Migräne auf dem Prüfstand: Ursachen, Symptome und Behandlung neu gedacht

Wie du Migräneattacken erfolgreich vorbeugen und deine Kopfschmerzen dauerhaft loswerden kannst

Eine junge Fraue hat Migräne und hält sich schreiend mit einem Kissen ihre Ohren zu

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Du willst wissen, ob sich hinter deinen Kopfschmerzen eine Migräne verbirgt? Oder hast du bereits eine Diagnose und suchst dringend etwas, das dir wirklich gegen deine Migräneattacken hilft? So oder so: Hier bist du richtig.

In diesem Artikel stellst du gängige Annahmen über die Ursachen von Migräne gemeinsam mit uns auf den Prüfstand. Du erfährst,

  • wie deine Migräneanfälle meistens entstehen,
  • ob und wie sich Migräne von anderen Kopfschmerz-Formen unterscheidet und
  • mit welchen Übungen du die Kontrolle über deinen Körper zurückgewinnen kannst — ganz ohne Schmerzmittel .

Hol dir jetzt das Wissen, um Migräne endlich effektiv vorbeugen und dauerhaft loswerden zu können!

Ärzte und Therapeuten wissen bei Migräne oft nicht weiter. Lebe mit deinen Migräneschmerzen, umgehe deine Trigger und nimm Tabletten, wenn die Symptome zu schlimm werden — so die lapidare Handlungsempfehlung vieler vermeintlicher Experten.

Wir von Liebscher & Bracht geben uns damit nicht zufrieden — und du solltest das auch nicht tun. Deshalb laden wir dich ein, mit unserer Behandlung einen neuen Weg in die Schmerz-Freiheit zu gehen.

1. Was ist Migräne?

1.1 Verschiedene Arten von Kopfschmerzen

Mediziner unterscheiden mittlerweile 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Davon nehmen die sogenannten primären oder idiopathischen Kopfschmerzen schon 90 Prozent ein. In diesen Fällen gilt der Kopfschmerz selbst als „Erkrankung“. Mehr über die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen erfährst du hier.

Zu den primären Kopfschmerz-Formen zählen

  • Spannungskopfschmerzen,
  • Clusterkopfschmerzen und
  • Migräne.

Während einige Stimmen darauf hinweisen, dass die Abgrenzung zwischen Spannungskopfschmerz und Migräne „weiterhin wissenschaftlich  umstritten“ 1) ist, legt sich die Lehrmeinung fest. Sie bestimmt für jede der oben genannten Formen jeweils unterschiedliche Symptome, Ursachen und Therapieansätze. Wir von Liebscher & Bracht  erklären alle drei Fälle mit ein und demselben Entstehungs-Mechanismus: muskulär-fasziale Überspannungen im Bereich von Halswirbelsäule (HWS), Nackenmuskulatur, Kopf und Gesicht. Mehr Infos zu den Ursachen von Migräne erhältst du hier.

Als sekundäre Kopfschmerzen gelten demgegenüber Schmerzen, die durch eine andere Erkrankung verursacht werden bzw. als Begleitsymptom auftreten. Auslöser können harmlose Ursachen wie eine Erkältung sein, aber auch schwere Krankheiten wie ein Schlaganfall, ein Hirntumor oder eine Hirnhautentzündung. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du deine Kopfschmerzen ärztlich abklären lassen. Neurologische Untersuchungen und bildgebende Verfahren (z. B. CT oder MRT) bringen schnell Gewissheit und du kannst dich im Normalfall wieder der tatsächlichen Ursache deiner Beschwerden widmen.

🔍 1.2 Typische Symptome bei Migräne

Die typischen Symptome einer Migräneattacke zählen zu den bekanntesten Schmerz-Phänomenen überhaupt. Auch wer nicht unter Migräne leidet, kann die lange Liste möglicher Beschwerden meist problemlos aufzählen. Um das Beschwerdebild besser einteilen zu können, unterscheidet man verschiedene Stadien eines Migräneanfalls: die Akut-Phase einerseits, zwei zeitlich vorgelagerte Phasen andererseits.

Akut-Phase

  • Kopfschmerzen gelten in dieser Phase als Leitsymptom.
    • Die herkömmlich gezogene Abgrenzung der Migräne von Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen betont den besonderen Charakter dieser Schmerzen als einseitig, pulsierend oder pochend.
    • Körperliche Aktivität verstärkt den Schmerz,
    • Zumeist beginnt der Schmerz im Nacken, wo sich oft ausgeprägte Verspannungen zeigen. Allmählich breitet er sich über die Kopf- und Schläfenregion bis ins Gesicht aus.
    • Die Dauer einer Attacke reicht dabei von vier Stunden bis zu drei Tagen.
  • Typische Begleiterscheinungen sind:
    • Appetitlosigkeit
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Geräuschen oder Licht, auch Geruchsempfindlichkeit

Vorboten einer Migräneattacke

  1. In einer ersten Phase kann es zu Heißhunger auf Süßigkeiten, Wasseransammlungen im Körper (Ödeme), Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und vermehrter Urinproduktion kommen. Verantwortlich für diese Symptome ist dein Hypothalamus, ein Bereich des Zwischenhirns, der das Zusammenspiel von Hormon- und Nervensystem steuert.
  2. Einige Stunden oder erst Tage später bildet sich bei 10–15 % aller Migränepatienten eine sogenannte Aura. Hierbei zeigen sich neurologische Reiz- und Ausfallerscheinungen, wie z. B.
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen, Blitze vor den Augen oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen sowie Lähmungserscheinungen

Die Aura tritt in der Regel vor den eigentlichen Kopfschmerzen auf, entwickelt sich über zehn bis 20 Minuten und hält nicht länger als zwei Stunden an. 2), 3)

1.3 Häufigkeit der Migräne

Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerz-Formen überhaupt. Rund zehn Prozent aller Erwachsenen leiden unter regelmäßigen Migräneanfällen, wobei Frauen gegenüber Männern

  • etwa doppelt so häufig betroffen sind,
  • im Durchschnitt stärkere Schmerzen haben und
  • längere Attacken erdulden müssen. 

