Schambeinentzündung — ein Schmerz, der dich vor Scham erröten lässt? Ab sofort nicht mehr!

Hier erfährst du alles zu Ursache, Symptomen und effektiven Übungen

Patientin hält sich das Schambein und krümmt sich vor Schmerzen

© buritora | shutterstock.com

Das anfängliche Ziehen an der Innenseite deiner Oberschenkel nimmt immer weiter zu? Die Schmerzen strahlen schon ins ganze Bein und auch dein Unterbauch tut dir zunehmend weh? Du weißt schon gar nicht mehr, ob die Schmerzen in der Leistenregion, der Hüfte, im Unterbauch oder in den Oberschenkeln zuerst da waren?

Dann leidest du möglicherweise an einer Schambeinentzündung (Ostitis pubis).

Was das ist und wie du deine Schmerzen schneller wieder loswerden kannst, als du denkst, erfährst du in diesem Artikel.

 

🚩 Wir wissen, dass du möglicherweise schon einen langen Leidensweg hinter dir hast und bisherige Behandlungsweisen vermutlich erfolglos waren. Deshalb versuchen wir, dir all das an die Hand zu geben, was du brauchst, um dir selbst zu helfen. 

 

 

1. Schambeinentzündung: Ursache und Entstehung

Die Schambeinentzündung hat einen äußerst schlechten Ruf, was die Dauer der Abheilung und die Therapiemethoden betrifft. Warum das so ist und welche Möglichkeiten der Selbstbehandlung wir dir bieten können, liest du in diesem Beitrag.

Bei der Schambeinentzündung handelt es sich um eine nicht infektbedingte Entzündung der Schambeinfuge (Symphyse), des Schambeinknochens und der umliegenden Strukturen, wie Bauchmuskeln, Adduktoren (Muskulatur der Oberschenkel-Innenseiten) und Faszien (Bindegewebe). 1)

Das Krankheitsbild, das von Medizinern als eher seltene Erscheinung angesehen und hauptsächlich Sportlern zugeschrieben wird, kann mit unterschiedlichen Schmerzarten in Zusammenhang stehen. Symptome und Beschwerden können jedoch helfen, der wahren Ursache auf den Grund zu gehen. Unser Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht erklärt dir im folgenden Video, woher deine Schambeinentzündung mit großer Wahrscheinlichkeit kommt. 

▶ Schaue dir jetzt dieses Video dazu an:

💡Schambeinentzündung: So entsteht sie!

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1.1 Symptome und Beschwerdebild: So erkennst du eine Schambeinentzündung

Eine Schambeinentzündung kann sich auf unterschiedliche Arten äußern. In den meisten Fällen wird sie jedoch zunächst nicht als das erkannt, was sie ist, da viele Betroffene sie schlichtweg nicht kennen. Aufgrund der unspezifischen Schmerzverteilung, die sich nicht auf einen bestimmten Bereich am Schambein begrenzen lässt, ist die Diagnose auch für Ärzte immer wieder eine Herausforderung.

🚩 Eine Entzündung am Schambein (Os pubis) zeigt sich dann erst anhand bildgebender Verfahren, wie Röntgenuntersuchungen oder Ultraschall. Aber auch der Einsatz von Computertomografien, bei denen mitunter Flüssigkeitsansammlungen im Schambeinknochen sichtbar werden, sind bei der Diagnose hilfreich. Wenn du dir ohne MRT ein Bild von deinem Schambein machen willst, schau dir direkt diese Grafik an. 

Verspürst du auch einen deutlichen Druck auf deinem Schambein, dann hat sich dort vielleicht ein Ödem gebildet. Die angesammelte Flüssigkeit ist eine natürliche Reaktion deines Körpers und zeigt dir, dass die Gewebestrukturen entzündet sind. Da sich die Schmerzen oftmals erst bei sportlicher Betätigung bemerkbar machen und danach rasch wieder abklingen, um bei vermehrter Belastung wieder aufzuflammen, werden sie zunächst nicht ernst genommen. Allmählich entwickelt sich auf diese Weise die — von Fußballprofis so gefürchtete — Schambeinentzündung. 2) Leider haben die Schmerzen dann schon das akute Stadium überschritten und können einen chronischen Verlauf nehmen. 

