Ischiasschmerzen / Ischialgie erfolgreich behandeln

Alle Informationen zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten von Ischialgie

Frau sitzt am Schreibtisch und hält sich den unteren Rücken, der durch die Ischialgie schmerzt

© Andrey Popov – Fotolia.com

Sind Sie von Ischiasschmerzen betroffen, dann kennen Sie die teils sehr quälenden, elektrisierenden Schmerzen gut: Stechend dringt der Schmerz vom unteren Rücken in die Beine, in das Gesäß und in die Hüfte und macht jede Bewegung, aber auch das Sitzen, zu einem schmerzhaften Problem. Allein das Aufstehen von einem Stuhl kann schon zu einer quälenden Angelegenheit werden und so die gesamte Lebensqualität beeinträchtigen. Husten und Niesen können zu einer echten Qual werden, denn dabei schießt der krampfartige Schmerz im unteren Rücken, meist auf einer Seite, regelrecht ein. Laut Statistik sind Sie nicht allein mit Ihrem Problem, denn 30 Prozent der erwachsenen Deutschen sind von den Rückenproblemen betroffen und leiden mehr oder weniger häufig und auch intensiv unter der Problematik der Ischiasschmerzen.

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Wenn es zu einem Ziehen vom Gesäß bis hinunter ins Bein kommt, wenn es im unteren Rücken schmerzt und krampft und die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, lautet die herkömmliche Erklärung: Es liegt eine Bandscheibenvorwölbung vor, die auf den Ischiasnerv drückt. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten Ischialgie. Unser Erklärungsansatz im Rahmen der Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht ist dagegen ein anderer. Die Schmerzen gehen bei Ischialgie nicht zwingend von den Bandscheiben aus. Vielmehr spielen dabei überspannte und unnachgiebige Muskeln und Faszien eine Rolle, die an einer bestimmten Stelle den Nerv drücken. Was Sie als Betroffener unternehmen können, um Ihre Schmerzen in einem solchen Fall effektiv und nachhaltig zu lindern, zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeber.

Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, wie Sie Ischiasschmerzen effektiv und schnell behandeln können – ohne Medikamente, Operationen oder Nebenwirkungen.

Ischialgie durch Bewegungsmangel – in Deutschland weit verbreitet

Die Bundesrepublik Deutschland gehört zu den Industrienationen, in denen nicht nur die Arbeitnehmer im Tagesverlauf am längsten sitzen. Der Alltag vieler Menschen beginnt sitzend mit der Fahrt zur Arbeit, verläuft weiter sitzend mit einem Arbeitstag am Schreibtisch, und zum Abschluss des Tages sitzend vor dem Fernseher. Der Leidtragende ist hierbei vor allem unser Rücken. Einseitige Belastung und unzureichende Bewegung fördern Überlastungen in bestimmten Rückenregionen. Die Schmerzspezialisten Dr. med. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht sprechen in diesem Zusammenhang von muskulär-faszialen Überspannungen, die durch das ständige Sitzen entstehen. In der Arztpraxis wird dann zumeist die Diagnose Ischialgie gestellt. Bei den einen äußert sich „der Ischias“ als Kribbeln im Bein und bei anderen fühlt es sich an wie ein elektrischer Schlag in den Po. Der Schmerz zieht oft einseitig vom Gesäß in die Oberschenkel oder auch über das Knie bis in die Zehen hinein.

Ischiasschmerzen sind belastend und verlaufen in vielen Fällen chronisch. Manchmal verschwinden Ischiasschmerzen im Verlauf von wenigen Tagen bis einigen Wochen wieder von selbst. Der Beginn von Ischiasschmerzen kann schleichend seinen Anfang nehmen oder ähnlich wie ein Hexenschuss ganz plötzlich auftreten. Bei dem einen Betroffenen passiert es beim Zubinden der Schnürsenkel und bei dem anderen ist der schwere Wasserkasten Auslöser von Schmerz. Die Muskulatur überspannt und blockiert Bewegungen. Die übliche Therapie beim Hausarzt läuft in der Regel auf die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln und die Verordnung von Physiotherapie hinaus. Hält der Schmerz weiter an, wird eine weitergehende Diagnostik mit bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomopgraphie (MRT / MR) angeregt.

Wir Schmerzspezialisten von Liebscher & Bracht gehen einen anderen Weg: Wir wissen, dass beim Schmerzgeschehen rund um den Ischiasnerv vor allem völlig überforderte und überspannte Muskeln und Faszien im Gesäß eine entscheidende Rolle spielen. Mit Osteopressur und gezielten Übungen zur Dehnung der überforderten muskulär-faszialen Strukturen gelingt es uns, die Schmerzen bereits in der ersten Behandlung deutlich zu reduzieren. Ischialgie ohne Schmerzmittel behandeln? Wir wissen aus unserer langjährigen Arbeit mit Schmerzpatienten, dass die Therapie nach Liebscher & Bracht bei Schmerzen im unteren Rücken hervorragende Ergebnisse bringen kann.