Vor der Pubertät beträgt die Häufigkeit der Migräne 4–5 Prozent, jedoch ohne geschlechtsspezifischen Unterschied. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass hormonelle Einflüsse als Migräneauslöser eine Rolle spielen könnten.

Die meisten Migränepatienten sind zwischen 35 und 45 Jahren alt, mit zunehmendem Alter lassen Schwere und Häufigkeit der Attacken bei Frauen und Männern tendenziell nach.

☝ 2. Welche Ursachen hat Migräne?

2.1 Migräne als gesteigerter Spannungskopfschmerz — Das Erklärungsmodell von Liebscher & Bracht

Es klang bereits an: Wir von Liebscher & Bracht unterscheiden nicht zwischen leichten Kopfschmerzen, stärkeren spannungsbedingten Beschwerden, Clusterkopfschmerzen oder Migräne. Wie intensiv deine Kopfschmerzen ausfallen, wo genau der Schmerz sitzt und ob Symptome einer Aura dazukommen, ist aus unserer Sicht allein von zwei Faktoren abhängig:

  • dem Ausmaß der Überspannung in deinen Muskeln und Faszien und
  • dem konkreten Ort der Überspannung (oberer Rücken, Nackenbereich, Hals, Kopf oder Gesicht)

Ob sich bei dir leichte Nackenschmerzen, ziehende Schultern, ein starker beidseitiger Druck-Kopfschmerz, ein stechendes Klopfen oder ein einseitiges Pochen mit Licht-, Geräusch oder Geräuschempfindlichkeit zeigt, ist für uns also nicht entscheidend. Wichtig ist vielmehr, die gemeinsame Ursache all dieser Beschwerden zu kennen und genau dort anzusetzen.

📌 Wir von Liebscher & Bracht betrachten Migräne als „ultimative Form der Überspannung“: So lösen leichte Fehlspannungen im Bereich von Halswirbelsäule und Schulter oder auch Nackenverspannungen einen noch schwachen Kopfschmerz aus. Dieser kann sich bei zunehmender Belastung der Muskeln und Faszien zu einem stärkeren Schmerz steigern und schließlich in typische Migräne-Symptome gipfeln. Die Migräne steht somit am Ende eines Prozesses immer größer werdender Spannung. 

Noch nicht überzeugt? Dann denk einmal kurz darüber nach, wie sich ein Migräneanfall bei dir ankündigt. Vermutlich spürst du zunächst ein leichtes Ziehen an einer ganz bestimmten Stelle an den Schultern, an der Nackenmuskulatur oder am Hinterkopf. Da die Spannung sehr oft in diesem Bereich beginnt, sprechen wir auch von einem dort sitzenden „Migränestrang“. Im Laufe eines Tages breitet sich dieser Schmerz dann aus und das gesamte Beschwerdebild kippt in die Migräne.

💡 Was hat häufiges Sitzen mit Migräne zu tun?

Wie du bereits weißt, spielen überspannte Muskeln und Faszien bei der Entstehung der Migräne eine Schlüsselrolle. Warum ist das so? Blicken wir für eine Erklärung zunächst auf deine Halswirbelsäule. Dieser äußerst empfindliche Teil deines Rückens verbindet deinen Kopf mit deinem Rumpf. Rund um die HWS liegen zahlreiche Muskeln, Faszien und Bänder. Damit diese Strukturen voll funktionsfähig bleiben, müssen wir möglichst viele der von Natur aus möglichen Gelenkwinkel nutzen.

Wir trainieren uns einseitige Bewegungsmuster an

Die meisten Menschen setzen in ihrem Alltag allerdings nur etwa 10 Prozent davon ein! Das liegt vor allem daran, dass moderne Lebens- und Arbeitswelten stark durch sitzende oder einseitig belastende Tätigkeiten geprägt sind. Unser Gehirn spiegelt diese Bewegungsmuster wieder: Hirnprogramme in den sogenannten Basalganglien speichern häufig genutzte Bewegungsabläufe und sorgen durch Ansteuerung der Muskeln dafür, dass sie im Alltag schnell und präzise umgesetzt werden können. Hier werden also auch die Spannungen für die Muskulatur vorgegeben, um die enstprechenden Bewegungsmuster ausführen zu können.

Ein Mann sitzt mit einer Migräneattacke vor seinem Laptop

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Wann immer nun ein Gelenk gestreckt oder gebeugt wird, ziehen sich Muskelpartien und die umliegenden Faszien zusammen, während andere nachgeben und gedehnt werden. Schöpfst du aber nur noch einen Bruchteil der Bewegungsmöglichkeiten deines Kopfes und deines Nackens aus, werden deine Muskeln und Faszien nicht mehr regelmäßig in vollem Umfang gedehnt und so mit der Zeit immer unnachgiebiger. 

