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Hüftarthrose (Coxarthrose)

09.06.2026
Roland Liebscher-Bracht

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & SPIEGEL-Bestseller-Autor

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter
Mehr über den Autor

Coxarthrose (Hüftarthrose) ist der Knorpelverschleiß im Hüftgelenk. Sie ist nach dem Knie die verbreitetste Gelenkerkrankung.1 Die Wahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter und ist für Frauen besonders hoch. So weisen etwa die Hälfte der Frauen und nur ein Drittel der Männer ab 65 Jahren degenerative Gelenkveränderungen auf.2

Arthrose kann bei Betroffenen starke Schmerzen und Einschränkungen im Alltag hervorrufen, sodass die Lebensqualität deutlich abnimmt. Im Anfangsstadium begrenzen sich die Beschwerden bei Hüftarthrose oft auf einen Belastungs- oder Anlaufschmerz, im späteren Verlauf können jedoch auch Gelenksteifigkeit, Ruheschmerzen und Entzündungen auftreten.

Außerdem kommt dem Krankheitsbild eine immer größere sozioökonomische Bedeutung zu. In den letzten 2 Jahrzehnten stiegen die Implantationszahlen für künstliche Gelenke um 30 Prozent für die Hüfte sowie 40 Prozent für die Knie.3 Mit einem enormen Anstieg in naher Zukunft wird gerechnet.4

Coxarthrose: Rolands Tipp

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1. Was ist Coxarthrose? Definition

  • Coxarthrose ist die Fachbezeichnung für Arthrose an der Hüfte, also Hüftarthrose. Es handelt sich dabei um eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, die auf die übermäßige Abnutzung der Knorpelschicht zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne zurückgeht.
  • Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden zwischen einer primären und sekundären Arthrose: Verletzungsbedingte Fehlbelastungen der Gelenke (zum Beispiel aufgrund eines Unfalls) oder Arthrose als Folge anderer Erkrankungen ist die sekundäre Form. Dagegen ist Verschleiß, dem kein bestimmtes Ereignis zugrunde liegt, die primäre. Dazu zählt auch der Alterungsprozess, welchen Ärztinnen und Ärzte als die Hauptursache annehmen.
  • Bis zu 25 Prozent der Bevölkerung ist betroffen, einen Großteil machen die über 70-Jährigen aus.5 Somit gilt Hüftgelenksarthrose als eine normale Folge des Alterns und als nicht abwendbar.
  • Erste Anzeichen sind Anlaufschmerzen nach längeren Sitzphasen oder am Morgen sowie Hüft- und Leistenschmerzen oder Schmerzen oberhalb des großen Rollhügels (Trochanter major) am äußeren Oberschenkel.

An dieser Stelle möchten wir bereits 2 wichtige Punkte nennen: Erstens ist Arthrose keineswegs ein Hergang, der zwingend Schmerzen hervorruft. Mehr als die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit einer nachgewiesenen Arthrose leidet nicht.6 Zweitens sind unsere Gelenke theoretisch in der Lage, ein Leben gesund zu bleiben. Daher halten wir den Lebensstil, insbesondere , für eine unterschätzte Ursache von Coxarthrose.
Grafische Darstellung der vier Stadien von Arthrose im Hüftgelenk: Vier Hüftgelenke in einem jeweils unterschiedlichen Arthrose-Stadium sind nebeneinander abgebildet.

2. Coxarthrose Stadien

Arthrose lässt sich in 4 Stadien (auch Grade) einteilen.