Damit du eine Schambeinentzündung schneller erkennst, haben wir hier einige Symptome für dich aufgelistet: 

  • Typisch sind Symphysen-Schmerzen, die in umliegende Regionen wie den unteren Bauch und Rücken sowie die Dammregion ausstrahlen.
  • Druckschmerzen am Schambein, insbesondere im Bereich der Schambeinäste und der Schambeinfuge aufgrund von Wassereinlagerungen
  • ziehende Schmerzen in der Leistengegend, die bei Belastung zunehmen
  • Schmerzen am Adduktorenansatz (bei Ärzten als „Ansatztendinopathie der am Os pubis ansetzenden Muskulatur“ bekannt) 3)
  • stechende Schmerzen im Unterbauch bzw. an der geraden Bauchmuskulatur, vor allem bei Sit-ups und anderen Übungen, aber auch bei alltäglichen Bewegungen wie dem Anziehen des Beines im Einbeinstand
  • Schmerzen im Bereich des Beckenbodens
  • Schmerzen des vorderen Oberschenkels und der Hüftbeuger

Die genannten Beschwerden machen sich sowohl bei täglichen Bewegungsabläufen wie gehen, stehen, vornüberbeugen, Treppen steigen und ins Bett legen als auch bei intensiver sportlicher Betätigung bemerkbar. Auch wenn die Entzündung der Symphyse vor allem bei Leistungssportlern gefürchtet ist und meist auf die sportbedingte Überlastung zurückgeführt wird, tritt sie vermehrt auch bei Menschen wie dir und mir auf. Was hinter der Entzündung und ihrer Entstehung steckt und warum auch du betroffen sein kannst, erfährst du im folgenden Kapitel.

1.2 Die wahre Ursache: Überspannungen in deiner Bauchmuskulatur

Schambeinentzündungen entstehen nicht nur aufgrund sportlicher Überlastungen, sondern auch aufgrund von Bewegungsmangel und langen Phasen des Sitzens. Fehlhaltungen bei länger dauernden Tätigkeiten im Sitzen, etwa im Büro, auf langen Autofahrten oder in der Freizeit, sorgen dafür, dass hohe Zugspannungen an der Bauchmuskulatur entstehen. Verharren wir in diesen Haltungen, versteift die gerade Bauchmuskulatur. Bei fehlender Entspannung und langfristiger Gegenspannung kommt es zu einer Entzündungsreaktion am Schambein. Die entgegengesetzten Zugkräfte lösen „dauerhaft hohe antagonistisch wirkende Muskelkräfte auf die Ansätze der Symphyse und Schambeinäste“ aus. 4)

Die muskuläre Dysbalance zwischen Rumpf- und Adduktorenmuskulatur kann die vermehrte Belastung der Symphysenregion auslösen.5)

1.3 Risikogruppe Sportler? Warum eine Schambeinentzündung jeden treffen kann!

Es besteht der Irrglaube, dass hauptsächlich Leistungssportler wie Fußballer und Läufer von einer Schambeinentzündung betroffen seien. Aufgrund der jeweils starken sportartspezifischen Belastung komme es aus konventioneller Sicht vermehrt zu wiederholten Überdehnungen der Adduktoren und Mikrotraumata in der Beckenregion. An der Symphyse setzen die geraden Bauchmuskeln und die abgehenden Adduktorenansätze an. Oft entstehen in beiden Bereichen zu muskulären Dysbalancen. Dies bringt hohe Zugkräfte auf den Schambeinknochen — von oben wie von unten. Langfristig droht eine Entzündung der Schambeinregion.