Beim Sitzen geschieht genau das. Da du deinen Kopf zu wenig bewegst, passen sich die Muskeln und Faszien irgendwann der einseitigen Haltung an. Sie werden immer unnachgiebiger und können, wenn du dich nach dem Sitzen hinstellst, die nötige Streckung nicht mehr im erforderlichen Maße mitmachen. Wir sprechen hier von einer „Verkürzung“ der Muskeln und Faszien.

Zugkräfte bedrohen deine Bandscheiben

Lange vor der Entstehung einer Migräne erzeugt die muskulär-fasziale Verkürzung in deinem Rumpfbereich eine Zugkraft nach vorne. Damit du dich dennoch gerade hinstellen kannst, versucht der Körper, diese Kraft durch die Muskeln und Faszien im Rücken wieder auszugleichen: Er baut eine über das normale Maß hinausgehende Gegenspannung auf. Nun herrschen sowohl im vorderen als auch hinteren Körperbereich enorme Zugkräfte, welche die Wirbelkörper deiner HWS so stark aufeinanderpressen, dass eine Schädigung der Bandscheiben droht. In dieser Phase kann deine Schmerzempfindlichkeit im Nackenbereich aufgrund starker Verspannungen deutlich erhöht sein.

In der Knochenhaut sitzen sogenannte „interstitielle Rezeptoren“, die diese Überspannung registrieren und die Bedrohung der Struktur an das Gehirn weiterleiten. Hier ist das Periaquäduktale Grau (PAG) im Mittelhirn für die Schmerzwahrnehmung zuständig. Die Hirnprogramme für unsere Bewegungsmuster in den Basalganglien und das Periaquäduktale Grau schicken sich gegenseitig Blindkopien zu. Sind deine Bandscheiben durch deine Bewegungsmuster bedroht, projiziert das Periaquäduktale Grau einen Schmerz in den entsprechenden Körperbereich und macht dich so auf die Bedrohung aufmerksam – der Schmerz alarmiert dich. Liebscher & Bracht bezeichnet diesen Schmerz daher als Alarmschmerz.

📌 Mit anderen Worten: Die Migräne ist ein Hilferuf deines Gehirns, um deine HWS vor größerem Schaden, z. B. einem Bandscheibenvorfall, zu bewahren. Mit dem Alarmschmerz „friert“ der Körper im Extremfall fast all die Bewegungsmöglichkeiten deiner Nackenmuskulatur und deines Kopfes ein. Daher bezeichnen wir die Migräne auch als „Hexenschuss der HWS“.

Was wir damit meinen, kannst du selbst an dir testen: Versuche dazu, während einer Migräneattacke deinen Kopf zu drehen, ohne deinen Rumpf zu bewegen — keine Chance!

Wie entsteht die Aura?

Nicht nur die höllischen Migräneschmerzen, auch Aura-Symptome wie Sprachstörungen, Sehstörungen oder Geruchsempfindlichkeit sind aus unserer Sicht auf Überspannungen im muskulär-faszialen Netzwerk zurückzuführen. Von der HWS ausgehende Faszienstränge koppeln an der Augen – und Kaumuskulatur an, wobei letztere über die Schläfe am Ohr vorbei verläuft. Sind sämtliche Muskeln überspannt, die hinten, vorne und seitlich an deinem Oberkörper herunterziehen, kann sich diese Überspannung auf dein gesamtes Gesicht übertragen. Es ist daher nicht überraschend, dass  ein Zusammenhang zwischen Zähneknirschen (Bruxismus) und spannungsbedingten Kopfschmerzen bestehen scheint. 4)

Erklärung vom Schmerzspezialisten

Du möchtest dir die Erklärungen in Ruhe ansehen und Tipps vom Schmerzspezialisten persönlich bekommen? Kein Problem!

▶ Im folgenden Video erklärt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht, warum die Migräne eine gesteigerte Form des Spannungskopfschmerzes ist, woher die Schmerzen kommen und was es mit der Aura auf sich hat:

   

2.2 Die herkömmliche Sicht auf Migräne

Das Wichtigste gleich vorweg: Was genau bei einer Migräne in deinem Gehirn passiert, konnte die Forschung noch nicht abschließend klären. Es existieren verschiedene Hypothesen, die sich ergänzen und mit deren Hilfe man versucht, sich einem übergreifenden Erklärungsmodell anzunähern.

Wie entstehen aus herkömmlicher Perspektive die Schmerzen

Einig sind sich herkömmliche Ansätze mittlerweile, dass es sich bei der Migräne um eine biologisch bedingte, vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns handelt. Diese kann durch äußere und innere Reize ausgelöst werden. Ihren Ausgang nimmt sie im Hirnstamm, der auch als „Migränezentrum“ oder „Migränegenerator“ 5) bezeichnet wird. Dort kommt es zu einer Überaktivierung von Nervenzellen. Über eine Zwischenstation sendet der Hirnstamm Nervensignale in verschiedene Regionen des Gehirns, hauptsächlich an die Hirnrinde (Cortex)

Auch der 5. Hirnnerv, der Trigeminusnerv, erhält Signale aus dem Migränezentrum. Seine zahlreichen Nervenfasern (C-Fasern) weisen besonders viele Schmerz-Rezeptoren auf. Über feine Verästelungen in den Gefäßwänden ist der Trigeminusnerv unzertrennlich mit allen Blutgefäßen im Gehirn verbunden. Über diese Ausläufer steuert er unter anderem die Weite und Durchlässigkeit der Blutgefäße.