Arztbesuche enden oftmals mit kurzfristigen Lösungen

Die Schulmedizin hingegen findet bei Ischiasschmerzen nicht immer die Erfolg bringende Therapie. Zum einen ist es für den Arzt nicht ganz einfach, eine klare Diagnose zu stellen, welche Ursache die Schmerzen haben. Zum anderen liegt ein weiteres Problem darin, dass Ärzte oft nicht die zeitlichen Kapazitäten haben, um sich ausreichend lange mit dem betroffenen Patienten zu beschäftigen, um sein Problem detailliert zu erörtern. Das endet nicht selten darin, dass Schmerztabletten verabreicht werden oder schlichtweg eine Spritze gegen den Schmerz verabreicht wird. Diese Form der „Therapie“ löst zwar – für kurze Zeit – das Problem, ist aber nur eine Bekämpfung der Symptome. Als Patient sind Sie allerdings zum einen an einer dauerhaften Lösung Ihrer Schmerzprobleme interessiert, zum anderen möchten Sie natürlich auch nicht auf die ständige Therapie mit Schmerzmitteln in Tabletten- und Spritzenform setzen, ohne letztlich Ihr Problem in der Ursache anzugehen. Sie möchten Ihre Ischiasschmerzen gut therapiert wissen, nicht der ständigen Belastung durch die Einnahme chemischer Medikamente ausgesetzt sein. Und Sie möchten natürlich das Problem an der Wurzel angehen und die Ischiasschmerzen nicht nur mithilfe von Schmerzmitteln verdrängen, sondern effektiv und auch nachhaltig behandeln.

Allein entwickelte und umgesetzte Bewegungstherapien können bedenklich sein

Vielleicht haben Sie sich auch schon selbst auf die Suche nach einer geeigneten Therapie gemacht und sind dabei auf die Empfehlung gestoßen, dass Bewegung gegen die Ischiasschmerzen eine hilfreiche Lösung ist? Allerdings gilt es hier zu bedenken, dass eigenständig umgesetzte Bewegungstherapien manchmal sogar noch eine Verstärkung der Ischiasschmerzen bewirken können, wenn sie nämlich nicht korrekt ausgeführt werden. Gerade bei Ischiasschmerzen sollten Sie mit Ihrem Rücken sehr sanft und verantwortungsvoll umgehen. Allerdings ist der Wunsch, sich selbst bei Ischiasschmerzen zu helfen, kein absolut abwegiger Gedanke. Er kann sogar, mit der richtigen Anleitung und in Kombination mit Osteopressur nach Liebscher & Bracht, zu einer dauerhaften Linderung verhelfen.

Zur Anatomie im unteren Rücken

Der Ischiasnerv – was ist das und wo befindet er sich genau? Er wird auch als Ischias, Ischiadicus, Hüftnerv, Sitzbeinnerv bezeichnet und ist der längste periphere Nerv des Menschen. Gleichzeitig ist er der größte und dickste Nerv mit einem Querschnitt von etwa 1 x 1,5 cm. Er stammt, gemeinsam mit mehreren Nerven, aus einem Nervengeflecht, dem Lenden-Kreuzbein-Nervengeflecht (Plexus lumbosacralis), welches das Bein und die Gesäßregion versorgt. In seinem Verlauf Richtung Fuß teilt er sich im Bereich des Oberschenkels, noch vor der Kniekehle, in zwei weitere Äste, den Wadenbeinnerv und den Schienbeinnerv, auf. Jeder dieser beiden Nerven teilt sich im weiteren Verlauf nochmals in je zwei Äste auf. Neben Fasern für die Bewegung der Muskeln (Motorik) führt der Nerv Fasern für die Empfindung (Sensibilität).

Ursprung und Verlauf des Ischiasnervs

Der Ischiasnerv entspringt im Nervengeflecht des Rückenmarks. Er wird auch als Nervus ischiadicus bezeichnet und verläuft aus einem Geflecht im Bereich der Wirbelsäule bzw. des Rückenmarks im Lenden- und Kreuzbeinbereich. Das sogenannte Plexus-lumbosacralis-Nervengeflecht ist zuständig für die Versorgung des Beines sowie des Gesäßes und der Hüfte. Es bildet somit die Voraussetzung für eine funktionierende Sensorik und Motorik in dieser Körperregion. Auch der Ischiasnerv stammt aus diesem Kreuzbeingeflecht, zu dem weitere Nerven gehören. Es besteht aus zwei Ästen, dem Wadenbeinnerv und dem Scheinbeinnerv, in die es sich im Bereich des Knies aufteilt. In ihrem Verlauf teilen sich die beiden Äste des Ischiasnervs weiter auf.

Der Ischiasnerv verläuft unter dem größten Gesäßmuskel, dem Musculus gluteus maximus und durch das große Sitzbeinloch, das medizinisch als Foramen ischiadicus majus bezeichnet wird. Hier treten Bänder und Muskeln in Bein und Hüfte über. An dieser Stelle befindet sich ein birnenförmiger Muskel, der Musculus piriformis. Der Ischiasnerv verläuft durch diese Öffnung und anschließend auf der Rückseite des Oberschenkels, zwischen den Oberschenkelbeugern entlang. An der Kniekehle teilt er sich dann in die Wadenbein- und Schienbeinnerven. Wir wissen heute, dass der Musculus piriformis beim Schmerzgeschehen am Ischiasnerv eine große Rolle spielt. Völlig verhärtete Gefäßmuskeln pressen den Nerv in der sogenannten Piriformislücke ab und erzeugen so die unangenehmen Schmerzen.

