Bandscheibenvorfall – So kannst du ohne Tabletten und op schmerzfrei werden

Auf dem Rücken einer Frau sind HWS und LWS mir roten Schmerzpunkten markiert, daneben ist ein Wirbelkörper abgebildet, in dem sich ein Bandscheibenvorfall ereignet hat

© Juan Gaertner | shutterstock.com 

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Effektive Übungen bei einem Bandscheibenvorfall

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Symptome, Ursachen, Behandlung und Übungen auf einen Blick

Nur eine falsche Bewegung – und der Schmerz war da. Jetzt machst du dir natürlich große Sorgen: Bandscheibenvorfall? Operation? Monatelange Schmerzen und Zwangspause? Soviel vorweg: Deine Angst ist verständlich, in den allermeisten Fällen aber völlig unbegründet. Oft kannst du dir nämlich selbst am besten helfen — und zwar ohne starke Schmerzmittel und Operationen. Wir verraten dir in diesem Artikel, wie das funktioniert und was dabei wichtig ist. 

Du erfährst,

  • welche Symptome bei einem Bandscheibenvorfall auftreten können,
  • was die Bandscheibe genau ist und welche Aufgabe sie erfüllt, 
  • woher die Schmerzen bei vielen Bandscheibenvorfällen wirklich kommen,
  • warum unsere Behandlung über herkömmliche Therapien hinausgeht und
  • welche Übungen für Hals- und Lendenwirbelsäule dir direkt helfen können. 
Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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1. Welche Symptome zeigen sich bei einem Bandscheibenvorfall?


Musst du bei akuten Rückenschmerzen immer mit einem Bandscheibenvorfall rechnen? Wie kannst du einen Bandscheibenvorfall erkennen? Wann solltest du zum Arzt gehen und wie stellt dieser eine mögliche Schädigung deiner Bandscheiben fest? Antworten auf diese Fragen geben wir dir in diesem Kapitel. Außerdem räumen wir mit Vorurteilen zum typischen Beschwerdebild auf.

Rückenschmerzen gleich Bandscheibenvorfall?

Nicht selten kommt der Rückenschmerz wie aus heiterem Himmel. Er schießt in den Körper, wenn du dich beim Sport unbedacht bewegst oder einfach eine Wasserkiste ins Auto heben willst. Verschwinden will er nicht so schnell. Im Gegenteil: Die Schmerzen verstärken sich immer mehr. Du kannst dich vielleicht kaum noch bewegen und bist im schlimmsten Fall sogar ans Bett gefesselt.

Nur zu vier Prozent steckt hinter Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall

So wie dir, geht es vielen. Akute oder chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern überhaupt. “Nicht spezifischer Kreuzschmerz” bzw. “degenerative Prozesse der Bandscheiben oder Facettengelenke” heißt das Krankheitsbild im Fachjargon. 90 % der Patienten mit dieser Diagnose sind ihre Beschwerden jedoch nach spätestens vier Wochen ohne besondere Behandlung wieder los. 1)

Welche Beschwerden verursacht ein Bandscheibenvorfall?

Beim Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps, Diskusprolaps) liegen die Dinge etwas anders. Hier handelt es sich aus herkömmlicher Sicht um eine Erkrankung und einen sogenannten “symptomatischen Rückenschmerz”. Hinter dem Schmerz wird demnach eine konkrete Ursache vermutet. Zusätzlich können weitere Strukturen deines Rückens, beispielsweise Nerven oder Nervenwurzeln, betroffen sein. Strahlen die Schmerzen in Arme oder Beine aus und kommen Taubheitsgefühl oder Kribbeln dazu, kann ein Bandscheibenvorfall dahinterstecken. Welche Beschwerden auftreten und wie heftig sie sind, hängt von der Stelle ab, an der es dich erwischt hat.

Auftreten von Bandscheibenvorfällen

Prinzipiell kann ein Bandscheibenvorfall in jedem Abschnitt der Wirbelsäule auftreten. Etwa zwei Drittel aller Bandscheibenvorfälle kommen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal) vor. 90 Prozent davon betreffen Areale, die in räumlichem Kontakt zum Becken stehen. Vor allem die Bandscheiben zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) und zwischen dem 5. Lendenwirbel und 1. Kreuzwirbel sind betroffen (L5/S1). 2) Während Vorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakal) eher selten sind, ist die Halswirbelsäule (zervikal) zu etwa 30 Prozent involviert. Statistisch gesehen leiden Männer häufiger an einem Bandscheibenvorfall als Frauen, hauptsächlich im Alter von 46 bis 55 Jahren. 3)

Eine Frau hat einen Bandscheibenvorfall und hält sich vor Schmerzen ihre Lendenwirbelsäule, aus der Blitze schießen

© metamorworks | shutterstock.com

Typische Symptome bei einem Bandscheibenvorfall

Zu den häufigsten Symptomen bei einem Bandscheibenvorfall zählen:

  • Rückenschmerzen, die plötzlich auftreten und bei Belastung/Bewegung zunehmen. Niesen und husten verstärken den Schmerz in der Lenden- oder Brustwirbelsäule typischerweise.
  • Verhärtete Rückenmuskulatur im betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich (LWS):
    • Ausstrahlender Schmerz ins Gesäß oder Bein, ähnlich wie bei einer Ischialgie (Hexenschuss)
    • Neurologische Zeichen/Gefühlsstörungen: Kribbeln im Bein (Gefühl von “Ameisen auf der Haut”, “Nadelstichen”, “Strom im Körper”), Taubheitsgefühl im Bein und Lähmungen der Beinmuskeln.
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS):
    • Nackenschmerzen, Kopfschmerzen
    • Ausstrahlender Schmerz in Arm oder Hand
    • Neurologische Zeichen: Kribbeln im Arm, Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in Arm oder Hand, Muskelschwäche im Arm

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

In besonders schlimmen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall das Rückenmark oder die Nervenstränge (Spinalnerven) derart beeinflussen, dass es zu einem sogenannten Querschnitts-Syndrom kommt. Lähmungen und Sensibilitäts-Verlust sind die Folge. Auf deiner Haut würdest du dann beispielsweise weder Berührungen noch Schmerz spüren. Liegt ein “Cauda-Syndrom“ vor, kannst du Stuhl und Harn nicht halten und bemerkst eventuell ein Taubheitsgefühl im Genitalbereich.

Generell gilt: Solche schweren Bandscheibenvorfälle mit gravierenden Nervenschädigungen sind äußerst selten. Stellst du bei dir allerdings ausgeprägte  Lähmungserscheinungen, Muskelschwäche oder eine Stuhl-/Harninkontinenz fest, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen, um deine genaue Erkrankung abklären zu lassen!

Verursacht jeder Bandscheibenvorfall Symptome?

Wie gesagt: Schwere Ausprägungen eines Bandscheibenvorfalls sind äußerst selten. Viel häufiger ist das Gegenteil der Fall: Auch bei langjähriger Fehlbelastung werden Bandscheibenvorfälle oft zufällig entdeckt, da der Betroffene über keinerlei Beschwerden klagt.

Wusstest du, dass jeder Dritte Deutsche um das 30. Lebensjahr Auffälligkeiten an der Bandscheibe oder gar einen Vorfall hat  – ohne jedoch über Rückenschmerzen zu klagen? Unter den 60-jährigen ist diese Zahl sogar doppelt so hoch. Mehr noch: Bei 75 % aller 28-jährigen sind bereits leichte Risse in den Bandscheiben festzustellen. 4)

Zugegeben: Falls du gerade mit höllischen Schmerzen an deinem Computer oder Smartphone sitzt, bringen dir die Ergebnisse solcher Studien nicht viel. Oder etwa doch? Drängt sich hier nicht die Vermutung auf, dass deine Schmerzen einen ganz anderen Auslöser haben könnten als das, was Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen über deine Bandscheiben und Nerven verraten? Wir von Liebscher & Bracht sind davon überzeugt. Im Kapitel Ursachen eines Bandscheibenvorfalls erfährst du, woher deine Schmerzen in den meisten Fällen wirklich kommen.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Wenn du dich dazu entschieden hast, einen Arzt aufzusuchen, wird dieser dich zunächst nach deinen Beschwerden fragen. Du solltest ihm erzählen, wo genau dein Schmerz auftritt, wie er sich beschreiben lässt und seit wann er besteht. Wichtig für den Arzt ist auch, ob sich deine Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verstärken und ob du noch weitere Symptome bemerkst.

Nach dem Gespräch wird der Arzt vermutlich einige neurologische Untersuchungen bei dir durchführen. Da viele Ärzte deine Schmerzen mit Nervenreizungen oder Nervenschädigungen in Verbindung bringen, zielen diese Tests darauf ab, den genauen Ort einer möglichen Verletzung zu bestimmen. Überprüft werden vor allem deine Reflexe und deine Beweglichkeit.

Vermutet der Arzt bei dir einen Bandscheibenvorfall, wird er zur genauen Diagnose eine Röntgenuntersuchung anordnen. Diese gibt Aufschlüsse über eventuelle Veränderungen an deinen Wirbeln und Bandscheiben. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Computer-Tomographie (CT) oder Myelographie lassen sich darüber hinaus Rückenmark und Nervenwurzeln darstellen.

Röntgen, MRT und CT sind “blind” für die wirklichen Ursachen

So hilfreich diese Verfahren im Einzelfall sein können, so begrenzt ist zumeist ihr Nutzen für eine sinnvolle Behandlung deiner Schmerzen. Zu dieser Erkenntnis gelangen Teile der Schulmedizin inzwischen selbst:

„Die Korrelation der Befunde in der Bildgebung mit den klinischen Beschwerden ist nicht gut. Oft werden Befunde in der MRT-Untersuchung überbewertet [und] tragen zur Verunsicherung der Patienten […] bei.“ 5)

📌 Mit anderen Worten: Das, was auf den Bildern zu sehen ist, hat oft gar nichts mit dem zu tun, was sich als Schmerzen bei dir bemerkbar macht. Uns von Liebscher & Bracht überrascht dieses Urteil nicht. Denn überspannte Muskeln und Faszien bleiben bei den bildgebenden Verfahren quasi unsichtbar. Unserer Erfahrung nach lösen aber genau diese “Fehlspannungen” deine Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall aus. Alle Infos dazu geben wir dir im nächsten Kapitel.

2. Wo liegen die wahren Ursachen eines Bandscheibenvorfalls?

Der menschliche Rücken ist ein überaus komplexes Gebilde aus Knochen, Muskeln und Nervensträngen. Sein zentrales Element bildet die Wirbelsäule. Sie ist äußerst filigran aufgebaut, um vielfältige Anforderungen bewältigen zu können. Den Bandscheiben kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.


Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit gesunden Bandscheiben zu sehen

© Lightspring | shutterstock.com

Was ist eine Bandscheibe und welche Funktion hat sie?

Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 freien Wirbeln, die über insgesamt 23 Bandscheiben (Discus invertebralis) verbunden sind. Diese sind viel mehr als schlichte Platzhalter: Sie funktionieren wie ein Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie dämpfen Stöße ab und halten der Zugwirkung der Muskeln stand.

Im gesunden Zustand funktioniert dies auf erstaunliche Art und Weise. Nehmen wir an, du sitzt auf einem Bürostuhl. Dann erzeugt das Gewicht deines Oberkörpers in den unteren Bandscheiben der Lendenwirbelsäule einen Druck von etwa 4,5 Bar – doppelt so viel wie in einem Autoreifen. Hebst du beispielsweise einen Wasserkasten an, wirkt auf die Bandscheiben eine Kraft, die einem Gewicht von 80–120 kg entspricht. In keinem anderen Gewebe deines Körpers kommt es zu höheren Spannungen! 6)

Solche Belastungen sind jedoch nicht schädlich. Im Gegenteil: Sie sind für deine Bandscheiben sogar überlebenswichtig. Dies hängt mit ihrer Beschaffenheit zusammen: Der äußere Ring einer Bandscheibe besteht aus mehreren Schichten eigentlich reißfester Fasern. Dieser knorpelige Faserring (Anulus fibrosus) stabilisiert die Bandscheiben und heftet sich an den Wirbelkörpern an. Im Inneren liegt ein weicher Gallertkern (Nucleus pulposus), der zu 80 bis 85 Prozent aus Wasser besteht. Er sorgt dafür, dass die Bandscheibe wie ein Gel-Kissen die Druckbelastung zwischen den Wirbelkörpern abfedert.

