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Knieschmerzen: Ursachen verstehen und aktiv werden

Übungen: 222.05.2026
Roland Liebscher-Bracht

Roland Liebscher-Bracht

Schmerzspezialist & SPIEGEL-Bestseller-Autor

Medizinische Prüfung: Dr. med. Egbert Ritter
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Es können muskulär-fasziale Überlastungen und Spannungen oder Arthrose, ein Meniskusriss oder eine Bakerzyste als Ursachen für die Beschwerden infrage kommen. Insbesondere Menschen mit sitzenden Tätigkeiten oder einseitigen Bewegungsmustern scheinen zu Kniebeschwerden zu neigen. Wir zeigen dir, wie muskulär-fasziale Spannungen mit Knieschmerzen zusammenhängen und mit welchen Übungen du eine Flexibilisierung des Bereichs fördern könntest.

1. Das Thema kurz und kompakt

  • Knieschmerzen können verschiedene Ursachen haben – häufig spielen zu hohe Spannungen in Muskeln und Faszien eine wichtige Rolle 2).
  • Das Kniegelenk ist das größte Gelenk im Körper und muss im Alltag große Kräfte aushalten – beim Treppensteigen wirkt das bis zu 5-fache des Körpergewichts auf die Kniescheibe 3).
  • Bewegungsmangel und einseitige Belastungen können die Entstehung von Knieschmerzen begünstigen. Etwa 8,5 Stunden täglich verbringen Menschen in Deutschland im Schnitt im Sitzen 4).

In diesem Video bekommst du eine umfassende Einleitung mit vielen Informationen zum Thema „Knieschmerzen“:

YouTube Video 5YijiqtFV6U

2. Das Kniegelenk – ein komplexes Bewegungssystem

Damit du Knieschmerzen besser verstehen kannst, lohnt es sich, zunächst einen kurzen Blick auf den Aufbau des Knies zu werfen: Das Kniegelenk ist das größte und komplexeste Gelenk im menschlichen Körper. Als Dreh-Scharniergelenk ermöglicht es dir nicht nur die Beugung und Streckung des Beins, sondern auch leichte Drehbewegungen. Bis zu 150 Grad Beugung und 10 Grad Überstreckung sind möglich.

Aufbau und Funktion des Kniegelenks

Um dir die Schmerzen im Knie besser begreiflich zu machen, möchten wir zunächst die knöcherne Struktur deines Kniegelenks aufzeigen. Die wichtigsten Strukturen sind:

  • Der Oberschenkelknochen (Femur)
  • Die Kniescheibe (Patella)
  • Das Schienbein (Tibia)
Grafik eines Knies von der Seite. Oberschenkel und Unterschenkel treffen aufeinander und bilden das Kniegelenk.

Dabei entstehen zwei wichtige Gelenkverbindungen: Das Gelenk zwischen Oberschenkel und Schienbein (Tibiofemoral-Gelenk) sowie das Gelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen (Patellofemoral-Gelenk). Die Stabilität wird durch ein komplexes System aus Bändern, Sehnen und Muskeln gewährleistet 5):

  • Die Kreuzbänder sichern die Stabilität nach vorne und hinten
  • Die Seitenbänder geben seitlichen Halt
  • Der vierköpfige Oberschenkelmuskel (Quadrizeps) ermöglicht die Streckung
  • Die rückseitige Oberschenkelmuskulatur steuert die Beugung
  • Die Menisken verteilen den Druck gleichmäßig im Gelenk

Besondere Belastungen im Alltag

Bei jedem Schritt können Kräfte auf dein Kniegelenk einwirken, denn schon beim normalen Gehen trägt es oft bereits das Dreifache des Körpergewichts. Beim Treppensteigen erhöht sich diese Belastung in der Regel auf das Vier- bis Fünffache und beim Sport wird es oft noch einmal mehr. 6). Der moderne Alltag mit viel Sitzen und wenig Bewegung stellt dabei eine besondere Herausforderung dar: Durchschnittlich 8,5 Stunden verbringen Menschen in Deutschland täglich im Sitzen, sodass muskuläre Dysbalancen wahrscheinlicher werden.7)