1. Entstehung: Wie kommt es zur Entstehung von Ischiasschmerzen?

Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf den Nerv, der mit Ihren Beschwerden in Verbindung steht. Grundsätzlich handelt es sich beim Begriff Ischias um eine Abkürzung für den sogenannten Nervus ischiadicus. Er ist der längste und dickste Nerv innerhalb des menschlichen Körpers. Bei Störungen innerhalb des Verlaufes des Ischias treten dann die klassischen Schmerzen und Ausfälle auf. Dieses wird als Ischiasschmerzen wahrgenommen.

1.1. Die Auslöser für Ischiasschmerzen können vielfältig sein

Die Schulmedizin kennt viele Auslöser für den Ischiasschmerz. Sehr häufig wird eine Störung innerhalb der unteren Lendenwirbelsäule als Erklärung herangezogen. Die hier befindlichen Knochenfortsätze an den Wirbelkörpern sorgen für die Verbindung zu den in der Nachbarschaft liegenden Wirbeln. Dazwischen sind Aussparungen, aus denen die Rückenmarksnerven hervortreten. Bezeichnet wird diese Stelle als Nervenwurzel. Entstehen Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben, wie es beim Bandscheibenvorfall der Fall ist oder auch an den Wirbelkörpern, ist es möglich, dass sich die Zwischenwirbellöcher stark verengen und die Nervenwurzeln hier eine Quetschung erfahren. Bedingt durch die menschliche Anatomie ist hiervon gerade der Übergangsbereich von der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein stark und häufig betroffen. Das ist genau die Stelle, wo sich die Nervenwurzeln des Ischiasnervs befinden. Ist diese Verengung gegeben, können Heben oder abrupte Bewegungen sowie Drehungen und das Tragen schwererer Lasten die Ischiasschmerzen hervorrufen.

Ein weiterer Auslöser für Ischiasschmerzen kann auch kalte Zugluft sein, besonders nach Durchnässung, wie beim Sitzen in nasser Badebekleidung auf kaltem Untergrund. Auch ein – wenn auch selten – durch einen Tumor ausgelöster Druck auf die Nervenfasern oder der Druck im kleinen Becken, der innerhalb einer Schwangerschaft durch das Ungeborene entsteht, können die Auslöser für Ischiasschmerzen sein.

Seltener sind Nervenentzündungen, wie durch die Gürtelrose oder Schädigungen durch chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus, Rheuma sowie Knochenverletzungen im Hüftbereich, die Auslöser für die Ischiasschmerzen.

1.2. Liebscher & Bracht Methode liefert Hilfe zur Selbsthilfe 

Die Sichtweise der Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht auf Ischiasschmerzen bietet Ihnen als Ischialgie-Patient eine besondere Form der Schmerztherapie – und das ganz ohne Medikamente. Im Vordergrund dabei steht ein verändertes Schmerzverständnis, dass den Ischiasschmerz als Alarmschmerz begreift. In dieser Sichtweise hat der Schmerz eine Funktion: Er macht aufmerksam auf drohende Strukturschäden in der unteren Lendenwirbelsäule und wird ausgelöst von verkrampften und überforderten Muskeln im Bereich des Gesäßes.

2. Welche Symptome treten bei Ischiasschmerzen auf?

Immer mehr Rückenpatienten klagen über starke Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich. Die herkömmliche Sicht richtet den Blick auf verrutsche Bandscheiben als Übeltäter. Sie quetschen den Ischiasnerv ein. Der eingeklemmte Nerv reagiert dann mit Schmerzen. Ischiasbeschwerden oder Ischiasschmerzen machen sich hauptsächlich im Gesäß oder im unteren Teil der Wirbelsäule bemerkbar. Diese Schmerzen können den gesamten Alltag und das Leben der Patienten insgesamt stark beeinträchtigen. Auch in der Nacht treten die Schmerzen auf. Allerdings können sich Ischiasschmerzen auch anders bemerkbar machen. Der Ischiasnerv verläuft von der Lendenwirbelsäule bis zu den Füßen und ist somit der längste Nerv im Körper. Er teilt sich an der Kniebeuge und läuft von dort in zwei getrennte Richtungen.

Der Körper sendet eindeutige Signale

Der Ischiasnerv verläuft bis hinunter ins Bein und den Fuß. Schmerzen können deshalb in verschiedenen Regionen unseres Körpers auftreten. Eine eindeutige Lokalisierung des Schmerzherdes ist nicht immer sofort auszumachen. Die Symptome sind unterschiedlich und von Patient zu Patient verschieden. Stechende oder brennende Schmerzen im Gesäß oder in den Lenden, die sich durch das ganze Bein ziehen können, sind aber hier typische Ischias-Beschwerdebilder. Einige Patienten klagen sogar über zusätzliche Schmerzen im Fuß. Auch diese Symptome sind bei Ischiasbeschwerden keine Seltenheit. Des Weiteren können auch die Beine kribbeln oder teilweise sogar taub werden. Bestimmte Bewegungen oder Haltungen, starker Husten oder Überanstrengungen verschlimmern diese Beschwerdebilder. Auch Infekte, Unfälle oder Operationen begünstigen eine Ischialgie.