Ist er stark erregt, werden vermehrt Botenstoffe ausgeschüttet. Dadurch können sich die Blutgefäße dehnen und durchlässiger werden: Entzündliche Eiweiße und weitere, in der Blutflüssigkeit enthaltene, Substanzen treten aus. Die Folge ist eine sogenannte „sterile neuronale Entzündung“ — eine Entzündung der Blutgefäße mit Aufschwemmung des Hirngewebes und der Hirnhäute, die Kopfschmerzen verursacht. Vermittelt wird der pulsierende Schmerz durch die Schmerzfasern des Trigeminus.

Wie entsteht aus herkömmlicher Sicht die Aura?

Auch für die Aura gilt: Viele Vorgänge, die zur Entstehung der Symptome führen, sind nach wie vor ungeklärt. Bis vor einigen Jahren fokussierten sich weite Teile der Forschung auf die aufgequellten Blutgefäße („vaskuläre Hypothese“). 

Inzwischen vertritt man eine „neurogene Hypothese“. Sie behauptet eine Art „Domino-Effekt“ im Gehirn: Ausgehend von einem kurzen Erregungsimpuls würden wichtige Funktionen der Hirnrinde gehemmt. Diese Still-Legung der kortikalen Aktivität breite sich mit 2–3 Millimetern pro Minute über die Hirnrinde aus. Endstation sei dann beispielsweise das Sehzentrum im Gehirn. 6)

Welche Rolle spielen die Gene?

Aus herkömmlicher Sicht ist Migräne eine wahrscheinlich „genetisch determinierte Erkrankung“ 7) und daher nicht heilbar. Anders ausgedrückt: Deine Erbanlagen sind schuld! Ganz so klar liegen die Dinge jedoch nicht.

Lediglich für die familiär-hemiplegische Migräne konnten Untersuchungen bisher Gendefekte nachweisen. Dabei handelt es sich um eine seltene Sonderform der Migräne, bei der es während der Aura zu einer fast kompletten Lähmung der betroffenen Körperseite kommt. Für alle anderen Migränearten sind die Forschungsergebnisse weniger eindeutig. Inwieweit also genetische Veränderungen „auch für die normale Migräne mit und ohne Aura eine Rolle spielen“, ist bisher ungeklärt. 8)

🔥 Welche Faktoren können eine Migräne auslösen — Trigger im Fokus

Von den biologischen Faktoren klar zu unterscheiden sind aus konventioneller Perspektive Betrachtung die Schlüsselreize für Migräne, sogenannte Trigger. Hierbei handelt es sich um individuelle Auslöser der oben beschriebenen Überaktivität, die bei jedem Migränepatienten anders sein können. Die Trigger „ent-zünden“ also gewissermaßen biologisch-genetische Faktoren, die einen Menschen anfällig für Migräne machen.

Eine Frau in einem Restaurant bedient ihr Smartphone, vor ihr steht ein Glas Rotwein

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Neurologen verweisen auf folgende Schlüsselreize:

  • Nikotin
  • Alkohol (insbesondere Rotwein)
  • Koffein
  • Glutamat-, histamin- und serotoninhaltige Lebensmittel wie Rotwein, Schokolade und Käse
  • Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus („Wochenendmigräne“)
  • Große Temperaturschwankungen (z. B. durch Saunabäder)
  • Wetterwechsel
  • Hormonelle Schwankungen (Menstruation, Eisprung)
  • Flackerlicht
  • Lärm
  • Stress, Entlastung nach dem Stress

Ganz schön viele Trigger, oder? Gerade wenn bei dir mutmaßlich mehrere Schlüsselreize zusammenspielen, ist es kaum möglich, alle zu vermeiden. Auf einige hast du schließlich ohnehin keinen Einfluss: Stress im Alltag entsteht schnell, das Wetter macht, was es will und jede Nacht gleich viel zu schlafen, ist auch nicht immer drin. Umso wichtiger ist für dich, eine Alternative zu haben. Mit unseren Übungen bieten wir dir genau das.

📌 Natürlich tust du deinem Körper generell etwas Gutes, wenn du z. B. auf Alkohol oder Glutamat verzichtest und viele der oben genannten Auslöser vermeidest. Unser Angebot an dich ist jedoch, dass du nicht dein komplettes Leben umkrempeln musst, um Migräne zu lindern oder eine sinnvolle Migräneprophylaxe zu betreiben. Du wirst unabhängiger von Umwelteinflüssen und anderen Faktoren, denen du manchmal zwangsläufig ausgesetzt bist. So drehst du den Spieß herum, gelangst die Kontrolle über deinen Körper zurück und kannst Schritt für Schritt  deinen eigenen Weg in Richtung Schmerz-Freiheit gehen.