Blutgefäße und Nerven gibt es im Gallertkern, dem Nucleus pulposus, nicht. Das Bandscheibengewebe versorgt sich über die umliegende Gewebe-Flüssigkeit mit Nährstoffen. Dies geschieht nach dem Schwamm-Prinzip: Wenn Druck auf die Bandscheibe ausgeübt wird, wird die Flüssigkeit aus dem Gallertkern herausgepresst. Dadurch nimmt der Wassergehalt des Nucleus ab. Wird die Bandscheibe entlastet, saugt sich der Kern wieder mit der – im besten Fall nährstoffreichen – Flüssigkeit voll.

Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit einem Bandscheibenvorfall

© Lightspring | shutterstock.com

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall in deinem Körper?

Bei einem Bandscheibenvorfall (Prolaps, Diskusprolaps) wird der Druck auf das Bandscheibengewebe irgendwann zu groß. Die Wirbelkörper werden derart aufeinandergezogen, dass die dazwischen liegenden Bandscheiben die einwirkende Kraft nicht mehr abfangen können. In einem ersten Schritt schiebt sich der gallertartige Kern gegen den Faserring – die Bandscheibe verformt sich. Bleibt der Anulus fibrosus, also der Faserring, intakt, sprechen Mediziner von einer Vorwölbung (Bandscheibenprotrusion).

Kann der äußere Faserring dem Druck nicht mehr standhalten, reißt er ein und platzt regelrecht. Dabei tritt ein Teil des Gallertkerns aus und drückt sich in die Zwischenräume des Wirbelkörpers. Es kommt zum Prolaps, dem Bandscheibenvorfall.

Woher kommen die Schmerzen?

Unsere Erfahrung zeigt Folgendes: Der Bandscheibenvorfall ist zwar eine Verletzung, aber nicht Ursache der Beschwerden. Nach unserem Verständnis entstehen die Rückenschmerzen anders.

Auslöser sind muskulär- fasziale Zugkräfte, welche die Wirbelkörper mit zu viel Druck auf die Bandscheiben pressen.

Die Erklärung gilt übrigens auch für Symptome wie Kribbeln, Taubheits- oder Kältegefühl. Gerade im Gesäßbereich sind die Muskeln und Faszien oft derart überspannt, dass sie dortige Nerven und Blutgefäße „abdrücken“ können.

Nach konventioneller Meinung entstehen deine Beschwerden durch den ausgetretenen Gallertkern, der auf das umliegende Gewebe an der Wirbelsäule drückt. Die aus dem Rückenmark kommenden Nerven (Spinalnerven) und Nervenwurzeln im Wirbelkanal, so die gängige Annahme, werden gereizt oder beschädigt. Dies führe zu Schmerzen im Versorgungsgebiet der beteiligten Nervenwurzel und den verschiedenen neurologischen Symptomen.

Uns überzeugt diese Erklärung aus mehreren Gründen nicht:

  1. Mache dir noch einmal bewusst: Es gibt Menschen mit Bandscheibenvorfällen, die gar keine Rückenschmerzen haben. Viele wissen nicht einmal, dass sie einen Bandscheibenvorfall haben. Der Körper baut den ausgetretenen Gallertkern in der Regel von alleine wieder ab, ohne dass dieser irgendwelchen Ärger macht. Die konventionelle Lehrmeinung spricht hier von einem “stillen Vorfall”, bei dem keine Nerven involviert sind.
  2. Selbst wenn Spinalnerven beteiligt sind, muss folgende Frage gestellt werden: Wie kann ein derart weicher Gallertkern einen fingerstarken Nerv abdrücken? Auch ehemalige Chirurgen, die bei uns eine Ausbildung zum Therapeuten gemacht haben, konnten darauf keine logische Antwort finden.
  3. Schließlich wurde in Experimenten nachgewiesen, dass ein mechanisches Zusammendrücken der Nervenwurzel nicht zwingend Schmerzen verursachen muss. 7)

Was sind Alarmschmerzen?

Rezeptoren in der Knochenhaut registrieren die drohende Schädigung für deine Bandscheiben. Sie leiten diese Information an das Gehirn weiter. Sobald dort die Warnung ankommt, dass der Verschleiß größer ist als die Reparaturfähigkeit deines Körpers, reagiert das Gehirn: Es projiziert  einen Schmerz genau dorthin, wo der Verschleiß ausgelöst wird: deine Bandscheiben. Wenn du Schmerzen hast, signalisiert dir also dein Körper: In der betroffenen Körperregion stimmt etwas nicht! Pass auf und beseitige die Ursache deiner Schmerzen! Daher nennen wir diesen Schmerz “Alarmschmerz”.

Wer hat nun Recht? Das kannst du ganz einfach selbst feststellen, indem du unsere Übungen ausprobierst und danach in dich hinein hörst. Sehr wahrscheinlich wirst du feststellen: Die Schmerzen haben deutlich nachgelassen! Kann es einen besseren Beweis dafür geben, dass nicht die Bandscheibenvorwölbung oder der Bandscheibenvorfall selber, sondern die muskulären Spannungen für die Schmerzen verantwortlich sind?

Welche Faktoren begünstigen einen Bandscheibenvorfall?

Die gängige Lehrmeinung weist dem Alter bei der Entstehung einer Bandscheibenvorwölbung und eines Bandscheibenvorfalls eine Schlüsselrolle zu. Mit zunehmendem Lebensalter eines Menschen büße die Bandscheibe ihre Elastizität ein und könne Wasser schlechter speichern. Dadurch reiße der Faserring schneller. Nach dieser Logik steckt hinter einem Bandscheibenvorfall also ein jahrelanger, altersbedingter Verschleiß.

Zusätzlich sollen

  • Übergewicht,
  • starke Beanspruchungen in Kindheit und Jugend (z. B. Leistungsturnen),
  • schwere körperliche Arbeit,
  • Haltungsfehler und
  • mangelnde/einseitige Bewegung das Risiko eines Bandscheibenvorfalls erhöhen. 8)

Die Qualität deiner Bewegungen ist das A und O

Für uns ist die Sache mit dem Alter nur die halbe Wahrheit. Genau wie eine genetische Vorbelastung oder Übergewicht. Auch ob du Sportskanone oder Bürohengst bist, spielt keine Rolle. Einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule können alle bekommen – davon sind wir überzeugt. Und alle können ihn verhindern!

▶ Warum das so ist, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video-Interview:


Bandscheiben in Not

Entscheidend ist also die Qualität deiner Bewegungen. Gerade beim Prolaps in der Lendenwirbelsäule ist häufiges Sitzen oder einseitiges Krafttraining meist eher die Ursache als das Alter oder ein möglicherweise bestehendes  Übergewicht. Beim Sitzen oder Bauchmuskel-Training werden die Muskeln im vorderen Körperbereich “unnachgiebig”. Wir von Liebscher & Bracht sprechen metaphorisch auch von “Verkürzungen”. Dabei entsteht Spannung, die durch die hintere Körper-Muskulatur wieder ausgeglichen wird, indem sie Gegenspannung aufbaut. Die Bandscheibe kommt sprichwörtlich unter die Räder: Vordere und hintere Muskulatur schieben die Wirbelkörper derart aufeinander, dass die Bandscheibe dazwischen stark zusammengepresst wird.

Der Körper kann das zwar eine Weile tolerieren, doch mit zunehmendem Alter werden die Wirbelkörper durch die Spannung immer fester aufeinandergezogen. Eine zusätzliche Belastung, wie das Herausheben eines Wasserkastens, kann dann plötzlich zum Bandscheibenvorfall führen.

📌 Bandscheiben “verhungern” mit der Zeit

Zudem kann sich das Bandscheibengewebe bei einseitigen Bewegungsmustern nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Leider kommt es in unserem modernen (Arbeits-)Alltag dazu, dass wir bestimmte Positionen sehr häufig einnehmen  – beispielsweise das Sitzen. Dadurch neigen wir Wirbelkörper nur in bestimmten Winkeln, während wir andere vernachlässigen. Dies kann dazu führen, dass die Bandscheiben an einer bestimmten Stelle häufig gepresst werden und ihre Flüssigkeit austritt, sie dort aber selten entlastet werden, um wieder Nährstoffe aufzunehmen. Die Bandscheiben können dann mit dem Alter regelrecht „verhungern“.

3. Behandlung eines Bandscheibenvorfalls nach Liebscher & Bracht

Bevor du dir von einem Arzt starke Schmerzmittel verschreiben lässt oder dich sogar für eine Operation entscheidest, probiere unbedingt unsere Behandlung aus. Wir versuchen dabei, die Spannungen in Muskeln und Faszien durch Osteopressur, Faszien-Rollmassagen und Engpass-Dehnübungen abzubauen. Bei vielen Patienten mit Bandscheibenvorfall konnte unsere Therapie die Schmerzen deutlich lindern oder sie sogar vollständig beseitigen.


Ein junge Frau mit Boxhandschuhen blickt wild entschlossen in die Kamera und möchte die Ursache ihres Bandscheibenvorfalls bekämpfen

Was kennzeichnet die Therapie nach Liebscher & Bracht

Unsere Therapie kannst du ganz einfach mitmachen – völlig ohne Nebenwirkungen! Eine Grundannahme der modernen Faszienforschung prägt dabei unseren Behandlungsansatz:

“Schon kleinste Störungen im dicht mit Schmerzrezeptoren und Bewegungssensoren bestückten Bindegewebe […] können Pein bereiten: Vor allem viele […] Rückenbeschwerden scheinen häufig nichts als Faszienschmerzen zu sein.” 9)

“Füttere” dein Gehirn mit neuen Bewegungs-Programmen

Ursache der Rückenschmerzen sind zwar die muskulär-faszialen Spannungen, doch der Schmerz an sich entsteht bekanntlich im Gehirn. Und hier bildet sich auch ab, wie du dich bewegst: In bestimmten Hirnbereichen werden Bewegungs-Programme gespeichert, die du in deinem Alltag besonders häufig abrufst. Diese entscheiden über deine Faszien- und Muskelspannung. Das Gute: Die Programme sind trainierbar!

Auch wenn es schwerfällt – sei aktiv!

Deshalb ist es auch keine gute Idee, dich bei einem Bandscheibenvorfall zu schonen oder gar nicht mehr zu bewegen. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen auch in der konventionellen Behandlung durchgesetzt.10)

Jedoch solltest du geschickt vorgehen und die Qualität deiner Bewegungen verbessern: Wenn du beispielsweise unsere Engpass-Dehnübungen in deinen Alltag integrierst, entstehen langfristig andere Bewegungs-Programme im Gehirn. Dadurch werden die “Schmerzbewertungen” im entprechenden Hirnbereich gelöscht. Muskel- und Faszienspannungen gehen schließlich zurück und die Bandscheiben werden entlastet.

Du bestimmst, was passiert

Für dich bedeutet das: Du musst dein Leben nicht deinen Schmerzen unterordnen! Du brauchst keine OP, keine Medikamente, kein spezielles Bett und kein besonderes Kissen. Du musst nicht von Arzt zu Arzt laufen, wochenlang das Bett hüten und das Leben draußen vom Fenster aus beobachten. Mache unsere Übungen konsequent und regelmäßig. Dann übernimmst du selbst die Kontrolle und gehst aktiv gegen deine Schmerzen vor!

📌 Übrigens: Neben den Dehnübungen — die du für deine dauerhafte Schmerz-Freiheit in jedem Fall zu deiner täglichen Routine machen solltest — bieten wir dir drei weitere Bausteine zur Behandlung deines Bandscheibenvorfalls. 