Viele Mediziner glauben deshalb, dass bei Nichtsportlern kaum mit einer Schambeinentzündung zu rechnen ist. 6) Die Argumentation scheint hier durchaus schlüssig, übersieht jedoch, dass die beschriebenen Zugkräfte nicht nur beim Sport entstehen können.

Auch oder gerade bei alltäglichen Haltungen, in denen wir aufgrund unserer Arbeitssituation viel zu lange verharren — beim stundenlangen Sitzen im Büro aber auch in langen Phasen des Stehens — kann sich eine solche Überspannung im Bereich des Schambeins entwickeln. 

Insbesondere auf das Sitzen reagiert unser Körper langfristig mit Schmerzen. Dabei können Beschwerden an den unterschiedlichsten Bereichen auftreten, die jedoch alle auf ein und dieselbe Ursache zurückzuführen sind. 

Ein Mann sitzt mit einem Laptop auf dem Schoß

▶ Schmerzen am Schambein vom Sitzen?

Beim Sitzen lösen wir zwei rechte Winkel aus: Den einen bilden wir zwischen den Oberschenkeln und unserem Rumpf, während der andere durch das Sitzen auf der Sitzfläche und das Abwinkeln der Unterschenkel entsteht. Im Durchschnitt nehmen wir diese rechtwinkligen Positionen mindestens 10–15 Stunden am Tag — meist auch in der Nacht beim Schlafen — ein. Die Bereiche, in denen der rechte Winkel jeweils entsteht, sind verkürzt, und mit der Zeit entwickeln sich muskuläre Dysbalancen. Dies setzt eine ganze Reihe von Überspannungen der Muskeln in Gang, die auch das Fasziengewebe verkleben lassen und die sich auf weitere Bereiche des Körpers, wie etwa auf den des unteren Rückens und die Wirbelsäule, auswirken können. Als Folge gehen wir vermehrt ins Hohlkreuz, das unser Körper mit einem Rundrücken ausgleicht. Daraufhin kommen wir auch mit Hals und Nacken in die Überstreckung und eine Verkrümmung der Wirbelsäule nach vorne (Lordose) entsteht.

▶ Warum dir mit konventioneller Behandlung meistens nicht geholfen ist:

Bei der konventionellen Behandlung von Schmerzzuständen kommen vor allem Medikamente zum Einsatz. Sie halten Symptome zwar in Schach, beheben die wahre Ursache jedoch nicht. Entzündungshemmer jeglicher Art sind ein beliebtes Mittel, um akute Schmerzen zu reduzieren. Doch sie legen ein wichtiges Alarmsystem unseres Körper lahm. Dies wissen die meisten Schmerzpatienten leider nicht. Alles, was für die Betroffenen in diesem Moment zählt, ist das Ausschalten des Schmerzes. Verständlich, denn wer leidet schon gerne? Beim Absetzen der Medikamente zeigt sich aber durch ein erneutes Auftreten der Beschwerden schnell, dass die wahre Ursache nicht behoben wurde. Oftmals sind die Schmerzen in diesem Stadium sogar schlimmer als zuvor, da die gewohnten Bewegungsmuster für die Dauer der Medikation bestehen blieben.

Funktionelle Schmerzen

Beschwerden, die durch überhöhte Spannungen an Muskeln und Faszien auftreten, nennt man „funktionelle“ Schmerzen. Sie geben als Alarmsignal Hinweise auf diejenigen Bereiche deiner Schambeinregion, die Schäden davontragen können, wenn du die Zugspannungen nicht verringerst. Neben den Überspannungen an Muskeln und Faszien deines Schambeins gibt es andere, wenn auch seltenere Ursachen, die ebenfalls eine Schambeinentzündung auslösen können. Diese sind jedoch auf Verletzungen oder Mikrotraumata zurückzuführen, bei denen Schäden struktureller Art vorliegen. Diese Ursachen findest du im nächsten Abschnitt.

