Kniegelenksarthrose  — Wege in die Schmerzfreiheit bei Gonarthrose

Bein eines Mannes mit Knieschmerzen, die durch rote Kreise symbolisiert werden. Kniegelenksarthrose ist eine häufige Begleiterscheinung bei Hypermobilität und verursacht Schmerzen im Knie

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Alles Wichtige zur Entstehung und den Behandlungsmöglichkeiten einer Kniegelenksarthrose sowie die besten Übungen zur Schmerzlinderung

Stehst du jeden Morgen mit Knieschmerzen auf, hast Beschwerden bei jedem Schritt und wünschst dir nichts sehnlicher, als dich endlich wieder besser zu fühlen? Diesen Wunsch können wir sehr gut nachempfinden — und mit dir teilen diesen Wunsch Millionen anderer Menschen. Arthrose ist auf der ganzen Welt die häufigste Gelenkerkrankung, wobei das Knie besonders oft betroffen ist. Noch immer gibt es jede Menge Missverständnisse, wie die Arthrose im Knie entsteht und behandelt werden kann. Viele Betroffene denken, dass nur eine Operation, also ein künstliches Kniegelenk, die erhoffte Besserung bringt.

Mit diesem Beitrag möchten wir dir Wege in deine persönliche Schmerzfreiheit aufzeigen, denn unsere Vision ist ein schmerzfreies Leben für jeden Menschen — und zwar ohne Medikamente und Operation! Klingt das nicht toll? Wir möchten dir zunächst die Angst vor der Diagnose Kniegelenksarthrose nehmen. Denn das ist nicht der Anfang vom Ende, sondern eine Chance, um die Signale deines Körpers verstehen zu lernen und dich selbst von deinen Beschwerden befreien zu können. Wie das funktioniert, erklären wir dir in den Kapiteln Behandlung und Übungen.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht

1. Die Kniegelenksarthrose im Überblick


Eine Kniegelenksarthrose (= Gonarthrose) ist definiert als degenerative, primär nicht entzündlich bedingte Erkrankung des Kniegelenks. Das Leitsymptom der Gonarthrose ist der belastungsabhängige Schmerz. 1) Dies bedeutet, dass dein Kniegelenk und der Knorpel in deinem Knie verschleißen. Im Extremfall versteift das Knie und du kannst es so gut wie gar nicht mehr bewegen. Doch bevor es so weit kommt, stehen dir noch zahlreiche Wege und Möglichkeiten offen, um genau das zu verhindern und deine Beschwerden zu lindern. Mit unserer Therapieform konnten wir schon sehr oft eine enorme Schmerzreduktion erreichen.

Außerdem sind wir überzeugt davon, dass sich dein geschädigter Kniegelenkknorpel  erholen kann und sich Knorpelzellen wieder aufbauen können — sobald die Rahmenbedingungen dafür stimmen.

Die Kniegelenksarthrose ist eine häufige Erkrankung bei Patienten im Alter zwischen 35 und 60 Jahren. Statistisch gesehen ist die Prävalenz einer Kniearthrose, also die Häufigkeit in diesem Alter, höher als die einer Koxarthrose (Hüftarthrose). Unter einer Kniegelenksarthrose leiden also mehr Menschen als an einer Hüftarthrose. In beiden fällen werden jedoch viel zu oft und viel zu schnell künstliche Gelenke eingesetzt. Warum dies meist unnötig ist und die Gelenkschädigung auch ohne OP gestoppt werden kann, erklären wir dir im Kapitel Behandlung.

Damit du verstehst, wie Arthrose entstehen kann, erklären wir dir hier zunächst die Funktionsweise eines gesunden Gelenks. Danach vermitteln wir dir, welche Mechanismen zur Entstehung der Kniegelenksarthrose beitragen:

Vereinfachte Darstellung der Knieanatomie, die einzelnen Bestandteile sind jeweils beschriftet.

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So funktioniert ein Gelenk

An einem gesunden Gelenk sind mindestens zwei Knochen beteiligt. Im Knie bildet der Oberschenkelknochen (Femur) ein Gelenkteil und der Unterschenkel mit dem Schienbein (Tibia) den anderen Gelenkteil. Die Flächen deines Kniegelenks sind mit einer sogenannten hyalinen Knorpelschicht überzogen. Eine zweilagige Gelenkkapsel umschließt dein Kniegelenk und sorgt für Stabilität. Außerdem produziert die Synovialhaut der Kapsel die Synovialflüssigkeit, die als Gelenkschmiere zwischen den Knochen fungiert, und stellt Eiweißbausteine für die Ernährung des Knorpels bereit. Schaust du frontal auf dein Knie, verläuft genau über dem Gelenk die Kniescheibe (Patella).

Aufgabe des Knorpels

Der Knorpel in deinem Kniegelenk hat die Form einer Scheibe und wird als Meniskus bezeichnet. Die elastische Knorpelschicht dämpft Stöße und Belastungen ab und sorgt im Zusammenspiel mit der umliegenden Flüssigkeit für die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen.

Du musst wissen, dass dein Knorpel nicht durchblutet ist und daher nach dem Schwamm-Prinzip funktioniert: Jedes Mal, wenn das Gelenk belastet und die Knorpelschicht somit zusammengedrückt wird, werden alle Abfallstoffe aus ihm herausgepresst. Wird das Gelenk entlastet, saugt sich der Knorpel wieder mit Gelenkflüssigkeit voll und nimmt neue Nährstoffe auf. Es ist also sehr wichtig, dass das Gelenk vielfältig bewegt wird, um den Knorpel zu ernähren. Daher sind Schonung und Bewegungsmangel auch nicht gut für dich. Doch einseitige Belastungen durch zu hohe Zugspannungen auf den umliegenden Muskeln und Faszien sorgen für eine extrem hohen punktuellen Druck auf den Knorpel. So wird er ebenfalls nicht richtig belastet und Knorpelzellen sterben ab — die Arthrose beginnt.

Mehr zu den Ursachen und der Entstehung der Kniearthrose sowie dem Knorpelverschleiß erfährst du im nächsten Kapitel.

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2. Kniegelenksarthrose: Symptome, Ursache und Diagnose


Fragst du dich, ob deine Beschwerden wirklich von einer Gonarthrose stammen und wie so etwas überhaupt festgestellt wird? Dann findest du in diesem Kapitel die Antworten auf deine Fragen. Wir stellen dir zunächst typische Symptome einer Kniegelenksarthrose vor und erklären dir dann, wie  die Gonarthrose wirklich entsteht. Zum Schluss erläutern wir dir, auf welche Weise die Kniearthrose diagnostiziert wird.

2.1 Symptome

Menschen, die unter Kniegelenksarthrose leiden, klagen — vor allem im fortgeschrittenen Stadium — meist über starke Schmerzen im Knie. Es fühlt sich steif an und du bist in deiner Bewegungsfähigkeit meist deutlich eingeschränkt.

Doch nicht jeder Betroffene mit Gonarthrose hat auch Beschwerden. Manchmal wird die Arthrose bei anderen Untersuchungen zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt. Dies zeigt, dass Arthrose nicht automatisch zu Schmerzen führen muss — und dass du deine Beschwerden wieder loswerden kannst. Hier haben wir dir die typischen Symptome im Verlauf aller Stadien bei Arthrose des Knies zusammengestellt.

  • Belastungsschmerzen: Sie treten immer dann auf, wenn das Kniegelenk belastet wird. So zeigen sich beispielsweise starke Schmerzen beim Anheben einer schweren Getränkekiste.
  • Anlaufschmerzen: Nach dem Aufstehen oder nach einer längeren Pause können im Kniegelenk Anlaufschmerzen auftreten. Nach ausgiebiger Bewegung lassen diese nach.
  • Schmerzen im Ruhezustand: Die Beschwerden können jedoch auch im Ruhezustand auftreten. Zu Beginn passiert das erst nach größeren Belastungen, im fortgeschrittenen Stadium bereits bei leichten Bewegungen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Der Bewegungsradius kann durch die Schmerzen begrenzt sein, was dich in deinem Alltag eventuell stark einschränkt. Mit unseren Übungen kannst du dir deine Beweglichkeit zurückerobern — und Schmerzmedikamente absetzen.
  • Schwellungen am Gelenk: Gelenkinnenhaut und Gelenkkapsel können sich entzünden, was zu Schwellungen und Schmerzen in deinem Kniegelenk führen kann. Im Spätstadium der Arthrose nimmt die Schwellung durch Knochenauswüchse oft zu (siehe nächster Punkt). 
  • Gelenk-Umfang kann zunehmen: In einer späten Phase der Kniegelenksarthrose bilden sich mitunter Knochenauswüchse (Osteophyten) an den Rändern des Kniegelenks. Diese vergrößern den Gelenk-Umfang und verringern zunehmend den Gelenkspalt. Der Knorpelverschleiß des Kniegelenkknorpels ist dann meist schon sehr ausgeprägt.
  • Kraftlosigkeit und Verdickung der Gelenke: Diese Symptome zeigen sich vor allem bei Arthrose in den Fingern – können aber auch im Rahmen der Kniegelenksarthrose vorkommen.

2.2 Ursachen und Entstehung der Gonarthrose

Jetzt erklärt dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie Arthrose wirklich entsteht und woher deine Schmerzen kommen:

Wusstest du, dass die meisten Menschen in ihrem Alltag durchschnittlich nur noch zehn Prozent der möglichen Gelenkwinkel nutzen? Gerade sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel verschlimmern das Problem. Die Muskeln und Faszien in deinem Bein passen sich nämlich an die häufige Sitzhaltung an. Konkreter: Die Faszien im vorderen Körperbereich werden gestaucht, weil die Muskeln durch die angewinkelten Beine nicht gestreckt, sondern in einer verkürzten Position gehalten werden. Verbringst du nun sehr viel Zeit im Sitzen, bauen sich Muskeln und Faszien entsprechend um. Im vorderen Körperbereich werden sie immer unnachgiebiger, da sie durch das Sitzen schlichtweg viel zu selten gedehnt werden.

Stellst du dich jetzt hin, können die “eingerosteten” Muskeln und Faszien nicht mehr so flexibel gestreckt werden, wie es eigentlich vorgesehen ist. So entsteht eine große Zugkraft nach vorne. Diese gleicht dein Körper aus, indem die Muskulatur im hinteren Körperbereich dagegenzieht.

Als Resultat bauen sich unnatürlich hohe Zugspannungen auf. Sie sorgen dafür, dass die Gelenkflächen im Knie heftig aufeinandergepresst werden — der Ausgangspunkt für die Gelenkschädigung. Die Knorpelschicht zwischen den Gelenkflächen wird punktuell zu stark belastet, während andere Stellen gar nicht mehr ernährt werden. Der Gelenkverschleiß entsteht.

Auf diese Weise nimmt deine Kniegelenksarthrose ihren Anfang – allerdings noch nicht deine Schmerzen. Denn der Gelenkknorpel hat keine eigenen Schmerzrezeptoren. Rezeptoren in der Gelenkinnenhaut registrieren dagegen den Gelenkverschleiß und melden die überhöhte Muskel- und Faszien-Spannung an das Gehirn. Dieses projiziert daraufhin Schmerzen in dein Knie, um dich zu alarmieren, nicht so weiterzumachen wie bisher. Reduzierst du die zu hohen Spannungen, wird dieser sogenannte Alarmschmerz eingestellt. Mehr dazu erfährst du im Kapitel Behandlung.

Primäre und sekundäre Form

Nach schulmedizinischer Auffassung lassen sich zwei Formen der Arthrose unterscheiden: die primäre Arthrose und die sekundäre Arthrose. Für die primäre Arthrose in deinem Kniegelenk gibt es aus herkömmlicher Perspektive keine Erklärung. Einige Autoren legen genetische, ernährungsspezifische, hormonelle oder altersbedingte Mechanismen zugrunde — ohne jeden Beweis. 2) Als Ursachen für die sekundäre Arthrose werden demgegenüber allerhand Risikofaktoren aufgeführt:

  • hohes Alter,
  • Fehlbelastungen und übermäßige Kniebelastungen,
  • Übergewicht,
  • Krankheiten
  • und Verletzungen.