Rolle der Muskeln und Faszien – unser Ansatz bei Liebscher & Bracht

Unser ganzer Körper wird von Faszien durchzogen – einem dreidimensionalen Netzwerk aus elastischem Bindegewebe. Diese Faszien bestehen aus Wasser, Kollagenfasern sowie Klebstoffen und sind nur 0,5 bis 3 Millimeter dick 8). Sie sind flexibel und halten deine Muskeln, Organe, Gefäße, Knochen, Bänder und Sehnen an ihrem Platz.

Damit sie elastisch bleiben, sollten sie regelmäßig in verschiedene Richtungen gedehnt werden. Im modernen Alltag kommt das jedoch oft zu kurz: Denn langes Sitzen könnte den Bewegungswinkel im Knie, den großen Oberschenkelmuskel (Quadrizeps) oder auch die Wadenmuskulatur unnachgiebiger werden lassen. Eingeschränkte Bewegungsmuster können unserer Erfahrung nach zu urteilen, zu erhöhten Spannungen in Muskeln und Faszien im Kniegelenk führen und deine Kniebeschwerden fördern.

3. Häufige Ursachen für Knieschmerzen

Dies sind die wichtigsten Ursachen für Knieschmerzen, die wir im Nachgang näher spezifizieren:

  • dauerhafte Fehlbelastung
  • Übergewicht
  • Überbelastung
  • einseitige oder fehlende Bewegung
  • Verletzungen und Unfälle
  • entzündliche Erkrankungen

Auch ein Knorpelverschleiß könnte die Knieschmerzen verursachen und sich beispielsweise durch folgende Symptome äußern:

  • Steifigkeitsgefühl mit Anlaufschmerz
  • Schwellungen
  • Schmerzen bei größeren und zunehmend geringeren Belastungen
    abnehmende Stabilität
  • Schmerzen, die zum Stehenbleiben beim Gehen zwingen und schließlich auch im Ruhezustand oder nachts mit zunehmender Bewegungseinschränkung quälen

Warum werden deine Muskeln und Faszien unnachgiebig?

Ein faszinierendes dreidimensionales Netzwerk durchzieht unseren gesamten Körper: die Faszien. Diese elastischen Bindegewebsstrukturen bestehen aus Wasser, Kollagenfasern und Klebstoffen. Mit nur 0,5 bis 3 Millimetern Dicke erfüllen sie eine essentielle Funktion im Gelenkbereich: Sie halten Muskeln, Organe, Gefäße, Knochen, Bänder und Sehnen an ihrem Platz. Faszien unterstützen unsere Beweglichkeit und wenn sie nicht genügend beansprucht werden, können sie sich verkleben und ein verlangsamter Stoffwechsel transportiert zudem häufig weniger wichtige Nährstoffe. 9)10) Die Bewegung der Kniegelenke ist durch unseren heutigen Alltag stark eingeschränkt und in den wenig genutzten Gelenk-Winkeln viel zu unausgeglichen.

Zusammenhang zwischen Muskel-/Faszienspannungen und Knieschmerzen

Aktuelle Forschungen zeigen ein faszinierendes Zusammenspiel zwischen Muskeln, Faszien und Knieschmerzen. Unser ganzer Körper wird von einem dreidimensionalen Netzwerk aus Faszien durchzogen – einem elastischen Bindegewebe, das aus Wasser, Kollagenfasern und speziellen Klebstoffen besteht.11)

Diese Faszien könnten eine wichtigere Rolle spielen als lange angenommen. Studien weisen darauf hin, dass sie nicht nur Muskeln, Organe und Knochen an ihrem Platz halten, sondern auch aktiv auf Belastungen reagieren können. 12) Dies könnte aufgrund einer veränderten Druckverteilung im Kniegelenk zu Schmerzen im Kniegelenk, eingeschränkten Bewegungsmustern oder zu Kompensationsmechanismen in anderen Bereichen führen.

