Hyaluronsäure: Helfen Knie-Spritzen wirklich gegen Arthrose-Schmerzen?

Eine orangefarbene Flüssigkeit wird in ein Knie gespritzt.
Hyaluronsäure-Spritzen bei Arthrose im Knie
© romaset – Fotolia.com

Wenn Kniegelenke und Knorpel stark verschleißen, dann lautet die Diagnose meist: Arthrose. Um die dabei auftretenden Schmerzen ohne Operation in den Griff zu bekommen, setzen einige Ärzte Hyaluronsäure-Spritzen ein. Doch helfen die Spritzen wirklich die Schmerzen zu beheben?

Hyaluronsäure kommt als natürliches Element unter anderem in der Gelenkflüssigkeit vor und sorgt dafür, dass sie dickflüssig wird. Dadurch fungiert sie als Schmiermittel, das die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen unterstützt. Auch der Knorpel, der zwischen den Gelenkknochen sitzt, sorgt für die Gleitfähigkeit der Flächen und dient als Stoßdämpfer.

Arthrose im Kniegelenk (Gonarthrose)
Bei Arthrose im Knie verschleißt der Knorpel übermäßig stark. | © reineg – Fotolia.com (bearbeitet)

Bei einem Gelenk mit Arthrose ist der Knorpel entweder ganz oder teilweise verschlissen. Abgelöste Knorpelteilchen, so die herkömmliche Theorie, können dabei die Gelenkinnenhaut reizen, wodurch Schmerzen entstehen.

Wie funktioniert eine Behandlung mit Hyaluronsäure-Spritzen?

Voraussetzung für die Behandlung mit Hyaluronsäure ist, dass die Arthrose noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Dann werden insgesamt eine, drei oder fünf Hyaluronsäure-Spritzen über einen bestimmten Zeitraum injiziert. Dabei wird zwischen der langkettigen (hochmolekularen) und der kurzkettigen (niedermolekularen) Variante der Hyaluronsäure unterschieden. Die kurzkettige Hyaluronsäure soll vor allem schmerz- und entzündungshemmend wirken, während die langkettige Variante die Gleitfähigkeit der Gelenksflüssigkeit verbessern soll. Molekülketten der Hyaluronsäure legen sich in die Vertiefungen des Gelenkknorpels, wodurch die Funktion des Knorpels als Stoßdämpfer wiederhergestellt werden soll. Der weitere Abrieb des zerstörten Knorpels soll dadurch verringert werden und Entzündungen der Gelenkinnenhaut sowie in diesem Zusammenhang entstehende Schmerzen gelindert werden.

Wirken die Hyaluronsäure-Spritzen?

Ob diese erwünschte Wirkung der Hyaluronsäure tatsächlich eintritt, ist allerdings hochumstritten. Studien zeigen hier sehr unterschiedliche, teils widersprüchliche Ergebnisse. Das hängt damit zusammen, dass unterschiedliche Zeiträume und Hyaluronsäure-Präparate untersucht wurden und einige Studien gründlicher als andere durchgeführt wurden. Bei allen Studien konnte jedoch keine dauerhafte Schmerzfreiheit durch Hyaluronsäure erzielt werden. Selbst mit neueren Methoden wie der Hyaluronsäure-Doppelkammerspritze kann Schmerzfreiheit maximal für einige Monate erreicht werden. Anschließend muss wieder Hyaluronsäure gespritzt werden.

Beispielsweise erschien 2012 eine Untersuchung von 89 Studien, die nur einen kleinen und klinisch unbedeutenden Nutzen durch die Hyaluronsäure-Spritzen ergab. Demgegenüber standen Risiken und unerwünschte Folgen der Injektionen in das Gelenk.1) Im Jahr 2015 folgte eine weitere Analyse von acht aussagekräftigen Studien, in denen Hyaluronsäure-Spritzen mit einer Placebo-Behandlung verglichen wurden. Dort ergab sich nach zwölf Wochen zwar eine messbare, aber nur mäßige Verbesserung der Schmerzen durch Hyaluronsäure.2)

Bertelsmann-Studie: Kniespritzen oft wirkungslos!