Doch immer wieder findet man Patienten, auf die diese Risikofaktoren nicht zutreffen, die aber trotzdem eine Kniegelenksarthrose haben. Hier wird die Ursache — wie so oft, wenn eine wirkliche Erklärung fehlt –, auf eine genetische Veranlagung geschoben,für die es keine Beweise gibt. Arthrose ist jedoch kein genetisches Schicksal! Warum wir davon überzeugt sind, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Beitrag.

2.3 Diagnose und Stadien einer Kniegelenksarthrose

Besteht der Verdacht auf Gonarthrose, existieren mehrere Verfahren, um zu einer endgültigen Diagnose zu gelangen. Zunächst kann das Kniegelenk orthopädisch untersucht werden. Dabei wird beispielsweise die Beweglichkeit getestet. Röntgenbilder oder MRT-Bilder (Magnetresonanztomographie) zeigen das Ausmaß des Knorpelverschleißes und geben so Auskunft über das Stadium der Arthrose. Zur Verdeutlichung haben wir dir hier den typischen Verlauf der Kniegelenksarthrose anhand der verschiedenen Stadien zusammengestellt. Doch keine Angst: Selbst im letzten Stadium kannst du mit unserer Therapie deine Schmerzen wieder loswerden.

Arthrose im Kniegelenk verursacht Knieschmerzen

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  1. Stadium: Im Frühstadium der Gonarthrose lassen sich leichte Veränderungen am Knorpel wie Ausstülpungen und Rauigkeiten der Knorpelschicht feststellen. Betroffene spüren hier meist noch keine oder oder kaum Beschwerden.
  2. Stadium: Die Knorpelschäden sind weiter fortgeschritten und der Knorpel ist teilweise aufgefasert. Der Druck auf den Gelenkknorpel erfolgt nicht gleichmäßig, sodass der Gelenkverschleiß weiter beschleunigt wird. Gelenkschmerzen treten auf und zusätzlich können können Entzündungen der Gelenkinnenhaut entstehen.
  3. Stadium: In diesem Stadium ist der Knorpel bereits stark beschädigt und der Gelenkspalt zwischen den Knochen verkleinert sich immer weiter. Die Knochen werden durch die wegfallende Pufferung des zerstörten Knorpels stärker belastet und Entzündungen bilden sich durch den Verschleiß. Die Knorpelschäden sind bereits sehr groß und dein Körper versucht, den hohen Druck auf das Kniegelenk besser zu verteilen, indem er dessen Fläche verbreitert und Knochenauswüchse an den Rändern bildet. Diese Osteophyten treten vor allem im Spätstadium, aber auch schon in dieser Phase auf.
  4. Stadium: Im Spätstadium ist der Knorpel vollständig oder nahezu vollständig zerstört und es reibt Knochen auf Knochen. Aus herkömmlicher Sicht sind die Knorpelschäden nur schwer oder nicht mehr regenerierbar. Osteophyten (Knochenauswüchse) bilden sich und das Kniegelenk versteift immer mehr. Betroffene leiden zum Teil unter unerträglichen Schmerzen.

Übrigens sollten bei der Diagnose auch andere Ursachen für die Beschwerden, wie beispielsweise ein Kreuzbandriss, ausgeschlossen werden. In deinem Knie hast du ein vorderes und ein hinteres Kreuzband, die sich — wie der Name bereits andeutet — überkreuzen. Ein Kreuzbandriss,  besonders der Riss des vorderen Kreuzbandes, kann ähnliche Beschwerden wie bei einer Gonarthrose verursachen. Ebenso lösen bei großer Kniebelastung Risse am Meniskus z. T. starke Schmerzen aus. Auch Prellungen des Oberschenkelknochens nahe am Knie sollten ausgeschlossen werden.

Was du nun selbst gegen deine Beschwerden, die Gelenkschmerzen und den Verschleiß unternehmen kannst, erklären wir dir im nächsten Kapitel.

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3. Behandlung einer Kniegelenksarthrose


In diesem Kapitel erklären wir dir die Behandlung einer Kniegelenksarthrose mit der Liebscher & Bracht- Schmerztherapie und erläutern dir Methoden und Therapieformen aus der herkömmlichen Medizin. Vielleicht steht bei dir bereits der OP-Termin an oder dein Arzt rät dir zu einem künstlichen Kniegelenk? Dann kannst du hier noch einmal abwägen, worin die Vor- und Nachteile eines künstlichen Kniegelenks liegen.

3.1 Die Liebscher & Bracht-Schmerztherapie

Wie du nun bereits weißt, entwickelt sich deine Arthrose im Knie durch zu hohe Spannungen in den Muskeln und Faszien, die dafür sorgen, dass die Gelenkflächen zu stark aufeinanderdrücken und Verschleiß an Knochen und Knorpel entsteht. Ziel der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht ist es daher, die zu hohen Spannungen zu reduzieren.

Dafür kannst du mehrere Wege einschlagen:

Roland Liebscher-Bracht steht am Skelett mit eingezeichneten Osteopressur-Punkten. Behandlung bei der Kniegelenksarthrose mit der Osteopressur

Behandlung durch einen Schmerzspezialisten: Wenn du besonders starke Beschwerden hast, kann bei dir ein von uns ausgebildeter Schmerzspezialist in deiner Nähe die von Roland Liebscher-Bracht entwickelte Osteopressur anwenden. Dabei werden gezielt Alarmschmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. Die muskulär-faszialen Spannungen lassen sich auf diese Weise normalisieren und dein Körper kann den Schmerz einstellen. Wichtig für eine dauerhafte Schmerzfreiheit sind jedoch unsere Dehnübungen. Sie sorgen dafür, dass die Spannungen nicht wieder zu groß werden. Individuell passende Übungen für dein Beschwerdebild zeigt dir dein Therapeut und übt sie mit dir.

Drücker-Set zur Behandlung von Handschmerzen

Drücke deine Schmerzen selbst weg: Dank unseres speziell entwickelten Drücker-Sets kannst du auch selbst ans Werk gehen und die sogenannte Light-Osteopressur anwenden. Die unterschiedlichen Spitzen und Härtegrade der Drücker können bei fast allen Schmerzzuständen am Körper angewandt werden — und sie sind natürlich auch zur Behandlung der Kniegelenksarthrose geeignet. Welche Punkte du am besten mit welchem Aufsatz drücken solltest, erklärt dir Roland Liebscher-Bracht per Video. Hier geht es zu allen Videos und dem Drücker-Set

Faszienset und Schlaufe zur Behandlung einer Kniegelenksarthrose

Schmerzfrei-Übungen: Zusätzlich zum Schmerspezialisten oder der Light-Osteopressur sind unsere Übungen wichtige Meilensteine auf deinem Weg in die Beschwerdefreiheit. Die Übungen gegen Knieschmerzen und Kniegelenksarthrose zielen darauf ab, Engpässe genau an den richtigen Stellen zu beseitigen, damit zu hohen Spannungen beseitigt werden und keine neuen entstehen. Im Fall der Gonarthrose bedeutet das, dass besonders die Muskulatur am Oberschenkel, die teilweise auch an der Hüfte ansetzt, und die Wadenmuskulatur gedehnt werden müssen. Bitte mache dir klar: Um dauerhaft schmerzfrei zu werden, ist eine konsequente Anwendung der Übungen erforderlich – parallel zur Osteopressur und darüber hinaus. Welche die besten Übungen bei einer Kniegelenksarthrose sind, zeigen wir dir in Kapitel 4 .

Ernährung bei Arthrose im Knie

Eine gute Ernährung ist in jeder Lebenslage wichtig — doch wenn du unter Gonarthrose leidest, gilt eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen als unerlässlich. Das heißt: Deine Ernährung sollte ausgewogen, basisch und hauptsächlich pflanzlich sein. Aufgrund der industriellen Verarbeitung unserer Lebensmittel wird es allerdings immer schwieriger, deinen Körper richtig zu versorgen, wodurch du schnell in eine Unterversorgung rutschen kannst. Damit dir das nicht passiert und du deinen Körper und besonders deinen Knorpel bei der Regeneration unterstützen kannst, hat Dr. med. Petra Bracht spezielle Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, die ohne künstliche Zusätze auskommen und dich mit allen wichtigen Mikronährstoffen in hochwertiger Form versorgen. Frisches Obst und Gemüse sollten reichlich auf deinem Speiseplan stehen — verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte dagegen reduziert werden. Wie die richtige Ernährung bei Arthrose aussieht, erfährst du in diesem Beitrag

Ein Rezept, dass viele gute Lebensmittel vereint, ist unsere Anti-Arthrose-Suppe. Sie kann dich dabei unterstützen, deine Knieschmerzen zu lindern. Hier findest du das Rezept zum Nachkochen.

3.2 Konservative Therapien

Damit Ärzte einen Anhaltspunkt für die Behandlung der Kniegelenksarthrose haben, gibt es eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie gemeinsam mit dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie und Traumatologie. Darin werden Maßnahmen und Therapien festgehalten, die eine Schmerzlinderung bewirken, Lebensqualität, Gehleistung und Beweglichkeit verbessern sowie den Fortschritt der Arthrose hinauszögern sollen. 3) Meist läuft es aber doch auf eine gelenkersetzende Maßnahme hinaus. Zu den in der Leitlinie empfohlenen Maßnahmen gehören unter anderem die Vermeidung übermäßiger Belastungen des Gelenks und eine Gewichtsreduktion, um eine mechanische Überbeanspruchung zu vermeiden. Unserer Meinung nach ist Übergewicht bei der Entstehung und Ausbreitung der Arthrose jedoch zweitrangig — denn entscheidend sind die zu hohen Zugspannungen auf das Gelenk.

Aus herkömmlicher Sicht werden die folgenden Therapien besonders oft angewandt:

  • Physiotherapie: Durch mobilisierende Übungen sollen hier die Beweglichkeit des Kniegelenks erhalten und die Muskeln rund ums Knie gestärkt werden. Bewegung und Dehnung sind auch essenzielle Bestandteile unseres Ansatzes — mit dem Unterschied, dass unsere Behandlung nicht von einem Arzt verschrieben werden muss. Unsere Übungen kannst du also auch ohne Rezept einfach ausprobieren.
  • Kältetherapie: Die sogenannte Kryotherapie (= Kältetherapie) kommt zum Einsatz, wenn sich das Gewebe im Knie entzündet hat. Durch das Herabsenken der Temperatur wird die Stoffwechselaktivität gehemmt und Schmerzen werden scheinbar gelindert. Entzündungen sind jedoch ein Teil deines Heilungsprozesses, der durch die Kühlung eher ausgebremst wird. Sinnvoller und nachhaltiger kannst du deinen Körper mit einer entzündungshemmenden Ernährung unterstützen.
  • Wärmetherapie: Die Wärmetherapie zielt darauf ab, die Gefäße zu erweitern und so eine bessere Durchblutung sowie die Entspannung der Muskulatur zu erreichen. Ist das Gelenk jedoch entzündet, werden die Schmerzen durch Wärme nur weiter verschlimmert.

Obwohl die Kälte- und Wärmetherapie in der Praxis weit verbreitet ist, gibt es nicht genug Daten, die eine Wirksamkeit bestätigen.4)

  • Elektrotherapie: Elektrische Ströme sollen — je nach eingestellter Frequenz — Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern, abschwellend wirken oder die Muskulatur entspannen. Aber mal ehrlich: Möchtest du wirklich, dass jemand Strom durch deinen Körper jagt? Mit unseren Übungen kannst du dieselben therapeutischen Effekte ganz ohne Risiko erzielen.
  • Magnetfeldtherapie: Die Magnetfeldtherapie soll die Durchblutung der Zellen fördern, Schmerzen auf diese Weise reduzieren und zur Regeneration des Gewebes beitragen. In Studien konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zu den Behandlungsergebnissen einer Kontrollgruppe ohne Magnettherapie festgestellt werden. 5)

📌 Hilfsmittel in der konservativen Therapie der Gonarthrose

Um eine Operation hinauszuschieben, greifen Ärzte und besonders Orthopäden gerne auf Hilfsmittel zurück. Diese reichen von Kniebandagen, Einlagen und Gehhilfen bis zu Orthesen. Gerade mit den Orthesen soll versucht werden, das arthrotische Kniegelenk zu stabilisieren und Bewegung kontrolliert und “geführt” ablaufen zu lassen. 6) Auf dieser Weise hofft man, mit den Orthesen die Fehlstellung in der Beinachse korrigieren zu können. Doch meist liegt das Problem gar nicht direkt in einer Fehlstellung bzw. in der Beinachse. Unserer Erfahrung nach benötigt dein Kniegelenk keine zusätzliche Stabilität von außen, sondern eine Reduktion des Drucks auf die Knochen im Gelenk. Dies kannst du mit unseren Übungen besser erreichen. Warum dir Einlagen daher eher schaden als nutzen, erklären wir dir in diesem Beitrag.