Die Anatomie des Knies mit jeweiligen Beschriftungen., auch des Meniskus

Unnachgiebige Muskeln und Faszien im Oberschenkel:

Dieses System ist auf vielfältige Bewegung ausgelegt. Im modernen Alltag kommt es jedoch häufig zu einseitigen Belastungsmustern: Der große Oberschenkel-Muskel (Musculus quadriceps femoris) besteht aus 4 Muskelköpfen, die bis über das Kniegelenk reichen und es bei Bedarf strecken. Seine natürliche Dehnfähigkeit könnte dadurch abnehmen, sodass dir das Hinhocken vielleicht schwerfällt.

Unnachgiebige Muskeln und Faszien im Unterschenkel:

Der Zwillingswadenmuskel (Musculus gastrocnemius) verläuft über das Kniegelenk und beugt es. Bei andauerndem Sitzen oder Stehen könnte der Muskel permanent verkürzen und seine volle Dehnungslänge nicht erreichen. Ähnlich könnte sich auch die seitliche Oberschenkelmuskulatur verhalten, sodass sie ihrer stabilisierenden Funktion weniger gut nachkommt und so die natürliche Gelenkführung beeinflussen könnte. 13).

Experten-Tipp von Roland Liebscher-Bracht: So merkst du deine Oberschenkelmuskulatur – wenn du dich gerade hinstellst und ein Bein so weit nach hinten anwinkelst, dass deine Ferse dein Gesäß berührt, wird der Oberschenkelmuskel gedehnt. Stehst du jedoch gerade im Raum, ist der Muskel in der kürzesten Position.

Die Grafik zeigt die Beinmuskulatur am menschlichen Skelett. Oberhalb des Knies ist der vierköpfige Oberschenkelmuskel zu sehen und der Zwillingswadenmuskel liegt unterhalb des Knies.

Arthrose und Verschleiß als Ursache für Knieschmerzen

Die Arthrose im Kniegelenk, auch Gonarthrose genannt, ist mit einer Prävalenz von 25 % bei über 40-Jährigen die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland. Der Verlauf ist meist schleichend und durchläuft verschiedene Stadien: 14)

  • 1. Stadium: Leichte Abnutzung der Knorpeloberfläche, oft noch ohne Beschwerden
  • 2. Stadium: Erste Einrisse und Auffaserungen des Knorpels
  • 3. Stadium: Deutliche Knorpelschäden mit möglichen Knochenveränderungen
  • 4. Stadium: Vollständiger Knorpelverlust mit Knochenumbauten15)

Wusstest du, dass der Knorpel selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt? Die auftretenden Schmerzen entstehen durch Reaktionen der umgebenden Strukturen. Aktuelle Forschungen untersuchen den Zusammenhang zwischen Bewegungsverhalten und Arthroseentwicklung. Eine große Kohortenstudie mit 15.000 Teilnehmern legte nahe, dass Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit ein erhöhtes Arthroserisiko aufweisen können. 16).

Als weitere wissenschaftlich belegte Risikofaktoren für Kniebeschwerden gelten:

  • Biomechanische Faktoren wie X- oder O-Beine
  • Genetische Veranlagung
  • Bewegungsmangel und häufiges Sitzen können ebenso eine Arthrose begünstigen 17) 18)
  • Übergewicht – jedes zusätzliche Kilogramm erhöht den Druck aufs Knie um das 3-4-fache 19)
Der Arthrose-Verlauf in vier Stadien wird anhand von vier Modellen dargestellt. Jedes Stadium wird beschrieben.

Die vier Stadien der Arthrose im Kniegelenk | © bilderzwerg – Fotolia.com

Überlastung durch Sportverletzungen als Ursachen

Sportverletzungen und Unfälle können ebenfalls Knieschmerzen fördern und beispielsweise zu folgenden Beschwerden führen:

Meniskusschäden

Vor allem der Innenmeniskus kann vermehrt für Knieprobleme verantwortlich sein. Der Schmerz sollte sich in diesem Fall auf den inneren Gelenkanteil konzentrieren und sich bei Belastung beziehungsweise Verdrehungen verstärken. Ein typisches Symptom ist das „Giving way“ – ein plötzliches Wegknicken des Knies 20).

