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Spondylose (spondylosis deformans) — Wirbelsäulen-Verschleiß mit vielen Formen

Übungen: 309.07.2026
Roland Liebscher-Bracht

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & SPIEGEL-Bestseller-Autor

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter
Mehr über den Autor

Rücken– oder Nackenschmerzen beeinträchtigen deinen Alltag und deine Freizeitaktivitäten? Eine mögliche Ursache könnte eine Spondylose sein – ein Verschleiß der Wirbelsäule, der zu den häufigsten Gründen für Krankschreibungen in Deutschland gehört. Verschlissene Rückenwirbel und Bandscheiben sorgen durchschnittlich für 7 Fehltage im Jahr und jeder 500. Erwerbstätige ist betroffen 1. Wie du mit gezielten Übungen und der richtigen Behandlung deine Beschwerden lindern kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Darstellung der Wirbelsäule

1. Das Thema kurz und kompakt

  • Spondylose ist ein Sammelbegriff für verschleißbedingte Erkrankungen der Wirbelsäule, die sowohl Bandscheiben, Wirbelkörper als auch Wirbelgelenke betreffen können.
  • Die Erkrankung kann lange symptomlos verlaufen, führt aber häufig zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
  • Mit gezielten Übungen, Bewegung und fachkundiger Behandlung lassen sich die Beschwerden meist gut lindern.
  • Der Verschleiß kann durch verschiedene Faktoren wie Übergewicht, falsche Körperhaltung oder einseitige Belastungen begünstigt werden.

2. Was ist eine Spondylose?

Dieser Verschleiß an der Wirbelsäule wird ebenso als Wirbelsäulen-Arthrose oder Spondylosis deformans bezeichnet. Er kann sowohl die Rückenwirbel als auch ihre Bindeglieder, nämlich die Bandscheiben und Bänder aller Wirbelsäulenabschnitte (Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule), betreffen.

Je nachdem, welcher Bereich der Wirbelsäule betroffen ist, spricht man von:

  • HWS-Spondylose oder zervikaler Spondylose (Halswirbelsäule)
  • BWS-Spondylose (Brustwirbelsäule)
  • LWS-Spondylose (Lendenwirbelsäule)
Vergleich zwischen einer an Spondylose erkrankten Wirbelsäule und einer gesunden Wirbelsäule

Welche Spondylose-Erkrankungen gibt es?

Spondylose kennzeichnet eine Abfolge von bestimmten degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule. Sie umfasst unter anderem die Krankheiten

  • Diskose (Chondrose),
  • Osteochondrose und
  • Spondylarthrose, die eng miteinander verkettet sind:

Diskose (auch: Chondrose oder Chondrosis intervertebralis)

Die Erkrankung beginnt häufig mit Veränderungen an der Bandscheibe. Diese verliert Wasser und damit ihre wichtige Pufferfunktion zwischen den Wirbelkörpern. Durch den Flüssigkeitsverlust wird die Bandscheibe dünner und weniger elastisch. Das kann im Krankheitsverlauf zu höheren Belastungen der ansonsten stabilisierenden Bänder, Rissen an der Bandscheibe, einer Bandscheibenprotrusion und Bandscheibenvorfällen führen. Mediziner sprechen hier von einer Chondrosis intervertebralis.

Osteochondrose

Verliert die Bandscheibe wegen der Chondrose an Höhe und Elastizität, sind die Grund- und Deckplatten verstärkten Druckkräften ausgesetzt. Ihre Flächen drohen, aneinander zu reiben. Um diesen Druck auszugleichen, reagiert der Körper und regt das Knochenwachstum an den Wirbeln an. Von wuchernden Knochenstrukturen bis hin zu richtigen Zacken können sich verschiedene dieser Osteophyten aufgrund des Verschleißes bilden. Im Rahmen einer Osteochondrose der Wirbelsäule bezeichnet man die Knochensporne als Spondylophyten.