  • Falls deine Rückenschmerzen gerade so stark sind, dass nichts mehr geht, legen wir dir einen der von uns ausgebildeten Schmerzspezialisten in deiner Nähe ans Herz. Er kann mithilfe unserer Akut-Maßnahme, der Osteopressur, für eine erste Erleichterung sorgen und die Übungen danach gemeinsam mit dir durchgehen. Alle Details zur Osteopressur findest du hier.
  • Die von unseren Therapeuten angewandte Drück-Technik der Osteopressur kannst du dir in einer Light-Variante aber auch direkt in dein Wohnzimmer holen. Mit unserem Drücker-Set kannst du dann die wichtigsten Punkte zur Entspannung deiner Rückenmuskulatur selbst drücken. Wo genau du diese Punkte findest und auf welche Weise du sie drücken solltest, zeigen wir dir in unserem extra Übungsbereich.
  • Faszien-Rollmassagen wiederum können deine Dehnübungen effektiv ergänzen. Sie helfen dir dabei, überspannte Muskeln und Faszien zu lockern, sodass die in den Übungen gesetzten Reize optimal verarbeitet werden können. Zudem hilft die Stimulation des Zellzwischenraums, angesammelte Abfallstoffe im Bindegewebe abzutragen und Reparaturprozesse der Faszie anzuregen.

Wie sieht die konventionelle Behandlung bei Bandscheibenvorfällen aus?

Wenn du dich von einem Arzt untersuchen lässt und dieser eine Vorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert, rät er dir in der Regel zu einer konservativen Therapie. Sie setzt sich aus zwei Grundpfeilern zusammen:

  • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Muskel-Relaxanzien sollen deine Schmerzen lindern und deine Muskeln entspannen. Bei starken Beschwerden wird auch Kortison gespritzt. So soll verhindert werden, dass du aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung einnimmst, die deine Symptome weiter verschlimmern würde.
  • Konventionelle Physiotherapien zielen nach der Akutphase darauf ab, deine Rückenmuskulatur zu normalisieren bzw. zu stärken.
Fitnessstudio mit Geräten zum Krafttraining gegen Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall

Aus unserer Sicht greifen alle gängigen Behandlungen zu kurz. Eine Physiotherapie, welche die Muskulatur stärken soll, erhöht deine Schmerzen im schlimmsten Fall nur noch. Werden ohnehin schon völlig überbeanspruchte Muskeln zusätzlich trainiert, steigt die Überspannung immer mehr. Es passiert also genau das Gegenteil von dem, was du eigentlich erreichen möchtest. Weitere Details zu den Vor- und Nachteilen des Krafttrainings gegen Rückenschmerzen verrät dir Roland Liebscher-Bracht in diesem Video.

Ähnlich ist es mit Schmerzmitteln. Wenn in deinem Auto eine Warnleuchte blinkt, würdest du sie doch auch nicht einfach ausschalten, ohne den Grund für ihr Aufleuchten zu beseitigen, oder? Die Alarmschmerzen sind deine körpereigenen Warnleuchten – und dauerhaft solltest du sie nicht mit Schmerzmitteln ausknipsen.

Medikamente bekämpfen lediglich die Symptome, beseitigen jedoch niemals die Ursache deiner Schmerzen.Außerdem haben sie oft viele Nebenwirkungen, die deinen Körper zusätzlich belasten. Der eigentliche „Übeltäter“, deine muskulär-faszialen Spannungen, darf weiter sein Unwesen treiben. 

Ist eine Stufenlagerung sinnvoll?

Wie sieht es mit einer Stufenlagerung aus? Dabei platzierst du deine Unterschenkel im rechten Winkel zu deinen Oberschenkeln, was die angeblich eingeklemmte Nervenwurzel entlasten soll. Tatsächlich kann diese Position deine Schmerzen lindern – sie bringt dich aber keinen Schritt weiter, wenn du deine Beschwerden dauerhaft loswerden möchtest. Allerdings kannst du die Stufenlagerung als Ausgangsposition nutzen, um dich peu a`peu in die Schmerzfreiheit zu üben.

▶Wie das geht, zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video:

Operationen als letztes Mittel?

Viele Ärzte ziehen nach sechs bis acht Wochen die rote Linie: Haben bis dahin weder Schmerzmittel noch Physiotherapie geholfen, wird in der konventionellen Behandlung oft zur Operation mit anschließender Reha-Behandlung geraten. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die Schmerzen ein normales Leben nicht mehr zulassen oder Lähmungserscheinungen bestehen.

Grundsätzlich kann man bei Bandscheiben-Operationen zwischen

  • minimal-invasiven Verfahren,
  • mikro-chirurgischen Techniken
  • und offenen Operationen (offene Diskektomie)

unterscheiden.

Minimal-invasive Verfahren verdienen einen genaueren Blick. Du kennst sie vielleicht unter dem Begriff  „Schlüsselloch-Chirurgie“. Diese Operationen sollen das Gewebe schonen und können unter lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden. Bei Bandscheibenvorfällen werden in der chirurgischen Praxis mittlerweile die Auflösung des Bandscheibenkerns (Chemonukleolyse), die Laserabtragung und die Entfernung von Bandscheiben-Material durch die Haut (perkutane Nukleotomie) angewendet.

Der Haken an der Sache: Die minimal-invasiven Verfahren kommen nicht für alle Patienten infrage. Sie eignen sich nur für einfache und frische Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfälle. Auch für bereits operierte Betroffene sind diese Methoden ungeeignet.

Hinzu kommt, dass bei einer OP Narbengewebe entsteht. Dieses kann wuchern und zu neuen Beschwerden  führen. Unter Umständen ist dann eine weitere Operation notwendig, um das Narbengewebe zu entfernen.

Bei 30 von 100 Patienten kehren nach einem offenen Bandscheiben-Eingriff die Schmerzen zurück. Nach mikrochirurgischen Eingriffen kommt dies bei zwölf von 100 Patienten vor. 11)

Angesichts dieser Zahlen fragst du dich zurecht: Ist das Ergebnis das Risiko einer OP wert? Nein, meint auch Prof. Dr. med. H. S. Füeßl aus München:

“Klinische Studien zeigen, dass Patienten unter konservativer Therapie nicht schlechter abschneiden als nach Operationen. Das Risiko, ohne Operationen bleibende neurologische Schäden davon zu tragen, ist minimal und sicher geringer, als während der Operation eine Komplikation zu erleiden oder keine Besserung der Beschwerden zu erfahren.” 12)

4. Die besten Übungen gegen deine Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall

Essenziell für gesunde Bandscheiben ist eine ausgeglichene und ausreichende Bewegung, damit sie sich mit genügend Nährstoffen versorgen können. Wahrscheinlich ist dein Alltag aber durch sitzende Tätigkeiten geprägt. Dann solltest du verhindern, dass die Muskulatur und die Faszien im vorderen Körperbereich immer unnachgiebiger werden. Dazu musst du deiner einseitigen Haltung entgegenwirken.

Du hast deine Rücken-Gesundheit selbst in der Hand! Auch wenn dein Arzt bei dir bereits einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert hat, kannst du deine Schmerzen aktiv bekämpfen und dauerhaft loswerden. Mit welchen Übungen das ganz einfach geht, verraten wir dir jetzt.

Solltest du unsere Übungen bereits kennen kennen, kannst du gerne sofort loslegen. Falls die Engpassdehnungen jedoch neu für dich sind, lies dir bitte zunächst diese Checkliste durch. 


Übungs-Flow für den gesamten Rücken

Um dir ein Rundum-Programm zu bieten, haben wir eine spezielle Übungsabfolge entwickelt, die du bei einem Bandscheibenvorfall oder auch zur Vorbeugung machen kannst. Deine Bandscheiben werden diesen Flow lieben! Wie die Übungsabfolge genau funktioniert, erklärt dir Roland Liebscher-Bracht im Übungs-Video auf unserer Spezialseite:

zum video mit den Übungen

Übungen für die Halswirbelsäule

Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule sind zwar seltener als im unteren Rücken, aber mindestens genauso schmerzhaft. Doch keine Sorge: Auch deine HWS kannst du direkt von muskulär-faszialen Überspannungen befreien und damit die Hauptursache deiner Beschwerden bekämpfen. Wie das geht und was du beachten musst, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht Schritt für Schritt.

Schau dir dazu das folgende Video in Mitmachlänge an. Roland Liebscher-Bracht zeigt dir eine Faszien-Rollmassage und eine Übung in fünf Schritten, mit denen du einen Bandscheibenvorfall der HWS von zuhause aus selbst behandeln kannst. Auch zur Vorbeugung eignen sich die Übungen perfekt.

💡 Die komplette Übung zum Nachlesen und alle wichtigen Details bekommst du auf unserer Übungs-Seite zum Bandscheibenvorfall in der HWS.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl starten.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse nicht selten sind. Die Überspannungen in deinem Rücken und Rumpf können sehr hoch sein, insbesondere wenn die starken Zugkräfte schon länger bestehen und die Bandscheiben bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es kann daher ein paar Tage oder wenige Wochen dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du die Folgen deines Bandscheibenvorfalls deutlich eindämmen und künftigen Beschwerden effektiv vorbeugen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen

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Nicht selten kommt der Rückenschmerz wie aus heiterem Himmel. Er schießt in den Körper, wenn du dich beim Sport unbedacht bewegst oder einfach eine Wasserkiste ins Auto heben willst. Verschwinden will er nicht so schnell. Im Gegenteil: Die Schmerzen verstärken sich immer mehr. Du kannst dich vielleicht kaum noch bewegen und bist im schlimmsten Fall sogar ans Bett gefesselt.

Nur zu vier Prozent steckt hinter Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall

So wie dir, geht es vielen. Akute oder chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern überhaupt. “Nicht spezifischer Kreuzschmerz” bzw. “degenerative Prozesse der Bandscheiben oder Facettengelenke” heißt das Krankheitsbild im Fachjargon. 90 % der Patienten mit dieser Diagnose sind ihre Beschwerden jedoch nach spätestens vier Wochen ohne besondere Behandlung wieder los. 13)

Welche Beschwerden verursacht ein Bandscheibenvorfall?

Beim Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps, Diskusprolaps) liegen die Dinge etwas anders. Hier handelt es sich aus herkömmlicher Sicht um eine Erkrankung und einen sogenannten “symptomatischen Rückenschmerz”. Hinter dem Schmerz wird demnach eine konkrete Ursache vermutet. Zusätzlich können weitere Strukturen deines Rückens, beispielsweise Nerven oder Nervenwurzeln, betroffen sein. Strahlen die Schmerzen in Arme oder Beine aus und kommen Taubheitsgefühl oder Kribbeln dazu, kann ein Bandscheibenvorfall dahinterstecken. Welche Beschwerden auftreten und wie heftig sie sind, hängt von der Stelle ab, an der es dich erwischt hat.

Auftreten von Bandscheibenvorfällen

Prinzipiell kann ein Bandscheibenvorfall in jedem Abschnitt der Wirbelsäule auftreten. Etwa zwei Drittel aller Bandscheibenvorfälle kommen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal) vor. 90 Prozent davon betreffen Areale, die in räumlichem Kontakt zum Becken stehen. Vor allem die Bandscheiben zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) und zwischen dem 5. Lendenwirbel und 1. Kreuzwirbel sind betroffen (L5/S1). 14) Während Vorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakal) eher selten sind, ist die Halswirbelsäule (zervikal) zu etwa 30 Prozent involviert. Statistisch gesehen leiden Männer häufiger an einem Bandscheibenvorfall als Frauen, hauptsächlich im Alter von 46 bis 55 Jahren. 15)

Eine Frau hat einen Bandscheibenvorfall und hält sich vor Schmerzen ihre Lendenwirbelsäule, aus der Blitze schießen

© metamorworks | shutterstock.com

Typische Symptome bei einem Bandscheibenvorfall

Zu den häufigsten Symptomen bei einem Bandscheibenvorfall zählen:

  • Rückenschmerzen, die plötzlich auftreten und bei Belastung/Bewegung zunehmen. Niesen und husten verstärken den Schmerz in der Lenden- oder Brustwirbelsäule typischerweise.
  • Verhärtete Rückenmuskulatur im betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich (LWS):
    • Ausstrahlender Schmerz ins Gesäß oder Bein, ähnlich wie bei einer Ischialgie (Hexenschuss)
    • Neurologische Zeichen/Gefühlsstörungen: Kribbeln im Bein (Gefühl von “Ameisen auf der Haut”, “Nadelstichen”, “Strom im Körper”), Taubheitsgefühl im Bein und Lähmungen der Beinmuskeln.
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS):
    • Nackenschmerzen, Kopfschmerzen
    • Ausstrahlender Schmerz in Arm oder Hand
    • Neurologische Zeichen: Kribbeln im Arm, Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in Arm oder Hand, Muskelschwäche im Arm

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

In besonders schlimmen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall das Rückenmark oder die Nervenstränge (Spinalnerven) derart beeinflussen, dass es zu einem sogenannten Querschnitts-Syndrom kommt. Lähmungen und Sensibilitäts-Verlust sind die Folge. Auf deiner Haut würdest du dann beispielsweise weder Berührungen noch Schmerz spüren. Liegt ein “Cauda-Syndrom“ vor, kannst du Stuhl und Harn nicht halten und bemerkst eventuell ein Taubheitsgefühl im Genitalbereich.