Das „Läuferknie“ (Tractus-iliotibialis-Syndrom)

Bei sportlich aktiven Menschen könnte es zum sogenannten Läuferknie kommen, das sich aus einer Kombination verschiedener Faktoren ergibt:

  • Schwach ausgeprägter Rumpf- und Gesäßmuskulatur
  • Überlastung der seitlichen Sehnenplatte am Knie
  • Anatomischen Gegebenheiten wie O-Beinen

Bedingt durch eine wenig ausgeprägte Rumpf- und Gesäßmuskulatur, kann die Sehnenplatte am Knie beim Laufen überbeansprucht werden. Auch O-Beine können im Zusammenhang mit regelmäßiger Belastung zu einem Läuferknie führen. Nach herkömmlicher Meinung entstehen die Schmerzen an der Außenseite dadurch, dass die Sehnenplatte am äußeren Knochen-Vorsprung des Oberschenkel-Knochens über das Kniegelenk reibt. Durch den Sport könnte es durch zu häufiges Kniebeugen und Strecken des Kniegelenks zu einer Reizung kommen. Dabei beginnen die Schmerzen häufig an der Außenseite und entstehen nur beim Laufen. Im späteren Verlauf können sie auch beim Gehen vorkommen. 21)

Sprunggelenksprobleme mit Auswirkung aufs Knie

Wusstest du, dass Knieschmerzen auch Probleme mit dem Sprunggelenk fördern könnten? Durch veränderte Bewegungsmuster entstehen Kompensationen, die das Knie zusätzlich belasten 22).

Experten-Tipp von Roland Liebscher-Bracht: Ein besonderes Phänomen ist das „Springerknie“, das vor allem Sportler betrifft, die häufig springen, schnell die Richtung wechseln oder abrupt abbremsen. Bei dieser Diagnose kommt es durch Überlastung am Unterrand der Kniescheibe zu Verletzungen der Kniescheiben-Sehne (Tendinopathie). Interessant ist der zeitliche Verlauf, denn die Gelenkschmerzen neigen dazu, sich oft erst nach der Belastung zu entwickeln und könnten sich über Nacht verstärken. 23).

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4. Arten und Lokalisation von Knieschmerzen

Die Lokalisation von Knieschmerzen ist wie ein diagnostischer Wegweiser. Je nachdem, wo genau du die Beschwerden verspürst, lassen sich Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Probleme ziehen. Mit unserem Knieschmerzen-Test könntest du versuchen, deine Schmerzen näher zu definieren. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass unser Test nur einen ersten Anhaltspunkt darstellen könnte und keinesfalls den Besuch bei deinem Arzt ersetzen soll.

Schmerzen an der Kniescheibe (Vorderer Knieschmerz)

Der vordere Knieschmerz gehört zu den häufigsten Beschwerdebildern am Knie und stellt Mediziner vor besondere Herausforderungen. Die Schmerzen können sich wie ein Band über die Vorderseite des Knies ziehen und sowohl in den Oberschenkel als auch in den Unterschenkel ausstrahlen. Besonders tückisch: Die Kniebeschwerden könnten sich schleichend, ohne erkennbaren Auslöser entwickeln.

Nun sollte eventuell ein Kniespezialist genauer hinsehen, denn die Kniescheibe scheint hier eine zentrale Rolle zu spielen. Bei jeder Bewegung gleitet sie in einer Art Führungsrinne am Oberschenkelknochen auf und ab. Nach üblicher Auffassung kann diese fein abgestimmte Mechanik durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, wie beispielsweise durch Verschiebungen im Knie, Fehlstellungen und Verformungen der Kniescheibe. 24). Auch ein ungleichmäßiges Muskel- und Krafttraining, Arthrose hinter der Kniescheibe (Retropatellar-Arthrose) und in manchen Fällen auch rheumatische Erkrankungen können Schmerzen im Knie fördern.