1.4 Seltene Ursachen einer Schambeinentzündung

Die selteneren Ursachen einer Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) am Schambein betreffen bestimmte Bereiche deines Schambeins, die tatsächlich beschädigt wurden. Die Schmerzen, die du dadurch verspürst, sind nicht zwangsweise nur auf Überspannungen von Muskeln und Fasziengewebe zurückzuführen. Auch wenn die meisten Schmerzen funktioneller Art sind, kann es durchaus sein, dass dein Schambein sich auch durch Verletzungen entzündet.

Schambeinbruch

Sportverletzungen, z. B. Traumata durch heftige Gewalteinwirkungen von außen (Tritte oder Stürze), können einen Schambeinbruch verursachen. Da das Schambein in zwei Knochenteile, die sogenannten Schambeinäste links und rechts, untergliedert ist und für Stabilität in Becken und Hüfte sorgt, ist eine Destabilisierung bei einem Bruch praktisch vorprogrammiert. Die Symptome und Folgen eines Schambeinbruchs fallen deutlich heftiger aus als die einer gewöhnlichen Schambeinentzündung (Ostitis pubis):

  • Bewegungs- und Stabilitätseinbuße
  • Nervenverletzungen
  • Schwellungen in bestimmten Bereichen der Fraktur
  • Gefäßverletzungen
  • Organverletzungen der inneren Organe wie Darm, Harnblase, Prostata bzw. Geburtskanal

Kannst du bei dir solche Symptome feststellen, solltest du dringend einen Arzt aufsuchen. Anhand bildgebender Verfahren wie  MRT kann er eine eindeutige Diagnose stellen.

So kann dein Arzt ausschließen, ob aufgrund der Instabilität zusätzlich ein Beckenbruch vorliegt. Teilweise verheilt ein Bruch der Symphyse mit viel Ruhe von selbst. Treten Komplikationen wie etwa verschobene Bruchteile oder geschädigte Weichteile auf, wird in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff empfohlen.

2. Schambein: Anatomie und Funktion

Anatomische Darstellung des Beckens und des Schambeins

© SebastianKaulitzki (bearbeitet) | shutterstock.com

2.1 Aufbau und Lage des Schambeins

Das Schambein (Os pubis) ist ein Knochen des Beckens. Zum Becken zählen außerdem das Hüftbein und das Darmbein. Das Schambein ist durch die Schambeinäste sowohl links als auch rechts an der Vorderseite des Beckens verordnet. Zusammen bilden die Äste die Schambeinfuge, auch Symphyse genannt.

Diese sitzt im Bereich des unteren Beckens und stabilisiert die gesamte Hüftregion. Wird das feste Bindegewebe immer wieder überlastet, entstehen feine Mikrorisse, die bei anhaltender Belastung nicht mehr ausheilen. Dann ist das Becken in sich verstellt und die Region wird immer instabiler. Greift permanent dieselbe Belastung, wird der Schmerz allmählich chronisch.

Das Schambein ist aufgrund der knöchernen Platte von außen ertastbar und so bei Überlastungen oder Entzündungen besonders empfindlich.

2.2 Was ist die Funktion des Schambeins?

Wie aus dem Aufbau und der Lage des Schambeins deutlich wird, kommt ihm eine wichtige Verbindungsfunktion innerhalb des Beckens zu. Das Becken ist insbesondere für unseren aufrechten Gang elementar und beeinflusst entscheidend die Körperhaltung, wodurch es zwangsweise an jeder Bewegung beteiligt ist. Da das Schambein mit dem Darmbein und dem Sitzbein verbunden ist, gilt es als Teil des Beckenrings. Dieser wiederum steht unmittelbar mit der Wirbelsäule in Verbindung.

Des Weiteren macht das Schambein einen Teil der Hüfte aus und dient zusätzlich dem Schutz der innen liegenden Geschlechtsorgane. Die Tatsache, dass Arterien, Venen und Muskeln durch das Schambein verlaufen oder dort entspringen, zeigt, dass die Symphyse ein zentraler Punkt in deinem Körper ist. Am Schambein befestigt sind unter anderem die geraden Bauchmuskeln, die sich bis zum oberen Rippenbogen durch den gesamten Bauchraum ziehen. Sie sorgen zusätzlich für Stabilität und unterstützen die Haltung. 