  • Grad 1 – fragliche Arthrose: Die Abnutzung am Hüftgelenk ist minimal, der Knorpel weich und der Gelenkspalt noch vorhanden. Möglich sind allerdings kleinste Risse.
  • Grad 2 – minimale Arthrose: Eine erste Veränderung ist durch die Gelenkspaltverengung und erste Osteophyten-Bildung (Knochenwucherungen) an den Gelenkrändern erkennbar. Die Oberfläche des Knorpels ist bereits leicht zerfasert.
  • Grad 3 – mäßige Arthrose: Der Gelenkspalt ist deutlich verschmälert, Osteophyten, Knochenverdichtungen unter der Knorpelschicht (subchondrale Sklerose) sowie rissige Knorpelschäden liegen vor.
  • Grad 4 – schwere Arthrose: Jetzt sind die Gelenkspaltverengung, Osteophyten und Knochenwucherungen sehr eindeutig. Zudem ist der Knorpel massiv geschädigt. Er ist bis auf die Gelenkfläche, also den puren Knochen abgenutzt (Knochenglatze).

3. Coxarthrose Symptome

Du fragst dich, wo Hüftgelenksschmerzen zu spüren sind oder welche Bewegungseinschränkungen bei Hüftarthrose auftreten können? Die wichtigsten Symptome sind hier aufgelistet:

  • Hüft-, Knie- und Leistenschmerzen
  • Anlaufschmerzen nach Ruhephasen (zum Beispiel nach dem nächtlichen Schlaf)
  • Versteifung der Hüfte (Morgensteifigkeit)
  • abnehmende Gehstrecken-Leistung
  • Hinken, humpelndes, abknickendes Gangbild
  • Bewegungseinschränkungen (wie beim Schuhebinden oder Treppensteigen)
  • Gelenkschmerzen beim Bücken, Beugen oder Heranziehen, Strecken und Spreizen der Beine oder des Oberschenkels
  • Druckschmerzen mit Rötungen und Schwellungen (Hinweis auf aktivierte Arthrose = Entzündung)
  • Muskelschwäche
  • Ruheschmerzen bei fortschreitender Arthrose

Arthrose bedeutet nicht gleich, dass du Schmerzen haben musst. Viele Betroffene, wie auch Spitzenathletinnen und -athleten, deren Gelenke Überlastungen ausgesetzt sind, klagen kaum bis gar nicht über Beschwerden. Warum das so ist, erfährst du, wenn du im Artikel über Coxarthrose-Symptome nachliest:

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4. Coxarthrose Ursachen

  • Es gibt viele Risikofaktoren, die Arthrose begünstigen: hohes Körpergewicht, Alter, Geschlecht, angeborene oder erworbene Fehlstellungen (Hüftdysplasien oder Impingements).
  • Eine mangelnde Bewegung und das Einnehmen immer gleicher Gelenkwinkel im Alltag fördert Arthrose allerdings in einem besonders hohen Maß.
  • Der Gelenkknorpel muss ernährt werden. Dies geschieht durch Diffusion. Wie ein Schwamm kann er sich mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit, die ihn umgibt, vollsaugen.
  • Dafür muss er allerdings auch belastet werden – und zwar gleichmäßig. Dies geschieht durch abwechslungsreiche Bewegung!
  • Bewegungsmangel bringt noch ein Defizit mit sich: die Spannung der Muskeln und Faszien erhöht sich und das Gewebe wird spröde. Diese Inflexibilität und der hohe Muskeltonus setzen die Gelenkstrukturen unter Zugspannungen. Gelenkkopf und Gelenkpfanne werden zu stark aufeinandergepresst.

Dehnübungen sind ideal, um sich mehr und abwechslungsreich zu bewegen sowie überhöhte Spannungen in der Muskulatur abzubauen. Ein flexibles und gesundes Fasziengewebe unterstützt zudem die Kraftübertragung bei der Muskelarbeit. Wichtig: Alter und Übergewicht sind kein Hinderungsgrund, den eigenen Körper nicht zu flexibilisieren. Gib dir Zeit und steigere dich langsam.

5. Was hilft gegen Hüftarthrose?

Von den Leitlinien zur Behandlung von Coxarthrose empfohlen sind Bewegungstherapien. Passende Übungen für zuhause findest du hier:

Bildausschnitt von der Hüfte einer Frau. Sie stemmt ihre Hand gegen ihre Taille. Auf dem Bild steht in schwarzen Buchstaben: Hüftarthrose. Zwei Übungen für die gesamte Hüfte.

