1. Definition: Was ist ein Triggerpunkt?

In den Muskelsträngen eines grafisch dargestellten Körpers sind Druckpunkte/Triggerpunkte markiert

© Naeblys | shutterstock.com

TRIGGERPUNKTE ERFOLGREICH BEHANDELN

So funktioniert die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht

Roland Liebscher-Bracht und eine Patientin sitzen nach einer erfolgreichen Behandlung nebeneinander. Sie zeigen beide einen Daumen-hoch
Mehr erfahren

1.1 Definition und Arten von Triggerpunkten


Triggerpunkte (in der Fachliteratur zumeist mit „trp” abgekürzt) sind druckempfindliche Verhärtungen im Gewebe, die Schmerzen auslösen. Je nach Gewebeart spricht man von verschiedenen Triggerpunkt-Formen:

  • Triggerpunkte im Muskelgewebe (myofaszialer Triggerpunkt),
  • Triggerpunkte in den Sehnen (tendinöser Triggerpunkt),
  • Triggerpunkte in den Bändern (ligamentärer Triggerpunkt),
  • Triggerpunkte in der Knochenhaut (periostaler Triggerpunkt),
  • Triggerpunkte im Unterhautbindegewebe (subkutaner Triggerpunkt).

Diese Seite behandelt Triggerpunkte in der Muskulatur – und damit die Form, die am häufigsten auftritt und am besten erforscht ist. 1) 

Myofasziale (myo = Muskel) Triggerpunkte sind verhärtete Areale innerhalb eines Muskelfaserbündels und werden auch Myogelose genannt. Sie verursachen Schmerzen, die häufig in ganz anderen Körperregionen auftreten als der Triggerpunkt selbst (sogenannte „Schmerzübertragung”). Das Auslösen dieser übertragenen Schmerzen wird als „Triggern” bezeichnet, der Auslöser selbst als Trigger.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht
Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

Mehr über Roland Liebscher-Bracht
Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

Bestseller Autor & Schmerzspezialist

Mehr

Der Muskelaufbau

Myofasziale Triggerpunkte können in jedem der 500 Muskeln des Körpers auftreten und Schmerzen verursachen.2) Um ihre Entstehung und Lokalisierung besser verstehen zu können, betrachten wir uns hier den Aufbau eines menschlichen Skelettmuskels genauer:

  • Jeder Muskel besteht aus Muskelfasern (auch Muskelzellen), die durch Faszien zu Bündeln — den Muskelfaserbündeln –, vereint und über Sehnen an den Knochen befestigt sind.
  • Im Inneren der Muskelzellen befinden sich Myofibrillen, die mitunter mehrere Zentimeter lang sind und dafür sorgen, dass eine Muskelzelle in der Lage ist, sich zusammenzuziehen.
  • Myofibrillen sind wiederum eine Aneinanderreihung von Sarkomeren. Diese Proteinverbindungen bestehen hauptsächlich aus Myofilamenten, den Proteinen Myosin und Aktin, und bilden die kleinste Funktionseinheit des Muskels.
Zeichnerische Darstellung des Aufbaus von Muskeln mit Muskelfaserbündel. Muskelfasern, Myofibrillen und Sarkomeren

1.2 Triggerpunkte sind dauerhafte Verkürzungen

Bei einem Triggerpunkt liegt eine dauerhafte Verkürzung der Sarkomere innerhalb eines Bündels von Muskelfasern vor. Anders als bei einem Krampf kommt es hier also nicht zu einer plötzlichen Kontraktur, die sich kurze Zeit später wieder löst.

Die Verkürzung ist als Verhärtung des Muskelstrangs durch Palpation (Ertasten) spürbar und wird „Hartspannstrang” oder „taut band” genannt. Der Betroffene kann diesen Kontraktionspunkt manchmal auch als „Knubbel” fühlen, der besonders bei chronischen Fällen, von Bindegewebe umhüllt, bis zu einem Zentimeter breit werden kann.

Folgt man bei der Palpation dem Hartspannstrang, können knötchenartigen Verdichtungen im Faserbündel ertastet werden. Darin liegt eine Zone mit maximaler Schmerzhaftigkeit, die den eigentlichen Triggerpunkt bildet.