  • Akupunktur: Mithilfe von Akupunktur konnten in mehreren Studien gute Ergebnisse in Bezug auf die Schmerzreduktion erzielt werden. 7) Unsere Übungen wirken jedoch umfassender: Mit ihnen kannst du nicht nur deine Schmerzen beseitigen, sondern auch dafür sorgen, dass dein Knorpel wieder optimal ernährt wird — so wird der Knorpelverschleiß gestoppt und der Knorpel hat endlich die Chance, sich zu regenerieren.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmedikamente gibt es in Hülle und Fülle und viele davon werden gegen Beschwerden bei Gonarthrose eingesetzt. Stehen beispielsweise bei den Betroffenen Belastungsschmerzen im Vordergrund, kommen meist reine Analgetika, wie z. B. Paracetamol oder Metamizol, zum Einsatz. 8) In Fällen mit Entzündungen im Kniegelenk und Gelenkschwellungen kommen eher sogenannte NSAR (= nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen zum Einsatz. Cortison wird manchmal sogar gespritzt. Doch die Liste an möglichen Komplikationen bei Cortison ist sehr lang. Es macht beispielsweise deine Bänder spröde, sodass sie schneller reißen. Alle Medikamente haben gemeinsam, dass sie nicht die Ursache des Problems behandeln und zudem nicht frei von Nebenwirkungen sind.

📌 Was dem Knorpel guttut — und was nicht

Wie du weißt, spielt dein Knorpel im Knie bei der Entstehung deiner Beschwerden eine wichtige Rolle. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in der Medizin starke Bestrebungen gibt, den Knorpel wieder “aufzufüllen”. So sollen Operationen vermieden werden. Eigentlich ein gutes Vorhaben — aber leider meist nur in der Theorie. Dein gesunder Knorpel enthält Hyaluronsäure, weshalb immer wieder Injektionen mit Hyaluronsäure direkt ins Knie gesetzt werden. Allerdings wird der Wirkstoff vom Körper einfach wieder abgebaut. Zudem kommt eine große Studie der Bertelsmann-Stiftung zu dem Schluss, dass Spritzen bei Kniearthrose „häufig wirkungslos“ sind und „darüber hinaus unerkannte Risiken“ bergen, über die Patienten oft nicht aufgeklärt werden. 9) Auch Injektionen mit Rinderknorpel zeigten bei Kniegelenksarthrose keine besseren Ergebnisse. 10)   

3.3 Operationen und Kniegelenkersatz

Viele konservative Therapien bei Kniearthrose sind “nur” darauf ausgelegt, den OP-Termin so weit wie möglich hinauszuzögern. Die Tatsache, dass aber viele Kniegelenksoperationen völlig unnötig sind, wird leider nicht oft genug hervorgehoben. Wir finden es schade, dass nicht eine gelenkerhaltende Behandlung, sondern eine gelenkersetzende Therapie im Fokus steht. Kleine Fortschritte gibt es jedoch bereits:

Früher wurde bei der Diagnose Kniegelenksarthrose oft eine Arthroskopie durchgeführt. Dabei wird in einer kleinen Operation in das Kniegelenk geschaut und die eventuell eingerissenen Ränder an den Menisken werden wieder glatt gefräst. Doch nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird die Kniegelenksarthroskopie zur Behandlung von Patienten deutlich eingeschränkt. 11) Der Eingriff soll nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt werden. Studien haben nämlich ergeben, dass der Nutzen einer Arthroskopie gering ist und die operierten Patienten im Langzeitverlauf sogar eher Arthrose bekommen als ohne Operation.

Zwei künstliche, in ein Knochenmodell eingebaute, Gelenke. Im Hintergrund sind Werkzeuge zu sehen.

© Monstar Studio | fotolia.com

Noch immer sorgen Irrtümer über die Entstehung von Arthrose dafür, dass viel zu häufig ein Gelenkersatz des Knies (= Knieprothese) eingesetzt wird. In Deutschland geschieht dies besonders oft, wie Studien zeigen. Jetzt hat eine Studie die Vor- und Nachteile von künstlichen Knieprothesen (= Knie-TEP) bei Arthrose untersucht.
Bitte verstehe uns nicht falsch: Wenn etwas gebrochen, zertrümmert oder anderweitig irreparabel verletzt ist, stellen Gelenkersatz oder Teilprothese einen echten Segen dar. Doch bei Arthrose gibt es oft andere, effektivere Wege in die Schmerzfreiheit. In der Studie zu Knie-TEPs, also den künstlichen Kniegelenken, wurden zwei Strategien verglichen:12)

  1. Operation und Gelenkersatz in Kombination mit konservativen Maßnahmen
  2. Nur konservative Maßnahmen

Insgesamt 100 Teilnehmer wurden per Los gleichmäßig auf die beiden Gruppen verteilt. Die konservativen Maßnahmen bestanden aus zweimaligem wöchentlichen Training. Nach einem Jahr wurden die Ergebnisse ausgewertet: Zwar hatten die Patienten mit Knie-OP weniger Beschwerden, doch die Autoren der Studie weisen ausdrücklich auf die entscheidenden Nachteile der Operation hin: Der chirurgische Eingriff zeigt eine deutlich höhere Rate an schweren Nebenwirkungen, beispielsweise eine tiefe Beinvenenthrombose (bei drei Patienten), ein steifes Knie (bei drei Patienten) sowie bei einem Patienten eine Wundinfektion. Verbesserungen der Beschwerden gab es nämlich auch in der Patientengruppe ohne OP. 13) Übrigens, so absurd das vielleicht auch klingen mag: Manche Patienten stört es, dass ihre Prothese oder Teilprothese unangenehme Reibegeräusche von sich gibt. Diese Reibegeräusche treten vor allem bei Prothesen mit Keramikbeschichtung auf. Mehr zum Thema künstliche Kniegelenke erfährst du hier.

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4. Übungen gegen Beschwerden bei Kniegelenksarthrose


In diesem Video zeigen dir Roland und Ina die besten Übungen gegen Knieschmerzen bei Gonarthrose. Du kannst die Übungen machen, wenn du bereits Beschwerden hast, aber auch als Prophylaxe, um überhaupt keine Beschwerden zu bekommen. Falls du unsere Dehnübungen noch nicht kennst, dann lies dir am besten unsere Checkliste unter der Übungsbeschreibung durch. Dort steht alles Wichtige, damit du so schnell wie möglich beschwerdefrei werden kannst.

Ina dehnt sich die Waden gegen Kniegelenksarthrose

Schmerzfrei-Übung #1: Stelle dich an eine Wand und stütze dich mit den Händen daran ab. Strecke das betroffene Bein gerade aus und stemme die Fußfläche gegen die Wand. Du spürst die Dehnung in der Wade und gesamten Beinrückseite.

Ina dehnt sich den Oberschenkel gegen Gonarthrose

Schmerzfrei-Übung #2: Stelle dich für diese Übung mit dem ganzen Körper an die Wand. Besonders wichtig ist, dass deine Hüfte und die Knie an der Wand sind. Jetzt winkle das betroffene Knie an, greife nach deinem Fuß und bringe ihn — nach Möglichkeit — zum Gesäß. Du kannst hier auch unsere Übungsschlaufe zu Hilfe nehmen. Achte darauf, dass die Knie zusammen und an der Wand bleiben.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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Die besten Übungen und Tipps bei Arthrose

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Alles Wichtige zur Entstehung und den Behandlungsmöglichkeiten einer Kniegelenksarthrose sowie die besten Übungen zur Schmerzlinderung

Stehst du jeden Morgen mit Knieschmerzen auf, hast Beschwerden bei jedem Schritt und wünschst dir nichts sehnlicher, als dich endlich wieder besser zu fühlen? Diesen Wunsch können wir sehr gut nachempfinden — und mit dir teilen diesen Wunsch Millionen anderer Menschen. Arthrose ist auf der ganzen Welt die häufigste Gelenkerkrankung, wobei das Knie besonders oft betroffen ist. Noch immer gibt es jede Menge Missverständnisse, wie die Arthrose im Knie entsteht und behandelt werden kann. Viele Betroffene denken, dass nur eine Operation, also ein künstliches Kniegelenk, die erhoffte Besserung bringt.

Mit diesem Beitrag möchten wir dir Wege in deine persönliche Schmerzfreiheit aufzeigen, denn unsere Vision ist ein schmerzfreies Leben für jeden Menschen — und zwar ohne Medikamente und Operation! Klingt das nicht toll? Wir möchten dir zunächst die Angst vor der Diagnose Kniegelenksarthrose nehmen. Denn das ist nicht der Anfang vom Ende, sondern eine Chance, um die Signale deines Körpers verstehen zu lernen und dich selbst von deinen Beschwerden befreien zu können. Wie das funktioniert, erklären wir dir in den Kapiteln Behandlung und Übungen.

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Roland Liebscher-Bracht

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Bein eines Mannes mit Knieschmerzen, die durch rote Kreise symbolisiert werden. Kniegelenksarthrose ist eine häufige Begleiterscheinung bei Hypermobilität und verursacht Schmerzen im Knie

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Die besten Übungen gegen Arthrose:

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1. Die Kniegelenksarthrose im Überblick


Eine Kniegelenksarthrose (= Gonarthrose) ist definiert als degenerative, primär nicht entzündlich bedingte Erkrankung des Kniegelenks. Das Leitsymptom der Gonarthrose ist der belastungsabhängige Schmerz. 14) Dies bedeutet, dass dein Kniegelenk und der Knorpel in deinem Knie verschleißen. Im Extremfall versteift das Knie und du kannst es so gut wie gar nicht mehr bewegen. Doch bevor es so weit kommt, stehen dir noch zahlreiche Wege und Möglichkeiten offen, um genau das zu verhindern und deine Beschwerden zu lindern. Mit unserer Therapieform konnten wir schon sehr oft eine enorme Schmerzreduktion erreichen.

Außerdem sind wir überzeugt davon, dass sich dein geschädigter Kniegelenkknorpel  erholen kann und sich Knorpelzellen wieder aufbauen können — sobald die Rahmenbedingungen dafür stimmen.

Die Kniegelenksarthrose ist eine häufige Erkrankung bei Patienten im Alter zwischen 35 und 60 Jahren. Statistisch gesehen ist die Prävalenz einer Kniearthrose, also die Häufigkeit in diesem Alter, höher als die einer Koxarthrose (Hüftarthrose). Unter einer Kniegelenksarthrose leiden also mehr Menschen als an einer Hüftarthrose. In beiden fällen werden jedoch viel zu oft und viel zu schnell künstliche Gelenke eingesetzt. Warum dies meist unnötig ist und die Gelenkschädigung auch ohne OP gestoppt werden kann, erklären wir dir im Kapitel Behandlung.

Damit du verstehst, wie Arthrose entstehen kann, erklären wir dir hier zunächst die Funktionsweise eines gesunden Gelenks. Danach vermitteln wir dir, welche Mechanismen zur Entstehung der Kniegelenksarthrose beitragen:

Vereinfachte Darstellung der Knieanatomie, die einzelnen Bestandteile sind jeweils beschriftet.