Generell gilt: Solche schweren Bandscheibenvorfälle mit gravierenden Nervenschädigungen sind äußerst selten. Stellst du bei dir allerdings ausgeprägte  Lähmungserscheinungen, Muskelschwäche oder eine Stuhl-/Harninkontinenz fest, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen, um deine genaue Erkrankung abklären zu lassen!

Verursacht jeder Bandscheibenvorfall Symptome?

Wie gesagt: Schwere Ausprägungen eines Bandscheibenvorfalls sind äußerst selten. Viel häufiger ist das Gegenteil der Fall: Auch bei langjähriger Fehlbelastung werden Bandscheibenvorfälle oft zufällig entdeckt, da der Betroffene über keinerlei Beschwerden klagt.

Wusstest du, dass jeder Dritte Deutsche um das 30. Lebensjahr Auffälligkeiten an der Bandscheibe oder gar einen Vorfall hat  – ohne jedoch über Rückenschmerzen zu klagen? Unter den 60-jährigen ist diese Zahl sogar doppelt so hoch. Mehr noch: Bei 75 % aller 28-jährigen sind bereits leichte Risse in den Bandscheiben festzustellen. 16)

Zugegeben: Falls du gerade mit höllischen Schmerzen an deinem Computer oder Smartphone sitzt, bringen dir die Ergebnisse solcher Studien nicht viel. Oder etwa doch? Drängt sich hier nicht die Vermutung auf, dass deine Schmerzen einen ganz anderen Auslöser haben könnten als das, was Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen über deine Bandscheiben und Nerven verraten? Wir von Liebscher & Bracht sind davon überzeugt. Im Kapitel Ursachen eines Bandscheibenvorfalls erfährst du, woher deine Schmerzen in den meisten Fällen wirklich kommen.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Wenn du dich dazu entschieden hast, einen Arzt aufzusuchen, wird dieser dich zunächst nach deinen Beschwerden fragen. Du solltest ihm erzählen, wo genau dein Schmerz auftritt, wie er sich beschreiben lässt und seit wann er besteht. Wichtig für den Arzt ist auch, ob sich deine Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verstärken und ob du noch weitere Symptome bemerkst.

Nach dem Gespräch wird der Arzt vermutlich einige neurologische Untersuchungen bei dir durchführen. Da viele Ärzte deine Schmerzen mit Nervenreizungen oder Nervenschädigungen in Verbindung bringen, zielen diese Tests darauf ab, den genauen Ort einer möglichen Verletzung zu bestimmen. Überprüft werden vor allem deine Reflexe und deine Beweglichkeit.

Vermutet der Arzt bei dir einen Bandscheibenvorfall, wird er zur genauen Diagnose eine Röntgenuntersuchung anordnen. Diese gibt Aufschlüsse über eventuelle Veränderungen an deinen Wirbeln und Bandscheiben. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Computer-Tomographie (CT) oder Myelographie lassen sich darüber hinaus Rückenmark und Nervenwurzeln darstellen.

Röntgen, MRT und CT sind “blind” für die wirklichen Ursachen

So hilfreich diese Verfahren im Einzelfall sein können, so begrenzt ist zumeist ihr Nutzen für eine sinnvolle Behandlung deiner Schmerzen. Zu dieser Erkenntnis gelangen Teile der Schulmedizin inzwischen selbst:

„Die Korrelation der Befunde in der Bildgebung mit den klinischen Beschwerden ist nicht gut. Oft werden Befunde in der MRT-Untersuchung überbewertet [und] tragen zur Verunsicherung der Patienten […] bei.“ 17)

📌 Mit anderen Worten: Das, was auf den Bildern zu sehen ist, hat oft gar nichts mit dem zu tun, was sich als Schmerzen bei dir bemerkbar macht. Uns von Liebscher & Bracht überrascht dieses Urteil nicht. Denn überspannte Muskeln und Faszien bleiben bei den bildgebenden Verfahren quasi unsichtbar. Unserer Erfahrung nach lösen aber genau diese “Fehlspannungen” deine Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall aus. Alle Infos dazu geben wir dir im nächsten Kapitel.

2. Wo liegen die wahren Ursachen eines Bandscheibenvorfalls?

Der menschliche Rücken ist ein überaus komplexes Gebilde aus Knochen, Muskeln und Nervensträngen. Sein zentrales Element bildet die Wirbelsäule. Sie ist äußerst filigran aufgebaut, um vielfältige Anforderungen bewältigen zu können. Den Bandscheiben kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.


Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit gesunden Bandscheiben zu sehen

© Lightspring | shutterstock.com

Was ist eine Bandscheibe und welche Funktion hat sie?

Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 freien Wirbeln, die über insgesamt 23 Bandscheiben (Discus invertebralis) verbunden sind. Diese sind viel mehr als schlichte Platzhalter: Sie funktionieren wie ein Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie dämpfen Stöße ab und halten der Zugwirkung der Muskeln stand.

Im gesunden Zustand funktioniert dies auf erstaunliche Art und Weise. Nehmen wir an, du sitzt auf einem Bürostuhl. Dann erzeugt das Gewicht deines Oberkörpers in den unteren Bandscheiben der Lendenwirbelsäule einen Druck von etwa 4,5 Bar – doppelt so viel wie in einem Autoreifen. Hebst du beispielsweise einen Wasserkasten an, wirkt auf die Bandscheiben eine Kraft, die einem Gewicht von 80–120 kg entspricht. In keinem anderen Gewebe deines Körpers kommt es zu höheren Spannungen! 18)

Solche Belastungen sind jedoch nicht schädlich. Im Gegenteil: Sie sind für deine Bandscheiben sogar überlebenswichtig. Dies hängt mit ihrer Beschaffenheit zusammen: Der äußere Ring einer Bandscheibe besteht aus mehreren Schichten eigentlich reißfester Fasern. Dieser knorpelige Faserring (Anulus fibrosus) stabilisiert die Bandscheiben und heftet sich an den Wirbelkörpern an. Im Inneren liegt ein weicher Gallertkern (Nucleus pulposus), der zu 80 bis 85 Prozent aus Wasser besteht. Er sorgt dafür, dass die Bandscheibe wie ein Gel-Kissen die Druckbelastung zwischen den Wirbelkörpern abfedert.

Blutgefäße und Nerven gibt es im Gallertkern, dem Nucleus pulposus, nicht. Das Bandscheibengewebe versorgt sich über die umliegende Gewebe-Flüssigkeit mit Nährstoffen. Dies geschieht nach dem Schwamm-Prinzip: Wenn Druck auf die Bandscheibe ausgeübt wird, wird die Flüssigkeit aus dem Gallertkern herausgepresst. Dadurch nimmt der Wassergehalt des Nucleus ab. Wird die Bandscheibe entlastet, saugt sich der Kern wieder mit der – im besten Fall nährstoffreichen – Flüssigkeit voll.

Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit einem Bandscheibenvorfall

© Lightspring | shutterstock.com

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall in deinem Körper?

Bei einem Bandscheibenvorfall (Prolaps, Diskusprolaps) wird der Druck auf das Bandscheibengewebe irgendwann zu groß. Die Wirbelkörper werden derart aufeinandergezogen, dass die dazwischen liegenden Bandscheiben die einwirkende Kraft nicht mehr abfangen können. In einem ersten Schritt schiebt sich der gallertartige Kern gegen den Faserring – die Bandscheibe verformt sich. Bleibt der Anulus fibrosus, also der Faserring, intakt, sprechen Mediziner von einer Vorwölbung (Bandscheibenprotrusion).

Kann der äußere Faserring dem Druck nicht mehr standhalten, reißt er ein und platzt regelrecht. Dabei tritt ein Teil des Gallertkerns aus und drückt sich in die Zwischenräume des Wirbelkörpers. Es kommt zum Prolaps, dem Bandscheibenvorfall.

Woher kommen die Schmerzen?

Unsere Erfahrung zeigt Folgendes: Der Bandscheibenvorfall ist zwar eine Verletzung, aber nicht Ursache der Beschwerden. Nach unserem Verständnis entstehen die Rückenschmerzen anders.

Auslöser sind muskulär- fasziale Zugkräfte, welche die Wirbelkörper mit zu viel Druck auf die Bandscheiben pressen.

Die Erklärung gilt übrigens auch für Symptome wie Kribbeln, Taubheits- oder Kältegefühl. Gerade im Gesäßbereich sind die Muskeln und Faszien oft derart überspannt, dass sie dortige Nerven und Blutgefäße „abdrücken“ können.

Nach konventioneller Meinung entstehen deine Beschwerden durch den ausgetretenen Gallertkern, der auf das umliegende Gewebe an der Wirbelsäule drückt. Die aus dem Rückenmark kommenden Nerven (Spinalnerven) und Nervenwurzeln im Wirbelkanal, so die gängige Annahme, werden gereizt oder beschädigt. Dies führe zu Schmerzen im Versorgungsgebiet der beteiligten Nervenwurzel und den verschiedenen neurologischen Symptomen.

Uns überzeugt diese Erklärung aus mehreren Gründen nicht:

  1. Mache dir noch einmal bewusst: Es gibt Menschen mit Bandscheibenvorfällen, die gar keine Rückenschmerzen haben. Viele wissen nicht einmal, dass sie einen Bandscheibenvorfall haben. Der Körper baut den ausgetretenen Gallertkern in der Regel von alleine wieder ab, ohne dass dieser irgendwelchen Ärger macht. Die konventionelle Lehrmeinung spricht hier von einem “stillen Vorfall”, bei dem keine Nerven involviert sind.
  2. Selbst wenn Spinalnerven beteiligt sind, muss folgende Frage gestellt werden: Wie kann ein derart weicher Gallertkern einen fingerstarken Nerv abdrücken? Auch ehemalige Chirurgen, die bei uns eine Ausbildung zum Therapeuten gemacht haben, konnten darauf keine logische Antwort finden.
  3. Schließlich wurde in Experimenten nachgewiesen, dass ein mechanisches Zusammendrücken der Nervenwurzel nicht zwingend Schmerzen verursachen muss. 19)

Was sind Alarmschmerzen?

Rezeptoren in der Knochenhaut registrieren die drohende Schädigung für deine Bandscheiben. Sie leiten diese Information an das Gehirn weiter. Sobald dort die Warnung ankommt, dass der Verschleiß größer ist als die Reparaturfähigkeit deines Körpers, reagiert das Gehirn: Es projiziert  einen Schmerz genau dorthin, wo der Verschleiß ausgelöst wird: deine Bandscheiben. Wenn du Schmerzen hast, signalisiert dir also dein Körper: In der betroffenen Körperregion stimmt etwas nicht! Pass auf und beseitige die Ursache deiner Schmerzen! Daher nennen wir diesen Schmerz “Alarmschmerz”.

Wer hat nun Recht? Das kannst du ganz einfach selbst feststellen, indem du unsere Übungen ausprobierst und danach in dich hinein hörst. Sehr wahrscheinlich wirst du feststellen: Die Schmerzen haben deutlich nachgelassen! Kann es einen besseren Beweis dafür geben, dass nicht die Bandscheibenvorwölbung oder der Bandscheibenvorfall selber, sondern die muskulären Spannungen für die Schmerzen verantwortlich sind?