Bandscheiben im Vergleich am Beispiel einer Wirbelsäule

Spondylarthrose (auch: Facettensyndrom)

Im weiteren Verlauf kann sich zusätzlich eine Facettenarthrose entwickeln. Nähern sich die Platten der Wirbelkörper im Zuge der Diskose an, vermindert sich der Abstand der Gelenkflächen an den Wirbelbögen. Reibung entsteht, zerstört die Strukturen und die Facettengelenke verschleißen. Oft ist bei Facettenverschleiß vom Facettensyndrom (Spondylarthrose) die Rede, weil er sich mit verschiedenen Schmerz-Symptomen bemerkbar machen kann. Auch an den Facettengelenken formt sich dann häufig neuer Knochen.

Weitere Formen der Spondylose

Neben Arthrose und Degeneration der Wirbel (Spondylosis deformans) kennt die WHO Spondylose-Formen mit Rückenmarks- und Nerven-Schädigungen, die von einer deformierten Wirbelsäule herrühren 3:

  • Myelopathie: Diese Art von Rückenmarks-Schädigung entsteht durch Druck (Kompression) auf den Spinalkanal. Die Durchblutung ist gestört und die Nervenzellen des Rückenmarks können dadurch mit Nährstoffen und Sauerstoff unterversorgt bleiben und absterben. Besonders häufig kommt eine spondylotische Myelopathie an der Halswirbelsäule vor. Typisch für eine zervikale Myelopathie sind daher Nackenschmerzen.
  • Radikulopathie (Wurzelsyndrom): Bei dieser Spondylose-Art sind die Nervenwurzeln durch die formveränderte Wirbelsäule geschädigt.
  • Spondylosis hyperostotica (Morbus Forestier-Ott): Weiterhin bekannt ist eine Spondylose-Form, die auf Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und Beeinträchtigungen des Fettstoffwechsels zurückzuführen ist.

Zusammengefasst:

© Suttha Burawonk | shutterstock.com

Eine degenerierte Bandscheibe kann eine lange Kette an Wirbelsäulenerkrankungen nach sich ziehen: Im Krankheitsverlauf können Wirbel-Abnutzungen und Verdickungen der Bänder weitere Folgen haben:

  • Wirbel-Instabilitäten (Wirbelgleiten)
  • Bandscheibenvorfälle
  • Bandscheibenvorwölbungen
  • Versteifung sowie Fehlstellung der gesamten Wirbelsäule
    Schädigung des Rückenmarks
  • Reizungen der Nerven
  • Spinalkanalstenose

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3. Welche Ursachen hat eine Spondylose?

Du weißt bereits: Spondylose ist eine degenerative Krankheit des Rückens, die ihren Ursprung in der Abnutzung der Bandscheibe hat. Ursachen für diese Degeneration lassen sich einteilen in:

  • Mechanische Faktoren: Fehlhaltungen wie Hohlkreuz und Skoliose, Fehlbelastungen des Rückens wie zum Beispiel bei einer Arbeit, die wiederholte oder belastende Bewegungen erfordert 4.
  • Traumatische Faktoren: Verletzungen an der Wirbelsäule.
  • Ernährungsbedingte Faktoren: Rauchen, Alkohol und ein hoher Zuckerkonsum gelten als Risikofaktoren.
  • Genetische Faktoren.
  • Natürliche Alterungsprozesse.

Alterungsprozess: Wasserverlust in der Bandscheibe

© Photographee.eu | shutterstock.com

Der Verschleiß von Bandscheiben tritt häufiger bei älteren Personen auf. Oft verliert die Bandscheibe im Laufe des Lebens ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, sodass es zu Verschleißerscheinungen kommen kann 5. Als gefährdet gelten Menschen bereits ab dem 40. Lebensjahr. Bei vielen von ihnen lässt sich bereits eine Bandscheibenprotrusion feststellen 6.