Fehlhaltungen und Überspannungen in Muskeln und Faszien

Zu den häufigsten Ursachen für Ischiasschmerzen gehören Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen des Bewegungsapparates. Überspannungen im Rückenbereich sind typische Folgebeschwerden, die früher oder später zu akuten Ischiasschmerzen führen können. Tatsächlich sind diese unterschiedlichen, überspannten Muskelgruppen eine der häufigsten Ursachen für extreme Rückenschmerzen. In einigen Fällen verschwinden sie nach kurzer Zeit wieder. Der Schmerz kann jedoch auch chronisch werden.

Chronische Ischiasschmerzen

Plötzlich auftretende Ischiasschmerzen verschwinden im Idealfall innerhalb weniger Wochen von selbst. Ischiasschmerzen können aber auch durch zusätzliche Entzündungen chronisch werden. Mehr als ein Drittel aller Betroffenen verspüren auch noch nach längerer Zeit Ischiasschmerzen. Heute gibt es viele Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern. Schmerzmittel helfen allerdings nur bedingt und zeitweise, keinesfalls nachhaltig und ursächlich. Die Schmerzspezialisten Dr. med. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht setzen auf eine Therapie, der eine innovative und eigenständige Methode zur Behandlung von Schmerzen zugrunde liegt. Sie stellt die muskulär-faszialen Fehlspannungen in den Mittelpunkt. Der Schmerz entsteht dabei im Gehirn und ist eine Art Alarmsignal, das vor Schäden an körperlichen Strukturen warnt. Bei Ischiasschmerzen ist es vordergründig die völlig überlastete und überforderte Gesäßmuskulatur, die zum Schmerzgeschehen beiträgt und den Ischiasnerv in Mitleidenschaft zieht. Hier setzt die Osteopressur nach Liebscher & Bracht an: Durch manuelle Impulse direkt an der Knochenhaut wird dem Gehirn signalisiert, die Bewegungsabläufe zu reorganisieren und den Schmerz „loszulassen“. Meist gelingt es nach Liebscher & Bracht qualifizierten Therapeuten bereits in der ersten Behandlungseinheit, die Schmerzen auf ein minimales Restmaß zu verringern. Mithilfe der Übungen für Patienten mit Ischiasbeschwerden gelingt es nach und nach, wieder eine optimale Funktions- und Bewegungsfähigkeit herzustellen.

3. Ursachen: Wie kommt es zu Ischiasschmerzen?

Eine unbedachte Drehung, eine unglückliche Bewegung oder nur einmal gebückt und schon sind sie da – die Ischiasschmerzen. Es schmerzt und sticht im Rücken; der Schmerz strahlt sogar aus und ist selbst im Gesäß und in den Beinen zu spüren. Bis zu den Füßen kann das schmerzhafte Empfinden reichen. All das deutet auf Probleme mit dem Ischiasnerv hin. Dies kann Bewegungen zu einer Qual werden lassen und Patienten sogar an das Bett fesseln. Aber wie entstehen die gefürchteten Ischiasschmerzen und warum treten sie auf?

Zur Funktion des Ischias

Medizinisch wird der Ischiasschmerz als Ischialgie bezeichnet. Er gehört zu den Neuralgien, was übersetzt so viel wie Nervenschmerzen bedeutet, denn der Schmerz wird durch den Nervus ischiadicus – den Ischiasnerv – erzeugt. Aber lassen Sie uns zunächst schauen, welche Aufgaben der Ischiasnerv überhaupt hat. Er versorgt die Muskeln des Beines und ist an der Steuerung der Bewegungen beteiligt. Wenn wir laufen, das Bein anheben oder strecken, dann ist es dieser Nerv, der die Informationen für die Ausführungen der Bewegungen an die Beinmuskeln schickt. Ebenso leitet der Nerv Empfindungen von den Beinen weiter. Durch ihn spüren wir beispielsweise, ob wir auf einem ebenen Untergrund laufen. Durch spezielle Öffnungen in den Wirbelkörpern der Lendenwirbelsäule führen die Nervenwurzeln hindurch, und der Ischiasnerv bündelt mehrere der Nervenwurzeln. Als dickster Nerv im Körper führt er die Rückseite des Oberschenkels entlang und teils sich auf der Höhe der Knie auf.

Woher kommen die Ischiasschmerzen?

In der Schulmedizin wird der Ischiasschmerz auf eine Weise erklärt, die immer wieder bemüht wird, wenn eine richtig klare Ursache nicht entdeckt wird: Alter und Abnutzung, Überbeanspruchung oder Verschleiß. Nach dieser, von vielen Ärzten vertretenen Meinung, treten mit zunehmendem Alter abnutzungsbedingte Veränderungen an den Bandscheiben auf. Besonders betroffen sind oftmals die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule, also die Region am unteren Rücken. Zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel oder im Übergang zum Kreuzbein entspringt der Ischiasnerv. Wenn sich mit dem Alter die Wirbelkörper abnutzen, ihre Form verlieren, schrumpfen oder sich Bandscheiben etwas nach hinten wölben (Protrusion), wird der Nerv bedrängt und reagiert mit heftigen Schmerzen. Dabei wird entweder der Nerv selbst eingeklemmt oder eine seiner Nervenwurzeln. Aber auch Überspannungen der Rückenmuskeln können den Schmerz auslösen, denn sie beeinflussen das Bindegewebe und darüber die Stellung der Wirbelkörper, die auf den Nerv wirken. Eine weitere, aber seltene Ursache sind Nervenentzündungen.

