Kaffee – das beliebteste Getränk der Deutschen. Er ist Wachmacher und Trendgetränk in einem und wird überspitzt auch „schwarzes Gold“ genannt. Manche trinken ihn für seine aufputschende und leistungssteigernde Wirkung, andere lieben einfach seinen Geschmack. Jüngste Studien zeigen angeblich, dass er negative Folgen für deine Gelenke haben kann und sogar rheumatoide Arthritis und Arthrose begünstigt. Kann das wirklich sein?

In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund, denn um ehrlich zu sein: Auch wir trinken sehr gerne die ein oder andere Tasse Kaffee in Gesellschaft. Kann das tatsächlich so schädlich sein und gilt Kaffee in Maßen nicht eigentlich als gesund? Immerhin sollen einige Studien sogar seine lebensverlängernden Effekte beweisen.

Auf dieser Seite erfährst du:

  • Aus was Kaffee besteht und wie seine Inhaltsstoffe auf deinen Körper wirken
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  • Ob Kaffee gesund ist, abhängig macht und was Studien dazu sagen
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  • Wie Kaffee bei Arthrose und anderen Erkrankungen wirkt oder ob er davor schützen kann
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Dr. Petra Bracht
Unterschrift von Dr. Petra Bracht

Ernährungsexpertin

Kaffee – das beliebteste Getränk der Deutschen. Er ist Wachmacher und Trendgetränk in einem und wird überspitzt auch „schwarzes Gold“ genannt. Manche trinken ihn für seine aufputschende und leistungssteigernde Wirkung, andere lieben einfach seinen Geschmack. Jüngste Studien zeigen allerdings, dass er negative Folgen für deine Gelenke haben kann und sogar Arthrose begünstigt. Kann das wirklich sein?

In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund, denn um ehrlich zu sein: Auch wir trinken sehr gerne die ein oder andere Tasse Kaffee in Gesellschaft. Kann das wirklich so schädlich sein und gilt Kaffee in Maßen nicht eigentlich als gesund? Immerhin beweisen einige Studien sogar seine „lebensverlängernden“ Effekte.

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Dr. Petra Bracht
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Ernährungsexpertin

Dr. Petra Bracht
Unterschrift von Dr. Petra Bracht

Kaffee – das beliebteste Getränk der Deutschen. Er ist Wachmacher und Trendgetränk in einem und wird überspitzt auch „schwarzes Gold“ genannt. Manche trinken ihn für seine aufputschende und leistungssteigernde Wirkung, andere lieben einfach seinen Geschmack. Jüngste Studien zeigen allerdings, dass er negative Folgen für deine Gelenke haben kann und sogar Arthrose begünstigt. Kann das wirklich sein?

In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund, denn um ehrlich zu sein: Auch wir trinken sehr gerne die ein oder andere Tasse Kaffee in Gesellschaft. Kann das wirklich so schädlich sein und gilt Kaffee in Maßen nicht eigentlich als gesund? Immerhin beweisen einige Studien sogar seine „lebensverlängernden“ Effekte.

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Kaffee und seine Inhaltsstoffe

Der erste Schluck Kaffee am Morgen ist für die meisten von uns ein absoluter Hochgenuss. Und für manch einen gilt der Spruch „Ohne Kaffee ohne mich“ – diese Menschen sind meist auf die munter machende psychoaktive Substanz im Kaffee, das Koffein angewiesen, um wach zu werden. Doch was genau macht das Koffein mit deinem Körper und welche Inhaltsstoffe befinden sich sonst noch in dem wohlig duftenden Getränk?

Ein junger Mann trinkt eine Tasse Kaffee und schaut dabei sehr schlecht gelaunt aus.

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Der Koffein-Kick: Zwischen Genussmittel und Genussgift?

Starten wir mit dem Koffein, denn das ist der anregend wirkende Bestandteil des Kaffees, weshalb viele Menschen ihn so gerne trinken. Koffein ist in mehr als sechzig Pflanzen enthalten und dient diesen als natürliches Pestizid vor Fressfeinden. Für verschiedene Insekten und andere Tiere ist Koffein sogar giftig.1) Doch wie wirkt diese Substanz auf uns Menschen und was genau passiert in unserem Körper, wenn wir Koffein zu uns nehmen?

Koffein gilt als die weltweit am häufigsten konsumierte pharmakologisch aktive Substanz. Je nach Menge kann die Wirkung von Koffein variieren. Aber wo und wie entstehen die Effekte von Koffein in deinem Körper eigentlich?

Konkurrenzkampf um Rezeptoren: Adenosin und Koffein

Je nach Kaffeekonsum fällt die Wirkung des Koffeins unterschiedlich aus. Fakt ist, dass Koffein direkt auf unser zentrales Nervensystem einwirkt und dort einen bestimmten Prozess beeinflusst, der ganz entscheidend für seinen stimulierenden Effekt ist.

Doch gehen wir kurz einen Schritt zurück: Zu deinem Nervensystem gehören alle Nervenzellen deines Körpers. Sie reagieren auf Reize aus der Umwelt und steuern gleichzeitig Vorgänge im Inneren. Dein Nervensystem reagiert vor allem auf Sinnesreize von außen und verarbeitet sie. Auf jeden Reiz antwortet es mit Bewegung deiner Muskeln oder du kannst Schmerzen empfinden. Für jede Signalweiterleitung zwischen den einzelnen Nervenzellen wendet dein Körper Energie auf. Bei diesen Prozessen entsteht ein Stoffwechselprodukt namens Adenosin. Adenosin dockt an bestimmte Rezeptoren an, wodurch die Ausschüttung von belebenden Botenstoffen (Neurotransmittern) wie Dopamin und Noradrenalin blockiert wird. Dopamin wird auch als Glückshormon bezeichnet, während Noradrenalin Stress regulieren kann.