Welche Faktoren begünstigen einen Bandscheibenvorfall?

Die gängige Lehrmeinung weist dem Alter bei der Entstehung einer Bandscheibenvorwölbung und eines Bandscheibenvorfalls eine Schlüsselrolle zu. Mit zunehmendem Lebensalter eines Menschen büße die Bandscheibe ihre Elastizität ein und könne Wasser schlechter speichern. Dadurch reiße der Faserring schneller. Nach dieser Logik steckt hinter einem Bandscheibenvorfall also ein jahrelanger, altersbedingter Verschleiß.

Zusätzlich sollen

  • Übergewicht,
  • starke Beanspruchungen in Kindheit und Jugend (z. B. Leistungsturnen),
  • schwere körperliche Arbeit,
  • Haltungsfehler und
  • mangelnde/einseitige Bewegung das Risiko eines Bandscheibenvorfalls erhöhen. 20)

Die Qualität deiner Bewegungen ist das A und O

Für uns ist die Sache mit dem Alter nur die halbe Wahrheit. Genau wie eine genetische Vorbelastung oder Übergewicht. Auch ob du Sportskanone oder Bürohengst bist, spielt keine Rolle. Einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule können alle bekommen – davon sind wir überzeugt. Und alle können ihn verhindern!

▶ Warum das so ist, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video-Interview:


Bandscheiben in Not

Entscheidend ist also die Qualität deiner Bewegungen. Gerade beim Prolaps in der Lendenwirbelsäule ist häufiges Sitzen oder einseitiges Krafttraining meist eher die Ursache als das Alter oder ein möglicherweise bestehendes  Übergewicht. Beim Sitzen oder Bauchmuskel-Training werden die Muskeln im vorderen Körperbereich “unnachgiebig”. Wir von Liebscher & Bracht sprechen metaphorisch auch von “Verkürzungen”. Dabei entsteht Spannung, die durch die hintere Körper-Muskulatur wieder ausgeglichen wird, indem sie Gegenspannung aufbaut. Die Bandscheibe kommt sprichwörtlich unter die Räder: Vordere und hintere Muskulatur schieben die Wirbelkörper derart aufeinander, dass die Bandscheibe dazwischen stark zusammengepresst wird.

Der Körper kann das zwar eine Weile tolerieren, doch mit zunehmendem Alter werden die Wirbelkörper durch die Spannung immer fester aufeinandergezogen. Eine zusätzliche Belastung, wie das Herausheben eines Wasserkastens, kann dann plötzlich zum Bandscheibenvorfall führen.

📌 Bandscheiben “verhungern” mit der Zeit

Zudem kann sich das Bandscheibengewebe bei einseitigen Bewegungsmustern nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Leider kommt es in unserem modernen (Arbeits-)Alltag dazu, dass wir bestimmte Positionen sehr häufig einnehmen  – beispielsweise das Sitzen. Dadurch neigen wir Wirbelkörper nur in bestimmten Winkeln, während wir andere vernachlässigen. Dies kann dazu führen, dass die Bandscheiben an einer bestimmten Stelle häufig gepresst werden und ihre Flüssigkeit austritt, sie dort aber selten entlastet werden, um wieder Nährstoffe aufzunehmen. Die Bandscheiben können dann mit dem Alter regelrecht „verhungern“.

3. Behandlung eines Bandscheibenvorfalls nach Liebscher & Bracht

Bevor du dir von einem Arzt starke Schmerzmittel verschreiben lässt oder dich sogar für eine Operation entscheidest, probiere unbedingt unsere Behandlung aus. Wir versuchen dabei, die Spannungen in Muskeln und Faszien durch Osteopressur, Faszien-Rollmassagen und Engpass-Dehnübungen abzubauen. Bei vielen Patienten mit Bandscheibenvorfall konnte unsere Therapie die Schmerzen deutlich lindern oder sie sogar vollständig beseitigen.


Ein junge Frau mit Boxhandschuhen blickt wild entschlossen in die Kamera und möchte die Ursache ihres Bandscheibenvorfalls bekämpfen

Was kennzeichnet die Therapie nach Liebscher & Bracht

Unsere Therapie kannst du ganz einfach mitmachen – völlig ohne Nebenwirkungen! Eine Grundannahme der modernen Faszienforschung prägt dabei unseren Behandlungsansatz:

“Schon kleinste Störungen im dicht mit Schmerzrezeptoren und Bewegungssensoren bestückten Bindegewebe […] können Pein bereiten: Vor allem viele […] Rückenbeschwerden scheinen häufig nichts als Faszienschmerzen zu sein.” 21)

“Füttere” dein Gehirn mit neuen Bewegungs-Programmen

Ursache der Rückenschmerzen sind zwar die muskulär-faszialen Spannungen, doch der Schmerz an sich entsteht bekanntlich im Gehirn. Und hier bildet sich auch ab, wie du dich bewegst: In bestimmten Hirnbereichen werden Bewegungs-Programme gespeichert, die du in deinem Alltag besonders häufig abrufst. Diese entscheiden über deine Faszien- und Muskelspannung. Das Gute: Die Programme sind trainierbar!

Auch wenn es schwerfällt – sei aktiv!

Deshalb ist es auch keine gute Idee, dich bei einem Bandscheibenvorfall zu schonen oder gar nicht mehr zu bewegen. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen auch in der konventionellen Behandlung durchgesetzt.22)

Jedoch solltest du geschickt vorgehen und die Qualität deiner Bewegungen verbessern: Wenn du beispielsweise unsere Engpass-Dehnübungen in deinen Alltag integrierst, entstehen langfristig andere Bewegungs-Programme im Gehirn. Dadurch werden die “Schmerzbewertungen” im entprechenden Hirnbereich gelöscht. Muskel- und Faszienspannungen gehen schließlich zurück und die Bandscheiben werden entlastet.

Du bestimmst, was passiert

Für dich bedeutet das: Du musst dein Leben nicht deinen Schmerzen unterordnen! Du brauchst keine OP, keine Medikamente, kein spezielles Bett und kein besonderes Kissen. Du musst nicht von Arzt zu Arzt laufen, wochenlang das Bett hüten und das Leben draußen vom Fenster aus beobachten. Mache unsere Übungen konsequent und regelmäßig. Dann übernimmst du selbst die Kontrolle und gehst aktiv gegen deine Schmerzen vor!

📌 Übrigens: Neben den Dehnübungen — die du für deine dauerhafte Schmerz-Freiheit in jedem Fall zu deiner täglichen Routine machen solltest — bieten wir dir drei weitere Bausteine zur Behandlung deines Bandscheibenvorfalls. 

  • Falls deine Rückenschmerzen gerade so stark sind, dass nichts mehr geht, legen wir dir einen der von uns ausgebildeten Schmerzspezialisten in deiner Nähe ans Herz. Er kann mithilfe unserer Akut-Maßnahme, der Osteopressur, für eine erste Erleichterung sorgen und die Übungen danach gemeinsam mit dir durchgehen. Alle Details zur Osteopressur findest du hier.
  • Die von unseren Therapeuten angewandte Drück-Technik der Osteopressur kannst du dir in einer Light-Variante aber auch direkt in dein Wohnzimmer holen. Mit unserem Drücker-Set kannst du dann die wichtigsten Punkte zur Entspannung deiner Rückenmuskulatur selbst drücken. Wo genau du diese Punkte findest und auf welche Weise du sie drücken solltest, zeigen wir dir in unserem extra Übungsbereich.
  • Faszien-Rollmassagen wiederum können deine Dehnübungen effektiv ergänzen. Sie helfen dir dabei, überspannte Muskeln und Faszien zu lockern, sodass die in den Übungen gesetzten Reize optimal verarbeitet werden können. Zudem hilft die Stimulation des Zellzwischenraums, angesammelte Abfallstoffe im Bindegewebe abzutragen und Reparaturprozesse der Faszie anzuregen.

Wie sieht die konventionelle Behandlung bei Bandscheibenvorfällen aus?

Wenn du dich von einem Arzt untersuchen lässt und dieser eine Vorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert, rät er dir in der Regel zu einer konservativen Therapie. Sie setzt sich aus zwei Grundpfeilern zusammen:

  • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Muskel-Relaxanzien sollen deine Schmerzen lindern und deine Muskeln entspannen. Bei starken Beschwerden wird auch Kortison gespritzt. So soll verhindert werden, dass du aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung einnimmst, die deine Symptome weiter verschlimmern würde.
  • Konventionelle Physiotherapien zielen nach der Akutphase darauf ab, deine Rückenmuskulatur zu normalisieren bzw. zu stärken.
Fitnessstudio mit Geräten zum Krafttraining gegen Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall

Aus unserer Sicht greifen alle gängigen Behandlungen zu kurz. Eine Physiotherapie, welche die Muskulatur stärken soll, erhöht deine Schmerzen im schlimmsten Fall nur noch. Werden ohnehin schon völlig überbeanspruchte Muskeln zusätzlich trainiert, steigt die Überspannung immer mehr. Es passiert also genau das Gegenteil von dem, was du eigentlich erreichen möchtest. Weitere Details zu den Vor- und Nachteilen des Krafttrainings gegen Rückenschmerzen verrät dir Roland Liebscher-Bracht in diesem Video.

Ähnlich ist es mit Schmerzmitteln. Wenn in deinem Auto eine Warnleuchte blinkt, würdest du sie doch auch nicht einfach ausschalten, ohne den Grund für ihr Aufleuchten zu beseitigen, oder? Die Alarmschmerzen sind deine körpereigenen Warnleuchten – und dauerhaft solltest du sie nicht mit Schmerzmitteln ausknipsen.

Medikamente bekämpfen lediglich die Symptome, beseitigen jedoch niemals die Ursache deiner Schmerzen.Außerdem haben sie oft viele Nebenwirkungen, die deinen Körper zusätzlich belasten. Der eigentliche „Übeltäter“, deine muskulär-faszialen Spannungen, darf weiter sein Unwesen treiben. 

Ist eine Stufenlagerung sinnvoll?

Wie sieht es mit einer Stufenlagerung aus? Dabei platzierst du deine Unterschenkel im rechten Winkel zu deinen Oberschenkeln, was die angeblich eingeklemmte Nervenwurzel entlasten soll. Tatsächlich kann diese Position deine Schmerzen lindern – sie bringt dich aber keinen Schritt weiter, wenn du deine Beschwerden dauerhaft loswerden möchtest. Allerdings kannst du die Stufenlagerung als Ausgangsposition nutzen, um dich peu a`peu in die Schmerzfreiheit zu üben.

▶Wie das geht, zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video:

Operationen als letztes Mittel?

Viele Ärzte ziehen nach sechs bis acht Wochen die rote Linie: Haben bis dahin weder Schmerzmittel noch Physiotherapie geholfen, wird in der konventionellen Behandlung oft zur Operation mit anschließender Reha-Behandlung geraten. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die Schmerzen ein normales Leben nicht mehr zulassen oder Lähmungserscheinungen bestehen.

Grundsätzlich kann man bei Bandscheiben-Operationen zwischen

  • minimal-invasiven Verfahren,
  • mikro-chirurgischen Techniken
  • und offenen Operationen (offene Diskektomie)

unterscheiden.

Minimal-invasive Verfahren verdienen einen genaueren Blick. Du kennst sie vielleicht unter dem Begriff  „Schlüsselloch-Chirurgie“. Diese Operationen sollen das Gewebe schonen und können unter lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden. Bei Bandscheibenvorfällen werden in der chirurgischen Praxis mittlerweile die Auflösung des Bandscheibenkerns (Chemonukleolyse), die Laserabtragung und die Entfernung von Bandscheiben-Material durch die Haut (perkutane Nukleotomie) angewendet.

Der Haken an der Sache: Die minimal-invasiven Verfahren kommen nicht für alle Patienten infrage. Sie eignen sich nur für einfache und frische Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfälle. Auch für bereits operierte Betroffene sind diese Methoden ungeeignet.

Hinzu kommt, dass bei einer OP Narbengewebe entsteht. Dieses kann wuchern und zu neuen Beschwerden  führen. Unter Umständen ist dann eine weitere Operation notwendig, um das Narbengewebe zu entfernen.

