Triggerpunkte — Wenn der Schmerz wandert

Was sind Triggerpunkte und wie wirksam ist eine Triggerpunktmassage?

Triggerpunkte gelten als eine der häufigsten Ursachen für chronische Bewegungsschmerzen. Und dennoch hat die Forschung den tastbaren Muskelverhärtungen lange nur wenig Beachtung geschenkt. Denn die Kontroverse um Entstehung, Behandlung und sogar Existenz von Triggerpunkten ist groß. Hier erfährst du alles über die herkömmlichen Erklärungsmodelle, Therapieansätze und mit welcher Methode wir seit Jahrzehnten erfolgreich Beschwerden behandeln, die mit Triggerpunkten in Verbindung gebracht werden.


In den Muskelsträngen eines grafisch dargestellten Körpers sind Druckpunkte/Triggerpunkte markiert

© Naeblys | shutterstock.com

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1. Definition: Was ist ein Triggerpunkt?


Etwas Wichtiges vorweg: Diese Seite behandelt die häufigste Form der Triggerpunkte, sogenannte myofasziale Triggerpunkte. Wie der Name (myo = Muskel) schon andeutet, treten diese im Muskelgewebe auf. Darüber hinaus gibt es aber auch Triggerpunkte in anderen Geweben wie den Sehnen, Bändern, der Knochenhaut oder im Unterhautbindegewebe.

Vereinfacht gesagt, sind myofasziale Triggerpunkte schmerzhafte Verhärtungen in der Skelettmuskulatur — also den Muskeln, die für die Körperbewegung zuständig sind.

Die Verhärtungen sitzen in einem Bündel angespannter Muskelfasern, das als „Hartspannstrang” oder „taut band” bezeichnet wird. Therapeuten können den Triggerpunkt (Kontraktionspunkt) als Knoten oder Knubbel ertasten.

Übt man Druck darauf aus, erzeugt das Schmerzen, die in einer Zone maximaler Schmerzhaftigkeit je nach Druckstärke und Art des Triggerpunktes so stark sein können, dass der Betroffene regelrecht zusammenzuckt (sogenannte lokale Zuckungsantwort).

Taut Band, Hartspannstrang, Triggerpunkt

In der Medizin unterscheidet man übrigens zwei Arten von Triggerpunkten:

  • aktive Triggerpunkte: verursachen auch bei Ruhe und Bewegung spontane Schmerzen,
  • latente Triggerpunkte: Schmerzen nur bei Berührung und Druck.

Hilfreich zum Verständnis: Der Muskelaufbau

Um die Entstehung und Lokalisierung von myofaszialen Triggerpunkten besser nachvollziehen zu können, ist es hilfreich, sich den Aufbau eines menschlichen Skelettmuskels vor Augen zu führen.

Jeder Muskel besteht aus einer Vielzahl von Zellen, den sogenannten Muskelfasern, die durch Bindegewebe zu Muskelfaserbündeln vereint und über Sehnen an den Knochen befestigt sind.

Im Inneren der Muskelzellen befinden sich Myofibrillen, die mitunter mehrere Zentimeter lang sind und aus einer Aneinanderreihung von Sarkomeren, der kleinsten kontraktilen Muskeleinheit, bestehen. Sarkomere wiederum bestehen aus Myofilamenten, die aus den Strukturproteinen Aktin (Verankerungungsprotein) und Myosin (Regulatorprotein) zusammengesetzt sind. Diese sind wesentlich an der Muskelkontraktion beteiligt.

Zeichnerische Darstellung des Aufbaus von Muskeln mit Muskelfaserbündel. Muskelfasern, Myofibrillen und Sarkomeren

© Blamb | shutterstock.com (bearbeitet)

Bei Triggerpunkten handelt es sich um dauerhaft kontrahierte, also verkürzte Sarkomere innerhalb eines Muskelfaserbündels. Diese können als Knubbel ertastet werden.