Begleitverletzungen der Adduktoren und der Hüfte

Durch Fehlhaltungen, antrainierte einseitige Bewegungsmuster und mitunter viel zu wenig Bewegung sind neben dem Schambein vor allem auch die Adduktorenmuskulatur und die Hüfte von Überspannungen betroffen. Dadurch, dass die Belastungen den gesamten Unterbauch fordern und strapazieren, können auch andere Bereiche stark beeinträchtigt bzw. verletzt sein. Eine Reduktion der abdominalen Muskeln (Bauchmuskeln) und des überhöhten Muskeltonus der Adduktoren sollten auch  die Osteitis pubis daher ebenfalls positiv beeinflussen können. 

3. Schambeinentzündung — Behandlung nach Liebscher & Bracht

3.1 Wie sieht die konventionelle Behandlung einer Schambeinentzündung aus?

Laut Medizinern erfordert eine Überlastungsreaktion des Schambeins bzw. des Schambeinknochens eine mehrmonatige Therapie und viel Geduld. Die Erkrankung wird auch deshalb von Fußballern und anderen Hochleistungssportlern so gefürchtet, da sie mitunter lange Trainingspausen und Ausfallzeiten nach sich zieht. 7) Aufgrund der schleichenden Entwicklung erfolgt eine Diagnosestellung oftmals  viel zu spät.

▶ Entzündungshemmer und physiotherapeutische Anwendungen

Eine konservative Behandlung ist bei einer Schambeinentzündung üblich und wird mit schmerzstillenden Medikamenten begonnen. So sollen akute Beschwerden möglichst schnell gemindert und die Patienten entlastet werden. Injektionen können ebenfalls eine Option sein, um die Entzündung zu stoppen. Dabei wird Kortison zusammen mit einem örtlichen Betäubungsmittel in die Symphyse oder in die Leistengegend gespritzt. Des Weiteren wird über einen längeren Zeitraum Physiotherapie verordnet, bei der die Dysbalancen ausgeglichen und die Muskeln, insbesondere die Adduktorenmuskulatur, gestärkt werden sollen. Medikamentös haben sich aus herkömmlicher Sicht Antiphlogistika (Schmerzmittel) bewährt. Diese werden, wenn nicht ausreichend wirksam, mit oralen Kortikosteroiden ergänzt. Versagen auch diese, empfehlen Ärzte im weiteren Verlauf meistens eine Operation.

▶ Operationen

Operationen im Bereich des Schambeins, der Schambeinfuge und des Schambeinknochens stehen vor allem in der Sportmedizin Hoch im Kurs. Denn meist sind es Leistungssportler, die ihre Trainingspause so gering wie möglich halten wollen. Nach einer erfolgreichen Operation soll die Aufnahme des Leistungssports nach acht bis zehn Wochen wieder möglich sein.

Kürettage: Hierbei wird das entzündete Gewebe im Bereich der Schambeinfuge ausgeschabt. Erweist sich auch dies als unwirksam, kann die Symphyse in einer weiteren Operation versteift werden. Dies geschieht mit einem Knochenspan aus dem Beckenkamm, der durch eine Platte an der Symphyse fixiert wird. 8)

 3.2 Prävention: Darum ist sie so wichtig

Dir ist sicher klar: Es ist immer besser, präventiv zu handeln, als später Schmerzen behandeln zu müssen.

Leider weiß man immer erst im Nachhinein, was man präventiv tun kann, um den bereits erfahrenen Schmerzen langfristig vorzubeugen.

Im herkömmlichen Sinne gilt die Schambeinentzündung als äußerst komplizierte Erkrankung. Ihr Beschwerdebild ist komplex und eine differenzierte Diagnosestellung für die Heilung unabdingbar.