© elenabsl | fotolia.com

So funktioniert ein Gelenk

An einem gesunden Gelenk sind mindestens zwei Knochen beteiligt. Im Knie bildet der Oberschenkelknochen (Femur) ein Gelenkteil und der Unterschenkel mit dem Schienbein (Tibia) den anderen Gelenkteil. Die Flächen deines Kniegelenks sind mit einer sogenannten hyalinen Knorpelschicht überzogen. Eine zweilagige Gelenkkapsel umschließt dein Kniegelenk und sorgt für Stabilität. Außerdem produziert die Synovialhaut der Kapsel die Synovialflüssigkeit, die als Gelenkschmiere zwischen den Knochen fungiert, und stellt Eiweißbausteine für die Ernährung des Knorpels bereit. Schaust du frontal auf dein Knie, verläuft genau über dem Gelenk die Kniescheibe (Patella).

Aufgabe des Knorpels

Der Knorpel in deinem Kniegelenk hat die Form einer Scheibe und wird als Meniskus bezeichnet. Die elastische Knorpelschicht dämpft Stöße und Belastungen ab und sorgt im Zusammenspiel mit der umliegenden Flüssigkeit für die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen.

Du musst wissen, dass dein Knorpel nicht durchblutet ist und daher nach dem Schwamm-Prinzip funktioniert: Jedes Mal, wenn das Gelenk belastet und die Knorpelschicht somit zusammengedrückt wird, werden alle Abfallstoffe aus ihm herausgepresst. Wird das Gelenk entlastet, saugt sich der Knorpel wieder mit Gelenkflüssigkeit voll und nimmt neue Nährstoffe auf. Es ist also sehr wichtig, dass das Gelenk vielfältig bewegt wird, um den Knorpel zu ernähren. Daher sind Schonung und Bewegungsmangel auch nicht gut für dich. Doch einseitige Belastungen durch zu hohe Zugspannungen auf den umliegenden Muskeln und Faszien sorgen für eine extrem hohen punktuellen Druck auf den Knorpel. So wird er ebenfalls nicht richtig belastet und Knorpelzellen sterben ab — die Arthrose beginnt.

Mehr zu den Ursachen und der Entstehung der Kniearthrose sowie dem Knorpelverschleiß erfährst du im nächsten Kapitel.

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2. Kniegelenksarthrose: Symptome, Ursache und Diagnose


Fragst du dich, ob deine Beschwerden wirklich von einer Gonarthrose stammen und wie so etwas überhaupt festgestellt wird? Dann findest du in diesem Kapitel die Antworten auf deine Fragen. Wir stellen dir zunächst typische Symptome einer Kniegelenksarthrose vor und erklären dir dann, wie  die Gonarthrose wirklich entsteht. Zum Schluss erläutern wir dir, auf welche Weise die Kniearthrose diagnostiziert wird.

2.1 Symptome

Menschen, die unter Kniegelenksarthrose leiden, klagen — vor allem im fortgeschrittenen Stadium — meist über starke Schmerzen im Knie. Es fühlt sich steif an und du bist in deiner Bewegungsfähigkeit meist deutlich eingeschränkt.

Doch nicht jeder Betroffene mit Gonarthrose hat auch Beschwerden. Manchmal wird die Arthrose bei anderen Untersuchungen zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt. Dies zeigt, dass Arthrose nicht automatisch zu Schmerzen führen muss — und dass du deine Beschwerden wieder loswerden kannst. Hier haben wir dir die typischen Symptome im Verlauf aller Stadien bei Arthrose des Knies zusammengestellt.

  • Belastungsschmerzen: Sie treten immer dann auf, wenn das Kniegelenk belastet wird. So zeigen sich beispielsweise starke Schmerzen beim Anheben einer schweren Getränkekiste.
  • Anlaufschmerzen: Nach dem Aufstehen oder nach einer längeren Pause können im Kniegelenk Anlaufschmerzen auftreten. Nach ausgiebiger Bewegung lassen diese nach.
  • Schmerzen im Ruhezustand: Die Beschwerden können jedoch auch im Ruhezustand auftreten. Zu Beginn passiert das erst nach größeren Belastungen, im fortgeschrittenen Stadium bereits bei leichten Bewegungen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Der Bewegungsradius kann durch die Schmerzen begrenzt sein, was dich in deinem Alltag eventuell stark einschränkt. Mit unseren Übungen kannst du dir deine Beweglichkeit zurückerobern — und Schmerzmedikamente absetzen.
  • Schwellungen am Gelenk: Gelenkinnenhaut und Gelenkkapsel können sich entzünden, was zu Schwellungen und Schmerzen in deinem Kniegelenk führen kann. Im Spätstadium der Arthrose nimmt die Schwellung durch Knochenauswüchse oft zu (siehe nächster Punkt). 
  • Gelenk-Umfang kann zunehmen: In einer späten Phase der Kniegelenksarthrose bilden sich mitunter Knochenauswüchse (Osteophyten) an den Rändern des Kniegelenks. Diese vergrößern den Gelenk-Umfang und verringern zunehmend den Gelenkspalt. Der Knorpelverschleiß des Kniegelenkknorpels ist dann meist schon sehr ausgeprägt.
  • Kraftlosigkeit und Verdickung der Gelenke: Diese Symptome zeigen sich vor allem bei Arthrose in den Fingern – können aber auch im Rahmen der Kniegelenksarthrose vorkommen.

2.2 Ursachen und Entstehung der Gonarthrose

Jetzt erklärt dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie Arthrose wirklich entsteht und woher deine Schmerzen kommen:

Wusstest du, dass die meisten Menschen in ihrem Alltag durchschnittlich nur noch zehn Prozent der möglichen Gelenkwinkel nutzen? Gerade sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel verschlimmern das Problem. Die Muskeln und Faszien in deinem Bein passen sich nämlich an die häufige Sitzhaltung an. Konkreter: Die Faszien im vorderen Körperbereich werden gestaucht, weil die Muskeln durch die angewinkelten Beine nicht gestreckt, sondern in einer verkürzten Position gehalten werden. Verbringst du nun sehr viel Zeit im Sitzen, bauen sich Muskeln und Faszien entsprechend um. Im vorderen Körperbereich werden sie immer unnachgiebiger, da sie durch das Sitzen schlichtweg viel zu selten gedehnt werden.

Stellst du dich jetzt hin, können die “eingerosteten” Muskeln und Faszien nicht mehr so flexibel gestreckt werden, wie es eigentlich vorgesehen ist. So entsteht eine große Zugkraft nach vorne. Diese gleicht dein Körper aus, indem die Muskulatur im hinteren Körperbereich dagegenzieht.

Als Resultat bauen sich unnatürlich hohe Zugspannungen auf. Sie sorgen dafür, dass die Gelenkflächen im Knie heftig aufeinandergepresst werden — der Ausgangspunkt für die Gelenkschädigung. Die Knorpelschicht zwischen den Gelenkflächen wird punktuell zu stark belastet, während andere Stellen gar nicht mehr ernährt werden. Der Gelenkverschleiß entsteht.

Auf diese Weise nimmt deine Kniegelenksarthrose ihren Anfang – allerdings noch nicht deine Schmerzen. Denn der Gelenkknorpel hat keine eigenen Schmerzrezeptoren. Rezeptoren in der Gelenkinnenhaut registrieren dagegen den Gelenkverschleiß und melden die überhöhte Muskel- und Faszien-Spannung an das Gehirn. Dieses projiziert daraufhin Schmerzen in dein Knie, um dich zu alarmieren, nicht so weiterzumachen wie bisher. Reduzierst du die zu hohen Spannungen, wird dieser sogenannte Alarmschmerz eingestellt. Mehr dazu erfährst du im Kapitel Behandlung.

Primäre und sekundäre Form

Nach schulmedizinischer Auffassung lassen sich zwei Formen der Arthrose unterscheiden: die primäre Arthrose und die sekundäre Arthrose. Für die primäre Arthrose in deinem Kniegelenk gibt es aus herkömmlicher Perspektive keine Erklärung. Einige Autoren legen genetische, ernährungsspezifische, hormonelle oder altersbedingte Mechanismen zugrunde — ohne jeden Beweis. 15) Als Ursachen für die sekundäre Arthrose werden demgegenüber allerhand Risikofaktoren aufgeführt:

  • hohes Alter,
  • Fehlbelastungen und übermäßige Kniebelastungen,
  • Übergewicht,
  • Krankheiten
  • und Verletzungen.

Doch immer wieder findet man Patienten, auf die diese Risikofaktoren nicht zutreffen, die aber trotzdem eine Kniegelenksarthrose haben. Hier wird die Ursache — wie so oft, wenn eine wirkliche Erklärung fehlt –, auf eine genetische Veranlagung geschoben,für die es keine Beweise gibt. Arthrose ist jedoch kein genetisches Schicksal! Warum wir davon überzeugt sind, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Beitrag.

2.3 Diagnose und Stadien einer Kniegelenksarthrose

Besteht der Verdacht auf Gonarthrose, existieren mehrere Verfahren, um zu einer endgültigen Diagnose zu gelangen. Zunächst kann das Kniegelenk orthopädisch untersucht werden. Dabei wird beispielsweise die Beweglichkeit getestet. Röntgenbilder oder MRT-Bilder (Magnetresonanztomographie) zeigen das Ausmaß des Knorpelverschleißes und geben so Auskunft über das Stadium der Arthrose. Zur Verdeutlichung haben wir dir hier den typischen Verlauf der Kniegelenksarthrose anhand der verschiedenen Stadien zusammengestellt. Doch keine Angst: Selbst im letzten Stadium kannst du mit unserer Therapie deine Schmerzen wieder loswerden.

Arthrose im Kniegelenk verursacht Knieschmerzen

© bilderzwerg | fotolia.com

  1. Stadium: Im Frühstadium der Gonarthrose lassen sich leichte Veränderungen am Knorpel wie Ausstülpungen und Rauigkeiten der Knorpelschicht feststellen. Betroffene spüren hier meist noch keine oder oder kaum Beschwerden.
  2. Stadium: Die Knorpelschäden sind weiter fortgeschritten und der Knorpel ist teilweise aufgefasert. Der Druck auf den Gelenkknorpel erfolgt nicht gleichmäßig, sodass der Gelenkverschleiß weiter beschleunigt wird. Gelenkschmerzen treten auf und zusätzlich können können Entzündungen der Gelenkinnenhaut entstehen.
  3. Stadium: In diesem Stadium ist der Knorpel bereits stark beschädigt und der Gelenkspalt zwischen den Knochen verkleinert sich immer weiter. Die Knochen werden durch die wegfallende Pufferung des zerstörten Knorpels stärker belastet und Entzündungen bilden sich durch den Verschleiß. Die Knorpelschäden sind bereits sehr groß und dein Körper versucht, den hohen Druck auf das Kniegelenk besser zu verteilen, indem er dessen Fläche verbreitert und Knochenauswüchse an den Rändern bildet. Diese Osteophyten treten vor allem im Spätstadium, aber auch schon in dieser Phase auf.
  4. Stadium: Im Spätstadium ist der Knorpel vollständig oder nahezu vollständig zerstört und es reibt Knochen auf Knochen. Aus herkömmlicher Sicht sind die Knorpelschäden nur schwer oder nicht mehr regenerierbar. Osteophyten (Knochenauswüchse) bilden sich und das Kniegelenk versteift immer mehr. Betroffene leiden zum Teil unter unerträglichen Schmerzen.

Übrigens sollten bei der Diagnose auch andere Ursachen für die Beschwerden, wie beispielsweise ein Kreuzbandriss, ausgeschlossen werden. In deinem Knie hast du ein vorderes und ein hinteres Kreuzband, die sich — wie der Name bereits andeutet — überkreuzen. Ein Kreuzbandriss,  besonders der Riss des vorderen Kreuzbandes, kann ähnliche Beschwerden wie bei einer Gonarthrose verursachen. Ebenso lösen bei großer Kniebelastung Risse am Meniskus z. T. starke Schmerzen aus. Auch Prellungen des Oberschenkelknochens nahe am Knie sollten ausgeschlossen werden.

Was du nun selbst gegen deine Beschwerden, die Gelenkschmerzen und den Verschleiß unternehmen kannst, erklären wir dir im nächsten Kapitel.

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3. Behandlung einer Kniegelenksarthrose


In diesem Kapitel erklären wir dir die Behandlung einer Kniegelenksarthrose mit der Liebscher & Bracht- Schmerztherapie und erläutern dir Methoden und Therapieformen aus der herkömmlichen Medizin. Vielleicht steht bei dir bereits der OP-Termin an oder dein Arzt rät dir zu einem künstlichen Kniegelenk? Dann kannst du hier noch einmal abwägen, worin die Vor- und Nachteile eines künstlichen Kniegelenks liegen.