Roland Liebscher - Bracht lächelt in die Kamera. Es ist nur sein Kopf zu sehen und ein runder Kreis ist um ihn herum gezogen.

Roland Liebscher-Bracht

SPIEGEL-Bestseller Autor von “Deutschland hat Rücken” & Schmerzspezialist

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2. Besonderheit von Triggerpunkten: Die Schmerzübertragung


Triggerpunkte können für eine Vielzahl verschiedener Ruhe- und Bewegungsschmerzen verantwortlich sein, darunter Kopf- und Schulterschmerzen, Tennisellenbogen oder Rückenschmerzen. 

Das Besondere dabei ist, dass die erzeugten Schmerzen oft in Körperregionen auftreten, die vom eigentlichen Triggerpunkt weit entfernt liegen. So können Spannungskopfschmerzen unter anderem durch Triggerpunkte im Trapezmuskel, also im Nacken- und Schulterbereich, verursacht werden. Dieses Phänomen nennt man „Schmerzübertragung”. 

Beschreibt der Betroffene seinen Schmerzzustand, können Therapeuten den auslösenden Triggerpunkt oft unter Zuhilfenahme typischer Übertragungsmuster lokalisieren. Verspürt der Patient seine gewohnten Beschwerden, sobald Druck auf die vermutete Stelle ausgeübt wird, gilt das als sicheres Zeichen für das Vorliegen eines myofaszialen Triggerpunktes.

Wie kommt es zur Schmerzübertragung?

Bei der Entstehung von Übertragungsschmerzen scheint das zentrale Nervensystem eine Rolle zu spielen: Vom Triggerpunkt geht ein Erregungsstrom aus, der durch das Rückenmark auch Nervenzellen reizen kann, die außerhalb der Körperregion des Triggerpunktes liegen. Auf diese Weise kommt es zu einem subjektiven Schmerzempfinden in anderen Muskeln, Sehnen oder Gelenken.1)

3. Symptome: Wie machen sich Triggerpunkte bemerkbar?


Myofasziale Triggerpunkte lösen spezifische Symptome aus. Unter anderem sind dies:

  • Schmerzen,
  • Muskelschwäche ohne feststellbaren Gewebeschwund,
  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit,
  • unkontrollierte Bewegungen (sogenannte „autonome vegetative Reaktionen”).

Betroffene haben üblicherweise Schwierigkeiten, ihre Schmerzen zu lokalisieren, was der oben angesprochenen Schmerzübertragung geschuldet ist: Die Schmerzen können nicht nur am oder im Triggerpunkt direkt auftreten, sondern auch in benachbarten Muskeln, Sehnen oder Gelenken zu spüren sein.

Durch die oft irreführende Schmerzübertragung werden Triggerpunkte als mögliche Auslöser von Schmerzen häufig übersehen. Viele Patienten leben daher manchmal lange Zeit ratlos mit ihren Beschwerden, die irgendwann chronifizieren und aus herkömmlicher Sicht immer schwerer zu therapieren sind.2)

4. Diagnose: Wie stellt man Triggerpunkte fest?


Die Diagnose von Triggerpunkten erfolgt im Wesentlichen durch ärztliche Befragung (Anamnese) und die manuelle Untersuchung durch Tasten (Palpation). Weder gängige Laboruntersuchungen noch bildgebende Verfahren liefern Befunde zum Vorliegen von Triggerpunkten. Dieser Umstand macht die Diagnose schwierig und hat in der Forschung sogar dazu geführt, die objektive Existenz von Triggerpunkten anzuzweifeln.3) 

Diagnosekriterien im Überblick

  • ausgeprägter Druck in einem Hartspannstrang eines Skelettmuskels
  • werden einzelne Muskelfasern stimuliert, folgt eine lokale Zuckungsantwort
  • Schmerzübertragung beim Ausüben von Druck oder anderweitiger Stimulation
  • ausgeübter Druck reproduziert vorübergehend die Beschwerden des Patienten
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Muskelschwäche ohne Atrophie (Gewebeschwund)
  • autonome Phänomene (zum Beispiel niedrige Hauttemperatur, exzessives Schwitzen nach Behandlungen, Gänsehaut)