6. Coxarthrose Behandlung

  • Bewegungstherapien: Sie sind die erste Anordnung von der Ärztin oder vom Arzt. Zahlreiche Studien bestätigen nämlich, dass die gezielte Mobilisierung eine Hüft-Operation und den Einsatz einer künstlichen Hüfte um Jahre hinauszögern können.7 8 Die üblichsten Bewegungstherapien sind Physiotherapien. Die Liebscher & Bracht Übungen® setzen auf gezielte Reize bei der Dehnung der Muskulatur und kräftigen sie zusätzlich.
  • Physikalische Therapien: Wärme, Kälte, Wasser- und Elektrotherapien zielen auf die Durchblutungsförderung ab.
  • Orthopädietechnik: Kleine mechanische Stützen beim Gehen wie Stöcke, Schuheinlagen, Bandagen oder Orthesen sollen den Alltag erträglich machen. Diese Mittel können allerdings nur leichte Hilfe bieten. Der Ursache gehen sie nicht auf den Grund.
  • Schmerzmittel: Sie lindern nicht nur den Schmerz, sondern wirken auch entzündungshemmend. Die NSARs Diclofenac und Etoricoxib verschreiben Ärztinnen und Ärzte sehr häufig. Injektionen sind eine Alternative bei Unverträglichkeiten.

Schmerzmittel bekommen Betroffene dann verschrieben, wenn die anderen Maßnahmen nicht greifen. Insbesondere NSARs haben bei einer dauerhaften Einnahme oft Nebenwirkungen wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt oder Nierenschäden. Eine langfristige Einnahme ist daher möglichst zu vermeiden. Tipp: Nutze die schmerzfreie Zeit, um die Ursache deiner Schmerzen zu bekämpfen und setze die Übungen um.
  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) & Ernährung: Eine gesunde, vollwertige Ernährung unterstützt den Heilungsprozess und versorgt den Gelenkknorpel mit Nährstoffen. Zudem werden Pflanzenextrakten aus Weidenrinde oder der Teufelskrallenwurzel positive Wirkungen zugesprochen. Gerade die Wirksamkeit der Teufelskrallenwurzel ist allerdings nicht gut genug belegt.
Grafische Darstellung einer Hüft-Prothese im Becken.

7. Hüft-OP & künstliches Hüftgelenk (Hüft-TEP)

  • Nicht immer muss das Hüftgelenk durch eine Prothese vollständig ersetzt werden. In frühen Stadien von Hüftarthrose können gelenkerhaltende Operationen helfen.
    • Gelenkspiegelung (Hüftarthroskopie): Diese Operation kann minimalinvasiv, also mit einem ganz kleinen Schnitt erfolgen und ermöglicht zum Beispiel die Entfernung freier Gelenkkörper oder die Behandlung von Knorpelschäden.
    • Umstellungsosteotomie: Mit diesem Verfahren können Chirurgen bestimmte Fehlstellungen im Hüftgelenk beseitigen und so für eine mechanische Entlastung sorgen.
  • Eine künstliche Hüfte ist die letzte Option, Coxarthrose zu behandeln. Sie stellt einen Ersatz der gesamten Hüfte (Totalendoprothese, TEP) oder Teile von ihr dar (Hemiendoprothese): des Hüftkopfs oder der Hüftpfanne.
  • Bevor es zur Implantation kommt, müssen einige Kriterien erfüllt sein:
    • konservative Therapien brachten nicht den erhofften Erfolg
    • der Schmerzumfang sowie die Intensität führen zu einem hohen Leidensdruck
    • strukturelle Schäden des Hüftgelenks sind radiologisch nachgewiesen
  • Die gängigste Hüftprothese ist die Kurzschaftendoprothese. Diese wird ohne künstlichen „Kleber“ (zementfrei) im Oberschenkelknochen verankert und wächst in den natürlichen Knochen ein. Meist profitieren junge Menschen mit einer guten Knochenqualität von ihr.
  • Zementierte Hüften oder auch Geradschaftprothesen sind oft die erste Wahl für ältere Patientinnen und Patienten.
  • Verschiedene Material-Kombinationen stehen zur Auswahl. Die Keramik-Keramik-Gleitpaarung jeweils für Hüftkopf und Hüftpfanne gilt mit als die beste, weil der Abrieb bei Bewegung am geringsten ist. Als Pfanneneinsatz dienen häufig Inlays aus Polyethylen.9
  • Die wichtigste Vorbereitung besteht aus der Senkung diverser Risiken (Nikotinkonsum, erhöhtem Körpergewicht und dergleichen). Zusätzliche Bewegungstherapien ebnen den Weg für die Rehabilitation nach der Hüft-OP.10
  • Risiken (wie Nachblutungen, Verknöcherungen, Auskugelungen) bestehen immer, sind allerdings selten.
  • Viele Patientinnen und Patienten erhoffen sich neben einer vollen Funktionswiederherstellung des Hüftgelenks natürlich eine Schmerzlinderung. Für Letzteres ist eine Prothese allerdings kein Garant, wie Studien ergaben.11 12