Schmerzen an der Knie-Innenseite („mediale Knieschmerzen“)

Die Innenseite des Knies beherbergt einige der empfindlichsten Strukturen des Gelenks. Hier treffen der Innenmeniskus, das mediale Seitenband und wichtige Muskelansätze aufeinander. Diese anatomische Konstellation macht den Bereich besonders anfällig für Störungen. Wenn Patienten über Schmerzen an der Innenseite klagen, beschreiben sie oft ein charakteristisches Muster: Die Beschwerden verstärken sich beim Treppensteigen und beim Aufstehen aus der Hocke. Dabei kann der Schmerz auch bis in die Innenseite von Oberschenkel beziehungsweise Unterschenkel ausstrahlen. Häufig berichten sie auch von einem Instabilitätsgefühl, besonders bei Drehbewegungen. Die Ursachen können von einer einfachen Fehlbelastung bis hin zu strukturellen Problemen wie Meniskusschäden oder Schleimbeutelentzündungen reichen. 25) 26)

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Schmerzen an der Knie-Außenseite („laterale Knieschmerzen“)

An der Außenseite des Knies zeigt sich ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Strukturen, das durch falsche oder abgenutzte Schuhe, Fehlstellungen sowie durch O-Beine oder X-Beine leiden könnte. Zusätzliche mögliche Ursachen sind Verletzungen am Außenband oder Meniskus und dauerhaft schwere Belastungen. Ferner könnten diese Beschwerden ebenfalls auf einen Verschleiß des äußeren Kniegelenkspalts hindeuten. In diesem Zusammenhang könnte dein Arzt auch das oben beschriebene Läuferknie feststellen. 27)

Schmerzen in der Kniekehle

Wir betrachten die Kniekehle auch aus biomechanischer Sicht, denn hier treffen verschiedene Muskelgruppen, Sehnen und Gefäße auf engem Raum zusammen. 28). Nach aktuellen Forschungserkenntnissen kann eine Überlastung der Kniekehlen-Muskeln oder der hinteren Oberschenkel-Muskulatur zu Kniebeschwerden beitragen und mit auch mit einem zu intensiven oder falschen Training in Verbindung gebracht werden. 29). Achte daher auf folgende Symptome:

  • Eine mögliche Reizung oder Entzündung der Sehnen
  • Schmerzen, die sich an der Außen- oder Innenseite der Kniekehle zeigen können
  • In manchen Fällen Verdickungen oder lokale Überwärmung
    Beschwerden, die sich beim Anwinkeln des Knies verstärken könnten

Die Bakerzyste in der Kniekehle

Ein häufig beobachtetes Phänomen in der Kniekehle ist die Bakerzyste. Nach aktuellem Forschungsstand könnte sie durch eine Reizsymptomatik infolge verschiedener Schädigungen innerhalb des Kniegelenks entstehen 30).

Eine vermehrte Produktion von Gelenkflüssigkeit und ein erhöhter Innendruck im Kniegelenk vermögen die Stabilität der Gelenkkapsel und des umliegenden Bindegewebes beeinflussen. Daraus kann sich die sogenannte Bakerzyste entwickeln, eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste in der Kniekehle. 31) Studien weisen darauf hin, dass beim Treppensteigen oft Patella-Fehlstellungen sowie das hintere Kreuzband eine Rolle spielen könnten. Beim Abwärtsgehen stehen hingegen möglicherweise das vordere Kreuzband (ACL) und Probleme der Kniescheibe im Vordergrund 32).