Allerdings plagen sich 50 Prozent der Sportler bis zu drei Jahre lang mit ihren Problemen am Schambein herum. Dies spricht sicherlich nicht für eine angemessene Behandlungsweise.

Wird die Entzündung als solche nicht erkannt, stattdessen aber der Schwerpunkt der Behandlung auf ein Symptom gesetzt, kann auch die Ursache nicht beseitigt werden und die Schmerzen treten nach kurzer Zeit erneut auf.

Viele Sportler mussten für eine vollständige Heilung ihrer Schambeinentzündung eine längere Trainingspause einlegen. Für einige Athleten bedeutete sie sogar das Ende der Karriere.

Damit es dir nicht so ergeht und du deine Schmerzen wieder loswirst — ganz egal, ob Leistungssportler, Hobbyläufer oder Sitznachbar — bieten wir dir eine nebenwirkungsfreie Version der Schmerzbehandlung an. Lies im nächsten Kapitel, wie du nicht nur deine Schambeinentzündung endgültig heilen, sondern ihr zugleich effektiv vorbeugen kannst.

Auf einem Skelett sind die Osteopressurpunkte zur Behandkung bei Beckenschiefstand eingezeichnet

3.3 Was ist das Besondere der Therapie nach Liebscher & Bracht ?

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Behandlungsweisen einer Schambeinentzündung setzen wir darauf, die wahre Ursache zu behandeln. Entgegen der konventionellen Therapie geht es uns nicht darum, die Entzündungsvorgänge deines Körpers zu stoppen bzw. zu hemmen. Wir wollen genau das Gegenteil erreichen. Das mag für Entsetzen sorgen, wirkt aber schneller und effektiver. Mit uns kannst du deine Schmerzen ein für alle Mal loswerden, statt sie nur kurzfristig zu unterdrücken.

Bedenke: Entzündungshemmende Medikamente haben immer Nebenwirkungen und blockieren den natürlichen Reparaturprozess deines Körpers. Dieser Vorgang soll dir eigentlich bei der Heilung helfen und dich darauf aufmerksam machen, dass hier etwas nicht richtig abläuft.

Wie du dir selbst helfen kannst und wie wir dir bei akuten Schmerzen effektiv zur Seite stehen, erfährst du jetzt. 

🔴 Osteopressur — schnelle Wirksamkeit bei akuten Schmerzen

Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten wir dir auf unserem YouTube-Kanal mittlerweile über 500 Videos mit Übungen zur effektiven Bekämpfung deiner individuellen Schmerzzustände. Solltest du so akute Schmerzen haben, dass du die Übungen nicht durchführen kannst, hast du die Möglichkeit, dich von einem unserer Schmerztherapeuten behandeln zu lassen. Über den Therapeutenfinder auf unserer Website findest du unter mehr als 2.000 Liebscher & Bracht-Therapeuten ganz bestimmt jemanden in deiner Nähe.

Unsere Therapeuten können dir dann mit unserer eigens entwickelten Osteopressur-Methode helfen, deine Schmerzen nach nur wenigen Behandlungen — meist reichen eine oder zwei — deutlich zu reduzieren. 

Bei der Osteopressur wird die Ursache deiner Beschwerden beseitigt. Wir haben herausgefunden, dass 72 Schmerzpunkte für jegliche Schmerzen deines Körpers verantwortlich sind. Durch Druck auf die an der Knochenhaut liegenden Rezeptoren werden zugeordnete Hirnprogramme zurückgesetzt.

Je nach Schmerzzustand werden diejenigen Punkte gedrückt, die für die Auslösung der Schmerzen ursächlich sind bzw. an denen die Überspannungen deiner Muskeln und Faszien „gemessen“ wurden. 

Auch die entstandenen Überspannungen deiner Muskeln und Faszien am Schambein werden durch das Drücken der passenden Schmerzpunkte auf diese Weise reduziert. Der in dein Schambein gesendete Schmerz wird dadurch unnötig — dein Körper stellt ihn ein!