Deutschland ist Spitzenreiter in der Kunstgelenk-Chirurgie.13 Einen entsprechenden Behandlungsvorschlag sollte man immer kritisch hinterfragen und stets eine zweite Fachmeinung einholen. Auch nach der Hüftoperation sind Dehn- und Muskelaufbauübungen wichtig, um die Rehabilitation zu fördern.

8. Ernährung bei Arthrose in der Hüfte

  • Um die Schmerzlinderung und Wundheilung (auch nach einer OP) zu unterstützen, sollte deine Ernährung aus viel frischem Obst, Gemüse, Vollkorngetreide sowie Nüssen und Samen bestehen.
  • Lebensmittel, die dagegen Entzündungen fördern und den Körper übersäuern sind tabu: Zucker, Fleisch sowie Alkohol.

Zu welcher Ernährungsweise und welchen Obst- und Gemüsesorten wir im Besonderen raten, bringst du im Spezial-Artikel „Essen gegen Arthrose“ in Erfahrung:

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Wie funktionieren die Liebscher & Bracht Übungen?

Unsere Übungen sind das Ergebnis von mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Schmerzbehandlung. Sie setzen an einer häufigen Schmerzursache an: erhöhte Spannungen in den Muskeln und Faszien.

Die genauen wissenschaftlichen Zusammenhänge von Bewegung und Schmerzen erläutern wir dir in unserer Literaturstudie.

Wir führen Studien zur Wirksamkeit unserer Übungen und Techniken durch. Alle veröffentlichten Studien findest du auf unserer Studienseite.

Bitte beachte die Hinweise zu unseren Übungen. Dort findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Ausführung.

Wenn du unsicher bist oder starke Schmerzen hast, helfen dir Zertifizierte Liebscher & Bracht-Therapeut*innen in deiner Nähe.