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4. Knieschmerzen – die klassische Behandlung

Die Behandlung deiner Knieschmerzen sollte sich nach der genauen Diagnose richten. Folgende Optionen können während der Behandlung von Schmerzen im Knie zum Einsatz kommen:

  • Physiotherapie mit Muskelkräftigung und Muskeldehnung
  • Schonung, Kinesio-Tape, Knie-Bandage
  • Wärme oder Kälte-Anwendungen
  • entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel
  • Cortison- oder Hyaluronsäure-Spritzen
  • Arthroskopien mit Knorpelglättung, Meniskus-Entfernungen oder Umstellungsoperationen
  • künstlicher Ersatz für das Kniegelenk

Kurzfristige Therapien zur Behandlung

Viele dieser Maßnahmen sollen dein Wohlbefinden beziehungsweise dein Kniegelenk unterstützen:

  • Wärme, Kälte, Tapes und Bandagen können das Knie in akuten Fällen unterstützten. Du solltest dich aber schnell auch wieder ohne Unterstützung bewegen, um Muskulatur, Bänder und Sehnen nicht weiter zu schwächen.
  • Schmerzmittel und Spritzen könnten dich dabei unterstützen, aus einer Schonhaltung zu kommen, haben aber Nebenwirkungen. 33) 34) Ihre Wirksamkeit ist außerdem nur kurzfristig. 35) Wir raten nicht dazu, Schmerzmittel zu nehmen, um anschließend die Übungen zu machen.
  • Unser Ansatz verfolgt jedoch die Flexibilisierung und Mobilisierung von Muskeln, Bändern und Faszien. Wir betrachten Schmerzen eher als Alarmschmerz und als Ausgangspunkt für die Übungen.
  • Nur in wirklich schwerwiegenden Fällen ist eine Operation nötig: Wenn ein Gelenk derart zerstört ist, dass es blockiert und alle anderen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum keine Heilung bringen. 36)

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Wie funktionieren die Liebscher & Bracht Übungen?


So funktionieren unsere Liebscher & Bracht Übungen®

Unsere Übungen sind das Ergebnis von mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Schmerzbehandlung. Sie setzen an einer häufigen Schmerzursache an: erhöhte Spannungen in den Muskeln und Faszien.

Die genauen wissenschaftlichen Zusammenhänge von Bewegung und Schmerzen erläutern wir dir in unserer Literaturstudie.

Wir führen Studien zur Wirksamkeit unserer Übungen und Techniken durch. Alle veröffentlichten Studien findest du auf unserer Studienseite.

Bitte beachte die Hinweise zu unseren Übungen. Dort findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Ausführung.

Wenn du unsicher bist oder starke Schmerzen hast, helfen dir Zertifizierte Liebscher & Bracht-Therapeuten in deiner Nähe.

Wichtig: Die Liebscher & Bracht Übungen® regelmäßig anwenden

Durch speziell entwickelte Faszien-Rollmassagen und Dehn-Übungen kann die muskulär-fasziale Spannung langfristig auf einem normalen Niveau gehalten werden. Es ist absolut notwendig, dass du diese Liebscher & Bracht Übungen® regelmäßig und konsequent durchführst. Denn nur so bleiben deine Muskeln und Faszien permanent nachgiebig und die Spannungen im Normalbereich. Das ist der einzige Weg, um sich dauerhaft von Knieschmerzen befreien zu können.

In der Liebscher & Bracht App betreuen wir dich mit speziell entwickelten Intensiv-Programmen langfristig: All diese Übungen kannst du bequem von zuhause aus machen.

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5. Die bewährten Liebscher & Bracht Übungen® bei Knieschmerzen für zuhause

In diesem Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht die wichtigsten Übungen bei Knieschmerzen zum Mitmachen. Wir zeigen dir verschiedene Ansätze, mit denen du das Ziel der Reduzierung der Knieschmerzen verfolgen könntest. Unserer Erfahrung nach sollten die Übungen mit Hilfsmitteln sowie einer Faszien-Rollmassagen kombiniert werden, um die Funktionalität zu fördern. 37). Wir möchten dich darin bestärken, Muskeln und Faszien wieder zu flexibilisieren und in Bewegung zu kommen.

Eine wichtige Grundübung zur Wadendehnung haben wir dir unten in der Übungsbeschreibung festgehalten.