Bei 30 von 100 Patienten kehren nach einem offenen Bandscheiben-Eingriff die Schmerzen zurück. Nach mikrochirurgischen Eingriffen kommt dies bei zwölf von 100 Patienten vor. 23)

Angesichts dieser Zahlen fragst du dich zurecht: Ist das Ergebnis das Risiko einer OP wert? Nein, meint auch Prof. Dr. med. H. S. Füeßl aus München:

“Klinische Studien zeigen, dass Patienten unter konservativer Therapie nicht schlechter abschneiden als nach Operationen. Das Risiko, ohne Operationen bleibende neurologische Schäden davon zu tragen, ist minimal und sicher geringer, als während der Operation eine Komplikation zu erleiden oder keine Besserung der Beschwerden zu erfahren.” 24)

4. Die besten Übungen gegen deine Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall

Essenziell für gesunde Bandscheiben ist eine ausgeglichene und ausreichende Bewegung, damit sie sich mit genügend Nährstoffen versorgen können. Wahrscheinlich ist dein Alltag aber durch sitzende Tätigkeiten geprägt. Dann solltest du verhindern, dass die Muskulatur und die Faszien im vorderen Körperbereich immer unnachgiebiger werden. Dazu musst du deiner einseitigen Haltung entgegenwirken.

Du hast deine Rücken-Gesundheit selbst in der Hand! Auch wenn dein Arzt bei dir bereits einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert hat, kannst du deine Schmerzen aktiv bekämpfen und dauerhaft loswerden. Mit welchen Übungen das ganz einfach geht, verraten wir dir jetzt.

Solltest du unsere Übungen bereits kennen kennen, kannst du gerne sofort loslegen. Falls die Engpassdehnungen jedoch neu für dich sind, lies dir bitte zunächst diese Checkliste durch. 


Übungs-Flow für den gesamten Rücken

Um dir ein Rundum-Programm zu bieten, haben wir eine spezielle Übungsabfolge entwickelt, die du bei einem Bandscheibenvorfall oder auch zur Vorbeugung machen kannst. Deine Bandscheiben werden diesen Flow lieben! Wie die Übungsabfolge genau funktioniert, erklärt dir Roland Liebscher-Bracht im Übungs-Video auf unserer Spezialseite:

zum video mit den Übungen

Übungen für die Halswirbelsäule

Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule sind zwar seltener als im unteren Rücken, aber mindestens genauso schmerzhaft. Doch keine Sorge: Auch deine HWS kannst du direkt von muskulär-faszialen Überspannungen befreien und damit die Hauptursache deiner Beschwerden bekämpfen. Wie das geht und was du beachten musst, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht Schritt für Schritt.

Schau dir dazu das folgende Video in Mitmachlänge an. Roland Liebscher-Bracht zeigt dir eine Faszien-Rollmassage und eine Übung in fünf Schritten, mit denen du einen Bandscheibenvorfall der HWS von zuhause aus selbst behandeln kannst. Auch zur Vorbeugung eignen sich die Übungen perfekt.

💡 Die komplette Übung zum Nachlesen und alle wichtigen Details bekommst du auf unserer Übungs-Seite zum Bandscheibenvorfall in der HWS.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl starten.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse nicht selten sind. Die Überspannungen in deinem Rücken und Rumpf können sehr hoch sein, insbesondere wenn die starken Zugkräfte schon länger bestehen und die Bandscheiben bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es kann daher ein paar Tage oder wenige Wochen dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du die Folgen deines Bandscheibenvorfalls deutlich eindämmen und künftigen Beschwerden effektiv vorbeugen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen

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Symptome, Ursachen, Behandlung und Übungen auf einen Blick

Nur eine falsche Bewegung – und der Schmerz war da. Jetzt machst du dir natürlich große Sorgen: Bandscheibenvorfall? Operation? Monatelange Schmerzen und Zwangspause? Soviel vorweg: Deine Angst ist verständlich, in den allermeisten Fällen aber völlig unbegründet. Oft kannst du dir nämlich selbst am besten helfen — und zwar ohne starke Schmerzmittel und Operationen. Wir verraten dir in diesem Artikel, wie das funktioniert und was dabei wichtig ist. 

Du erfährst,

  • welche Symptome bei einem Bandscheibenvorfall auftreten können,
  • was die Bandscheibe genau ist und welche Aufgabe sie erfüllt, 
  • woher die Schmerzen bei vielen Bandscheibenvorfällen wirklich kommen,
  • warum unsere Behandlung über herkömmliche Therapien hinausgeht und
  • welche Übungen für Hals- und Lendenwirbelsäule dir direkt helfen können.

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Effektive Übungen bei einem Bandscheibenvorfall

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1. Welche Symptome zeigen sich bei einem Bandscheibenvorfall?

Musst du bei akuten Rückenschmerzen immer mit einem Bandscheibenvorfall rechnen? Wie kannst du einen Bandscheibenvorfall erkennen? Wann solltest du zum Arzt gehen und wie stellt dieser eine mögliche Schädigung deiner Bandscheiben fest? Antworten auf diese Fragen geben wir dir in diesem Kapitel. Außerdem räumen wir mit Vorurteilen zum typischen Beschwerdebild auf.

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Nicht selten kommt der Rückenschmerz wie aus heiterem Himmel. Er schießt in den Körper, wenn du dich beim Sport unbedacht bewegst oder einfach eine Wasserkiste ins Auto heben willst. Verschwinden will er nicht so schnell. Im Gegenteil: Die Schmerzen verstärken sich immer mehr. Du kannst dich vielleicht kaum noch bewegen und bist im schlimmsten Fall sogar ans Bett gefesselt.

Nur zu vier Prozent steckt hinter Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall

So wie dir, geht es vielen. Akute oder chronische Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern überhaupt. “Nicht spezifischer Kreuzschmerz” bzw. “degenerative Prozesse der Bandscheiben oder Facettengelenke” heißt das Krankheitsbild im Fachjargon. 90 % der Patienten mit dieser Diagnose sind ihre Beschwerden jedoch nach spätestens vier Wochen ohne besondere Behandlung wieder los. 25)

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Auftreten von Bandscheibenvorfällen

Prinzipiell kann ein Bandscheibenvorfall in jedem Abschnitt der Wirbelsäule auftreten. Etwa zwei Drittel aller Bandscheibenvorfälle kommen im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbal) vor. 90 Prozent davon betreffen Areale, die in räumlichem Kontakt zum Becken stehen. Vor allem die Bandscheiben zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) und zwischen dem 5. Lendenwirbel und 1. Kreuzwirbel sind betroffen (L5/S1). 26) Während Vorfälle im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakal) eher selten sind, ist die Halswirbelsäule (zervikal) zu etwa 30 Prozent involviert. Statistisch gesehen leiden Männer häufiger an einem Bandscheibenvorfall als Frauen, hauptsächlich im Alter von 46 bis 55 Jahren. 27)

Eine Frau hat einen Bandscheibenvorfall und hält sich vor Schmerzen ihre Lendenwirbelsäule, aus der Blitze schießen

© metamorworks | shutterstock.com

Typische Symptome bei einem Bandscheibenvorfall

Zu den häufigsten Symptomen bei einem Bandscheibenvorfall zählen:

  • Rückenschmerzen, die plötzlich auftreten und bei Belastung/Bewegung zunehmen. Niesen und husten verstärken den Schmerz in der Lenden- oder Brustwirbelsäule typischerweise.
  • Verhärtete Rückenmuskulatur im betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich (LWS):
    • Ausstrahlender Schmerz ins Gesäß oder Bein, ähnlich wie bei einer Ischialgie (Hexenschuss)
    • Neurologische Zeichen/Gefühlsstörungen: Kribbeln im Bein (Gefühl von “Ameisen auf der Haut”, “Nadelstichen”, “Strom im Körper”), Taubheitsgefühl im Bein und Lähmungen der Beinmuskeln.
  • Zusätzlich bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS):
    • Nackenschmerzen, Kopfschmerzen
    • Ausstrahlender Schmerz in Arm oder Hand
    • Neurologische Zeichen: Kribbeln im Arm, Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in Arm oder Hand, Muskelschwäche im Arm

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

In besonders schlimmen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall das Rückenmark oder die Nervenstränge (Spinalnerven) derart beeinflussen, dass es zu einem sogenannten Querschnitts-Syndrom kommt. Lähmungen und Sensibilitäts-Verlust sind die Folge. Auf deiner Haut würdest du dann beispielsweise weder Berührungen noch Schmerz spüren. Liegt ein “Cauda-Syndrom“ vor, kannst du Stuhl und Harn nicht halten und bemerkst eventuell ein Taubheitsgefühl im Genitalbereich.

Generell gilt: Solche schweren Bandscheibenvorfälle mit gravierenden Nervenschädigungen sind äußerst selten. Stellst du bei dir allerdings ausgeprägte  Lähmungserscheinungen, Muskelschwäche oder eine Stuhl-/Harninkontinenz fest, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen, um deine genaue Erkrankung abklären zu lassen!

Verursacht jeder Bandscheibenvorfall Symptome?

Wie gesagt: Schwere Ausprägungen eines Bandscheibenvorfalls sind äußerst selten. Viel häufiger ist das Gegenteil der Fall: Auch bei langjähriger Fehlbelastung werden Bandscheibenvorfälle oft zufällig entdeckt, da der Betroffene über keinerlei Beschwerden klagt.

Wusstest du, dass jeder Dritte Deutsche um das 30. Lebensjahr Auffälligkeiten an der Bandscheibe oder gar einen Vorfall hat  – ohne jedoch über Rückenschmerzen zu klagen? Unter den 60-jährigen ist diese Zahl sogar doppelt so hoch. Mehr noch: Bei 75 % aller 28-jährigen sind bereits leichte Risse in den Bandscheiben festzustellen. 28)

Zugegeben: Falls du gerade mit höllischen Schmerzen an deinem Computer oder Smartphone sitzt, bringen dir die Ergebnisse solcher Studien nicht viel. Oder etwa doch? Drängt sich hier nicht die Vermutung auf, dass deine Schmerzen einen ganz anderen Auslöser haben könnten als das, was Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen über deine Bandscheiben und Nerven verraten? Wir von Liebscher & Bracht sind davon überzeugt. In Kapitel 2 erfährst du, woher deine Schmerzen in den meisten Fällen wirklich kommen.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Wenn du dich dazu entschieden hast, einen Arzt aufzusuchen, wird dieser dich zunächst nach deinen Beschwerden fragen. Du solltest ihm erzählen, wo genau dein Schmerz auftritt, wie er sich beschreiben lässt und seit wann er besteht. Wichtig für den Arzt ist auch, ob sich deine Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verstärken und ob du noch weitere Symptome bemerkst.

Nach dem Gespräch wird der Arzt vermutlich einige neurologische Untersuchungen bei dir durchführen. Da viele Ärzte deine Schmerzen mit Nervenreizungen oder Nervenschädigungen in Verbindung bringen, zielen diese Tests darauf ab, den genauen Ort einer möglichen Verletzung zu bestimmen. Überprüft werden vor allem deine Reflexe und deine Beweglichkeit.

Vermutet der Arzt bei dir einen Bandscheibenvorfall, wird er zur genauen Diagnose eine Röntgenuntersuchung anordnen. Diese gibt Aufschlüsse über eventuelle Veränderungen an deinen Wirbeln und Bandscheiben. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Computer-Tomographie (CT) oder Myelographie lassen sich darüber hinaus Rückenmark und Nervenwurzeln darstellen.

Röntgen, MRT und CT sind “blind” für die wirklichen Ursachen

So hilfreich diese Verfahren im Einzelfall sein können, so begrenzt ist zumeist ihr Nutzen für eine sinnvolle Behandlung deiner Schmerzen. Zu dieser Erkenntnis gelangen Teile der Schulmedizin inzwischen selbst:

„Die Korrelation der Befunde in der Bildgebung mit den klinischen Beschwerden ist nicht gut. Oft werden Befunde in der MRT-Untersuchung überbewertet [und] tragen zur Verunsicherung der Patienten […] bei.“ 29)

📌 Mit anderen Worten: Das, was auf den Bildern zu sehen ist, hat oft gar nichts mit dem zu tun, was sich als Schmerzen bei dir bemerkbar macht. Uns von Liebscher & Bracht überrascht dieses Urteil nicht. Denn überspannte Muskeln und Faszien bleiben bei den bildgebenden Verfahren quasi unsichtbar. Unserer Erfahrung nach lösen aber genau diese “Fehlspannungen” deine Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall aus. Alle Infos dazu geben wir dir im nächsten Kapitel.