FAQ - Allgemeine Fragen

Wie wird Hüftarthrose diagnostiziert? Wie wird Hüftarthrose festgestellt?
Bei auftretenden Schmerzen bringt der Arzt oder die Ärztin zuerst die Vorgeschichte in Erfahrung. Die Anamnese umfasst Fragen unter anderem nach: Symptomen, dem Beginn und der Art der Beschwerden, dem Schmerzverlauf, dem Leidensdruck, der Schmerzintensität, Vorerkrankungen, Unfällen, bekannten Fehlstellungen. Es folgen eine körperliche Untersuchung und die Bildgebung (Röntgenbild, Magnetresonanztomografie, Computertomografie oder Szintigraphie) der Hüfte. Mit ihr kann er einen möglichen Arthrose-Grad feststellen. Nach der Diagnosestellung folgt die Beratung zu den Behandlungsmöglichkeiten. >> Erfahre mehr über die Coxarthrose-Behandlung
Wird Arthrose als Schwerbehinderung anerkannt?
Eine diagnostizierte Arthrose oder eine Hüftoperation beziehungsweise künstliche Hüfte reichen nicht aus, um einem Grad der Behinderung (GdB) zugeordnet zu werden. Ausschlaggebend sind das Ausmaß der Funktions- und Bewegungseinschränkung sowie die Schmerzintensität. In Deutschland ist für die individuelle Feststellung und Begutachtung der einzelnen Fälle das Versorgungsamt zuständig. Unter anderem anhand einer Tabelle mit Kategorien nach Befunden und Krankheiten trifft es die Entscheidung. Ein Schwerbehindertengrad liegt vor, sobald ein Wert von 50 erreicht wird. Im Regelfall erreicht Arthrose nur einen Wert von 10 – Bewegungseinschränkungen, Gelenkversteifungen oder chronische Schmerzen nicht berücksichtigt. Jeder Fall ist anders und wird individuell beurteilt. Die Gutachten können umfangreich sein. Dennoch sollten Betroffene mit ihrer Leidensgeschichte offen sein, um eine faire Beurteilung zu bekommen.
Was sollte man bei Arthrose nicht tun?
Von der alltäglichen Bewegung über den regelmäßigen Sport und der OP bis hin zur Ernährung gibt es verschiedene themenrelevante Ratschläge zum richtigen Verhalten bei Arthrose: >> Bewegung und Sport bei Arthrose ja, aber nicht jede Sportart ist ratsam >> Hüftgelenksprothese – was du mit ihr nicht machen kannst >> Obst, Gemüse und Nüsse statt Alkohol, ungesättigte Fettsäuren und Zucker
Kann Arthrose wieder verschwinden?
Nein. Arthrose ist eine natürliche Abnutzung der Gelenkstrukturen, bei der sich die Knorpelschicht nicht wieder regeneriert. Deswegen gilt Gelenkverschleiß gemeinhin als unaufhaltsam und normale Folge des Alterns. Eine niederländische Forschung beweist jedoch: Knorpel kann nachwachsen,14) 15) wenn das Gelenk entlastet wird. Diesen Zweck verfolgen wir mit unserer Schmerztherapie: Dehnübungen schaffen die richtigen Voraussetzungen, um den Druck zu hoher muskulärer Spannungen vom Hüftgelenk zu nehmen. Damit gibt es Hoffnung, dass Gelenkverschleiß vorgebeugt und unter bestimmten Bedingungen vermutlich gestoppt werden kann: >>Lies mehr über die Knorpelregeneration
Was zahlt die Krankenkasse bei Arthrose?
Welche Leistungen gesetzliche Krankenkassen zur Arthrose-Behandlung übernehmen, kann sich von Kasse zu Kasse und nach Fall unterscheiden. Es gibt jedoch diverse individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), für die Patientinnen und Patienten die Kosten selbst tragen müssen, beispielsweise: Hyaluronsäure-Spritzen (bei Gonarthrose) Blutegeltherapie (bei Kniearthrose) Kryotherapie (Kältetherapie) Knochendichtemessung (um die Knochenqualität wie bei Osteoporose in Erfahrung zu bringen) Akupunktur (bei Kniearthrose)