Häufig noch ohne entsprechende Symptomatik, stellen Ärztinnen und Ärzte 20 Jahre später Diagnosen wie Spondylarthrose 7. Und eine Studie bestätigt: Die Wirbelsäulen von über 80 % der teilnehmenden Männer und 70 % der Frauen ab einem Alter von 60 Jahren wiesen knöcherne Veränderungen in Form von Spornen, Zacken und dergleichen (Osteophyten) auf 8.

Bewegung und muskulär-fasziale Spannungen

Mittlerweile weiß man, dass Bewegung bei Erkrankungen der Bandscheiben positive Effekte in Bezug auf Schmerzen hat 9. Expertinnen und Experten raten daher von einer längerfristigen Schonung ab 10.

Bewegung ist wichtig, um unsere Bandscheiben mit Nährstoffen zu versorgen. Bandscheiben sind nicht durchblutet und ernähren sich daher per Diffusion 11. Wenn wir uns zu wenig und unausgewogen bewegen, kann es unseren Bandscheiben an Nährstoffen mangeln, die sie zur Regeneration brauchen.

Andersherum kann Bewegungsmangel dazu führen, dass wir unsere Rückenwirbel und die dazwischenliegenden Bandscheiben durch muskulär-fasziale Spannungen unausgewogen belasten. Denn das Gewebe verliert an Elastizität, wenn wir beispielsweise lange Sitzen.

Schmerzen könnten auch eine muskulär-fasziale Ursache haben

Obwohl eine Spondylose häufig symptomlos verläuft, klagen Patientinnen und Patienten oft auch über Rückenschmerzen.

  • Unsere Bandscheiben und der Gelenk-Knorpel selbst haben keine Schmerzrezeptoren. Die Abnutzung selbst ist also nicht spürbar – nur Prozesse, die damit einhergehen, wie Entzündungen und Osteophytenbildung.
  • In eher seltenen Fällen führen die Schädigungen selbst zum Schmerz: wenn zum Beispiel Wirbel eingebrochen, Wirbelkörper oder Stücke in den Wirbelkanal eingedrungen sind.
  • In den meisten Fällen sind Rückenschmerzen unspezifisch: Das heißt, ihre Ursache kann nicht genau bestimmt werden. Oft sind Muskeln und Faszien für diese Art der Schmerzen verantwortlich, selbst, wenn die Wirbelsäule Schädigungen aufweist. Und diese Schmerzen kannst du häufig mit Bewegung, Wärme und einem gesunden Lebensstil lindern 12.

4. Symptome bei Spondylose

Verschleiß an der Wirbelsäule ruft nicht bei allen Betroffenen direkt Beschwerden hervor. Häufig bleiben spondylotische Erkrankungen nämlich unentdeckt und werden erst durch nähere Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren (Röntgen, Magnetresonanztomografie) diagnostiziert. Auf den Bildern sind dann die abgeflachten Bandscheibenräume und Osteophyten-Bildungen deutlich zu sehen.

Osteophyten

Spondylose ist ein teils abbauender, teils reaktiv-produktiver Prozess an der Wirbelsäule. Die Verschleißerscheinungen wie zerstörte Strukturen und den zunehmenden Druck auf die Wirbel versucht der Körper, mit Knochen-Neubildungen für mehr Stabilität zu kompensieren.

Dazu können Osteophyten verschiedene Formen annehmen, die auf Röntgenbildern sehr gut zu sehen sind. Es gibt sie als Randzacken, Knochensporne, Höcker, Spangen und flächenhafte Verdichtungen sowie Wucherungen. Je nach Wuchs und Krankheit haben die Osteophyten andere Bezeichnungen. Bei degenerativen Erkrankungen der Wirbel heißen sie in der Fachsprache Spondylophyten, bei Wirbelsäulen-Veränderungen durch Entzündungen auch Syndesmophyten.

