrom zählt der sogenannte Primärkopfschmerz. Dazu zählen Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen. Die Behandlung von primären Kopfschmerzen erklären wir dir hier. Darüber hinaus gibt es noch die sekundären Kopfschmerzen. Dabei ist das Kopfweh nur eine Folge einer anderen “Erkrankung”. Gemeint sind damit beispielsweise Kopfschmerzen nach einem Schleudertrauma. Sekundäre Kopfschmerzen sollten unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Ebenso sollte kraniale Neuralgien wie das SUNCT-Syndrom (Short-lasting Unilateral Neuralgiform headache with Conjunctival injection and Tearing) von einem Mediziner untersucht werden. Wann du am besten zu einem Arzt gehen solltest, erfährst du hier.

Behandlung von Spannungskopfschmerzen:

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzart von allen. Patienten mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp verlieren im Durchschnitt neun Arbeitstage aufgrund ihrer Beschwerden. Bei chronischen Kopfschmerzen sind es sogar 27 Arbeitstage.1) Forschungen zufolge spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Verwandte 1. Grades von Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen haben ein 3-fach höheres Risiko, ebenfalls chronische Schmerzen im Kopf zu bekommen.2) Zuletzt ergaben Untersuchungen, dass bis zu 50 Prozent der Patienten mit Spannungskopfschmerzen eine signifikant höhere Ängstlichkeit und/oder Depressivität im Vergleich zu alters- und geschlechtsgleichen Personen aufweisen. Doch auch Mediziner sind der Ansicht, dass Kopfweh vom Spannungstyp häufig auf Probleme in der Muskulatur zurückgeht.3) Im Folgenden sind einige Therapien aufgezeigt, die beim Spannungskopfschmerz zum Einsatz kommen können.

Zu sehen sind verschiedene Kapseln und Pillen

Medikamente und Schmerzmittel: Bei Kopfschmerzen greifen viele zunächst zu frei verkäuflichen Schmerzmitteln aus der Apotheke, beispielsweise Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin. Dies sollte allerdings nur eine Akutlösung und kein Dauerzustand sein. Die Medikamente lindern kurzzeitig deine Symptome – die Ursache für deine Schmerzen bleibt allerdings bestehen. Einige Medikamente haben zudem unerwünschte Nebenwirkungen. Wichtiger ist daher, dass Muskeln und Faszien im Hals-, Nacken- und Schulterbereich gut gedehnt sind.

Spritze und Seren zur Behandlung von Nackenschmerzen

Botox: Vor einigen Jahren berichteten Frauen, die sich kosmetisch mit Botulinumtoxin (Botox) behandeln ließen, von einer Reduktion ihrer Spannungskopfschmerzen und Migräne. Heute ist Botulinumtoxin A auch für die Behandlung chronischer Migräne zugelassen. In Studien haben Forscher herausgefunden, dass Botox nur bei Patienten mit chronischer Migräne und bei manchen Patienten mit chronischen Kopfschmerzen wirkt. Der Unterschied zur Placebo-Kontrollgruppe war allerdings nicht signifikant.4) Bevor du dir also Botox spritzen lässt, versuche es lieber zunächst mit unseren Übungen gegen Kopfweh.

Bei Kopfschmerzen kann Pfefferminzöl helfen

Pfefferminzöl: Besonders bei Kindern möchten viele Eltern zunächst keine Medikamente bei Kopfschmerzen geben und greifen daher auf Mittel aus der Naturheilkunde zurück. Ärzte empfehlen hier Pfefferminzöl zur Linderung der Beschwerden. Auf die Schläfen aufgetragen, wirkt das Öl schmerzlindernd und entspannend. Das Pfefferminzöl beschleunigt die Entspannung der Muskeln und und fördert die Durchblutung.5)

Eine Frau erhält eine Rückenmassage.

Manualtherapeutische Behandlung: In den Niederlanden wurde eine Studie mit 82 Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen durchgeführt: Eine Gruppe der Probanden erhielt eine manualtherapeutische Behandlung mit einer Kombination aus Mobilisation der Hals- und Brustwirbelsäule und Krankengymnastik. Die Kontrollgruppe erhielt eine Standardtherapie beim Allgemeinmediziner mit Informationen und einer Beratung zur Lebensstiländerung. Nach 26 Wochen hatte die Manualtherapie-Gruppe eine signifikant geringere Kopfschmerzhäufigkeit gegenüber der Standardtherapie-Gruppe.6) Die Studie weist also nach, wie effektiv Bewegung gegen deine Schmerzen und Beschwerden helfen kann! In unseren Übungen zeigen wir dir, wie auch du deine Kopfschmerzen beseitigen kannst.

Behandlung von Clusterkopfschmerzen:

Die sogenannten Clusterkopfschmerzen gelten als die stärksten primären Kopfschmerzen. Die Attacken dauern unbehandelt zwischen 15 und 180 Minuten und können mehrfach auftreten. Die Schmerzen werden als extrem stark erlebt, es kann sogar zur Übelkeit kommen und sie treten häufig episodisch vermehrt im Herbst/Winter oder Frühjahr auf.7)