FAQ - Sport bei Hüftarthrose

Welcher Sport ist gut bei Hüftschmerzen? Ist Radfahren gut bei Hüftarthrose?
Radfahren zählt wie Wandern, Nordic Walking, Skilanglauf oder Wassergymnastik zu den empfehlenswerten Sportarten, weil die Belastung für die Gelenke vergleichsweise gering ausfällt.(16) So gelten Mannschaftssportarten, Sport mit riskanten Schermanövern und hohem Tempo als ungeeignet: Fußball, Rugby, Handball, Gewichtheben, Squash, Trampolinspringen und dergleichen. Prinzipiell bergen moderate Sportarten wie das Laufen kein Arthroserisiko. Radfahren bei Arthrose: Die Sitzposition wirkt entlastend für die Beine. Ein Damenrad oder Fahrrad mit niedriger Mittelstange kann das Absteigen erleichtern. Gangschaltung, Tour und Ausrüstung sind ebenso entscheidend für die Gelenkbelastung. Ein Fahrradergometer bietet sich daneben bei starken Bewegungseinschränkungen an.
Welche Bewegungen sollte ich bei Hüftarthrose vermeiden?
Bei Arthrose solltest du nicht auf Bewegung verzichten und Schonhaltungen vermeiden. Ein leichtes bis mittelmäßig starkes Training sowie regelmäßige Dehnübungen halten den Knorpel und muskuloskelettalen Bewegungsapparat gesund. Daher ist die erste Wahl bei Arthrose-Patienten die Bewegungstherapie.

FAQ - Hüftarthrose Behandlung

Welche Übungen helfen bei Hüftschmerzen?
Bei Hüftschmerzen sind meist der Hüftbeuger – ein Muskelstrang, der der unteren Wirbelsäule entspringt und hinab bis zum Knie verläuft –, die Muskeln von Gesäß, Leisten und Oberschenkel verkürzt und unterliegen hohen Spannungen. Diese können eine Arthrose im Hüftgelenk fördern. Deshalb sind Dehnübungen, die die Muskeln in den genannten Körperbereichen wieder lockern, sinnvoll: >> Übungen gegen Hüftarthrose >> Spezial-Artikel gegen Hüftschmerzen
Soll man bei Arthrose kühlen oder wärmen?
Wärme regt bei einer Arthrose den Stoffwechsel an und fördert die Wundheilung. Daher sind Wärmetherapien (Faszien-Rollmassagen, manuelle Massagen, Saunabesuche, Bäder oder Schlammpackungen) sinnvoll, um Schmerzen zu senken. Achtung ist allerdings bei aktivierter Arthrose geboten: Entzündungsvorgängen zu Leibe rückst du am besten mit Kälte.
Welches Schmerzmittel oder Schmerzsalben helfen bei Hüftschmerzen (Hüftarthrose)?
Schmerzstillende sowie entzündungshemmende Mittel sind NSARs (nicht steroidale Antirheumatika) und Coxibe: Etoricoxib (oral) Diclofenac (oral oder als Salbe) Sie werden eingesetzt, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht greifen und anfangs mit der niedrigsten Dosis. Dennoch stellen Medikamente keine Dauerbehandlung dar, sondern bieten nur periodenweise Schmerzlinderung. Medikamente können nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen für den Körper haben. Daher empfehlen wir dir, Bewegungstherapien wie unsere Schmerztherapie Schmerzmitteln zunächst vorzuziehen oder die schmerzfreie Zeit für unsere Übungen gegen Hüftarthrose zu nutzen.
Was passiert, wenn Arthrose nicht behandelt wird?
Arthrose durchläuft verschiedene Grade. Bleibt sie unbehandelt, nehmen die Gelenkstrukturen Schaden und bilden sich zurück, können die Schmerzen zunehmen und massive Bewegungseinschränkungen entstehen. >> Erfahre mehr über die Arthrose-Stadien >> Coxarthrose – das sind die Symptome
Was bringt Akupunktur bei Arthrose? Wie lange dauert es, bis die Akupunktur hilft?
Es gibt Hinweise darauf, dass eine Akupunktur mit tiefer Stichtechnik (Verum-Akupunktur) auftretende Schmerzen bei Arthrose deutlich lindern, die Funktion des Gelenks und Mobilität verbessern und somit auch die Lebensqualität anheben kann.(17) Von den Leitlinien empfohlen ist sie als Begleittherapie zu anderen Standardverfahren.(18) Studien lassen den Schluss zu, dass der Behandlungserfolg innerhalb von 3 Monaten einsetzt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erzielten einen deutlichen Behandlungserfolg bei Betroffenen mit chronischen Arthroseschmerzen, der auch noch über 6 Monate anhielt. Ungefähr 15 Sitzungen fanden dafür in den ersten Monaten statt.(19) (20)
Wird Akupunktur von der Kasse bezahlt?
Zur Behandlung der Kniegelenksarthrose ist die Akupunktur im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Möglicherweise bezuschussen manche Kassen die Behandlung anderer Arthroseformen wie die der Coxarthrose. Das gilt es, im individuellen Fall in Erfahrung zu bringen.(21)
Wie schlafen bei Hüftschmerzen?
Wichtig ist, dass du erholsam schläfst. Wenn die Seitenlage dir Hüftschmerzen bereitet, probierst du am besten mal die Rückenlage oder die Bauchlage aus. In diesen Positionen wird deine Hüfte nicht seitlich belastet und du entspannst die Muskulatur an der Vorderseite deines Beckens. Denn die Beine sind in Rücken- und Bauchlage gestreckt.