Einen eigenen Krankheitswert weisen sie allerdings nicht auf und sie sind im frühen Stadium auch nicht schmerzhaft 13. Erst wenn sie beginnen, größer zu werden, an benachbarte Wirbel zu gelangen und sich zu verbinden, kann es zu Beschwerden kommen. Zusätzlich können Osteophyten durch Wachstum den Spinalkanal einengen: Eine Spinalkanalstenose entsteht. Dort können die Osteophyten auf das Rückenmark treffen. Symptome wie neurologische Missempfindungen (unter anderem Kälte, Kribbeln, Brennen) und Gefühlsstörungen bis zu den Extremitäten entstehen.

Allgemeine Symptomatik

Auch wenn der Verschleiß oft lange symptomlos verläuft 14, können verschiedene Beschwerden auftreten. Diese Anzeichen unterscheiden sich nach Art der Spondylose (Spondylarthrose, Osteochondrose, Spinalkanalstenose). Allgemeine Symptome an der gesamten Wirbelsäule sind unter anderem:

  • unspezifische, lokale Rückenschmerzen,
  • Bewegungseinschränkungen über Steifheit bis hin zu Lähmungen sowie
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln und ausstrahlende Schmerzen bei Druck auf die Nerven (Kompression).

Im Falle einer Myelopathie (Schädigungen des Rückenmarks) können ebenso Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen auftreten. Das liegt daran, dass sich vom Rückenmark zwischen den Wirbeln die Spinalnerven im ganzen Körper verzweigen. Neurologische Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit kommen aus herkömmlicher Sicht im Bereich beschädigter Nervenwurzeln bei einer Radikulopathie (Wurzelsyndrom) vor. Auch Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen können dann auftreten.

Symptome nach Wirbelsäulenabschnitt

Je nachdem, welcher Abschnitt der Wirbelsäule betroffen ist, können auch andere Symptome zu den allgemeinen hinzukommen. Eine vergleichsweise spezifische Symptomatik zeigt das Auftreten der Spondylose an der Halswirbelsäule 15:

Symptome an der Halswirbelsäule (HWS, zervikale Spondylose)

  • unspezifische Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Atemnnot
  • Schluckbeschwerden im Hals
  • ausstrahlende Schmerzen (Hinterkopf, zwischen den Schulterblättern, obere Gliedmaßen)
    Schwindel
  • bei Myelopathie: eingeschränkte Feinmotorik der Hände, Gangstörungen, Blasen- und Potenzstörung, Schmerzen von der HWS über die Schulter in den Arm, Spastiken (unwillkürliche Bewegungen) in den Beinen, Zunahme von muskulären Eigenreflexen der Arme
  • bei Radikulopathie: weniger Schwächegefühle als sensorische Symptome wie Überempfindlichkeit der Haut bei Berührung, stechende Schmerzen und Taubheitsgefühle

Symptome an der Brustwirbelsäule

  • Schmerzen und Steifheit im mittleren Rückenbereich
  • Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schmerzen in der Brust, den Rippen sowie im Bauch
  • schmerzhafte Muskelkrämpfe
  • bei Myelopathie: Gleichgewichtsstörungen, Schweregefühl an den Extremitäten, Darm- oder Blaseninkontinenz, Schwierigkeiten der Feinmotorik

Symptome an der Lendenwirbelsäule (lumbale Spondylose)

  • Schmerzen im unteren Rücken-Abschnitt (LWS-Schmerzen)
  • Schwächegefühl in den Beinen
  • schmerzhafte Muskelkrämpfe

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5. Behandlungsmöglichkeiten von Spondylose

Weil degenerative Wirbelsäulen-Krankheiten oft als natürliche, altersbedingte Veränderungen betrachtet werden, gelten sie teilweise als unaufhaltsam. Deshalb steht bei der konventionellen Behandlung die Linderung bestehender Symptome im Vordergrund, um eine Besserung der Lebensqualität zu erreichen. Je nach Wirbelsäulen-Abschnitt und nach Verlauf der Erkrankung kommen folgende Behandlungen infrage:

  • Schmerzmittel
  • Akkupunktur
  • Entspannungsmaßnahmen
  • Verhaltenstherapie
  • Bewegungstherapie
  • Physiotherapie
  • Durchblutungsfördernde Maßnahmen: Wärme, Ultraschall, Massagen
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Schmerzmittel

Betroffene können sich bei Schmerzen u. a. mit folgenden Schmerzmitteln helfen:

  • Muskelrelaxantien, um Krämpfe zu reduzieren,
  • nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) gegen Entzündungen,
  • Analgetika wie Paracetamol und Opioide sowie
  • Steroide bei extremen Schmerzen.