🚫 Wichtig ist, dass du bei akuten Schmerzen — auch bei einem chronischen Schmerzverlauf — nicht in eine Schonhaltung verfällst. Warum das so ist, verraten wir dir jetzt! 

3.4 Warum du dich nicht schonen solltest!

Wenn du Schmerzen hast, zwingen sie dich häufig in eine Schonhaltung. Meist sind die Schmerzen sonst kaum aushaltbar. Auch die meisten Ärzte sprechen sich in solchen Fällen für die Schonung aus und verordnen, jegliche Belastung zu vermeiden. Dies ist, unserer Meinung nach, nicht der richtige Weg, um Schmerzen zu reduzieren. Schonung kann deine Schmerzen sogar verschlimmern.

Denn: Für unsere Zellerneuerung ist Bewegung essentiell. Bewegen wir uns nicht, ist die Durchblutung schlechter und unser Stoffwechsel fährt drastisch herunter — somit auch die Zellproduktion bzw. -erneuerung. Alle Reparatur- und Erneuerungs-Prozesse in deinem Körper verzögern sich bzw. können nicht stattfinden. 

Begibst du dich in eine Schonhaltung oder schonst du dich generell, wirst du die aufgebauten Spannungen nicht auflösen können. Mit unserer Therapie, vor allem aber mit unseren Übungen, kannst du die Überspannungen hingegen abbauen und dich langfristig schmerzfrei halten. Sind die Spannungen einmal reduziert, wirst du merken, wie dein Körper von den Entzündungsvorgängen „profitiert“ und Reparaturprozesse endlich abgeschlossen werden können. 

Werde jetzt schmerzfrei und mache folgende Übungen! 👇

💡Mache doch gleich mit!

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3.5 Effektive Übungen: Werde endlich schmerzfrei!

In diesem Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, welche Übungen dir bei einer Schambeinentzündung helfen können:

Auch oder gerade bei Entzündungen kannst du mit unseren Faszien-Rollen und den Massagen nur positive Effekte erzielen. Du brauchst keine Angst zu haben. Wenn du auf deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn unter einer zehn bleibst, kann nichts passieren. Außerdem ist unser Faszien-Set auch speziell für sehr empfindliche Bereiche entwickelt worden. Durch das vorsichtige Rollen können Spannungen genommen und Stoffwechselprozesse angekurbelt werden. Die angestauten Entzündungsherde, wie Wassereinlagerungen (Ödeme) und Abfallstoffe, können anschließend wesentlich leichter abgetragen werden.

Hier findest du genaue Anleitungen, wie du die Übungen richtig ausführst: 👇

Patientin liegt auf dem Rücken und rollt mit der Minikugel an der oberen Schambeinkante entlang

Übung 1: Faszien-Rollmassage mit der Mini-Kugel

Für die Faszien-Rollmassage mit der Mini-Kugel legst du dich zunächst auf den Rücken. Ertaste mit den Händen die Oberkante deines Schambeins und nimm die Mini-Kugel zur Hand. Setze sie von schräg oben gegen diese Kante und drücke sie mit etwas Druck in den Ansatz deines Unterbauchs. Gehe von dort aus — weiterhin mit Druck und an der Kante entlang — erst zur einen und dann hinüber zur anderen Seite. Achte dabei auf die druckempfindlichsten Schmerzpunkte und verweile dort immer etwas länger.