Je mehr Energie verbraucht ist und je mehr Adenosin sich ansammelt, desto weniger wachmachende Botenstoffe sendet dein Körper aus. Du fühlst dich müde.   

Eine junge Frau sitzt mit einer Tasse Kaffee im Bett. Sonnenstrahlen fallen durch das Fenster herein.

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Koffein verhindert das Andocken des Adenosins an Adenosin-Rezeptoren

Diese Ermüdung wirkt sich vor allem auf deine Konzentration, aber auch auf deine körperliche Muskelspannung aus. Und genau an dieser Stelle kommt Koffein ins Spiel. Denn Koffein dockt an eben jene Rezeptoren an, an die normalerweise auch das ermüdende Adenosin andockt. Trinkst du also eine Tasse Kaffee, blockiert das Koffein die Adenosin-Rezeptoren, sodass das Stoffwechselprodukt Adenosin keinen Platz mehr zum Andocken hat.

Genau hier setzt der stimulierende Effekt des Koffeins ein. Die Müdigkeit bleibt aus beziehungsweise macht uns das Koffein wieder wacher, wenn wir bereits müde sind.

Körperliche Effekte von Koffein

Ist das Koffein also in deinem Körper, zieht es eine Reihe von Effekten nach sich. Diese sind alle für die wachmachende Wirkung verantwortlich. Besonders spannend ist die Wirkung auf deine Blutgefäße. Während sich die Blutgefäße im Gehirn verengen, weiten sie sich in deinen Extremitäten, Armen und Beinen.

 Mögliche positive Wirkungen von Kaffee

  • Koffein sorgt also unter anderem für eine bessere Sauerstoffversorgung in den Muskeln deiner Arme und Beine.
  • Der Muskeltonus (die Muskelspannung) im Körper ist erhöht, was neben der besseren Sauerstoffversorgung beim Sport leistungssteigernd wirken kann. Warum aber ein dauerhaft erhöhter Muskeltonus nicht unbedingt von Vorteil ist und sogar Beschwerden an deinen Gelenken auslösen kann, erfährst du in Kapitel 4 unseres Arthrose-Artikels.
  • Die Herzfrequenz ist erhöht und die gesamte Durchblutung deines Körpers ist stärker.
  • Die psychische Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Konzentration, Aufmerksamkeit, ein stärkeres Reaktionsvermögen (aufgrund beschleunigter Reizverarbeitung) und Wachheit können durch Koffein gefördert werden.
  • Die Darmbewegung (Darmperistaltik) wird angeregt und die Verdauung ist besser – zumindest berichten das viele Menschen. Bei einem zu hohen Konsum kann sich dieser Effekt jedoch umkehren.
  • Es wird vermehrt Dopamin ausgeschüttet, da das ermüdende Adenosin beim Andocken an die Rezeptoren blockiert wird.
  • Stoffwechsel und Atmung beschleunigen sich, da das Blut aufgrund der verengten Gefäße mit erhöhtem Druck durch den Körper gepumpt wird.

Mögliche negative Wirkungen von Kaffee

  • Viele Kaffeetrinker empfinden eine leicht harntreibende Wirkung des Kaffees als störend.
  • Bei sitzender Tätigkeit und zu viel Koffein leiden viele unter starker Anspannung, die bis hin zu Nervosität und Stressempfinden führen kann. Ein innerliches Zittern und Herzrasen wird oft von Menschen beschrieben, die zwei oder drei Tassen Kaffee hintereinander trinken. Das liegt vor allem daran, dass Koffein die Produktion des Stresshormons Cortisol und den Blutdruck steigert. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb besonders vorsichtig mit dem Koffeinkonsum sein.
  • Übermäßiges Schwitzen aufgrund der erhöhten Herzfrequenz und des gesteigerten Blutdrucks. Die Schweißdrüsen werden aktiviert.
  • Kaffee kann eine steigernde Wirkung auf den LDL-Cholesterinspiegel haben. Hast du bereits einen hohen Cholesterinspiegel kann Kaffee durch das in der Kaffeebohne enthaltene Öl namens Kafestol (ein Diterpen) Cholesterin zusätzlich in die Höhe treiben. Bei der Zubereitung des Kaffees solltest du besser auf Papierfilter, also auf Filterkaffee, setzen. Der größte Teil des Kafestol wird dadurch aufgefangen. Gleiches gilt auch für Pad-Maschinen. Verzichte im Fall eines erhöhten Cholesterins am besten auf die Zubereitung mit der French Press oder einer Stempelkanne. Übrigens bist du mit Instant-Kaffee auch auf der sicheren Seite. Er enthält keinerlei Kafestol.2), 3)

Die hier sowohl als positiv als auch als negativ beschriebenen Effekte von Koffein sind dosisabhängig. Das Wirkungsspektrum von Koffein ist sehr groß.

Von einer geringen bis normalen Dosis sprechen Wissenschaftler bei einem Konsum von zwei bis vier Tassen täglich. Bei dieser Rechnung geht man von 60 bis 125 mg pro 125 ml Tasse Kaffee aus. 400 Milligramm Koffein pro Tag sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unbedenklich. Sie bestätigen diese Menge an Koffein allerdings für nicht schwangere Erwachsene. Für Schwangere empfehlen sie hingegen nicht mehr als die Hälfte, also 200 Milligramm Koffein pro Tag.4)

Macht Kaffee abhängig?

Aber was ist mit höheren Dosen Koffein am Tag und kannst du von Koffein abhängig werden? Wir formulieren dies etwas vorsichtiger, denn ja, es gibt durchaus Anzeichen einer Abhängigkeit von Koffein bei einigen Menschen. Allerdings bedarf es da größerer Mengen Koffein pro Tag.

Tritt ein unkontrollierter Drang nach Koffein auf, der, wenn er nicht gestillt wird, mit Entzugserscheinungen einhergeht, spricht das für eine gewisse Sucht.