5. Ursache: Wie und warum entstehen Triggerpunkte?


Bei myofaszialen Triggerpunkten liegt eine dauerhafte Verkürzung (Kontraktur) von Sarkomeren vor. Es handelt sich also um keine Verkrampfung, denn das wäre eine plötzliche Verkürzung des gesamten Muskels. Auslöser der dauerhaften Verkürzung können unter anderem eine Fehlbelastung oder Überlastung sein.

Die Frage, wie diese Kontraktur entsteht, gilt ebenfalls als Forschungskontroverse. Das derzeit verbreitete Erklärungsmodell ist die sogenannte „Integrierte Hypothese”. Da Triggerpunkte jedoch nicht durch gängige klinische Diagnoseverfahren nachweisbar sind, werden Erklärungsmodelle für ihre Entstehung oft kritisch gesehen.

Die Integrierte Hypothese führt die Entstehung von Triggerpunkten im Wesentlichen auf eine Verkettung verschiedener Faktoren zurück, die in einem fatalen Teufelskreis münden:

Auslöser: muskuläre Überlastung oder Fehlbelastung (Trauma)

führt zu: Störung der Muskelendplatte, an der die Reizübertragung von Nerv auf Muskel stattfindet. Daraus folgt eine Erregungshemmung (sogenannte Depolarisation), bei der auf ein Aktionspotenzial der Muskelzellen kein Ruhepotenzial mehr folgt.

führt zu: Freisetzung von übermäßig viel Kalzium, das die Sarkomere dauerhaft verkürzt — der Kontraktionsknoten” entsteht

führt zu: dauerhafter Kompression von Kapillargefäßen, die nicht mehr ausreichend Sauerstoff bereitstellen können

führt zu: mangelhafter Blutversorgung in der Muskelfaser (lokale Ischämie)

führt zu: Energiekrise. Durch den Sauerstoffmangel kann die für die Muskelkontraktion benötigte Energie nicht mehr bereitgestellt werden.

führt zu: Freisetzung von Substanzen, die Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) dazu anregen, Schmerzbotenstoffe freizusetzen

führt zu: Schmerzen und Beschwerden des Patienten

Modell der integrierten Hypothese zur Entstehung von Triggerpunkten

Der Teufelskreis bei der Entstehung eines Triggerpunktes ist also dieser: Für eine normal funktionierende Muskeltätigkeit braucht es Energie, die aufgrund der entstandenen Energiekrise in den Muskelfasern nicht mehr bereitgestellt werden kann. Diese Unterversorgung stärkt gleichzeitig genau die Faktoren, die die Krise verursachen. Das hält die Kontraktur und damit den Triggerpunkt dauerhaft aufrecht.

Triggerpunkte — ein Leiden mit Frustpotenzial


Die Kontroverse rund um das Thema Triggerpunkte ist deutlich geworden. Und sie ist nachvollziehbar:

  • bis heute gibt es viele medizinische Unklarheiten,
  • Erklärungsmodelle für die Entstehung von Triggerpunkten sind umstritten,
  • das Phänomen der Schmerzübertragung ist nicht abschließend geklärt und
  • es existieren bis heute keine Goldstandards für die Diagnose

All das reicht so weit, dass die Existenz von Triggerpunkten gelegentlich gänzlich in Frage gestellt wird.

Für Betroffene ist das besonders frustrierend. Sie leiden oft über Jahre hinweg an chronischen Schmerzzuständen, für die es vermeintlich keine befriedigende Erklärung gibt. Gängige Therapiemaßnahmen sind oft sehr schmerzhaft und ihre Wirksamkeit entweder nur zeitlich begrenzt oder kaum erklärbar.