  • ☁ Sauerstoff: Zur Akuttherapie wird bei Clusterkopfschmerzen oft Sauerstoff gegeben. Sauerstoff wird in der Regel von allen Patienten gut vertragen. Die Wirksamkeit von Sauerstoff wurde in Studien bestätigt.8)
  • 💊 Medikamente: Neben Sauerstoff gibt es einige Medikamente, die gegen die heftigen Schmerzen helfen können, beispielsweise Sumatriptan oder Lidocain. Die Medikamente werden unter dem Oberbegriff Triptane zusammengefasst und wirken sowohl bei den heftigen Kopfschmerzattacken als auch bei Migräneanfällen. Wer auf Dauer weniger oder gar keine Medikamente mehr gegen die Kopfschmerzen nehmen möchte, sollte regelmäßig unsere Übungen machen. Dabei entspannst du alle Muskelpartien, die der Auslöser für deine Kopfschmerzen sein können.
  • 💉 Ketamin: Ketamin ist ein Arzneistoff, der zur Schmerzlinderung in der Human- und Tiermedizin eingesetzt wird. In Studien wurde Ketamin auch zur Behandlung von Clusterkopfschmerzen eingesetzt, um die Attacken zu stoppen.9) Alle Patienten zeigten jedoch nach der Gabe von Ketamin eine mäßig bis starke Müdigkeit, die bis zu 24 Stunden andauerte. Dafür hielt die Wirksamkeit des Arzneistoffes zwischen 6 und 18 Monaten bei den Probanden an.10)
Wasser aus einer Wasserflasche wird in ein Glas geschüttet.

Im Volksmund heißt es bei Kopfschmerzen häufig: Da musst du viel trinken, dann gehen die Schmerzen weg. Doch funktioniert das wirklich? In den letzten Jahren gab es immer wieder Untersuchungen, die eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr bei Migräne und Kopfschmerzen untersucht haben. So wurden beispielsweise in einer niederländischen Studie 102 Patienten über drei Monate hinweg beobachtet. Alle Probanden sollten ihre tägliche Trinkmenge um 1,5 Liter steigern. Im Endeffekt hat die Anzahl der Migräne- oder Kopfweh-Tage nicht abgenommen. Durch die hohe Flüssigkeitsmenge wurden die Attacken und Schmerzen allerdings erträglicher.11)

4. Welche Übungen helfen gegen Kopfschmerzen?

🎬 In diesem Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht effektive Übungen, damit deine Kopfschmerzen verschwinden:

Übung gegen Kopfschmerzen Schritt 1

Übung 1: Seitliche Dehnung

Setze dich gerade auf einen Stuhl oder eine Matte. Ziehe die linke Schulter nach unten und winkle gleichzeitig den linken Arm an. Drehe auch deinen Kopf im 45-Grad-Winkel nach links. Greife mit der rechten Hand über den Kopf bis zum linken Ohr und ziehe den Kopf nach vorne und unten rechts in die Dehnung (siehe Bild).

Führe die Übung zwei Minuten lang aus und steigere währenddessen die Intensität. Wechsle danach die Seite: Ziehe die rechte Schulter nach unten und winkle den rechten Arm an. Drehe den Kopf im 45-Grad-Winkel nach rechts, greife mit dem linken Arm über den Kopf und ziehe ihn nach vorne und nach links unten. Wichtig ist, dass du die Schulter ganz bewusst unten lässt und nicht hochziehst.

Übung gegen Kopfschmerzen Schritt 2

Übung 2: Dehnung der hinteren Nackenmuskeln
Sitze auch hier zunächst ganz gerade. Dann legst du deine beiden Hände oben ans Kopfende und ziehst das Kinn in Richtung Brust. Bei der Übung musst du ganz besonders darauf achten, dass die Brustwirbelsäule gerade bleibt. Nimm also wirklich nur den Kopf nach vorne. So dehnst du langsam deine Nacken-Muskulatur auf und die Spannungen können sich lösen. Bleibe zwei Minuten in der Übung und löse dann die Haltung auf.

Roland Liebscher-Bracht zeigt einer Frau eine Übung gegen Kopfschmerzen

Übung 3: Dehnung in die Gegenrichtung
Jetzt bewegen wir uns in die Gegenrichtung. Du nimmst einen Finger an die Stirn und drückst den Kopf nach hinten. Zu Beginn der Übung kann sich das ungewohnt für dich anfühlen. Übertreibe es nicht und gehe einfach ganz langsam in die Dehnung. Du wirst merken: Mit jedem Mal kannst du die Übung ein bisschen besser ausführen. Diese Übung hilft dir, deine Vorderseite aufzuziehen und Spannungen dort zu lösen.

Eine Frau im Knien bei einer seitlichen Dehnung für den Nacken. Sie sieht mit dem rechten Arm ihren Kopf nach rechts, Roland Liebscher-Bracht unterstützt sie dabei.

Übung 4: Seitliche Nackenmuskulatur
Du ziehst wieder die linke Schulter nach unten und winkelst gleichzeitig den linken Arm an. Jetzt greifst du mit der rechten Hand über deinen Kopf und ziehst nach vorne. Dieses Mal lässt du allerdings den Kopf gerade und spürst daher die Dehnung eher an der Seite deines Halses. Bleibe zwei Minuten in der Haltung und wechsle dann die Seite.

Frau rollt zur Entspannung der Nackenmuskeln mit der Mini-Rolle

Übung 5: Faszien-Rollmassage
Neben den Übungen kannst du an deinem Kopf die Spannungen mit der Mini-Kugel abbauen. Ertaste hinter deinem Ohr den dort verlaufenden Knochen und setze an der empfindsamen Stelle am Ende des Knochens die Mini-Kugel an. Wenn du die Stelle gefunden hast, bleibst du dort einfach mit der Mini-Kugel so lange, bis der Schmerz nachlässt. Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Weitere Übungen:

 

Wenn du mehr über die Unterscheidung, Ursachen und Entstehung von Kopfschmerzen erfahren möchtest, dann geht´s hier entlang

Die besten Übungen gegen Kopfschmerzen:

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Ratgeber Kopfschmerzen von Roland Liebscher-Bracht im Flyerformat. Zu sehen sind Titelseite und der augeschlagene Ratgeber.
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Quellen & Studien   [ + ]