3.1 Die Liebscher & Bracht-Schmerztherapie

Wie du nun bereits weißt, entwickelt sich deine Arthrose im Knie durch zu hohe Spannungen in den Muskeln und Faszien, die dafür sorgen, dass die Gelenkflächen zu stark aufeinanderdrücken und Verschleiß an Knochen und Knorpel entsteht. Ziel der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht ist es daher, die zu hohen Spannungen zu reduzieren.

Dafür kannst du mehrere Wege einschlagen:

Roland Liebscher-Bracht steht am Skelett mit eingezeichneten Osteopressur-Punkten. Behandlung bei der Kniegelenksarthrose mit der Osteopressur

Behandlung durch einen Schmerzspezialisten: Wenn du besonders starke Beschwerden hast, kann bei dir ein von uns ausgebildeter Schmerzspezialist in deiner Nähe die von Roland Liebscher-Bracht entwickelte Osteopressur anwenden. Dabei werden gezielt Alarmschmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. Die muskulär-faszialen Spannungen lassen sich auf diese Weise normalisieren und dein Körper kann den Schmerz einstellen. Wichtig für eine dauerhafte Schmerzfreiheit sind jedoch unsere Dehnübungen. Sie sorgen dafür, dass die Spannungen nicht wieder zu groß werden. Individuell passende Übungen für dein Beschwerdebild zeigt dir dein Therapeut und übt sie mit dir.

Drücker-Set zur Behandlung von Handschmerzen

Drücke deine Schmerzen selbst weg: Dank unseres speziell entwickelten Drücker-Sets kannst du auch selbst ans Werk gehen und die sogenannte Light-Osteopressur anwenden. Die unterschiedlichen Spitzen und Härtegrade der Drücker können bei fast allen Schmerzzuständen am Körper angewandt werden — und sie sind natürlich auch zur Behandlung der Kniegelenksarthrose geeignet. Welche Punkte du am besten mit welchem Aufsatz drücken solltest, erklärt dir Roland Liebscher-Bracht per Video. Hier geht es zu allen Videos und dem Drücker-Set

Faszienset und Schlaufe zur Behandlung einer Kniegelenksarthrose

Schmerzfrei-Übungen: Zusätzlich zum Schmerspezialisten oder der Light-Osteopressur sind unsere Übungen wichtige Meilensteine auf deinem Weg in die Beschwerdefreiheit. Die Übungen gegen Knieschmerzen und Kniegelenksarthrose zielen darauf ab, Engpässe genau an den richtigen Stellen zu beseitigen, damit zu hohen Spannungen beseitigt werden und keine neuen entstehen. Im Fall der Gonarthrose bedeutet das, dass besonders die Muskulatur am Oberschenkel, die teilweise auch an der Hüfte ansetzt, und die Wadenmuskulatur gedehnt werden müssen. Bitte mache dir klar: Um dauerhaft schmerzfrei zu werden, ist eine konsequente Anwendung der Übungen erforderlich – parallel zur Osteopressur und darüber hinaus. Welche die besten Übungen bei einer Kniegelenksarthrose sind, zeigen wir dir in Kapitel 4 .

Ernährung bei Arthrose im Knie

Eine gute Ernährung ist in jeder Lebenslage wichtig — doch wenn du unter Gonarthrose leidest, gilt eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen als unerlässlich. Das heißt: Deine Ernährung sollte ausgewogen, basisch und hauptsächlich pflanzlich sein. Aufgrund der industriellen Verarbeitung unserer Lebensmittel wird es allerdings immer schwieriger, deinen Körper richtig zu versorgen, wodurch du schnell in eine Unterversorgung rutschen kannst. Damit dir das nicht passiert und du deinen Körper und besonders deinen Knorpel bei der Regeneration unterstützen kannst, hat Dr. med. Petra Bracht spezielle Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, die ohne künstliche Zusätze auskommen und dich mit allen wichtigen Mikronährstoffen in hochwertiger Form versorgen. Frisches Obst und Gemüse sollten reichlich auf deinem Speiseplan stehen — verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte dagegen reduziert werden. Wie die richtige Ernährung bei Arthrose aussieht, erfährst du in diesem Beitrag

Ein Rezept, dass viele gute Lebensmittel vereint, ist unsere Anti-Arthrose-Suppe. Sie kann dich dabei unterstützen, deine Knieschmerzen zu lindern. Hier findest du das Rezept zum Nachkochen.

3.2 Konservative Therapien

Damit Ärzte einen Anhaltspunkt für die Behandlung der Kniegelenksarthrose haben, gibt es eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie gemeinsam mit dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie und Traumatologie. Darin werden Maßnahmen und Therapien festgehalten, die eine Schmerzlinderung bewirken, Lebensqualität, Gehleistung und Beweglichkeit verbessern sowie den Fortschritt der Arthrose hinauszögern sollen. 16) Meist läuft es aber doch auf eine gelenkersetzende Maßnahme hinaus. Zu den in der Leitlinie empfohlenen Maßnahmen gehören unter anderem die Vermeidung übermäßiger Belastungen des Gelenks und eine Gewichtsreduktion, um eine mechanische Überbeanspruchung zu vermeiden. Unserer Meinung nach ist Übergewicht bei der Entstehung und Ausbreitung der Arthrose jedoch zweitrangig — denn entscheidend sind die zu hohen Zugspannungen auf das Gelenk.

Aus herkömmlicher Sicht werden die folgenden Therapien besonders oft angewandt:

  • Physiotherapie: Durch mobilisierende Übungen sollen hier die Beweglichkeit des Kniegelenks erhalten und die Muskeln rund ums Knie gestärkt werden. Bewegung und Dehnung sind auch essenzielle Bestandteile unseres Ansatzes — mit dem Unterschied, dass unsere Behandlung nicht von einem Arzt verschrieben werden muss. Unsere Übungen kannst du also auch ohne Rezept einfach ausprobieren.
  • Kältetherapie: Die sogenannte Kryotherapie (= Kältetherapie) kommt zum Einsatz, wenn sich das Gewebe im Knie entzündet hat. Durch das Herabsenken der Temperatur wird die Stoffwechselaktivität gehemmt und Schmerzen werden scheinbar gelindert. Entzündungen sind jedoch ein Teil deines Heilungsprozesses, der durch die Kühlung eher ausgebremst wird. Sinnvoller und nachhaltiger kannst du deinen Körper mit einer entzündungshemmenden Ernährung unterstützen.
  • Wärmetherapie: Die Wärmetherapie zielt darauf ab, die Gefäße zu erweitern und so eine bessere Durchblutung sowie die Entspannung der Muskulatur zu erreichen. Ist das Gelenk jedoch entzündet, werden die Schmerzen durch Wärme nur weiter verschlimmert.

Obwohl die Kälte- und Wärmetherapie in der Praxis weit verbreitet ist, gibt es nicht genug Daten, die eine Wirksamkeit bestätigen.17)

  • Elektrotherapie: Elektrische Ströme sollen — je nach eingestellter Frequenz — Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern, abschwellend wirken oder die Muskulatur entspannen. Aber mal ehrlich: Möchtest du wirklich, dass jemand Strom durch deinen Körper jagt? Mit unseren Übungen kannst du dieselben therapeutischen Effekte ganz ohne Risiko erzielen.
  • Magnetfeldtherapie: Die Magnetfeldtherapie soll die Durchblutung der Zellen fördern, Schmerzen auf diese Weise reduzieren und zur Regeneration des Gewebes beitragen. In Studien konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zu den Behandlungsergebnissen einer Kontrollgruppe ohne Magnettherapie festgestellt werden. 18)

📌 Hilfsmittel in der konservativen Therapie der Gonarthrose

Um eine Operation hinauszuschieben, greifen Ärzte und besonders Orthopäden gerne auf Hilfsmittel zurück. Diese reichen von Kniebandagen, Einlagen und Gehhilfen bis zu Orthesen. Gerade mit den Orthesen soll versucht werden, das arthrotische Kniegelenk zu stabilisieren und Bewegung kontrolliert und “geführt” ablaufen zu lassen. 19) Auf dieser Weise hofft man, mit den Orthesen die Fehlstellung in der Beinachse korrigieren zu können. Doch meist liegt das Problem gar nicht direkt in einer Fehlstellung bzw. in der Beinachse. Unserer Erfahrung nach benötigt dein Kniegelenk keine zusätzliche Stabilität von außen, sondern eine Reduktion des Drucks auf die Knochen im Gelenk. Dies kannst du mit unseren Übungen besser erreichen. Warum dir Einlagen daher eher schaden als nutzen, erklären wir dir in diesem Beitrag.

  • Akupunktur: Mithilfe von Akupunktur konnten in mehreren Studien gute Ergebnisse in Bezug auf die Schmerzreduktion erzielt werden. 20) Unsere Übungen wirken jedoch umfassender: Mit ihnen kannst du nicht nur deine Schmerzen beseitigen, sondern auch dafür sorgen, dass dein Knorpel wieder optimal ernährt wird — so wird der Knorpelverschleiß gestoppt und der Knorpel hat endlich die Chance, sich zu regenerieren.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmedikamente gibt es in Hülle und Fülle und viele davon werden gegen Beschwerden bei Gonarthrose eingesetzt. Stehen beispielsweise bei den Betroffenen Belastungsschmerzen im Vordergrund, kommen meist reine Analgetika, wie z. B. Paracetamol oder Metamizol, zum Einsatz. 21) In Fällen mit Entzündungen im Kniegelenk und Gelenkschwellungen kommen eher sogenannte NSAR (= nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen zum Einsatz. Cortison wird manchmal sogar gespritzt. Doch die Liste an möglichen Komplikationen bei Cortison ist sehr lang. Es macht beispielsweise deine Bänder spröde, sodass sie schneller reißen. Alle Medikamente haben gemeinsam, dass sie nicht die Ursache des Problems behandeln und zudem nicht frei von Nebenwirkungen sind.

📌 Was dem Knorpel guttut — und was nicht

Wie du weißt, spielt dein Knorpel im Knie bei der Entstehung deiner Beschwerden eine wichtige Rolle. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in der Medizin starke Bestrebungen gibt, den Knorpel wieder “aufzufüllen”. So sollen Operationen vermieden werden. Eigentlich ein gutes Vorhaben — aber leider meist nur in der Theorie. Dein gesunder Knorpel enthält Hyaluronsäure, weshalb immer wieder Injektionen mit Hyaluronsäure direkt ins Knie gesetzt werden. Allerdings wird der Wirkstoff vom Körper einfach wieder abgebaut. Zudem kommt eine große Studie der Bertelsmann-Stiftung zu dem Schluss, dass Spritzen bei Kniearthrose „häufig wirkungslos“ sind und „darüber hinaus unerkannte Risiken“ bergen, über die Patienten oft nicht aufgeklärt werden. 22) Auch Injektionen mit Rinderknorpel zeigten bei Kniegelenksarthrose keine besseren Ergebnisse. 23)   

3.3 Operationen und Kniegelenkersatz

Viele konservative Therapien bei Kniearthrose sind “nur” darauf ausgelegt, den OP-Termin so weit wie möglich hinauszuzögern. Die Tatsache, dass aber viele Kniegelenksoperationen völlig unnötig sind, wird leider nicht oft genug hervorgehoben. Wir finden es schade, dass nicht eine gelenkerhaltende Behandlung, sondern eine gelenkersetzende Therapie im Fokus steht. Kleine Fortschritte gibt es jedoch bereits:

Früher wurde bei der Diagnose Kniegelenksarthrose oft eine Arthroskopie durchgeführt. Dabei wird in einer kleinen Operation in das Kniegelenk geschaut und die eventuell eingerissenen Ränder an den Menisken werden wieder glatt gefräst. Doch nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird die Kniegelenksarthroskopie zur Behandlung von Patienten deutlich eingeschränkt. 24) Der Eingriff soll nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt werden. Studien haben nämlich ergeben, dass der Nutzen einer Arthroskopie gering ist und die operierten Patienten im Langzeitverlauf sogar eher Arthrose bekommen als ohne Operation.