🎥 In diesem Video erklärt Ihnen Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, wie Ischialgie wirklich entsteht:

Das Wurzelreizsyndrom

Als lumbale Radikulopathie oder Wurzelreizsyndrom bezeichnen Mediziner eine Reizung der Nerven im Rückenmark. Diese Nerven werden auch Spinalnerven genannt. Die Nervenwurzeln treten zu beiden Seiten aus dem Rückenmark aus und treten durch den Kanal der Wirbelsäule hervor. Hier herrscht wenig Platz, und wenn der Nerv entzündet ist (und daher mehr Platz braucht) oder durch Strukturen bedrängt wird, dann reagiert er mit deutlichen Schmerzen. Die Wurzelreizung ist eine der Hauptursachen der Ischiasschmerzen. Neben einem Bandscheibenvorfall oder einer Protrusion (Vorwölbung) kann der Wirbelkanal verengt sein. Die Nervenbündel haben dann gar nicht mehr genug Platz. Das geschieht bei verdickten Wirbelgelenken oder Fehlstellungen, die sich irgendwann entwickeln. Eine solche Fehlstellung ist das sogenannte Wirbelgleiten. Die Wirbel verlassen dabei durch den Druck falsch belasteter Muskeln ihre angestammte Position und verschieben sich. Wenn Wirbelbänder verknöchern, geht die Beweglichkeit des Rückens verloren und Nerven werden schneller eingeengt. Auch Durchblutungsstörungen, Osteoporose oder Blutungen im Rückenmarkskanal (etwa nach einem Unfall) können Ischiasschmerzen auslösen.

Weitere Ursachen der Ischiasschmerzen

Nicht nur an der Austrittsstelle aus dem Wirbelkanal können die Ischiasschmerzen auftreten, sondern auch in anderen Bereichen, etwa an der Hüfte oder weiter unten an den Beinen, wo sich der Nerv in mehrere Äste aufteilt. Ursachen können Verletzungen oder auch ein operativer Eingriff, wie das Einsetzen einer Knie-Prothese, sein. Wenn Sie Injektionen in den Oberschenkel verabreicht bekommen, dann kann der Arzt versehentlich den Nerv mit der Spritze treffen. Das zeigt sich an einem brennenden Schmerz und späteren Missempfindungen oder Taubheitsgefühlen. Es fühlt sich so an, als sei ein Teil des Oberschenkels „eingeschlafen“. Wenn der Muskelast des Nervs verletzt wurde, beispielsweise durch einen Unfall, können Lähmungen der betroffenen Muskeln auftreten. Diese Muskeln können Sie dann kaum noch willentlich bewegen. Der Begriff Ischiasschmerzen wird darüber hinaus für viele andere Probleme verwendet, die zwar in einer ähnlichen Körperregion auftreten, streng genommen aber nichts mit dem Ischias selbst zu tun haben. Das kann ein akuter Kreuzschmerz sein, der landläufig als Hexenschuss bezeichnet wird. Er kann durch eine Überlastung der Muskeln und Bänder entstehen.

4. Behandlung: Brustschmerzen ohne Medikamente behandeln

Ischiasschmerzen sind sehr unangenehm und können dazu führen, dass Sie sich nicht mehr richtig bewegen können. Regelrechte Blockaden der unteren Lendenwirbelsäule können entstehen. Jede Bewegung ist dann mit starken Schmerzen verbunden. Ein Problem, unter dem viele Menschen in Deutschland leiden. Schnelle Hilfe ist in diesem Fall gefragt, um das Leiden zu lindern und rasch die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen. Die gute Nachricht ist, dass der Ischiasschmerz schnell und auf einfache Weise behandelt werden kann.

4.1. Operation bei Ischiasschmerzen sehr selten

Im Falle von Ischiasschmerzen ist es nur sehr selten notwendig, dass sich der Patient einer Operation unterziehen muss. Aufschluss bringt Ihnen hier ein Besuch beim Orthopäden. Wenn Ihre Ischiasschmerzen bei einem Nerv in die typischen Versorgungsbereiche strahlen, also bis zur Wade oder sogar bis zu Ihrem Fuß, dann ist Ihre Nervenleitung unmittelbar betroffen. Nicht selten liegt die Ursache dann in der Wurzel des Nervs. Gelegentlich kommt es zudem zu einer Muskelschwäche. Diverse Untersuchungen im Bereich der Reflexe und Dehnungstests helfen dabei, eine genaue Diagnose zu erstellen. Beschreiben Sie bei Ihrem Arzt Ihre Ischiasschmerzen so genau wie möglich.