Wenn die Migräne chronisch wird

Ist die Migräne bei dir während der letzten drei Monate an mehr als 14 Tagen pro Monat aufgetreten, sind deine Beschwerden per schulmedizinischer Definition chronisch. Studien deuten darauf hin, dass dies bei rund 25 Prozent der Migränepatienten der Fall ist — also bei etwa zwei Millionen Deutschen! 9)

Mehr noch: Eine chronische Migräne entwickelt sich oft schleichend, wobei sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern können. Ärzte sprechen hier von einer transformierten Migräne:

„In dieser Gruppe überwiegen Patienten mit episodischen Migräneattacken in der Vergangenheit, deren Schmerzhäufigkeit jedoch zugenommen hat und die jetzt klinische Symptome sowohl einer Migräne als auch einer Spannungskopfschmerzsymptomatik zeigen.“ 10)

Dieses Resultat bestätigt uns in der Meinung, dass Spannungskopfschmerzen und Migräne zwei Seiten derselben Medaille sind. Ursache im einen wie im anderen Fall sind muskulär-fasziale Überspannungen, auf die dein Körper mit Alarmschmerzen reagiert. Für dich bedeutet dies: Wenn du deine Migräne nur herkömmlich behandelst und vor allem auf Medikamente setzt, kann es passieren, dass sich die Beschwerden immer weiter verschlimmern und chronisch werden. Mit unserer Behandlungsmethode und unseren Übungen kannst du jedoch aktiv gegensteuern. Im folgenden Kapitel erklären wir dir genau, wie die Behandlung nach Liebscher & Bracht aussieht.

3. Wie sieht die Behandlung bei Migräne aus?

  • „Ihre Migräne ist genetisch bedingt und deshalb nicht heilbar!“
  • „Auch wenn Ihre Kopfschmerzen häufig am Nacken beginnen, hat die Halswirbelsäule nichts damit zu tun!“
  • „Wir können nur versuchen, Ihre akuten Symptome zu lindern.“
  • „Sie müssen Ihr ganzes Leben umstellen, um in Sachen Vorbeugung überhaupt eine Chance zu haben.“ 

Kommen dir diese Sätze bekannt vor? Wenn du schon länger unter Migräne leidest, hast du sie bestimmt schon einmal von deinem Arzt oder Therapeuten gehört. Daher ist es nachvollziehbar, dass viele unserer Patienten überrascht sind, wenn ihre Kopfschmerzen schon nach der ersten Behandlung spürbar nachgelassen haben oder sogar ganz verschwunden sind. Therapieerfolge sind eben eher die Ausnahme als die Regel.

⚠ Das Fatale daran: Vieles, das kurzfristig zu helfen scheint, entpuppt sich auf lange Sicht als uneffektiv, mitunter sogar als schädlich für deinen Körper. Warum das so ist, welche herkömmlichen Therapieformen bei Migräne verbreitet sind und worin sich unser Ansatz unterscheidet, erfährst du jetzt.

3.1 Überspannungen in Muskeln und Faszien abbauen — Behandlung nach Liebscher & Bracht

Wir von Liebscher & Bracht glauben fest daran, dass du deine Migräne mit unserem Behandlungskonzept selbst in den Griff bekommen kannst. Wieso sind wir uns da so sicher?  

🏁 Unsere Schmerztherapie setzt an der Ursache deiner Beschwerden an und behandelt nicht nur die Symptome. Wie du bereits weißt, deutet vieles deutet darauf hin, dass es sich bei Migräne um eine gesteigerte Form des Spannungskopfschmerzes handelt. Wenn also deine Kopfschmerzen und die Aura-Symptome von Überspannungen in den Muskeln und Faszien rund um deine Halswirbelsäule kommen, müssen Prophylaxe und Behandlung aus unserer Sicht genau dort ansetzen. Daher geht es in allen drei Bausteinen unseres Konzepts — Osteopressur, Engpass-Dehnübungen und Faszien-Rollmassage — darum, muskulär-fasziale Fehlspannungen zu normalisieren. Schauen wir uns die drei Behandlungsformen kurz an.

Osteopressur nach Liebscher & Bracht

Unsere Schmerztherapie verstehen wir in erster Linie als „Hilfe zur Selbsthilfe“. Möglicherweise bist du nach einer jahrelangen Ärzte-Odyssee aber noch skeptisch oder unsicher, ob Liebscher & Bracht das Richtige für dich ist. Dann kannst du dich an einen unserer ausgebildeten Schmerztherapeuten in deiner Nähe wenden. Er kann schon bei der ersten Behandlung feststellen, ob deine Migräne von muskulär-faszialen Überspannungen kommt und bei Bedarf sofort mit der Osteopressur, unserer Akut-Therapie, beginnen.

Schmerzspezialist Roland Liebcher-Bracht zeigt am Skelett die Osteopressurpunkte für die Migränebahndlung

Die Osteopressur nach Liebscher & Bracht  wurde speziell entwickelt, um muskulär-fasziale Überspannungen abzubauen und Schmerzen in erstaunlich kurzer Zeit zu beheben – ganz ohne Medikamente. Die Osteopressur nutzt dabei interstitielle Rezeptoren, die du bereits in Kapitel 2.1 kennengelernt hast. Im Falle deiner Migräne registrieren diese Rezeptoren die Bedrohung deiner Bandscheiben in der HWS, wenn die Gelenkflächen durch die überhöhte muskulär-fasziale Spannung zu stark aufeinandergedrückt werden. Resultat ist der vom Gehirn gesendete „Alarmschmerz“, den du pochend oder pulsierend an deinem Kopf-Nacken-Bereich wahrnimmst.