Zwei künstliche, in ein Knochenmodell eingebaute, Gelenke. Im Hintergrund sind Werkzeuge zu sehen.

© Monstar Studio | fotolia.com

Noch immer sorgen Irrtümer über die Entstehung von Arthrose dafür, dass viel zu häufig ein Gelenkersatz des Knies (= Knieprothese) eingesetzt wird. In Deutschland geschieht dies besonders oft, wie Studien zeigen. Jetzt hat eine Studie die Vor- und Nachteile von künstlichen Knieprothesen (= Knie-TEP) bei Arthrose untersucht.
Bitte verstehe uns nicht falsch: Wenn etwas gebrochen, zertrümmert oder anderweitig irreparabel verletzt ist, stellen Gelenkersatz oder Teilprothese einen echten Segen dar. Doch bei Arthrose gibt es oft andere, effektivere Wege in die Schmerzfreiheit. In der Studie zu Knie-TEPs, also den künstlichen Kniegelenken, wurden zwei Strategien verglichen:25)

  1. Operation und Gelenkersatz in Kombination mit konservativen Maßnahmen
  2. Nur konservative Maßnahmen

Insgesamt 100 Teilnehmer wurden per Los gleichmäßig auf die beiden Gruppen verteilt. Die konservativen Maßnahmen bestanden aus zweimaligem wöchentlichen Training. Nach einem Jahr wurden die Ergebnisse ausgewertet: Zwar hatten die Patienten mit Knie-OP weniger Beschwerden, doch die Autoren der Studie weisen ausdrücklich auf die entscheidenden Nachteile der Operation hin: Der chirurgische Eingriff zeigt eine deutlich höhere Rate an schweren Nebenwirkungen, beispielsweise eine tiefe Beinvenenthrombose (bei drei Patienten), ein steifes Knie (bei drei Patienten) sowie bei einem Patienten eine Wundinfektion. Verbesserungen der Beschwerden gab es nämlich auch in der Patientengruppe ohne OP. 26) Übrigens, so absurd das vielleicht auch klingen mag: Manche Patienten stört es, dass ihre Prothese oder Teilprothese unangenehme Reibegeräusche von sich gibt. Diese Reibegeräusche treten vor allem bei Prothesen mit Keramikbeschichtung auf. Mehr zum Thema künstliche Kniegelenke erfährst du hier.

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4. Übungen gegen Beschwerden bei Kniegelenksarthrose


In diesem Video zeigen dir Roland und Ina die besten Übungen gegen Knieschmerzen bei Gonarthrose. Du kannst die Übungen machen, wenn du bereits Beschwerden hast, aber auch als Prophylaxe, um überhaupt keine Beschwerden zu bekommen. Falls du unsere Dehnübungen noch nicht kennst, dann lies dir am besten unsere Checkliste unter der Übungsbeschreibung durch. Dort steht alles Wichtige, damit du so schnell wie möglich beschwerdefrei werden kannst.

Ina dehnt sich die Waden gegen Kniegelenksarthrose

Schmerzfrei-Übung #1: Stelle dich an eine Wand und stütze dich mit den Händen daran ab. Strecke das betroffene Bein gerade aus und stemme die Fußfläche gegen die Wand. Du spürst die Dehnung in der Wade und gesamten Beinrückseite.

Ina dehnt sich den Oberschenkel gegen Gonarthrose

Schmerzfrei-Übung #2: Stelle dich für diese Übung mit dem ganzen Körper an die Wand. Besonders wichtig ist, dass deine Hüfte und die Knie an der Wand sind. Jetzt winkle das betroffene Knie an, greife nach deinem Fuß und bringe ihn — nach Möglichkeit — zum Gesäß. Du kannst hier auch unsere Übungsschlaufe zu Hilfe nehmen. Achte darauf, dass die Knie zusammen und an der Wand bleiben.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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Roland Liebscher-Bracht

Rundes Bild, aufwärts vom Hals ab, von Roland Liebscher - Bracht lächelnd mit weißen Hintergrund
Bein eines Mannes mit Knieschmerzen, die durch rote Kreise symbolisiert werden. Kniegelenksarthrose ist eine häufige Begleiterscheinung bei Hypermobilität und verursacht Schmerzen im Knie

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Alles Wichtige zur Entstehung und den Behandlungsmöglichkeiten einer Kniegelenksarthrose sowie die besten Übungen zur Schmerzlinderung

Stehst du jeden Morgen mit Knieschmerzen auf, hast Beschwerden bei jedem Schritt und wünschst dir nichts sehnlicher, als dich endlich wieder besser zu fühlen? Diesen Wunsch können wir sehr gut nachempfinden — und mit dir teilen diesen Wunsch Millionen anderer Menschen. Arthrose ist auf der ganzen Welt die häufigste Gelenkerkrankung, wobei das Knie besonders oft betroffen ist. Noch immer gibt es jede Menge Missverständnisse, wie die Arthrose im Knie entsteht und behandelt werden kann. Viele Betroffene denken, dass nur eine Operation, also ein künstliches Kniegelenk, die erhoffte Besserung bringt.

Mit diesem Beitrag möchten wir dir Wege in deine persönliche Schmerzfreiheit aufzeigen, denn unsere Vision ist ein schmerzfreies Leben für jeden Menschen — und zwar ohne Medikamente und Operation! Klingt das nicht toll? Wir möchten dir zunächst die Angst vor der Diagnose Kniegelenksarthrose nehmen. Denn das ist nicht der Anfang vom Ende, sondern eine Chance, um die Signale deines Körpers verstehen zu lernen und dich selbst von deinen Beschwerden befreien zu können. Wie das funktioniert, erklären wir dir in den Kapiteln Behandlung und Übungen.

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1. Die Kniegelenksarthrose im Überblick

Eine Kniegelenksarthrose (= Gonarthrose) ist definiert als degenerative, primär nicht entzündlich bedingte Erkrankung des Kniegelenks. Das Leitsymptom der Gonarthrose ist der belastungsabhängige Schmerz. 27) Dies bedeutet, dass dein Kniegelenk und der Knorpel in deinem Knie verschleißen. Im Extremfall versteift das Knie und du kannst es so gut wie gar nicht mehr bewegen. Doch bevor es so weit kommt, stehen dir noch zahlreiche Wege und Möglichkeiten offen, um genau das zu verhindern und deine Beschwerden zu lindern. Mit unserer Therapieform konnten wir schon sehr oft eine enorme Schmerzreduktion erreichen.

Außerdem sind wir überzeugt davon, dass sich dein geschädigter Kniegelenkknorpel  erholen kann und sich Knorpelzellen wieder aufbauen können — sobald die Rahmenbedingungen dafür stimmen.

Die Kniegelenksarthrose ist eine häufige Erkrankung bei Patienten im Alter zwischen 35 und 60 Jahren. Statistisch gesehen ist die Prävalenz einer Kniearthrose, also die Häufigkeit in diesem Alter, höher als die einer Koxarthrose (Hüftarthrose). Unter einer Kniegelenksarthrose leiden also mehr Menschen als an einer Hüftarthrose. In beiden fällen werden jedoch viel zu oft und viel zu schnell künstliche Gelenke eingesetzt. Warum dies meist unnötig ist und die Gelenkschädigung auch ohne OP gestoppt werden kann, erklären wir dir im Kapitel Behandlung.

Damit du verstehst, wie Arthrose entstehen kann, erklären wir dir hier zunächst die Funktionsweise eines gesunden Gelenks. Danach vermitteln wir dir, welche Mechanismen zur Entstehung der Kniegelenksarthrose beitragen:

Vereinfachte Darstellung der Knieanatomie, die einzelnen Bestandteile sind jeweils beschriftet.

© elenabsl | fotolia.com

So funktioniert ein Gelenk

An einem gesunden Gelenk sind mindestens zwei Knochen beteiligt. Im Knie bildet der Oberschenkelknochen (Femur) ein Gelenkteil und der Unterschenkel mit dem Schienbein (Tibia) den anderen Gelenkteil. Die Flächen deines Kniegelenks sind mit einer sogenannten hyalinen Knorpelschicht überzogen. Eine zweilagige Gelenkkapsel umschließt dein Kniegelenk und sorgt für Stabilität. Außerdem produziert die Synovialhaut der Kapsel die Synovialflüssigkeit, die als Gelenkschmiere zwischen den Knochen fungiert, und stellt Eiweißbausteine für die Ernährung des Knorpels bereit. Schaust du frontal auf dein Knie, verläuft genau über dem Gelenk die Kniescheibe (Patella).

Aufgabe des Knorpels

Der Knorpel in deinem Kniegelenk hat die Form einer Scheibe und wird als Meniskus bezeichnet. Die elastische Knorpelschicht dämpft Stöße und Belastungen ab und sorgt im Zusammenspiel mit der umliegenden Flüssigkeit für die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen.

Du musst wissen, dass dein Knorpel nicht durchblutet ist und daher nach dem Schwamm-Prinzip funktioniert: Jedes Mal, wenn das Gelenk belastet und die Knorpelschicht somit zusammengedrückt wird, werden alle Abfallstoffe aus ihm herausgepresst. Wird das Gelenk entlastet, saugt sich der Knorpel wieder mit Gelenkflüssigkeit voll und nimmt neue Nährstoffe auf. Es ist also sehr wichtig, dass das Gelenk vielfältig bewegt wird, um den Knorpel zu ernähren. Daher sind Schonung und Bewegungsmangel auch nicht gut für dich. Doch einseitige Belastungen durch zu hohe Zugspannungen auf den umliegenden Muskeln und Faszien sorgen für eine extrem hohen punktuellen Druck auf den Knorpel. So wird er ebenfalls nicht richtig belastet und Knorpelzellen sterben ab — die Arthrose beginnt.

Mehr zu den Ursachen und der Entstehung der Kniearthrose sowie dem Knorpelverschleiß erfährst du im nächsten Kapitel.

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2. Kniegelenksarthrose: Symptome, Ursache und Diagnose

Fragst du dich, ob deine Beschwerden wirklich von einer Gonarthrose stammen und wie so etwas überhaupt festgestellt wird? Dann findest du in diesem Kapitel die Antworten auf deine Fragen. Wir stellen dir zunächst typische Symptome einer Kniegelenksarthrose vor und erklären dir dann, wie  die Gonarthrose wirklich entsteht. Zum Schluss erläutern wir dir, auf welche Weise die Kniearthrose diagnostiziert wird.

2.1 Symptome

Menschen, die unter Kniegelenksarthrose leiden, klagen — vor allem im fortgeschrittenen Stadium — meist über starke Schmerzen im Knie. Es fühlt sich steif an und du bist in deiner Bewegungsfähigkeit meist deutlich eingeschränkt.

Doch nicht jeder Betroffene mit Gonarthrose hat auch Beschwerden. Manchmal wird die Arthrose bei anderen Untersuchungen zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt. Dies zeigt, dass Arthrose nicht automatisch zu Schmerzen führen muss — und dass du deine Beschwerden wieder loswerden kannst. Hier haben wir dir die typischen Symptome im Verlauf aller Stadien bei Arthrose des Knies zusammengestellt.

  • Belastungsschmerzen: Sie treten immer dann auf, wenn das Kniegelenk belastet wird. So zeigen sich beispielsweise starke Schmerzen beim Anheben einer schweren Getränkekiste.
  • Anlaufschmerzen: Nach dem Aufstehen oder nach einer längeren Pause können im Kniegelenk Anlaufschmerzen auftreten. Nach ausgiebiger Bewegung lassen diese nach.
  • Schmerzen im Ruhezustand: Die Beschwerden können jedoch auch im Ruhezustand auftreten. Zu Beginn passiert das erst nach größeren Belastungen, im fortgeschrittenen Stadium bereits bei leichten Bewegungen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Der Bewegungsradius kann durch die Schmerzen begrenzt sein, was dich in deinem Alltag eventuell stark einschränkt. Mit unseren Übungen kannst du dir deine Beweglichkeit zurückerobern — und Schmerzmedikamente absetzen.
  • Schwellungen am Gelenk: Gelenkinnenhaut und Gelenkkapsel können sich entzünden, was zu Schwellungen und Schmerzen in deinem Kniegelenk führen kann. Im Spätstadium der Arthrose nimmt die Schwellung durch Knochenauswüchse oft zu (siehe nächster Punkt). 
  • Gelenk-Umfang kann zunehmen: In einer späten Phase der Kniegelenksarthrose bilden sich mitunter Knochenauswüchse (Osteophyten) an den Rändern des Kniegelenks. Diese vergrößern den Gelenk-Umfang und verringern zunehmend den Gelenkspalt. Der Knorpelverschleiß des Kniegelenkknorpels ist dann meist schon sehr ausgeprägt.
  • Kraftlosigkeit und Verdickung der Gelenke: Diese Symptome zeigen sich vor allem bei Arthrose in den Fingern – können aber auch im Rahmen der Kniegelenksarthrose vorkommen.