Meist geht es den Betroffenen jedoch weniger um den Kaffee an sich als um die Wirkung von koffeinhaltigen Getränken allgemein. Oft putschen sie sich mit Energy-Drinks, Kaffee und anderen koffeinhaltigen Softgetränken auf. Im Vergleich zu Rauschmitteln, die eine akute Toxikation (Vergiftung) hervorrufen können, handelt es sich bei Koffein um eine kumulativ wirkende Substanz.5) Das heißt, es braucht einige Zeit und ausreichend Koffein, dass sich nach und nach eine solche Dosis in deinem Körper beziehungsweise in deinem Blutkreislauf anhäufen könnte, die negative oder toxische Auswirkungen hätte.

Du müsstest also lange Zeit viel Koffein zu dir nehmen, damit hier eine ähnliche Abhängigkeit wie bei anderen Drogen auftreten könnte.

Es gibt zwar eine Koffeinintoxikation, auch „Koffeinismus“ genannt, aber die wirst du mit den üblichen Mengen Kaffee pro Tag nicht erreichen. Bist du neben Kaffee jedoch Fan von Energy-Drinks, ist das Risiko einer Koffeinüberdosierung natürlich erhöht. Diese kann sich in körperlichen Symptomen wie Angstzuständen, Zittern, übermäßigem Schwitzen, Nervosität und anderen psychischen Zuständen bemerkbar machen.6)

Toxische und lebensbedrohliche Koffeindosen sind in den meisten Fällen aber auf die Einnahme koffeinhaltiger Medikamente und deren Missbrauch zurückzuführen als auf koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel.7)

Der akute toxische Wert von Koffein läge bei einem Erwachsenen bei etwa zehn Gramm pro Tag, den du alleine mit Kaffee über 100 Tassen decken müsstest.8), 9) Fühle dich bitte nicht herausgefordert, das testen zu wollen und genieße stattdessen lieber eine Tasse Kaffee.

Wie macht sich ein Koffein-Entzug bemerkbar?

Auch wenn du nicht unbedingt abhängig bist, kannst du unter einigen Symptomen leiden, wenn du deinem Körper das Koffein verwehrst. Ein Koffein-Entzug kann sich je nach Dosis, die du täglich zu dir genommen hast, ganz unterschiedlich äußern. Manch einer hat vielleicht nur leichte Kopfschmerzen und fühlt sich ein wenig müde – er leidet möglicherweise auch unter Stimmungsschwankungen. Andere berichten von Konzentrationsschwierigkeiten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Migräne, Übelkeit, Schlappheit oder sogar Gliederschmerzen über einige Tage hinweg.10) Die bleierne Müdigkeit und die krankheitsähnlichen Anzeichen sind jedenfalls ein Beweis dafür, dass dein Körper sich von der stimulierenden Wirkung des Koffeins erholen muss. Viele berichten nach dem Koffeinentzug von einer besseren Schlafqualität und der Fähigkeit, wieder richtig zu entspannen.

Du selbst kannst austesten, wie sehr sich dein Körper bereits an den täglichen Koffein-Kick gewöhnt hat, indem du einen Entzug machst.

Eine Frau sitzt am Schreibtisch und massiert sich die Schläfen. Ihre Augen hälts sie dabei geschlossen.

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Unser Tipp, um den Koffeinentzug zu erleichtern

Wir raten dir dazu, die tägliche Dosis Koffein zunächst schrittweise zu reduzieren. Trinke statt vier oder mehr Tassen über den Tag verteilt zunächst nur eine morgens und eine am Nachmittag. Mach dies etwa zwei bis vier Tage und trinke anschließend nur noch morgens eine Tasse Kaffee. Lasse die zweite am Nachmittag weg und schau, was dies mit deinem Körper macht. Fühlst du dich besonders müde und schlapp, aber schläfst schon wieder besser abends ein? Fühlst du dich morgens auch ausgeschlafener und weniger nervös?

Dann kann es gut sein, dass dir der erste Entzug schon sehr gut tut und dein Körper wieder mehr zur Ruhe kommt.

Ein Matcha-Set mit Besen, Schale, Dosierlöffel und Tasse ist abgebildet.

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Entkoffeinierter Kaffee und Matcha als Alternative zu Kaffee?

Lasse für den vollständigen Entzug nun auch morgens die Tasse Kaffee weg. Du liebst den Geschmack von Kaffee am Morgen aber so sehr? Dann probiere mal einen guten entkoffeinierten Bio-Espresso. Im Bioladen wirst du sicher fündig und du kannst uns glauben: Du wirst kaum einen Unterschied schmecken.

Oder du steigst auf Matcha um und testest das trendige Grüntee-Pulver. Die Zubereitung macht übrigens ebenso viel Spaß wie einen guten Kaffee zu machen.

Matcha, falls er dir noch gar nichts sagt, ist das gemahlene Pulver grüner Teeblätter. Aufgrund seiner vielen wertvollen Phytonährstoffe (Nährstoffe, die in Pflanzen vorkommen und gesundheitsfördernde Effekte für uns Menschen haben) gilt er als sehr gesund und wird insbesondere von jungen Menschen immer häufiger getrunken.

Gesundheitsfördernd ist vor allem sein hoher Gehalt an antioxidativen und entzündungshemmenden Substanzen.11)

Seinen stark grasigen Geschmack kannst du mit etwas aufgeschäumter Pflanzenmilch und ein wenig Süße wie Agavendicksaft, Dattelsirup oder Ahornsirup gut abmildern. Matcha enthält zwar auch Koffein, sogar mehr als Kaffee, dieses wirkt jedoch trotz seiner anregenden Effekte ganz anders in deinem Organismus.12) Es macht dich weder nervös noch zittrig. Zusätzlich konnte in Studien bewiesen werden, dass Matcha aufgrund seines hohen Theaningehalts eine stressreduzierende Wirkung hat.13) Der Konsum von Kaffee hingegen kann Stress eher verstärken oder auslösen.