Zur endgültigen Abklärung wird in den meisten Fällen eine Aufnahme im MRT angeordnet. Oft ist dann zu erkennen, dass es zu einem Riss bei einem Faserring gekommen ist. Dieser umgibt bei der Bandscheibe den Gallertkern. Kommt es zum Austritt von Gewebe, entsteht ein Bandscheibenvorfall. Aber auch dann ist nicht gleich immer eine Operation nötig. Vielmehr gibt es viele Hinweise darauf, dass nicht der Bandscheibenfall, sondern die überspannte Muskulatur eine Rolle spielt.

4.2. Den Blick auf die Muskeln und Faszien richten

Druck auf die Nervenwurzel durch Bandscheibenvorfall – diese Erklärung wird gern für Schmerzen am Ischiasnerv herangezogen. Unsere Erfahrung lenkt den Blick auf eine ganz andere Ursache: Eigentlich ist es fast nie der Druck auf die Nervenwurzel, der die Schmerzen erzeugt. Vielmehr spielen dabei verkrampfte und vollkommen verhärtete und überforderte Gesäßmuskeln eine Rolle, die in der Piriformislücke den Ischiasnerv abdrücken. In der Folge wird der gesunde Stoffwechsel blockiert, der Nerv reagiert mit Übersäuerung an den Stellen, an denen er gequetscht wird und löst einen brennenden Schmerz aus. Der Hintergrund dabei: Durch das ständige Sitzen wird der Hüftbeuger immer kürzer. Wenn wir dann aufstehen, versucht der Gesäßmuskel den dabei entstehenden Zug nach vorn durch Anspannung ausgleichen. Hinten und vorn, Strecker und Aufrichter, geraten dabei in eine regelrechte Auseinandersetzung, die Überspannung wächst immer weiter. Darunter leidet der Ischiasnerv, irgendwann reagiert er gereizt. Unsere Übungen konzentrieren sich deshalb zunächst auf den Bereich der Gesäßmuskulatur, die beim Schmerzgeschehen rund um den Ischias, unserer Einschätzung nach, die zentrale Rolle spielt.

5. Übungen nach Liebscher & Bracht gegen Ischiasschmerzen

🎥 In diesem Video zeigt Roland Liebscher-Bracht effektive Engpassdehnungen, die bei Ischiasschmerzen helfen können:

5.1. Übungen bei Ischiasschmerzen – sanfter Druck für den Gesäßmuskel

Setzen Sie sich mit dem Steißbein oder dem Ende der Oberschenkel auf die Faszien-Rolle aus unserm Faszien-Set. Sie können auch eine ähnliche Rolle dazu nutzen. Mit den Händen stützen Sie sich seitlich ab, belasten jedoch zugleich die Rolle mit ihrem ganzen Gewicht, dann schieben Sie das Gesäß langsam nach vorn. Die Knie heben Sie dabei etwas an, um den Druck zu intensivieren. Schieben Sie weiter, auch wenn es wehtut, bis Sie mit der Rolle am Rand der Hüfte, am Darmbein angekommen sind. Dann halten Sie an und entfernen die Rolle wieder.

5.2. Übung bei schmerzendem Ischias – Muskeln und Faszien quetschen

Diese Übung wird mit der Medi-Kugel aus dem Faszien-Set durchgeführt. Sie ist etwa so groß wie ein Tennisball. Platzieren Sie die Kugel unter der Gesäßseite, die schmerzt und zieht. Dann bewegen Sie die Kugel hin und her.

5.3. Übungen bei Ischiasschmerzen – Oberschenkel stimulieren

Nehmen Sie die Mini-Kugel aus dem Faszien-Set. Wenn Ihre rechte Seite schmerzt, winkeln Sie das rechte Bein im Sitzen etwas an, das linke ist gestreckt. Die Kugel drücken Sie am Ansatz des Oberschenkels tief in die Mitte und spüren Ihrem empfindlichsten Punkt nach. An dieser Stelle bewegen Sie die Kugel gedrückt in einem sehr kleinen Radius von etwa drei bis vier Quadratzentimetern hin und her. Bilden Sie dabei mit der Kugel verschiedene Winkel, für etwa eine Minute.

Um die Verkürzungen der Muskulatur im vorderen Bereich zu beeinflussen, ist folgende Übung geeignet: Sie gehen in den Vierfüßlerstand. Dabei platzieren Sie die Arme unter den Schultern und halten sie diese gestreckt. Schieben Sie die Knie etwas nach hinten, senken Sie Ihr Gesäß langsam ab und lassen Sie den Rücken durchhängen. Der Kopf wird dabei nach hinten gebeugt. Diese Übung ist eine der wichtigsten bei Schmerzen im unteren Rücken. Verweilen Sie in dieser Position etwa zwei Minuten, achten Sie aber darauf, dass der Schmerz dabei auf der Skala die 10 nicht überschreitet.

Diese Übung lässt sich noch weiter intensivieren, indem Sie zunächst das linke Bein im Knie abwinkeln, nach außen ziehen und dabei den Fuß an das Knie des rechten Beines legen. Die Dehnung geht dabei in den Hüftbeuger hinein. Gehen Sie tief in die Dehnung und atmen Sie dabei tief ein und aus. Beim Ausatmen lassen Sie sich tiefer hinabsinken. Verweilen Sie so wenigstens eine halbe Minute bis zu zwei Minuten, dann lösen Sie die Übung auf, und winkeln das andere Bein entsprechend an.