Hinweis: Diese zum Teil sehr starken Medikamente verschaffen für kurze Zeit Linderung. Bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum steigt aber das Risiko für Nebenwirkungen 16.

Manual-Therapien

In der Krankengymnastik, der Physiotherapie sowie bei physikalischen Therapien mit Wärme-Anwendungen begleiten Therapeuten ihre Patienten bei stabilisierenden sowie muskelentspannenden Einheiten. Zum einen sollen die schwache Muskulatur wieder aufgebaut, zum anderen, verspannte Muskeln entspannt und mobilisiert werden. Auch Fehlhaltungen kann entgegengewirkt werden.

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Operationen

In besonders akuten Fällen und wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind, kommen Operationen an der Wirbelsäule in Betracht:

  • Diskektomie: Bei einer Diskektomie entfernt der Arzt oder die Ärztin Teile der ausgetretenen Bandscheibe.
  • Dekompression: Bei diesen Eingriffen geht es darum, die Nervenwurzeln und/oder das Rückenmark vom Druck zu befreien. Dazu kann die Chirurgin oder der Chirurg den Wirbelkanal erweitern und die Spondylophyten an den Wirbeln abtragen.
  • Implantate: Diese Option kommt nur in Frage, wenn der Verschleiß noch nicht fortgeschritten ist und keine Knochen-Neubildungen vorliegen. Andernfalls degeneriert das betroffene Segment oder versteift sich weiter. Auch bei vorliegender Myelopathie ist dieser Eingriff laut Forschung kritisch zu bewerten 17.
  • Wirbelsäulen-Versteifung (Fusion): Liegt eine Instabilität der Wirbel vor (Gleitwirbel), ist die Spondylose fortgeschritten und gibt es Anzeichen einer Myelopathie, besteht eine weitere operative Möglichkeit darin, die Wirbelsäule zu versteifen 18.

Inwiefern Operationen zur Dekompressionen und Versteifungen tatsächlich langfristig helfen, ist unklar. Noch fehlen eindeutige wissenschaftliche Belege 19). Viel eher scheinen manuelle Bewegungs-Therapien mit Dehnübungen oder Wirbelsäulenmanipulationen, bei denen mit Impulsen Muskelverspannungen gelöst werden sollen, wirksamer zu sein. Schau dir daher auch unsere Liebscher & Bracht Übungen® im nächsten Kapitel an.

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6. Übungen bei Spondylose

Kläre zunächst mit deiner Ärztin oder mit deinem Arzt, ob unsere Übungen für dich geeignet sind! In unserem Video zeigen wir dir

  • 3 unserer besten Dehnübungen für verspannte Muskeln und unelastische Faszien sowie
  • 2 Faszien-Rollmassagen für deine ganze Wirbelsäule.

Mit den Selbst-Massagen schiebst du zusätzlich deine Zwischenzellflüssigkeit an und erleichterst es deinem Knorpel, frische Nährstoffe aufzunehmen. In unserem kostenfreien Ratgeber gegen Spondylose zeigen wir dir zusätzlich Übungen und Faszientrainings speziell für einzelne Wirbelsäulenabschnitte. Außerdem bekommst du darin eine Light-Osteopressur, mit der du deine Spannungen im unteren Rücken über einen ganz bestimmten Punkt am Knochen selbstständig herunterfahren kannst.