„Ganz oder gar nicht“, ist dein Motto? Dann möchtest du sicherlich von heute auf morgen Kaffee von deinem Speiseplan streichen. Das ist auch völlig in Ordnung, wir raten dir jedoch an einem Freitag oder Samstag damit zu starten. So hast du zumindest das Wochenende, um dich von deiner Müdigkeit oder deutlich unangenehmeren Symptomen – wie wir sie oben aufgelistet haben – zu erholen.

Auch Ernährungsmedizinerin Dr. med. Petra Bracht hat sich mit dem Thema Kaffee und Koffein schon öfters auseinandergesetzt. So viel sei dir verraten: Sie war Kaffeeliebhaberin, hat sich aber weitgehend von Koffein verabschiedet. Sie trinkt mittlerweile nur noch entkoffeinierten Bio-Espresso und bevorzugt hauptsächlich grünen Tee. Warum sie das tut und weshalb du auch auf deinen Koffeinkonsum achten solltest, erklärt sie dir in diesem Video. 

Antioxidantien – Die guten Inhaltsstoffe im Kaffee

Ein weißer Leinensack mit gerösteten Kaffeebohnen steht auf einem Boden. Eine Hand entleert einen goldenen Löffel mit Kaffeebohnen über dem Leinensack

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Nun weißt du, welche positiven aber auch negativen Wirkungen Kaffee beziehungsweise Koffein auf deinen Körper haben kann. Neben dem Koffein gibt es aber auch weitere Substanzen im Kaffee. Etwa 1000 verschiedene Bestandteile im Kaffee wurden bisher entdeckt.14)

Je nach Sorte, Zubereitungsart und Alter der Kaffeebohnen kann die Menge der enthaltenen Inhaltsstoffe variieren.

Kaffee enthält neben Koffein Kohlenhydrate, Fette, Öle, Wasser und Säuren, beispielsweise die Chlorogensäure. Diese Säure gehört zu den Phenolsäuren mit biologischen Eigenschaften.

Ihr wird eine

  • antioxidative,
  • entzündungshemmende,
  • neuroprotektive (Schutz von Nervenzellen),
  • hypolipidämische (cholesterinsenkende) und
  • hypoglykämische (blutzuckersenkende) Wirkung nachgesagt.15)

Koffein gehört zu den Alkaloiden. Seine Wirkung haben wir bereits zuvor ausführlich besprochen. Bitterstoffe und Vitamine aus der B-Gruppe wie B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Panthothensäure) und B6 (Pyridoxin) sind auch in Kaffee enthalten. Außerdem befinden sich in deiner Tasse Kaffee Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie Antioxidantien, Eiweiße und Aromastoffe.

Eine beachtliche Menge an Inhaltsstoffen, findest du nicht auch? Studien, die Kaffee und seine Wirkung auf unsere Gesundheit überprüfen, legen den Fokus vermehrt auf das Koffein und besondere Pflanzenstoffe wie Antioxidantien. Vor allem aufgrund der enthaltenen Antioxidantien wird Kaffee oftmals im Zusammenhang mit der Entstehung von Erkrankungen, aber insbesondere hinsichtlich ihrer Prävention untersucht. Die Polyphenole stehen dabei meist im Vordergrund. Ihnen wird vermehrt eine entzündungshemmende und zellschützende Wirkung nachgesagt.

Das sagen Studien über Kaffee und seine Wirkung

Ob die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee nun überwiegen oder die negativen Wirkungen so stark zu Buche schlagen, dass wir am besten auf Kaffee verzichten sollten, wird derzeit noch diskutiert. Immer wieder tauchen neue Studien zu Kaffee und der Wirkung von Koffein im Zusammenhang mit unserer Gesundheit auf.

Aber was können wir mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft anfangen und wie können wir den Kaffeekonsum bisher bewerten? Welche Rolle spielt er bei der Entstehung von Entzündungen, bestimmten Erkrankungen und im Speziellen bei Gelenkschmerzen, Arthrose und rheumatoider Arthritis?

Eine junge Frau lässt sich am oberen Rücken und an den Schulterblättern von einem Arzt untersuchen

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Was ist Arthrose und wie kommt es dazu?

Gehen wir auch hier noch einen Schritt zurück: Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke. Sie ist die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland aber auch weltweit.

Degenerativ bedeutet, dass das Knorpelgewebe immer weiter verschleißt oder sich zunehmend abbaut.16)

Dieser Vorgang an deinen Gelenken macht sich irgendwann, je nach Fortschritt der Erkrankung, mit Symptomen wie Gelenkschmerzen oder Entzündungen an unterschiedlichen Gelenken bemerkbar. Kommt es zu Schwellungen und Überhitzung oder sind mehrere Gelenke von Entzündungen befallen, handelt es sich meist um eine rheumatische Arthritis. Im Gegensatz zur Arthrose können die Anzeichen wie Schwellungen und Rötung der Gelenke wie etwa bei einer Osteoarthritis von außen zu sehen sein. Bei Osteoarthritis handelt es sich um die häufigste rheumatische Erkrankung mit chronischem Verlauf.

Zu welchen Beschwerden es bei Arthrose kommen kann, liest du in unserem Artikel dazu nach. Die Ursachen für den Verschleiß der Gelenkknorpel und Entzündungsprozesse an Gelenken sind von der Wissenschaft noch nicht vollständig geklärt.

Allerdings gibt es vermehrt Hinweise beziehungsweise Belege dafür, dass sowohl die Ernährung als auch die körperliche Bewegung ernstzunehmende Faktoren sind. Sie können sowohl den Gelenkverschleiß als auch die Entzündungen an Gelenken vorbeugen oder begünstigen.

Eine junge Frau steht vor einem Gebäude und dehnt ihren linken Arm, indem sie ihn mit dem rechten Arm ausgestreckt nach rechts zieht.