Wir erleben diesen Frust der Betroffenen tagtäglich. Allerdings erleben wir auch, dass eine etwas andere Sicht auf die Dinge ungeahnte Erfolge erzielen kann und viele Unklarheiten auflöst. Unser Verständnis von Triggerpunkten und den erfolgsversprechenden Therapieansatz nach Liebscher & Bracht stellen wir deshalb nachfolgend vor.

6. Triggerpunkte nach Liebscher & Bracht


Eines vorweg: Zweifelsohne existieren Triggerpunkte. Unstrittig ist auch, dass sie im muskulären Gewebe entstehen. Auch in unserer Therapie lösen wir Schmerzen, die muskulär-faszial bedingt sind und über schmerzhafte Punkte im Bewegungsapparat heruntergeschaltet werden können.

Es gibt allerdings einen wichtigen Unterschied: Anders als herkömmliche Ansätze führen wir Schmerzen nicht auf Schäden in der körperlichen Struktur (also zum Beispiel Entzündungen, Bandscheibenvorfall, altersbedingten Verschleiß bei Arthrose, Sehnen- und Kapselrisse) zurück. Vielmehr ist der Schmerz eine warnende Reaktion des Gehirns auf zu hohe Spannungen im muskulär-faszialen Gewebe, wie sie auch bei Triggerpunkten vorliegen. Und diese entstehen in den meisten Fällen durch einseitige Bewegungsmuster.

Diese Perspektive bietet entscheidende Vorteile:

  • Schmerz und Schmerz-Ursache werden getrennt betrachtet,
  • auch unspezifische Schmerzzustände (Schmerzen ohne Schäden) können erklärt werden,
  • daraus resultierende Therapiemaßnahmen setzen direkt an der Ursache an und
  • Therapiemaßnahmen sind weitgehend schmerzfrei und ohne Risiko.

Aber der Reihe nach!

6.1 Die Entstehung von Schmerzen nach Liebscher & Bracht

Triggerpunkte sind ein Paradebeispiel für das, was wir aus unserer jahrzehntelangen Arbeit mit Schmerzpatienten gelernt haben: Schmerzen und Schmerz-Ursachen müssen getrennt voneinander betrachtet werden! Und die Ursache für die meisten Bewegungsschmerzen liegt in den einseitigen, über Jahre hinweg antrainierten Bewegungsmustern, die wir tagtäglich ausführen. Eine zentrale Rolle dabei spielen die Faszien.

Die Rolle der Faszien

Im Schmerzmodell nach Liebscher & Bracht rücken die Faszien ins Zentrum der Erklärung von Bewegungsschmerzen. Faszien sind ein sich über den gesamten Körper erstreckendes Gewebenetz, das Muskeln und Organe umgibt. Es sorgt für die Flexibilität und Beweglichkeit des Körpers und passt sich unseren Bewegungsmustern in jeder Sekunde unseres Lebens an.

Bei jeder Bewegung verändert sich also das Faszien-Netzwerk.

Verantwortlich dafür sind sogenannte Bindegewebszellen (Fibroblasten), die aus wasserbindendem Kollagen bestehen und das Netzwerk permanent weiter spinnen.

Abgebildet ist ein 3D-Bild eines Fasziennetzes.

© Photobank gallery | shutterstock.com

Wie Bewegungsmuster hohe Spannungen erzeugen

Durch unsere täglichen Bewegungen bestimmen wir selbst, wie flexibel oder unflexibel unser Körper ist. Und da die meisten Menschen tatsächlich nur einen Bruchteil der genetisch vorgesehenen Bewegungsmöglichkeiten ihrer Gelenke und Muskeln nutzen, kommt es sehr häufig zu Verkürzungen und Spannungen in den ungenutzten Bereichen