FAQ - Ernährung bei Arthrose

Welches Obst und Gemüse ist gut bei Arthrose?
Beeren wie Erdbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, zudem Pfirsiche, Pflaumen oder blaue Trauben liefern jede Menge Vitamine, Mikronährstoffe und Ballaststoffe. Alle Gemüsesorten – zum Beispiel Zwiebeln, Knoblauch, Meerrettich, Rote Beete, Gurke, Zucchini, Sprossen oder Salate, jedoch auch (Wild-) Kräuter – sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, die dem Menschen zur Vorbeugung, Schmerzlinderung und Heilung dienen. Leinöl hat einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Sie sind die Gegenspieler der entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäure. Unser Tipp: täglich 1 bis 2 Esslöffel davon mit Gemüse oder Obst verzehren. Kurkuma, die Königin der Gewürze (wie sie Dr. med. Petra Bracht nennt) wirkt entzündungshemmend. Unser Tipp: 1 bis 2 Teelöffel am Tag oder unser Rezept für Goldene Milch. Vitamin-C-haltige Nahrungsmittel: Zitrusfrüchte, Johannisbeeren, Kiwis, Paprika, grünes Blattgemüse und alle Kohlsorten (insbesondere Grünkohl) sind wichtig für die Gesunderhaltung des Knorpels. Die vielen Mikronährstoffe, Ballaststoffe und Vitamine liefern deiner Gelenkflüssigkeit Nährstoffe. Durch zusätzliche Bewegung kann der Knorpel diese aufsaugen und ist versorgt.
Was darf man bei Arthrose nicht essen und trinken?
Wir raten davon ab, tierische Lebensmittel zu verzehren. Sie fördern Entzündungen, übersäuern den Körper und tragen insgesamt zu einer Muskeltonus-Erhöhung bei. Senke dagegen die Grundspannung mit pflanzlichen Lebensmitteln. Die Details erfährst du in unserem Artikel >> „Die richtige Ernährung bei Arthrose“.