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Eine Person steht mit dem linken Fuß auf dem Knieretter. Die Ferse ist tief, das Bein ist gestreckt. Mit den Händen stützt sie sich an der Wand ab.
  • Komme an eine Wand und stelle deinen Knieretter davor. Mit dem linken Fuß steigst du auf den Knieretter und stützt dich an der Wand ab.
  • Strecke das linke Bein durch. Wenn die Dehnung zu stark ist, kannst du die Höhe des Knieretters anpassen.
  • Halte die Dehnung etwa 2 Minuten.

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Checkliste für die Liebscher & Bracht Übungen®

Damit bei unseren Übungen nichts schiefgeht, haben wir die wichtigsten Infos in einer Checkliste zusammengefasst. So hast du alle Tipps auf einen Blick und kannst mit einem guten Gefühl üben.

  • Übe immer in der richtigen Intensität und im Zweifelsfall lieber mit etwas geringerer Intensität. Du spürst dabei einen intensiven Schmerz, kannst aber während der Dehnung noch ruhig atmen. Der Dehnungsschmerz ist deutlich, fühlt sich aber nicht brennend, pulsierend oder scharf an.
  • Bewege dich bei den Übungen so, dass du deinen Körper zu jedem Zeitpunkt beobachten und einschätzen kannst. Sei beispielsweise sehr achtsam, wenn du abrutschen oder das Gleichgewicht verlieren könntest. Bewege dich bei Liebscher & Bracht Übungen® grundsätzlich sehr langsam.
  • Verzichte so weit wie möglich auf die Einnahme von Schmerzmitteln. Unsere Liebscher & Bracht Übungen® nutzen deinen Schmerz als Ausgangspunkt und täglichen Vergleichswert. Du solltest ihn daher nicht künstlich unterdrücken, sondern als Orientierung für die korrekte Übungsdurchführung und Dehnungsintensität einsetzen.
  • Führe an 6 Tagen pro Woche die Übung mindestens einmal täglich aus. Für jeden Übungsschritt solltest du 2 bis 2,5 Minuten investieren. Bist du schon geübter, baue nach und nach auch das Gegenspannen und das aktive Dehnen ein. So kannst du die Liebscher & Bracht Übungen® deutlich intensivieren.
  • Benutze professionelle Hilfsmittel für deine Liebscher & Bracht Übungen®. Unsere Hilfsmittel wie Rücken-, Kiefer-, Schulter-, Knie-, Nacken- oder ISG-Ischias-Retter unterstützen Menschen dabei, die Liebscher & Bracht Übungen® noch einfacher durchzuführen und sich damit noch besser selbstständig bei Schmerzen helfen zu können. Andere Hilfsmittel eignen sich zwar auch, erzielen möglicherweise aber nicht den Erfolg, den du dir wünschst.
  • Sollten die Schmerzen aufgrund der Übungen zunehmen, besteht kein Grund zur Panik. Eine Erstverschlimmerung kann eine normale Reaktion deines Körpers sein. Wenn es dir nach den Übungen aber dauerhaft schlechter statt besser geht, pausiere aber bitte für einen oder zwei Tage und steigere dich erneut langsam. Sollten die Übungen über mehrere Wochen hinweg keine Besserung erbringen, suche einen Liebscher & Bracht Therapeuten auf oder hole dir ärztlichen Rat.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei den Übungen!

6. So könntest du Knieschmerzen vorbeugen

Mit entsprechender Bewegung kannst du aktiv dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit für Knieschmerzen zu reduzieren. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass regelmäßige Bewegung, ein ausgewogenes Training verschiedener Muskelgruppen und entsprechend ausreichende Erholungsphasen wichtig sein könnten. Ferner solltest du die Belastung nur nach und nach steigern. 38) Bewegungsempfehlungen bei Kniebeschwerden“, 2023)). Besonders Schwimmen, Radfahren, moderates Walking und kontrolliertes Krafttraining gelten als empfehlenswert.

Ernährungsaspekte

Die Ernährung könnte ebenfalls eine unterstützende Rolle spielen 39). Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie eine gute Proteinversorgung für Muskeln und Knorpel hilfreich sein könnte. Omega-3-Fettsäuren könnten zudem Entzündungen beeinflussen.