Was machen die Liebscher & Bracht-Therapeuten dagegen? Genau genommen drücken sie von außen auf die Rezeptoren in der Knochenhaut. Dadurch setzen sie die Hirnprogramme, die für die übermäßige Spannung der Muskeln sorgen, zurück. Der Körper reagiert sofort: Die überhöhten Spannungen verringern sich deutlich, sodass auch deine Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen spürbar nachlassen können – oder sogar ganz verschwinden. Das ist aber für dich nur der Startschuss.

Engpass-Dehnübungen

Nach der erfolgreichen Osteopressur-Behandlung ist es entscheidend, dass du den eigentlichen Grund der muskulär-faszialen Überspannungen konsequent aus der Welt schaffst: deine einseitigen Bewegungsmuster. Mit unseren speziellen Engpass-Dehnübungen kann dir das langfristig gelingen. Wenn du gleich mehr darüber erfahren und dir sofort unsere Übungs-Videos ansehen möchtest, klicke hier.

Faszien-Rollmassage

Das i-Tüpfelchen deiner individuellen Prophylaxe oder Behandlung sind Faszien-Rollmassagen. Mithilfe unserer Faszienrollen und -kugeln kannst du deinen Nacken und Hinterkopf entspannen und nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte herausdrücken. Diese können dann schneller weiterverarbeitet werden. Dadurch versorgt sich dein Fasziengewebe effektiver mit neuen Nährstoffen und verklebte Faszienstränge können wieder schön geschmeidig werden.

Viele verschiedene Tabletten zur Behandlung bei Migräne

Medikamente:

Um Migräneattacken zu lindern, empfehlen Ärzte die Einnahme von Medikamenten — schon bei den ersten Symptomen und hoch dosiert. Bei beginnenden Schmerzen und eher leichten Anfällen gelten aus dieser Perspektive NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika) als Mittel der Wahl, beispielsweise Aspirin oder Ibuprofen. .

Patienten mit mittelschweren oder schweren Migräneattacken raten Ärzte zu sogenannten Triptanen. Diese sollen sowohl Kopfschmerzen als auch die Begleitsymptome innerhalb der ersten zwei Stunden lindern, sind allerdings während der Aura-Phase unwirksam. Hinzu kommt, dass viele Betroffene auf bestimmte Triptane nicht ansprechen. Oft müssen mehrere Präparate getestet werden, bis ein passendes gefunden ist.

Als Alternative bleibt entweder eine Kombi-Therapie aus einem hoch dosierten NSAR und einem Triptan oder der Griff zu Ergotaminen. Eine wichtige Rolle spielte früher Ergotamintartrat, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Mutterkornalkaloide. Seit der Zulassung von Triptanen Anfang der 90-er Jahre haben Mutterkornalkaloide jedoch an Bedeutung verloren.

Es geht an dieser Stelle nicht darum, eine medikamentöse Therapie bei Migräne per se zu verteufeln. Sind deine Symptome sehr stark und der Leidensdruck groß, kann ihr Einsatz ab und an notwendig sein. Wir wollen dich allerdings dazu ermutigen, nicht vorrangig auf Schmerzmittel zu setzen und insbesondere zwischen den Anfällen unsere Übungen auszuprobieren. Gute Gründe dafür gibt es genug:

  • Bedenken solltest du, dass NSAR oft zusammen mit einem Antiemetikum verschrieben werden. Dieses soll Übelkeit und Erbrechen lindern sowie die Aufnahme des Schmerzmittels in deinen Körper beschleunigen. Zur Vorbeugung schwerer Attacken können Betablocker oder Antidepressiva dazukommen. Du nimmst also mitunter gleich zwei oder drei Medikamente mit einer langen Liste von Nebenwirkungen.
  • Triptane helfen nicht bei Spannungskopfschmerzen! Da sich die Migräne jedoch aus unserer Sicht sehr häufig als gesteigerter Spannungskopfschmerz darstellt, ist die Unwirksamkeit hier vorprogrammiert.
  • Studien belegen, dass es bei 40 Prozent der Migränepatienten trotz Einnahme von Triptanen oder Ergotaminen zu Wiederkehr-Kopfschmerzen kommt. Damit sind Schmerzen gemeint, die innerhalb von 24 Stunden nach Abklingen oder deutlicher Besserung erneut auftreten. Die Standardantwort darauf: dasselbe Medikament erneut „einwerfen“.
  • Ärzte und Forscher selbst warnen davor, dass ein übermäßiger Gebrauch von Medikamenten zu Dauer-Kopfschmerzen führen kann. Daher sollten entsprechende Präparate nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Tage pro Monat eingenommen werden  11). Was aber tust du, wenn deine Beschwerden viel häufiger auftreten?

Du siehst: Medikamente — egal ob bekannte Schmerzmittel, Triptane oder Ergotamine –führen schnell in eine Sackgasse. Ehe du dich versiehst, wirst du zum Versuchskaninchen deiner eigenen Migräne-Therapie und führst genau das herbei, was du eigentlich beseitigen wolltest: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und viele andere Nebenwirkungen, die kein Mensch braucht.