FAQ - Fragen rund um die Hüftoperation

Wann muss eine Coxarthrose operiert werden?
Eine Hüftoperation wegen Arthrose kann infrage kommen bei angeborenen oder erworbenen Fehlstellungen (Hüftdysplasie), Fehlstellungen aufgrund von Unfällen, freien Gelenkkörpern oder, wenn alle konservativen Behandlungsmethoden gescheitert sind und der Leidensdruck Betroffener hoch ist. In den ersten 3 Fällen greifen Chirurginnen zu gelenkerhaltenden Operationen. Erste Anzeichen von Arthrose können mit Arthroskopien oder Umstellungsosteotomien behandelt werden. Eine gelenkersetzende Operation, die Hüftendoprothesen-Implantation (künstliche Hüfte), sollte der letzte Schritt einer Arthrose-Behandlung sein.
Wie verhalte ich mich nach einer Hüftoperation? Welche Bewegungen darf man nach einer Hüft-OP nicht machen? Was kann man mit einer künstlichen Hüfte (Hüftprothese) nicht machen?
Nach einer Hüftoperation und mit einem künstlichen Gelenk sind erste Gehversuche nach ärztlicher Absprache durchaus sinnvoll. Es stehen zudem Schulungen an, die dich darin unterweisen, welche Bewegungen erlaubt sind und welche du besser unterlassen solltest: die Beine verdrehen Autofahren nicht zu tief beugen oder sitzen (maximal 90 Grad) Beine kreuzen oder übereinanderschlagen Generell gilt es, alles erst einmal langsam anzugehen und gezielte Bewegungen und Übungen zur Belastbarkeit des neuen Gelenks durchzuführen. Die Bewegung ist auch wichtig, um den Stoffwechsel anzukurbeln und die Wundheilung zu fördern.
Wie lange dauert es, bis man nach einer Hüftoperation wieder fit ist?
Bis du nach einer Hüft-OP wieder fit bist, können Wochen bis Monate vergehen. Das kommt ganz auf deinen Fall und unterschiedliche Punkte (Knochenqualität, Bereitschaft, bei Physiotherapie und Co. mitzumachen, Prothesen-Modell und dergleichen) an. Eine Krankschreibung ist davon genauso abhängig wie das, was du beruflich tust.
Wie gefährlich ist eine Hüftoperation (Komplikationen)?
Eine Hüftoperation birgt wie jede andere OP Risiken, die allerdings selten auftreten: Infektionen, Wundheilstörung, Nervenschäden, Auskugelung des Hüftgelenks oder Knochenbrüche. >> Informiere dich hier über die Risiken einer Hüft-OP genauer.
Wie lange muss man nach einer Hüftoperation mit Krücken gehen?
Je nachdem, wie gut du den Gelenkersatz schon ansteuern kannst und wie belastbar er ist: etwa 3 Wochen.

Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & SPIEGEL-Bestseller-Autor

Mehr über den Autor
Dr. med. Egbert Ritter

Medizinische Prüfung:

Dr. med. Egbert Ritter

Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am: 22.11.2023 | Letzte Aktualisierung: 09.06.2026

Quellen & Studien

  1. 1 J. Jerosch: Intraartikuläre Therapie. Effektivität der Injektionsbehandlung bei Coxarthrose. In: Orthopädie & Rheuma 22 (2019). S. 39f.
  2. 2 J. Fuchs/Kuhnert, R./Scheidt-Nave, C. (Robert Koch Institut): 12-Monats-Prävalenz von Arthrose in Deutschland. In: Journal of Health Monitoring 23 (2017). S. 55–60.
  3. 3 OECD: Hip and knee replacement. Health at a glance 2019. 2019.
  4. 4 M. Sloan/Premkumar A./Sheth, NP: Projected volume of primary total joint arthroplasty in the U.S. 2014 to 2030. In: J Bone Joint Surg Am 100 (2018). S. 1455–1460.: Zum Beispiel nehmen Forscher für die US-amerikanische Bevölkerung bis 2030 einen Anstieg der Implantationen künstlicher Gelenke von 71 Prozent für Hüft- und 85 Prozent für Knieprothesen an.
  5. 5 S. Nehrer/Neubauer, M.: Möglichkeiten und Grenzen der konservativen Therapie der Arthrose. Sportberatung, Trainingstherapie, Orthesen und Knorpeltherapeutika. In: Orthopäde 50 (2021). S. 346–355.
  6. 6 B. Schumacher: Trotz typischer Symptome. Coxarthrose-Verdacht: Röntgenbild nicht verlässlich. In: Orthopädie & Rheuma 19 (2016). S. 8.

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