Am Beispiel von Rückenschmerzen

  • Die klassische Bürohaltung sieht so aus: sitzend, gekrümmte Wirbelsäule durch leicht nach vorne gebeugten Oberkörper, Arme und Hände permanent vor dem Körper.
  • Mit der Zeit verkürzen Muskeln und Faszien im Brustbereich, da sie nicht mehr ausreichend gedehnt werden.
  • Stattdessen werden die Muskeln und Faszien im Rückenbereich permanent gestreckt– das erzeugt Spannungen.
  • Bei aufrechter Haltung müssen die Rückenstrecker die Verkürzungen im Brustbereich durch noch stärkeres Strecken ausgleichen — die Spannungen erhöhen sich.
  • Der Körper warnt vor drohenden Schädigungen durch die Spannungen, indem er Schmerzen schaltet.
Zu sehen ist ein Mann im grauen T-Shirt von hinten. Mit beiden Händen hält er sich den unteren Rücken. Der Bereich der Lendenwirbelsäule ist rot markiert.

© Prostock-studio | shutterstock.com

6.2 Schmerz als Alarmsignal

Nach Liebscher & Bracht misst der Körper die Spannungsverhältnisse in den Muskeln und Faszien permanent über Rezeptoren in der Knochenhaut. Die Messergebnisse werden ans Gehirn weitergeleitet. Steigen die Spannungen über das Normalmaß, wird ein Schmerzsignal erzeugt, um vor den Folgen zu warnen.

Damit verstehen wir Schmerzen als Alarmsignal des Körpers, um auf Überspannungen im muskulär-faszialen Gewebe aufmerksam zu machen. Denn werden die Spannungen nicht aufgelöst, kann es zu schwerwiegenden Strukturschäden an Muskulatur und Gelenken kommen. Unsere Therapie-Erfolge beweisen: Sobald die Spannungen gelöst werden, lassen die Schmerzen in der Regel nach.

Nach Liebscher & Bracht werden Schmerzen in der Regel also nicht durch Strukturschäden (Entzündungen, Risse, altersbedingter Verschleiß) verursacht. Diese sind lediglich Begleiterscheinungen der eigentlichen Ursache, nämlich zu hoher Spannungen.

Das zeigt übrigens auch die Praxis: Viele Patienten verspüren Schmerzen, obwohl die Untersuchung keine Strukturschäden feststellen konnte. Auch bei Triggerpunkten ist dies oft der Fall. Bildgebende Verfahren liefern hier meist keine Belege für anatomische Schäden, die Schmerzursache bleibt daher vermeintlich unklar.

7. Bei welchen Schmerzzuständen treten Triggerpunkte auf?


Ob Schulter, Nacken oder in der Gesäßmuskulatur: Myofasziale Triggerpunkte können in jedem der 500 Muskeln des Körpers auftreten und Schmerzen verursachen.4) Damit sind sie auch für eine Vielzahl myofaszialer Beschwerden, also muskulär bedingter Bewegungsschmerzen, verantwortlich. Das betrifft vor allem diese Bereiche:

  • Schulterschmerzen,
  • Nackenschmerzen,
  • Knieschmerzen,
  • Rückenschmerzen.

Aufgrund der Schmerzübertragung liegen die Triggerpunkte, die diese Beschwerden auslösen, oft in ganz anderen Körperbereichen. Es ist daher entscheidend, die typischen Übertragungsmuster für die einzelnen Körperbereiche zu kennen, um eine Behandlung durchzuführen.

mehr zu den schmerz-bereichen

8. Therapie: Wie werden Triggerpunkte herkömmlich behandelt?


Herkömmliche Triggerpunkttherapien verfolgen den Ansatz, den Teufelskreis der Integrierten Hypothese an verschiedenen Stellen zu durchbrechen. Auf diese Weise soll die Energiekrise behoben und die anhaltende Kontraktur der Sarkomere gelöst werden. Hierbei haben sich verschiedene manualtherapeutische und invasive Maßnahmen etabliert, die

  • unterschiedlich erfolgreich,
  • oft sehr schmerzhaft und
  • mitunter risikobehaftet sind.