Bewegung ist wichtig für deinen Körper. Da sind wir sicher nicht die ersten, die das sagen. Regelmäßige, moderate Bewegung hilft dir nicht nur dabei, ein gesundes Körpergewicht zu halten, sondern bietet dir gleichzeitig weitere Vorteile für deine allgemeine Gesundheit.

Übergewicht ist ein maßgeblicher Risikofaktor für die Entstehung anderer Krankheiten, unter anderem auch für Arthrose oder Entzündungsreaktionen wie bei rheumatoider Arthritis.

Es hat sich gezeigt, dass Normalgewichtige deutlich seltener an Rheuma oder Arthrose erkranken als Menschen mit Übergewicht.17)

Mit ausreichend Bewegung stärkst du dein Immunsystem, du beugst Krankheiten vor – auch Gelenkverschleiß –, du schläfst besser und deine Stimmung hebt sich.18)

Entgegen der Annahme, Arthrose sei unaufhaltsam und nicht heilbar, zeigen wir dir in unserem umfangreichen Artikel zu der Krankheit, dass sie mit unserer Schmerztherapie gut zu behandeln ist. Denn dein Knorpelgewebe ist kein totes Material, sondern enthält stets lebendige Zellen, die richtig ernährt werden müssen. Und da die Ernährung deiner Knorpel nur durch den Wechsel von Belastung und Entlastung möglich ist, kannst du dir sicher vorstellen, dass es nicht förderlich ist, dich zu schonen.

Es gilt, in Bewegung zu bleiben – ganz besonders bei Arthrose.

Nur so kann in deinem Knorpelgewebe der Austausch von Nährstoffen durch Diffusion stattfinden. Nur so gelangen die nötigen Nährstoffe – insbesondere Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralien – dort hin, wo sie gebraucht werden. Nur durch äußere Bewegung schaffst du innere Bewegung. Findet der Austausch von Nährstoffen nicht statt, können auch angefallene Abfallstoffe wie Stoffwechselprodukte, beispielsweise Säuren, nicht abgetragen und ausgeschieden werden.

Ein Teufelskreis entsteht: Häufen sich zu viele Säuren in deinem Gewebe an, zieht dies ein Ungleichgewicht in deinem Säure-Basen-Haushalt nach sich. Und eine Übersäuerung gilt es unbedingt zu vermeiden, wenn du gesund sein möchtest.

Eine junge Frau sitzt auf einem Teppich und hält eine Schale Obst in ihrer Hand

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Und hier kommt der zweite wichtige Faktor ins Spiel: eine gesunde Ernährung. Auch wenn immer wieder Risikofaktoren wie Übergewicht oder ein höheres Alter angegeben werden, bedeutet dies nicht zwangsweise, dass sich daraus immer auch eine Arthrose entwickeln muss.

Denn beiden Faktoren liegt meist ein ungesunder Lebensstil zugrunde, der  ein Problem für deine Knochen und Gelenke und generell für deinen gesamten Körper darstellt.

Je länger wir uns ungesund ernähren, je länger wir uns zu wenig bewegen und je mehr wir an Körpergewicht über Jahre zulegen, umso mehr Zeit vergeht, in der wir diese Lebensweise praktizieren.

Unser Alter ist deshalb nicht der entscheidende Faktor bei der Entstehung von Arthrose. Entscheidend dafür sind vielmehr all die vielen Jahre, die wir ungesund gelebt haben, sodass Gelenkverschleiß oder andere Erkrankungen entstehen können.

Neben der Bewegung ist der größte Einflussfaktor auf unsere Gesundheit die Ernährung. Mit dem, was wir täglich zu uns nehmen, können wir Krankheiten langfristig vorbeugen oder auslösen.19) Einen Bestandteil unserer westlichen Standard-Ernährung, der vermehrt zu Entzündungen führt und fortschreitende Krankheiten nach sich ziehen kann, lernst du im Folgenden kennen.

Entzündungsfördernde Arachidonsäure

Tierische Produkte sind besonders schädlich für deine Gesundheit, insbesondere dann, wenn du Entzündungsprozesse in deinem Körper vermeiden möchtest. Eine besondere Rolle spielt hierbei vor allem die Arachidonsäure. Bei ihr handelt es sich um eine Fettsäure der entzündungsfördernden Omega-6-Gruppe, die ausschließlich in Fleisch, Fisch, Eiern und Milch vorkommt. Bereits ein Ei pro Tag kann den Arachidonsäurewert im Blut deutlich erhöhen und somit Entzündungsprozesse entfachen.20)

Vor allem bei fortschreitenden rheumatischen Erkrankungen spielt die Ernährung eine große Rolle.21) Neben dem Rauchen können insbesondere tierische und andere säurebildende Lebensmittel Rheumaschübe auslösen.22) Entzündungshemmende Fettsäuren wie Omega-3 hingegen haben sich bei Rheuma als günstig erwiesen.23), 24) Wir empfehlen vor allem pflanzliche Öle mit Omega-3-Fettsäuren wie Leinöl, Rapsöl, Wallnussöl oder ganze Samen und Nüsse.

Laut der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie sind auch bei Arthrosen Entzündungsreaktionen für Schmerzen, Gelenkverschleiß und andere körperliche Folgen der Krankheit mit verantwortlich.25) Meidest du tierische Lebensmittel, kannst du damit einen Großteil an Entzündungsreaktionen in deinem Körper mindern und die Entstehung neuer Entzündungen vermeiden.

Wie du mit Normalgewicht zusätzlich vorbeugen und das Risiko an Arthrose und Rheuma zu erkranken weiter minimieren kannst, erfährst du, wenn du weiterliest.

Übergewicht als Risikofaktor von Arthrose?