2.2 Ursachen und Entstehung der Gonarthrose

Jetzt erklärt dir unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie Arthrose wirklich entsteht und woher deine Schmerzen kommen:

Wusstest du, dass die meisten Menschen in ihrem Alltag durchschnittlich nur noch zehn Prozent der möglichen Gelenkwinkel nutzen? Gerade sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel verschlimmern das Problem. Die Muskeln und Faszien in deinem Bein passen sich nämlich an die häufige Sitzhaltung an. Konkreter: Die Faszien im vorderen Körperbereich werden gestaucht, weil die Muskeln durch die angewinkelten Beine nicht gestreckt, sondern in einer verkürzten Position gehalten werden. Verbringst du nun sehr viel Zeit im Sitzen, bauen sich Muskeln und Faszien entsprechend um. Im vorderen Körperbereich werden sie immer unnachgiebiger, da sie durch das Sitzen schlichtweg viel zu selten gedehnt werden.

Stellst du dich jetzt hin, können die “eingerosteten” Muskeln und Faszien nicht mehr so flexibel gestreckt werden, wie es eigentlich vorgesehen ist. So entsteht eine große Zugkraft nach vorne. Diese gleicht dein Körper aus, indem die Muskulatur im hinteren Körperbereich dagegenzieht.

Als Resultat bauen sich unnatürlich hohe Zugspannungen auf. Sie sorgen dafür, dass die Gelenkflächen im Knie heftig aufeinandergepresst werden — der Ausgangspunkt für die Gelenkschädigung. Die Knorpelschicht zwischen den Gelenkflächen wird punktuell zu stark belastet, während andere Stellen gar nicht mehr ernährt werden. Der Gelenkverschleiß entsteht.

Auf diese Weise nimmt deine Kniegelenksarthrose ihren Anfang – allerdings noch nicht deine Schmerzen. Denn der Gelenkknorpel hat keine eigenen Schmerzrezeptoren. Rezeptoren in der Gelenkinnenhaut registrieren dagegen den Gelenkverschleiß und melden die überhöhte Muskel- und Faszien-Spannung an das Gehirn. Dieses projiziert daraufhin Schmerzen in dein Knie, um dich zu alarmieren, nicht so weiterzumachen wie bisher. Reduzierst du die zu hohen Spannungen, wird dieser sogenannte Alarmschmerz eingestellt. Mehr dazu erfährst du im Kapitel Behandlung.

Primäre und sekundäre Form

Nach schulmedizinischer Auffassung lassen sich zwei Formen der Arthrose unterscheiden: die primäre Arthrose und die sekundäre Arthrose. Für die primäre Arthrose in deinem Kniegelenk gibt es aus herkömmlicher Perspektive keine Erklärung. Einige Autoren legen genetische, ernährungsspezifische, hormonelle oder altersbedingte Mechanismen zugrunde — ohne jeden Beweis. 28) Als Ursachen für die sekundäre Arthrose werden demgegenüber allerhand Risikofaktoren aufgeführt:

  • hohes Alter,
  • Fehlbelastungen und übermäßige Kniebelastungen,
  • Übergewicht,
  • Krankheiten
  • und Verletzungen.

Doch immer wieder findet man Patienten, auf die diese Risikofaktoren nicht zutreffen, die aber trotzdem eine Kniegelenksarthrose haben. Hier wird die Ursache — wie so oft, wenn eine wirkliche Erklärung fehlt –, auf eine genetische Veranlagung geschoben,für die es keine Beweise gibt. Arthrose ist jedoch kein genetisches Schicksal! Warum wir davon überzeugt sind, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Beitrag.

2.3 Diagnose und Stadien einer Kniegelenksarthrose

Besteht der Verdacht auf Gonarthrose, existieren mehrere Verfahren, um zu einer endgültigen Diagnose zu gelangen. Zunächst kann das Kniegelenk orthopädisch untersucht werden. Dabei wird beispielsweise die Beweglichkeit getestet. Röntgenbilder oder MRT-Bilder (Magnetresonanztomographie) zeigen das Ausmaß des Knorpelverschleißes und geben so Auskunft über das Stadium der Arthrose. Zur Verdeutlichung haben wir dir hier den typischen Verlauf der Kniegelenksarthrose anhand der verschiedenen Stadien zusammengestellt. Doch keine Angst: Selbst im letzten Stadium kannst du mit unserer Therapie deine Schmerzen wieder loswerden.

Arthrose im Kniegelenk verursacht Knieschmerzen

© bilderzwerg | fotolia.com

  1. Stadium: Im Frühstadium der Gonarthrose lassen sich leichte Veränderungen am Knorpel wie Ausstülpungen und Rauigkeiten der Knorpelschicht feststellen. Betroffene spüren hier meist noch keine oder oder kaum Beschwerden.
  2. Stadium: Die Knorpelschäden sind weiter fortgeschritten und der Knorpel ist teilweise aufgefasert. Der Druck auf den Gelenkknorpel erfolgt nicht gleichmäßig, sodass der Gelenkverschleiß weiter beschleunigt wird. Gelenkschmerzen treten auf und zusätzlich können können Entzündungen der Gelenkinnenhaut entstehen.
  3. Stadium: In diesem Stadium ist der Knorpel bereits stark beschädigt und der Gelenkspalt zwischen den Knochen verkleinert sich immer weiter. Die Knochen werden durch die wegfallende Pufferung des zerstörten Knorpels stärker belastet und Entzündungen bilden sich durch den Verschleiß. Die Knorpelschäden sind bereits sehr groß und dein Körper versucht, den hohen Druck auf das Kniegelenk besser zu verteilen, indem er dessen Fläche verbreitert und Knochenauswüchse an den Rändern bildet. Diese Osteophyten treten vor allem im Spätstadium, aber auch schon in dieser Phase auf.
  4. Stadium: Im Spätstadium ist der Knorpel vollständig oder nahezu vollständig zerstört und es reibt Knochen auf Knochen. Aus herkömmlicher Sicht sind die Knorpelschäden nur schwer oder nicht mehr regenerierbar. Osteophyten (Knochenauswüchse) bilden sich und das Kniegelenk versteift immer mehr. Betroffene leiden zum Teil unter unerträglichen Schmerzen.

Übrigens sollten bei der Diagnose auch andere Ursachen für die Beschwerden, wie beispielsweise ein Kreuzbandriss, ausgeschlossen werden. In deinem Knie hast du ein vorderes und ein hinteres Kreuzband, die sich — wie der Name bereits andeutet — überkreuzen. Ein Kreuzbandriss,  besonders der Riss des vorderen Kreuzbandes, kann ähnliche Beschwerden wie bei einer Gonarthrose verursachen. Ebenso lösen bei großer Kniebelastung Risse am Meniskus z. T. starke Schmerzen aus. Auch Prellungen des Oberschenkelknochens nahe am Knie sollten ausgeschlossen werden.

Was du nun selbst gegen deine Beschwerden, die Gelenkschmerzen und den Verschleiß unternehmen kannst, erklären wir dir im nächsten Kapitel.

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3. Behandlung einer Kniegelenksarthrose

In diesem Kapitel erklären wir dir die Behandlung einer Kniegelenksarthrose mit der Liebscher & Bracht- Schmerztherapie und erläutern dir Methoden und Therapieformen aus der herkömmlichen Medizin. Vielleicht steht bei dir bereits der OP-Termin an oder dein Arzt rät dir zu einem künstlichen Kniegelenk? Dann kannst du hier noch einmal abwägen, worin die Vor- und Nachteile eines künstlichen Kniegelenks liegen.

3.1 Die Liebscher & Bracht-Schmerztherapie

Wie du nun bereits weißt, entwickelt sich deine Arthrose im Knie durch zu hohe Spannungen in den Muskeln und Faszien, die dafür sorgen, dass die Gelenkflächen zu stark aufeinanderdrücken und Verschleiß an Knochen und Knorpel entsteht. Ziel der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht ist es daher, die zu hohen Spannungen zu reduzieren.

Dafür kannst du mehrere Wege einschlagen:

Roland Liebscher-Bracht steht am Skelett mit eingezeichneten Osteopressur-Punkten. Behandlung bei der Kniegelenksarthrose mit der Osteopressur

Behandlung durch einen Schmerzspezialisten: Wenn du besonders starke Beschwerden hast, kann bei dir ein von uns ausgebildeter Schmerzspezialist in deiner Nähe die von Roland Liebscher-Bracht entwickelte Osteopressur anwenden. Dabei werden gezielt Alarmschmerz-Rezeptoren in der Knochenhaut gedrückt. Die muskulär-faszialen Spannungen lassen sich auf diese Weise normalisieren und dein Körper kann den Schmerz einstellen. Wichtig für eine dauerhafte Schmerzfreiheit sind jedoch unsere Dehnübungen. Sie sorgen dafür, dass die Spannungen nicht wieder zu groß werden. Individuell passende Übungen für dein Beschwerdebild zeigt dir dein Therapeut und übt sie mit dir.

Drücker-Set zur Behandlung von Handschmerzen

Drücke deine Schmerzen selbst weg: Dank unseres speziell entwickelten Drücker-Sets kannst du auch selbst ans Werk gehen und die sogenannte Light-Osteopressur anwenden. Die unterschiedlichen Spitzen und Härtegrade der Drücker können bei fast allen Schmerzzuständen am Körper angewandt werden — und sie sind natürlich auch zur Behandlung der Kniegelenksarthrose geeignet. Welche Punkte du am besten mit welchem Aufsatz drücken solltest, erklärt dir Roland Liebscher-Bracht per Video. Hier geht es zu allen Videos und dem Drücker-Set

Faszienset und Schlaufe zur Behandlung einer Kniegelenksarthrose

Schmerzfrei-Übungen: Zusätzlich zum Schmerspezialisten oder der Light-Osteopressur sind unsere Übungen wichtige Meilensteine auf deinem Weg in die Beschwerdefreiheit. Die Übungen gegen Knieschmerzen und Kniegelenksarthrose zielen darauf ab, Engpässe genau an den richtigen Stellen zu beseitigen, damit zu hohen Spannungen beseitigt werden und keine neuen entstehen. Im Fall der Gonarthrose bedeutet das, dass besonders die Muskulatur am Oberschenkel, die teilweise auch an der Hüfte ansetzt, und die Wadenmuskulatur gedehnt werden müssen. Bitte mache dir klar: Um dauerhaft schmerzfrei zu werden, ist eine konsequente Anwendung der Übungen erforderlich – parallel zur Osteopressur und darüber hinaus. Welche die besten Übungen bei einer Kniegelenksarthrose sind, zeigen wir dir in Kapitel 4 .

Ernährung bei Arthrose im Knie

Eine gute Ernährung ist in jeder Lebenslage wichtig — doch wenn du unter Gonarthrose leidest, gilt eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen als unerlässlich. Das heißt: Deine Ernährung sollte ausgewogen, basisch und hauptsächlich pflanzlich sein. Aufgrund der industriellen Verarbeitung unserer Lebensmittel wird es allerdings immer schwieriger, deinen Körper richtig zu versorgen, wodurch du schnell in eine Unterversorgung rutschen kannst. Damit dir das nicht passiert und du deinen Körper und besonders deinen Knorpel bei der Regeneration unterstützen kannst, hat Dr. med. Petra Bracht spezielle Nahrungsergänzungsmittel entwickelt, die ohne künstliche Zusätze auskommen und dich mit allen wichtigen Mikronährstoffen in hochwertiger Form versorgen. Frisches Obst und Gemüse sollten reichlich auf deinem Speiseplan stehen — verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte dagegen reduziert werden. Wie die richtige Ernährung bei Arthrose aussieht, erfährst du in diesem Beitrag

Ein Rezept, dass viele gute Lebensmittel vereint, ist unsere Anti-Arthrose-Suppe. Sie kann dich dabei unterstützen, deine Knieschmerzen zu lindern. Hier findest du das Rezept zum Nachkochen.