8.1 Verschiedene Maßnahmen

Massagetherapie

Im Rahmen der Massagetherapie wird über längere Zeit Druck auf die betroffenen Muskelfasern ausgeübt. Ein Nachteil besteht hier darin, dass bei zu starkem Druck Blutgefäße reißen und intakte Muskulatur geschädigt werden kann. Dann entstehen neue myofasziale Triggerpunkte. Diese Gefahr besteht besonders bei der Selbstmassage.

Ein Therapeut behandelt einen Triggerpunkt an der Schulter mit dem Daumen

©Albina Glisic | shutterstock.com

„Spray and Stretch”

Bei dieser Methode wird sowohl der Muskel, in dem der Triggerpunkt liegt, als auch das Gebiet der Ausstrahlung mit Kältespray eingesprüht. Danach dehnt der Physiotherapeut die Muskulatur, was für den Patienten kaum schmerzhaft ist.

„Dry Needling”

Man geht davon aus, dass ein Kontraktionspunkt aus einer oder mehreren Fasern besteht. Bei dieser Technik wird eine Nadel in die Faser eingeführt, wodurch die Fasern aufgelöst werden. In seiner Wirkung ähnelt das Dry Needling damit der klassischen Akupunktur.

Neuraltherapie

Im Rahmen dieser Behandlung setzt man Spritzen (Injektionen) mit Lokalanästhetika direkt in den Triggerpunkt. Die verkrampften Muskelstränge werden dadurch betäubt und gelockert, allerdings nicht dauerhaft.2)

8.2 Ziele der herkömmlichen Behandlung

  • Anregung der lokalen Durchblutung,
  • Dehnung oder vielmehr Detonisierung des Hartspannstrangs,
  • Verbesserung der muskulären Beweglichkeit sowie
  • Senkung der Nozizeptoraktivität 5)

Reaktionen auf eine erfolgreiche Behandlung eines Triggerpunkts sind

  • die sofortige Ermüdung oder das Verschwinden der lokalen Zuckungsantwort,
  • die Entspannung des Hartspannstrangs und
  • die Verringerung der lokalen Druckschmerzhaftigkeit.

8.3 Erfolgschancen & Risiken

Durch die herkömmliche Triggerpunktbehandlung können die Beschwerden der Patienten gelindert werden. Allerdings hält dieser Effekt häufig nicht sehr lange an. Die Spray & Stretch Methode hat sich unter den herkömmlichen Triggerpunkttherapien als am wirkungsvollsten herausgestellt. Für die Triggerpunktmassage sind zudem verschiedene Produkt auf den Markt gebracht worden, die eine Selbstmassage ermöglichen sollen.

Ausführung von Dry Needling zur Behandlung von Triggerpunkten am Rücken einer Frau

© AGLPhotography | shutterstock.com

Wie und warum die Triggerpunktbehandlungen wirken, kann oft nicht erklärt werden. Das hängt auch damit zusammen, dass die Theorien zur Entstehung von Triggerpunkten noch immer umstritten sind. Zudem sind die Therapien teilweise mit erheblichen Risiken verbunden:

  • Bei der Triggerpunktmassage kann es zu Verletzungen am Muskelgewebe und von Blutgefäßen kommen.
  • Das Dry Needling kann sehr schmerzhaft sein und schlimmstenfalls Nerven- und Arterienverletzungen verursachen.
  • Die Wirkung von Neuraltherapien ist oft nur kurzfristiger Natur. Außerdem bergen sie das Risiko, die Beschwerden auf lange Sicht sogar zu verschlimmern.
mehr über die herkömmliche behandlung

9. Wie behandelt Liebscher & Bracht Triggerpunkte?


Mit der Therapie nach Liebscher & Bracht behandeln wir Triggerpunkt-Schmerzen so wie alle anderen Bewegungsschmerzen auch. Die hohe Wirksamkeit der Therapie liegt in einer Kombination aus

  • Osteopressur (Drucktechnik direkt am Knochen, siehe 9.2),
  • Engpassdehnung (Dehnungsübungen für Muskeln und Faszien, siehe 9.3) sowie
  • Faszientraining (Rollmassagen für das Fasziengewebe, siehe 9.4).