Immer mehr zeigt sich außerdem, dass ein höheres Körpergewicht beziehungsweise krankhaftes Übergewicht Rheuma und Arthrose fördern kann. Bei Untersuchungen hat sich jedoch weniger das vermehrte körperliche Gewicht auf die Knochen und Gelenke ausgewirkt als vielmehr das Fettgewebe, das sogenannte Adipokine produziert. Diese Adipokine sind laut Studien in der Lage, eine synoviale Entzündung, die sogenannte Synovialitis auszulösen. Dabei spricht man von einer Entzündung in der Gelenkschleimhaut, die die Gelenkkapsel umgibt und die Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) zwischen den Knochen umgibt. Dieser entzündliche Prozess beeinflusst auch die Knorpelschicht zwischen den Knochen, da knorpelabbauende Enzyme freigesetzt werden.26)

Es ist also nicht unbedingt das hohe Körpergewicht, das auf den Gelenken lastet und so eine Überlastung der Knie (Gonarthrose) oder Hüfte (Coxarthrose) auslöst. Auch die inneren Prozesse wie Entzündungsreaktionen müssen vermehrt berücksichtig werden.27)

Ernährung als besonders wichtiger Faktor bei Rheuma und Arthrose

Um innere Entzündungsprozesse zu vermeiden ist also deine Ernährung ganz besonders wichtig. Der Fokus sollte hier auf pflanzlichen Lebensmitteln liegen. Frische und bunte Gemüsesorten sowie Obst sollten neben Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln aber auch Kartoffeln und Hülsenfrüchten den Großteil deiner Ernährung ausmachen.

Gestalte deine Ernährung außerdem fettarm, was jedoch nicht heißt, dass du auf gesunde ungesättigte Fettsäuren verzichten solltest. Sie gehören ebenso auf deinen Speiseplan wie pflanzliches Eiweiß und komplexe, vollwertige Kohlenhydrate. Zu den ungesättigten Fettsäuren zählen pflanzliche Öle mit einem guten Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis (Leinöl, Rapsöl und Wallnussöl) und naturbelassene Fettquellen wie Oliven, Avocados, Nüsse und Ölsaaten.

Auf welche Fette du besser verzichten solltest, kannst du in unserem kostenfreien Ratgeber erfahren. Lade ihn herunter und entdecke, welche Lebensmittel dir bei Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen gut tun und welche du lieber meiden solltest. 

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Ratgeber Kaffee bei Arthrose

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Arthrose durch Kaffee: Kann das sein?

In aktuellen Studien beschäftigen sich Experten insbesondere mit dem Konsum von Kaffee und der Entstehung von Arthrose und rheumatoider Arthritis. Beobachtet wurde, wie sich bei Probanden der Rheumafaktor durch einen regelmäßigen Konsum von Kaffee veränderte. Der Rheumafaktor, abgekürzt RF, ist einer von vielen Indikatoren für die Diagnose von Rheuma. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass er nicht bei allen Patienten mit Rheuma erhöht oder positiv sein muss.

Um eine vollständige und sichere Diagnose stellen zu können, sind viele verschiedene Untersuchungen des Patienten notwendig.

Zeitgleich kann ein erhöhter Rheumafaktor bei anderen Erkrankungen wie beispielsweise Lebererkrankungen, Tumoren oder bakteriellen sowie viralen Entzündungen auftreten. Er muss also nicht zwangsweise im Zusammenhang mit einer rheumatischen Erkrankung stehen.

In den Studien, die den Zusammenhang von Kaffee und Rheuma untersuchten, wurde jedoch nur der Rheumafaktor als Indiz für die Entstehung von Rheuma beobachtet. Andere Einflüsse wie Bewegung, die allgemeine Ernährung der Probanden, das Trinken von Alkohol oder andere Stressoren wurden während der Untersuchung nicht berücksichtigt. Allein das Rauchen, als bisher bekannter Risikofaktor für Rheuma wurde in die Auswertungen mit einbezogen. Da das Rauchen von Zigaretten häufig mit einem erhöhten Kaffeekonsum korreliert, konnte auch hier kein deutlicherer Schluss gezogen werden.28) Ein erhöhter Rheumafaktor könnte hier sowohl auf das Nikotin als auch auf den Kaffee zurückzuführen sein – und wie zuvor erwähnt, auch auf weitere nicht berücksichtigte Faktoren.

Die Experten zogen bereits im Jahr 2000 zum Schluss ihrer Studie selbst folgendes Fazit: „Es lässt sich nicht feststellen, ob die Assoziationen zwischen Kaffeekonsum und dem Rheumafaktor sowie rheumatoider Arthritis auf die Kaffeeexposition selbst oder auf einen eng mit ihr verbundenen Lebensstil- oder Ernährungsfaktor zurückzuführen sind.“29)

Es ist zwar durchaus möglich, dass ein hoher Koffeinkonsum langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit hat, inwieweit er aber Einfluss auf die Gelenke hat und bei welchen Dosierungen, ist noch unklar. Einige Daten sprechen jedoch dafür, dass er neben dem Rauchen, Übergewicht und einem hohen Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) ein möglicher Faktor für die Entstehung von Rheuma und auch für Gelenkverschleiß wie bei Arthrose sein könnte.

Allerdings kann man (noch) keine allgemeinen und aussagekräftigen Schlüsse aus den bisherigen Studienergebnissen ziehen.

Bislang gilt jedoch: Rauchen ist einer der stärksten Risikofaktoren, wenn es um die Entstehung von Rheuma geht.30)

Studienergebnisse zu Kaffee und Arthrose bis heute nicht aussagekräftig

Auch zweiundzwanzig Jahre später geht aus der neuesten Meta-Analyse zum Kaffeekonsum und der Entstehung von rheumatoider Arthritis und Arthrose kein eindeutiges Ergebnis hervor. Mal zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einem höheren Koffeinkonsum und erhöhten Rheumafaktoren, mal konnten keine Verschlechterungen festgestellt werden. Dann wiederum zeigten Studien, dass Kaffee aufgrund der Inhaltsstoffe wie Koffein, Kafestol und der Chlorogensäure entzündungshemmende Wirkung entfaltete und Entzündungsprozesse im Körper reduzieren konnte.31)

Weiterhin bedarf es laut der Experten und den bisher vorliegenden Studien weiteren Untersuchungen, um einen tatsächlichen Zusammenhang belegen zu können.32)

Hat Koffein Einfluss auf deine Gelenke und Knorpelgewebe?