Patientin liegt auf dem Rücken und rollt mit der Medikugel von der Schambeinkante an über ihren gesamten Bauchraum

Übung 2: Faszien-Rollmassage mit der Medi-Kugel

Mit der Medi-Kugel verfährst du ähnlich wie mit der Mini-Kugel aus der vorherigen Übung. Allerdings gehst du dieses Mal mehr in Richtung Bauchraum. Wir wollen deiner Bauchmuskulatur zu optimaler Entspannung verhelfen. Dafür setzt du die Medi-Kugel ebenfalls am Schambein an, gehst aber direkt hoch in Richtung Bauchraum. In kleinen kreisenden Bewegungen führst du die Kugel im Uhrzeigersinn — auch die Verlaufsrichtung unseres Dickdarmes — über deinen Bauch. So kannst du mit dem Rollen gleichzeitig deine Verdauung unterstützen. Rolle auch hier langsam, aber mit Druck. An empfindlichen Stellen verharrst du wieder und bearbeitest sie spiralförmig, um die Spannungen optimal aufzulösen. Beende das Rollen im Bereich des Bauchnabels.

Patientin führt aus dem Vierfüßlerstand ihr Becken Richtung Boden und stützt sich mit durchgestreckten Armen unter ihrem Oberkörper auf. Sie führt die Engpassdehnung aus.

Übung 3: Engpassdehnung

Mit den Faszien-Rollmassagen hast du nun schon erste Spannungen deiner Bauchmuskulatur abbauen können. In einem weiteren Schritt sollen die verkürzten Muskeln und Faszien wieder in die Länge gezogen werden. 

Dafür gehst du in den Vierfüßlerstand und bringst deinen Oberkörper weiter nach vorne. Lasse dich gleichzeitig mit dem Becken in Richtung Boden sinken und spüre den Zug an deinem Unterbauch. Achte darauf, dass du ganz langsam und vorsichtig in die Dehnung gehst. Halte die Dehnung lange genug, damit sich die Faszien neu ordnen können. Nur so beseitigst du die Überspannungen langfristig.

Gegenübung: Fersensitz

Am Ende der Engpassdehnung solltest du in den Fersensitz gehen. Dafür setzt du dich auf deine Fersen und legst deinen Rumpf auf deinen Oberschenkeln ab. Die Arme platzierst du entspannt links und rechts neben deinen Beinen. In dieser „Päckchen-Haltung“ schaffst du den perfekten Ausgleich zur vorhergehenden Übung.

Checkliste für unsere Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen. 

✅ Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

✅ Für jede Übung solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben. Fängst du gerade erst mit den Übungen an oder ist der Schmerz noch zu stark, kannst du dich auch allmählich steigern. 

✅ Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse keine Seltenheit darstellen. Die Verkürzungen und Überspannungen rund um dein Becken und deine Bauchmuskulatur hast du dir eventuell über Jahre und Jahrzehnte antrainiert. Es kann daher etwas dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert und die Zugkraft deiner geraden Bauchmuskulatur nachlässt. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du dein Schambein Stück für Stück entlasten und die Entzündung kann abheilen.

4. Zusammenfassung 

Deine chronischen Leistenschmerzen oder ähnliche Beschwerden haben sich nun lange genug hingezogen. Wenn du mit bisherigen therapeutischen Maßnahmen keine Besserung deiner Schmerzen erzielen konntest, besteht die große Chance, dass du mit unserer Therapie an der richtigen Stelle ansetzt. Denn: Möglicherweise war dir die Schambeinentzündung als Erkrankung noch nicht bekannt. Mit dem hier erworbenen Wissen und den Übungen kannst du jedoch endlich in Richtung Schmerzfreiheit starten. Übrigens haben wir auch hier noch weitere Übungen, die dir zusätzlich helfen können. Gib der Heilung eine neue Chance. Mit unserer Schmerztherapie umgehst du nicht nur eine Operation, sondern kannst die Schmerzen auch ganz ohne Medikamente wie Kortison und Ibuprofen lindern. Solltest du mit den Übungen keine ausreichenden Erfolge erzielen oder sollten deine Schmerzen viel zu stark sein, dann suche doch hier nach einem Therapeuten in deiner Nähe. Er kann dir mit großer Sicherheit helfen. Die meisten Patienten konnten schon nach ein bis zwei Sitzungen die Praxis  fast beschwerdefrei verlassen.

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