Zentrales Prinzip dabei ist die „Hilfe zur Selbsthilfe”: Alle Behandlungsansätze werden so angeleitet, dass unsere Patienten die Maßnahmen selbstständig zuhause durchführen können.

9.1 Unterschiede zum herkömmlichen Ansatz

Wie oben beschrieben, entstehen die meisten Schmerzen durch zu hohe Spannungen im muskulär-faszialen Gewebe — verursacht durch einseitige Bewegungsmuster. Liebscher & Bracht geht davon aus, dass die Spannungsverhältnisse im Gewebe permanent über Schmerzrezeptoren an der Knochenhaut gemessen werden, die über das Gehirn ein Schmerzsignal vermitteln, sobald die Spannungen zu hoch werden.

Anders als herkömmliche Behandlungen setzt die Triggerpunkt-Therapie nach Liebscher & Bracht deshalb sowohl am muskulär-faszialen Gewebe als auch an den Schmerzrezeptoren der Knochenhaut an.

Vorteile der Liebscher & Bracht Therapie

  • schmerzarme Behandlung: Herkömmliche Triggerpunkttherapien wie die Triggerpunktmassage verursachen oft starke Schmerzen. Zum fundamentalen Bestandteil der Liebscher & Bracht-Therapie gehört es, im schmerzerträglichen Bereich zu arbeiten.
  • risikoarme Behandlung: Herkömmliche Triggerpunkttherapien wie das Dry Needling bergen Verletzungsrisiken. Die nach Liebscher & Bracht angewandten Druck- und Dehn-Techniken sind gefahrlos, sofern noch keine schwerwiegenden Strukturschäden beim Patienten vorliegen.
  • langfristig wirksame Behandlung: Die herkömmliche Triggerpunktbehandlung sorgt oft nur für kurzfristige Linderung von Schmerzsyndromen (zum Beispiel der Einsatz von Schmerzmitteln). Die Therapie nach Liebscher & Bracht ist auf langfristige Anwendung ausgelegt, um bis ins höchste Alter wirkliche Schmerzfreiheit zu erlangen.
  • Möglichkeit zur Selbstbehandlung: Der gesamte therapeutische Ansatz nach Liebscher & Bracht steht unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Alle Übungen und Techniken sind so gestaltet, dass der Patient sie alleine an sich durchführen kann.

9.2 Osteopressur: Schmerzbehandlung am Knochen

In jahrzehntelanger Behandlungsarbeit konnten wir 72 Punkte am menschlichen Skelett systematisieren, an denen sich Schmerzrezeptoren befinden, die mit unterschiedlichen Schmerzzuständen zusammenhängen. Bei der Osteopressur üben wir händischen Druck auf diese Punkte aus. Dadurch wird die Ansteuerung der beteiligten Muskeln im Gehirn umprogrammiert, sodass die tatsächlichen Verspannungen im Gewebe an der entsprechenden Stelle heruntergefahren wreden. Meist geht der Schmerz danach binnen weniger Sekunden oder Minuten zurück.

  • Die Osteopressur ist eine Drucktechnik, die direkt am Knochen angewendet wird.
  • Sie ist eine schnelle Hilfe bei Schmerzzuständen.
  • Differenzialdiagnostisch kann mit der Osteopressur auch festgestellt werden, ob die Schmerzen eines Patienten auf Überspannungen in Muskulatur und Faszien zurückzuführen sind – beziehungsweise wie groß der Anteil dieser Überspannungen an der Schmerzentstehung ist.
  • Die von Liebscher & Bracht entwickelte Light-Osteopressur können Patienten selbstständig zuhause anwenden.
Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht behandelt im Rahmen der Schmerztherapie-Ausbildung einen Teilnehmer per Osteopressur. Der Teilnehmer befindet sich auf einer Liege, Roland Liebscher-Bracht steht rechts davon und drückt mithilfe seines Ellenbogens einen Osteopressurpunkt im unteren Rücken des Teilnehmers.

