Mythen & Fakten: Hilft Krafttraining wirklich gegen Rückenschmerzen?

Häufig wird gegen Rückenschmerzen pauschal Krafttraining empfohlen, weil man davon ausgeht, dass eine schwache Rückenmuskulatur Schmerzen verursachen würde. Natürlich ist eine gut trainierte Rumpfmuskulatur eine Voraussetzung für eine aufrechte Haltung und die Gesundheit der Wirbelsäule. Doch die Muskulatur samt Faszien sollte flexibel sein und nicht unter hoher Spannung stehen.
Mindestens genauso wichtig wie das Krafttraining sind also Dehnübungen, die das Gewebe geschmeidig halten. Gerade wenn du unter akuten Schmerzen im Rücken leidest, solltest du zunächst dafür sorgen, dass die Muskulatur ihre zu hohen Spannungen abbauen kann, bevor du sie stärkst. Wie das funktioniert, haben wir dir in unserem kostenfreien Ratgeber gegen Rückenschmerzen ausführlich zusammengetragen.
Erhöhte Spannung in der Muskulatur
- Im modernen Alltag leidet unser Körper unter mangelnder und wenig abwechslungsreicher Bewegung. Viele Menschen leben in einem Sitz-Alltag mit Maus, Tastatur und Bildschirm. Auch Freizeitveranstaltungen wie Kino, Theater und Autofahrten finden häufig im Sitzen statt.
- Die Folge sind „Verkürzungen“ und hohe muskulär-fasziale Spannungen im Rumpf, ganz besonders in der Körpervorderseite. Diese muskulären Kräfte ziehen den Oberkörper nach vorne. Denn du musst wissen: Das flexible Bindegewebe, die Faszien, passen sich an alles an, was wir tun.
- Unflexibles Gewebe vorne bedeutet im Umkehrschluss eine überspannte Rückenmuskulatur – denn die Rückenstrecker wollen den Rumpf gerade halten und müssen gegen den Zug nach vorne arbeiten. Dadurch können Rückenschmerzen entstehen.
Deine Rückenmuskeln befinden sich also permanent im Training und finden kaum eine Gelegenheit, loszulassen.

Krafttraining bei Rückenschmerzen
Erhöhte muskulär-fasziale Spannungen sind etwas anderes als ein gut trainierter Muskel. Perspektivisch ist es sinnvoll für dich, die Muskulatur am Rumpf zu stärken. Beachte jedoch ein paar Punkte:
- Wenn du unter akuten Rückenschmerzen leidest, solltest du zunächst vor allem deine Körpervorderseite dehnen. Für dich ist es wichtig, die Spannungszustände in deinem Gewebe langfristig zu senken. Auf unserer Übungsseite zum Thema Hüftbeuger dehnen bekommst du einige Übungen, mit denen dir das gelingen kann.
- Integriere immer Dehnungen in dein Krafttraining: Nur wenn deine Muskulatur geschmeidig und deine Faszien flexibel sind, kannst du langfristig beweglich und schmerzfrei bleiben.
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Über diesen Artikel


Medizinische Prüfung:
Dr. med. Egbert Ritter
Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg
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