YouTube Video d64R6U3ETW8

Schriftliche Anleitung zu den Spondylose-Dehnübungen

Sanfte Dehnung des Hüftbeugers

  • Komme in eine Rückenlage auf deine Übungsmatte.
  • Stelle die Füße vor dem Becken auf und drücke deinen unteren Rücken fest gegen die Matte. Dafür kannst du den Bauchnabel nach innen ziehen. 
  • Wandere mit den Füßen nach vorne, von deinem Becken weg, aber lasse den unteren Rücken am Boden. Vielleich musst du jetzt den Bauch anspannen.
  • Wandere noch weiter und versuche den Rücken stets gegen den Boden gedrückt zu halten. Wenn es nicht mehr weiter geht kannst du noch etwa eine Minute halten.
  • Zusätzlich kannst du mit beiden Händen deinen Hinterkopf greifen und auch versuchen, deinen Nacken am Boden abzulegen. Dafür machst du am besten ein Doppelkinn.

Fortgeschrittene Dehnung des Hüftbeugers

  • Stelle dich vor eine Wand und lege die Hände an der Wand ab.
  • Ziehe den Bauchnabel fest nach innen und schiebe dein Becken nach vorne zur Wand.
  • Gleichzeitig ziehst du deinen Oberkörper in die Länge und lehnst dich mit den Schultern weiter nach hinten. So formt dein Körper einen großen und langen Bogen. 
  • Halte die Position für 2 Minuten und falle währenddessen nicht ins Hohlkreuz.

Einen ähnlichen Effekt kannst du auch mit unserem Rückenretter bewirken. Kläre aber vorher ärztlich ab, ob die Übung mit dem Hilfsmittel für dich geeignet ist.

Der Rückenretter: einfach drauflegen und genießen

Der Rückenretter: einfach drauflegen und genießen

Beim Üben mit dem Rückenretter bekämpfst du hohe muskulär-fasziale Spannungen in der Körpervorderseite. So setzt du an einer der häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen an und kannst die Beschwerden reduzieren. Ohne Anstrengung und mit nur 2 Minuten täglich.

Mehr Infos zum Rückenretter

Checkliste für die Liebscher & Bracht Übungen®

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

  • Übe immer in der richtigen Intensität und im Zweifelsfall lieber mit etwas geringerer Intensität. Du spürst dabei einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen. Der Dehnungsschmerz ist deutlich, fühlt sich aber nicht brennend, pulsierend oder scharf an.
  • Bewege dich bei den Übungen so, dass du deinen Körper zu jedem Zeitpunkt beobachten und einschätzen kannst. Sei beispielsweise sehr achtsam, wenn du abrutschen oder das Gleichgewicht verlieren könntest. Bewege dich bei Liebscher & Bracht Übungen® grundsätzlich sehr langsam.
  • Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Liebscher & Bracht Übungen® nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen.
  • Führe an 6 Tagen pro Woche die Übung mindestens einmal täglich aus. Für jeden Übungsschritt solltest du 2 bis 2,5 Minuten investieren. Bist du schon geübter, baue nach und nach auch das Gegenspannen und das aktive Dehnen ein. So kannst du die Liebscher & Bracht Übungen® deutlich intensivieren.
  • Benutze professionelle Hilfsmittel für deine Liebscher & Bracht Übungen®. Unsere Hilfsmittel wie Rücken-, Kiefer-, Schulter-, Knie-, Nacken- oder ISG-Ischias-Retter unterstützen Menschen dabei, die Liebscher & Bracht Übungen® noch einfacher durchzuführen und sich damit noch besser selbstständig bei Schmerzen helfen zu können. Andere Hilfsmittel eignen sich zwar auch, erzielen möglicherweise aber nicht den Erfolg, den du dir wünschst.
  • Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser geht, pausiere aber bitte für einen oder zwei Tage und steigere dich erneut langsam. Sollten die Übungen über mehrere Wochen hinweg keine Besserung erbringen, suche einen Liebscher & Bracht Therapeuten auf oder hole dir ärztlichen Rat.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