Für die sogenannte Light-Osteopressur haben wir Hilfsmittel entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse von Schmerzpatienten ausgerichtet sind. Verschiedene Aufsätze mit unterschiedlichen Härtegraden und Formen ermöglichen die häusliche Selbstbehandlung ohne Verletzungsgefahr. Das ist ein weiterer entscheidender Vorteil gegenüber der herkömmlichen Selbstmassage für Triggerpunkte.

9.3 Engpassdehnung: Schmerzbehandlung an Muskeln und Faszien

Für die langfristige Schmerzfreiheit setzen Liebscher & Bracht auf Dehnungen der verkürzten Muskeln und Faszien. Die Engpassdehnungen gleichen einseitige Bewegungsmuster aus und führen das Gewebe langfristig auf die genetisch vorgesehene Länge zurück.

Für uns ist der oben angesprochene Erfolg der Dehnungen bei der Triggerpunkt-Behandlung daher keine Überraschung. Allerdings können wir den Erfolg durch unser Schmerzverständnis auch erklären und dadurch gezielter und effektiver arbeiten.

  • Dehnungsübungen bringen verkürzte Muskulatur und Faszien wieder auf die ursprüngliche Länge.
  • Sie bieten damit eine langfristige Hilfe bei Schmerzzuständen, weil
  • ihre regelmäßige Anwendung die Verspannungen dauerhaft in einem schmerzfreien Bereich hält.
  • Übungsvideos mit detaillierten Anleitungen bieten Patienten die Möglichkeit, die Dehnübungen als Selbstbehandlung durchzuführen.
Roland Liebscher-Bracht leitet eine Frau dabei an, wie sie eine Übung für ihre Wirbelsäule macht, indem sie sich zur Seite neigt.

9.4 Faszien-Rollmassage: Regenerationsprozesse ankurbeln

Bei der Faszien-Rollmassage nach Liebscher & Bracht wird das Fasziengewebe mithilfe einer Kugel oder Rolle ausgedrückt“ wie ein Schwamm. Dabei geschehen im Wesentlichen drei Dinge:

  1. Zwischenzellflüssigkeit wird bewegt: Die Rollbewegung setzt Zwischenzellflüssigkeit in Gang, wobei Ablagerungen im Zellgewebe gelöst und ausgeschwemmt werden und frische, nährstoffreiche Flüssigkeit über die Kapillargefäße einströmt. Das unterstützt verletztes Gewebe bei der Regeneration.
  2. Rezeptoren werden geschaltet: Die Massage an bestimmten Knochenpunkten bewirkt Ähnliches wie die Osteopressur. Durch den Druck an der Knochenhaut werden Verspannungen über die Schmerzrezeptoren gesenkt.
  3. Die Wasserbindungsfähigkeit der Faszie nimmt zu. Dadurch wird sie elastischer und ihr Zug auf die Gelenke nimmt ab. Das Risiko von Gelenkschäden sinkt und damit auch der Alarmschmerz.
Patientin rollt sich mit der Mini-Faszienrolle von Liebscher & Bracht die seitliche Nackenpartie ab

Gegenüber herkömmlichen Faszien-Rollmassagen unterscheidet sich die Massage nach Liebscher & Bracht durch bestimmte technische Eigenheiten der eingesetzten Hilfsmittel. Die Faszienrollen und -kugeln wurden eigens für die Schmerztherapie entwickelt und speziell auf die Bedürfnisse von Schmerzpatienten abgestimmt.

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Das solltest du über Liebscher & Bracht wissen:

So funktioniert Liebscher & Bracht -- Schritt für Schritt

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Quellen & Studien   [ + ]