In der Diskussion um das vermeintlich schädliche Koffein im Kaffee wurde neben dem Rheumafaktor auch das Knorpelgewebe von Probanden untersucht. Der Einfluss des Koffeins auf den hyalinen Knorpel wurde in einer aktuellen Studie von 2020 erforscht. Der hyaline Knorpel überzieht in den Gelenken die Knochenenden und schützt so die Knochen vor Reibung. Er ist also unabdingbar für einwandfreie Bewegungen.33)

Da das hyaline Knorpelgewebe frei von Nerven-, Blut- und Lymphgefäßen ist, ist seine Fähigkeit, sich selbst zu reparieren, sehr begrenzt. Experten bringen den vermehrten Koffeinkonsum mit Veränderungen des Gelenkknorpels in Verbindung. In Untersuchungen zeigte sich, dass Koffein das Wachstum der Knorpelzellen vermindere und die Oberfläche des Knorpels porös werde. Dies führe langfristig zu Verschleiß der Gelenke und stelle somit einen weiteren Risikofaktor für Arthrose dar.34)

Allerdings stellt sich auch hier erneut die Frage, welche Ergebnisse die Studie erbracht hätte, wenn mehrere Faktoren berücksichtigt worden wären. Denn wir wissen, dass vor allem die täglichen Ernährungsgewohnheiten, körperliche Betätigung, generell der physische Zustand der Probanden sowie der Mikronährstoffstatus eine maßgebliche Rolle dafür spielen, wie und ob sich Verschleiß an Gelenken oder Entzündungen zeigen.

Eine Tasse Kaffee Creme steht zusammen mit einem Gefäß voll mit Pflanzenmilch nebeneinander auf einem weißen Bettbezug.

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Gilt das für jeden Kaffee? Caro-Kaffee, Instant-Kaffee & Co.

Nein, das gilt nicht für jeden Kaffee. Vor allem nicht für Kaffee-Alternativen wie Caro-Kaffee, der aus Getreide besteht. Ebenso wenig für Lupinenkaffee. Dieser besteht, wie der Name bereits sagt, aus Lupinen. Sie gehören zu den Hülsenfrüchten, sind gesund und auch nicht als Ersatzkaffee in irgendeiner Weise schädlich für deinen Körper. Leidest du jedoch unter einer Gluten-Unverträglichkeit oder einer Zöliakie, dann solltest du unbedingt auf eine glutenfreie Sorte wie beispielsweise den Lupinenkaffee zurückgreifen.

Im Gegensatz zu den beiden vorgestellten Kaffee-Alternativen aus Getreide und Lupinen beinhaltet Instant-Kaffee Koffein.

In den Studien, in denen sowohl koffeinhaltiger Kaffee als auch entkoffeinierter Kaffee untersucht wurden, zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei der Wirkung auf Knochen, Knorpel oder anderem körperlichem Gewebe.35)

Instant-Kaffee unterscheidet sich im Prinzip nur durch seine stärkere Verarbeitung von normalem Kaffee, den du in Maschinen zubereiten kannst. Allerdings kann durch die vermehrte Verarbeitung und Trocknung des Kaffeepulvers der Gehalt an Antioxidantien, gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen geringer ausfallen. Im Vergleich zu normal gerösteten Kaffeebohnen kann auch etwas weniger Koffein in dem feinen Kaffeepulver enthalten sein – meist enthält er sogar nur die Hälfte.

Im Bild ist eine männliche Hand, die eine Tasse entkoffeinierten Kaffee am Henkel festhält

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Ist koffeinfreier Kaffee bei Arthrose besser?

Insgesamt lässt sich sagen, dass bei koffeinfreiem Kaffee unbedingt auf das Verfahren des Entkoffeinierens zu achten ist. Denn um den Koffein aus den Kaffeebohnen zu bekommen, werden unterschiedliche Methoden angewandt. So kommen häufig industrielle Lösungsmittel wie Benzol, Aceton, Ammoniumhydroxid, Schwefelsäure, Ethylacetat, Chloroform und andere zum Einsatz.

Die chronische Aufnahme von den verwendeten Lösungsmitteln – und seien es nur kleine Rückstände – kann laut einer Studie zu Bindegewebeerkrankungen und rheumatoider Arthritis führen.36)

Die Ergebnisse zeigten, dass es nicht am koffeinfreien Kaffee, sondern vielmehr an der Methode des Entkoffeinierens liege, ob dieser negativen Einfluss auf unseren Organismus beziehungsweise auf die Entstehung bestimmter Erkrankungen habe.37)

Im Gegensatz zu der Methode mit den Lösungsmitteln gibt es allerdings auch ein Verfahren, das allein auf Basis von Wasserdampf und Kohlendioxid (CO2) funktioniert. Hierbei werden die rohen, noch grünen, also ungerösteten Kaffeebohnen Wasserdampf ausgesetzt. Anschließend wird mit hohem Druck CO2 durch die Kaffeebohnen gespült. Dieser Vorgang wiederholt sich einige Male, sodass das CO2 verdampft und das Koffein gebunden zurückbleibt. Hier finden sich keine chemischen Rückstände im Kaffee und das Aroma sowie andere wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten.

Dieses schonende Verfahren wird bei nahezu allen entkoffeinierten Bio-Kaffees angewandt. Schau dich am besten in deinem Bioladen oder in einem Reformhaus um.

Wie viel Kaffee darf ich bei Rheuma oder Arthrose trinken?