Zu sehen ist ein Magnetfeld in den Farben Gelb und Schwarz

Transkranielle Magnet-Stimulation (TMS): Migränepatienten mit Aura könnten von einer Therapie mit Magnetwellen profitieren. Darauf deuten Ergebnisse einer US-Studie hin. 164 Probanden bekamen eine spezielle Magnetspule mit nach Hause, die sie bei drohenden Attacken selbst an ihrem Hinterkopf anlegen konnten. Das Resultat: Bei 39 Prozent der Probanden verschwanden die Schmerzen innerhalb der ersten beiden Stunden und traten binnen zwei Tagen nicht mehr auf. Allerdings waren es auch in einer Vergleichsgruppe mit Attrappe 22 Prozent. 12)

Die Therapie mit Magnet-Wellen scheint also zumindest bei einigen Migränepatienten vielversprechende Ergebnisse erzielen zu können. Allerdings sind Studien, die eine deutliche Wirksamkeit belegen, nicht bekannt. Hinzu kommt, dass die für die Therapie benötigten Geräte oft sehr kostspielig sind. Bevor du also einen vierstelligen Betrag investierst, probiere es vorher einfach mit unseren Übungen. Diese sind kostenfrei und können dir in den meisten Fällen besser helfen.

Eine Akupunkturnadel wird in die Kopfhaut gesteckt

Akupunktur: Die Akupunktur wurde vor mehr als 4.000 Jahren in China entwickelt. Heute kommt sie bei allen möglichen Krankheiten und Beschwerden zum Einsatz.  Eine Langzeit-Wirkung ist meistens jedoch nicht belegt. Dies gilt insbesondere bei Migräne.

So weist eine neue chinesische Studie zwar nach, dass Elektro-Akupunktur die Häufigkeit der Attacken und die Migränedauer reduzieren kann. Die Therapieeffekte fallen allerdings mäßig aus. Auch ob die Behandlung auf lange Sicht wirkt, muss offen bleiben. 13)

Also alles Hokuspokus? So weit gehen wir nicht. Dennoch geben wir dir zu bedenken, dass eine dauerhafte Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne nicht belegt ist. Wissen solltest du auch, dass die Patienten in der genannten Studie fünf Mal pro Woche behandelt wurden — und das über mehrere Wochen am Stück. Ganz schön zeitaufwändig, oder? Einfacher machen es dir da unsere kostenfreien Übungen. Diese kannst du ganz bequem und wann immer du willst von zuhause aus durchführen. Solltest du einen unserer ausgebildeten Therapeuten aufsuchen, kann dieser deine Beschwerden oft schon mit der ersten Behandlung deutlich lindern. Dein Kopf und dein Terminkalender freuen sich!

Spritze und Seren zur Behandlung von Schulterschmerzen mit Steroiden

Botox: Von Botulinumtoxin, kurz Botox, hast du sicher schon gehört. Seit 2016 empfehlen amerikanische Ärzte, es auch bei neurologischen Erkrankungen einzusetzen. Im Fall der chronischen Migräne soll Botox die Zahl kopfschmerzfreier Tage erhöhen. Grundlage der Empfehlung sind zwei Studien, bei denen es allerdings zu deutlichen Placebo-Effekten kam. Für die episodische Migräne mit weniger als 15 Schmerztagen pro Monat konnte überhaupt kein Nutzen festgestellt werden. 14) Zudem ist jede Botox-Behandlung teuer, von möglichen Nebenwirkungen ganz zu schweigen.

Eine junge Joggerin im Wald

Was Ärzte sonst noch empfehlen: Neben den oben genannten Behandlungsformen werden dir Ärzte und Therapeuten eher allgemeine Maßnahmen bei Migräneattacken empfehlen. Helfen können

  • Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren,
  • Entspannungstechniken wie die progessive Muskelentspannung nach Jacobsen oder 
  • Wasseranwendungen nach Kneipp.

Ganz bestimmt hast du deine individuelle Strategie längst gefunden, um deine Migräneattacken zumindest einigermaßen ertragen zu können. Das ist allerdings ein schwacher Trost, wenn die Schmerzen in unschöner Regelmäßigkeit wiederkommen oder sogar immer schlimmer werden. Geht es also darum, Häufigkeit und Intensität der Anfälle zu senken, bleibt guter Rat teuer — egal ob Medikamente, Akupunktur, Magnetfelder oder Botox zum Einsatz kommen. Leider gilt dies auch für prinzipiell gesundheitsfördernde Maßnahmen wie die oben genannten.

📌 Sechs Vorteile mit Liebscher & Bracht

✅ Gegenüber all den genannten Behandlungsansätzen hat die Therapie nach Liebscher & Bracht demnach sechs entscheidende Vorteile:

✅ Wir behandeln die Ursache deiner Beschwerden, nicht nur die Symptome

✅ Die Übungen sind kostenfrei.

✅ Es bestehen keine Risiken oder Nebenwirkungen.

✅ Wenige Behandlungen und ein paar Minuten täglich können ausreichen, um Schmerzen zu lindern oder sie komplett zu beseitigen. 

✅ Du bleibst völlig flexibel, da du alle Übungen einfach von zuhause aus machen kannst.

✅ Die Therapie kann langfristig helfen, wenn du am Ball bleibst und fleißig übst.

4. Migräne erfolgreich behandeln: effektive Übungen gegen Kopfschmerzen und Aura

Du willst deiner Migräne effektiv vorbeugen oder sie auf natürliche Weise behandeln, ohne auf Medikamente und Ärzte angewiesen zu sein? Dann solltest du unsere Übungen unbedingt ausprobieren! Diese kannst du ganz einfach in deinen Alltag integrieren, auch wenn du wenig Zeit und viel um die Ohren hast — denn in unsere Dehnungsübungen und Faszien-Rollmassagen musst du täglich nur ein paar Minuten investieren.