3.2 Konservative Therapien

Damit Ärzte einen Anhaltspunkt für die Behandlung der Kniegelenksarthrose haben, gibt es eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie gemeinsam mit dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie und Traumatologie. Darin werden Maßnahmen und Therapien festgehalten, die eine Schmerzlinderung bewirken, Lebensqualität, Gehleistung und Beweglichkeit verbessern sowie den Fortschritt der Arthrose hinauszögern sollen. 29) Meist läuft es aber doch auf eine gelenkersetzende Maßnahme hinaus. Zu den in der Leitlinie empfohlenen Maßnahmen gehören unter anderem die Vermeidung übermäßiger Belastungen des Gelenks und eine Gewichtsreduktion, um eine mechanische Überbeanspruchung zu vermeiden. Unserer Meinung nach ist Übergewicht bei der Entstehung und Ausbreitung der Arthrose jedoch zweitrangig — denn entscheidend sind die zu hohen Zugspannungen auf das Gelenk.

Aus herkömmlicher Sicht werden die folgenden Therapien besonders oft angewandt:

  • Physiotherapie: Durch mobilisierende Übungen sollen hier die Beweglichkeit des Kniegelenks erhalten und die Muskeln rund ums Knie gestärkt werden. Bewegung und Dehnung sind auch essenzielle Bestandteile unseres Ansatzes — mit dem Unterschied, dass unsere Behandlung nicht von einem Arzt verschrieben werden muss. Unsere Übungen kannst du also auch ohne Rezept einfach ausprobieren.
  • Kältetherapie: Die sogenannte Kryotherapie (= Kältetherapie) kommt zum Einsatz, wenn sich das Gewebe im Knie entzündet hat. Durch das Herabsenken der Temperatur wird die Stoffwechselaktivität gehemmt und Schmerzen werden scheinbar gelindert. Entzündungen sind jedoch ein Teil deines Heilungsprozesses, der durch die Kühlung eher ausgebremst wird. Sinnvoller und nachhaltiger kannst du deinen Körper mit einer entzündungshemmenden Ernährung unterstützen.
  • Wärmetherapie: Die Wärmetherapie zielt darauf ab, die Gefäße zu erweitern und so eine bessere Durchblutung sowie die Entspannung der Muskulatur zu erreichen. Ist das Gelenk jedoch entzündet, werden die Schmerzen durch Wärme nur weiter verschlimmert.

Obwohl die Kälte- und Wärmetherapie in der Praxis weit verbreitet ist, gibt es nicht genug Daten, die eine Wirksamkeit bestätigen.30)

  • Elektrotherapie: Elektrische Ströme sollen — je nach eingestellter Frequenz — Schmerzen lindern, die Durchblutung fördern, abschwellend wirken oder die Muskulatur entspannen. Aber mal ehrlich: Möchtest du wirklich, dass jemand Strom durch deinen Körper jagt? Mit unseren Übungen kannst du dieselben therapeutischen Effekte ganz ohne Risiko erzielen.
  • Magnetfeldtherapie: Die Magnetfeldtherapie soll die Durchblutung der Zellen fördern, Schmerzen auf diese Weise reduzieren und zur Regeneration des Gewebes beitragen. In Studien konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zu den Behandlungsergebnissen einer Kontrollgruppe ohne Magnettherapie festgestellt werden. 31)

📌 Hilfsmittel in der konservativen Therapie der Gonarthrose

Um eine Operation hinauszuschieben, greifen Ärzte und besonders Orthopäden gerne auf Hilfsmittel zurück. Diese reichen von Kniebandagen, Einlagen und Gehhilfen bis zu Orthesen. Gerade mit den Orthesen soll versucht werden, das arthrotische Kniegelenk zu stabilisieren und Bewegung kontrolliert und “geführt” ablaufen zu lassen. 32) Auf dieser Weise hofft man, mit den Orthesen die Fehlstellung in der Beinachse korrigieren zu können. Doch meist liegt das Problem gar nicht direkt in einer Fehlstellung bzw. in der Beinachse. Unserer Erfahrung nach benötigt dein Kniegelenk keine zusätzliche Stabilität von außen, sondern eine Reduktion des Drucks auf die Knochen im Gelenk. Dies kannst du mit unseren Übungen besser erreichen. Warum dir Einlagen daher eher schaden als nutzen, erklären wir dir in diesem Beitrag.

  • Akupunktur: Mithilfe von Akupunktur konnten in mehreren Studien gute Ergebnisse in Bezug auf die Schmerzreduktion erzielt werden. 33) Unsere Übungen wirken jedoch umfassender: Mit ihnen kannst du nicht nur deine Schmerzen beseitigen, sondern auch dafür sorgen, dass dein Knorpel wieder optimal ernährt wird — so wird der Knorpelverschleiß gestoppt und der Knorpel hat endlich die Chance, sich zu regenerieren.
  • Medikamentöse Therapie: Schmerzmedikamente gibt es in Hülle und Fülle und viele davon werden gegen Beschwerden bei Gonarthrose eingesetzt. Stehen beispielsweise bei den Betroffenen Belastungsschmerzen im Vordergrund, kommen meist reine Analgetika, wie z. B. Paracetamol oder Metamizol, zum Einsatz. 34) In Fällen mit Entzündungen im Kniegelenk und Gelenkschwellungen kommen eher sogenannte NSAR (= nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen zum Einsatz. Cortison wird manchmal sogar gespritzt. Doch die Liste an möglichen Komplikationen bei Cortison ist sehr lang. Es macht beispielsweise deine Bänder spröde, sodass sie schneller reißen. Alle Medikamente haben gemeinsam, dass sie nicht die Ursache des Problems behandeln und zudem nicht frei von Nebenwirkungen sind.

📌 Was dem Knorpel guttut — und was nicht

Wie du weißt, spielt dein Knorpel im Knie bei der Entstehung deiner Beschwerden eine wichtige Rolle. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es in der Medizin starke Bestrebungen gibt, den Knorpel wieder “aufzufüllen”. So sollen Operationen vermieden werden. Eigentlich ein gutes Vorhaben — aber leider meist nur in der Theorie. Dein gesunder Knorpel enthält Hyaluronsäure, weshalb immer wieder Injektionen mit Hyaluronsäure direkt ins Knie gesetzt werden. Allerdings wird der Wirkstoff vom Körper einfach wieder abgebaut. Zudem kommt eine große Studie der Bertelsmann-Stiftung zu dem Schluss, dass Spritzen bei Kniearthrose „häufig wirkungslos“ sind und „darüber hinaus unerkannte Risiken“ bergen, über die Patienten oft nicht aufgeklärt werden. 35) Auch Injektionen mit Rinderknorpel zeigten bei Kniegelenksarthrose keine besseren Ergebnisse. 36)   

3.3 Operationen und Kniegelenkersatz

Viele konservative Therapien bei Kniearthrose sind “nur” darauf ausgelegt, den OP-Termin so weit wie möglich hinauszuzögern. Die Tatsache, dass aber viele Kniegelenksoperationen völlig unnötig sind, wird leider nicht oft genug hervorgehoben. Wir finden es schade, dass nicht eine gelenkerhaltende Behandlung, sondern eine gelenkersetzende Therapie im Fokus steht. Kleine Fortschritte gibt es jedoch bereits:

Früher wurde bei der Diagnose Kniegelenksarthrose oft eine Arthroskopie durchgeführt. Dabei wird in einer kleinen Operation in das Kniegelenk geschaut und die eventuell eingerissenen Ränder an den Menisken werden wieder glatt gefräst. Doch nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird die Kniegelenksarthroskopie zur Behandlung von Patienten deutlich eingeschränkt. 37) Der Eingriff soll nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt werden. Studien haben nämlich ergeben, dass der Nutzen einer Arthroskopie gering ist und die operierten Patienten im Langzeitverlauf sogar eher Arthrose bekommen als ohne Operation.

Zwei künstliche, in ein Knochenmodell eingebaute, Gelenke. Im Hintergrund sind Werkzeuge zu sehen.

© Monstar Studio | fotolia.com

Noch immer sorgen Irrtümer über die Entstehung von Arthrose dafür, dass viel zu häufig ein Gelenkersatz des Knies (= Knieprothese) eingesetzt wird. In Deutschland geschieht dies besonders oft, wie Studien zeigen. Jetzt hat eine Studie die Vor- und Nachteile von künstlichen Knieprothesen (= Knie-TEP) bei Arthrose untersucht.
Bitte verstehe uns nicht falsch: Wenn etwas gebrochen, zertrümmert oder anderweitig irreparabel verletzt ist, stellen Gelenkersatz oder Teilprothese einen echten Segen dar. Doch bei Arthrose gibt es oft andere, effektivere Wege in die Schmerzfreiheit. In der Studie zu Knie-TEPs, also den künstlichen Kniegelenken, wurden zwei Strategien verglichen:38)

  1. Operation und Gelenkersatz in Kombination mit konservativen Maßnahmen
  2. Nur konservative Maßnahmen

Insgesamt 100 Teilnehmer wurden per Los gleichmäßig auf die beiden Gruppen verteilt. Die konservativen Maßnahmen bestanden aus zweimaligem wöchentlichen Training. Nach einem Jahr wurden die Ergebnisse ausgewertet: Zwar hatten die Patienten mit Knie-OP weniger Beschwerden, doch die Autoren der Studie weisen ausdrücklich auf die entscheidenden Nachteile der Operation hin: Der chirurgische Eingriff zeigt eine deutlich höhere Rate an schweren Nebenwirkungen, beispielsweise eine tiefe Beinvenenthrombose (bei drei Patienten), ein steifes Knie (bei drei Patienten) sowie bei einem Patienten eine Wundinfektion. Verbesserungen der Beschwerden gab es nämlich auch in der Patientengruppe ohne OP. 39) Übrigens, so absurd das vielleicht auch klingen mag: Manche Patienten stört es, dass ihre Prothese oder Teilprothese unangenehme Reibegeräusche von sich gibt. Diese Reibegeräusche treten vor allem bei Prothesen mit Keramikbeschichtung auf. Mehr zum Thema künstliche Kniegelenke erfährst du hier.

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4. Übungen gegen Beschwerden bei Kniegelenksarthrose

In diesem Video zeigen dir Roland und Ina die besten Übungen gegen Knieschmerzen bei Gonarthrose. Du kannst die Übungen machen, wenn du bereits Beschwerden hast, aber auch als Prophylaxe, um überhaupt keine Beschwerden zu bekommen. Falls du unsere Dehnübungen noch nicht kennst, dann lies dir am besten unsere Checkliste unter der Übungsbeschreibung durch. Dort steht alles Wichtige, damit du so schnell wie möglich beschwerdefrei werden kannst.

Ina dehnt sich die Waden gegen Kniegelenksarthrose

Schmerzfrei-Übung #1: Stelle dich an eine Wand und stütze dich mit den Händen daran ab. Strecke das betroffene Bein gerade aus und stemme die Fußfläche gegen die Wand. Du spürst die Dehnung in der Wade und gesamten Beinrückseite.

Ina dehnt sich den Oberschenkel gegen Gonarthrose

Schmerzfrei-Übung #2: Stelle dich für diese Übung mit dem ganzen Körper an die Wand. Besonders wichtig ist, dass deine Hüfte und die Knie an der Wand sind. Jetzt winkle das betroffene Knie an, greife nach deinem Fuß und bringe ihn — nach Möglichkeit — zum Gesäß. Du kannst hier auch unsere Übungsschlaufe zu Hilfe nehmen. Achte darauf, dass die Knie zusammen und an der Wand bleiben.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Es kann etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert, sich der Stoffwechsel normalisiert und die Zugkräfte aus Spannung und Gegenspannung zurückgehen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

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