7. Fazit: Knieschmerzen verstehen und aktiv werden

Knieschmerzen können verschiedene Ursachen haben und an unterschiedlichen Stellen des Kniegelenks auftreten. Die Forschung zeigt, dass sowohl strukturelle Veränderungen als auch muskulär-fasziale Spannungen eine Rolle spielen könnten. Das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Strukturen im Knie macht eine genaue Diagnostik besonders wichtig.

Unsere Erfahrung zeigt: Ein aktiver Umgang mit Kniebeschwerden und das Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen sowie Übungen können deine Kniegesundheit und dein Wohlbefinden unterstützen.

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Häufige Fragen zu Knieschmerzen

Wann sollte ich mit Knieschmerzen zum Arzt?
Ein Arztbesuch könnte in folgenden Situationen sinnvoll sein 40): - Bei plötzlich auftretenden, starken Schmerzen - Bei Schwellungen oder Überwärmung des Knies - Wenn ein Instabilitätsgefühl auftritt - Bei anhaltenden Beschwerden über mehrere Wochen - Nach Unfällen oder Verletzungen
Welche Sportarten sind bei Knieschmerzen geeignet?
Bei Knieschmerzen solltest du auf gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, moderates Walking und ein kontrolliertes Krafttraining setzen. Letzteres könnte die Stabilität im Gelenk unterstützen.
Wie kann ich Knieschmerzen vorbeugen?
Du könntest mit Bewegung, Dehnübungen sowie ausreichenden Erholungsphasen und einer guten Körperhaltung im Alltag dazu beitragen, Knieschmerzen vorzubeugen.
Warum knackt mein Knie und ist das schlimm?
Ein Knacken im Knie könnte verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen Bewegung von Sehnen über Knochenvorsprünge, Luftbläschen im Gelenk, raue Gelenkflächen im Knie sowie Meniskusveränderungen. Knackgeräusche im Knie ohne Schmerzen sollten in der Regel harmlos sein. Bei zusätzlichen Beschwerden könnte eine Abklärung sinnvoll sein 41).
Welche Rolle spielt Übergewicht bei Knieschmerzen?
Jedes zusätzliche Kilogramm könnte dein Knie um das 3-4-fache mehr belasten. Dies könnte insbesondere beim Treppensteigen Schmerzen begünstigen. Daher kann eine Gewichtsreduktion dazu beitragen, die Schmerzen im Knie zu verringern. 42)
Was bedeutet ein Druckschmerz an der Kniescheibe?
Ein Druckschmerz könnte auf eine Überbelastung des Kniescheibengelenks, eine Veränderung der Gelenkflächen oder Muskuläre Dysbalancen im Knie hinweisen. Ferner vermögen au
Wann ist eine Operation am Knie wirklich nötig?
Eine Operation am Knie könnte bei schweren strukturellen Schäden am Knie oder erfolgloser konservativer Therapie infrage kommen. Auch wenn du eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität feststellst oder zu bestimmten Verletzungsmustern neigst, könnte sie angezeigt sein. Die Entscheidung sollte immer individuell und nach sorgfältiger Diagnostik durch deinen Arzt getroffen werden 43).

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Über diesen Artikel

Roland Liebscher-Bracht

Autor:

Roland Liebscher-Bracht

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Dr. med. Egbert Ritter

Facharzt für Unfallchirurgie & Eh. Oberarzt in Salzburg

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Bernd Huber

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Bernd Huber

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Quellen & Studien

  1. 1 Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: "Weißbuch Gelenkerkrankungen", 2023
  2. 2 Bordoni B, et al.: "The indeterminable resilience of the fascial system", Journal of Integrative Medicine 2017
  3. 3 Michael Schünke: "Funktionelle Anatomie", Thieme Verlag 2023
  4. 4 Prof. Froböse, Ingo: "DKV-Report 2021"
  5. 5 Wolfgang Kohn: "Die anatomische Sektion des Kniegelenks", Springer Verlag 2023
  6. 6 Michael Schünke: "Funktionelle Anatomie", Thieme Verlag 2023

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