Für die nächste Übung brauchen Sie einen geraden Stuhl, auf den Sie sich etwas entfernt von der Lehne setzen. Dann legen Sie das rechte Bein mit dem Knöchel auf das linke Knie. Die linke Hand wird auf dem rechten Fuß und die rechte Hand auf dem linken Knie abgelegt. Dabei gehen Sie ordentlich ins Hohlkreuz, das ist sehr wichtig. Beugen Sie anschließend den Rumpf langsam nach vorn, immer im Hohlkreuz. Im rechten Gesäß wird dadurch eine Dehnung ausgelöst. Sie wirkt direkt auf den Gesäßmuskel, der überspannt und unnachgiebig ist und auf den Nerv drückt. Dann drehen Sie Ihren Oberkörper so weit wie möglich nach rechts und bleiben immer im Hohlkreuz, versuchen Sie, sich immer weiter nach vorn zu beugen und halten Sie die Übung für etwa zwei Minuten.

Unsere Botschaft lautet: Probieren Sie diese Übungen aus, bevor Sie sich wegen Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich sogar einer Operation unterziehen. Unsere spezialisierten Schmerztherapeuten nach Liebscher & Bracht wissen: Eine Operation ist nur in seltenen Fällen geboten. Gern stehen wir Ihnen zur Verfügung.

5.4. Was Sie sonst noch gegen Ischiasschmerzen / Ischialgie tun können

Wärme tut sehr gut

Der Ischias ist ein Nerv. Er ist der längste Nerv des Körpers und zieht sich von der Hüfte bis zu den Zehen. Ein bewährtes Rezept gegen den Schmerz ist Wärme. Wärme tut gut und lindert darüber hinaus die Schmerzen, während Nerven und Muskel gleichzeitig entspannt werden. Eine Wärmflasche oder warme Wickel sind einfache Mittel, um den Schmerz zu lindern.

Bewegung ist wichtig

Leiden Sie unter Ischiasschmerzen, dann ist Bewegung ein wichtiges und sinnvolles Rezept zur natürlichen Behandlung. Auf den ersten Blick mag das absurd klingen, und aufgrund der Schmerzen kann Bewegung auch viel Überwindung bedeuten. Aber – der Schmerz wird in der Regel durch zu langes Sitzen oder durch einen Mangel an Bewegung ausgelöst. Machen Sie einen Spaziergang und bewegen Sie sich vorsichtig, um die Muskeln in diesem Fall wieder an die Bewegung zu gewöhnen. Sitzen Sie, zum Beispiel bei der Arbeit, lange im Büro, dann ist es auch hier durchaus sinnvoll, zwischendurch aufzustehen und sich etwas zu bewegen. Wechseln Sie die Positionen, arbeiten Sie doch zwischendurch einfach einmal an einem Stehpult. Es gibt viele Möglichkeiten, um in Bewegung zu bleiben. Nehmen Sie sich ein Kissen mit und klemmen Sie sich dieses zwischen Lehne und Bauch und lehnen Sie sich daran an. Der größte Fehler, den Sie machen können ist, aufgrund der Ischiasschmerzen komplett auf Bewegung zu verzichten. In diesem Fall können die Schmerzen sich sogar noch deutlich verschlimmern.

Machen Sie Bewegungsübungen!

Bauen Sie die Übungen nach Liebscher & Bracht in ihren Tagesablauf ein. Abends vor dem Fernseher, morgens nach dem Aufstehen – es kommt dabei zentral darauf an, dass Sie die Übungen regelmäßig und nachhaltig durchführen. Da Ischiasschmerzen, nachdem sie erst einmal aufgetreten sind, häufig wiederkehren, ist es sinnvoll, mit den Übungen fortzufahren, wenn die Schmerzen wieder abgeklungen sind. So beugen Sie neuerlichen Problemen vor.

Ärztliche Behandlung

Bei extrem starken Ischiasschmerzen kann vor allem im Anfangsstadium auch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Sie ist und bleibt aber nur symptomatisch und nicht ursächlich. Sie lindert nur kurzzeitig die Schmerzen und hemmt gegebenenfalls auch die Entzündung. Dasselbe gilt auch dann, wenn die Schmerzen trotz der Übungen immer stärker werden und nicht abklingen wollen. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Lassen Sie sich von einem Orthopäden beraten!

Der Facharzt, der sich mit Ischiasbeschwerden auskennt, ist der Orthopäde. Sollten die Beschwerden andauern und sich nicht in den Griff bekommen lassen, dann lohnt es sich, einen Termin auszumachen und sich von dem Facharzt ausführlich beraten und weitergehende Untersuchungen durchführen zu lassen.

Achten Sie auf Warnsignale!