Eine große Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Schluss, dass Spritzen bei Kniearthrose „häufig wirkungslos“ sind und „darüber hinaus unerkannte Risiken“ bergen, über die Patienten oft nicht aufgeklärt werden.3) Besonders Hyaluronsäure-Injektionen sind nach Einschätzung des an der Studie beteiligten Harding Zentrums „kritisch zu bewerten“: Es zeige sich zwar gelegentlich eine geringfügige Verbesserung, die aber schon „nach wenigen Monaten oft nicht mehr nachweisbar“ ist.4) Professor Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding Zentrums, kritisiert, dass der Nutzen der Spritzen „allzu oft überschätzt [wird] und die verbundenen Risiken, wie etwa Entzündungen oder Schwellungen, ausgeblendet“ werden.5) Dass Patienten darüber häufig nicht aufgeklärt werden, bemängelt Gigerenzer besonders:

„Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Faktenlage bei häufig eingesetzten Behandlungen recht dünn ist. Doch die Patienten werden selten darüber aufgeklärt!“
Prof. Gerd Gigerenzer (Direktor des Harding Zentrums)

Warum sind Hyaluronsäure-Spritzen keine Alternative?

Selbst wenn man von der Wirksamkeit der Hyaluronsäure-Spritzen ausgeht, werden dadurch nur die Symptome bekämpft, nicht die Ursache: Die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen soll durch Hyaluronsäure wiederhergestellt und die Funktion des verschlissenen Knorpels verbessert werden. Doch der Grund, warum der Knorpel überhaupt zerstört wurde und die Knieschmerzen entstanden sind, wird durch die Hyaluronsäure-Behandlung nicht behoben.

Entzündungen sind nicht Ursache der Schmerzen

Auch soll Hyaluronsäure die Entzündungen der Gelenkinnenhaut lindern, die angeblich durch abgelöste Knorpelteilchen zustande kommen und die Schmerzen auslösen. Doch würden die Schmerzen tatsächlich durch die Entzündungen entstehen, wäre es unmöglich, sie innerhalb weniger Minuten in unserer Therapie zu beheben. Aber genau das geschieht jeden Tag in unseren Praxen!

Die Entzündungen sind eine Reaktion des Körpers auf den verschleißenden Knorpel, um alle Materialien für die Regeneration des Knorpels bereitzustellen. Weil die unnachgiebigen Muskeln und Faszien aber dauerhaft enormen Druck auf die Gelenke ausüben und der Knorpel somit permanent verschleißt, können auch die Reperaturvorgänge nicht abgeschlossen werden. Dadurch bleiben die Entzündungen dauerhaft bestehen, solange die Ursache des Verschleißes nicht behoben ist.

Spannung der Muskeln und Faszien muss normalisiert werden!

Wenn also die muskulär-fasziale Spannung nicht normalisiert wird und die Nachgiebigkeit der Muskeln und Faszien nicht durch regelmäßige Übungen trainiert wird, werden weder Verschleiß noch Schmerzen dauerhaft verschwinden. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Hyaluronsäure durchaus sinnvoll, um den Knorpelaufbau zu unterstützen, aber nur wenn parallel die muskulär-fasziale Spannung normalisiert wird. Deshalb wundert es auch nicht, dass selbst die Studien, die eine Wirkung der Hyaluronsäure-Injektionen zeigen, nur eine befristete Schmerzfreiheit nachweisen können. Die Spritzen beheben die Knieschmerzen nicht dauerhaft!

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Bildnachweis: Titelbild: © dziewul – Fotolia.com | Kniespiegelung:  © samrith – Fotolia.com | Junge Frau hat Knieschmerzen: © Lars Zahner – Fotolia.com

Quellen & Studien   [ + ]