Ob du Kaffee trinkst und wie viel ist von einigen Faktoren abhängig und sicherlich auch eine „Gefühlssache“, die ganz bei dir und auch bei dem Rat deines behandelnden Arztes liegt. Hast du neben der rheumatischen Erkrankung oder der Diagnose Arthrose weitere Erkrankungen, solltest du insbesondere mit dem Koffein behutsam umgehen. Nimmst du Medikamente, kann es außerdem sein, dass sie sich mit dem Koffein nicht besonders gut vertragen oder die Wirkung der Medikamente verstärkt wird. Sprich deinen Arzt in diesem Fall unbedingt darauf an und kläre alle offenen Fragen.

Verträgst du Kaffee beziehungsweise Koffein sehr gut, spricht sich bisher auch keine Studie gänzlich gegen den Verzehr von Kaffee bei diesen fortschreitenden Gelenkerkrankungen aus. Dennoch empfehlen wir dir, es bei ein bis zwei Tassen Kaffee pro Tag zu belassen. So bist du auf der sicheren Seite und hier gilt – bis Gegenteiliges wirklich bewiesen ist – „Die Dosis macht das Gift“.

Bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen einschließlich rheumatoider Arthritis, geht es vielmehr um ein Zusammenspiel von genetischen, hormonellen, immunologischen und umweltbedingten Faktoren.38)

Wenn du also unter Rheuma oder Arthrose leidest, sind die zwei wichtigsten und entscheidendsten Faktoren deine tägliche Ernährung und Bewegung. Mit ihnen wirst du wesentlich mehr ausrichten können, als wenn du den Fokus allein auf ein Lebensmittel – oder in dem Fall Getränk – legst.

Krankheitsprävention durch Kaffee?

Trotz der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse halten sich Ergebnisse vorheriger Studien in Bezug auf andere Krankheiten und deren Prävention weiterhin. So wird dem regelmäßigen Trinken von Kaffee eine lebensverlängernde Wirkung nachgesagt. In Abhängigkeit der Dosis und des Alters der Probanden konnte am Ende mehrerer unterschiedlicher Untersuchungen ein etwa drei Prozent geringeres Risiko eines frühzeitigen Todes pro jeder täglich getrunkenen Tasse Kaffee attestiert werden.39)

Auch gibt es Studien, bei denen sowohl Tee als auch Kaffee positive Wirkungen auf das Tumorwachstum und Entzündungen zeigten. Durch die Veränderungen der DNA-Methylierung (ein regulatorischer Prozess, der die Aktivität von Genen steuert) wurde das Tumorwachstum unterdrückt und Entzündungen konnten verringert werden.40)

Allerdings kann der Zusatz von Zucker oder Kuhmilch die potenziellen positiven Auswirkungen von Kaffee aufheben beziehungsweise zunichtemachen.41) Selbiges gilt auch für Tee oder Kakaogetränke. Wir empfehlen dir auf Zucker gänzlich zu verzichten und die Kuhmilch in deinem Kaffee, Kakao oder Tee durch pflanzliche Milchalternativen zu ersetzen. Achte auch bei den pflanzlichen Milchsorten auf die zuckerfreien Varianten. Magst du es gerne etwas süßer, dann ist Hafermilch die beste Wahl für dich. Sie ist von Natur aus schon recht süß und bedarf keines weiteren Zuckerzusatzes.

Was du jetzt direkt tun kannst

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Artikel ein wenig Klarheit verschaffen konnten. Die Studienlage ist weiterhin sehr uneindeutig, was die Ergebnisse betrifft. Die Forschung zu Kaffee und dem Einfluss auf deine Gesundheit ist also längst nicht abgeschlossen.

Wir haben es uns zum Ziel gemacht, dir bestmöglich bei Schmerzen und anderen gesundheitlichen Problemen Unterstützung zu bieten. Sieh diesen Artikel bitte vielmehr als Information und Aufklärung als Verbot oder Empfehlung an.

Wie bei jedem Thema gibt es Studien und Gegenstudien. Solltest du jedoch bereits gesundheitlich angeschlagen sein, Beschwerden oder ernsthafte Erkrankungen haben, dann lasse dich bitte gut von einem Arzt deines Vertrauens beraten.

Über Kaffee, die Risiken und Nebenwirkungen, aber auch seine positiven Effekte auf deinen Körper weißt du nun Bescheid. Ob du nun deinen Kaffee weiterhin genießt oder nicht, entscheidest du allein.

Bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Rheuma solltest du unserer Meinung nach vor allem den drei größten Einflussfaktoren Aufmerksamkeit schenken:

  1. Führe ausreichend Mikronährstoffe in Form einer gesunden, hauptsächlich pflanzlichen Ernährung zu und vermeide ungesunde Inhaltsstoffe.
  2. Achte auf ausreichende und abwechslungsreiche Bewegung. Unsere Übungen, Faszien-Rollmassagen und unsere Schmerztherapie kannst du hier kennenlernen.
  3. Behalte dein Körpergewicht im Blick und reduziere überschüssiges Bauchfett. Hier werden entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet, die deinen Körper belasten.

Wie du deine Ernährung bei den fortschreitenden Gelenkerkrankungen Arthrose und Rheuma genau gestalten und welche Lebensmittel du unbedingt meiden solltest, kannst du in unserem Ratgeber dazu entdecken. Lade dir das PDF am besten direkt kostenfrei herunter und wappne dich erfolgreich gegen Gelenkverschleiß, Entzündungen, andere Erkrankungen und Übergewicht.

Allerbeste Gesundheit wünschen wir dir.

Quellen & Studien

Unser Ratgeber mit den besten Lebensmitteln bei Arthrose

Lade dir jetzt unseren kostenfreien PDF-Ratgeber mit den besten Lebensmitteln bei Arthrose runter und starte mit einer gesunden Ernährung, die dir bei Arthrose und auch Rheuma helfen kann.

Ratgeber Kaffee bei Arthrose

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