2. Wo liegen die wahren Ursachen eines Bandscheibenvorfalls?

Der menschliche Rücken ist ein überaus komplexes Gebilde aus Knochen, Muskeln und Nervensträngen. Sein zentrales Element bildet die Wirbelsäule. Sie ist äußerst filigran aufgebaut, um vielfältige Anforderungen bewältigen zu können. Den Bandscheiben kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.


Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit gesunden Bandscheiben zu sehen

© Lightspring | shutterstock.com

Was ist eine Bandscheibe und welche Funktion hat sie?

Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 freien Wirbeln, die über insgesamt 23 Bandscheiben (Discus invertebralis) verbunden sind. Diese sind viel mehr als schlichte Platzhalter: Sie funktionieren wie ein Puffer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie dämpfen Stöße ab und halten der Zugwirkung der Muskeln stand.

Im gesunden Zustand funktioniert dies auf erstaunliche Art und Weise. Nehmen wir an, du sitzt auf einem Bürostuhl. Dann erzeugt das Gewicht deines Oberkörpers in den unteren Bandscheiben der Lendenwirbelsäule einen Druck von etwa 4,5 Bar – doppelt so viel wie in einem Autoreifen. Hebst du beispielsweise einen Wasserkasten an, wirkt auf die Bandscheiben eine Kraft, die einem Gewicht von 80–120 kg entspricht. In keinem anderen Gewebe deines Körpers kommt es zu höheren Spannungen! 30)

Solche Belastungen sind jedoch nicht schädlich. Im Gegenteil: Sie sind für deine Bandscheiben sogar überlebenswichtig. Dies hängt mit ihrer Beschaffenheit zusammen: Der äußere Ring einer Bandscheibe besteht aus mehreren Schichten eigentlich reißfester Fasern. Dieser knorpelige Faserring (Anulus fibrosus) stabilisiert die Bandscheiben und heftet sich an den Wirbelkörpern an. Im Inneren liegt ein weicher Gallertkern (Nucleus pulposus), der zu 80 bis 85 Prozent aus Wasser besteht. Er sorgt dafür, dass die Bandscheibe wie ein Gel-Kissen die Druckbelastung zwischen den Wirbelkörpern abfedert.

Blutgefäße und Nerven gibt es im Gallertkern, dem Nucleus pulposus, nicht. Das Bandscheibengewebe versorgt sich über die umliegende Gewebe-Flüssigkeit mit Nährstoffen. Dies geschieht nach dem Schwamm-Prinzip: Wenn Druck auf die Bandscheibe ausgeübt wird, wird die Flüssigkeit aus dem Gallertkern herausgepresst. Dadurch nimmt der Wassergehalt des Nucleus ab. Wird die Bandscheibe entlastet, saugt sich der Kern wieder mit der – im besten Fall nährstoffreichen – Flüssigkeit voll.

Modellhaft ist eine Wirbelsäule mit einem Bandscheibenvorfall

© Lightspring | shutterstock.com

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall in deinem Körper?

Bei einem Bandscheibenvorfall (Prolaps, Diskusprolaps) wird der Druck auf das Bandscheibengewebe irgendwann zu groß. Die Wirbelkörper werden derart aufeinandergezogen, dass die dazwischen liegenden Bandscheiben die einwirkende Kraft nicht mehr abfangen können. In einem ersten Schritt schiebt sich der gallertartige Kern gegen den Faserring – die Bandscheibe verformt sich. Bleibt der Anulus fibrosus, also der Faserring, intakt, sprechen Mediziner von einer Vorwölbung (Bandscheibenprotrusion).

Kann der äußere Faserring dem Druck nicht mehr standhalten, reißt er ein und platzt regelrecht. Dabei tritt ein Teil des Gallertkerns aus und drückt sich in die Zwischenräume des Wirbelkörpers. Es kommt zum Prolaps, dem Bandscheibenvorfall.

Woher kommen die Schmerzen?

Unsere Erfahrung zeigt Folgendes: Der Bandscheibenvorfall ist zwar eine Verletzung, aber nicht Ursache der Beschwerden. Nach unserem Verständnis entstehen die Rückenschmerzen anders.

Auslöser sind muskulär- fasziale Zugkräfte, welche die Wirbelkörper mit zu viel Druck auf die Bandscheiben pressen.

Die Erklärung gilt übrigens auch für Symptome wie Kribbeln, Taubheits- oder Kältegefühl. Gerade im Gesäßbereich sind die Muskeln und Faszien oft derart überspannt, dass sie dortige Nerven und Blutgefäße „abdrücken“ können.

Nach konventioneller Meinung entstehen deine Beschwerden durch den ausgetretenen Gallertkern, der auf das umliegende Gewebe an der Wirbelsäule drückt. Die aus dem Rückenmark kommenden Nerven (Spinalnerven) und Nervenwurzeln im Wirbelkanal, so die gängige Annahme, werden gereizt oder beschädigt. Dies führe zu Schmerzen im Versorgungsgebiet der beteiligten Nervenwurzel und den verschiedenen neurologischen Symptomen.

Uns überzeugt diese Erklärung aus mehreren Gründen nicht:

  1. Mache dir noch einmal bewusst: Es gibt Menschen mit Bandscheibenvorfällen, die gar keine Rückenschmerzen haben. Viele wissen nicht einmal, dass sie einen Bandscheibenvorfall haben. Der Körper baut den ausgetretenen Gallertkern in der Regel von alleine wieder ab, ohne dass dieser irgendwelchen Ärger macht. Die konventionelle Lehrmeinung spricht hier von einem “stillen Vorfall”, bei dem keine Nerven involviert sind.
  2. Selbst wenn Spinalnerven beteiligt sind, muss folgende Frage gestellt werden: Wie kann ein derart weicher Gallertkern einen fingerstarken Nerv abdrücken? Auch ehemalige Chirurgen, die bei uns eine Ausbildung zum Therapeuten gemacht haben, konnten darauf keine logische Antwort finden.
  3. Schließlich wurde in Experimenten nachgewiesen, dass ein mechanisches Zusammendrücken der Nervenwurzel nicht zwingend Schmerzen verursachen muss. 31)

Was sind Alarmschmerzen?

Rezeptoren in der Knochenhaut registrieren die drohende Schädigung für deine Bandscheiben. Sie leiten diese Information an das Gehirn weiter. Sobald dort die Warnung ankommt, dass der Verschleiß größer ist als die Reparaturfähigkeit deines Körpers, reagiert das Gehirn: Es projiziert  einen Schmerz genau dorthin, wo der Verschleiß ausgelöst wird: deine Bandscheiben. Wenn du Schmerzen hast, signalisiert dir also dein Körper: In der betroffenen Körperregion stimmt etwas nicht! Pass auf und beseitige die Ursache deiner Schmerzen! Daher nennen wir diesen Schmerz “Alarmschmerz”.

Wer hat nun Recht? Das kannst du ganz einfach selbst feststellen, indem du unsere Übungen ausprobierst und danach in dich hinein hörst. Sehr wahrscheinlich wirst du feststellen: Die Schmerzen haben deutlich nachgelassen! Kann es einen besseren Beweis dafür geben, dass nicht die Bandscheibenvorwölbung oder der Bandscheibenvorfall selber, sondern die muskulären Spannungen für die Schmerzen verantwortlich sind?

Welche Faktoren begünstigen einen Bandscheibenvorfall?

Die gängige Lehrmeinung weist dem Alter bei der Entstehung einer Bandscheibenvorwölbung und eines Bandscheibenvorfalls eine Schlüsselrolle zu. Mit zunehmendem Lebensalter eines Menschen büße die Bandscheibe ihre Elastizität ein und könne Wasser schlechter speichern. Dadurch reiße der Faserring schneller. Nach dieser Logik steckt hinter einem Bandscheibenvorfall also ein jahrelanger, altersbedingter Verschleiß.

Zusätzlich sollen

  • Übergewicht,
  • starke Beanspruchungen in Kindheit und Jugend (z. B. Leistungsturnen),
  • schwere körperliche Arbeit,
  • Haltungsfehler und
  • mangelnde/einseitige Bewegung das Risiko eines Bandscheibenvorfalls erhöhen. 32)

Die Qualität deiner Bewegungen ist das A und O

Für uns ist die Sache mit dem Alter nur die halbe Wahrheit. Genau wie eine genetische Vorbelastung oder Übergewicht. Auch ob du Sportskanone oder Bürohengst bist, spielt keine Rolle. Einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule können alle bekommen – davon sind wir überzeugt. Und alle können ihn verhindern!

▶ Warum das so ist, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video-Interview:


Bandscheiben in Not

Entscheidend ist also die Qualität deiner Bewegungen. Gerade beim Prolaps in der Lendenwirbelsäule ist häufiges Sitzen oder einseitiges Krafttraining meist eher die Ursache als das Alter oder ein möglicherweise bestehendes  Übergewicht. Beim Sitzen oder Bauchmuskel-Training werden die Muskeln im vorderen Körperbereich “unnachgiebig”. Wir von Liebscher & Bracht sprechen metaphorisch auch von “Verkürzungen”. Dabei entsteht Spannung, die durch die hintere Körper-Muskulatur wieder ausgeglichen wird, indem sie Gegenspannung aufbaut. Die Bandscheibe kommt sprichwörtlich unter die Räder: Vordere und hintere Muskulatur schieben die Wirbelkörper derart aufeinander, dass die Bandscheibe dazwischen stark zusammengepresst wird.

Der Körper kann das zwar eine Weile tolerieren, doch mit zunehmendem Alter werden die Wirbelkörper durch die Spannung immer fester aufeinandergezogen. Eine zusätzliche Belastung, wie das Herausheben eines Wasserkastens, kann dann plötzlich zum Bandscheibenvorfall führen.

📌 Bandscheiben “verhungern” mit der Zeit

Zudem kann sich das Bandscheibengewebe bei einseitigen Bewegungsmustern nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Leider kommt es in unserem modernen (Arbeits-)Alltag dazu, dass wir bestimmte Positionen sehr häufig einnehmen  – beispielsweise das Sitzen. Dadurch neigen wir Wirbelkörper nur in bestimmten Winkeln, während wir andere vernachlässigen. Dies kann dazu führen, dass die Bandscheiben an einer bestimmten Stelle häufig gepresst werden und ihre Flüssigkeit austritt, sie dort aber selten entlastet werden, um wieder Nährstoffe aufzunehmen. Die Bandscheiben können dann mit dem Alter regelrecht „verhungern“.

3. Behandlung eines Bandscheibenvorfalls nach Liebscher & Bracht

Bevor du dir von einem Arzt starke Schmerzmittel verschreiben lässt oder dich sogar für eine Operation entscheidest, probiere unbedingt unsere Behandlung aus. Wir versuchen dabei, die Spannungen in Muskeln und Faszien durch Osteopressur, Faszien-Rollmassagen und Engpass-Dehnübungen abzubauen. Bei vielen Patienten mit Bandscheibenvorfall konnte unsere Therapie die Schmerzen deutlich lindern oder sie sogar vollständig beseitigen.


Ein junge Frau mit Boxhandschuhen blickt wild entschlossen in die Kamera und möchte die Ursache ihres Bandscheibenvorfalls bekämpfen

Was kennzeichnet die Therapie nach Liebscher & Bracht

Unsere Therapie kannst du ganz einfach mitmachen – völlig ohne Nebenwirkungen! Eine Grundannahme der modernen Faszienforschung prägt dabei unseren Behandlungsansatz:

“Schon kleinste Störungen im dicht mit Schmerzrezeptoren und Bewegungssensoren bestückten Bindegewebe […] können Pein bereiten: Vor allem viele […] Rückenbeschwerden scheinen häufig nichts als Faszienschmerzen zu sein.” 33)

“Füttere” dein Gehirn mit neuen Bewegungs-Programmen

Ursache der Rückenschmerzen sind zwar die muskulär-faszialen Spannungen, doch der Schmerz an sich entsteht bekanntlich im Gehirn. Und hier bildet sich auch ab, wie du dich bewegst: In bestimmten Hirnbereichen werden Bewegungs-Programme gespeichert, die du in deinem Alltag besonders häufig abrufst. Diese entscheiden über deine Faszien- und Muskelspannung. Das Gute: Die Programme sind trainierbar!