Wenn Sie jünger als 20 Jahre sind, dann sollten Sie bei Ischiasschmerzen in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, aber auch ab einem Alter von 55 Jahren ist dieser Gang erforderlich. Hatten Sie vor kurzem einen Unfall oder besteht bei Ihnen der Verdacht auf Osteoporose? Im Zweifel ist eine Abklärung anzuraten. Aber auch bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva oder Kortison können bei Ischiasschmerzen eine Rolle spielen. Des Weiteren sollten Sie auf folgende Anzeichen achten:

  • Krankheitsgefühl (stark ausgeprägt);
  • schneller Erschöpfungszustand;
  • Fieber;
  • Appetitlosigkeit;
  • anhaltend starker Schmerz;
  • ungewollter Verlust von Gewicht;
  • bestehende Krebserkrankung;
  • auskurierte bakterielle Infektion;
  • Taubheitsgefühle in der Oberschenkelinnenseite oder Schambereich;
  • Kontinenzprobleme;
  • Lähmung im Bein.

5.5. Eine Operation sollte immer der letzte Ausweg sein

Dauern die Ischiasbeschwerden lange an und lassen sich auch durch Medikamente und Entzündungshemmer nicht behandeln, führt der Weg oftmals in die Klinik. Dort wird das Problem dann durch einen chirurgischen Eingriff gelöst. Zuvor sind zumeist jedoch umfangreiche Untersuchungen, wie zum Beispiel ein MRT, notwendig, um zu schauen, wo das Problem liegt. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass eine Operation in seinem solchen Fall nur sehr selten angebracht ist. In unserer jahrelangen Erfahrung in der Behandlung von Ischialgie-Patienten haben wir oft erlebt, dass sich auch chronische Schmerzen schon in der ersten Behandlung auf ein Restmaß reduzieren ließen.

5.6. Ein wichtiger Hinweis

Sollten die Ischiaschmerzen kurz nach einem Unfall auftreten oder sollten die Schmerzen in Verbindung mit anderen Problemen, wie zum Beispiel Fieber, einhergehen, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die Ursachen können in diesem Fall tiefer liegend sein und unter Umständen andere Gründe haben. Ein Alarmsignal für schnelles Handeln ist auch immer dann, wenn Sie Stuhl oder Harn nicht mehr halten können. In diesem Fall ist akute Gefahr in Verzug.

5.7. Leichte Übungen bei akuten Ischiasschmerzen

Auch das sogenannte Aushängen kann Entlastung bringen und dabei helfen, Ihre Wirbelsäule zu dehnen. Dazu benötigen Sie entweder zwei stabile Stühle oder zwei Tische. Dort stützen Sie Ihre Hände auf und lassen Ihr Becken locker durchhängen. Die Schwerkraft zieht ihre Wirbelsäule lang.

Geeignet zur Entlastung ist die sogenannte Stufenlagerung. Diese wird von vielen Patienten mit Ischiasschmerzen als besonders wohltuend empfunden. Legen Sie sich dafür auf einen festen Untergrund mit geradem Rücken. Lagern Sie Ihre Unterschenkel hoch, ungefähr in einem Winkel von 90 Grad.

Die sogenannte Kutscherstellung entlastet ebenfalls Ihre gereizten Nerven im Rücken. Setzen Sie sich hierzu auf einen Stuhl und spreizen Sie dann Ihre Beine. Beugen Sie Ihren Oberkörper dann leicht nach vorn und lagern Ihre Ellbogen auf den Knien. Ihre Hände und Arme sollten dabei locker zwischen Ihre Beine fallen, so, als würden Sie beispielsweise bei einem Pferd die Zügel halten. Beim Nach-vorn-Sinken Ihres Kopfes wird die Muskulatur gedehnt.

5.8. Vorbeugung von Ischiasschmerzen

Sie können bereits vor auftretenden Problemen mit dem Ischiasnerv vorbeugend agieren. So ist es beispielsweise anzuraten, sich einmal in der Stunde zu erheben, um den Körper zu dehnen. Nutzen Sie zudem jede Möglichkeit, sich zu bewegen. Menschen müssen sich bewegen, damit einige Muskeln nicht chronisch unterfordert, andere nicht überbeansprucht werden.

Die Liebscher & Bracht Schmerztherapie zielt darauf ab, Ihnen eine Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand zu geben. Langfristig sollen Sie erlernen, sich in Ihren Körper hinein zu fühlen und mittels speziell ausgearbeiteter Bewegungstherapie selbst Ihren Schmerz zu behandeln. Das macht Sie unabhängig von Arztpraxen, Sie können die Ursachen für den Ischiasschmerz angehen und nicht nur über Medikation den Schmerz unterdrücken.

Die Übungen nach Liebscher & Bracht dienen der Hilfe zur Selbsthilfe. Nach einer Anleitung sollen Sie in der Lage sein, sich selbst therapieren zu können. Gezielte Übungen, die auf die Ischiasschmerzen, und vor allem deren Ursachen abgestimmt sind, helfen Ihnen dabei, langfristig die Schmerzen zu reduzieren oder sogar komplett schmerzfrei zu bleiben.

Sie selbst übernehmen dabei die Regie in der Behandlung Ihrer Ischiasschmerzen. Sie können jederzeit und ganz nach persönlichem Befinden und Wunsch trainieren, und dabei wieder zu mehr Lebensqualität und einem schmerzfreieren Leben finden. Die Liebscher & Bracht Übungen sind genau für Menschen wie Sie entwickelt worden, die eine Hilfe zur Selbsthilfe bei Ischiasschmerzen wünschen.