Taut Band, Hartspannstrang, Triggerpunkt

Durch die dauerhafte Kontraktur ist die Dehnung des betroffenen Muskels stark eingeschränkt. Deshalb kommt es bei Triggerpunkten oft auch zu Bewegungseinschränkungen.3)

1.3 Typen myofaszialer Triggerpunkte


Grundsätzlich werden zwei Arten myofaszialer Triggerpunkte unterschieden:

Aktive myofasziale Triggerpunkte:

  • verursachen spontane Schmerzen (bei Bewegung und in Ruhe) sowie
  • übertragene Schmerzen bei Stimulation/Triggern (Druck oder Zug).
  • Über aktive Punkte kann der Schmerz reproduziert werden: Patient empfindet bei Stimulation/Triggern des Triggerpunktes seine typischen Beschwerden.

Die Summe aller aktiven Triggerpunkte wird auch als myofasziales Schmerzsyndrom“ bezeichnet.4)

Latente myofasziale Triggerpunkte:

  • sind überempfindliche Stellen im Gewebe,
  • verursachen keine spontanen Schmerzen bei Bewegung und Ruhe, sondern
  • Schmerzen nur bei Stimulation (Reizung, Druck).
  • Über latente Punkte kann der Schmerz nicht reproduziert werden: Der bei der Stimulation/durch den Trigger ausgelöste Schmerz ist dem Patient unbekannt.

Die Diagnosekriterien für latente und aktive myofasziale Triggerpunkte können identisch sein. Allerdings bleiben latente Triggerpunkte oft nahezu unbemerkt, da sie keine Schmerzen erzeugen, wenn sie nicht direkt stimuliert werden. Viele Menschen haben sie und leben völlig problemlos damit.5)

Ein Ansatz der Triggerpunkttherapie besteht darin, aktive Triggerpunkte zu deaktivieren. Im Zuge der Behandlung werden sie zunächst zu latenten Triggerpunkten und können anschließend wieder zu gesundem Gewebe transformieren. Dies soll über sogenannte „Deaktivierungsmechanismen” wie Schonung und körpereigene Regenerationsprozesse gelingen. 

Im umgekehrten Fall können latente Triggerpunkte allerdings auch aktiviert werden, wenn die Entstehungsmechanismen (Belastung, Zerrung, Überbeanspruchung) oder andere Faktoren (Kälte, Nässe, Durchzug, Stress) weiter auf sie einwirken (sogenannte „Aktivierungsmechanismen”).6)

Sie möchten sich oder Ihren Patienten langfristig ein schmerzfreies Leben ermöglichen?

Ja, ich möchte mich kostenfrei informieren:

[[[["field21","equal_to","Patient"]],[["redirect_to",null,"https:\/\/www.liebscher-bracht.com\/aus-und-fortbildung\/patient-danke\/"]],"and"]]
1

Hier findest du unsere Datenschutzerklärung.

keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right

Das solltest du über Liebscher & Bracht wissen:

So funktioniert Liebscher & Bracht -- Schritt für Schritt

Hier bekommst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wenn du noch gar nicht weißt, wie die Schmerzbehandlung nach Liebscher & Bracht funktioniert und was du tun sollst.

Anleitung ansehen

Die besten Übungen gegen deine Schmerzen

In unserem großen Schmerzlexikon findest du zu jedem Schmerz eine ausführliche Erklärung, wie er entsteht und welche Übungen am besten dagegen helfen.

Zum Schmerzlexikon

Unsere Übungen: Wie oft und wie lange?

Wie oft und wie lange solltest du unsere Übungen machen, damit du deine Schmerzen möglichst effektiv in den Griff bekommst?

jetzt lesen

Warum richtige Bewegung Schmerzen heilt

Unsere Übungen bewirken, dass sich dein Körper auch in den wenig genutzten Gelenkwinkeln bewegt. Doch warum hilft das?

jetzt lesen

Warum machen wir das? Unsere Vision!

Warum stellen wir dir und anderen Schmerz-Leidenden all das Wissen und die Video-Übungen kostenlos zur Verfügung?

jetzt lesen

Darum sind diese Faszienrollen so effektiv

Es gibt viele Anbieter für Faszienrollen, aber unsere wurden speziell gegen Schmerzen entwickelt.

jetzt lesen

Drei Fehler beim Faszienrollen

Diese Fehler werden bei der Faszien-Rollmassage häufig gemacht. Vermeide sie unbedingt, wenn du Erfolg haben willst.

jetzt lesen

Faszienrollen: Wie oft? In welche Richtung?

Wie oft solltest du eine Faszien-Rollmassage machen und in welche Richtung solltest du dabei rollen?

jetzt lesen

Quellen & Studien   [ + ]