Auch wenn es schwerfällt – sei aktiv!

Deshalb ist es auch keine gute Idee, dich bei einem Bandscheibenvorfall zu schonen oder gar nicht mehr zu bewegen. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen auch in der konventionellen Behandlung durchgesetzt.34)

Jedoch solltest du geschickt vorgehen und die Qualität deiner Bewegungen verbessern: Wenn du beispielsweise unsere Engpass-Dehnübungen in deinen Alltag integrierst, entstehen langfristig andere Bewegungs-Programme im Gehirn. Dadurch werden die “Schmerzbewertungen” im entprechenden Hirnbereich gelöscht. Muskel- und Faszienspannungen gehen schließlich zurück und die Bandscheiben werden entlastet.

Du bestimmst, was passiert

Für dich bedeutet das: Du musst dein Leben nicht deinen Schmerzen unterordnen! Du brauchst keine OP, keine Medikamente, kein spezielles Bett und kein besonderes Kissen. Du musst nicht von Arzt zu Arzt laufen, wochenlang das Bett hüten und das Leben draußen vom Fenster aus beobachten. Mache unsere Übungen konsequent und regelmäßig. Dann übernimmst du selbst die Kontrolle und gehst aktiv gegen deine Schmerzen vor!

📌 Übrigens: Neben den Dehnübungen — die du für deine dauerhafte Schmerz-Freiheit in jedem Fall zu deiner täglichen Routine machen solltest — bieten wir dir drei weitere Bausteine zur Behandlung deines Bandscheibenvorfalls. 

  • Falls deine Rückenschmerzen gerade so stark sind, dass nichts mehr geht, legen wir dir einen der von uns ausgebildeten Schmerzspezialisten in deiner Nähe ans Herz. Er kann mithilfe unserer Akut-Maßnahme, der Osteopressur, für eine erste Erleichterung sorgen und die Übungen danach gemeinsam mit dir durchgehen. Alle Details zur Osteopressur findest du hier.
  • Die von unseren Therapeuten angewandte Drück-Technik der Osteopressur kannst du dir in einer Light-Variante aber auch direkt in dein Wohnzimmer holen. Mit unserem Drücker-Set kannst du dann die wichtigsten Punkte zur Entspannung deiner Rückenmuskulatur selbst drücken. Wo genau du diese Punkte findest und auf welche Weise du sie drücken solltest, zeigen wir dir in unserem extra Übungsbereich.
  • Faszien-Rollmassagen wiederum können deine Dehnübungen effektiv ergänzen. Sie helfen dir dabei, überspannte Muskeln und Faszien zu lockern, sodass die in den Übungen gesetzten Reize optimal verarbeitet werden können. Zudem hilft die Stimulation des Zellzwischenraums, angesammelte Abfallstoffe im Bindegewebe abzutragen und Reparaturprozesse der Faszie anzuregen.

Wie sieht die konventionelle Behandlung bei Bandscheibenvorfällen aus?

Wenn du dich von einem Arzt untersuchen lässt und dieser eine Vorwölbung oder einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert, rät er dir in der Regel zu einer konservativen Therapie. Sie setzt sich aus zwei Grundpfeilern zusammen:

  • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Muskel-Relaxanzien sollen deine Schmerzen lindern und deine Muskeln entspannen. Bei starken Beschwerden wird auch Kortison gespritzt. So soll verhindert werden, dass du aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung einnimmst, die deine Symptome weiter verschlimmern würde.
  • Konventionelle Physiotherapien zielen nach der Akutphase darauf ab, deine Rückenmuskulatur zu normalisieren bzw. zu stärken.
Fitnessstudio mit Geräten zum Krafttraining gegen Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall

Aus unserer Sicht greifen alle gängigen Behandlungen zu kurz. Eine Physiotherapie, welche die Muskulatur stärken soll, erhöht deine Schmerzen im schlimmsten Fall nur noch. Werden ohnehin schon völlig überbeanspruchte Muskeln zusätzlich trainiert, steigt die Überspannung immer mehr. Es passiert also genau das Gegenteil von dem, was du eigentlich erreichen möchtest. Weitere Details zu den Vor- und Nachteilen des Krafttrainings gegen Rückenschmerzen verrät dir Roland Liebscher-Bracht in diesem Video.

Ähnlich ist es mit Schmerzmitteln. Wenn in deinem Auto eine Warnleuchte blinkt, würdest du sie doch auch nicht einfach ausschalten, ohne den Grund für ihr Aufleuchten zu beseitigen, oder? Die Alarmschmerzen sind deine körpereigenen Warnleuchten – und dauerhaft solltest du sie nicht mit Schmerzmitteln ausknipsen.

Medikamente bekämpfen lediglich die Symptome, beseitigen jedoch niemals die Ursache deiner Schmerzen.Außerdem haben sie oft viele Nebenwirkungen, die deinen Körper zusätzlich belasten. Der eigentliche „Übeltäter“, deine muskulär-faszialen Spannungen, darf weiter sein Unwesen treiben. 

Ist eine Stufenlagerung sinnvoll?

Wie sieht es mit einer Stufenlagerung aus? Dabei platzierst du deine Unterschenkel im rechten Winkel zu deinen Oberschenkeln, was die angeblich eingeklemmte Nervenwurzel entlasten soll. Tatsächlich kann diese Position deine Schmerzen lindern – sie bringt dich aber keinen Schritt weiter, wenn du deine Beschwerden dauerhaft loswerden möchtest. Allerdings kannst du die Stufenlagerung als Ausgangsposition nutzen, um dich peu a`peu in die Schmerzfreiheit zu üben.

▶Wie das geht, zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht in diesem Video:

Operationen als letztes Mittel?

Viele Ärzte ziehen nach sechs bis acht Wochen die rote Linie: Haben bis dahin weder Schmerzmittel noch Physiotherapie geholfen, wird in der konventionellen Behandlung oft zur Operation mit anschließender Reha-Behandlung geraten. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die Schmerzen ein normales Leben nicht mehr zulassen oder Lähmungserscheinungen bestehen.

Grundsätzlich kann man bei Bandscheiben-Operationen zwischen

  • minimal-invasiven Verfahren,
  • mikro-chirurgischen Techniken
  • und offenen Operationen (offene Diskektomie)

unterscheiden.

Minimal-invasive Verfahren verdienen einen genaueren Blick. Du kennst sie vielleicht unter dem Begriff  „Schlüsselloch-Chirurgie“. Diese Operationen sollen das Gewebe schonen und können unter lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden. Bei Bandscheibenvorfällen werden in der chirurgischen Praxis mittlerweile die Auflösung des Bandscheibenkerns (Chemonukleolyse), die Laserabtragung und die Entfernung von Bandscheiben-Material durch die Haut (perkutane Nukleotomie) angewendet.

Der Haken an der Sache: Die minimal-invasiven Verfahren kommen nicht für alle Patienten infrage. Sie eignen sich nur für einfache und frische Bandscheibenvorwölbungen und Bandscheibenvorfälle. Auch für bereits operierte Betroffene sind diese Methoden ungeeignet.

Hinzu kommt, dass bei einer OP Narbengewebe entsteht. Dieses kann wuchern und zu neuen Beschwerden  führen. Unter Umständen ist dann eine weitere Operation notwendig, um das Narbengewebe zu entfernen.

Bei 30 von 100 Patienten kehren nach einem offenen Bandscheiben-Eingriff die Schmerzen zurück. Nach mikrochirurgischen Eingriffen kommt dies bei zwölf von 100 Patienten vor. 35)

Angesichts dieser Zahlen fragst du dich zurecht: Ist das Ergebnis das Risiko einer OP wert? Nein, meint auch Prof. Dr. med. H. S. Füeßl aus München:

“Klinische Studien zeigen, dass Patienten unter konservativer Therapie nicht schlechter abschneiden als nach Operationen. Das Risiko, ohne Operationen bleibende neurologische Schäden davon zu tragen, ist minimal und sicher geringer, als während der Operation eine Komplikation zu erleiden oder keine Besserung der Beschwerden zu erfahren.” 36)

4. Die besten Übungen gegen deine Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall

Essenziell für gesunde Bandscheiben ist eine ausgeglichene und ausreichende Bewegung, damit sie sich mit genügend Nährstoffen versorgen können. Wahrscheinlich ist dein Alltag aber durch sitzende Tätigkeiten geprägt. Dann solltest du verhindern, dass die Muskulatur und die Faszien im vorderen Körperbereich immer unnachgiebiger werden. Dazu musst du deiner einseitigen Haltung entgegenwirken.

Du hast deine Rücken-Gesundheit selbst in der Hand! Auch wenn dein Arzt bei dir bereits einen Bandscheibenvorfall diagnostiziert hat, kannst du deine Schmerzen aktiv bekämpfen und dauerhaft loswerden. Mit welchen Übungen das ganz einfach geht, verraten wir dir jetzt.

Solltest du unsere Übungen bereits kennen kennen, kannst du gerne sofort loslegen. Falls die Engpassdehnungen jedoch neu für dich sind, lies dir bitte zunächst die Checkliste unten im Kapitel durch. 


Übungs-Flow für den gesamten Rücken

Um dir ein Rundum-Programm zu bieten, haben wir eine spezielle Übungsabfolge entwickelt, die du bei einem Bandscheibenvorfall oder auch zur Vorbeugung machen kannst. Deine Bandscheiben werden diesen Flow lieben! Wie die Übungsabfolge genau funktioniert, erklärt dir Roland Liebscher-Bracht im Übungs-Video auf unserer Spezialseite:

zum video mit den Übungen

Übungen für die Halswirbelsäule

Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule sind zwar seltener als im unteren Rücken, aber mindestens genauso schmerzhaft. Doch keine Sorge: Auch deine HWS kannst du direkt von muskulär-faszialen Überspannungen befreien und damit die Hauptursache deiner Beschwerden bekämpfen. Wie das geht und was du beachten musst, erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht Schritt für Schritt.

Schau dir dazu das folgende Video in Mitmachlänge an. Roland Liebscher-Bracht zeigt dir eine Faszien-Rollmassage und eine Übung in fünf Schritten, mit denen du einen Bandscheibenvorfall der HWS von zuhause aus selbst behandeln kannst. Auch zur Vorbeugung eignen sich die Übungen perfekt.

💡 Die komplette Übung zum Nachlesen und alle wichtigen Details bekommst du auf unserer Übungs-Seite zum Bandscheibenvorfall in der HWS.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl starten.

Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen.

Übe an sechs Tagen pro Woche und führe die Übung mindestens einmal täglich aus. Falls du die entspannenden Reparatur-Vorgänge in deinen Muskeln und Faszien noch besser unterstützen möchtest, kannst du die Wiederholungen auch im 12-Stunden-Rhythmus durchführen: einmal morgens, einmal abends.

Für jeden Übungsschritt solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren und mindestens 90 Sekunden in der jeweiligen Dehnung bleiben.

Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Übungen nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen. Schmerzmittel würden deine Fortschritte nur verfälschen und dir ein unrealistisches Bild deines Schmerzzustands vermitteln.

Sei geduldig — auch wenn schnelle Ergebnisse nicht selten sind. Die Überspannungen in deinem Rücken und Rumpf können sehr hoch sein, insbesondere wenn die starken Zugkräfte schon länger bestehen und die Bandscheiben bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es kann daher ein paar Tage oder wenige Wochen dauern, bis dein Gehirn neue Bewegungsprogramme speichert. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du die Folgen deines Bandscheibenvorfalls deutlich eindämmen und künftigen Beschwerden effektiv vorbeugen.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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