Dabei spielt es keine Rolle, ob deine Beschwerden episodisch auftreten oder chronisch sind, ob du eine Migräne mit oder ohne Aura hast oder welcher Kopfschmerz bei dir genau auftritt. Da unserer Erfahrung nach 90 Prozent  aller Kopfschmerzen auf ein und dieselbe Ursache zurückzuführen sind, kann unsere Behandlung auch in all diesen Fällen zum Erfolg führen.

Das Ziel jeder Übung besteht darin, die Überspannungen rund um deine Halswirbelsäule zu normalisieren. Dazu ist es wichtig, dass deine „verkürzten“ Muskeln und Faszien regelmäßig in die Länge gezogen werden und gleichzeitig ein reibungsloser Abtransport von Abfallstoffen aus den betroffenen Körperregionen stattfindet. Mit der Zeit werden deine Muskeln dadurch wieder schön geschmeidig, deine verklebten Faszien erlangen ihre ursprüngliche Elastizität zurück und die Verspannungen lassen spürbar nach. 

📌 Wenn du fleißig übst, werden langfristig neue Bewegungsprogramme in deinem Gehirn gespeichert. Die muskulär-faszialen Spannungen im Nackenbereich gehen auf ein normales Maß zurück, sodass die Struktur — die Bandscheiben deiner HWS — nicht mehr von Verschleiß und Schädigung bedroht ist. Der Alarmschmerz ist nicht mehr nötig und wird eingestellt.

▶ In diesem Video zeigt dir Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht drei einfache Sofort-Übungen, mit denen du deine Migräneschmerzen im Akut-Fall lindern kannst:

Die drei Dehnübungen zum Nachlesen:

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht dehnt die seitliche Halsmuskulatur

Fange ganz vorsichtig an, indem du mit der Hand deinen Kopf von der Seite greifst. Die Schulter auf der zu dehnenden Seite ziehst du herunter. Nun arbeitest du dich ganz langsam in die Dehnung deiner seitlichen Halsmuskulatur hinein und versuchst, die Spannung für zwei bis zweieinhalb Minuten zu halten. 

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht dehnt die hintere Nackenmuskulatur

Für die zweite Übung nimmst du deinen Kopf nach hinten, sodass du an die Decke schauen kannst. Komme danach in die Ausgangsposition zurück und führe deinen Kopf behutsam nach vorne, bis es im Nacken zu ziehen beginnt. Diese Bewegung kannst du sanft unterstützen, wenn du mit deinen Fingern ganz leicht an den Kopf greifst.

Schmerzspezialist Roland Liebscher-Bracht dehnt die Nackenmuskulatur

Für die dritte Übung stellst oder setzt du dich ganz gerade hin. Winkle jetzt deinen linken Arm an und ziehe den Ellenbogen und die Schulter herunter. Drehe anschließend deinen Kopf um 45 Grad nach links. Ein kleiner Tipp: Schaue immer dorthin, wo deine Schulter nach unten gezogen wird.

Nimm jetzt deine rechte Hand über den Kopf und lass die Fingerspitzen ungefähr da ankommen, wo das Ohr aufhört. Drücke jetzt dein Kinn in Richtung Kehlkopf und ziehe mit deiner Hand den Kopf nach rechts unten. Durch diese Dehnung wird dein „Migränestrang“ gut gestreckt. Wenn du den Dehnungsschmerz optimieren möchtest, kannst du durch leichte Veränderungen deiner Kopfhaltung immer weiter in die Dehnung hineingehen. Wechsle anschließend auf die andere Seite, um auch diese zu entspannen.

📌 Checkliste für die Liebscher & Bracht-Übungen

Damit bei unseren Übungen auch wirklich nichts schiefgeht, haben wir dir vier wichtige Tipps zusammengestellt. 

✅ Zur Migräneprophylaxe übst du am besten an sechs Tagen pro Woche und führst dabei jede Übung mindestens einmal täglich aus.

✅ Für jede Übung solltest du zwei bis zweieinhalb Minuten investieren. Fängst du gerade erst mit den Übungen an oder ist der Schmerz akut, kannst du dich auch allmählich steigern. 

✅ Orientiere dich immer an deiner persönlichen Schmerzskala von eins bis zehn. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du bei jeder Dehnung auf einer Stufe von acht oder neun arbeitest. Neun bedeutet: Du spürst einen intensiven Schmerz, kannst aber noch ruhig atmen und musst nicht gegenspannen. 

✅ Ein noch erträglicher Schmerz ist für dich der wichtigste Anhaltspunkt. Hab also keine Angst vor ihm: Dein Körper weist dich darauf hin, dass du den Verkürzungen genau an der richtigen Stelle entgegenwirkst. Wenn du dich behutsam bewegst, kann nichts passieren.

Zugegeben: Hat sich die Migräne bei dir schon seit vielen Jahren breitgemacht, brauchst du eventuell einen dicken Geduldsfaden. Doch wenn du am Ball bleibst und die Übungen zu deiner täglichen Routine machst, kannst du deine Migräne gut in den Griff bekommen — und das ganz ohne Schmerzmittel. Probiere es einfach aus und erobere dir deine Schmerz-Freiheit Stück für Stück zurück!

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