7. Häufige Fragen zum Thema Spondylose

Was ist eine Spondylose bzw. Wirbelgelenksarthrose?
Eine Spondylose ist ein verschleißbedingter Prozess an der Wirbelsäule, der Bandscheiben, Wirbelkörper und Wirbelgelenke betreffen kann. Der Verschleiß kann zu Veränderungen wie Knochenanbauten (Spondylophyten) und Verengungen führen.
Was bedeuten Osteochondrose und Spondylose?
Die Osteochondrose betrifft hauptsächlich die Bandscheiben und die angrenzenden Wirbelkörper-Endplatten. Sie ist oft der erste Schritt zur Entwicklung einer Spondylose, bei der es dann zu weiteren Veränderungen wie Knochenanbauten kommt. Beide Begriffe werden manchmal – fälschlicherweise – synonym verwendet.
Spondylose stoppen: Was hilft bei Spondylose?
Da degenerative Veränderungen der Wirbelsäule als natürlicher Alterungsprozess gelten, konzentriert sich die Behandlung hauptsächlich darauf, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Je nach betroffenem Wirbelsäulenbereich und individueller Situation kommen verschiedene Therapieansätze in Frage:
Therapie bei Spondylose: Welche Möglichkeiten habe ich?
Die Behandlung erfolgt meist in mehreren Stufen: konservative Therapie mit Bewegung, gezielten Übungen und ggf. Schmerzmedikamenten, manual-Therapien für den Bewegungsapparat mit Wärmeanwendungen, in schweren Fällen mit neurologischen Ausfällen können auch Operationen in Frage kommen
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Suche unbedingt einen Arzt auf bei: anhaltenden oder sich verschlimmernden Rückenschmerzen, Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in Armen oder Beinen, Lähmungserscheinungen, starken Einschränkungen im Alltag
Kann ich einer Spondylose vorbeugen?
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich, da die Wirbelsäule natürlich altert. Du kannst aber das Fortschreiten verlangsamen mit folgenden Tipps: bewege dich regelmäßig, versuche ein gesundes Körpergewicht zu halten und dich gesund zu ernähren, achte auf eine rückengerechte Haltung, mache Ausgleichsübungen bei einseitiger Belastung, vermeide Überbelastungen
Was versteht man unter multisegmentale Spondylose?
Eine multisegmentale Spondylose bezeichnet einen Verschleiß der Wirbelsäule, der gleichzeitig mehrere Wirbelsäulenabschnitte (Segmente) betrifft und nicht nur auf einen einzelnen Bereich begrenzt ist.

Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & SPIEGEL-Bestseller-Autor

Mehr über den Autor
Dr. med. Egbert Ritter

Medizinische Prüfung:

Dr. med. Egbert Ritter

Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

Mehr über den Prüfer

Veröffentlicht am: 04.03.2024 | Letzte Aktualisierung: 09.07.2026

Quellen & Studien

  1. 1 Vgl. DAK: Gesundheitsreport 2018. https://www.dak.de/dak/download/gesundheitsreport-2018-pdf-2073702.pdf
  2. 2 Vgl. Amboss – Fachwissen für Mediziner: Bandscheibenprolaps. https://www.amboss.com/de/wissen/Bandscheibenprolaps#xid=ji0_rf&anker=Z786284b9668663c229d44ae99c93bc53
  3. 3 Vgl. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): ICD-10-WHO Version 2019. https://www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/icd/icd-10-who/kode-suche/htmlamtl2019/block-m45-m49.htm
  4. 4 Vgl. Fujiwara A./Tamai K./Yamato M. u. a.: The relationship between facet joint osteoarthritis and disc degeneration of the lumbarspine. An MRI study. In: European Spine Journal 8 (1999). S. 396–401
  5. 5 Roughley PJ. Biology of intervertebral disc aging and degeneration: involvement of the extracellular matrix. Spine. 2004;29(23):2691–2699
  6. 6 Vgl. Pennekamp, W.: Degenerative Veränderungen der Wirbesäule. Rationale Bildgebung. In: Internist 54 (2013). S. 818–826.

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